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Information Bitte lass mich nicht alleine
Posted by: Frenuyum - 12-02-2025, 03:31 PM - No Replies

Es ist Winter, der Schnee färbt alles weiß und der Wind tobt heute besonders stark. Ich stehe mir die Beine in den Bauch und bete, dass doch alles schnell vorbei sein möge.

Meine Füße fühlen sich schon an wie Eisklumpen und mein Herz ist schwer. Während mein Blick starr das Geschehen verfolgt, hat mein Gehör auf Durchgang gestellt und meine Gedanken schweifen zurück.

Vor einem halben Jahr sah alles noch ganz anders aus:

Ich hatte mich gerade von meiner Freundin Michaela getrennt, mit der ich drei Jahre lang zusammen gewesen war. Wir wohnten etwa ein Jahr zusammen, bevor wir merkten, dass es nicht funktionierte.

Es passte gerade bei mir, da ich ein Jobangebot von weiter weg bekommen hatte, welches ich nun annahm, meine Sachen packte und auszog. Zu meinen Eltern hatte ich schon lange keinen richtigen Kontakt mehr, nur zum Geburtstag und zu Weihnachten gab es ein Anstandstelefonat.

Als ich mit achtzehn beschloss auszuziehen, habe ich ihnen, glaube ich, einen riesigen Gefallen getan. Sie kamen noch nie mit meiner lockeren, offenen Art klar und mochten nur selten meine Freunde.

Die in ihren Augen meist verrückt waren und das nur, weil sie Piercings oder Tattoos hatten. Heute würden sie wahrscheinlich das gleiche von mir denken, da ich in der Hinsicht gewiss keine Jungfrau mehr bin.

Also beschloss ich ihnen auch nur eine Postkarte, mit meiner neuen Anschrift und der Telefonnummer, unter der ich ab jetzt zu erreichen war, zuzusenden. Ich verschwieg bewusst, dass die Beziehung mit Michaela nicht mehr bestand, um einem Gespräch mit meiner Mutter aus dem Weg zu gehen, in dem ich mir nur wieder Vorwürfe anhören würde müssen.

Ich war schon deprimiert genug und fühlte mich leer und irgendwie hatte mein Leben keinen richtigen Sinn mehr. Meine neue Wohnung war klein, woran ich mich wohl erst noch zu gewöhnen hatte.

Es gab nur ein Zimmer, in dem ich schlafen, essen, und wohnen sollte, mit einer kleinen Kochnische und einem winzigen Bad. In dem man sich beim Händewaschen locker auf die Toilette setzen und von der Dusche aus die Spülung betätigen konnte.

Die Waschmaschine musste ich im Keller deponieren, wo für einen Wäscheständer gerade noch genug Platz war und somit mein Fahrrad an der Wand Halt finden durfte.

Aber alles im allem war es für eine Person, die für ein paar Stunden als Kfz-Mechaniker arbeitete, eine anschauliche Bleibe, sofern man sich einzurichten wusste.

Neue Freundschaften schloss ich immer schnell durch meine offene Art, jedoch verscherzte ich es mir auch manchmal mit diesen, da ich viel zu ehrlich bin. In der Werkstatt waren alle nett, aber am besten verstand ich mich mit Jan.

Er ging wie ich auf die zwanzig zu, war aber eher der Durchschnittstyp. Ich hatte es immer leicht bei den Frauen gehabt, was auch kein Wunder war, wenn man blond und blauäugig ist.

Jan hatte es da schon schwerer, was er mir ständig auf die Nase band. Er war wie ich gerade mit der Ausbildung fertig geworden. Wir waren auf einer Wellenlänge und er wusste es zu schätzen, dass ich aussprach, was ich dachte.

So kam es, dass wir uns nach kurzer Zeit bei ihm verabredeten, und von dem Moment an sollte nichts mehr so sein wie vorher.

„Hi“, begrüßte ich Jan, der mir die Tür öffnete.

Ich zog eine Schnute und setzte meinen besten Hundeblick auf, um noch schnell hinzuzufügen, „sorry, ich bin etwas spät dran.“

„Kein Problem, bin ja selber noch nicht ganz fertig“, antwortete er und lächelte verständnisvoll.

Ich stand noch im Türrahmen, als plötzlich jemand an mir vorbeihuschte, der gut zwei Köpfe kleiner war als ich und hastig die Treppe hinauf rannte.

Verdutzt schaute ich Jan an, der mir gleich erklärte, „nicht wundern, das ist bloß Kevin, mein kleiner Bruder. Der hat Angst vor allem und jedem.“

„Aber wieso hat er denn Angst?“, wollte ich wissen, während ich in den Flur eintrat.

„Meine Eltern haben sich sonst immer viel um ihn gekümmert, leider sind die vor einem halben Jahr bei einem Autounfall ums Leben gekommen“, erzählte Jan.

„Mein herzliches Beileid“, sagte ich und war zutiefst berührt.

„Danke. Aber das Schlimmste ist, dass Kevin mit im Auto saß und alles mit ansehen musste. Er ist zwar zurzeit in ärztlicher Behandlung, aber so richtig scheint es ihm nicht zu helfen“, kam es weiter von Jan.

Ich unterbrach ihn kurz.

„Wie schrecklich.“

„Ja, es muss sehr schlimm für ihn gewesen sein. Kevin musste seitdem auch viel durchmachen. Ich kann nicht rund um die Uhr für ihn da sein. Das Haus ist zwar bezahlt, aber es sind ja auch noch andere Kosten da, die ich jeden Monat begleichen muss“, fuhr Jan fort.

„Ja, das glaube ich gern. Ein Haus kostet nun mal“, bestätigte ich seine Aussage.

Immer noch verweilte mein Blick auf Jan und so sprach dieser weiter.

„Dazu kommt noch, dass Kevin sehr hübsch ist und Männer bevorzugt. Alles zehrt zwar an ihm, aber er sieht immer noch sehr gut aus und mit seinen fast sechzehn Jahren ist er ja auch in dem Alter, um mehr zu wollen. Dabei kann er wohl noch nicht so ganz einschätzen, wenn jemand nur Sex will… Jedenfalls kann ich ihn mittlerweile mit niemandem mehr allein lassen. Er wurde zwei Mal schon fast vergewaltigt und traut wohl auch gerade deswegen keinem mehr.“

Jetzt war ich sprachlos und auch ein kräftiges Schlucken, wollte den Kloß in meinem Hals nicht lösen, da ich so viele Informationen auf einmal bekommen hatte.

Armer Jan, er musste alles auf einmal sein, Bruder, Mutter, Vater und auch noch Händchen halten, weil Kevin sonst keinem mehr traute. Jan merkte, dass es mir sehr nahe ging und ließ mich erstmal richtig rein kommen.

Wir machten es uns in der Küche bequem und nachdem ich einen Kaffee getrunken hatte, bestellten wir Pizza. Als diese eintraf, gingen wir rauf in Jans Zimmer, wo Kevin eingerollt wie eine schlafende Katze auf dem Bett lag und schlief.

Ein Bild für die Götter, denn er war so zart und zierlich, um nicht zu sagen fast kindlich und dennoch sah man ihm seine Reife an. Jan deutete mir, dass ich leise sein sollte, also schlichen wir uns rein.

Wir aßen, spielten auf Jans Wii und bemerkten erst, dass Kevin aufgewacht war, als ich hinter mir ein Rascheln hörte und mich umsah.

„Ach, da hat wohl jemand Hunger“, neckte Jan ihn.

Kevin hatte sich nämlich den Pizzakarton mit der restlichen Pizza geholt, sich in die hinterste Ecke des Bettes verkrümelt, um dort zu essen. Er war wirklich bildhübsch.

Seine rotblonden Haare leuchteten richtig und hingen ihm strähnig ins Gesicht und seine dunkelblauen Augen stachen förmlich hervor. Klar war er gezeichnet, denn er war dünn, vielleicht schon fast zu dünn und sein Gesicht war etwas eingefallen, aber dennoch gab er einen bezaubernden, jungen Mann ab.

Das Telefon klingelte und Jan ging runter, um das Gespräch anzunehmen. Kevin und ich waren für einen Moment allein, doch von ihm kam keine Reaktion, weshalb ich beschloss, ihm etwas zu trinken anzubieten.

„Möchtest du auch ein Glas Cola?“, fragte ich ihn und hielt dabei die Flasche in die Luft, als würde es dem Ganzen mehr Ausdruck verleihen.

Kevin zuckte im ersten Moment zusammen, als er meine Stimme vernahm, nickte dann aber nach leichtem Zögern, zaghaft. Damit ich ihn nicht noch mehr Angst machte, versuchte ich nicht näher als nötig ans Bett heranzutreten und stellte das volle Glas auf den Teppichboden ab.

Kevin holte es sich erst, als ich wieder auf meinem Stuhl Platz genommen hatte, ließ mich dabei aber keinen Moment aus den Augen. Gierig trank er sein Glas leer und stellte es wieder auf den Fußboden, bevor er sich wieder in die hinterste Ecke des Bettes verkroch.

„Möchtest du noch mehr?“, fragte ich ihn und bekam zum ersten Mal den zauberhaften Klang seiner Stimme zu hören.

„Gern“, sagte er.

Also füllte ich das Glas erneut und dieses Mal, traute Kevin sich viel schneller hervor, als hätte er bemerkt, dass ich ihm nichts Böses will. Als Jan das Telefonat beendete und wieder zu uns heraufkam, war er erstaunt über Kevin, da dieser doch sonst nie etwas von Fremden annahm.

Trotzdem sagte er nichts dazu, weil er wohl der Meinung war, dass es für Kevin besser so sei. Bei dieser ersten Begegnung mit Kevin hatte er mir gleich gezeigt, wie sehr er mich mochte.

Von diesem Tag an war ich immer öfter bei Jan und Kevins Angst schien wie weggeblasen, zumindest solange wie wir unter uns waren. Wieso Kevin mir so schnell vertraute, war uns ein Rätsel.

Ich wurde schon beim dritten Besuch stürmisch mit einer herzlichen Umarmung begrüßt und konnte mir mein Leben schon bald nicht mehr ohne ihn vorstellen. Kevin hatte mein Herz berührt mit seiner liebevollen Art, seinem Charme und seiner Zuneigung, die ich immer öfter zu spüren bekam.

Man merkte es ihm an, dass er sich in mich verliebt hatte. Ich genoss diese Schwärmerei, obwohl ich sonst nie bisexuelle Neigungen bei mir bemerkt hatte, ertappte ich mich immer öfters dabei, Kevins Körper zu mustern oder ihm tief in die Augen zu schauen.

Jan war froh über meine Anwesenheit, denn so konnte er auch mal wieder ausgehen. Ich wusste mich schon mit Kevin zu beschäftigen. Wir schauten uns einen Film an, alberten hemmungslos herum oder gingen am Strand spazieren. Wobei Kevin bei jedem Ausflug immer mehr seine Angst verlor.

Mittlerweile war es sogar schon so weit, dass ich Kevin mit zum Einkaufen nehmen konnte, auch wenn ich ihm dabei nicht von der Seite weichen durfte. Nach dem Aus meiner Beziehung zu Michaela hatte ich nun endlich wieder das Gefühl, eine Aufgabe zu haben.

Er war ein großer Teil meines Lebens geworden und so verging die Zeit viel zu schnell. Mittlerweile waren mehrere Monate vergangen, Kevin war schon öfters bei mir gewesen und hatte auch schon ab und an bei mir übernachtet.

Jan hatte ihn in meine Obhut gegeben und vertraute mir voll und ganz. Bis her war ja auch nichts zwischen uns passiert, von ein paar zärtlichen Kuscheleien abgesehen. Nicht dass ich etwas dagegen gehabt hätte, aber ich wollte Kevin zu nichts zwingen, wie es wohl schon viele vor mir getan hatten.

Es war Winter geworden und draußen tobte ein Schneesturm. Kevin wollte bei mir übernachten und wir hatten es uns auf meiner Schlafcouch gemütlich gemacht.

Irgendetwas war anders als sonst. Ich kannte es ja schon von Kevin, dass er gerne kuschelte und meine Nähe suchte, doch heute war es irgendwie intensiver.

Wir lagen eng umschlungen auf dem Sofa, hörten leise Musik und ich kraulte Kevins Nacken. Er hatte sein Gesicht in meiner Halsbeuge vergraben und genoss die Streicheleinheiten.

Draußen hörte man den Wind sausen und den Sturm toben, als Kevin seinen Kopf hob.

„Ich hab Lust auf was zum Naschen.“

„Ja, dann hol ich was aus der Küche“, antwortete ich ihm.

„Nein, ich will nicht, dass du aufstehst. Bitte lass mich nicht allein“, kam es nun von Kevin, was ich nicht verstand, da ich ja nur wenige Schritte bis zur Kochnische hätte tun müssen.

„Aber hier hab ich doch nichts“, versuchte ich ihm klarzumachen.

Doch Kevin hatte schon ein breites Grinsen auf den Lippen und nickte.

„Doch.“

Ich zuckte zusammen und verstand nur langsam, was er meinte. Erst als Kevins Lippen sanft die meinen berührten, wusste ich, was Sache war. Ich atmete tief aus, schlang meine Arme um ihn und zog ihn so dicht es ging an mich.

Nur allzu gern wollte ich von dieser süßen, verbotenen Frucht kosten. Kevin schreckte etwas zurück und ich hätte mich am liebsten geohrfeigt. Wie konnte man nur so dumm sein?

Ich wusste doch ganz genau, was er durchgemacht hatte. Ich ließ Kevin los, um ihm etwas Freiraum zu lassen, als ich in sein trauriges Gesicht schaute. Es sprach Bände und so hielt ich ihn fest, wenn auch nur mit leichtem Druck.

Erst zitterte Kevin, doch ich hielt ihn. Dann sträubte er sich, drückte sich sogar gegen mich und ich wollte schon loslassen, als er sich fallen ließ. Ein tiefes ausatmen und dann sackte er in meinen Armen zusammen, war aber bei vollem Bewusstsein.

Anschließend spürte ich Kevins Arme, wie sie mich umschlangen und so unsere Umarmung perfekt machten. Das war für mich das Zeichen, dass er seine Angst besiegt hatte und jetzt küsste ich ihn so sanft, wie ich nur konnte.

Meine Lippen lagen kaum wahrnehmbar auf den seinen und ertasteten sie zaghaft. Erst als Kevin mir etwas entgegenkam, ließ ich ihn meine Lippen richtig spüren, wenn auch mit bewusstem Druck.

Liebevoll streichelten meine Hände über seinen Rücken, rauf zu seinen Haaren, um diese zu wuscheln. Als Nächstes wagte ich es, öffnete meinen Mund und strich zögerlich mit meiner Zunge über Kevins Lippen.

Er gewährte ihr Einlass und so trafen unsere heißen Zungen aufeinander. Beschnupperten sich etwas, bevor sie sich in einem heißen Spiel verloren. Erst in der einen, dann in der anderen Mundhöhle jeden noch so kleinen Winkel erkundeten.

Kevin war nun mutig geworden, hatte die Führung übernommen und lag auf mir. Meine Hände konnte ich unmöglich bei mir behalten und so ließ ich sie langsam unter Kevins Shirt wandern.

Als ich die zarte und weiche Haut berührte, entlockte dieses angenehme Gefühl mir ein leises Stöhnen. Was Kevin anscheinend kaum mehr wahrnahm, denn er war wie in Trance mit dem beschäftigt, was wir taten.

Er hatte die Augen geschlossen und seine schönen, dichten, dunklen Wimpern sahen aus wie ein Fächer. So nutzte ich die Gelegenheit, um ihm sein Shirt über den Kopf zu streifen, was er auch ohne Gegenwehr mit sich machen ließ. Er half mir sogar dabei und machte sich anschließend über meine Hemdknöpfe her. Natürlich unterbrachen wir dabei nur ab und an unser Zungenspiel.

Als der letzte Knopf geöffnet war, strich Kevin mir mein Hemd über die Schultern und verteilte anschließend kleine Küsse auf meinen Oberkörper. Wenn auch etwas unerfahren, machte er seine Sache wirklich gut und so erregte er mich sehr.

