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Information So eine Freundschaft gibt es nur einmal
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 02:26 PM - No Replies

Ein Sonntagmorgen – Mitten im Frühling. Draußen war es schön warm – na ja um die 23 Grad. Ein schöner Mittag im Mai.
Ich hatte aber nichts Besseres zu tun als vor dem Computer zu sitzen. Ich bastelte eifrig an meiner neuen Homepage. Eine kleine private Homepage – einfach über mich. Obwohl wen interessierte das schon?
Wenn interessierte schon ein Junge aus Darmstadt Mitte zwanzig… Wahrscheinlich niemanden. Aber die Seite sollte ja hauptsächlich für mich sein. Klar auch andere sollten sie sehen, deshalb verlinkte ich sie heute kreuz und quer im Web.
Aber schon bald verließ mich die Lust an der Verlinkerei. Viel mehr Spaß machte es mir Bilder auf der Seite einzufügen. Allerdings fehlten mir noch meine Kinderbilder. Wer weiß wo meine Eltern die wieder versteckt haben. Existieren tun welche – das weiß ich – nur wo.
Aus meinen Gedanken gerissen klingelte das Telefon. Intern. Das musste meine Mutter sein. Ich wohnte noch immer zuhause in einer Drei-Zimmer-Wohnung der Eltern. Es hatte viele Vorteile. Hier vom Dachgeschoß hatte ich einen wunderschönen Blick über die Innenstadt von Darmstadt.
Daraus ergab sich der zweite Vorteil: Wer konnte sich schon eine Wohnung in der Darmstädter Innenstadt leisten? So drückte ich jeden Monat einen Hunderter an meine Eltern ab und gut war. Wäschewaschen und Kochen inklusive. Welch Service…
„Hier der werte Untermieter – der euch so am Herzen liegt“, scherzte ich.
Am anderen Ende fragte meine Mutter ob ich nicht zum Mittagessen auf die Terrasse kommen wolle.
„Ja aber sicher. Ich werde nach unten kommen. Ich muss eh in der Hauswäscherei vorbei,“ witzelte ich weiter.
„Ja wie gut, dass ich alles in allem bin, mein Sohn. Aber pass bloß auf, dass ich nicht in den Streik trete!“
Ich lachte: „Ja das wäre mehr als bedauerlich! Der ganze Betrieb würde zusammenbrechen!“
„Sag ist Manuel auch da?“
„Nein mein werter Freund hat sich heute noch gar nicht gemeldet. Aber ich rufe ihn später mal an. Nach dem Essen.“
„Alles klar, Christian, dann schwing die Hufe. In fünf Minuten sind die Klöße fertig.“
„Hmmm, gibt es etwa leckeren Rinderbraten?“
„Ja. Ist ja immerhin Sonntag.“
„Ja verstehe. Tradition. Hotel Mama – Tag der Spezialitäten!“
Meine Mutter legte einfach auf. Ich hielt den Hörer weg von meinem Ohr, vom Tuten überrascht. Ich schaute das Mobilteil des Telefons an und schüttelte grinsend den Kopf. Dann legte ich auf.
Ich stand auf um nach unten zu gehen.
Da – die bekannte Stimme aus dem PC: „Sie haben Post!“
Ich stutzte kurz. Dann nahm ich mir aber vor erst nach unten zu gehen. Ich schaute kurz in den Spiegel. Unfrisiert standen meine blonden Haare in alle Richtungen. Ich sollte zum Friseur gehen.
„Eeeesssen!“ hallte es im Flur.
„Ja, ja, ist ja gut!“
„Ja, ja, ich weiß das schon. Brauchst mir nicht zu sagen!“ sagte ich zickig.
„Na dann tus!“
„Ja morgen! Heute hat der Frisör ja nicht auf.“
Ich lachte.
„Versprochen?“
„Ja! Der Zottel kommt ab…“
„Na gut dann leg ich mich jetzt noch mal schlafen. Bin müde.“
„Um 14 Uhr? Bist doch erst um 12 aufgestanden!“
„Na und? Es ist Sonntag!“
„Na gut, alte Schlafratte. Dann gute Nacht!“
„Gute Nacht… Und du weißt ja…“
„Was?“
„Ich liebe dich.“
„Ja ich dich auch. Freu mich auf morgen…“
Manuel legte auf. Verträumt schaute ich auf sein Foto auf dem Nachttisch. Nun sind wir schon fast vier Jahre ein Paar. Alles hatte sehr chaotisch angefangen.
Ich schwelgte in Erinnerungen…
„Hi. Ich bin es.“
„Wer ist ich?“
„Du erinnerst dich noch an den Chat eben?“
„Ja.“
„Du hast mir deine Nummer gegeben.“
„Ach du, ich… na ja ich dachte deine Bahn fährt gleich?“
„Ja klar, ich wollte mich einfach noch mal kurz melden bevor ich fahre. Ich hab mich so hastig verabschiedet.“
„Das ist wohl war.“
„Ich bin jetzt auf dem Weg zur Straßenbahn. Was machst du so?“
„Ich bin daheim. Mir ist noch immer langweilig. Was soll ich sagen.“
„Du… ist okay, ich meld mich später noch mal, heute Abend. Ich sehe grad meine Bahn kommen. Ich muss lossausen!“
„Ja… äh… ist okay. Ich freu mich.“
„Ja. Bye, bis dann.“
„Tschüss.“
Unser erstes Telefonat…, aber angefangen hat es mit Chatten. Das war damals zu meinem Hobby geworden. Es hatte sich ja gelohnt. Ich erinnere mich auch noch an seine E-Mails, auch wenn der Anfang voller Missverständnisse war.
„Ach so eins wollt ich dich noch fragen.“
Ich war mir zwar nicht sicher was jetzt kommen würde, aber ich fragte neugierig was er denn wissen möchte. Er fragte mich, warum ich denn die erste E-Mail nicht beantwortet hätte. Ich wusste nicht was er meinte: „Welche Mail? Wir haben doch gleich telefoniert.“
„Nein.“
„Wie?“
„Na ja erinnerst du dich noch an Anfang letzten Monat? Da gab ich dir meine Addi und du hast nicht reagiert.“
„Äh… sag bloß du bist…?“
„Ja, wir haben schon dreimal gechattet.“
„Was?“
„Ja.“
„Jetzt bin ich wirklich etwas perplex. Aber ich habe doch dann verspätet geantwortet. Warum hast du dann nicht geschrieben?“
„Da war ich sauer, weil du nicht gleich geschrieben hast. Da hab ich mir gedacht, ich schreibe auch nicht.“
Er war schon ein Chaot. Genauso sollte unsere Liebe anfangen. Na ja wenn man es Anfang nennen konnte. Ich glaube schon bei unserem ersten Treffen an der Tankstelle – unser Treffpunkt – ja schon da habe ich mich glaube ich in ihn verliebt…
Ich fragte mich langsam wo er blieb. Just in dem Moment erschien im Beifahrerfenster ein Gesicht. Ich erschreckte mich etwas. Dieser Jemand öffnete die Tür und steckte seinen Kopf herein.
Dann fragte er unsicher: „Bist du Christian?“
Ich nickte nur.
„Darf ich einsteigen? Ich bin Manu!“
Ich nickte erneut. Manuel legte eine Einkaufstüte voll mit Getränken und Essen in den Fußraum der Beifahrerseite. Dann setzte er sich schwungvoll auf den Sitz neben mir und sagte: „Hi.“
Ich reichte ihm die Hand und begrüßte ihn ebenso. Er hatte tatsächlich alle Merkmale, wie er sich beschrieb. Ich sah diese kurzen hochgegelten schwarze Haare und diese tiefbraunen Augen. Er sah richtig süß aus.
… Nur dumm, dass beim anschließenden DVD-Abend ne Freundin von ihm dabei war. Aber das war ja in unserer ersten gemeinsamen Nacht dann auch völlig zweitrangig. Auch wenn sie im Nachbarzimmer schlief… Da gab es nur uns…
Nun auch wenn ich es mir wünschte zusammen waren wir noch lange nicht – wir nannten es lockere Beziehung und es drückte ganz doll auf die Gefühle manchmal – auch wenn wir es beide nicht war haben wollten.
Wir waren füreinander bestimmt… Aber davon waren wir noch weit entfernt in diesem Chaos… Ich erinnere mich an unseren Trip nach Köln. Es war unser erstes gemeinsames Wochenende in einem Hotel…
Ich blickte auf Manuel und strich ihm über den Kopf. Dann dachte ich mir: „Oh Mann, wir liegen hier wie ein Liebespaar. War das normal?“ Ich küsste Manu auf die Wange. Davon wachte er langsam auf.
Er öffnete die Augen und knurrte.
Dann lächelte er mich an und fragte unschuldig: „Was ist denn?“
„Es ist schon spät am Nachmittag.“
Ein erneutes Knurren ertönte: „Na und? Bleib noch im Bett.“
Ja, ja, so war er – scheinbar gleichgültig und in den Moment hinein lebend. Aber ich musste etwas ändern… Ich wusste er mag nicht wenn man ihm gleich die große Liebe gesteht also…
Ich nahm mir wieder allen Mut zusammen und traute mich erneut zu sagen: „Ich bin gern bei dir und ich mag dich.“
Ich sah auch Manuel schlucken, doch er brachte nur hervor: „Ja.“ Dann küsste er mich und drehte sich um.
Innerlich schüttelte ich den Kopf und dachte mir nur, was das soll. Warum sagte er darauf nichts? Bedeutete ich ihm etwa gar nichts?…
Doch auch er machte sich scheinbar seine Gedanken und so kam der romantische Showdown erst eine ganze Ecke später in seinem Wohnzimmer. Manuel rappelte sich langsam auf und schaute mir kurz mit seinen verweinten Augen ins Gesicht, dann klammerte er sich an mich. Ich strich mit meinen Händen über seinen Rücken und lehnte mich zurück.
Es war jetzt Totenstille im Raum. Aber geklärt war noch gar nichts. Ich hatte zwar kurz vorgebracht, was ich empfand und wie ich alles sah, aber sonst auch nichts. Ein Gespräch war mit ihm ja nicht anzufangen.
So überlegte ich was ich jetzt tun sollte. Währenddessen kraulte ich noch immer seinen Rücken. Es war ein tolles Gefühl ihn in meinen Armen zu halten. Es war Zeit ihm endlich zu sagen was ich wirklich für ihn empfand.
So störte ich jetzt wieder die Stille und suchte nach folgenden Worten: „Du, willst du mir noch etwas sagen?“
Manuel blieb mit seinem Kopf an meiner Brust und schüttelte sanft den Kopf und erwiderte: „Nein.“
Ich dachte mir nur, das kann es doch nicht sein, also ergriff ich die Initiative. Ich packte ihn sanft mit beiden Händen an den Schultern und drückte ihn von mir weg, so dass sein Gesicht vor meinem war und dass er gezwungen war mir in die Augen zu schauen. Jetzt lächelte ich Manuel etwas verkrampft an und sagte überzeugt: „Aber ich, ich möchte dir noch etwas sagen!“
Manu schaute mich an und fragte leise und unsicher: „Und was?“
Jetzt war meine Zeit die Zeit der Wahrheit.
Ich atmete tief durch und sagte: „Ich liebe dich, Manuel, ich liebe dich.“
Es zuckte ein Lächeln über sein Gesicht.
Er fragte unsicher nach: „Wirklich?“
Ich lächelte und nickte zufrieden.
Jetzt sagte Manuel: „Ich liebe dich auch, Christian.“
Wenn ich nur an diese Zeit denke. Es war im Nachhinein so romantisch – die paar Stolpersteine mal zur Seite geräumt… Etwas riss mich aus meinen Gedanken. Meine Augen waren leicht feucht.
„Sie haben Post!“
Ich wischte mit meinem Handrücken über meine Augen und nahm mir jetzt vor das E-Mail-Programm zu öffnen.
Hallo Christian,
bin durch Zufall auf deiner HP gelandet, finde sie wirklich super! Was mich sehr beeindruckt hat war Dein Outing, es ist mir in letzter Zeit etwa genauso gegangen! Habe zwar schon lange gemerkt dass Ich auf Männer stehe, trotzdem lange geglaubt dass sich das auch wieder ändern wird! Bin froh dass ich mich geoutet habe, auch wenn es nicht immer ganz leicht war! Die erste große Liebe habe ich auch schon gefunden… Wenn Du Lust hast, dann schreib mir mal zurück, würde mich freuen!
Liebe Grüsse
Roman
Ich war positiv überrascht. Eine Reaktion auf meine Homepage. Jemand hatte sie tatsächlich gefunden. Wow. Ohne zu zögern klickte ich auf den Button zum Antworten. Ich bedankte mich für die E-Mail und fragte ihn ein bisschen aus.
Wo er denn her kam. Wie lang er schon vergeben ist. Was er so arbeitet und hobbymäßig tut und, und, und… Ich war gespannt. Ehrlich gesagt ich hatte zu kaum einem schwulen Mann Kontakt in den letzten Jahren.
Ich war ja so auf meine Beziehung mit Manu fixiert. Da kam mir diese Abwechslung ganz recht. Endlich mal wieder austauschen mit Männern – schwulen Männern… Nichts gegen Daniela – meine beste Freundin – sie konnte mir auch immer gut zuhören und helfen.
Aber es war nicht dasselbe. Mit jedem redete man anders. Mit Manuel redete ich über dies und mit Daniela über das… Ich zuckte wieder auf vom Klingeln des Telefons. Extern. Danis Nummer. Wie gerufen die Frau.
„Jawohl?“ meldete ich mich frech.
„Ja hallo der Herr, heute wieder das letzte Fünkchen Anstand verloren, hm?“
Ich musste grinsen. Jetzt fing sie wieder mit ihrem Bundeswehr-Trill an.
„Madam, Yes, Madam!“ erwiderte ich.
„Wer es glaubt. Ihr Männer seid alle gleich. Immer die armen Frauen veräppeln…“
„Oooooh du armes kleines Monster!“
„Was ist los bei dir? Geht’s dir gut?“ fragte sie ohne auf mein Piesacken einzugehen.
„Ja bei mir ist alles bestens. Hab eben sogar E-Mail bekommen.“
„Und? Ist das außergewöhnlich?“
„Jemand hat mir über meine Website ne Mail geschrieben!“
„Oh, der Herr ist interessant für andere. Wow!“ sagte sie frech.
„Ja, ja sei du nur wie immer frech. Warte nur ab.“
„Ohhh, Drohung, hm?“ witzelte sie.
„Ja ne ganz große Drohung. Plan: Lust auf Kaffee trinken?“
„Dachte der Herr mag keinen Kaffee?“
„Dafür du umso mehr. Ich nehme dann den frisch gepressten O-Saft.“
„23“
„Was?“
„23!!!“
„Was willst du von mir?“ stutzte ich mit einem großen Fragezeichen auf den Augen.
„Wähle die 23, sag du willst einen Saft und warte drei ein halb Minuten.“
„Schwätzerin!“
Die 23 war die interne Telefonnummer, um meine Mutter zu erreichen.
„Sei nicht so frech.“ antwortete ich.
„Was denn? Sonst sind wir doch auch immer so stolz auf Hotel Mama.“
Sie prustete los.
„Hey spuck nicht ins Telefon. Sonst kriegst noch einen Schlag!“
„Ich find das urkomisch. Fünfundzwanzig Jahre und immer noch zuhause wohnen!“
„Noch bin ich vierundzwanzig!“
„Ja genau. Erbsenzähler!“
„Also wat jetzt? Kaffee?“
„23?“
„15:30 im Stadtcafé!“ ignorierte ich ihren Kommentar.
„Keine 23?“
„Keine 23!“
„Stimmt 24!“ sie lachte wieder lauthals.
„Ja, ja, ist gut. Wir sind ja wieder soooo lustig!“
Ich wiederholte noch mal unseren Treffpunkt und die Uhrzeit und legte auf als ich gerade merkte, dass sie wieder etwas sagen wollte. So muss man mit Frauen umgehen…
„Sie haben Post!“