Auch seine Härte spürte ich nur allzu gut an meinem Oberschenkel, woraufhin ich Kevin eng an mich presste. Meine Lippen saugten sich an seinem Hals fest, um kleine Male zu hinterlassen.

Ein lustvolles Stöhnen zeigte mir, wie sehr es ihm gefiel. Dabei machte ich mich an seiner Hose zu schaffen, die auch nur kurz darauf in einer Ecke landete, um mich anschließend auf ihn zu legen und zwischen seine Schenkel gleiten zu lassen.

Wieder vereinten sich unsere Lippen und spielten unsere feuchten Zungen miteinander. Ich spürte ein Zerren an meinem Hosenbund und half Kevin nur zu gerne dabei, auch meine Hose loszuwerden.

Nur in Shorts bekleidet schmiegten wir uns aneinander, spürten die Erregung des anderen durch den dünnen Stoff, und obwohl dies alles für mich neu war, spürte ich eine Vertrautheit wie nie zuvor.

Für einen Moment hielt ich inne und nahm ein wenig Abstand von Kevin, um in seine schönen blauen Augen zu schauen. Natürlich nutzten wir beide beiläufig die Gelegenheit und streiften den letzten störenden Stoff ab.

Kevin war bezaubernd – jung, zart, zerbrechlich und einfach wunderschön. Ich schaute ihn eine Weile an, bevor ich mich wieder seinen Lippen widmete. Er war sehr erregt, weshalb ich mir in die Hand spuckte, nach seiner Härte griff und seine Hüfte mit meiner freien Hand umschlang.

So rieb ich langsam, aber zielstrebig an seinem Schaft, jedoch ohne meinen Kuss zu unterbrechen. Mit leichtem Druck streichelte die Fingerkuppe meines Daumens über Kevins Eichel, massierte sie, wobei ich versuchte einen langsamen Rhythmus beizubehalten.

Er stöhnte in den Kuss hinein und versuchte mir entgegenzukommen. Nun massierte ich mit meiner anderen Hand seine Hüfte und ließ diese zu seinem Hintern gleiten, um seine Pobacken zu kneten.

Kevin konnte kaum noch stillhalten und so erhöhte ich den Rhythmus, mit dem ich seinen Schaft rieb, um ihm Erlösung zu verschaffen. Nur meine Lippen ließen von ihm ab, damit ich seinen Gesichtsausdruck einfangen konnte. Kevin ergoss sich heiß in meiner Hand, was mit einem lautem aufstöhnen begleitet wurde und er sah dabei himmlisch aus.

Langsam sackte er zusammen und ich legte ihn vorsichtig auf die Seite. Mit sanften Worten meinte ich zu ihm: „Keine Angst, ich bin ganz vorsichtig.“

Ich musste es einfach tun, denn er hatte mich viel zu sehr erregt. Aber Gegenwehr bekam ich auch keine, ganz im Gegenteil, Kevin spreizte bereitwillig die Beine für mich.

Ich befeuchtete einige Finger, um diese zwischen seine Backen zu drücken. Er war dort ganz heiß und eng, es dauerte einen Moment bis ein leichtes Rein- und Raus-gleiten möglich war.

Dann benetzte ich meine Eichel mit etwas Speichel und legte mich hinter Kevin, schmiegte mich dicht an ihm. Ich streichelte seinen Arm und küsste seinen Nacken, während meine Härte sich zielstrebig ihren Weg bahnte.

Als ich Widerstand spürte, hielt ich für einen Moment inne und vernahm einen zischenden Laut von Kevin. Ich biss in seinen Hals, um für Ablenkung zu sorgen, was mir auch gelang.

Nun konnte ich mich weiter in sein Inneres bohren, in seine Hitze, die umso tiefer ich kam, immer heißer zu werden schien. Als er mich ganz verschlungen hatte, hielt ich abermals inne und vernahm eine angenehme Stille.

Ich geduldete mich, wenn auch nur ungern und machte am Anfang nur leichte Stöße, die schon bald von einem leisen Stöhnen begleitet wurden. Das Stöhnen wurde lauter und nun fand ich kein Halten mehr, hämmerte meine Härte in Kevins Hitze und hoffte, dass es Lust war, die ihn stöhnen ließ.

Ich brauchte nicht lange und ergoss mich heiß in ihm. Ein Zittern durchflutete meinen Körper, bevor ich auf Kevin zusammensackte. Das war der absolute Wahnsinn!

„Ich liebe dich“, kam es leise von Kevin.

Ich küsste ihn sanft auf die Stirn.

„Ich dich auch.“

Dessen war ich mir jetzt mehr als sicher. Nachdem wir eine Weile gekuschelt hatten, schliefen wir auch bald ein. Als ich am nächsten Morgen erwachte, war es noch dunkel draußen.

Ich stand leise auf und machte mich daran Frühstück vorzubereiten. Eigentlich wollte ich Kevin ausschlafen lassen, doch als er gegen elf Uhr immer noch nicht aufgewacht war, ging ich zum Schlafsofa rüber.

Vorsichtig drehte ich ihn um, weil ich ihn wecken wollte, doch Kevin reagierte nicht auf mein Rufen. Auch nicht auf mein Rütteln und erst recht nicht auf mein Schreien.

Sein Körper war kalt und leblos. Ich schrie, weinte und drückte ihn an mich. Das konnte nicht sein.

Wieso?

Warum ausgerechnet jetzt, wo wir uns doch gerade gefunden hatten?

War mein Glück mir nicht gegönnt?

Zärtlich strich ich mit meinen Fingern über sein makelloses Gesicht, berührte seine weichen Wangen und vergrub mein Gesicht in seinen Haaren, um noch einmal seinen Geruch in mir aufzusaugen.

Erst nach einer halben Ewigkeit war ich in der Lage, den Notarzt zu rufen, obwohl dies ja zwecklos war, musste sein Tod offiziell festgestellt werden.

Es wurde eine Autopsie gemacht, damit der Grund des Todes klar wurde. Bei dem Autounfall mit Kevins Eltern hatte sich ein Blutgerinnsel im Gehirn gebildet, das bei der Untersuchung übersehen wurde.

Dies war geplatzt und hatte somit zum Tod geführt. Ich gab mir die Schuld daran. Als ich Jan eröffnete, was in jener letzten Nacht von Kevins Leben geschehen war, kündigte er mir die Freundschaft.

Er hatte mir vertraut und ich hatte ihn enttäuscht. Der Arzt jedoch beruhigte mich, dass Kevins Tod früher oder später gekommen wäre und ich keine Schuld daran tragen würde.

Der einzige Trost, der mir blieb war, dass Kevin glücklich eingeschlafen war.

„Amen“, beendet der Priester sein Gebet.

Ich wische mir die Tränen mit einem Ärmel weg, die ausgelöst von meinem Rückblick über meine Wangen laufen. Die Beerdigung ist fast vorbei und da die Beileidsbekundungen an Jan gehen, begebe ich mich zum Friedhofstor, wo mein Fahrrad steht.

Ich fahre zum Strand, um einen klaren Kopf zu kriegen. Die Wege, die wir so oft gemeinsam gegangen sind, fahre ich noch einmal ab. Der kalte Wind saust mir um die Ohren und lässt mich für einen Moment alles vergessen.

Dann mache ich mich auf den Weg nach Hause, wo ich jedoch nie ankommen werde, denn ein lauter Knall lässt mich durch die Luft fliegen. Ein Auto hat mich angefahren… schon wieder ein Auto… überall ist Blut… und alles tut mir wahnsinnig weh… ich bin am Arsch der Welt und der Krankenwagen wird zu lange hierher brauchen…

Dann sehe ich ein helles Licht… ich kneife die Augen zu und höre eine mir bekannte Stimme, die ich viel zu sehr vermisst habe…

„Bitte!“

„Bitte lass mich nicht allein!“

Als ich es endlich schaffe, dass meine Augen gegen das helle Licht ankommen, schaue ich in zwei wunderschöne, dunkelblaue Augen…

Kevin!…

Er streckt seine Hand nach mir aus, die ich nur zu gerne ergreife. Dann zieht er mich hoch zu sich, begrüßt mich mit einem leidenschaftlichen Kuss und auf einmal spüre ich keine Schmerzen mehr.

Kevin konnte eben nicht einmal im Jenseits alleine sein!

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Information Ein Fisch, zwei Fische
Posted by: Frenuyum - 12-02-2025, 03:30 PM - No Replies

Der schlanke, fast Vierjährige, eingemummelt in einen übergroßen Mantel gegen den Wind Ende November, hielt die Hand seiner Betreuerin fest und reckte den Kopf, um zu dem hohen Gebäude in einem Teil der Stadt hinaufzublicken, den er noch nie gesehen hatte. Das Sonnenlicht schwand bereits am frühen Abend. Er hatte Angst; er hatte fast immer Angst. Dieses Gefühl war nicht anders als sonst. Er hatte seine Welt nicht im Griff, da er dreieinhalb Jahre lang in verschiedenen Pflegeheimen gelebt hatte. Eines hatte er gelernt: Er musste es vermeiden, die Erwachsenen und anderen Kinder, mit denen er zusammenlebte, zu verärgern.
Die meisten seiner Heime waren Wohngemeinschaften gewesen, manche mit netten älteren Paaren, die etwas bewegen wollten, und manche, wie das, in dem er jetzt lebte, mit Paaren, die ihren Lebensunterhalt von staatlichen Zuschüssen verdienten. Er hatte keine Hoffnung, dass es diesmal anders sein würde, außer dass er bei zwei Männern wohnen würde, die er nur flüchtig kennengelernt hatte. Sie waren freundlich gewesen und hatten ihm bei den beiden kurzen Treffen vor diesem Probeleben keine Angst gemacht; wenigstens würden keine weiteren Kinder das Bild verkomplizieren.
Die Sozialarbeiterin, die einen Plastikmüllsack mit den wenigen Kleidern und Habseligkeiten des Jungen trug, blieb an der Glastür des Gebäudes stehen. Die beiden Männer, bei denen der Junge zumindest für eine Weile bleiben würde, warteten auf der anderen Seite. Sie öffneten die Türen und begrüßten zunächst die Sozialarbeiterin, bevor sie sie und den Jungen in die Lobby führten. Dort knieten sie nieder und begrüßten James mit einem aufrichtigen Lächeln. Sie versuchten nicht, ihn zu berühren, denn er sah aus wie viele Kinder, die Angst gewohnt sind und nicht beeinflussen können, was mit ihnen geschieht. Doch einer von ihnen sagte: „Willkommen in deinem neuen Zuhause.“
Einer der Männer nahm der Sozialarbeiterin den Plastikmüllsack ab. Der Junge versteckte sich fast hinter der Frau, als sie zu den Aufzügen in der Lobby gingen. Die Aufzugstüren waren aus glänzendem Metall, und der Junge konnte sich und die anderen im Spiegelbild sehen. Einer der Männer drückte einen Knopf, um einen der beiden Aufzüge zu rufen. Als dieser ankam und sich die Türen öffneten, verflog die Angst des Jungen für einen Moment, als er den Aufzugsraum untersuchte. Er war noch nie in einem Aufzug gewesen und beobachtete, wie einer der Männer einen Schlüssel in ein nummeriertes Tastenfeld steckte und drehte. Der Aufzug hatte eine Einbaubeleuchtung, und der Junge ahnte, woher das Licht kommen musste. Er sah nicht, dass die Männer seine Reaktion beobachteten und sich anlächelten. Der Aufzug begann eine fast geräuschlose Fahrt, und der Junge spürte, wie er sanft zu Boden gedrückt wurde, als er anfuhr – aber nicht so sehr, dass er sich noch mehr erschreckte. Der Aufzug hielt an, und sie alle traten in einen kurzen Flur mit nur einer Tür am Ende.
„Da sind wir“, sagte einer der Männer und öffnete mit einem anderen Schlüssel die Wohnungstür. Er hielt sie auf, als der andere die Schwelle überschritt, und die Sozialarbeiterin führte den Jungen hinein. Der Raum erstaunte und sprach den Jungen an, während sein Blick umherhuschte. Gemälde und Fotografien bedeckten die Wände. Eine so große Sammlung sollte er erst später sehen, als er mit den beiden Männern Museen besuchte. Gegenüber führten Glastüren auf einen beleuchteten Balkon, und der Junge konnte sehen, dass sie hoch oben, abseits der Straße, saßen. Im Wohnzimmer gab es keinen Fernseher, und er fragte sich, wie er seine Tage verbringen sollte, wenn er nicht vor einem Fernseher parken könnte. Überall lagen Bücher – auf Tischen und in Regalen. Er konnte Flure erkennen, die in Bereiche führten, die er nicht sehen konnte. Der große Raum, in dem sie standen, hatte einen Essbereich mit einem großen Tisch. Dahinter befand sich ein Durchgang zur Küche, in dem er glänzende, silbrige Geräte sah. Ihm war warm, und er rutschte unruhig in seinem Mantel herum.
Einer der Männer kam zu ihm und fragte: „Möchten Sie Ihren Mantel ausziehen? Hier ist es schön warm.“
Der Junge zog seinen Mantel aus, und der Mann, dessen Namen er sich erinnerte, weil er derselbe war wie sein eigener, half ihm und warf den Mantel auf eines der Sofas im Wohnzimmer. Der Junge beobachtete, wo der Mantel landete, falls er ihn später brauchen sollte. Der Mann kniete sich hin, sodass er und der Junge fast auf gleicher Höhe waren, und fragte: „Erinnerst du dich an unsere Namen?“
Der Junge zuckte mit den Schultern, sagte aber nichts.
„Ich bin Jim und er ist Tom“, sagte er und zeigte auf den anderen Mann. Der Junge nickte. „Wir müssen mit Frau Hartman sprechen. Willst du dich zu uns setzen oder lieber hierbleiben und malen oder dich umsehen?“