Überrascht schaute ich wieder auf den Monitor. Wieder klickte ich auf den Posteingang. Es war wieder Roman. Man der war ja ein Hochgeschwindigkeitszug. Oder war ihm etwa langweilig?
Gespannt las ich seine Mail. Er berichtete von seinem Outing. Für ihn schien es nicht ganz leicht gewesen zu sein, wenigstens bei seinen Eltern. Da kostete es ihn eine große Überwindung.
Aber er nahm sich wohl den ganzen Mut zusammen und packte aus mit der Wahrheit… Ist ja auch bewundernswert. Weiter berichtete er, dass er schon so einige Männer vor seiner jetzigen großen Liebe gehabt hatte.
Doch das schienen nur schnelle Nummern gewesen zu sein. Seinen Freund – er hieß Oliver – lernte er, laut seiner Aussage, in einem Chat kennen. Al käme uns das nicht bekannt vor. Ich musste grinsen.
Allerdings er schien mit seinem Freund deutlich weiter zu sein. Sie planten schon das Zusammenziehen. Und das nach sag und schreibe erst drei Monaten. Ich war nach vier Jahren noch nicht so weit. Aber das hatte sicher andere Gründe. Ich liebte meine Freiheiten und… natürlich das billige und angenehme Wohnen bei den Eltern.
Er fragte mich auch um Rat, ob ich es für eine gute Idee hielt mit Oliver zusammenzuziehen. Nun was sollte ich dazu sagen. Es war sein Ding. Jeder musste doch selbst wissen ob so was funktionieren würde.
Vielleicht konnte man es ja in einem gemeinsamen Urlaub ausprobieren… Das antworte ich ihm auch… Aber mir schien es als wäre Roman ein sehr spontaner Mensch, der sich nicht oder nur wenig beeinflussen ließ.
Klar ich kannte ihn noch nicht. Aber irgendwie freute ich mich über seine E-Mails und ich war auch bereit ihm zu helfen und irgendwie für ihn da zu sein. Laut seinem Bericht hatte er zwar gute Freunde, vor allem zwei sehr gute Freundinnen, aber die waren nun mal nicht schwul und konnten ihm in seinen Problemen nicht weiterhelfen.
Auch seine Hetero-Typen – wie er schrieb – waren ihm selten eine große Hilfe in Sachen Gefühlen.
Ja, ja so waren sie di Hetero-Männer – gefühlskalt – welch Vorurteil? Doch scheinbar stimmte es. Saufen – Party – Weiber – Bumsen und der klassische Satz
„Ja natürlich lieb ich dich, Süßes!“
Roman hatte schon eine interessante Art zu schreiben und vor allem so lange E-Mails. Ich war ja nie der große Leser. Aber beim Lesen der Mail hing ich mit dem Gesicht fast am Bildschirm. Jedes Wort fraß ich.
Bei seiner Mail, bei seiner zweiten Mail, wurde es mir auch bewusster. Wir waren uns sehr ähnlich. Nun ich hatte nur meinen Freund Manuel und meine beste Freundin Daniela, mit beiden konnte ich gut reden.
Aber irgendwas fehlte. Vielleicht ein guter schwuler Freund. So wie Roman das in seiner zweiten deutlich ausführte:
„Habe zwar viele Freunde, aber die meisten davon sind hetero… nur mit meinen zwei besten Freundinnen kann ich über alles Mögliche reden, aber über manches eben nicht. Entweder sie verstehen mich nicht oder ich traute mich nicht mit ihnen zu reden…
Wollte mir hier auch nicht einen Seelenklempner suchen, sondern einfach mal mit jemandem reden, der auch schwul ist. Weißt du so jemanden habe ich nicht. Ich will mich dir auch nicht aufdrücken mit dieser Mail. Hast sicher dein eigenes Leben… aber…“
Aber, aber… Ich würde ihm schon zuhören… Ich fand es ja schon jetzt interessant. Immerhin der erste Mann, der mir sein Herz ausschüttet… außer Manu… Jemanden eben, den ich nicht kenne. Jemand der mir jetzt sein Leben erzählen konnte und ich mich mit einer neuen Persönlichkeit beschäftigen konnte.
Daniela dagegen schon durchleuchtet: frech, lebenslustig, forsch. Manuel längst von oben bis unten erforscht: Schlafratte, Nervensäge (rein liebenswert), Chaot und mein Mr. Erotik, prickelnd und geil.
Ja ich teile mein Leben mit den üblichen Verdächtigen. Langweilig, hm. Ich grinste. Zeit für eine neue Persönlichkeit, die alles etwas aufmischt. Zeit für Roman. Aufmischen ist gut – es sollte noch viel auf mich zukommen – ahnungsloser Chris!
„23?“ begrüßte mich Daniela frech.
Ich setzte mich zu ihr auf die Sommerterrasse, wo sie scheinbar – überpünktlich wie sie war – schon etwas auf mich wartete.
„Du und deine 23.“ Ich grinste.
„Ist nun mal so. 23!“
„Ich krieg doch jetzt hier meinen O-Saft… Die können das besser als mein Mum.“
„Ach ja meinst du?“
„Ja klar. Wann presst meine Mutter schon mal Orangen aus?“
„Die Rede ist hier aber von einer ganz anderen 23 als vorhin!“
„Ach tatsächlich? Was ist uns den diesmal für ein Scherzchen eingefallen?“ fragte ich sie lachend.
„23 Sekunden zu spät!“
„Was ich?“
„Ja. Ich bin fast kaputt gegangen vor Langeweile!“
„Jetzt bist wohl du die Erbenzählerin!“ Ich grinste.
„Tja…“
„Wann warst denn hier?“ fragte ich neugierig.
„Ich hab noch ein bisschen den Männern hier nach gesehen. Du weißt ja ich liebe es Menschen zu beobachten.“
„Wann?“
„Zwei Kaffee.“
„Sehr präzise.“
„Das bin ich doch immer! Du kannst doch rechnen!“
„Ja klar kann ich das: zwei Kaffee sagst du? Zwei Tassen zu je dreiundzwanzig Minuten Trinkzeit + Bestellzeit ist gleich 50 Minuten?“
„Hey es ist als würden wir uns schon ewig kennen. Du bist gut!“
„Ich weiß!“
Ich bestellte meinen Orangensaft und widmete mich wieder Daniela.
„Also was hast du nun konkret für ne E-Mail bekommen? Willst Manuel etwa schon untreu werden?“
„Nein. Quatsch.“
„Was ist dann?“
„Na ich finde ihn einfach symphatisch.“
„Na zwei E-Mails?“
„Na ja vielleicht war ich schon immer auf der Suche nach einem schwulen Freund?“
„Du meinst du könntest mir nicht alles erzählen, der obligatorisch besten Freundin?“
„Das ist es nicht. Ich kann mit dir sicher über viel reden. Aber in manches hast selbst du nicht den Einblick.“
„Wenn du das sagst,“ erwiderte sie schnippisch.
„Du weißt genau was ich meine… Irgendwie öffnet der sich gerade gefühlsmäßig vor mir… in seinen Mails… und ich fühle dass ich das im Gegenzug auch kann wenn man sich näher kennt. Immerhin ist es so recht anonym. Wir telefonieren ja nicht und sehen uns nicht.“
„Warum nicht?“
„Na er wohnt zu weit weg.“
„Wo?“
„In Baden schreibt er.“
„Und warum kein Telefon?“ fragte Daniela interessiert.
„Ich weiß nicht.“
„Du denkst Manuel wäre nicht so einverstanden oder?“
„Ja okay er wäre eifersüchtig. Aber es hat das nichts zu bedeuten. Ich brauche mal wieder Kontakt außerhalb der Beziehung. Schwulen Kontakt, rein emotional.“
„Verstehe.“
„Wirst du es Manuel sagen?“
„Dass ich einen E-Mail-Freund habe, bzw. etwas habe was sich in diese Richtung entwickeln könnte und ich mich sehr wohl dabei fühle?“
„Ich sag es ihm wenn sich eine Situation ergibt.“
„Also mir wäre das zu verdächtig. Du verschweigst einen Mann, mit dem du Kontakt hast. Schürst du nicht nur Eifersucht wenn er es so raus bekommt. Man weiß nie welche Quellen sich auftun.“
„Du redest als wäre es ein Kriminalfall. Ich hör ihm nur zu bei seinen Problemen.“
„Ja und du möchtest ihm deine erzählen – wenn du ihn besser kennst.“
„Ja meine Worte!“
„Ist denn etwas? Hast du ein Problem?“ forschte sie nach.
„Nein.“ Wehrte ich ab.
Daniela schaute ungläubig. Sie kannte mich.
„Du verschweigst mir was!“
„Nein das tue ich nicht. Gönnst du mir etwa keine E-Mail-Bekanntschaft? Eifersüchtig?“
„Ich?“
„Ja du. Warum machst du mir es mies?“
„Weil du nicht aufrichtig bist. Deinem Freund nicht die Tatsachen erzählst.“
„Hey ich kenn diesen Roman jetzt nicht mal 24 Stunden. Vielleicht ist es morgen wieder
vorbei. Und auch meine Vorstellung eines Freundes stirbt. Also warum soll ich was servieren was noch nicht mal kocht?“
„Du meinst was er nicht weiß macht ihn nicht heiß?“
„Das ist es nicht.“
„Kochen ist für mich eine Umschreibung eines verborgenen Flämmchens, das nach einem saftigen Steak Ausschau hält!“
„Wie soll ich diese Metapher deuten?“
„Wie du möchtest. Wenn du aber von kochen redest ist dir nach vier Jahren langweilig in der Beziehung und du suchst nun den Kick. Was Neues. Du vermisst vielleicht auf deiner Herdplatte etwas, was dir die andere Herdplatte bieten könnte. Würdest du es sonst verschweigen und so festhalten?“
„Ich halte überhaupt nichts. Du überdramatisierst. Ich wollte dir lediglich von Jemanden erzählen, der ein guter Freund werden könnte. Ich spüre da was.“
„Männer spüren immer nur ihren Schwanz!“
„Das soll ich mir jetzt anhören?“
„Ist es nicht so?“
„Wir haben auch Gefühle und wir suchen auch ab und zu nur jemand der uns gleich gesinnt ist, so wie Roman gerade. Er könnte sich ja auch mit seinem Partner zufrieden geben – aber er möchte auch – so wie ich – außerhalb der Beziehung jemanden haben, der ihn versteht und dem er sich anvertrauen kann.“
„Wirst du ihn treffen?“
„Hey wie gesagt er wohnt weit weg und ich möchte mich auf die Mails beschränken.“
„Schwörst du mir was?“
„Was?“
„Zeig mir, dass ich unrecht habe. Du garantierst mir dass du nie mit ihm schläfst!“
„Daniela. Ich bin geschockt wie weit du immer gehst. Ich garantiere dir selbst wenn wir uns sehn und sich eine gute Freundschaft über diese doch große Distanz entsteht werde ich nie mit ihm Sex haben. Dafür habe ich jemanden.“
Daniela schaute skeptisch.
„Hey, selbst wenn ich 50 bin. Mit Roman werde ich nie, niemals schlafen.“
„Sag niemals nie!“
Ich blickte sie verunsichert an: „Dann dreht sich bei euch alles um Sex, nicht bei uns!!!“ Ich war frustriert.
„Ach?“
„Ja lass es doch mal langsam angehen. Zwei E-Mails!“
„Langsam angehen soso… Was das heißt möchte ich gar nicht deuten.“
Ich nippte beleidigt an meinem O-Saft und verkrampfte.
„Er hat außerdem einen Freund!“
„Ach?“
„Ja, ach!“ sagte ich sauer.
„Und der ist dir im Weg?“
„Falls es dir nicht entgangen ist. Ich bin auch vergeben.“
„Noch!“
„Hey!“
„Du verschweigst mir etwas.“
„Nein das tue ich nicht. Ich fühle für Manuel genauso wie eh und je, nur… Ich… na ja… es ist…“
Daniela beugte sich neugierig vor und stützte sich auf ihre Handfläche. Ich konnte mit ihr nicht darüber reden. Ich ließ mich auf meine Couch fallen und zappte mich durch das Fernsehprogramm. Wie immer lief nichts Interessantes.
Was soll man am Sonntag auch vom Fernsehen erwarten? Mittlerweile war es fast 18 Uhr und der Tag wollte nicht enden. Ich fiel in meine Gedanken. Eigentlich war ich schon eine sehr traurige Persönlichkeit. Ich wusste gar nichts mehr.
Warum wohnte ich wohl mit Manuel nicht zusammen? Ich vertraute ihm nicht mehr so wie über die ganzen Jahre. Aber das hatte seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Ich war nie eifersüchtig.
Aber vielleicht sollte ich es sein? Ich spürte da etwas was ich mir vehement ausreden wollte. Doch es war da. Wenn ich in seiner Wohnung war spürte ich immer öfter, dass mich etwas oder jemand beobachtet.
Vielleicht beobachtete ich mich selbst. Meine schwachsinnigen Gedanken. Manchmal wenn ich mit ihm schlief spürte ich nichts. Es war als wäre ich wie weggetreten. Doch er fragte nicht nach.
Sah man mir nicht an, dass ich etwas hatte. Dass mir etwas im Kopf herumspukte. Klar sah man es – wenigstens jemand der mich kannte sollte es sehen – Daniela sah es. Was sah sie. Ich war mir selbst nicht mehr sicher in allem.
Ständig machte ich mir Gedanken was ich fühle für Manuel, für uns. Ich spürte dasselbe. Vermisste ihn. Brauchte ihn. Doch sobald ich bei ihm war fühlte ich mich verlassen von allem. Kein Vermissen. Keine Sehnsucht… kein Verlangen.
Bis zum Aufstehen am Morgen wenn ich auf Arbeit verschwinden musste – Frühdienst im Altersheim. Dort malte ich mir die schönsten Träume aus um diese Beziehung – doch das war längst kein Traum mehr.
Ich weiß es nicht. Ich könnte nie ohne ihn. Ich sehe ihn ständig vor mir. Sein Lächeln. Seine Augen. Ich war froh dass er bei mir war. Oder war nur sein Geist, mein Traum-Manuel bei mir und das schon die ganzen Monate.
Konnte ich den wahren Manuel nicht mehr ertragen? Hatte Daniela Recht? Brauchte ich nur etwas Neues? Oder brauchte ich nur mal eine Trennung, einen Seitensprung um die beiden wieder zu vereinen?
Den fabelhaften Traum-Manu und den gleichgültigen realen Manu? War unsere Beziehung fand, abgestanden? Fehlte ihr der Kick? … die Liebe? Ich konnte noch so in Gedanken fallen, aber ich konnte keine Lösung finden.
Vielleicht wollte ich die ja nicht finden. Vielleicht wollte ich nur so vor mich hin leben. Scheintot. Gefühlstot. Konnte ich ohne Manuel sein? Ich glaube nach vier Jahren kann man das nicht ernsthaft beurteilen.
Man ist auf andere Urteile angewiesen. Auf Urteile von Menschen, die einen von außen beobachteten. Ich konnte mich nur selbst betrügen. Ich lebte mein Leben weiter – ohne Gedanken.
Nur selten hatte ich solch Momente wie jetzt. Momente in denen ich mich einfach auf die Couch lümmelte und nachdachte. Aber vielleicht war es dafür mal Zeit. War Roman der Grund, dass ich mir Gedanken machte?
War ich naiv? Braucht man erst einen solch labilen Grund wie eine E-Mail, zwei E-Mail um alles in Frage zu stellen was lange Glück bedeutete? Glück? Was sagte Daniela? Warum sage ich Manuel nichts von Roman?
Wollte ich ihn verschweigen. Warmhalten auf der Kochplatte als Fluchtweg vor Manuel? Nein. Ich brach meine Gedanken ab und verbuchte es unter Blödsinn. Nichts und niemand würde mich und Manu trennen.
Ich gehörte zu ihm. Ich war froh mir Gedanken gemacht zu haben. Ich war mir nun sicher. Ich freute mich ihn bald wieder zu sehen. Dann wollte ich ihm endlich wieder richtig Gefühle zeigen.