Der Junge sah, dass auf einem der niedrigen Tische große Blätter Papier und Buntstifte lagen, die zwar keine Buntstifte waren, aber ein bisschen wie Buntstifte aussahen. Ohne zu antworten, ging der Junge zum Tisch und begann, die Stifte zu untersuchen.
Jim sagte: „Wenn du keine Lust mehr aufs Zeichnen hast, komm herüber an den Tisch.“ Der Mann deutete mit dem Blick auf den Esstisch. Als der Junge weiterhin schwieg, stand Jim auf und ging zum Tisch, wo Tom und Mrs. Hartman einige Papiere durchsahen. Geduldig prüften sie die Unterlagen für die Unterbringung in einer Pflegefamilie, einschließlich der Formulare für die staatliche Unterstützung. Jim und Tom hatten bereits vereinbart, alle staatlichen Gelder, die sie erhielten, auf ein Sparkonto für den Jungen zu überweisen. Nachdem sie alle Unterlagen durchgesehen hatten, entspannte sich Mrs. Hartman etwas.
„Ich hatte Angst, dass Sie Ihre Meinung geändert haben könnten.“
Tom war überrascht und fragte: „Wie kommst du darauf?“
„Er ist nicht sehr gesprächig. Wir haben uns eine Zeit lang gefragt, ob er vielleicht …“
„Entwicklungsstörung? Ist das jetzt die richtige Bezeichnung?“
„Ja. Aber wir halten seine Intelligenz für normal.“
„Haben Sie gesehen, was er gemacht hat, als er in den Aufzug gestiegen ist?“
„Nein. Ich bin nicht sicher, was du meinst.“
„Er hat die Dinge herausgefunden – die Beleuchtung und das Gefühl der Bewegung. Wir denken, er ist intelligent.“
„Nun, ich hoffe, Sie werden nicht enttäuscht sein.“ Aber sie klang nicht hoffnungsvoll.
Mrs. Hartman sammelte die Papiere ein und verstaute sie in ihrer Tasche, bevor sie zu ihrem Schützling ging, der gerade am Tisch im Wohnbereich zeichnete. Sie war überrascht, eine für einen Dreijährigen angemessene Nachbildung des Tisches und der drei Erwachsenen zu sehen. „James, ich lasse dich jetzt bei deinen Pflegevätern. Ich schaue nächste Woche nach dir.“
Der Junge nickte und malte weiter. Nachdem Frau Hartman zur Tür hinausgegangen war, gingen Jim und Tom zu dem Jungen. Da er denselben Vornamen wie einer von ihnen hatte, beschlossen die Männer, ihren Pflegesohn anders zu nennen. Tom fragte den Jungen, der immer noch eifrig mit den Pastellstiften malte: „Hättest du etwas dagegen, wenn wir dich bei deinem zweiten Vornamen nennen?“ Er fuhr fort und zeigte auf Jim: „Wir denken, es könnte verwirrend sein, dich Jim zu nennen, weil er auch Jim heißt.“
Der Junge blickte von der Zeitung auf und zuckte mit den Schultern. Jim sagte: „Wir könnten es eine Weile versuchen, und wenn es dir nicht gefällt, denken wir uns etwas anderes aus. Du entscheidest.“
Der Junge hörte auf zu zeichnen und betrachtete die Männer aufmerksam. Niemand hatte ihn jemals nach solchen Dingen gefragt, und er nickte.
„Möchtest du dein Zimmer sehen und deine Sachen wegräumen?“, fragte Tom.
Der Junge suchte das Wohnzimmer ab, bis er die Plastiktüte mit seinen Kleidern und einem Buch fand, das er bekommen hatte. Er ging hinüber und nahm die große Tüte am Ende, wo die Öffnung zugeknotet war. Seine Pflegeväter folgten ihm und zeigten auf einen der Flure.
Tom fragte: „Kannst du die Tasche tragen oder möchtest du, dass Jim oder ich sie tragen?“
Zum ersten Mal seit seiner Ankunft in der Eigentumswohnung hoch über dem Willamette River sprach der Junge. „Ich.“
Während er seine Tasche über den Boden schleifte, weil sie ihm etwas zu groß zum Schultertragen war, blieb Tom stehen und deutete auf eine Reihe Schalter an einem Panel am Anfang des Flurs. „Der erste ist das Flurlicht. Schalten Sie es ein, wann immer Sie wollen.“
Der Junge ließ die Tasche los und ging zu Tom hinüber. Solche Lichtschalter hatte er noch nie gesehen. Statt der Schalter mit einem Hebel, den man hoch- oder runterklappen konnte, sah James North Martin drei breite Wippschalter, von denen er keine Ahnung hatte, wie man sie bediente. Er streckte die Hand aus und berührte den ersten Schalter. Als er auf den oberen Teil des Schalters drückte, wippte er nach innen, und das Flurlicht ging an. Nach ein paar Versuchen drückte er auf den unteren Teil des Schalters, der nach innen wippte, und das Licht ging aus. Fröhlich schaltete der Junge das Licht ein paar Mal an und aus, bevor er es anließ. Plötzlich blickte er zu Jim und Tom auf, als wollten sie ihn ausschimpfen, doch er sah ein Lächeln auf ihren Gesichtern.
Der Junge schnappte sich seine Tasche und wartete, bis seine Pflegeväter ihn in den Flur führten. Die Männer blieben stehen und öffneten eine Tür. „Das ist unser Zimmer“, sagte Tom.
Der Junge beugte den Kopf herein und blickte kurz ins Zimmer. In seinen anderen Pflegefamilien war die wichtigste Regel gewesen, sich nicht ins Elternzimmer zu begeben. Tatsächlich hatte er manche Zimmer seiner Pflegeeltern noch nie gesehen. Das Zimmer, das er jetzt sah, war größer als alle Schlafzimmer, die er je zuvor gesehen hatte. An einer Wand sah er deckenhohe Bücherregale, an einer anderen einen Computerbildschirm mit Tastatur auf einem Tisch. Rasch zog er den Kopf zurück und wartete auf einen Tadel, der jedoch ausblieb. Langsam schleppte er seine Tasche den Flur entlang zu einer anderen Tür, die Jim aufriss. „Das ist dein Zimmer … Nord.“ Der Junge war überrascht, dass er einen neuen Namen hatte, aber er gefiel ihm.
Die Beleuchtung, die am Rand von Wand und Decke eingelassen war und ein sanftes Licht an die weiße Decke warf, brannte in seinem Zimmer bereits. Er hatte noch nie in einem Zimmer geschlafen, das ihm allein gehörte. Er sah, dass es größer war als die Zimmer, die er mit zwei oder manchmal drei anderen Kindern geteilt hatte. An der gegenüberliegenden Wand sah er nur ein Bett aus Holz mit einem geschnitzten Kopfteil. An der gegenüberliegenden Wand stand eine Kommode mit fünf Schubladen aus der gleichen Holzart. An derselben Wand stand ein Tisch, der für jemanden in seinem Alter gemacht war, mit einer separaten Lampe darauf, derselben Art von Lampe, die er auf dem Tisch am Kopfende des Bettes gesehen hatte. Was ihn am meisten anzog, war das vierstöckige Bücherregal an der Wand neben dem Fußende des Bettes, zwei davon bereits voller Bücher.
Tom und Jim gingen zur Truhe, setzten sich beide auf den Boden und winkten North herüber. Der Junge schleppte seine Tasche hinter sich her, und Jim klopfte zwischen Tom und ihm auf den Boden. North schien kurz nachzudenken und setzte sich dann mit der Tasche vor sich auf den Boden. Tom sagte: „Wir waren uns nicht sicher, was du an Kleidung hast, deshalb haben wir ein paar Sachen mitgebracht, um dich über Wasser zu halten. Wir gehen in ein paar Tagen einkaufen.“
Tom öffnete die unterste Schublade. „Hier ist der Schlafanzug.“ Dann zog er zwei weitere Schubladen heraus und zeigte auf Unterwäsche, T-Shirts und Hosen. Er deutete auf einen kleinen Hocker neben der Kommode. „Was du mitgebracht hast, kannst du in die oberen Schubladen legen; sie sind leer. Sag Bescheid, wenn du nichts behalten möchtest.“
„Tom und ich machen uns einen Snack, während du dich in deinem Zimmer umsiehst und deine Sachen wegräumst.“
Nachdem Jim und Tom das Zimmer verlassen hatten, zupfte North, wie man ihn wohl nennen würde, am Knoten seiner Plastiktüte, bis sie sich öffnete. Er nahm jeweils ein paar abgetragene Kleidungsstücke, kletterte auf den Hocker und legte sie in die oberste Schublade. Das wiederholte er, bis die Tüte leer war. Er hing nicht an diesen Kleidungsstücken, aber er würde sie behalten, falls er wieder weg musste. Als er mit seinen Kleidern fertig war, nahm er das abgenutzte Buch aus der Tüte und legte es aufs Bett. Er liebte die Zeichnungen in dem Buch, das ihm eines der älteren Kinder aus seinem früheren Elternhaus vorgelesen hatte – Dr. Seuss. Das Buch war alt und es fehlten Seiten, aber er liebte die Geschichte über die verschiedenfarbigen Fische, die er kannte.
North war noch nie allein in einem Zimmer gelassen worden, in dem er schlief. Er ging umher und blieb stehen, um die Lampe auf dem Nachttisch ein- und auszuschalten. Er hob die Bettdecke vom Bett und betrachtete die hellblaue Decke und die Laken auf der Matratze und das dicke Kissen. Er strich mit der Hand über die leichte Decke und lächelte. Fast wäre er aufs Bett gesprungen und hätte sich in Bettdecke und Decke vergraben, doch stattdessen strich er die Bettwäsche glatt, damit seine Pflegeväter nicht merkten, dass er sie bewegt hatte.
Dann ging er zum Bücherregal und betrachtete die Buchrücken in den beiden vollen Regalen. Ihm stockte der Atem, als er den Rücken eines der Bücher erkannte. Er rannte zur Tür und sah hinaus, ob die Männer in der Nähe waren. Er hörte ihre fernen Stimmen, doch da er sie nicht sah, rannte er zurück und zog vorsichtig das Buch aus dem Regal. Die Farben auf dem Einband waren leuchtend und klar. Vorsichtig öffnete er das Buch, und dasselbe galt für die Seiten, die er vorsichtig umblätterte. Er sah Seiten, die er noch nie gesehen hatte – Seiten, die aus seinem alten Exemplar herausgerissen worden waren. Er dachte einen Moment nach; sie würden dieses dünne Buch, das er liebte, eines von vielen im Regal, nicht vermissen. Er ging zurück zu seinem Bett, nahm das alte Exemplar und stellte es in das Regal, in dem das neuere gestanden hatte.
Er steckte das neue Buch in seine leere Plastiktüte und suchte nach einem Versteck, da er glaubte, es bald wieder brauchen zu können. Er beschloss, es unter sein Bett zu legen und es unter die Volant zu klemmen, damit es nicht zu sehen war. In der Wand gegenüber sah North Türen, aber nicht wie die zu seinem Zimmer. Er beschloss, sie nicht zu benutzen. Schließlich konnte er nicht widerstehen und ging zurück zu seinem Bett. Er sprang auf und legte sich auf den Rücken; das Bett war so weich, und trotzdem sank er nicht tief hinein.
„Alles in Ordnung, North?“
Die Stimme kam näher, und der Junge rollte sich schnell vom Bett und versuchte, die Bettdecke zu glätten. Jim steckte den Kopf durch die Tür und sagte, als er den Reparaturversuch sah: „Hoffentlich ist das Bett bequem. Wenn du es ein oder zwei Nächte lang ausprobiert hast, sag uns Bescheid, ob du etwas ändern musst.“
North nickte, überrascht, dass er keine Vorwürfe gemacht hatte.
„Kommen Sie und sehen Sie sich Ihr Badezimmer an.“
North folgte Jim aus seinem Zimmer und ging direkt über den Flur. Als das Licht anging, sah er ein sehr sauberes Badezimmer mit einem Waschbecken in einem hellgrünen Waschtisch mit einem großen Spiegel an der Wand dahinter. Neben dem Waschtisch befand sich eine Toilette, und an der gegenüberliegenden Wand hingen Regale mit flauschigen dunkelgrünen Handtüchern in verschiedenen Größen. Links davon befand sich eine Dusch-Badewanne-Kombination mit durchsichtigen Schiebetüren anstelle der Duschvorhänge, die er gewohnt war. Auf dem Waschtisch sah North eine Tasse, eine Seifenschale und einen Zahnbürstenhalter. Rechts vom Waschtisch stand ein kleiner Schrank. Was North faszinierte, waren die Fliesen, die sowohl die Wände als auch den Boden bedeckten. Sie bildeten ein seltsames Schachbrettmuster aus Farben, von Grün über Hellbraun bis hin zu Rostrot.
Jim sagte: „Hier ist eine Zahnbürste und Zahnseide für dich. Wir wissen nicht, ob du lieber duschst oder badest, aber beides ist möglich.“
North hatte noch nie geduscht, und in seinem vorherigen Zuhause hatte er nur zwei- bis dreimal pro Woche ein schnelles Bad genommen, um sich zu pflegen. Vor der Toilette sah er einen weiteren kleinen Hocker, der ihm das Pinkeln erleichtern würde, dachte er. Ihm gefiel der Raum; er wirkte hell, freundlich und einladend.
„Frau Hartman sagte, Sie hätten alleine gebadet und hätten keine Probleme damit gehabt, sich die Zähne zu putzen und Zahnseide mit Zahnstocher zu verwenden.“
North nickte. Niemand im Wohnheim achtete darauf, dass er sich die Zähne putzte. Obwohl er wusste, wie es ging, ließ er es manchmal aus.
„Komm raus und iss vor dem Schlafengehen noch einen Snack mit uns.“
North, dessen Kopf sich knapp auf Jims Hüfthöhe befand, folgte Jim aus dem Badezimmer und den Flur entlang. Als sie das Wohnzimmer erreichten, lächelte Jim, als North das Flurlicht ausschaltete. Im Durchgang von der Küche zum Essbereich hatte Tom einen Teller mit Haferkeksen hingestellt. Er half North, sich auf einen der hohen Hocker am Durchgang zu setzen. „Milch oder Apfelsaft?“
North schien verwirrt, bis Tom mit kleinen Gläsern aus der Küche kam. Tom dämmerte, dass North vielleicht noch nie Apfelsaft getrunken hatte. North wartete, bis sich die Männer jeweils einen Keks genommen hatten, und begann abwechselnd zu essen und zu reden. Jim schob dem Jungen den Teller mit den Keksen zu, der sich endlich einen nahm. Er nahm einen kleinen Bissen und kaute vorsichtig. North hatte noch nie selbstgebackene Kekse gegessen, und der Geschmack und die Konsistenz – weich und knusprig zugleich – gefielen ihm. Während die Männer zwischen den Keksbissen plauderten, nahm North einen Schluck Apfelsaft und lächelte.
„Ich muss morgen früh zur Arbeit, aber Tom ist den ganzen Tag bei dir. Ich komme früher als sonst nach Hause, damit wir einkaufen gehen können.“
North merkte, dass Jim mit ihm sprach und nickte. Die Pflegeeltern in seinen früheren Familien waren nicht berufstätig; die Familien waren ihre Arbeit, und North fragte sich, wo Jim arbeitete, fragte aber nicht.
Tom sagte: „Jim wollte den ganzen Tag bei uns zu Hause sein, aber einer seiner Patienten ist sehr krank und er muss sich um ihn kümmern.“ Tom spürte Norths Verwirrung und fügte hinzu: „Jim ist Arzt; er arbeitet in einem großen Lehrkrankenhaus.“
Durch den Durchgang bemerkte North zwei Metallschüsseln auf dem Küchenboden, fragte aber nicht, warum sie dort standen. Während er seinen Keks aß und Apfelsaft trank, beobachtete und hörte North seinen neuen Pflegevätern zu, wie sie sich unterhielten. Gelegentlich berührten sich ihre Hände, und etwas, vielleicht Zärtlichkeit, in ihrem Umgang miteinander, begann seine Ängste zu lindern. Dann, als die Männer über ein Buch sprachen, das Tom schrieb, legte Jim seine Hand auf Norths Unterarm. Die Geste war so selbstverständlich wie der Kontakt zwischen den Männern, und North begann zu hoffen, dass er bei ihnen bleiben könnte.
Nach einer halben Stunde fragte Tom: „Snack, alles klar?“
North nickte und Tom sagte: „Lass uns dich bettfertig machen.“
Er streckte dem Jungen die Arme entgegen, der sich von dem Mann hochheben und in sein Schlafzimmer tragen ließ. North legte seinen Kopf auf Toms Schulter und legte ihm den Arm um den Rücken. Auf dem kurzen Weg durch den Flur wäre er fast eingeschlafen, und Tom spürte, wie der Junge sich in ihm entspannte. „ Das wird funktionieren“, dachte Tom.
In Norths Zimmer saß Tom auf dem Bett und North erwachte leicht aus seinem Schläfrigkeitsschlaf.
„Welchen Schlafanzug möchtest du anziehen?“
North zuckte mit den Schultern, und Tom stellte ihn auf den Boden, bevor er zur Kommode ging und die Schublade mit dem Pyjama öffnete. North folgte ihm und schaute in die Schublade.
„Du hast die hier mit Füßen drin. Die halten dich schön warm.“ Er sah seinen Sohn an und wartete. Schließlich zuckte North mit den Schultern. Tom nahm den Pyjama und schlug vor: „Wie wär’s, wenn du ein schönes warmes Bad nimmst und dir die Zähne putzt? Dann kannst du den Pyjama anziehen. Wenn du fertig bist, lesen wir dir eine Gutenachtgeschichte vor.“
Wieder zuckte North mit den Schultern, folgte Tom aber ins Badezimmer und wartete, während Tom die Wanne mit warmem Wasser füllte. Gedankenlos begann North, sich aus seinen Kleidern zu schälen.
„Wenn du hier fertig bist, leg deine schmutzige Wäsche in den Wäschekorb“, sagte Tom und deutete auf einen hohen Korb neben der Tür. Er hatte einen Stoffbezug und eine Holzstange an der Seite, mit der man ihn hochheben konnte.
North nickte.
„Möchten Sie, dass ich Ihnen beim Haarewaschen helfe?“
Wieder ein Nicken.
Nachdem der Junge sich ausgezogen und seine schmutzige Wäsche in den Wäschekorb gelegt hatte, hob Tom ihn in die Wanne und setzte sich auf die Badematte daneben. Das Wasser hatte die perfekte Temperatur, und Tom griff nach einem Handbrausenkopf und sagte: „Ich werde deine Haare mit der Brause nass machen.“
North hatte sich noch nie die Haare waschen lassen und schloss die Augen. Er spürte, wie Tom seinen Kopf zurücklegte, und er versteifte sich ein wenig. Er spürte den sanften Wasserstrahl auf seinem Haar und seiner Kopfhaut.
Er entspannte sich, bis sein Haar ganz nass war. „Gib mir die Shampooflasche“, sagte Tom. „Es ist die weiße.“ North rutschte vorwärts, sein Hintern quietschte auf dem Wannenboden, bis er mit der Flasche, die Tom Shampoo genannt haben musste, den Rand der Wanne erreichen konnte. Er benutzte kein Shampoo zum Haarewaschen – nur dieselbe Seife wie sonst auch. Er reichte Tom die Flasche, der ihm ein wenig Shampoo in die Handfläche drückte und North dann bat, sich zur Wand umzudrehen. North spürte, wie Toms Hände das Shampoo in seinem Haar verteilten und es sanft wuschen.
Während er Norths Haare wusch, sagte Tom: „Überleg dir, welche Geschichte du hören möchtest, wenn wir im Bad fertig sind.“ North konnte nicht klar denken und wusste, dass er nach „ Ein Fisch, zwei Fische“ fragen würde . Tom spülte Norths Haare aus und wiederholte den Vorgang mit Spülung.
„Überleg dir, ob du einen Haarschnitt möchtest.“ North schüttelte den Kopf. „Schon gut, aber vielleicht noch kurz stutzen. Ich lasse dich fertig machen, wenn das okay ist.“ Der Junge nickte. Als Tom die Tür hinter sich geschlossen hatte, planschte North ein wenig in der Wanne, holte dann das Stück Seife und wusch sich, wie man es ihm beigebracht hatte, obwohl er sich nicht mehr genau erinnern konnte, wann er es gelernt hatte. Als er fertig war, stellte er sich in die Wanne und stieg auf die Badematte. Er nahm eines der Handtücher vom Halter und trocknete sich ab, zuletzt seine Haare. Er nahm den Pyjama vom geschlossenen Toilettensitz und setzte sich darauf, um ihn anzuziehen. Er mochte das Gefühl der Pyjamafüße auf seinen eigenen. Er ging zum Hocker vor dem Waschtisch, nahm die neue Zahnbürste aus einem glasierten Keramikbecher mit Schlitzen am oberen Rand und putzte sich sorgfältig die Zähne, spuckte ins Waschbecken und spülte mit Wasser aus dem Plastikbecher daneben nach. Er wischte sich, so gut er konnte, dann öffnete er die Tür und ging über den Flur in sein Zimmer.
North fand Bettdecke und Decke auf dem Bett, wie eine Einladung. Er sprang auf, schob Füße und Beine unter das Laken und legte den Kopf auf das Kissen. Als er zur Decke blickte, begann North, eine Verbindung zu diesem Ort und diesen Männern zu spüren. Die Angst, diesen Ort verlassen zu müssen, verdrängte die Angst, die er empfunden hatte, als er früher am Abend in sein neues Zuhause gekommen war. Er war müde und begann sich langsam zu entspannen, als Tom und Jim das Zimmer betraten.
„Super gemacht mit dem Bad. Hast du dir schon die Zähne geputzt?“ North nickte. „Mal sehen.“
Der Junge setzte sich im Bett auf und öffnete den Mund. Niemand hatte sich zuvor seine Zähne angesehen. Jim schaute ihm in den Mund und sagte: „Ziemlich gut gemacht. Wir werden die nächsten Tage zusammen üben. Wie wär’s, wenn ich dir eine Geschichte vorlese?“
North nickte heftig.
Tom ging zum Bücherregal, und Norths Atem beschleunigte sich. Doch Tom kam mit einem kleineren Buch zurück als dem, das North hingelegt hatte. Als Tom sich neben dem Bett auf dem Boden niedergelassen hatte, begann er: „In einer abgelegenen, bergigen Gegend der Steiermark gab es einst ein Tal von überraschender und üppiger Fruchtbarkeit. Es war von allen Seiten von steilen, felsigen Bergen umgeben, deren Gipfel stets schneebedeckt waren und aus denen sich in unaufhörlichen Katarakten zahlreiche Sturzbäche ergossen.“
Jim, der am Fußende des Bettes saß und Norths Verwirrung sah, unterbrach Tom: „Ein Sturzbach ist ein schnell fließender Fluss, und ein Katarakt ist ein großer Wasserfall. Wir zeigen dir ein paar große Wasserfälle in der Nähe von Portland.“
Tom fuhr fort: „Einer davon stürzte westwärts über eine so hohe Felswand, dass seine Strahlen, als die Sonne bereits untergegangen war und alles darunter in Dunkelheit gehüllt war, noch immer voll auf diesen Wasserfall fielen, sodass er wie ein goldener Regen aussah. Deshalb nannten ihn die Leute in der Nachbarschaft den Goldenen Fluss.“
Als er sich dem Ende des ersten Kapitels näherte, sah Tom, dass Norths Augenlider fast geschlossen waren. Beide Männer deckten North zu und küssten ihn auf die Stirn. Jim fragte: „Weißt du noch, wo unser Zimmer ist – gleich den Flur hinauf?“ North nickte. „Wenn du uns brauchst oder aufwachst und Angst hast, hol einen von uns, okay?“ Wieder nickte North. Nachdem die Männer das Licht gelöscht hatten, blieb ein sanfter Schein im Türrahmen. „Ist das Nachtlicht okay? Wir können es ausmachen, wenn du willst.“
„Nein. Lass es bitte an.“
Beide Männer sagten: „Gute Nacht, Sohn. Bis morgen früh.“ North schlief bereits in seinem neuen Bett in seinem neuen Zimmer in seinem neuen Zuhause.
North erwachte nachts und ging ins Badezimmer, um zu pinkeln. Das Nachtlicht erleichterte ihm den Weg zurück in sein Zimmer. Als er wieder ins Bett kletterte, dachte er zunächst an den Abend und die Geschichte von Gluck und dem Goldenen Fluss. Dann kamen alte Zweifel hoch, und er fragte sich, ob er lange genug hier sein würde, um das Ende der Geschichte zu hören. Er starrte ewig an die Decke, und am Morgen konnte er sich nicht erinnern, wann er eingeschlafen war. Je mehr er sich an seine neuen Väter klammerte, desto mehr fürchtete er, einen schrecklichen Fehler zu begehen und sie ihn als das sehen zu lassen, was er wirklich war – ihrer Liebe nicht wert.
Am Morgen, nach dem Frühstück, fragte North Tom, ob er noch mehr vom Golden River lesen wolle. Jim hatte die Wohnung schon lange vor Norths Aufwachen verlassen und war zur Visite im Krankenhaus. Tom lächelte und sagte: „Klar. Putz dir die Zähne und zieh dich an. Dann lesen wir noch ein Kapitel.“
Norths erste Woche in seinem neuen Zuhause schien wie im Flug zu vergehen. Manchmal fühlte er sich, als wäre er schon immer da gewesen, und manchmal fühlte er sich, als wäre er auf Bewährung, obwohl seine Väter nie etwas davon anmerkten. Tom war öfter da als Jim, und eines Tages nahm Tom North mit ins Krankenhaus der Oregon Health Sciences University, wo Jim praktizierte und lehrte. Sie aßen alle in der Cafeteria zu Mittag, wo Jim North allen als seinen Sohn vorstellte – zumindest schien es North so, der allen Fremden nur zunickte. Als North Jim mit seinen Kollegen beobachtete, war ihm bewusst, dass sie alle seinen neuen Vater respektierten und mochten.
Norths Tage verliefen zu Beginn und Ende in einer beruhigenden Routine, und die Mitte war voller Abenteuer – Einkaufen, Spaziergänge am Fluss und Toms Hilfe im Haushalt. In dieser ersten Woche lasen Jim und Tom vor dem Schlafengehen abwechselnd aus dem Buch vor, das North immer in Ehren halten sollte. North erkannte in den Menschen, die er kannte, Eigenschaften des Helden Gluck und seiner Brüder, bekannt als die Schwarzen Brüder, sowie des Südwestwinds Esquire.
Norths Angst, sein neues Zuhause verlassen zu müssen, schwand, als er sich wohler fühlte. Seine neuen Väter logen nicht und schienen von Natur aus anständig und liebevoll zu sein. Doch zu Beginn seiner zweiten Woche dachte North, seine neue Welt würde zusammenbrechen.
Als es an diesem Abend Zeit zum Schlafengehen war, sagte Jim: „Wir haben ein Buch, das dir bestimmt gefallen wird.“
Er ging zum Bücherregal und zog ein zerfleddertes Buch heraus, das North sofort als das erkannte, das er aus dem Pflegeheim mitgebracht hatte. Als er das zerfledderte Seuss-Buch betrachtete, fragte er Tom: „Was ist mit diesem Buch passiert?“
North erkannte, dass sie entdecken würden, dass er die Bücher vertauscht hatte, und er begann zu weinen, aber sehr leise.
Jim hörte Tom fragen: „Was ist los, North?“ Er sah, wie dem Jungen die Tränen über die Wangen liefen, ging zurück zum Bett und legte North leicht die Hand auf die Schulter.
North schluckte und versuchte, die Tränen zurückzuhalten. Er rollte sich aus dem Bett und griff nach der Plastiktüte. Er griff hinein und zog das Buch heraus. Er blickte auf den Boden und hielt es den Männern hin. Er wusste, sie würden ihn bitten zu gehen.
„North“, sagte Jim. „Sieh mich an.“ Der Junge hob den Kopf. „Fühlst du dich sicherer, wenn du das Buch in deine Tasche steckst?“ North nickte, als Tom ihm ein Taschentuch aus der Schachtel auf dem Nachttisch gab. „Okay. Wir lassen das Buch in deiner Tasche, bis du dich sicher fühlst, es ins Regal zu stellen.“
North lächelte, und die Tränen versiegten. Jim hielt die Bettdecke zurück, bis North im Bett lag und sich darunter eingekuschelt hatte. Jim setzte sich neben North auf die Bettkante, und Tom saß auf dem Boden, beide blickten zum Kopfende des Bettes. Er hielt das Buch, damit North die Bilder sehen konnte, und begann:
Ein Fisch
zwei Fische
roter Fisch
blauer Fisch
. . .
Manche sind traurig
Und manche sind froh