Auch wenn er oft komisch war… Egal. Ich spürte Müdigkeit. Das macht wohl der häufige Frühdienst. Das Telefon klingelte.
Anrufbeantworter: „Hi Chris, ich bin es, Manuel. Wo steckst du? Bin wieder aufgewacht. Meld dich mal. Bin aber gleich wieder weg… Bye….“
Klack.
„Sie haben Post!“
Schnarch…
Nun wurden die E-Mails zwischen Roman und mir deutlich häufiger… Roman berichtete mir immer wieder von seinem Leben und seinem Freund. Ich fand es interessant. Ich dagegen offenbarte ihm relativ wenig von meinem Leben. Ich hörte lieber zu, bzw. las lieber.
Er erzählte, dass er auf meinen Rat hin das Zusammenziehen mit seinem Freund noch etwas verschob. Ich fühlte mich geehrt, dass jemand auf meinen Rat hörte. Doch verstand ich nicht warum er so auf mich hörte.
„Ich höre doch immer auf dich!“
Wir kannten uns jetzt schon etwas besser – soweit man das so nennen konnte. Ich fühlte mich in seine Probleme und Gefühle hineinversetzt. Und ich half ihm gerne bei allem. Jeden Abend stürmte ich zum PC um E-Mails abzurufen.
Immer wieder war ich neugierig. Irgendwann aber blieben die E-Mails aus. Ich verstand nicht. Wollte aber auch nicht aufdringlich sein. Ich übte mich in Geduld. Gestaltete meine Freizeit wieder anders. Versuchte zu verdrängen, dass die tägliche Mail fehlte.
Ich bastelte wieder an meiner Homepage und half meiner Mutter wieder öfter beim Kochen. Ich hatte riesigen Spaß daran.
„Das war das Salz!“
„Ups.“
„Wenn du Salzkucken essen möchtest zum Kaffee, dann misch weiter deine Zutaten. Falls nicht wirf ihn weg!“
Ich entschied mich für den Mülleimer.
*-*-*
Es begann die Sommerzeit und die Urlaubszeit. Das bedeutete für mich nie etwas Gutes. Ich machte gerne Urlaub im bunten Herbst und so war mein Dienstplan bombardiert und voll mit Frühdiensten und Spätdiensten. Der totale Mix. Toll. Ich liebe meinen Arbeitgeber.
Zu allem Überfluss wollte man im Altersheim Personal sparen und so schoben wir den Frühdienst meist zu Viert statt zu Fünft. 12 Menschen zu waschen war mehr als anstrengend. Ich war fertig mit der Welt und freute mich immer über Feierabend.
Daher ließen auch meine Treffen mit Dani nach und Manu sah ich auch seltener. Manchmal arbeitete ich 10 – 15 Tage durch. Ich konnte irgendwie nicht mehr. Ich fühlte mich leer und kaputt. Ich sah in diesem Beruf keine Erfüllung mehr. Ich fand es nur krass.
„Kannst du Dienst mit mir tauschen?“
„Was hast du denn?“
„Teildienst, Chris!“
„Wunderbar!“
„Komm ich muss meine Mutter im Krankenhaus besuchen.“
Dienst rauf und runter. Arbeiten. Kaum Essen. Schlafen.
„Bist du kaputt?“
„Ja Manu, das bin ich, was gib es?“ fragte ich gereizt.
„Genervt?“
„Ich hab dir erzählt was im Heim so abgeht!“
„Ja bin ja schon ruhig. Bin eh gleich wieder unterwegs.“
„Na also. Dann lass mich schlafen.“
Aufwachen. Gereizt sein. Genervt. Arbeiten.
„Sie haben Post!“
Ich zuckte.
„Hä?“
Ich bewegte mich zum PC und klickte auf den Posteingang. Ich war überrascht. Roman…
Hi Christian,
du wunderst dich bestimmt warum ich mich fast vier Wochen nicht gemeldet habe…
Ich bin sehr viel unterwegs zurzeit, verbringe so gut wie jede freie Minute die ich habe mit meinem neuen Freund!
Kann es wiederum gut verstehen, ich bin unzuverlässig. Denke gerade zuviel an mich und mein Glück. Nimm es mir bitte nicht übel…
Liegt bestimmt auch daran, dass ich eigentlich jede freie Minute mit meinem Freund verbringe und mich nicht so sehr um meine Kumpels kümmere, so wie dich! Weiß dass das nicht okay ist!
Wir, ich und du, kennen uns eigentlich fast gar nicht. Würde das gerne ändern. Wie läuft es denn sonst so bei dir? Werde mich bessern! Versprochen! Habe sogar deinen Rat befolgt. War mit Olli im Urlaub.
Eine Woche lang. Es war total schön. Und jetzt bin ich mir sicher. Werde von zuhause weggehen… Endgültig. Werde mein eigenes Leben starten mit Oliver. Suchen uns gerade ne Wohnung. Müssen es nur noch perfekt machen.
Sorry, dass ich im Moment so unzuverlässig bin! Wie läuft es bei dir so privat mit Manuel und beruflich im Heim?
Tschüssle Roman“
Er hatte mir geschrieben. Ich nahm die E-Mail als gute Ablenkung kurz vor dem Einschlafen und beschloss kurz zu antworten. Per Mail konnte man kaum meine genervte Art merken. Ich machte ihm klar, dass es nicht schlimm sei, dass er nicht so oft schrieb und das es eh wichtiger sei sich um den Freund zu kümmern.
Immerhin waren die Zwei noch frisch verliebt. Ich teilte außerdem mit, dass ich sowieso gerade voll im Stress sei auf der Manchmal arbeitete ich zehn – fünfzehn Tage durch. Ich konnte irgendwie nicht mehr.
Ich fühlte mich leer und kaputt. Ich sah in diesem Beruf keine Erfüllung mehr. Ich fand es nur krass. Ich machte ihm klar, dass es nicht schlimm sei, dass er nicht so oft schrieb und das es eh wichtiger sei sich um den Freund zu kümmern.
Immerhin waren die Zwei noch frisch verliebt. Ich teilte außerdem mit, dass ich sowieso gerade voll im Stress sei auf der Arbeit und auch warum. Mit Manu war alles klar.
*-*-*
Mittlerweile verbuchte ich Roman nur noch unter Gelegenheits-E-Mail-Kontakt. Ich fand es schon schade, dass meine Hoffnung auf einen guten schwulen Freund unterging. Aber die Liebe war so. Bzw. manche Liebenden waren so: Nur die Liebe zählt und nur darauf wird konzentriert.
So schien es mir auch jetzt bei Roman. Ich war schon etwas traurig. Gut ich konnte nicht mitreden, ich war nicht frisch verliebt sondern hatte eine feste Beziehung, eine stabile, in der man sich nicht mehr Kennen lernen musste – na ja man lernte ja nie aus…
Ich packte meine Reisetasche um für einige Tage zu Manuel zu gehen nach Frankfurt. Ich hatte wieder mal 4 Tage frei. Gott sei Dank. Ich wollte dem Telefon fern bleiben. So konnte mich keiner in den Terrordom rufen – zum Arbeiten.
„Nein Daniela, ich gehe heute noch für ein paar Tage zu Manuel!“
„Also gut ich werde auch einen anderen Zeitvertreib finden.“
„Das denke ich mir!“
„Machs gut und grüß Manuel von mir!“
„Mach ich.“
Ich packte fünf Unterhosen ein, einige Jeans und T-Shirts. Ich konnte mich nicht entscheiden. Einkleiden hing bei mir sehr von der Tagesform ab. Ich verschloss die Tasche und stellte sie auf dem Flur ab. Mein Handy ging:
„Bin schon fast unterwegs Schatzi.“
„Gut. Freut mich. Bin in einer Stunde daheim.“
„Wie?“
„Bin unterwegs.“
„Wollte jetzt los.“
„Na bis meine Tucke sich die B3 entlang geschlichen hat bin ich längst zurück.“
Ich grinste.
„Nenn du mich noch mal Tucke.“
„Immer.“
„Wo steckst denn?“
„Bis gleich, Schatz.“
Er ignorierte meine Frage. Ich starrte auf den Hörer und drückte irritiert den roten Hörer-Knopf. Nun suchte ich noch meine Sachen für den Kulturbeutel zusammen und packte auch diese in die Tasche ein.
„Sie haben Post!“
Ich verdrehte die Augen, setzte mich aber trotzdem kurz an den PC. Es war Roman. Ich öffnete die Mail.
„Darf ich dich anrufen? Es geht mir nicht gut. Brauche jetzt jemanden. Bin grad allein. Fühle mich allein. Gruß Roman“
Ich wusste nicht was ich nun tun sollte. Ich entschloss mich kurz zu antworten. Ich sandte ihm meine Nummer und sagte er könne jederzeit anrufen. Jetzt begab ich mich auf direktem Wege zu Manuel. Ich setzte mich in mein Auto und fuhr los.
Ich schloss die Haustür von Manu auf und…, das war jetzt nicht war… Toll! Er war noch nicht da. Na ja. Ich würde schon Beschäftigung finden. Ich legte mich auf das Bett und schaltete den Fernseher ein.
Es verging seine Zeit, da stand Manu in der Tür. Völlig abgehetzt.
„Ich wollte pünktlich sein, aber ich konnte nicht!“
„Warum?“
„Bus“, antwortete er kurz.
„Setz dich erst mal.“
Just in dem Moment klingelte das Handy. Ich kannte die Nummer nicht. Ich ging unsicher ran.
„Hier Christian.“
„Roman.“
Ich schaute auf Manuel, dann wieder weg und überlegte. Ich stand auf und ging ins Wohnzimmer. Manuel legte sich hin.
„Hi. Ich…“
Ich war unsicher. Jetzt hörte ich zum ersten Mal Romans Stimme. Es war schon komisch.
„Mir geht’s nicht gut. Ich wusste nicht an wen ich mich sonst hätte wenden sollen.
„Ist doch okay. Was ist los.“
„Hatten heute einen Wohnungstermin. Ich war auch dort. Hab die Wohnung auch.“
„Ja aber das ist doch toll.“
„Ja ich musste mich einige Tage einschließen… Hab mich von Außenwelt abgeschlossen. Aber den Termin heute wollte ich nicht sausen lassen.“
„Du sprichst in Rätseln.“
„Das hat meine Mom auch schon gesagt.“
„Und was hast ihr geantwortet.“
„Nichts. Sie würde das nicht verstehen.“
„Werde ich es verstehen?“
„Das hoffe ich.“
„Jetzt sag was los ist. Ich mach mir Sorgen.“
„Er hat Schluss gemacht.“
„Oliver?“
„Ja.“
Ich hörte Roman schluchzen.
„Ja aber warum?“
„Ich… Sorry…“
Er fing jetzt richtig an zu heulen. „Ich glaub ich kann doch noch nicht drüber sprechen. Ich dachte ich kann…“
„Roman, lass dir Zeit. Du kannst mich jederzeit anrufen. Hörst du?“
„Ja.“
„Und…“
„Und… ja?“
„Na ja wenn es dir schlecht geht und du mal raus musst dann… Dann sag Bescheid ich habe bald Urlaub und du könntest ja herkommen ein Wochenende… hörst du?“
„Das ist lieb… aber…“
Tränen flossen mehr und mehr. Seine Stimme war richtig weinerlich.
„Nix aber…, lass dir Zeit, lass erst mal deinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf.“
„Ja.“
Er antwortete knapp.
„Irgendwann kannst du reden. Mit mir, deinen Freundinnen. Mit wem auch immer.“
„Ja.“
„Lass deine Gefühle raus. Heule!“
Keine Antwort mehr. Nur ein ‚Danke’ dann legte er unter Weinen auf. Ich ging zurück ins Schlafzimmer.
„Wer war das?“ fragte Manuel.
„Roman!“
„Wer?“
*-*-*
Ja, die Tage bei Manuel gingen um. Wenn auch mit Streit gefüllt. Mein Gott was war schlimm daran einen Freund neu kennen zu lernen. Es sollte doch keinen Ersatz für ihn darstellen. Wie konnte ein Mensch so eifersüchtig sein? Toll.
Ich war irgendwie wieder froh zuhause zu sein. Ich schmiss mich auf mein Bett und seufzte.
Ich griff mal wieder nach der Fernbedienung. Das Telefon klingelte.
„Ja?“, sagte ich genervt.
„Was bist du denn so gereizt? Und seit wann schaust du nicht mehr kurz bei uns unten rein wenn du nach Tagen heimkommst?“, hörte ich meine Mutter sagen.
„Ich hab eben keinen Bock“, erwiderte ich barsch.
„Nicht in dem Ton.“
„Mama, ich bin eben nicht gut drauf. Sorry!“
„Was mit Manuel?“
„Nein… Ja… Weiß nicht!“
„Ich lass dich ja schon in Ruhe.“
„Danke.“
Ich legte auf. Auf dem Weg zurück zum Telefon klingelte das Telefon erneut. Ich verdrehte meine Augen und nahm ab.
„Was?“
„Hey was ist los?“ Es war Daniela.
Genervt antwortete ich: „Habt ihr euch abgesprochen?“
„Hä?“
„Jeder denkt hier anrufen zu müssen und mich nach meinem Befinden fragen.“
„Das nennt man Menschlichkeit.“
Auf dieses Geschwätz hatte ich heute echt keinen Bock.
„Hör zu Dani, ich will schlafen. Ich hatte… einen harten Arbeitstag.“
„Wie du lügen kannst.“
„Okay ich will nur meine Ruhe!“
Sie verabschiedete sich knapp und legte auf. Ich tat das Gleiche. Ich schmiss mich frustrierter als zuvor auf die Couch und drückte auf der Fernbedienung rum. Kein Scheiß Sender. Kein scheiß Programm.
Ich schmiss die Fernbedienung in die Ecke und starrte in die schwarze Mattscheibe. Telefon. Ich drehte mich genervt zur Seite und schielte auf das klingelnde rote Ding.
Anrufbeantworter.
Hi Christian, ich bin es Roman… ich… na ja du bist wohl gerade nicht zuhause…“
Seine Stimme hörte sich beruhigter an als beim letzten Telefonat. Ich sprang auf und ging ran.
„Nein bin da.“
„Hi.“
„Hallo Roman.“
„Bist du gestresst?“
„Ja bisschen. Aber egal. Wie geht es dir?“
„Besser. Ich bin dabei meine Wohnung auszuräumen bei den Eltern und pack alles in Kisten.“
„Dann machst du jetzt ernst?“
„Ja, hab den Mietvertrag ja unterschrieben.“
„Cool.“
„Find ich auch. Ich fahr gleich die ersten Kisten rüber.“
„Wohin ziehst eigentlich?“
„Kennst den Europa-Park?“
„Klar.“
„Ich ziehe nach Rust. Fast schon mit Blick auf den Park.“
„Wow. Coole Sache.“
Ich merkte wie sich Entspannung in mir ausbreitete.
„Und was treibst du so?“
„Gerade nur abhängen.“
„Sag mal wann hast du noch mal Urlaub?“
Ich stutzte…
„Na ja in drei Tagen. Noch drei Spätdienste und dann hab ich ab Freitag frei. Warum.“
„Nu so.“
„Du fragst das doch nicht nur so…“
„Na ja… um ehrlich zu sein…“
„Das solltest du sein mein lieber…“
„Ja bin ich ja… Um ehrlich zu sein. Ich wollte dein Angebot annehmen.“
Ich stellte mich dumm.
„Welches Angebot?“
„Na ja zu dir zu kommen.“
Ein Lächeln zuckte über meine Lippen.
„Würdest du dich freuen?“
„Ja klar. Komm her.“
„Ja nicht sofort, wohne ja nicht gerade um die Ecke.“ witzelte Roman „Außerdem warten da noch ein paar Kisten auf mich.“
„Hey klar!“
„Wenn ich hier alles fertig habe. Ich hoffe ich schaffe das bis Freitag würde ich losfahren… Du müsstest mir nur noch ne Wegbeschreibung schicken…“
„Klar die folgt per E-Mail.“
„Freue mich.“
„Klar ich lenk dich ab und zeig dir die Gegend.“
„Schön.“
Wir verabschiedeten uns und ich setzte mich prompt an den Computer um für Roman eine Wegbeschreibung zu basteln. Was ja nicht sonderlich schwer war. Immerhin war ich ja schon oft genug im Europa-Park.
Ich konnte mir also ausmalen wo er herkam. A5 und dann immer geradeaus. Darmstadt.