Tom hörte auf zu lesen, und Jim zeigte auf Dr. Seuss‘ Bild des traurigen Fisches und fragte: „Glaubst du, dieser Fisch ist die ganze Zeit traurig?“
North sagte ohne nachzudenken: „Nein. Niemand ist die ganze Zeit traurig. Vielleicht hat er kein Zuhause.“
Tom begann erneut zu lesen:
Keiner von ihnen
ist wie ein anderer ...

Und so ging es weiter. Die Männer blieben gelegentlich stehen, um North eine Frage zu stellen. Der Junge sagte in der halben Stunde vor dem Schlafengehen mehr als am ganzen Tag zuvor.
Nachdem Jim die Geschichte zu Ende gelesen hatte, steckte er das Buch zurück in die Plastiktüte, mit der Absicht, die Tüte wieder unter das Bett zu legen.
Die leise Stimme sagte: „Du kannst es aufs Regal stellen.“
Jim stellte das Buch auf ein Regal im Bücherregal.

* * * * *
Abgesehen von seinen Entdeckungen über sein neues Zuhause und seine neuen Väter waren die beiden Höhepunkte seiner ersten Wochen mit Tom und Jim das Auftauchen von Bear und sein Besuch mit Tom im Oregon Museum of Science and Industry (OMSI).
Tragen.
Es war das Ende seiner ersten Woche bei Jim und Tom. Jim kam abends nach Hause und brachte Bear mit. Tom hatte North erklärt, dass er sich erst in seinem neuen Zuhause wohlfühlen sollte, bevor sie ihn Bear, einem Irish Setter, vorstellen würden, der für diese Rasse allerdings klein war. In Norths vorherigen Haushalten gab es keine Haustiere, und der Hund war eine Offenbarung für den Jungen. Sobald Bear von der Leine gelassen wurde, rannte der Hund auf North zu, blieb schlitternd vor ihm stehen und begann, ihm Hände und Gesicht zu lecken. North war außer sich vor Freude und versuchte, seine eigene Begeisterung und die des Hundes zu zügeln.
Er lernte, wie und wann er Bear füttern musste, und sorgte dafür, dass der Hund Wasser hatte. Er sprach mit dem Tier, als wäre es ein menschlicher Freund. Das Schönste an Bears Anwesenheit war, dass der Hund ohne Aufforderung auf dem Boden von Norths Zimmer zu schlafen begann.
North hatte den größten Teil des Tages im OMSI auf dem Wissenschaftsspielplatz verbracht und am „Art of Science“-Tisch Dinge gebaut. Eines der anderen Kinder, die bei Norths Besuch am Tisch saßen, war ein blondes Mädchen in Norths Alter, zu dem er eine enge Bindung aufgebaut hatte. Ihr Name war Annie, und Tom hatte mit ihren Eltern gesprochen, um ein paar Spieltermine zu vereinbaren. Ihre Eltern waren von Toms klarer Erklärung seiner Beziehung zu Jim und wie North zu ihnen gekommen war, unbeeindruckt geblieben.
Am Abend nach Norths erstem Besuch bei OMSI saßen Jim und Tom am Esstisch und unterhielten sich mit einer jungen Frau. Sie hatten sie North als Julie Steiner vorgestellt. Während North im Wohnzimmer eines seiner Bücher las, Bear lag zusammengerollt zu seinen Füßen, schenkte er dem Gespräch der Erwachsenen kaum Beachtung.
„Ich glaube nicht, dass dies ein unüberwindbares Problem sein wird, aber Sie werden wahrscheinlich in einigen Bereichen auf Widerstand stoßen“, sagte Julie.
Sie sprachen über das Adoptionsverfahren für den Jungen. Oregon war ein allgemein liberaler, zumindest libertärer Staat, insbesondere in der Gegend um Portland. Julie war Anwältin, die Jim und Tom während ihres Studiums an der University of Washington kennengelernt hatten, wo Jim sein Medizinstudium und Julie sein Jurastudium abgeschlossen hatte. Tom hatte nach seinem Master of Fine Arts begonnen, eine Reihe von Fantasy-Büchern zu schreiben, die sich gut verkauften.
„Wir möchten, dass Sie alles tun, was nötig ist, um dies zu ermöglichen. Wir sind nicht an einem Kreuzzug interessiert. Wir wollen North und uns ein Zuhause geben“, sagte Tom.
„Sie müssen mir vertrauen. Mir geht es nur darum, Ihre Wünsche zu erfüllen. Sie drei sind meine Kunden.“
„Nächste Schritte?“, fragte Jim.
Wir reichen den Antrag ein und überlassen das DHS die weitere Bearbeitung. Sie haben in gewisser Weise bereits begonnen, da Sie eine Pflegeelternlizenz besitzen und das DHS Sie kennt. Es wird unmöglich sein, Sie als Pflegeeltern zu bezeichnen, aber nicht als Adoptiveltern. Die Hausbesuche werden sechs Monate lang fortgesetzt, Sie nehmen beide an Schulungen teil, es wird eine Hausbesichtigung durchgeführt, Frank Gerard wird sich äußern, und schließlich wird ein Richter die Adoption abschließen.
„Okay. Wir bleiben geduldig. Wir wollen nicht, dass uns unsere Homosexualität im Weg steht“, sagte Tom.
„Deswegen zahlst du mir ja so viel Geld“, sagte Julie lächelnd. „Aber seit letztem Jahr ist das Gesetz eindeutig: Du kannst adoptieren.“
Nach der Diskussion ging Julie zum Sofa, wo North in sein Buch vertieft war. „North, danke, dass du mir deine Väter für den Abend geschenkt hast. Du bist ein sehr attraktiver junger Mann, und ich bin sicher, wir sehen uns wieder.“
North nickte. Er war noch nicht sehr gesprächig mit Fremden.
* * * * *
Für North war Weihnachten ein Fernsehereignis. Er hatte keine religiöse Erziehung, und die wenigen Geschenke, die er in seinen Pflegefamilien bekam, waren praktischer Natur, meist Secondhand-Kleidung. Die Aussicht auf das Fest in einem Monat, das für ihn wie jeder andere Tag war, beschäftigte ihn nicht.
„Ich muss kurz weg. Niemand sollte zur Tür kommen, aber falls doch, lasst sie nicht rein, okay?“ North sah zu, wie Tom seinen Mantel anzog und nach den Schlüsseln griff. Er nickte seinem Vater zu.
Nur selten erlaubten Tom und Jim North, fünf oder zehn Minuten allein zu Hause zu bleiben, damit er sich nicht wie ein Gefangener fühlte. Normalerweise holte Tom Post oder eine Lieferung ab. Als er das erste Mal allein gelassen wurde, erkundete North das Schlafzimmer seines Vaters. Er hatte weder Schubladen geöffnet noch Gegenstände auf ihren Kommoden verstellt, aber er hatte sich die Fotos seiner Väter genau angesehen, manche als sie jünger waren, manche von ihnen allein. Doch die meisten Bilder zeigten sie zusammen, und darauf lächelten oder lachten sie immer, die Arme umeinander gelegt. Die Fotos trösteten den Jungen.
Als Tom an diesem Tag die Wohnung verließ, rannte North zu Bears Spielzeughaufen und nahm dessen Lieblingskuscheltier, einen grünen Löwen. Er rief Bear, und er und der Hund begannen zu spielen. Sie rollten ein bisschen auf dem Boden herum und zogen um das Spielzeug, während North kicherte. Dann versuchte North, was er Jim ab und zu hatte tun sehen: Er warf das Spielzeug, damit Bear es einholen und zurückbringen konnte.
Seine Koordination war noch nicht gut entwickelt, und beim zweiten Wurf hätte der Spielzeuglöwe beinahe eine Lampe auf einem der Beistelltische im Wohnzimmer umgeworfen. North war erleichtert, dass er nur wenige Sekunden danebenging, denn Bear stieß in seinem Jagdfieber gegen den Tisch. Die Lampe kippte und fiel auf den Hartholzboden. Der Lampenfuß aus gehämmertem Messing hatte durch den Bodenkontakt eine tiefe Delle bekommen.
„Bär!“, rief North, und sein Hund drehte sich um, kletterte zurück und setzte sich vor den Jungen, der unschuldig aufblickte.
North begann zu zittern, als seine neue Welt um ihn herum zu zerbrechen schien. Ohne nachzudenken rannte er in sein Zimmer, griff unter sein Bett, holte den schwarzen Müllsack heraus und versteckte sich in der Ecke seines Schranks, wo er überlegte, was er tun sollte. Ein Buch zu vertauschen war eine Sache, Möbel zu beschädigen eine andere, und er empfand tiefe Angst und Trauer, weil er Jim und Tom enttäuscht hatte. Er würde es verstehen, wenn sie ihn loswerden wollten, obwohl ihm der Gedanke daran, im Dunkeln des Schranks zu warten, Magenschmerzen bereitete.
Als Tom mit der Post zurückkam, hörte er weder North noch Bear. Im Wohnzimmer fand er die Lampe auf dem Boden. Sein Puls beschleunigte sich, und sein erster flüchtiger Gedanke war, dass jemand eingebrochen und North entführt hatte. Diese Erklärung verflüchtigte sich, als ihm plausiblere Erklärungen in den Sinn kamen.
Er rief: „Norden! Bär!“
Der Hund galoppierte den Flur entlang und blieb schlitternd vor Tom stehen. Tom streichelte den Kopf des Hundes und fragte: „Wo ist North?“
Bear schnaubte und rannte zurück zum Eingang, wo er auf Tom wartete, der ihm prompt folgte. Der Weg endete damit, dass Bear mit gesenktem Kopf vor Norths Schlafzimmerschranktür saß und aussah, als wäre er ein Weltklasse-Schnatz.
"Norden?"
Es kam keine Antwort, und Tom öffnete vorsichtig die Schranktür. Dort fand er North zusammengerollt in einer Ecke im hinteren Teil des Schranks. Das Gesicht des Jungen war an der Wand verborgen. „North? Was ist los, Sohn? Bist du verletzt?“
Der Junge drehte den Kopf zur Seite, sah Tom aber immer noch nicht an. „Komm bitte raus. Ich muss sichergehen, dass du nicht verletzt bist.“
Nichts in Toms Stimme verriet North, dass sein Vater wütend auf ihn war, und Tom hatte ihn nicht aus seinem Versteck gezerrt. Nach einigen Augenblicken wagte North einen Blick auf Tom. Er sah nur Besorgnis in dessen Gesicht und kroch langsam aus dem Schrank. Tom musterte ihn von oben bis unten und setzte sich, da er keine Anzeichen einer Verletzung sah, neben North auf den Boden.
„Also, was ist mit der Lampe passiert? Hat Bear sie umgestoßen?“
„Nein … also, ja, aber es war nicht Bears Schuld.“
"Oh?"
Ich habe ihm seinen Löwen zugeworfen, damit er ihn holen konnte, und ich habe ihn dicht an den Tisch geworfen. Er wollte ihn fangen und ist gegen den Tisch gestoßen. Das mit der Lampe tut mir leid. Wenn du willst, dass ich gehe, gehe ich.“
Tom konnte die Angst in Norths Stimme hören. „Erstens gehst du nirgendwo hin. Du bist unser Sohn, und wir wollen dich nirgendwo anders als bei uns haben. Du wolltest doch nicht etwa die Lampe beschädigen, oder?“
"NEIN."
„Also war es ein Unfall. Jedem passieren Unfälle. Vielleicht wäre es aber besser, draußen mit Bär zu spielen.“
North nickte. Tom stand auf und umarmte den Jungen. Umarmungen wurden für North immer wichtiger.
Im Dezember begann North zu verstehen, dass seine Väter Erwartungen an sein Verhalten hatten und dass es Konsequenzen hatte, wenn er diese Erwartungen nicht erfüllte. Doch die Konsequenzen waren nie Schläge, sondern stets mit Fragen und Erklärungen verbunden. Er wollte seinen neuen Vätern gefallen, hatte aber immer weniger Angst, Fehler zu machen. Wenn er doch einmal einen Fehler machte, erinnerte er sich an ihre Reaktion auf das versteckte Buch und die verbeulte Lampe.
Seine Angst, von seinen Vätern weggeschickt zu werden, hatte nachgelassen, aber seine Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass die Leute, die das System leiteten, Leute wie sein Sozialarbeiter, sein Leben im Handumdrehen auf den Kopf stellen konnten. Er befürchtete , dass er kurzerhand in ein anderes Heim verlegt werden könnte, und diese Angst begann an ihm zu nagen. Frau Hartman hatte ihn am Ende seiner ersten Woche in seinem neuen Zuhause besucht. Sie hatte ihn gefragt, ob er glücklich sei und sich sicher fühle. Sie hatte ihn gefragt, was er in den Tagen bei seinen neuen Vätern gemacht hatte, und ihm gesagt, dass sie in ein paar Wochen wiederkommen würde. Dieser Besuch war dasselbe.
Ein paar Mal, als Jim, Tom und er in der Stadt unterwegs waren, waren sie im Pioneer Place einkaufen gegangen. Sie hatten in einigen Geschäften und im Einkaufszentrum all die Weihnachtsdekorationen und Weihnachtsmänner gesehen. Seine Väter hatten ihn gefragt, ob er sich zu Hause einen Weihnachtsbaum wünsche oder ob er den Weihnachtsmann besuchen wolle. Er hatte immer nein gesagt. Zu Hause, wenn er gefragt wurde, ob er sich etwas zu Weihnachten wünsche, schüttelte er nur stumm den Kopf. Schließlich, eines Abends, als Tom erneut fragte, ob North sich etwas zu Weihnachten wünsche, stürzte sich der Junge beinahe auf seinen Vater, umarmte ihn fest und sagte: „Bitte lass nicht zu, dass sie mich mitnehmen.“
North zitterte, als Tom ihn zurück umarmte. Selbst fast in Tränen aufgelöst flüsterte Tom: „Ich bin so froh, dass du bleiben willst. Jim und ich wollen, dass dies dein Zuhause für immer ist, und ich glaube, Bear will das auch. Niemand wird dich wegnehmen, solange du hierbleiben willst.“
North lockerte die Umarmung ein wenig und sagte: „Sie haben mich schon einmal bewegt.“
Tom sah seinem Sohn in die Augen und fragte: „Habe ich dich jemals angelogen?“ North schüttelte den Kopf und begann zu glauben, dass er zu Hause war.

* * * * *
Irish Setter vertragen es nicht gut, in Wohnungen eingesperrt zu sein. Deshalb nahmen North und seine Väter Bear mit in den Delta Park, einen großen Park in der Nähe des Columbia River, wo Hunde toben konnten, bis sie … hundemüde waren. Eines Tages, gegen Ende Herbst in dem Jahr, in dem er vier Jahre alt wurde, waren North, seine Väter und seine beste Freundin Annie im Park und übten mit Bear. Während sie gingen und Bear einen schmutzigen Tennisball aus einer Schlinge warfen, sah North in der Ferne einen Jungen in seinem Alter. Der Junge schien in seiner eigenen Welt zu tanzen, bis er aufblickte und North und seine Gruppe entdeckte. Fast in diesem Moment ließ Jim den Ball auf den Jungen zufliegen, der aufgehört hatte zu tanzen, und Bear rannte hinter dem Ball her.
Aus Angst, dass der Ball oder Bear den Jungen verletzen könnten, rannte North anmutig und kraftvoll los und überraschte damit seine Väter, die sahen, wie er den Jungen erreichte, kurz nachdem der Ball vorbeigeflogen war, gefolgt von Bear, der ihn aufhob und zu Norths Vätern zurückrannte.
North rollte aus, atmete kaum stärker als im Ruhezustand und sagte, als der Junge ihn ansah: „Hey. Mein Name ist North.“
Der Junge sagte: „Mein Name ist Jonathan. Wie alt bist du?“
„Ich bin vier. Bist du vier?“
„Ich bin fünf.“
North blickte zurück zu Annie und seinen Vätern und sagte: „Annie ist auch vier.“
Dann überraschte er Jonathan völlig mit einer Umarmung. Nach der Umarmung unterhielten sie sich über ihre Hunde und ihre Familien, bis Tom, Jim und Annie mit Bear, der inzwischen an der Leine war, eintrafen.
Tom sagte: „Hallo. Ich sehe, du kennst North. Ich bin Tom, das ist Jim und das ist Annie, Norths beste Freundin. Wir sind Norths Väter. Ich hoffe, er hat dich mit der Umarmung nicht erschreckt; er liebt Umarmungen sehr.“
„Ich bin Jonathan Sumner. Die Umarmung hat mir gefallen.“

* * * * *
Als Frank Gerard, ein auf Kinder und Jugendliche spezialisierter Psychiater und Freund von Jim und Tom, North in seinem neuen Zuhause zum ersten Mal beobachtete, sah er einen verletzten Jungen, der kaum sprach und sich bei der Vorstellung vor ihm scheute. Frank hatte sich bereit erklärt, beim Adoptionsantrag zu helfen, da die staatliche Adoptionsagentur noch nie Kinder von homosexuellen Paaren adoptiert hatte. Sie hatten fragwürdige Fragen, ob homosexuelle Eltern North negativ beeinflussen könnten. Tatsächlich erlaubte das Gesetz von Oregon damals nur einem seiner neuen Väter, North zu adoptieren.
Als Frank kurz vor Weihnachten zu Besuch kam, sah er ein anderes Kind. North spielte mit seinem Hund und unterhielt sich mit seinen Vätern. Norths Kopf war nicht mehr ständig zum Boden geneigt. Er sah Frank an, ohne die üblichen Ängste eines Kindes seines Alters.
„Hätten Sie etwas dagegen, wenn wir uns kurz unterhalten?“
North sagte: „Okay.“
„Also, ein ziemlich cooler Hund, den du hast.“
North nickte. „Pass auf. Bär, komm.“
Der Hund kam mit dem grünen Löwen im Maul angerannt.
„Bär, setz dich.“
Der Hund setzte sich und North streichelte seinen Kopf und sagte zu ihm: „Braver Hund.“
Dann lächelte North und sagte zu Frank: „Wir spielen drinnen nicht mehr. Wir haben eine Lampe umgeworfen, aber mein Vater sagt, Unfälle passieren. Aber wir wollen nicht, dass das noch einmal passiert.“
„Hatten Sie Angst, als Sie und Bär die Lampe umgeworfen haben?“
North dachte kurz nach. „Ja. Ich dachte, ich müsste gehen, und dann hätte ich geweint. Aber Papa hat mir gesagt, dass jeder Fehler macht, sogar er. Deshalb wollten sie nicht, dass ich gehe, weil sie das traurig gemacht hätte. Ich bleibe für immer hier. Das haben sie mir versprochen.“
Frank sagte: „Weißt du, North, ich glaube, du und deine Väter habt großes Glück, einander gefunden zu haben, und ich glaube, du wirst für immer bei ihnen bleiben.“
Bär bellte, und North beugte sich hinunter und begann ein Tauziehen mit dem grünen Löwen zwischen ihnen. Frank sah Jim und Tom an und nickte.

* * * * *
Wir sehen sie kommen.
Wir sehen sie gehen.
Manche sind schnell.
Und manche sind langsam.
Manche sind hoch.
Und manche sind niedrig.
Keiner von ihnen
Ist wie ein anderer.