*-*-*

„Einen fremden Mann?“

„Er ist nicht fremd.“

„Du hast mit ihm gemailt, telefoniert… Und dann gleich hierher in unser Haus. In deine Wohnung?“
„Na und?“
„Was wenn er ein Vergewaltiger? Ein Killer ist?“
„Mutter!“
„Was?“
„Übertreibe es nicht.“
„Was sagt überhaupt Manuel dazu?“
Ich schaute sie irritiert an.
„Langsam angehen lassen, hm?“ Daniela nippte an ihrem Cocktail.
„Hey, ja!“
„Na ja du bist ja auf einmal Recht flux. Drei Tage Roman. Nie gesehen und gleich drei Tage bei dir einnisten.“
„Na und?“
„Langsam angehen? Bisschen Alk und dann…? Gefühle. Trösten…“
„Hey, da läuft nichts! Ich liebe zufällig jemand anderen.“
„Ja und mit dem hast du gerade Stress.“
„Hatte!“
„Ach?“
„Ja haben uns versöhnt.“
„Also Roman kommt übermorgen?“
Ich nickte.
„Was sagt überhaupt Manuel dazu und der übernachtet drei Tage bei dir?“
„Ja und?“ fragte ich schnippisch.
„In deinem Bett?“
„Na sonst hab ich wohl keine Möglichkeit.“
„Couch!“
„Ich lass den doch nicht auf der Couch pennen.“
„Du kannst auf der Couch pennen.“
Stur ignorierte ich diese Aussage und verschränkte die Arme.
„Echt jetzt, Chris, ich verstehe dich nicht.“
ch mich aber.“ Antwortete ich unüberlegt.
„Gut.“
„Das war’s?“
„Ja mehr brauch ich ja nicht zu wissen scheint mir. Bist eh stur und uneinsichtig.“
„Ich…“
*-*-*
Ich saß auf der Couch und wartete ungeduldig auf Roman. Er hatte sich für den Nachmittag angekündigt. Er sagte es müsste so ca. 16 Uhr sein wenn er ankommt. Ich schaute auf die Uhr. Kurz vor 4… Das Handy klingelte.
„Roman?“
„Ja. Du ich wollt nur fragen ob ich hier richtig bin. Glaub ich bin da wo du mich hingelotst hast. Ich weiß aber nicht wo ich klingeln soll. In dieser Stadt sieht alles gleich aus.“
Ich rannte zum Fenster und schaute raus. Da unten schien er zu stehen. Ich öffnete das Fenster.
„Roman“, rief ich zur Straße runter.
Er schaute verwirrt um sich. Viel war nicht los hier in der Gegend von Darmstadt, daher war es klar, dass er es sein müsste. Es schien für ihn sogar ein leichtes zu sein hier in Darmstadt einzuparken. In dieser Stadt musste Einparken gekonnt sein. Parkplätze waren rar und eng.
Ich winkte ihm als er nach erneutem Rufen nun endlich nach oben sah…
„… oberste Klingel. Dieses Haus hier.“
Roman beendete das Gespräch und legte auf. Er lief mit seiner großen Reisetasche über die zu geparkte Straße und klingelte. Ich öffnete ihm. Die Treppe rief ich hinunter, dass er ganz rauf laufen soll. Dort würde ich auf ihn warten. Er tat dies und erklomm die Treppen.
Da stand er nun vor mir. E-Mails, SMS und Telefonate. Und jetzt endlich persönlich. Ich musterte ihn kurz. Seine Haare waren natürlich, ungefärbt, braun. Seine Augen genauso braun. Seine kleine Tasche die an seiner rechten Hüfte hing fiel mir sofort auf. Ich grinste.
Er begrüßte mich und fragte warum ich ihn so anschauen würde. Dabei hob er ach so schwul beide Arme nach oben. Ich bat ihn rein und schloss die Tür.
„Tucke!“
Roman setzte sich auf die Couch und schaute mich fragend an.
„Na komm so wie du dich bewegst…“
„Na du weißt ja, dass ich schwul bin. Bisher hat mich noch kaum jemand enttarnt. Auf Arbeit bin ich genau wie die anderen unauffällig heterosexuell.“
„Aha. Da schauspielerst du, hm?“
„Nein. Ich wirke eben nicht schwul.“
Er grinste.
„Oh der richtig männliche, hm?“
„Dass ich schwul bin wissen nur meine Familie und meine engsten Freunde.“
Ich setzte mich zu ihm. Er mochte es wohl nicht wenn man ihn all zu schwul einstuft. Doch sein Auftritt war alles andere als hetero. Aber ich ließ ihn in dem Glauben.
„Wo kann ich denn meine Tasche abstellen?“
Ich schaute auf die Reisetasche, die mitten im Zimmer stand.
„Lass sie doch erst mal dort.“
„Aber da steht sie doch nur im Weg.“
Roman erhob sich und stellte sie tuckig – nein rein heterosexuell natürlich – an die Zimmerwand. Ich grinste erneut. Roman kam zurück und setzte sich.
„Ich hab dir auch was mitgebracht.“
„Echt? Das wäre doch nicht nötig gewesen.“
„Ist dein Freund eigentlich an dem Wochenende auch hier?“ fragte er wissbegierig.
Ich schüttelte den Kopf.
„Nein?“
„Na ja wir fahren ihn morgen vielleicht mal besuchen.“
Roman bohrte nicht weiter nach und zauberte eine Weinflasche aus seinem Täschchen. Deswegen erschien die Tasche wohl so gefüllt. Jetzt wurde sie richtig schlaff. Was trug ein Mann wohl in einem Handtäschchen mit sich.
Ich versuchte einen Blick zu erhaschen. Sah aber nichts. Taschentücher? Kondome? Na ja die brauchte er hier ja nicht…Ich freute mich über die Flasche Wein.
„Die ist aus meiner Heimat. Ein echter Badener!“
„So wie du?“
Ich umarmte ihn und flüsterte: „Schön dich mal kennen zu lernen. Einen echten Schwaben!“
Roman fuhr zurück und sah mich versteinert an. Ich schaute ihn irritiert an.
„Ich bin kein Schwabe!“
„Wie jetzt?“
„Ich komme aus Baden. Das Herzstück von Baden-Württemberg.“
„Ja soviel Herz, dass sich die Ladensherren es sich wohl nicht nehmen ließen den Bundeslandnamen mit ‚Baden’ beginnen zu lassen.“
„Korrekt“, sagte Roman stolz.
Ich hob meine Hände und Arme abwehrend: „Sorry ich wusste nicht, dass da ein so großer Unterschied ist. Ich wollte dich nie beleidigen. Ich war in Erkunde nie wirklich der Hit.“
Roman winkte ab und gab zu Antwort, dass es ja nicht schlimm sei. Doch an seiner vorigen Reaktion spürte ich, dass er einen gewissen Stolz verspürte… Er fragte mich nach dem Badezimmer. Ich wies es ihm. Er dackelte mit seinem Täschchen davon.
Nicht schwul – hetero wirkend – von wegen. Nein eine Hete wäre nicht gleich ins Bad gestürmt und hätte auch nie eine Flasche Wein mitgebracht, sondern einen Six Pack. Nicht Roman…
Aber ich ließ ihn gern in dem Glauben, dass er die Erscheinung auf andere hatte, die er sich wohl wünschte. Jetzt saß ich da für Momente allein auf dem Bett. Jetzt war es soweit: 2,5 Tage Roman und ich musste ihn beschäftigen…
„Langsam angehen lassen, hm?“ Daniela nippte an ihrem Cocktail. „Was wenn er ein Vergewaltiger? Ein Killer ist?“
Schwachsinn. Ein Killer, der sich aufziehen ließ und schwul durch die Wohnung huschte mit seinem kleinen Handtäschchen aus Stoff. Langsam angehen… Ich spürte nichts… keine sexuellen Gefühle, keine Liebe.
Oder sollte das alles kommen. Immerhin schliefen wir nebeneinander zwei Nächte.
„Wo soll ich eigentlich pennen?“ dackelte Roman plappernd wieder aus dem Bad heraus.
Ich schaute ihn an.
*-*-*
Und das dort ist das Schloss von Darmstadt. Im Keller finden hin und wieder eine Disko für Schwule und Lesben statt. Sonntags. Roman schaute interessiert rüber. Wir überquerten gerade die Schienen der Straßenbahn.
„Echt?“
„Nein unecht!“ erwiderte ich frech.
„Und wo gehen wir jetzt hin?“
„Zu Ludwig?“
„Ich dachte er heißt Manuel?“
Roman war irritiert. Ich lachte und lief weiter.
„Wer ist das nun?“ setzte Roman wieder an.
„Wer? Der lange Ludwig?“
„Wird das jetzt etwas Perverses?“
Roman schaute an mir runter.
Ich lachte erneut: „Keine Angst ich nenn mein Ding nicht den langen Ludwig.“
Ich deutete nach oben als wir die Straßenbahnschienen entlang liefen Richtung Rheinstraße.
„Ja und was ist da? Sparkasse?“
„Roman. Schwenk deine Pupillen mal nach rechts. Sparkasse, tz…“
Er blickte auf die Statue auf der hohen Steinsäule und schaute dann wieder zur Sparkasse.
„Ich muss Geld holen.“
„Kulturbanause,“ bemerkte ich.
Roman drehte sich um, er war mir etwas vorausgegangen, die Bank als Ziel. Ich nahm mir vor ihn auf die Einkaufspassage los zu lassen. Kultur schien ihn nicht sonderlich zu interessieren. Vielleicht ist das bei Kfz-Mechanikern so.
Kultur war wohl eher was für Abiturienten. Mich interessierte es ja auch nicht all zu sehr… Ich dachte nur ihm etwas zeigen zu müssen. Roman tippte wie wild auf dem Geldautomaten rum und schnappte sich das Geld, das ausgespuckt wurde durch die Luke.
Wir gingen etwas zurück und starten unsere Einkaufstour im Luisencenter. Dort waren schon reichlich Geschäfte. Aber das befriedigte Romans Einkaufswut nicht unbedingt. So gingen wir weiter durch die Innenstadt, bis Roman alle relevanten Geschäfte abgeklappert hatte.
„Schuhfetischist!“
„Was denn?“ reagierte Roman eingeschnappt.
„Wie kann ein Mann allein in jeden Schuhladen tapsen und nichts kaufen?“
„Na da war nix gescheites dabei!“
Ich schüttelte erheitert den Kopf und riss meine rechte Hand nach oben: „Da das ist deine letzte Chance.“
Roman taperte wieder schneller in kurzen schnellen Schrotten.
„Das Schaufenster ist ja schon geil.“
Er betrat den Laden. Ich verharrte noch kurz draußen und starrte auf mein Handy. Manuel schien angerufen zu haben. Ich überlegte kurz und wählte seine Nummer. Keiner nahm ab.
„Kommst du?“ rief Roman durch die halb offene Tür.
Ich nickte und trat ein. In seinen Händen hatte er bereits das Paar Schuhe, das auch im Schaufenster stand.
„Die probier ich jetzt an.“
„Na dann mach.“
Meine Stimme war zickig. Das sagte wenigstens Roman. Ich setzte mich zu ihm auf einen Stuhl und beobachtete ihn beim Anziehen der Treter. Er schien verliebt zu sein in diese Schuhe und er lief damit auf und ab. Mindestens fünfzehn Minuten.
„Und?“ fragte er.
Ich stütze mich auf die Armlehnen des Stuhls und witzelte: „Weißt du hier in Hessen läuft man damit erst wenn sie bezahlt sind…“
Und ich wollte noch einen drauf setzten.
„Ich weiß ja nicht wie lang ihr in Schwaben damit rumtuckert bis ihr bezahlt. Rente?“
Roman verschränkte seine Arme. Dabei rutschte sein Begleiter von der Schulter. Die Tasche rutschte in seine Hüfte. Ich lachte los.
„Das sieht ja so geil aus!“
Roman zahlte und wir verließen das Geschäft. Wir bewegten uns in Richtung Carreé. Dort gab es ein tolles Café. Nicht gerade mein Stammlokal, da teuer. Aber ich musste Roman ja was von der Stadt zeigen.
„Du bist eingeladen!“
Wir setzten uns und Roman bedankte sich. Zum ersten Mal fiel mir sein fröhliches Lächeln auf. Er schien hier richtig aufzublühen. Fern ab von seinem Ex. Darauf wollte ich ihn jetzt aber nicht ansprechen.
Die Ablenkung schien zu funktionieren. Und das schon innerhalb weniger Stunden.
„Christian?“
Aus meinen Gedanken gerissen schaute ich Roman an.
„Ja?“
„Wer ist nun der lange Ludwig?“
*-*-*
Bevor ich uns Abendessen kochen wollte setzten wir uns noch mal gemütlich auf die Couch um uns etwas vom Einkaufsbummel auszuruhen. Erneut versuchte ich Manuel zu erreichen. Erfolglos. Er nahm einfach nicht ab. Komisch.
Roman bekam von dem Ganzen nichts mit. Der saß erschöpft da auf seiner Seite der Couch.
„Du, Christian?“ unterbrach er plötzlich die Stille.
„Gibt gleich Essen,“ leierte ich mir eine Antwort aus den Rippen.
„Nein das ist es nicht.“
„Was dann?“ Ich schaute ihn fragend an.
„Na ja jetzt bin ich schon fast fünf Stunden hier und wir haben noch nicht… na ja…“
„Was?“
Ich wurde neugierig was er zu sagen hatte. Roman schaute mich ernst und traurig an.
„Was ist denn los Roman?“
„Na ja wir haben noch nicht über meinen Ex gesprochen.“
„Ich hab dir doch gesagt du kannst darüber sprechen wann immer du willst!“ erwiderte ich tröstend.
Roman nickte.
„Ja ich weiß. Aber…“
„Roman mach jetzt nicht so ein Geheimnis. Was ist los? Was möchtest du mir sagen?“ fragte ich fordernd.
Roman schaute auf zu mir: „Eigentlich will ich über den Typen gar nicht mehr reden. Ich hab mich vorhin wohl gefühlt. So ganz ohne Gedanken an ihn.“
„Das freut mich!“ atmete ich auf.
„Ja, zum ersten Mal hab ich nicht an ihn gedacht. Als ich die Wohnung einräumte hingen meine Gedanken ständig an ihm. Ich fand das grausam. Hab geheult. Geheult und nur geheult.“
„Irgendwie muss dieser Schmerz auch raus!“ versuchte ich eine verständnisvolle und tröstende Antwort zu finden.
Roman nickte und schaute in seinen Schoß.
„Ich fühle mich hier wohl.“
„Schön. Das war ja auch das Ziel. Du brauchst Ablenkung!“
„Ich weiß nicht es ist als würden wir uns schon lange kennen. Weißt du wir haben uns gesehen und wir warn gleich vertraut. Wir haben gewitzelt. Spaß. Jemand anderen hätte ich längst geschlagen für den Schwaben-Witz.“
„Männlich wieder, hm? ‚Schlagen’ Uuuuuuh. Roman-Rambo.“
Roman lachte. Dann wurde es wieder ruhig.
„Im Ernst jetzt mir kommt es echt so vor als wären wir schon ewig Freunde. Ich glaube man kann mit dir gut reden und nicht nur schreiben…“
Ich war geschmeichelt diese Worte zu hören. Jetzt erhob ich mich und ließ Roman in seinen Gedanken sitzen.
„Und bevor es zur Liebeserklärung kommt mach ich jetzt was zu Essen.“
Roman grinste: „Mit leerem Magen läuft da eh nix. Liebe geht durch den Magen. Nicht nur in Baden! Spaß!“
Ich drehte mich auf dem Weg zur Küche noch mal um und setzte ein Lächeln auf. Ich entkorkte die Weinflasche, welche mir Roman am Nachmittag geschenkt hatte und stellte sie schnell wieder ab.
„Die Nudeln…“
Ich rannte in die Küche. Mittlerweile schenkte Roman uns beiden Wein ein. Mit einer Schüssel kam ich nach kurzer Zeit zurück ins Esszimmer. Ich platzierte die grünen Nudeln neben dem Lachs und der leckeren Soße.
Ich bat Roman mir seinen Teller zu geben. Der löschte seine Zigarette und reichte mir den Teller. Währendessen steckte er meine Kerzen auf dem Tisch an mit seinem Feuerzeug.
„Uhh wie romantisch!“
„Liebe geht durch den Magen,“ witzelte er frech.
„Ja, ja schon klar.“ Ich füllte auch meinen Teller.
„Guten Hunger, Roman.“
Er wünschte mir das gleiche. Wir aßen genüsslich einige Bissen und dann fiel Romans Blick auf den Wein.
„Hey wir müssen noch anstoßen!“
Ich erhob mein Glas, so wie es Roman tat und prostete ihm zu.
„Auf unsere Freundschaft!“
Freundschaft. War es das? Nach den wenigen Mails, den wenigen Stunden Anwesenheit hier? Konnte sich daraus eine Freundschaft entwickeln? Ich wusste es nicht. Obwohl ich wünschte es mir.
Ich fühlte mich außerordentlich wohl. Vergaß meine Probleme für einen Augenblick. Wohl fühlen. So wie bei Manuel? Nein es war anders. Ich konnte es nicht beschreiben. Ich hatte nie einen wirklich guten Freund.
Einen schwulen Freund. Da waren immer nur Freundinnen. Und Daniela. Aber um die war ich froh. Ich war froh sie zu haben. Würde ich das auch irgendwann von Roman behaupten? Ich wusste es nicht.
Wein floss meine Kehle hinunter.
„Hm lecker ist der.“
Ich schaute auf Roman. Der lächelte nur verschmitzt.
„Was?“
„Alle Badener sind lecker!“
Warum immer diese Zweideutigkeit? Liebe geht durch den Magen? Badener sind lecker? Ich war irritiert. Roman schien dies zu merken.
„Den Wein meine ich, Dussel.“
Er nahm erneut einen Schluck.
*-*-*
„Das Roman, ist mein Freund Manuel.“
Manuel musterte ihn ungläubig, reichte ihm dann aber die Hand. Er tat gerade so als würde er seinem Widersacher die Hand zum Waffenstillstand reichen. Man konnte es auch übertreiben.
„Hallo Manuel.“ begrüßte ihn Roman freundlich mit seinem Händedruck.
Wir setzten uns auf die Couch. Schweigen. Manuel wollte scheinbar nichts sagen. Roman wusste nicht zu sagen und ich suchte nach Gesprächsthemen.
„Tolles Wetter heute.“ unterbrach Roman die Stille.
Ich schaute Roman an. Er fühlte sich unwohl. Fremd. Manuel schaute ich eben so an. Seinen Blick konnte ich besser deuten. Wetter, ausgerechnet. Wie geistreich. Besser als nichts zu sagen.
„Manuel willst du uns nichts zu trinken anbieten?“
Manuel stand mürrisch auf und ging in die Küche. Er kam wieder mit einer Flasche Apfelsaftschorle und drei Gläsern. Er schenkte uns ein und schob jedem ein Glas hin. Er verschloss die Flasche wieder.
Er lehnte sich zurück. Ich spürte keine guten Schwingungen. Keiner fühlte sich wohl. Es war alles zu neu. Ich versuchte mich in Manu hinein zu versetzten. Warum war er so? Verletzt? Wie würde ich mich fühlen wenn ich ihm einen anderen Schwulen vorstellen würde und mir sagen würde, dass der jetzt bei mir wohnen würde für das Wochenende.
Würde ich mir auch jedes Horrorszenario eifersüchtig herbeizaubern. Konnte Manuel nur das sexuelle sehn. In jedem einen Feind, der ihm den Freund wegnahm. Ich konnte es nicht verstehen.
Jetzt versuchte ich mich auch in Roman hinein zu versetzten. Wie musste er sich hier in dieser Situation fühlen? Er musste sich doch überflüssig, am falschen Ort, vorkommen. Das wollte ich nicht. Manuel hatte eine Laune wie…, ich konnte es nicht deuten.
Sollten wir verschwinden? Ich nahm einen großen Schluck von meinem Getränk und verabschiedete mich auf Toilette. Jetzt konnte ich beide Blicke deuten. „Warum lässt er mich jetzt mit DEM alleine?“
Ich blieb auf halbem Weg stehen und drehte mich um: „Bin gleich zurück und dann gehen wir. Zu Daniela!“
Beide schauten erst mich irritiert an und dann sich gegenseitig. Mein Entschluss stand fest. Ich verschloss die Badezimmertür hinter mir. Aber… sie schienen sich zu unterhalten. Wortfetzen.
Ich konnte nichts verstehen. Es sollte mich ja auch nichts angehen. Ich pinkelte zu Ende und ging zum Waschbecken. Noch immer Stimmen. Sollte ich sie noch ein wenig alleine lassen. Vielleicht tauten sie dann auf und verstanden sich doch ganz gut.
Roman brauchte dann keine Angst mehr zu haben etwas zu sagen und Manuel merkte vielleicht wie lächerlich seine Eifersucht war. Schweigen. Ich trocknete meine Hände. Eine Minute keine Stimmen mehr.
Ich verließ das Bad. Ich wollte die Situation nun doch beenden.
„Gehen wir, Roman?“
Manuel gab ich einen flüchtigen Kuss auf die Lippen. Dabei fühlte ich mich einerseits unwohl, weil er so war wie er war. Andererseits spürte ich dieses Kribbeln ihn berührt zu haben.
Schlimm hätte ich dieses Kribbeln nicht mehr. Ich schloss kurz die Augen. Manuel zeigte ein sanftes Lächeln. Ich lächelte zurück und folgte Roman zur Haustür.
„Was ist denn diese Daniela für eine?“, begann Roman ein Gespräch im Auto auf der Fahrt zu unserem nächsten Ziel.
„Na ja. Sie ist frech. Wirst schon sehen.“
Roman nickte und fragte auch gar nicht weiter nach.
„Da sind wir.“
Ich parkte das Auto in eine große Parklücke ein und wir stiegen aus. Wir liefen rüber zu Danielas Haus in dem sie Ihre Wohnung hatte. Ich klingelte. Schnell öffnete sie die Tür und wir liefen die Treppen nach oben.
Freudig empfing sie uns und umarmte mich.
„Dreiundzwanzig da bist du ja, mein Schatzi!“
Die üblichen Scherze und wieder mal völlig abgedreht.
„Das du immer auf allem so lange rum reiten musst. So witzig bist du auch nicht.“
Ich grinste und schüttelte gleichzeitig den Kopf. Sie bat uns rein mit ihrem völlig abgedrifteten Grinsen im Gesicht. Ich wusste wie sie drauf war. Das konnte ja lustig werden. Ich stellte ihr Roman vor und schon begann sie überzulaufen.
Sie plapperte los, so als wäre Roman gar nicht anwesend. Sie blendete ihn aus und langte so richtig in die Vollen.
„Christian, weißt du was?“
„Ja, ich sehe es an deinem scheelen Grinsen. Lass es“, forderte ich sie auf.
Doch das fiel ihr gar nicht ein.
„… ich wurde schon zwei Wochen nicht rangenommen!“
Roman schaute sie entgeistert an. Er kannte die Frau nicht und sie tischte diese Themen auf? Als einer ihrer ersten Sätze?
„Daniela, bitte!“
„Hey ich brauch es auch ab und zu. Und richtig hart.“
Roman Gesicht wurde blasser. Eine Interpretation seiner Gedanken war nicht nötig. Sein offener Mund sprach Bände.
„Hat die was genommen?“
Plötzlich deutete Daniela auf Roman und fragte frech: „Und der hat vom Blasen mit dir eine Maulsperre bekommen?“
Roman zuckte zurück und schloss schnell den Mund.
„Langsam angehen, hm? Christian, der Wilde. Rammler!“
Roman lachte. Ich war verblüfft.
„Siehst du dein Bläser findet das lustig!“
„Er ist nicht…“
Ich war ernst und wusste nichts zu sagen. Heute war ich überrannt von ihren Verbalattacken und auch von Romans Reaktion. Er lachte.
„… nicht dein Bläser. Soso. War er etwa tiefer drin? Mollig warm da hinten?“ Sie hob ihre rechte Pobacke und zeigte provokant darauf. Beleidigt lehnte ich mich zurück. Roman lachte noch immer. Aber er merkte auch, dass mir das nicht so gefiel. Er stoppte.
„Die ist nicht immer so“, sagte ich zu ihm, „aber heute muss Madam wieder alles geben. Um mich zu ärgern. Bloß zu stellen.“
Daniela schüttelte den Kopf und plötzlich eine ernste Frage: „Und du kommst aus Baden-Württemberg?“
Roman nickte.
„Was machst du denn dort?“
„Ich bin Kfz-Mechaniker. Macht Riesen Spaß.“