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Information Simons Socken
Posted by: Frenuyum - 12-02-2025, 03:29 PM - No Replies

Ich war im Internat, als der Ärger passierte.
Bei einem Staatsstreich im Vorstand verlor mein Vater seine Firma und infolgedessen unser Haus in einem grünen Vorort im Westen Londons.
Ich hatte die letzten Wochen des Semesters damit verbracht, die Weihnachtsferien zu planen. Als er mich also von der Schule abholte und mir knapp mitteilte, dass wir an die Südküste ziehen würden, war ich mehr als nur ein bisschen verärgert.
„Was!?“, sagte ich, als wir meinen Koffer und die Kiste in den Kofferraum schoben. Dann merkte ich, dass er auch nicht gerade glücklich aussah, und beruhigte mich. Ich verabschiedete mich von meinen Freunden, schlüpfte auf den Beifahrersitz und schnallte mich an. „Ich wollte Papa nicht schnappen, aber es war ein kleiner Schock.“
„Für mich war es das auch, Neil. Ich erzähle dir auf dem Heimweg davon.“
Ich öffnete meinen Sicherheitsgurt und beugte mich vor, um ihn zu umarmen. Er wirkte kleiner. Irgendwie kleiner, also küsste ich ihn zum Glück auf die Wange. Ein schwaches Lächeln war die Folge, als er den Wagen startete und wir uns auf den Heimweg machten.
„Bastarde!“, sagte ich, als er erklärte, was passiert war.
„Ja. Es war gut geplant. Sie haben ihren Umzug gemacht, während ich in Amerika war, also war es eine vollendete Tatsache. John und Ken waren auch da, was mich, muss ich sagen, ärgerte.“
„Wütend? Das sind deine besten Freunde, Dad.“
„Nein. Sie sind... waren meine engsten Kollegen.“
„Wie konnten sie nur?“
„Sie hatten keine Aktien, Neil. Sie waren nicht im Vorstand. Ehrlich gesagt, ich mache ihnen keinen Vorwurf. Sie wären gefeuert worden, wenn sie zu mir gehalten hätten.“
Wir kämpften uns durch den Verkehr und bogen endlich in unsere Straße ein. Es war fast so, als sähe ich sie zum ersten Mal. Meine Freunde wohnten alle in den Häusern um unseres herum. Wir waren zusammen aufgewachsen und kannten die Stärken, Schwächen und Marotten des anderen. Wir waren de facto eine Gang, aber eine Gang ohne Anführer, die Entscheidungen im Konsens traf. Ich wusste wirklich nicht, was ich ohne sie tun sollte.
Papa setzte mit dem Auto die Straße hinunter und hielt vor der Garage. „Geh und sag allen, dass du zurück bist“, sagte er, „aber sag bitte nichts, bis wir heute Abend unsere Familienbesprechung hatten. Okay?“
„Okay, Dad“, sagte ich und tat so, als würde ich mit den Lippen zippen. „Kann ich das nicht sagen …“
„Nicht einmal Simon, Neil“, sagte er. „Morgen ist ein neuer Tag.“
„Ja“, sagte ich und stieg aus. „Bis in ein, zwei Stunden.“
„Es gibt um acht Abendessen. Schalt dein Telefon nicht aus.“
„Na toll! Natürlich nicht“, sagte ich fröhlich. Meine Mutter und meine Schwester neigten beide zu Wutanfällen, und die Vorstellung vom Abendessen war nicht mehr so verlockend wie sonst. Mein Vater wusste, dass der einfachste Ausweg ein kaputtes Handy war.
Ich stellte den Wecker und ging zu Simon. Er grinste, als er die Tür öffnete und mir förmlich die Hand schüttelte. Seine Mutter begrüßte mich mit einem Lächeln, einer Umarmung und einer Tasse Tee. Zehn Minuten später, nachdem sie die absichtlich langweiligen Internatsgeschichten, die ich ihr erzählte, satt hatte, winkte sie uns zum Abschied.
„Geht ihr beide los und spielt“, sagte sie.
„Mutter, wir sind sechzehn, weißt du“, sagte Simon.
„Seid ihr das, meine Lieben?“, fragte sie mit einem schelmischen Grinsen. „Das würdet ihr wirklich nicht merken.“
Kurze Zeit später schloss Simon am Ende des Gartens seinen Schuppen auf und wir stürzten hinein, schubsten und schubsten uns gegenseitig, bis wir kichernd auf dem Tagesbett zusammenbrachen.
„Also“, sagte Simon und wackelte mit einer Augenbraue, „gibt es irgendwelche interessanten Geschichten zu erzählen?“
Ich kicherte. „Tut mir leid, aber sonst würden wir immer noch mit deiner Mutter Tee trinken. Und …“, sagte ich und legte meine Hand auf seinen Schritt, „ich muss bald zum Abendessen zurück sein.“ Er legte sich aufs Bett zurück, stöhnte und zog seine Turnschuhe aus.
„Fick mich!“, sagte ich, sprang auf und öffnete Fenster und Tür. Ich atmete tief die Gartenluft ein und drehte mich wieder zu ihm um. „Ja, das tut mir leid. Ich habe mir Fußpilz eingefangen.“
„Fußpilz!? Bist du sicher, dass du kein Zombie bist? Himmel, Simon!“
Er schmollte. „Ich habe keinen Tripper, Neil.“
„Ja, und ich weiß ziemlich genau, warum. Ehrlich gesagt … es ist ein ziemlicher Stimmungskiller, Kumpel.“ Wir warfen uns finstere Blicke zu und fingen dann an zu lachen. Indem er die Matratze in die Nähe der Tür schob, konnte Simon seine Füße nach draußen stellen, was die nächste Stunde erträglich machte.
„Und da dachte ich, wir versuchen es mit Zehenlutschen“, sagte Simon, während ich mich anzog.
„Träum weiter“, sagte ich. „Ich muss los, sonst komme ich zu spät zum Abendessen. Bis morgen?“
„Das kannst du mir glauben!“
Ich beugte mich hinunter und gab ihm einen schnellen Kuss, was am Ende so lange dauerte, dass ich fast zu spät gekommen wäre.

###
„Ich will nicht, Papa! Ich will nicht umziehen“, sagte meine Schwester wütend und mit zitternder Unterlippe. Dann nahm sie sich das letzte Stück, auf das ich ein Auge geworfen hatte. Sie war vier Jahre jünger als ich und ein kleines Gör. Zumindest war das meine Ansicht, und ich glaube, Papa stimmte ihr zu, obwohl er es nie sagen würde.
„Ich auch nicht, Raymond“, fügte meine Mutter hinzu. „Du musst einen Weg finden, …“
„Meine Lieben!“, sagte mein Vater entnervt. „Es gibt keine andere Möglichkeit, wirklich keine. Wir müssen umziehen. Wir müssen uns verkleinern.“ Zum Glück haben wir ein Haus in Sussex, in das wir umziehen können. Es war schon schwierig genug, den gewohnten Stil beizubehalten – mich selbst eingeschlossen. Jetzt, ohne …“
„Bekämpfe sie, Raymond!“ Meine Mutter schlug auf den Tisch. „Es ist deine Firma. Nicht ihre. Bist du ein Mann oder eine Maus?“
„Liebling …“, sagte er leiser, und der Rest des Essens endete in einem zunehmend eisernen Schweigen.
Später in der Nacht, als ich im Bett lag und über den Zustand meiner Nation nachdachte, hatte ich eine ziemlich brillante Idee …
###
Eine Woche später lagen wir mit unseren Füßen auf der Matratze im Garten, nachdem wir gerade ein recht angenehmes Soixante-Neuf beendet hatten; das Vergnügen war jedoch etwas getrübt worden, weil sich der Wind geändert hatte und der Schuppen nun mit Fußgeruch erfüllt war.
„Simon“, sagte ich. Er sah mich misstrauisch an und mir wurde klar, dass ich einen ziemlich abweisenden Ton angeschlagen hatte.
"Hmm?"
„Wenn man den Schuppen auf eine Drehscheibe stellen würde, könnten wir immer gegen den Wind stehen. Was meinst du?“
„Ich glaube, das wollten Sie nicht sagen. Wo wir gerade davon sprechen: Meine Mutter hat mir ein neues Fußpuder gekauft, das wird gegen … na ja, Sie wissen schon.“
„Das tue ich. Und ehrlich, ich könnte sie dafür küssen. Aber jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt.“
„Nicht wahr? Und warum auch, Neil? Und erzähl mir nicht, dass du beschlossen hast, an meinen dreckigen Hufen zu lutschen, denn dann müsste ich die Zwangsjacke aus dem Staub machen.“
„Mein tapferer Freund, ich habe einen Plan, und dieser Plan betrifft deine Füße, so wie sie sind, und nicht deine Füße, nachdem sie durch die pudrigen Salben deiner Mutter geheilt wurden. „Ich möchte Folgendes von Ihnen“, sagte ich und reichte ihm einen großen Amazon Prime-Katalog. Er setzte sich auf und grinste.
„Oh, wie schön! Du hast mir Prothesenfüße besorgt. Wie nett!“ Er riss die Schachtel auf und hob eine Augenbraue. „Ich habe schon Socken, Alter.“
„Aber nicht so, wie diese hier sein werden, wenn wir fertig sind.“
„Ich bevorzuge Taschentücher, wenn es Ihnen nichts ausmacht.“
Ich schlug ihm auf den Kopf und es kam zum Ringen, was wiederum zu weiteren Dingen führte, die erst aufhörten, als Pyes Stimme uns vom Ende des Gartens, wo das Haus stand, entgegenbrüllte.
„Ich komme da nicht runter, da sehe ich nackte Füße wackeln. Deine Mutter möchte, dass du jetzt zum Mittagessen kommst!“
„Ich komme!“, kreischte Simon. Er war schon immer kitzlig.
„Daran zweifle ich nicht“, sagte Pye. „Wir sehen uns beide drinnen.“
###
„Neil, auf ein Wort“, sagte Dad und bedeutete mir mit einem Finger, ihm zu folgen. Ich ging hinter ihm in sein Labor und überlegte im Kopf, was ich hätte tun können. Er setzte sich auf seinen Schreibtischstuhl und deutete auf die Couch. „Setz dich.“ Ich setzte mich.
Vor etwa einer Woche fragte mich Simons Mutter, ob ich ihr etwas gegen Fußpilz empfehlen könnte. Da ihr ja so viel Zeit miteinander verbringt, wollte ich wissen, wie es Simons Füßen geht. Hat das Fußpuder geholfen?
„Hä?“
„Halt die Klappe, Neil. Es ist eine einfache Frage.“
„Oh, richtig … ähm, ich bin mir nicht wirklich sicher. Soll ich fragen?“, sagte ich.
„Bitte …“ Ich sprang auf. „Aber nicht jetzt. Setz dich.“ Ich setzte mich.
„Heute Morgen ist etwas Seltsames passiert“, sagte er, schaukelte mit seinem Stuhl und kaute nachdenklich auf seiner Unterlippe.
"Ach ja?"
„Hmm. Ich habe Anrufe von John und Ken bekommen … und Adam Card.“
„Adam Card?“
„Der Hedgefonds-Manager, den ich in New York getroffen habe … es scheint, als wäre ich wieder als CEO eingesetzt worden.“
"Oh."
„Mmm.“
„Das ist … gut dann?“, sagte ich und versuchte mit aller Kraft, nicht in die Luft zu springen und vor Freude zu schreien.“
„Mmm … Das stimmt. Das bedeutet, dass wir das Haus behalten.“ Er hielt inne und drehte seinen Schreibtischstuhl im Kreis. „Sie kommen alle morgen zum Abendessen. Um sich zu unterhalten, sagte Adam, und aus irgendeinem Grund möchten sie, dass du dabei bist. Simon und Pye auch.“
„Hä?“
„Halt die Klappe, Neil“, sagte Dad, „du bist kein Fisch.“
###
„Papa weiß es! Er weiß es, und ich weiß nicht, woher er es weiß. Was soll ich nur tun?“
„Nichts“, sagte Pye lächelnd. „Aber hören Sie auf, in Panik zu geraten. Amerikanische Unternehmenshaie waren schon immer viel effektiver als britische Zwerge, vor allem, wenn man ihnen die Wahrheit sagt.“
„Hä?“, sagten Simon und ich im Chor.
„Jungs!“, sagte Pye, verdrehte die Augen, warf ihr Haar zurück und ging aus dem Schuppen.
„Es gibt etwas, das sie uns nicht erzählt.“
Simon nickte und legte seinen Arm um meine Taille. „Auf jeden Fall“, sagte er und zog mich zu sich heran, um mich zu küssen.
###
Meine Mutter und meine Schwester waren von dieser Nachricht ermutigt und machten sich für eine Woche auf den Weg ins Gesundheitszentrum. Mein Vater musste sich nun um die Organisation der Dinnerparty kümmern. Er buchte einen französischen Caterer, der in einem weißen Lieferwagen ankam, komplett mit Koch, Souschef und Jules, dem Oberkellner, der, wie Simon sagte, ständig auf meinen Hintern starrte. Während sie sich vorbereiteten, hielten Pye, Simon und ich uns zurück. Wir hatten uns in Schale geworfen, und ich hatte immer noch keine Ahnung, warum wir eingeladen worden waren, obwohl die logische Schlussfolgerung war, dass wir durchschaut worden waren.
Um Punkt halb acht klingelte es an der Tür. Mein Vater öffnete und hieß John und Ken herzlich willkommen. Dann traten wir alle zurück, als Adam Card hereinkam und die Hand meines Vaters ergriff.
„Schön, dich wiederzusehen, Raymond“, grinste er. „Du hast hier ein schönes Haus, und ich bin froh, dass wir dir helfen konnten, es zu erhalten.“
„Hä?“, sagte Papa.
„Halt die Klappe, Dad“, flüsterte ich ihm ins Ohr, als Adam Jules sanft seinen Mantel und seinen Schal reichte.
„Also, Raymond. Stell mich bitte vor.“ Er blieb vor uns stehen. „Nein! Wenn ich es mir recht überlege, lass mich raten.“
„Sie …“, er streckte die Hand aus, „müssen die furchtlose Miss Wacket sein.“
Pye kicherte und schüttelte die Hand. „Bitte nenn mich Pye, das tun alle.“
„Dann ist es Pye“, sagte er und wandte sich an Simon und mich.
„Simon, der Wachmann?“
„Ah?“, stotterte Dad, als Simon nickte und die dargebotene Hand nahm.
„Bleibt noch Neil, der Anstifter“, sagte Adam mit ernster Miene und ohne jede Spur von Emotionen.
„Offenbar schon“, sagte ich und schüttelte ihm mit festem Griff die kühle Hand. Adams Gesicht verzog sich zu einem breiten Grinsen.
„Sie, Sir, werden legendär sein! Ich kann es kaum erwarten, den Partnern zu erzählen, was passiert ist!“ Er rieb sich vergnügt die Hände. „Okay, wo essen wir denn?“
Pye führte uns in den Speisesaal und fungierte als Gastgeberin, wies alle an und sorgte dafür, dass Jules den Aperitif servierte. Sie und Adam grinsten sich ständig an, was ehrlich gesagt seltsam war, da Simon, Dad und ich so verwirrt waren wie noch nie. Während ich die Vorspeise, ein Beef Wellington mit dem knusprigsten und leichtesten Teig, den ich je gegessen hatte, verdrückte, versuchte ich immer wieder, Pyes Blick zu erhaschen, doch jedes Mal, wenn es mir gelang, schaute sie weg. Dad, der Adam gegenüber saß, versuchte immer wieder, John und Ken zu fragen, was los sei, aber sie waren ebenso zurückhaltend.
Simon legte seine Hand auf mein Bein und drückte zu. „Du fängst an, in Panik zu geraten“, sagte er leise.
„Wirklich?“, quietschte ich. „Meinst du?“
„Ich habe das Gefühl, es wird alles gut …“
„Ich schätze, du spürst etwas im Wasser. Wahrsagen durch Pipi. Typisch! Ich flippe total aus, Si. Was hat Pye denn getan?“ Offenbar wurde ich immer lauter, denn Adam hustete und klopfte mit seinem Messer auf sein Glas, um Ruhe zu gebieten.
„Zunächst einmal“, sagte er, sah meinen Vater an und hob sein Glas, „möchte ich Raymond wieder in seiner Firma willkommen heißen.“ Es gab eine Runde „Hier, hier“ und wir nahmen alle einen Drink.
„Als wir uns in New York trafen, Raymond, habe ich der Investition zugestimmt“, sagte Adam. „Und obwohl wir sorgfältig geprüft haben, hatte ich keine Ahnung, was für hinterhältige Mistkerle Ihre Vorstandsmitglieder waren. Ehrlich gesagt, Raymond, ich glaube, Sie wussten es auch nicht.“
„Ich muss leider sagen, dass du recht hast“, sagte Papa.
„Die Sache ist die: Ich wollte eigentlich gar nicht nach Großbritannien kommen“, sagte Adam und blickte sich am Tisch um. „Bis ich eine interessante E-Mail in meinem privaten Posteingang fand. Ein Posteingang, dessen Adresse, wie ich schnell hinzufügen möchte, nur eine Handvoll meiner engsten Freunde und Berater kennen. Wegen dieser E-Mail bin ich jetzt hier. Und als direkte Folge dieser E-Mail habe ich den Vorstand aufgekauft und Raymond als CEO wieder eingesetzt.“
„Ich verstehe es immer noch nicht ganz, Adam“, sagte Papa. „Was…?“
„Die Jungs auch nicht!“, sagte Adam und lachte uns gutmütig aus. „Übergeben wir an Pye, ja?“
Alle Augen richteten sich auf Pye, als sie nervös mit den Fingern durch ihr Haar fuhr, dann einen Schluck Wein nahm und sich räusperte.
Neil war sehr wütend über die Behandlung seines Vaters. Er war auch am Boden zerstört, weil die Familie wegziehen musste. Er erzählte es uns allen, und dann trat eine Pause ein … Ungefähr eine Woche später hatte er eine ziemlich geniale Idee, sich zu rächen. Simon hatte schlimmen Fußpilz, also rechnete Neil damit. Er wusste, dass eine jährliche Aktionärsversammlung anstand, und beschloss, sie auszupeitschen! Pye kicherte, Simons Finger wurden zu Krallen, und ich wurde rot wie eine Tomate.
„Was Neil nicht hatte“, sagte Pye, „war eine Möglichkeit, an die Pläne für die Heizungsanlage im Sitzungssaal zu kommen oder dorthin zu gelangen. Er ist erst sechzehn und fährt nicht Auto. Er konnte auch nicht den Wachmann spielen, denn – und verzeihen Sie mir, Liebling – er sieht jünger aus, als er ist.“
„Vergeben“, murmelte ich, als Pye mich angrinste.
„Simon, gleichaltrig, der älter aussieht, hat sich bereit erklärt, als Sicherheitsbeamter und Eindringling zu fungieren.“
„Das habe ich!“, sagte Simon. „Her mit den Handschellen.“
„Dummer Junge“, sagte Pye und nahm noch einen Schluck Wein. „Bleibt nur noch ich. Ich beschäftige mich mit Computern. Ich liebe sie und all ihre Tricks und Macken. Da ich ein Jahr älter bin, fahre ich auch Auto.“
„Ich bin immer noch verwirrt“, sagte Papa.
„Neil wollte das Meeting vermasseln“, also überredete er Simon, jeden Tag mit ihm eine lange Laufrunde zu machen.“
„Ja, das hat er.“ Simon lächelte mich an und ich hätte mich beinahe nach vorne gebeugt, um ihn zu küssen.
„Simon zog jeden Tag ein frisches Paar Socken an“, fuhr Pye fort, „und nach drei Wochen hatten wir unsere Munition!“ „Ah!“, sagte Papa. „Blieben dann noch die Anreise und der Einzug?“
„Ja!“, sagte Pye. „Ähm … verstehen Sie mich nicht falsch, Mr. Kent, aber Ihre Computersicherheit lässt zu wünschen übrig. Ich habe die Pläne des Architekten für die Fabrik bekommen, aber dann … ähm …“
„Pye wollte eigentlich sagen“, unterbrach Adam ihn, „dass sie herausfinden wollte, ob es im Sitzungssaal zu Missbräuchen gekommen ist. Was sie schließlich zu mir geführt hat. Wobei ich immer noch keine Ahnung habe, wie sie an meine E-Mail-Adresse gekommen ist.“
Simon und ich starrten Pye an. Sie wirkte so … unschuldig. Sie grinste zurück.
„Jungs!“, sagte sie. „Oder sollte das Fisch heißen?“
Jedenfalls habe ich eine Sicherheitsuniform in Simons Größe bestellt, die hierher geliefert werden sollte. Simon hatte einen ganz ordentlichen Bartstoppeln, und mit ihm in Uniform und einer versiegelten Plastikbox voller unglaublich ekliger Socken fuhren wir am Abend vor der Vorstandssitzung zur Fabrik.
„Und sie haben dich reingelassen?“, sagte Ken mit hochgezogenen Augenbrauen.
„Ja“, sagte Simon. „Pye hat eine Sicherheitskarte gedruckt, laminiert und meine Daten und Fingerabdrücke in das System übertragen.“
„Es … es hätte nicht möglich sein dürfen“, polterte Ken.
„Gehört Sicherheit nicht zu Ihren Aufgaben, Ken?“, sagte Adam mit einem Augenzwinkern.
„Ja“, sagte Ken tonlos.
„Mach schon, Pye“, sagte Papa. „Was ist dann passiert?“
„Neil und ich saßen im Auto und Simon ging hinein und, ähm, erledigte das Geschäft.“
„Mein Teil!“, sagte Simon. „Der Torwächter war fast eingeschlafen und hat mich durchgewinkt.“
„Wa… was?“, stotterte Ken.
„Ja, direkt durch mit einer Welle. Also bin ich dem grünen Punkt auf der Karte gefolgt, die Pye auf meinem Handy installiert hatte. Er führte mich zu den Leitungen, die den Sitzungssaal mit Wärme versorgen. Es hat eine Weile gedauert, die Socken zu verteilen. Mann, haben die gestunken! Manchmal bin ich selbst erstaunt!“
„Ja, genau“, sagte Pye, der die Geschichte aufgriff. „Zum Glück gab es keine Probleme. Niemand fragte Simon, wer er war oder warum er hier war. Er kam zurück zum Auto, und wir fuhren nach Hause.“ „In Amerika nennen wir das ‚Einbruchssimulation‘“, sagte Adam und nickte Jules zu, der noch mehr Wein einschenkte. „Die kosten Zehntausende Dollar, und wir haben eine geschenkt bekommen. Was für ein Glück!“
###
Am Ende des Essens, das mit einem köstlichen Baked Alaska und Brandys endete, war ich definitiv beschwipst, wenn nicht sogar völlig betrunken. Wahrscheinlich eher Letzteres. Ich war zusammengesunken und hatte meinen Kopf auf Simons Schulter liegen. Er hatte versucht, distanziert und geschäftsmäßig zu bleiben, Gott segne ihn, aber er war genauso betrunken wie ich. Was nicht heißt, dass ich die Ohren verschlossen hätte.
„Sie sind ein süßes Paar, Raymond“, sagte Adam leise. „Du musst sehr stolz auf sie sein.“
„Mmm“, sagte Dad. „Das bin ich. Sie haben versucht, es geheim zu halten, aber es ist so offensichtlich, dass sie verliebt sind. Es wundert mich, dass nicht die ganze Welt davon weiß …“
„Ich möchte dir für das danken, was du getan hast, Adam.“
„Ich habe eine Investition getätigt, Raymond. Eine gute Investition in gute Menschen. Das ist mein Beruf. Außerdem solltest du Pye danken. Wenn sie nicht gewesen wäre …“