„Hey ich hatte auch mal einen Mechaniker. Der wusste mit Rohren um zugehen. Und der hatte mindestens…“
Ich blickte streng.
„Mindestens so viel Charme wie du,“ fuhr sie fort.
Roman grinste und steckte sich eine Zigarette an.
„Und du bist auf Besuch weil du mit deinem Ex Schluss gemacht hast?“
Roman schüttelte den Kopf: „Nein, er hat Schluss gemacht.“
„Ach so, weißt du ich bin auch gerade solo. Scheiß Männer halt.“
„Ja.“
Roman antwortete kurz und zog an seiner Zigarette.
„Weißt du, du brauchst irgendwann einfach eine Scheißegal-Einstellung. Nur so funktioniert das. Ich hatte das auch oft. Weißt du da bin ich lieber ein Flittchen und fummel mit jedem rum bevor ich mich wieder Liebe hingebe.“
„Verstehe ich.“
Ich verstand mittlerweile gar nichts mehr. Verstanden sich die Zwei jetzt schon so gut? Ist das Romans Ausstrahlung? Verstand er sich mit jedem gut… so auf Anhieb? Beide unterhielten sich weiter. Ich beobachtete die Zwei.
Würde er mir gleich im Auto sagen, was das für ne Schnecke war zu der ich ihn da mitgeschleppt habe? Ich war schon verblüfft. Ich wusste ja, dass Daniela wandlungsfähig war. Man konnte gut mit ihr reden.
Dann wieder kramte sie alte Kamellen aus, am liebsten aus meinem Sexleben. Ihr Sexleben – Ihr Porno-Leben würde ich sagen – verschwieg sie keinem. Als würde das die ganze Welt interessieren. Mich heute nicht.
Für Roman war es neu und schon wieder fing sie an. Peinlich.
*-*-*
„Einfach cool deine Freundin Daniela!“
Ich bog blinkte und bog rechts ab. Auch der Samstag war rum und es kam eine weitere Nacht in der ich mit Roman ein Bett teilen musste. Mir war es gleichgültig. Gefühle gab es ja keine. Er schlief auf seiner Seite. Ich auf meiner. So schliefen wir friedlich ein.
Es war schon ein ereignisreicher Tag und so hatte ich einen unruhigen Schlaf. Ich dachte zurück an Manuel und sein Verhalten gegenüber Roman. Aber vielleicht deutete ich alles falsch?
Immerhin hatte er beim Abschied dieses Lächeln auf den Lippen. Dieses Lächeln konnte ich nicht interpretieren. War es ein –ich-werde-ihn-bald-verlieren Lächeln? Ein aufgezwungenes, dass ich nichts merke oder war es ein Lächeln als Ausdruck der Freude, dass ich am Sonntagabend wenn Roman heimfuhr bei ihm auftauchen würde.
Und dann war da noch Daniela. Warum war sie so vertraut mit Roman? Der fand ihren Humor auch noch toll. So toll, dass die beiden E-Mail-Adressen tauschten. Toll. War das nun meine Eifersucht?
Meine beste Freundin sucht Kontakt zu einem noch-nicht-ganz-Freund? Eifersucht war schon was für sich. Jetzt spürte ich so etwas in mir – nicht nur in mir die Gedanken. Ich spürte eine Hand auf meinem Oberschenkel.
Ich blieb ruhig liegen. Ich versuchte mich nicht zu bewegen. Ich wusste nicht was mit mir geschah. Im Bett lag ich spärlich begleitet. Nur eine Short hatte ich an. Allein dieser Anblick hätte Manuel sicher an die Decke gehen lassen. Zwei Männer in einem Bett – halbnackt.
Noch immer blieb ich ruhig liegen. Ich war verkrampft. Eine Stimme in mir bat mich locker zu bleiben. Es würde nichts Schlimmes passieren. Die Hand wanderte weiter nach ob und als sie den Rand meiner Shorts n den Beinen berührte zuckte ich.
Ich hatte eine Gänsehaut. Die Hand strich zart über meine Oberschenkel, entlang am Rand der Stoff-Unterwäsche. Die Hand bewegte sich immer mehr in Richtung meines schon sehr schwitzigen Schwanzes. Ich war nervös. Auch irgendwie geil.
Es machte mir irgendwann gar nichts mehr aus, dass die Hand – scheinbar absichtlich – jeden Zentimeter meiner Unterhose erforschte, außer die Hauptstelle nur entfernt zu berühren. Ich spürte wie meine Schwanz steig war und schon fast über den Rand der Hose hinaus lugte. Doch die Hand dachte nicht daran ihn zu packen.
Ich war ungeduldig. In Trance. Ich fühlte mich wohl mit dieser Hand in der Hose. Sie sollte mich endlich ganz anfassen. Es gab immerhin genug was sie weiter erforschen konnte. Da, die Fingerkuppen berührten meine Eier.
Ich zuckte kurz. Es schien unbeabsichtigt sein. Aber das nahm die Hand nun zum Anlass ihre Forschungen zu erweitern. Die Finger kitzelten meine weiche Haut am Hodensack. Immer wieder zuckte ich.
So viel Zärtlichkeit. Die Hand streichelte gekonnt nur die Eier. Das Umland war längst vergessen und der große „Turm“, der lang Ludwig, als Ziel vor Augen. Aber er sollte nicht berührt werden.
Es kam mir vor wie ewige Zeiten, in der mich die Finger nur dort berührten. Nur langsam bewegten sie sich höher und weiter in Richtung Ständer. Den spürte ich fast gar nicht. Ich war nur auf diese Finger und die Gefühle fixiert.
Mein Gefühl schien sich auf wenige Zentimeter meines Körpers zu beschränken. Alles andere war unwichtig, tot. Die Finger kraulten die Eier deutlich fester. Das spürte ich nun deutlich. Es war ein unsagbar tolles Gefühl.
Die Hand umfasste meine Eier und drückte diese. Ich stöhnte kurz auf. Was war das? Das feste Kneten hörte wieder auf und die Hand krabbelte gen Norden. Der Turm sollte erklommen werden.
Wie eine Brücke lag er zwischen meinen schweißigen Oberschenkeln und dem Bauchnabel. Die Hand packte plötzlich fest zu und umschloss meinen Schwanz. Wow. Die Hand wusste mit meinem Schwanz umzugehen. Ganz vertraut.
Ich stöhnte. Die Hand begann langsam meinen Schwanz zu massieren. Ich rekelte mich in diesem Gefühl. Die Hand ließ wieder ab und streichelte meine Eichel. Es pochte. Wow. Irgendwas rammte mir plötzlich in die Seite.
„Mach weiter!“ forderte ich.
Wieder der Stoß in die Seite.
„Weiter!“ bettelte ich.
Stoß.
„Komm!“
„Hey!“
Erschrocken öffnete ich die Augen.
„Ja?“
„Ich wollte pennen.“
„Ja aber…“, sagte ich irritiert.
„Musst deinen Manuel wohl sehr liebe,“ bemerkte Roman.
„Du hast gestöhnt und… na ja… ständig seinen Namen gesagt.“
Ich merkte plötzlich, dass ich aus einem Traum gerissen wurde. Mit meiner Hand fuhr ich unter der Decke hervor. Ich hatte mich im Schlaf gewichst und von Manu geträumt? Hatte Roman das gemerkt? Wie lang war er schon wach?
„Und jetzt schlaf!“ forderte mich Roman auf.
Ich nickte.

„Und nicht wieder im Schlaf schwätzen.“
Ich drehte mich zu ihm um und schaute ihn fragend an.
„Ja du hast voll im Schlaf geredet.“
„Was denn?“
„Das willst du gar nicht wissen. Muss ja bei eich Zwei voll abgehen im Bett. Wenn ich nach dem gehe was du so geschwätzt hast. Es waren ja nur ständig Wortfetzen und Stöhnen…“
Ich schüttelte irritiert den Kopf.
Nach einigen Sekunden drehte ich mich wieder um zu Roman und erwiderte: „Komisch, ich dachte es wäre umgekehrt gewesen und du hast im Schlaf geredet…“
Roman lachte auf: „Ich schwätz nicht im Schlaf!“
„Und hast dich gut erholt von mir und Darmstadt?“
Ich hörte Roman durchs Telefon lachen.
„Ja sicher. Wäre auch noch gern länger geblieben, aber Baden braucht mich ja auch wieder. Außerdem ein Badener hält es nie lang in der Ferne aus.“
„Tja dafür bist jetzt wieder in deinem Alltag.“
„Ja dem konnte ich bei dir ganz gut entfliehen. Dafür bin ich dir sehr dankbar.“
„Musst du nicht. Ist doch Ehrensache.“
„Na ja das würde wohl nicht jeder für einen Freund tun oder?“ lobte mich Roman stolz.
„Vielleicht.“
„Darf ich das überhaupt?“
„Was denn?“ fragte ich verwirrt.
„Dich einen Freund nennen?“
Ich lachte.
„Klar darfst du das. Aber nur unter einer Voraussetzung!“
„Und die wäre?“ fragte Roman nun irritiert.
„Was für dich gilt, gilt auch für mich.“
„Willst du mich etwa besuchen kommen?“
„Das sowieso auch mal. Aber wenn du mich einen Freund nennen darfst dann möchte ich das auch von dir behaupten.“
„Ach so!“
„Nein im Ernst jetzt. Ich war froh, dass du da warst. Und mit dir kann ich gut Reden. Das hab ich am Sonntag gemerkt.“
„Na ja wir haben ja nur auf der Couch abgehangen und was blieb da als uns gegenseitig unser Leben offen zu legen?“
„Ja langweilig war es nie. Auch wenn wir nur auf der Couch hingen. Es war interessant mehr über dich zu erfahren. Alles über dich und deinen Ex. Ich habe mich in dich hineinversetzt. Ich stelle es mir hart vor wenn so etwas zu Ende geht. Man hat sich ewige Liebe geschworen und plötzlich kommt da so ein Punkt, da geht es nicht mehr. Und der andere hat weder die Kraft, noch den Willen es fortzusetzen. Wenn ich Liebe schwöre, dann versuch ich doch alles zu geben. Und nicht gleich abzuhauen, nur aus Schiss, dass es vielleicht nicht funktionieren würde das Zusammenwohnen. Flüchten oder das festzustellen – dafür wäre auch nach dem Versuch des Zusammenlebens Zeit gewesen.“
„Du hast mir nie erzählt warum du nicht mit Manu zusammen wohnst.“
„Ich weiß es nicht. Ich liebe sicher meine Freiheiten.“
„Ich könnte das nicht. Ich bräuchte meinen Freund bei mir. Freiheiten?“
„Na ja nicht in dem Sinn, dass wir eine offene Beziehung hätten. Eben das tun und lassen was man möchte.“
„Diese Begründung bekam ich auch von meinem Ex. Urplötzlich. Vor was habt ihr alle Schiss?“
„Ich weiß es nicht. Vielleicht hast du ja recht und ich sollte es probieren mit Manuel. Ab und zu lieg ich schon in meinem Bett und denke darüber nach warum ich es nicht einfach tue.“
„Was sagt Manu dazu? Immerhin gehören zu einer Beziehung und auch zum Zusammenziehen zwei!“
„Ich weiß es nicht.“
„Wie?“
„Ich glaube er sieht es ähnlich.“
„Ihr seid mir zwei. Sehr ihr euch echt nur am Wochenende?“
„Meistens. Bin aber auch sehr froh ihn zu sehen. Ich hatte ne Phase da habe ich an der Liebe zu ihm gezweifelt. Es waren lange Wochen. Ich habe ihn vermisst und wenn ich ihn sah am Wochenende. Na ja da war jeder Zauber weg.“
„Und kaum warst wieder allein wolltest zurück?“
„Ja klassische Sehnsucht eben. Aber etwas anders. Aber heute bin ich mir meiner Liebe so sicher.“
„Hättest du auch sonst solche Träume!“ lachte Roman.
„Wie meinst du?“
„Du hast voll oft seinen Namen gesagt. Ich war voll neidisch. Ich wünschte ich hätte auch eine solche Beziehung wie du.“
„Beziehungen sind nicht immer leicht.“
„Ja und solo ist leichter? Denkst du das?“
„Hab ich schon ab und zu gedacht.“
„Was denkst du ist besser am Solo sein?“
„Nun man hätte seine Freiheiten. Man könnte viele Männer kennen lernen und mit ihnen schlafen. Erfahrungen sammeln. Man kann tun und lassen was man will und wann man es will. Niemand kontrolliert dich.“
„Gegenargumente: Geborgenheit, den Partner immer besser kennen lernen, jemanden haben der einfach nur da ist…“
„Ich weiß. Ich möchte auch nicht solo sein. Davor habe ich Angst.“
„Warum?“
„Einsamkeit. Ich bin kein Flittchen. Ich denke meine Freiheiten könnte ich nie so ausleben wie erwähnt. Nie würde ich mit allen möglichen Jungs pennen wollen.“
„Ja Flittchen ist nicht…“
„Denkst du, du wirst zur männlichen Schlampe?“
„Nein ich will wieder einen Freund.“
„Ja aber nicht zwanghaft suchen!“
„Nein, nein mach ich nicht. Ich lass alles auf mich zukommen.“
„Flexibel, hm?“ Ich grinste.
„Sau!“
„Was denn?“
„Ich denke sicher nicht immer nur an Sex. Es ist was Schönes. Aber nicht alles.“
„Und denkst du noch an ihn?“
„Meinen Ex?“
„Ja.“
„Ehrlich gesagt, seit ich dich kenne und ich bei dir war hab ich ihn so gut wie vergessen. Ich wiederhole mich sicher.“
„Nein ich könnte dir ewig zuhören. Find es interessant.“
„Weißt du wie lange wir schon wieder telefonieren?“
Ich schaute auf das Display des Handys und las ab: eine Stunde 59 Minuten.
„Schon verblüffend oder?“
„Ja finde ich auch…“
Roman hatte mir ja schon oft gesagt, dass er mit seinen Freundinnen nicht so offen über schwule Gefühle und sein schwules Leben reden konnte. Auf seine Beziehung zu seinem Ex sind sie kaum eingegangen.
Auch für sie war es etwas Neues. Irgendwann ist es immer das erste Mal – einen Schwulen im Freundeskreis zu haben. Aber jetzt hatte er ja mich dafür. Mit mir sollte er über alles reden können und ich mit ihm auch.
Na ja vielleicht nicht über jedes sexuelle Detail. Dazu war Manu da – und Dani natürlich – die, die kein Blatt vor den Mund nahm zu diesem Thema. Freunde sind schon was tolles. Da waren es jetzt Zwei.
Ich wählte sie so gerne die 14 07 33. Wir hatten uns immer viel zu erzählen. Wir telefonierten fast täglich. Mal rief er an, dann wieder ich. Und immer hatten wir uns lange zu erzählen.
„Geh doch endlich mal ran ans Telefon. Oh Mann ich brauch dich.“*
Anrufbeantworter.
„Du musst immer für mich da sein!“
Anrufbeantworter. Zurückrufen.
„Häng dich an den Apparat!“*
„Einmal ruft man an und keiner zuhause.“
Ruf mich an – Ich ruf ja schon zurück.
14 07 33
Es klingelt. Ring, Ring, Ring.* Wir machten Späße ohne Ende – so vergasen wir unseren Alltag. Wir redeten Ernst – über Gefühle und Träume,… Beruf, Freunde, Liebe, Sex. Er bekam meine Zeit. Bedingungslos.
„Du weißt doch – ich brauch dich!“
„Hey, aus und vorbei – schleim hier nicht rum!“
Spaß. Alltag. Freundschaft. Eine Telefon-Freundschaft.
14 07 33
„Immer der Anrufbeantworter. Wartest etwa immer ab wer dich anruft?“
„Ja servus und grüzi miteinand. Samma dann dahoam? Hallo? I bins?“
„Geh aus der Leitung … Dani!“
„Oh freihalten für Roman-Schatzi, hm?“
„Hey!“
Ring Ring Ring.*
“Hallo Christian, ja … wo schtescht dann du de ganze Tag?”
* Zitat, ABBA, „Ring Ring Ring (German Version)“
Grins. Anrufbeantworter…
„Hallo… wo steckscht du dennn wieder. Du musst immer für mich da sein… Ciao ciao… Roman!“
Der Mann. Liebt wohl meinen AB.
14 07 33
„Hey, Chris, geh ans Telefon! Kann doch nid sein, dass du jetzt schon schläfst. Oder willst nich mit mir phonen? Chiao!“
Klar wollte ich das.
Ring Ring Ring…*
“Ich bin ganz allein zuhause. Das hält doch keiner aus. Häng dich an den Apperat!* Du weißt ja… 14 07 33!“
Ich wusste.
Mittlerweile hatte Roman meinen Anrufbeantworter erobert. War ihm langweilig? Er rief auch immer an wenn ich nicht da war oder längst Bettzeit war. Wir wurden immer lockerer im Umgang.
„Du würdest nicht mal wegen zwei Minuten noch ans Telefon gehen… Ich mach dich fertig, Alter!“
14 07 33
„Hey ich hab Frühdienst!“
„Ja und ich nicht!“
„Schön für dich, Nervensäge.“
„Ich…“
„Leg auuuuf…“ lachte ich…
Ring Ring Ring*… Das Telefon …
„Du hast mir aber schon lange nicht mehr auf den AB gesprochen …“
„Der ist scheinbar voll, weiß ja nicht wer das Ding so volllabert…“
Wir beide mussten herzlich lachen.
Eine Freundschaft war geboren.
* Zitat, ABBA, „Ring Ring Ring (German Version)“
Heute war es wieder soweit. Ein Familienfest. Meine Tante hatte Geburtstag. Ich saß am Tisch und packte ihr Geschenk ein. Was sollte man einer 45-jährigen schenken? Etwas Besseres als eine Flasche Wein und Pralinen fiel mir nicht ein. Wie unkreativ.
Die Woche war sehr ruhig. Ich hatte weder von Manu viel gehört – der war auf einem Seminar – auch von Roman kaum Lebenszeichen. Schlich sich in diese Freundschaft schon der Alltag ein… Na ja sicher hatte er nur keine Zeit.
Ich legte mein Geschenk in einen Korb und beschloss kurz Manu anzurufen. Wie immer nicht erreichbar der Herr. Na ja was soll es. Ich beschloss nach unten zu gehen. Mein Vater würde fahren.
„Wie ihr fahrt erst später?“
„Ja dein Vater will diese Sportsendung noch schauen.“
Wunderbar. Sport.
„Ich fahre schon vor. Ich will hier nicht abhängen.“
„Okay, Sohn, bis später.“
„Okay.“
Ich setzte mich in mein Auto und startete. Es war nicht all zu weit. Ich musste lediglich nach Dieburg fahren. Meine Tante, mein Onkel und mein Cousin lebten etwas ab auf einer kleinen… Landvilla… ich wusste nicht wie ich es sonst beschreiben sollte. Kurz nach der Fasanerie und dem Oberwaldhaus bog ich nach rechts ab.
Mein Handy klingelte. Ich stellte den Motor ab und schaute auf das Display. Es war Manuel. Ich ging ran.
„Hi Manu, na wie geht es dir?“ fragte ich.
„Chris!“
„Was?“
„Ich wollte mit dir reden. Hast du Zeit?“
„Ich bin grade in Dieburg. Auf dem Weg zu meiner Tante.
„Ach so.“
„Geht es dir nicht gut?“
„Doch sehr gut. Aber…“
„Aber was?“
Mir wurde komisch. Seine Stimme gefiel mir nicht.
„Dir vielleicht gleich nicht mehr.“
„Hä?“ Ich verstand nichts.
„Mann, ich weiß doch auch nicht wie ich es anfangen soll.“
„Du kannst mir alles sagen.“
„Das ist vielleicht das letzte was ich dir sage…“
„Was?“
Er hielt mich hin.
„Ich…“
Er stotterte.
„Erzähl…“
Angst machte sich in mir breit.
„Als Roman dich vor etwa 6 Wochen zum ersten Mal besuchte…“
„Ja?“
„Ich wurde zerfressen von Eifersucht, das weißt du?“
„Ja, aber ich konnte es ja letztendlich verstehen.“
„Ja… aber…“
„Jetzt stottere hier nicht rum. Du machst mir Angst.“

Ich zitterte.
„Na ja ich fühlte mich unwohl, dass ein anderer bei dir im Bett lag, da wo sonst nur ich lag – neben dir.“
„Weiter…“
„Ich wollte mit dir gleichziehen…“
„Hä?“
„Na ja an dem Samstag als ihr da wart… da habe ich mir auch jemanden eingeladen… nur zum Übernachten…“
nd?“
„Weielt es nicht aus so nackt neben einem geilen Körper zu liege. Ich konnte nicht widerstehen… Ich…“
„Du hast mich betrogen…“
„Ja.“
Tränen kullerten meine Wangen hinunter. Ich wusste gar nichts mehr.
„Aber nicht nur das!“
„Ist das nicht schon schlimm genug?“
„Du haen schossen aus beiden Augen. Es schmerzte. Ich legte auf. Ich konnte nicht mehr reden. Meine Stimme war tränenerstickt. Das Handy klingelte erneut. Manuel. Ich nahm nicht ab.
War das etwa die Endstation? Wir hatten unsere schöne Zeit? Ist es jetzt am Ende doch soweit?*
* Zitat, ABBA, „Wer im Wartesaal der Liebe steht“
Unser Liebeshimmel war wolkenlos.* Strahlende Sonne. Gelogen… ab und zu gab es Wolken… dunkle Wolken… aber… Ich liebte ihn…
Und du… lässt mich nun allein . Nun stürzt der Himmel endgültig ein.
„Wer im Wartesaal der Liebe steht weiß, dass es um alles geht…“* fiel mir eine Textzeile von ABBA ein…
Merkte ich nichts davon? Hab ich mich denn so geirrt? Hatte ich verloren? Hatte ich alles übersehen?
Alles wird sich vielleicht zum Guten wenden?*
SMS:
„Mach es gut Christian. Ich habe dich geliebt. Wirklich. Aber nun liebe ich dich nicht mehr… Es tut mir Leid… Ich gehe einen neuen Weg.“
Tränen. Wieder klingelte das Handy. Es war Roman. Sollte ich rangehen. Mir war nicht danach. Aber ich musste mit jemanden reden. Es ging mir so schlecht wie noch nie im Leben. Ich fühlte gar nichts mehr. Meine Augen brannten.
„Ja“, sagte ich kurz.
„Chris?“
„Ja“, sagte ich verheult.
„Was ist denn los?“
Ich fand keine Worte.
„Hallo?“
Schweigen. Diese Blockade im Hals. Unkontrolliertes Weinen. Schluchzen.
„Chris? Sag was.“
Ich konnte
„Mache mir Sorgen um dich.“

„Ich… ich kann nicht…“

„Warum?“

„Er…“

„Er?“ Wer?“

„Manu“, sagte ich nach einer kurzen Tränenpause.

„Ist ihm was passiert?“

Ich schluchzte wieder: „Ja vielleicht das tollste was einem Menschen passieren kann.“

„Hä?“

„Er…“

Ich stockte. Ich konnte mich und meine Gefühlsausbrüche längst nicht mehr kontrollieren…

„Jetzt rede!“

„Das ist leicht gesagt.“

Schweigen.

„Weißt du noch bei dir und deinem Ex… weißt du wie es dir da ging als er Schluss machte?“ verfiel ich plötzlich wieder in Rededrang und wischte die Tränen mit meinem Pulli weg. Die Baumwolle saugte die salzige Flüssigkeit in sich auf. Roman verstand nicht.

„Ja weiß ich. Aber was hat das jetzt damit zu tun?“

Ich schluchzte wieder: „Jetzt weißt du wie es mir geht!“

„Was?“

Er schien zu verstehen.

„Über vier Jahre. Und jetzt Ende.“

„Warum?“

„Er hat einen anderen. Er hat sich verliebt.“

„Wann?“

„Innerhalb der letzten Wochen.“

„Arsch.“

„Das bringt jetzt auch nichts. Er ist weg… aber er war ehrlich.“

Ich weinte unaufhörlich. Konnte ein Mensch so viele Tränen weinen?

„Toll. Du hasst ihn nicht?“

„Auch wenn du es nicht verstehst, aber ich kann ihn nicht hassen. Ich liebe ihn noch immer. Es tut nur verdammt weh.“

„Möchtest du mit ihm reden?“

„Nein. Ich bin nicht mehr der Mann an seiner Seite.“

„Du Cris, vielleicht ist das jetzt unangebracht… aber…“

„Ach ja du wolltest sicher was von mir. Warum rufst sonst an. Ich will dich nicht mit meinen Problemen belästigen.“

Roman war leicht sauer: „Hey hör mal dir geht es nicht gut. Und du belästigst mich nicht. Nein ich wollte dir was vorschlagen.“

„Was denn?“ Seine Stimme schien mich etwas zu beruhigen…

„Na ja…“

„Jetzt red du aber!“

„Ja weißt du… Ich erinnere mich noch was du in der Situation damals bei mir getan hast…“

„Ja, was denn?“

„Ich würde dich gerne trösten… für dich da sein… Komm zu mir und auch ich lenke dich ab.“

Ich war überrascht. Schluchzen stellte sich wieder ein. Tränen.