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Information Algy’s Dream
Posted by: Frenuyum - 12-02-2025, 02:15 PM - No Replies

„Der Beatles-Empfänger erhält Quittungen.“

Ich hatte mit der zweiten Seite begonnen, war, um Himmels willen, schon bei zwei Zeilen und musste in Tränen ausbrechen.
Außer meinem schluchzenden Gebrüll war nur noch das Geräusch des Heizlüfters auf dem Boden neben dem Schreibtisch des Vertrauensschülers zu hören; das Gekritzel der dreizehn anderen Jungen im Nachsitzen hatte wie durch ein Wunder aufgehört und anscheinend auch ihr Atmen.
Dann musste irgendein Bastard hingehen und nett sein.
Als der Damm endlich gebrochen war, legte ich meinen Kopf auf die verschränkten Arme auf dem Schreibtisch vor mir und schluchzte. Es mochte eine Minute gedauert haben; vielleicht auch eine Woche, dann glitt eine warme Hand, verbunden mit einem fürsorglichen Arm, über meinen Rücken und zog mich zu der Person, wer auch immer es war, bis ich an ihren Körper gedrückt und getröstet wurde. Fast nebenbei registrierte mein Gehirn die anhaltenden Geräusche im Raum. Nach der völligen Stille meines ersten Wehklagens, als ich umarmt wurde, war überall um mich herum ein deutliches Einatmen zu vernehmen. Es war mir egal. Die Qual, die mich zusammenbrechen ließ, war immer noch da, aber jetzt stellte mein Gehirn fest, dass sie fasziniert war. Die Person, die mich tröstete, hatte nicht nur einen angenehmen Geruch, den ich mochte, sondern wer sie war, war mir ein völliges Rätsel.
Ich meine, ich hatte Hoffnungen ... oder sollten es Wunschträume sein? Ich wusste genau, wem meine Hand und mein Arm gehören sollten, aber ich musste mich damit abfinden: Die Wahrscheinlichkeit dafür war so weit vom Möglichen entfernt, dass ich fast verächtlich schnaubte.
Ich schluchzte weiter und schimpfte über die Ungerechtigkeit des Lebens im Allgemeinen und meines Lebens im Besonderen. Ich schniefte, weil meine Nase vom Schluchzen ganz verstopft war, und ich hätte beinahe geheult – aber ich schaffte es heldenhaft, es nicht zu tun.
Das Einzige, womit ich nicht gerechnet hatte, war einzuschlafen. Ich meine, vor Gleichaltrigen zu weinen ist schon schlimm genug. Aber wenn es hart auf hart kommt, mag jeder ein bisschen Drama, und ich hätte vielleicht damit durchkommen können, indem ich gesagt hätte, ich hätte gerade gehört, dass mein alter, treuer Hamster den Geist aufgegeben hat. Aber wie kommt man damit durch, auf einer mysteriösen Person einzuschlafen, die einen tröstet?
Ich wachte im Bett auf, geweckt vom frühen Morgenlicht, das über mein Gesicht flackerte und durch die raschelnden Blätter der Eiche vor meinem Schlafzimmerfenster fiel.
Es war ein Traum gewesen! Eigentlich offensichtlich, wenn man bedenkt, dass mir nie etwas so Interessantes passiert war.
Normalerweise bin ich morgens nicht gut drauf, aber an diesem Morgen war ich es und sprang aus dem Bett, duschte, dachte darüber nach, mich zu rasieren, machte mir aber nicht die Mühe und … nun, Sie können sich den dritten Teil des Morgenrituals vorstellen.
Meine Eltern waren früh gegangen, also machte ich Kaffee, schenkte mir eine Schüssel Müsli ein und wollte gerade die Milch aus dem Kühlschrank holen, als mir eine kleine, aber wichtige Tatsache einfiel. Ich ging auf ein Internat. Ja, ich wollte auf eine Tagesschule. Ich wollte zu Hause wohnen, jeden Morgen mit dem Bus kommen und in meinem engen Freundeskreis bleiben. Doch meine Eltern, mit ihrem ungewöhnlich weisen elterlichen Feingefühl, hatten entschieden, dass ich ins Internat gehen sollte.
„Ich hatte eine wundervolle Zeit … wundervoll, und außerdem wird es ein Mann aus ihm machen“, hatte ich meinen Vater zu meiner Mutter sagen hören – der einzigen Familie, die auch nur annähernd auf meiner Seite stand. Das hatte mich zerrissen. Ich glaube, es war der liebevolle „War unsere Jugend nicht wunderbar“-Ton, den er anschlug, als er in Erinnerungen schwelgte. Oder vielleicht war es sein warmes Lächeln, als er die Prügel und die sexuellen Abweichungen beschrieb. Wie dem auch sei, ich landete in einem Internat und nicht in einer Tagesschule, also war das alles, im eigenen Bett aufzuwachen, zu duschen und so weiter … auch ein Traum. Im Nachhinein musste es so sein: Ich hasste Kaffee.
Ich glaube nicht, dass ich tatsächlich ein Kichern gehört habe, aber ich bin sicher, dass es eines von der verdammten Kreatur war, die mich mit diesen seltsamen Träumen verspottete, wer auch immer das war.
Ich wachte wieder im Bett auf, aber dieses Bett war nicht mein bequemes Queensize-Bett mit seiner kuschelig warmen Feder- und Daunendecke von zu Hause. Es war vielmehr eine dünne Strohmatratze auf quietschenden Federn, eingeklemmt an einem Heizkörper, der meistens nicht funktionierte und ein scheußliches Rohrklopfen von sich gab, wenn er funktionierte. Es war, wie üblich, kalt und das Zimmer eiskalt.
Diesmal habe ich als Erster geschissen, musste mich überhaupt nicht rasieren, wie sonst auch, und war der Letzte in der Schlange vor der Dusche, in einer Reihe von Jungen, die sich bis vor die Badezimmertür erstreckte.
Träume sind seltsame Dinge: Manchmal waren sie weit hergeholt und fantastisch, und man wusste von Anfang an, dass es ein Traum war; das hier war definitiv keiner. Andere Träume sind der Realität näher, als man sich je wünscht … es sei denn, man ist ein pragmatischer Realist, und dann guten Morgen. Mich interessiert das einfach nicht.
Dieser Traum gehörte zu letzteren, und ehrlich gesagt wusste ich nicht, ob er zu Ende war. Es war gut möglich, dass ich noch träumte.
Erst die Tatsache, dass ich auf dem kalten Boden auf und ab hüpfen musste, weil ich vergessen hatte, meine Hausschuhe anzuziehen, gab mir den Ausschlag. Ja. Das war mein Leben in seiner ganzen Pracht. Ich war im Internat, ich war wach, und schon bald musste ich frühstücken und zum Unterricht gehen.
„Welcher Tag ist heute, Phillips?“, fragte ich den nächsten Jungen in der Schlange. Er runzelte die Stirn, was ganz natürlich war, da normalerweise niemand vor dem Frühstück sprach.
„Samstag“, sagte er, runzelte die Stirn und fügte hinzu: „Warum?“
Ich zuckte mit den Schultern. „Ach, weißt du“, brachte ich mit einem breiten Lächeln hervor. „Es ist immer gut zu wissen, welcher Tag ist, nicht wahr?“ Phillips warf mir einen seltsamen Blick zu und schob sich so weit wie möglich von mir weg, ohne seinen Platz in der Schlange zu verlieren. Er landete neben Brent, dem Jungen vor ihm. Unglücklicherweise trat er auf die Ecke von Brents Handtuch, und als Brent sich bewegte, fiel das Handtuch, das er locker um die Hüfte gewickelt hatte, herunter.
Es folgte allgemeines Geplänkel mit viel Gelächter, einigen Flüchen und Brents fetter Lippe gegenüber Phillips. Daraufhin schritt der mächtige Alan Bowers, ein Vertrauensschüler, der sich gerade in einer der beiden funktionierenden Duschen einseifte, nackt wie ein griechischer Gott heraus und beschwichtigte den lärmenden Pöbel, indem er uns alle zum Nachsitzen zwang.
„Aber Sir!“, begann ich und jammerte empört am Ende der Schlange.
„Na gut, Catvern“, sagte er, „offensichtlich bist du nicht schuld.“ Ich hätte seinen sarkastischen Tonfall erkennen und den Mund halten sollen. Stattdessen kicherte ich, streckte Brent die Zunge raus und bekam dafür Nachsitzen.
Es kommt der Moment im Leben eines jeden schwulen Jungen, in dem ihm zum ersten Mal bewusst wird, dass er tatsächlich schwul ist. Ich rede nicht von dem heimlichen Herumtasten, das die meisten Jungen irgendwann einmal durchmachen. Ich rede von dem „OH JA, DAS BIN ICH ALSO!“-Moment. Der „VERDAMMT NOCH MAL! ICH BIN SCHWUL!“-Moment. Wenn du Glück hast, fühlst du dich langsam damit. Und wenn du außergewöhnliches Glück hast, macht dir niemand Kummer, deine Freunde bleiben deine Freunde und alles ist in Ordnung.
Ich habe mich an diesem Morgen im Badezimmer geoutet. Ich habe gekichert, Brent die Zunge rausgestreckt und dann, kurz bevor Bowers mir Nachsitzen verpasste, habe ich den dummen, dummen Fehler gemacht, ihn anzusehen ... nackt.
Und ich dachte, ich wüsste es selbst, nachdem ich in all den Nächten und mit Taschentüchern an Alan Bowers und seinen unglaublich durchtrainierten und fantastischen Körper gedacht hatte: Er war nicht umsonst Kapitän der ersten Eishockey-Elf.
„Nachsitzen, Catvern“, sagte Bowers mit seiner ach so sexy Stimme, die mir einen Schauer über den Rücken jagte. Und anstatt Brent mit dem Ellbogen zu stoßen und ihm für das miese Verhalten der Vertrauensschülerin zu danken, stand ich da und begaffte seinen Schwanz – nun ja, er war es wert. Das Problem war nur, dass er beim Begaffen anfing zu wachsen. Vor meinen Augen bekam Bowers eine Erektion, und verdammt noch mal, ich auch.
Ich fühlte mich wie eine Mücke im Bernstein – obwohl ein Teil von mir schrie, ich solle weglaufen oder wenigstens einen vulgären Witz machen, der den Moment unterbrechen und meinen Fauxpas vertuschen würde –, konnte ich mich nicht bewegen. Ich war von Ehrfurcht ergriffen und konnte in Bowers Augen sehen, dass er es wusste.
Brent kam zur Rettung, obwohl es nicht seine Absicht war.
„Catvern hat einen Steifen!“, kicherte er. „Catvern ist eine Schwuchtel!“
Also schlug ich ihn, was ich unter den gegebenen Umständen für ganz angemessen hielt, und wurde in den Schlafsaal gezerrt, wo ich brüllte, dass Brent ein Lügner, ein Vollidiot, ein Schwachkopf und wahrscheinlich noch dazu ein Weichei sei.
Ich wurde eingezäunt. Einen Tag lang unter Hausarrest. Was aber nicht allzu schlimm war, da ich in meiner Kabine dösen und herumlungern konnte, während die anderen zum Unterricht mussten. Nachdem die Jungs zum Morgenunterricht gegangen waren und die Reinigungskräfte mit ihren Bodenpoliermaschinen fertig waren, wurde es im Haus totenstill. Es herrschte fast völlige Stille, was ziemlich beunruhigend war, wenn man bedenkt, dass ich mitten in Stephen Kings „Shining“ steckte.
Mitten am Morgen hörte ich in der Ferne eine Tür aufgehen und wieder zuknallen, dann wurde das Quietschen von Gummisohlen auf poliertem Linoleum immer lauter, kam immer näher, bis die Schlafsaaltür mit einer Endgültigkeit auf- und zuschwang, die mein Herz wie einen Hip-Hop-Track schlagen ließ. Stille, dann begannen die Schritte wieder, kamen immer näher und irgendwie, so schien es mir, immer bedrohlicher.
"Catvern?"
Ich schrie vor Angst, als Bowers‘ Kopf am Rand meiner Kabine auftauchte.
„Was?“, schrie er geschockt zurück, mit weit aufgerissenen Augen und geblähten Nasenflügeln. Dann fing er an zu kichern. „Was um Himmels Willen machst du da?“
Ich spürte, wie ich rot wurde. Ich hatte versucht, mich unter dem Bett zu verstecken, als die quietschenden Schritte näher kamen, aber im letzten Moment überlegte ich es mir anders und schlüpfte in die Lücke, die ich zwischen meinem Regenmantel und meinem Dufflecoat auf der Kleiderstange freigemacht hatte. Ich stieg schnell aus.
„Du hast dich versteckt.“ Er lächelte.
„War ich nicht!“, sagte ich und versuchte, lässig auszusehen.
„Du hattest Angst“, sagte er freundlich. Ich blinzelte, unsicher, was ich sagen oder tun sollte, um meine Fassung wiederzuerlangen. „Hast du etwa keine?“
Langsam nickte ich. „Ja, es war totenstill hier drin, und ich war meilenweit weg und habe gelesen. Und dann waren da Schritte, und ich …“ Ich schniefte. Ich hatte wirklich schreckliche Angst gehabt, und jetzt kam ich mir dumm vor und konnte nicht aufhören zu zittern. Bowers kam auf mich zu, nahm zu meiner Überraschung meine Hände in seine und sah mich eindringlich an.
„Mach dir keine Sorgen, Kleiner, ich hatte auch Angst.“
Ich riss vor Überraschung die Augen auf. „Ach ja?“
„Mmm“, nickte er. „Was auch immer die Leute von mir denken, ich bin ein Mensch wie du.“
Ich schüttelte den Kopf. „Nein, bist du nicht. Du bist ein … du bist ein …“, sagte ich und wurde knallrot.
„Ein Gott?“, fragte Bowers selbstironisch und verdrehte die Augen. Ich nutzte die Gelegenheit und atmete seinen Duft ein, der mich fast in Ohnmacht fallen ließ. Er setzte mich auf mein Bett, setzte sich neben mich und begann, an seinem Zeigefingernagel zu kauen. „Ich bin nicht, weißt du, wirklich nicht. Und es ist nicht gut für die Leute, so etwas zu denken, besonders nicht für die, die einem wichtig sind.“ Er holte tief Luft. „Auf einem Podest zu stehen ist schon schlimm genug, aber noch schlimmer, wenn man weiß, dass man es nicht verdient.“ Ich drehte mich erstaunt zu ihm um und sah, wie ihm Tränen über die Wangen liefen. Er hatte sich am Morgen rasiert und sich am Kinn geschnitten, und obwohl sein Haar zu einer Frisur zurückgekämmt war, die in der Schule als Bowers-Welle bekannt geworden war , wirkte er weitaus menschlicher als gottähnlich.
Ich stieß ihn in die Rippen und er kicherte, allerdings leise, denn seine Stimme war eher basslastig. „Bist du kitzlig?“
Er schnalzte mit der Zunge. „Natürlich bin ich verdammt kitzlig, Algy.“
Ich zog die Augenbrauen hoch. „Du kennst meinen Vornamen!“, sagte ich begeistert. Ich konnte es nicht glauben. Hier saß ich neben einem wahren Gott, der sich zugegebenermaßen nicht für einen hielt, und er kannte meinen Namen! In Gedanken tanzte ich durch den Raum. Tatsächlich atmete ich noch einmal tief seinen Duft ein, dann merkte ich, dass er auf mich herabblickte. Ich blinzelte nervös.
„Ich furze auch“, sagte er und zwinkerte. Ich weiß nicht, wie ich darauf reagierte, aber er sah mich angewidert an und stand auf.
„Geh nicht“, flehte ich. „Ich meine … oh, ich weiß nicht, was ich meine, aber es war wirklich schön, mit dir zusammenzusitzen.“ Wie ein weinerliches Kind zog ich an seinem Arm, und widerwillig setzte er sich wieder hin und schürzte die Lippen. So saßen wir ein, zwei Minuten schweigend da. Dann räusperte er sich.
„Der Grund, warum ich hier bin, Algy, ist, dass ich keine dumme Bewunderung mehr will. Ich bin wirklich nicht das, was du denkst. Und außerdem suche ich keine Schwuchtel“, kicherte er, „ich könnte dich nicht bezahlen, selbst wenn ich eine wäre, und … und ich bin bereits in einer Beziehung mit jemandem. Jemand, den ich sehr liebe.“
„Oh“, brachte ich hervor und zwang meine ungebetenen Tränen zurück. Ich hasste das Mädchen, wer auch immer sie war, obwohl es offensichtlich war, dass sie von der Schule unserer Schwestern kam, wo die meisten Liebeskummer herkamen. Ich schmiedete Pläne, genug Chemikalien aus dem Labor zu besorgen, um es in die Luft zu jagen, und dann …
Er lächelte und sagte: „Ja, ich liebe ihn sehr.“ Und meine Pläne für den Bildungsabriss kamen mit einem lauten Knall zum Stillstand.
„H…h…ihn?“
Bowers runzelte die Stirn. „Er, ja. Er. Ich bin … ich bin schwul.“ Er brachte es errötend heraus. „Genau wie du.“
„So wie ich?“, quietschte ich. Woher zum Teufel wusste er das?
„Ja“, sagte er bestimmt, „so wie du.“

***
Und so scheinen Träume wahr zu werden. Allerdings nicht immer so, wie man es sich wünscht. Ich vermute, der erste Teil, das Schreiben von Zeilen in einem Klassenzimmer mit anderen, die nachsitzen, war rein prophetisch, da „The Beatles Receiver Will Receive Receipts“ in diesem Jahr nicht verwendet wurde.
Tatsächlich war es eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, denn es war Alan Bowers, der die neue Reihe zum Nachsitzen einführte, als er im darauffolgenden Jahr Schulsprecher wurde, aber erst, nachdem wir Freunde geworden waren und ich ihm von meinem Traum erzählt hatte.
Zwei Trimester später war ich der Vertrauensschüler, der eine Klasse von vierzehn Schülern zum Nachsitzen schickte. Und als einer von ihnen in Tränen ausbrach, entließ ich die anderen leise und ... Nun ja, er war nur fünf Monate jünger als ich, und da wir beide Mitglieder der GSA waren, war es nur eine Frage der Zeit ...
Und zu Ihrem lüsternen Vergnügen verrate ich Ihnen ein kleines Geheimnis, falls es Sie interessiert: Zehn Jahre später leben wir immer noch glücklich zusammen und treffen uns gelegentlich für einen Abend mit Mr. und Mr. Bowers-Smith.

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Information Pferd
Posted by: Frenuyum - 12-02-2025, 02:14 PM - No Replies

„Haben Sie Rechnungen?“

„Ja, aber ich will nicht umsonst spielen, Alter. Spiel einfach Horse.“

„Arbeite nicht so. Willst du spielen, kostet es dich. Nicht, wenn du gewinnst. Wenn du gewinnst, nimmst du die grün. Was hast du?“

„Ich habe fünf, aber meine Mutter hat sie mir gegeben, um Essen zu kaufen. Ich kann nicht spielen für Es."

„Dann kein Spiel. Hau ab.“

„Spielen Sie fair?“

„Du respektierst mich nicht, Junge?“

„Nein. Nein. Ich sage nur, wir spielen um Geld.“

„Sei nicht respektlos, Junge, hörst du, was ich meine?“

„Ich höre. Ich bin dann gleich weg.“

„Nein, bist du nicht. Wir spielen gleich. Um die fünf.“

„Ich muss gehen.“

„Nachher. Dauert nicht lange. Legt euch fünf hier auf den Boden. Legt es auf meinen, richtig Hier."

„Na gut. Ich bin kleiner, ich gehe zuerst.“

„Das ist Schwachsinn. Mein Gericht. Mach das.“

„Hey! Ich kann nicht dunken! Das weißt du doch. Ich bin 1,65 m groß, und du was? 1,95 m?“

„Nicht mein Problem, Mann. Mach den Wurf oder hol dir ein H.“

„Das kann ich nicht.“

„Okay, H auf dich, den. Hier ist mein Nächstes.“

„Hab ich doch gesagt, das kann ich nicht, Mann!“

„Na dann. Wie. Du bist ein Weichei, Junge. Das ist, als würde man einem Baby Süßigkeiten wegnehmen. Mach das hier.“

„Du willst fünfmal dunken? Du hast gesagt, du würdest fair spielen. Wie fair ist das denn? „Kann ich das nicht?“

„Willst du weinen, Junge? Weinen rettet dich nicht. Aber ich hab nichts dagegen, du willst weinen. Du bist so ein Weichei, es würde mich nicht überraschen, wenn du anfängst zu heulen. Was hast du jetzt? HOR? Zwei dann mehr. Mach das.“

„Du bist ziemlich gut in diesen Slams, Alter. Außer, dass ich große Kerle wie dich sehe, die Scheiße machen wie über ihren Kopf nach hinten, wechseln die Hände in der Luft, werfen sie mit der linken Hand nach unten, verrückte Scheiße, Goin 'alle LeBron, nicht nur eine Hand Sachen mit ihrer rechten Hand. Du bist gut, Kumpel, aber nicht so gut, weißt du was ich meine?“

„Hey, was ist das? Redest du hier oder schießst du hier? Niemand hat dich wegen deiner Lippen beschimpft, kleiner Junge. Machst du den Schuss? Nein? Dann ist es Quatsch. Fünf über meinen.“

„Willst du dann nochmal eintauchen? Dein letzter Schuss, und du machst gleich noch einen Milchtoast Weißer Junge, Omas Dunk? Ich sehe hier nicht mal etwas, das fünf Dollar wert ist, weißt du was Was soll ich sagen, Alter? Aber das Beste, was du tun kannst, ist, loszulegen. Das Beste, was du tun kannst, ist, es zu tun, Mann. Willst du dein Bestes sehen, deinen letzten Schuss. Selbst wenn es dieser billige Dunk für kleine Mädchen ist, kannst du nur mit deinem Recht machen Hand."

„Du redest viel für jemanden, der noch nicht einmal geschossen hat und wahrscheinlich auch keine Haare und keinen Platz hat. Willst du sehen, was ich habe? OK, Mann, sieh dir das an!“

„Siehst du was, Kumpel? Siehst du, wie du den Ball vom Ring knallst und er schön hoch springt und nie durch nichts? Ja, das sehe ich. Und ich sehe auch, dass es jetzt meine Chance ist.“

„Ja! Dein Schuss! Kannst du einen Korbleger machen, kleiner Junge?“

„Kann ich machen.“

„Oh, du bist gut, Mann! Fünfzehn Fuß Set Shot. Die haben damals geschossen, Mann. Niemand Schießen wie das nicht mehr. Vielleicht bist du nicht groß genug, um einen Sprungwurf zu schießen. Nicht stark genug weder noch. Hier, pass auf, wie du es machst. Siehst du das?“

„Ich sehe es, Mann, aber das ist nicht der richtige Schuss. Ich habe Briefe bekommen, weil ich nicht tue, was das tust du. Du musst jetzt das tun, was ich tue. Willst du es richtig schießen oder willst du ein H?“

„Aber niemand schießt in diese Richtung, Kumpel!“

„Das musst du. Manche von uns können auch nicht dunken.“

„Ich sag nicht, dass ich das nicht schießen kann, nur, dass das niemand kann. Okay, scheiße. Gib es her.“

„Das ist ein H. Erschieß das.“

„Hey! Das ist Mist, Mann. Mach wenigstens einen Sprungwurf.“

„Das ist mein Schuss, Mann. Das ist es. Sechs Meter entfernt, Füße auf dem Boden. Mach es, Mann, oder es ist ein O."

"Scheiße!"

„Oh, weine nicht, Bruder. Nur ein O. Wenn du anfängst zu weinen, verpasst du auch den nächsten, zu verschwommen, um zu sehen den Korb. Hier, mach das.“

„Das ist derselbe Schuss!“

„Irgendwie wie diese Dunks, oder?“

„Gib mir den verdammten Ball. Scheiße!“

„HOR. Es wird eng, Mann. Der Druck ist groß. Versuch das mal. Vielleicht triffst du diesmal den Rand.“

„Warum schießt du nichts anderes? Warum immer das Gleiche?“

„Mir gefällt diese Aufnahme. Als ob du sie auch nicht schaffen würdest, Alter.“

„Hör auf, mich Alter zu nennen, Arschloch.“

„Klar. Kein Grund, so aggressiv zu werden. Du musst nur das hier machen.“

"Scheiße! Scheiße!"

„Hey, du kommst näher, Mann. Du triffst den Rand, du verbesserst dich! Ich schätze, wir haben jetzt unentschieden gespielt, HORS each. 'Ceptin' es ist meine Chance. Boah, harte Zeiten, Mann. Zu viel Druck. Ich bin zittert hier, Mann. Siehst du mich zittern? Ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Oh oh oh oh. Hey, schau mal! Yer jetzt erschossen, Mann. Du wirst dich doch nicht von einem kleinen Kind schlagen lassen, oder, Mann?“

„Halt einfach die Klappe. Gib mir den Ball.“

„Hier, Mann, sei nicht nervös. Nur dein Stolz und deine fünf stehen auf dem Spiel. Kein Druck Mann."

„Halt die Klappe! Ich versuche hier zu schießen.“

„Lippen fest verschlossen, Mann. Los, los.“

"SCHEISSE!"

„Gutes Spiel, Mann. Nichts für ungut. Hey! Das ist mein Geld.“

„Das kostet was, Mann. Du spielst sowieso nicht fair, dieser geizige alte Kerl. Ich nehme das Geld, du solltest lieber verschwinden, denn ich nehme das Grün. Du hast eine freche Seite, wenn du mir Scheiße erzählst. Gefällt mir nicht.“

„Gib ihm das Geld, Mann.“

„Hey, Mo, was machst du hier?“

„Ich beobachte dich, Junge. So kannst du ihn nicht behandeln. Er hat dich fair und ehrlich geschlagen. Nimm es wie ein Mann. Du betrügst kleine Jungs? Niemand, der in meinem Haus lebt, wird so sein. Ich will diesen Ruf nicht, oder? du? Ich will nicht, dass es gesagt wird, mein kleiner Bruder tut das auch nicht. Sieht schlecht aus auf mir. Gib es hoch."

„Hey, ich brauche das Brot.“

„Dann solltest du es nicht riskieren. Gib es her.“

"Scheiße."

„Danke, mein Herr.“

„Mach lieber weiter, Junge.“

DAS ENDE

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