„Ich bin nicht mehr der Mann an seiner Seite.“

*-*-*

Staufrei. Die Autobahn war fast leer und das an einem Freitagnachmittag. Ich war zwar müde und erschöpft nach meinem langen Frühdienst. Aber ich wollte vor der Einsamkeit flüchten. Ich war auf dem Weg zu Roman.
Ich folgte seiner Einladung. Vielleicht war s ja tatsächlich das Beste. Mal raus aus dem Alltag. Vielleicht wenn ich bei ihm war konnte ich auch abschalten und Manuel vergessen. Wenigstes für eine gewisse Zeit.
Vier Jahre vergessen. Vergiss es, Christian, sagte ich zu mir selbst. Ich konnte noch nicht einmal mehr weinen. Ich war ausgetrocknet. Es ging immer geradeaus. Die Autobahn zog sich. Keine Abwechslung. Immer nur geradeaus.
War meine Liebe, meine Beziehung zu Manu auch so? Keine Abwechslung. Immer geradeaus. War ich Schuld an dieser Trennung? Vielleicht habe ich mich zuwenig um ihn gekümmert und er hat sich deshalb in die Arme eines anderen treiben lassen.
Ich würde das nicht können. Ich war allein und so sollte es auch erst mal bleiben. Mein Leben – das wollte ich jetzt sortieren – neue Prioritäten setzten. Eingefahrenes ändern. Manuel wollte ich nie mehr sehn.
Für gewisse Momente gelang es mir weniger an ihn zu denken. Es reichte nur Gedanke, dass er jetzt jemand anderem seine Liebe schwor. Das saß tief in mir. Ich blickte auf Romans Wegbeschreibung, welche ich ausgedruckt hatte und auf meinem Fahrersitz platziert hatte.
Die nächste Abfahrt musste ich wohl runter. Den Weg kannte ich ja schon – Europa-Park – aber ich wollte mich absichern. Den Park nahm ich gar nicht so war. Wegen ihm war ich ja nicht hier – nicht diesmal.
Romans Wohnung in Rust war leicht zu finden. Mittlerweile war es auch schon dunkel geworden. Ich freute mich gleich endlich da zu sein. Ich stellte mein Auto auf der Straße ab und ging zu Hausnummer 23. Dort las ich schon Romans Namen.
Ich war stolz auf mich – denn Christian und Wegbeschreibungen. Grins. Roman öffnete mir die Tür. Er umarmte mich freudig und lange und bat mich hereinzukommen.

„Wie geht es dir?“ fragte er.

„Später.“

Roman verstand und bat mich in die Küche. Ich schaute mich um in seiner schönen schnuckeligen Wohnung.

„Alles noch etwas kahl, hm?“

„Ja. Aber nach und nach wird sich das ändern. So muss ich dich schon nicht großartig herumführen.“

Ich schaute mich um und sagte: „Ja ein Bett… ein großer Schrank, Tisch, 4 Stühle… Küche…“

„Ja und Badezimmer.“

„Auch so kahl?“

„Nö!“

Ich lächelte. Ich fühlte mich schon wohl…

„Lass uns erst mal essen. Hab für dich gekocht… Kartoffeln, Spargel, Sauce Hollandaise.“

„Lecker…“

Am nächsten Tag fand ich mich mitten in Partyvorbereitungen. Ich war mitten in Romans Leben. Nicht bevorzugt. Einfach mitten drin. Ich nahm teil daran und ich ließ es geschehen. Jede Aufgabe war mir recht.

„So und jetzt gib mir die Pappteller.“

Ich nickte und tat was er verlangte.

„Sorry, Christian, aber ich konnte das hier nicht mehr abwenden. Freue mich aber über deinen Spontanbesuch sehr.“

Was denn? Hey du hast diese Party mit deinen Freunden geplant. Dann findet sie auch statt. Ich bin da nicht der Hinderungsgrund. Bin doch kein Langweiler. Bin froh um jede Ablenkung.
Während wir werkelten und eine Art Buffet aufbauten in Romans Wohnzimmer – wenn man es bereits so nennen konnte. Bisher stand dort nur ein Tisch mit Stühlen. Heute etwas mehr Stühle, da ja seine Freunde kamen.

„Wie geht es dir denn nun?“

„Irgendwie besser.“

„Echt?“

„Ja es ist der Roman-Effekt.“

„Der was?“

„Na bei dir war es ja genauso. Bei mir fühltest dich auch schnell durch meinen Alltag und Ablenkung besser.“

„Ja da war es aber der Chris-Effekt.“

Ich lachte.

„Im Ernst. Es geht mir sehr gut. Ich bin selbst verblüfft. Ich werfe die vier Jahre ja nicht weg. Aber ich mache jetzt mal eine Trauerpause.“

„Interessante Bezeichnung.“

„Ja hättest du es lieber wenn ich hier heule?“

„Du kannst deinen Gefühlen freien Lauf lassen. Spiel mir bloß nichts vor.“

„Das tue ich nicht. Freien Lauf hatte ich letzte Woche genug. Hast es ja mitbekommen. Hab nur noch geheult.“

„Hat er sich noch mal gemeldet?“

„Nein!“

Die ersten Gäste kamen. Es klingelte. Mittlerweile war es 20 Uhr. Endlich würde ich auch Romans Freunde mal kennen lernen.

„Das werden Susanne und Melanie sein. Du weißt ja meine besten Freundinnen.“

Roman machte auf. Ich blieb an der Herdplatte um die Würstchen zu beobachten. Den Salat stellte ich auf den Tisch im Wohnzimmer.

„Hallo Mädels!“ begrüßte er die beiden.

„Hallo Roman-Schatz!“ sagten sie völlig freudig im Chor.

Die drei unterhielten sich an der Haustür. Ich bekam davon relativ wenig mit. Ich nahm nur immer wieder lachen war. Fröhlichkeit. Roman hatte mir die zwei ja beschrieben. Und so wie es sich anhörte waren sie wirklich pure Lebensfreude. Roman hatte es gut.
Die Drei liefen hintereinander in die Wohnung und Roman stellte mir die Zwei vor.

„Freut mich euch endlich kennen zu lernen.“

„Uns auch.“

„Roman hat ja schon viel von euch erzählt.“

Beide schauten vorwurfsvoll auf Roman und sagten wieder fast im Chor in ihrem Dialekt: „Ja, ja was der schwätzt. Lass den nur.“

Beide folgten Roman in die Küche. Ich kam mir jetzt wieder etwas allein vor. Keine Ahnung was ich mit den Zwei bereden sollte. Alles war noch so fremd und ich schüchtern.

„Willst ein Bier, Chris?“ kam es von Roman aus der Küche.

„Ja gern!“

Roman brachte es mir und stieß mit mir an.

„Schön, dass du da bist!“

Wieder klingelte es. Eine ganze Horde Männer stürmte die Tür herein. Sie schnappten sich Roman und wippten ihn grölend auf ihren Händen.

„Das sind die Heten… nicht zu überhörn“, schrie Roman beim wilden hin und her wippen.
Raunen unter den fünf Kerlen.

Sie ließen Roman zu Boden sinken und setzten ihn dort am… fast sanft.

„Hey Scheiße jetzt hab ich mein Bier verschüttet auf meinem Hemd.“

Alle fünf lachten. Die Mädels gesellten sich dazu und nippten auch an ihren Bieren. Die Kerle ließen sich gar nicht erst fragen. Sie bahnten sich den Weg zum Bierkasten und schnappten sich jeweils eine Flasche. Sie öffneten sie mit ihren Feuerzeugen.

„Wo ist was zum Beißen? Roman schwing deine Tuckenhüfte und schlepp Fleisch bei“, sagte einer frech.

Roman gehorchte und griff nach dem Top mit den Würstchen. Er stellte ihn auf einen Untersetzter im Wohnzimmer und rief: „Greift zu. Teller stehen hier. Besteck… na ja das braucht ihr eh nicht.“

„Ist was für Frauen und…“

Er sprach nicht weiter.

Der Abend wurde recht heiter. Alle waren fröhlich und sehr heiter durch das Bier. Ich fühlte mich fremd. Ich beobachtet das ganze Geschehen. Ich nahm nur Fetzten von Unterhaltungen war.
Wer was sagte entging mir fast. Die Namen konnte ich mir eh nicht behalten. Außer von den zwei Mädels. Doch die unterhielten sich eher für sich.

„Hey, Roman die ganze Wurst ist leer. Scheiße!“ grummelte einer der Typen besoffen.

„Das ist nur gut für deinen Bauch. Iß Salat“, entgegnete Roman.

„Grünzeug. Bäh.“

„Ja du bist ein echter Mann!“

Der hob seinen Ärmel und zeigte seine Muskeln. Roman hob den Daumen.

„Spitze!“

Roman setzte sich zu mir….

„Und fühlst dich wohl?“

„Na ja…“

Ich wusste keine Antwort.

„Ja das sind Rüpel, aber wie gesagt ich konnte es nicht mehr abblasen!“

Kommentar aus der Menge: „Wer kriegt einen geblasen?“

Roman drehte sich um: „Kümmer dich um dein Bier. Du kriegst bestimmt keinen geblasen.“

„Pf… Denkst de…“ Der Typ fummelte in Susannes Haaren herum.

Die fluchte: „Pfoten weg. Scheiß besoffene Kerle!“

Roman schüttelte den Kopf. Ich fand das interessant. Normal fühlte ich mich bei Heten sehr unwohl. Wenn die echt alle so waren. Aber hier war ich nicht alleine. Scheinbar waren alle etwas genervt von den Fünf.
Die soffen sich nur die Birne zu und redeten über Ihre Weiber und Sport… Ihren Job. Wie interessant. Aber wenigstens waren sie jetzt für sich. Es bildeten sich zwei Grüppchen. Die fünf Kerle.
Ich und Roman und Susanne und Melanie rückten jetzt auch eher zu uns. Wir unterhielten uns doch noch ganz gut. Es war schon Mitternacht durch und ich nippte an meinem fünften Bier. Die Kerle saßen mittlerweile müde vor der Schlafzimmertür.
Kaum einer redete mehr. Sie hielten sich nur an ihren Flaschen fest. Der Kasten war leer.

„Du, Roman,“ sagte ich.

„Ja?“

„Irgendwie werde ich müde.“

„Echt? Verblüffend ich bin noch immer hellwach. Ich bin ein Nachtmensch.“

Ich lächelte.

„Außerdem bin ich irgendwie beschwippst.“

„Ja das bin ich auch.“

„Wir auch,“ mischten sich Melanie und Susanne ein.

„Ich geh mal ins Bad und mach mich bettfertig.“

„Ok.“

Ich stieg über die Männerleichen auf dem Boden hinweg und stolperte ins Bad. Ich verschloss die Tür und sah mich im Spiegel an. Man sah ich fertig aus. Dicke, glasige Augen. Irgendwie bleich und Augenringe. Ich nahm mir vor mich nicht mehr anzuschauen.
Ich zog mein T-Shirt aus und meine Hose und legte sie im Bad ab. Dann putzte ich die Zähne, ging ein letztes Mal auf die Toilette und tappte wieder hinaus ins Wohnzimmer.

„Uuuuh…“ Roman schaute mich von oben bis unten an.

Melanie: „Bist ja halb nackt.“

Ups… war das etwa ein Problem? Ich war verunsichert. Warum verhielt ich mich als wäre ich alleine? Stehe ich doch tatsächlich in Boxershorts mitten im Raum.

„Äh sorry. Ich geh dann mal. Bin müde. Gute Nacht.“

Roman folgte mir. Ich ging voraus und stieg wieder über die besoffenen Kerle. Die Schlafzimmertür war offen. Wir betraten nacheinander den Raum. Einer der Fünf pfiff… oder er versuchte es: „Oh, jetzt kommt der interessante teil. Jetzt wird geblasen!“

Roman drehte sich um schlug die Tür zu und fluchte.

„Die können nicht die Schnauze halten.“

„Was meinst du?“

„Na ja nur weil sie notgeil sind heißt das noch lange nicht, dass ich hier mit meinen Freunden poppen. Die sollen mal nicht von sich auf andere schließen!“

„Reg dich doch nicht auf!“

Ich legte mich auf di linke Seite des Bettes und deckte mich zu. Roman setzte sich zu mir. Er redete aber nichts. Ihm fiel wohl gerade auch nichts ein.

Ich nahm seine Hand und sagte nur noch: „Ich penn glaub ich gleich weg. Geh du noch ein bisschen zu deinen Gästen.“

Roman nickte. Er erhob sich und öffnete die Tür. Das Licht löschte er. Ein letztes Mal schaute er zurück zu mir.

„Bitte lass einen Spalt offen. Sonst fühl ich mich hier so einsam…“

Roman nickte und tat was ich ihm sagte. Er verschwand wieder im Wohnzimmer. Entfernt hörte ich Stimmen. Sie kamen mit der Zeit näher. Jetzt schienen alle am Eingang des Schlafzimmers zu sitzen.
Ich konnte die Gespräche hören. Wenigstens das meiste.

Roman: „Ich glaube ich werde auch müde.“

Melanie: „Ja irgendwie… Wir haben unsere Schlafsäcke noch unten im Auto!“

Susanne: „Na dann holen wir die mal.“

Melanie: „Die Männer lassen wir einfach pennen.“

Roman: „Gute Idee.“

Kurze Zeit Ruhe. Dann merkte ich dass Roman ganz nah an der Tür war.

Etwas lauter sagte er: „Hey hört mal nur weil wir beide schwul sind heißt das nicht, dass wir jetzt da drin fummeln.“

Schweigen.

Roman: „Er ist mein… irgendwie mein bester Freund.“

Wieder Schweigen.

„Ich will es mit ihm nicht versauen. Habe ihn sehr gern. Gute Nacht.“

Die Zeit verging und es ging mir deutlich besser. Roman auf seine Distanz und Daniela in meiner Nähe gaben ihr bestes um mich abzulenken vom Ende meiner Beziehung. Sie versuchten mich nach der Arbeit, wo ich genug Ablenkung hatte, in Schach zu halten.
Was ihnen ganz gut gelang.

„Blonde Strähnchen? Echt?“

„Ja… Sieht geil aus!“ triumphierte Roman.

„Will ich sehen…“

„Komme ja bald wieder zu dir…“

Das war unser Pakt. Den einen Monat würde ich zu ihm fahren, den anderen würde er zu mir kommen. Immer im Wechsel. So konnte keiner drauflegen. Der, der besucht wurde kümmerte sich um die Verpflegung und um das Programm und der Besucher hatte nur den Einsatz des Benzins.

„Hi. Mal wieder Bock auf ne Runde Telefonterror?“

„Lieb dass du mich so oft anrufst.“

„Ich muss dich ja ablenken. Das ist ja mein Job als bester Freund!“

Ich spürte eine Glücksträne.

Die Zeit verrann weiter wie in einer Sanduhr. Aufstehen. Frühdienst schieben. Ausruhen und bisschen pennen. Mit Daniela Kaffee trinken gehen. Mit Mutter kochen und gemeinsam Essen. Mit Roman telefonieren. Schlafen.
Lang schlafen. Spätdienst. Telefonieren mit Roman. Essen. Ins Bett fallen. Einschlafen. Von Manu war nie mehr was gehört. Langsam interessierte es mich aber doch was ein Typ jetzt meine Stelle einnahm.
Böse Eifersucht traf mich wie ein Schlag. So ein einsamer Moment. Ich hasste diese kurzen Momente. Zeit der Tränen.

„Jetzt mach dich nicht fertig.“

„Ich muss aber wieder öfter an ihn denken!“

„Ich kann dich verstehen – mir ging es ja damals genauso… Es gab Momente in denen war er wie aus meinem Gedächtnis, dann wieder als wäre er ganz nah bei mir.“

„Das ist grausam. Ich dachte so was muss ich nicht mehr mitmachen. Dachte das ist für immer!“

„Für immer ist gar nix, Chris!“

„Ich weiß.“

„Tja und jetzt sind es schon fast zwei Monate, dass du solo bist!“

Ja so schnell verflog die Zeit. Aber Zeit heilte keine Wunden. Wer auch immer solche Gerüchte in die Welt setzt. Ich fühlte mich im Flug meines Lebens. Als würde ich weg fliegen von ihm und dann irgendwann kamen diese grausamen Luftlöcher wieder.
Der Sog, der mich nach unten ziehen wollte. Zurück in seine Arme. Doch die waren belegt.

„Chris, du bist nicht der letzte Mensch, dem das passiert!“ Daniela diskutierte mit mir.

„Oh wunderbar, danke fürs Verständnis!“

„Bitte, bitte, gern geschehen. Ihr Männer tut als wäre das das Ende aller Welt. Irgendwann musst du mal durch!“

Hatte sie Recht?

„Chris, zwei Monate, zweieinhalb? Verabrede dich, such dir einen Neuen. Häng aber bitte nicht so ab. Das ist er nicht wert.“

Nicht wert? So redeten alle über den Ex. Dann war er der Böse. War er das? Er wollte nur einen anderen Weg gehen – einen Weg ohne mich. Er war ehrlich. Er sagte mir, dass die Gefühle vorbei sind. Er hatte den Mut.

„Nimm ihn nicht immer in Schutz. Er ist nicht mehr dein Freund.“

Ja das wusste ich. Aber ich wollte das nicht zulassen… Um keinen Preis.

„Wirst du jetzt zur Kämpfernatur? Chris sieh ein es ist zwei Monate her. Er hat sich nicht mehr gemeldet…“

„Vielleicht ist er wieder solo und…“

„Er kommt zurück gekrochen? Also bitte Christan. Begrab diese verdammten Hoffnungen endlich… Er ist weg.“

Sie war verdammt hart. Immer wieder kostete mich das Tränen. Aber es half. Ich musste da wohl wirklich durch. Schmerz.

„Weg!“

Tränen.

„WEG!“

Immer wieder Tränen. Nie habe ich seine schönen Augen so groß vor mir gesehen wie jetzt. Sein strahlendes Lächeln. Seine Lippen die mich gleich küssen würden.

„Das ist ja nicht mit anzusehen, Chris,“ sagte Roman.

„Ich lasse mir was einfallen. Aber du musst da mal wieder raus. Das geht nicht so weiter…“

Nein? Ich wollte Danielas Rat befolgen. Nein ich musste. Ich brauchte Liebe… Nein viel eher brauchte ich Zärtlichkeit, Geborgenheit… Jemand der mich einfach drückt und in den Arm nimmt. Mir seine Wärme gibt.

Jemand der mich sanft küsst und mit mir einfach nur daliegt….

„Wie groß ist dein Schwanz?“ riss es mich aus diesen Gedanken.

Wie konnte der so etwas schreiben. Dreht sich alles nur um Sex?

„Hey Kleiner hier schon. Also willst jetzt ficken? Hast bestimmt einen geilen Arsch!“

GeilerHengst27FGD. Ich war nicht geil.

„Hey dann verschwend nicht meine Zeit!“

Privater Chat beendet. Gab es in diesem verdammten Chat nur solch Schwanzfixierte? Ich blätterte mich weiter durch und schaute mir die Namen und die Bilder an. Es war schon mitten in der Nacht… Ich schenkte mir ein Bier ein.
Anders war diese Einsamkeit nicht mehr zu ertragen.

„Ficken?“

Nein verdammt… Stand irgendetwas in meinem Profil, was die Kerle darauf schließen ließ? Nein. Zweites Bier. 12.500 User und alles Schweine? Drittes Bier… Kurz kam es mir, dass ich Manuel in diesem Chat kennen gelernt habe. Wieder diese Bilder. Vier Jahre die sich durch mein Gedächtnis spülten. Verdammt.

„Hi…“

Oh einer der mit einer Begrüßung anfing zum Auftakt. Nicht mit „Wie geht’s“ „Bock?“ „Geil?“ „Schwanzgröße?“ „Bist mobil?“ „Passiv?“…

„Hallo,“ schrieb ich.

DiggiDA250

„Bist du auch aus Darmstadt!“

Ich bejahte.
„Auch so einsam?“

Sprach der mir jetzt aus der Seele?

DiggiDA250: „Ich bin es in jedem Fall!“

„Warum?“

DiggiDA250: „Bin seit gestern wieder solo.“

„Na bei mir ist das schon etwas länger her…“

DiggiDA250: „Echt? Wann?“

„Na ja so etwa… fast drei Monate!“

DiggiDA250: „Wow und du hältst das aus, so ganz ohne Mann? Ich fühl mich jetzt schon so schwummerig!“

„Na ja ich war mit dem Kerl vier Jahre zusammen. Da ist alles etwas härter.“

DiggiDA250: „Denk ich mir… Jetzt bin ich irgendwie sprachlos. Weiß nix mehr zu sagen.“
Ich dagegen blühte auf, ich wurde schreibwütig. Das vierte Bier gab seinen Beitrag dazu. Ich stellte ihm viele Fragen. War endlich froh, dass da jemand war, der nicht gleich mit Sex anfing. Ich war beschwippst.

„Würde jetzt gern nackt neben dir liegen.“

Was schrieb ich da. Scheiße.

DiggiDA250: „Echt? Geil.“

Das mir machte mich jetzt irgendwie wuschig. Meine Fantasien drehten durch.

DiggiDA250: „Und dann?“ fragte er fordernd.

„Dann drück ich mich an dich. Will dich spüren. Bist bestimmt warm.“

DiggiDA250: „Eher nicht. Bin grad sehr heiß. Mir wird grad echt heiß.“

„So wie kommt das denn nur?“

DiggiDA250: „Na du machst mich irgendwie an.“

„Tu ich das ja? Wie macht sich das bemerkbar?“

Plötzlich kannte ich mich selbst nicht mehr. Ich spürte das Bier in mir und in meiner Hose einen Ständer.

DiggiDA250: „Ich hab da was in de Hose, das könnte dir sicher gefallen.“

„Tatsächlich. Wie…“

DiggiDA250: „Sprich es aus. Komm lass uns hier bisschen geil schreiben.“

Ich fand diesen Gedanken plötzlich gar nicht mehr so abwegig. Mein Schwanz forderte jetzt seine Aufmerksamkeit.

„Wie groß ist denn deiner?“ Wie war ich jetzt drauf im Alkoholrausch?

DiggiDA250: „18×5“ antwortete er kurz.

„Und was machst du gerade mit ihm?“

DiggiDA250: „Was wohl. Ich sitz hier und massier ihn schön gemütlich. Ich will mit dir spritzen.“

Spritzen? Gedanken schossen mir wieder durch den Kopf. Ich verfluchte mein Tun. Ich schaute auf mein Bier, dann auf meinen Schwanz der mich anschaute und nach einem Orgasmus flehte. Manuels Bild auf dem Schreibtisch. Ich klappte es um. Ich wollte ihn nicht ansehen.

DiggiDA250: „Bist du noch da?“

Ich war noch da. Aber ich hatte eine Blockade. Blut verließ meinen Schwanz. Alkohol stieg mir zu Kopf.

„Ich kann das nicht!“

„Dann verschwende nicht meine Zeit…“

Privater Chat beendet.

*-*-*

„Was machst du?” fragte ich.

„Was ist daran verwerflich?“ fragte Roman gegen.

„Ich dachte nicht… Das… Wie kannst du das? Ich habe da eine Blockade.“

„Na ja irgendwann schaltet man ab.“

Abschalten. Das hatte ich schon mal gehört. Daniela!

„Ich kann das nicht.“

„Irgendwann kannst auch du es, Christian.“

„Nein. Ich habe noch das Gefühl er sieht mir zu. Weißt du. Ich fühl mich dann wie fremdgehen.“

„Schwachsinn.“

„Sagst du!“

„Ja sage ich. Hatte jetzt schon drei Dates.“

„Drei?“ fragte ich vorwurfsvoll.

„Ja und?“

„Ja ist ja nichts bei. Hast ja Recht. Ich…“

„Was?“

„Ich traute dir so was nicht zu.“

„Du tust als wäre es ein Kapitalverbrechen mit einem Kerl zu ficken und am nächsten Tag getrennte Wege zu gehen.“

Irgendwie kam mir Roman anders vor. Wechselhaft. Erst das Ziel haben wieder di große Liebe zu finden. Dann wieder alles verwerfen für einen flüchtigen Orgasmus auf einen fremden Körper.

„Ja so ist das.“

Schindete Roman Zeit?

„Ich habe es ja versucht.“

„Was?“ fragte Roman neugierig.

„Ich… Ich wollte ja ein Date.“ Stammelte ich.

„Und?“

„Ich konnte nicht. Hatte Manu im Kopf.“

„Du hast ihn also nicht getroffen? Oder bist dann geflüchtet?“

„Na ja wir haben gechattet.“

„Ja weiter. Lass dir nicht immer alles aus der Nase ziehen.“

Irgendwie war er heute so grob. Diese Eigenschaft behielt er hoffentlich nicht bei.

„Na ja wir hatten fast C6.“ Es war mir peinlich das zu sagen.

„Siehst du so was könnte ich wieder nicht. Ich brauch einen Kerl zum Anfassen. Zum Ficken!“

Was hatte er neuerdings für einen Sprachgebrauch. Plötzlich erinnerte er mich an die Typen im Chat.

Roman lenkte ab: „Ist ja jetzt auch egal. Du kommst morgen erst mal zu mir. Und dann reden wir weiter.“

Wieder betonte ich: „Ich werde mit keinem anderen pennen können! Nie!“

„Hallo, das Thema ist gegessen. Du kannst! Niemand trauert ewig!“

Niemand?

„Aufstehen!”

„Was denn?” fragte ich verschlafen “Ist doch erst neun Uhr. Es ist Samstag!“

„Ja aber ein besonderer Samstag!“

Ich beobachtete Roman wie er eine Tasche packte. Ich schaute mich um. Ich sah auf den Platz wo sonst meine Tasche stand.

Ich fuhr auf: „Wo ist meine Tasche?“

„Die ist schon im Auto!“

„Auto?“ Ich verstand nicht.

„Habe eine Überraschung für dich. Wir fahren weg. Übernachten heute Nacht woanders.“

Woanders…

„Ja woanders…“

Ich rieb mir den Schlaf aus meinen Augen und erhob mich. Ich war noch totmüde.
Duschen. Anziehen. Zähne putzen. Kontaktlinsen. Rasieren. Gel ins Haar.

„Steig ein.“

„Ja, ja nur keinen Stress.“ Sagte ich.

Roman stieg ein: „Es wird dir gefallen.“

„Das hoffe ich. Will nicht umsonst so früh aus den Federn geschmissen werden!“ lächelte ich, noch immer verschlafen.

„Lass dich überraschen.“

Roman fuhr auf die Autobahn. Die Fahrt über schwieg ich. Ich war ein Morgenmuffel. Roman plapperte wie ein Wasserfall. Er erzählte von Gott und der Welt. Wenigstens soweit ich das aufnehmen konnte was er da von sich gab.

„So da sind wir.“

„Was ist das?“

Wir standen vor einem… Hotel…

„Da schlafen wir heute.“

Ich schnallte mich ab: „Wie romantisch!“

„Schwätz nid!“

Wir stiegen aus und trugen unsere Taschen zur Rezeption.

„Guten Tag meine Herren,“ wurden wir begrüßt.

Roman übernahm das Reden.

„Ich habe ein Zimmer für eine Nacht reserviert. Busch. Roman Busch.“

„Ja, Herr Busch. Wir haben das Zimmer 346 im 3. Stock für Sie reserviert. Raucher.“

Die Dame an der Rezeption übergab uns den Zimmerschlüssel. Roman bedankte sich und wir nahmen wieder unsere Taschen um zum Aufzug zu gehen. Roman drückte die „3“.

„Und was machen wir in… Stuttgart?“ bemerkte ich.

„Du sollst ja auch mal unsere Landeshauptstadt kennen lernen.“ Roman grinste breit.

3. Stock.

Wir suchten unser Zimmer. Es war am Ende des Flures. Roman schloss die Tür auf und wir stellten unsere Taschen ab.

„Ich rechts. Du links“

Ich nickte. Roman verschwand im Bad. Wo war eigentlich seine obligatorische Handtasche. Wollte er jetzt jeden Verdacht auf Tucke ablegen? Er trug sie nicht mehr mit sich. Sie war auch nicht im Gepäck.

„Roman?“
Er trat wieder aus dem Bad.

„Was ist?“

„Wenn du schon alle schwulen Eigenschaften ablegen willst darfst auch nicht so oft die Frisur wechseln.“

„Ach… schwätz nid.“

Ich grinste. Er verschwand wieder im Bad.
„Und was ist das nun für eine Überraschung?“

„Warts ab.“

Manno. Ich bin doch sooo neugierig.“

„Das ist mir bewusst.“ Kam es aus dem Bad.

Ich legte mich aufs Bett. Es war fast 12 Uhr.

„Mach ein Mittagsschläfchen. Dann gehen wir in die Stadt. Bisschen shoppen.“

Ich schloss die Augen und meine Gedanken. Schuhe… Oh je… Roman rannte euphorisch vor mir her. Von Laden zu Laden. Ich durfte jeden Schuhladen der Stadt kennen lernen.

„Roman. Ich kann nicht mehr. Hunger.“

„Memme!“

„Ja das sagst du. Du hast jetzt drei neue Treterchen gekauft. Wann willst das alles anziehen?“

„Gelegenheiten gibt es genug.“

Ich nickte und verdrehte die Augen.

„Wie stehen mir die?“

„Gut!“ Meine Antwort war gleichgültig.

„Im Ernst jetzt.“

„Roman. Ich hasse Schuhe. Ich habe zwei Paar zuhause und das reicht. Schuhe sind Schuhe. Man bewegt sich damit fort. Egal wie sie aussehen. Genau wie das Auto.“

Das war ein Fettnäpfchen für eine Standpauke.

„Hey, ich liebe Autos. Es ist nicht egal wie die Aussehen. Flott müssen sie sein. Mit deiner Schüssel kommt ja keiner voran. Platz muss drin sein und…“

„… und poppen musst drin können!“

„In meinem Auto wird nicht gepoppt!“

„Fertig mit Schuhen?“

Roman lachte und zeigte auf die hinteren Regale.

Ich verdrehte die Augen und witzelte: „Auf in den Kampf!“

Bevor wir Essen gehen wollten begaben wir uns noch mal in unser Hotelzimmer. Wir wollten
uns noch etwa frisch machen. Es war 18 Uhr.

„Weißt du was ich dir noch gar nicht gesagt habe?“

„Was?“

„Zieh das hier an!“

„Das Ding?“

„Das ist kein Ding. Das ist ein Anzug. Der müsste dir passen. Haben ja eine ähnliche Figur.“

„Ja und dann?“

„Dann gibt es ABBA!“

Ich schaute ihn überrascht an und stammelnd wiederholte ich seine Aussage.

„Jupp!“

„Wie?“

„Das ist deine Überraschung!“

„Hey das ist… das ist ja geil. Du bist ein Schatz.“

Ich fiel ihm um den Hals. Stürmisch. Roman konnte sich kaum halten und fiel fast rücklings aufs Bett.

„Ja, ja ist ja gut,“ lachte er und wehrte mich charmant ab.

„Geil.“ Wiederholte ich.

„Wenn es geil bleiben soll, dann beeil dich. Das geht alles von deiner Essenszeit ab. Um 20:30 Uhr beginnt das Musical.“

Ich schnappte mir die Anzugshose, den Sakko, das Hemd und verschwand im Bad: „3 Minuten!“

„Ja genau.“ Verdrehte diesmal Roman die Augen.

Weil es doch sehr knapp war und auch schon halb sieben beschlossen wir im Musical Center direkt zu essen. Roman und ich betraten ein deutsches Lokal. Kaum ein Tisch war in diesem rustikalen Restaurant noch frei. Aber der Kellner führte uns an einen letzten freien Tisch irgendwo im letzten Eck.

„Ich muss dir auch noch was erzählen!“ sagte Roman.
Ich schlug die Speisekarte auf und blätterte…

„Und was?“

„Na ja, wie sage ich das jetzt.“

„Bist etwa in mich verknallt!“ witzelte ich.

„Scherzkeks. Nein aber ich glaub ich bin noch in Oliver verliebt!“

Ich schaute irritiert auf: „Ach und das kam dir so zwischendurch… Bei all deinen Sexdates?“

„Quatsch!“

Ich grinste: „Du weißt auch nicht was du willst oder?“

„Doch ich will Oliver!“

„Ja genau letztens wolltest noch Schwänze und puren Sex.“

„Das kann ich auch von Olli haben.“ Sagte Roman scheinbar verliebt.

Ich schüttelte den Kopf.

„Ein Rahmschnitzel!“ sagte ich dem Kellner.

„Für mich auch.“

Wir klappten die Speisekarten zu und gaben Sie dem Kellner mit.

„Also, wie kommt es zu dem Sinneswandel?“ bohrte ich neugierig nach.

„Ich weiß nicht. Er hat mir ne SMS geschickt!“

„Und das war alles? Und jetzt blüht bei dir Hoffnung auf? Wegen ner SMS? Und ich dachte ICH sei der hoffnungslose Fall.“ Ich lehnte mich zurück.

„Bist du auch,“ scherzte Roman „Nein ich weiß nicht, er ist doch voll süss!“

„Ja genau,“ sagte ich verständnislos.

„Du verstehst das nicht.“

„Ja manchmal verstehe ich dich nicht. Heute so, morgen wieder so. Du kannst doch nicht von jeder Torte was abhaben im Leben.“

„Du schwätzt manchmal einen Scheiß, Christian.“

„Aber du…“

„Ich vermisse ihn halt.“

„Ach aber mich fertig machen wenn ich plötzlich Gefühlsregungen bekomme für Manuel?“

„Das ist ja auch was anderes.“

„Ja es ist immer was anderes.“

„Ja.“

„Und was ist mit deinen Sexdates?“

„Was soll damit sein? Hab dann ja wieder Sex mit Oliver. Der war eh besser.“

„Jetzt noch mal zusammengefasst. Ihr habt gesmst und…“

„Nö, er hat mir geschrieben und ich geantwortet.“

„Das wars?“

„Ja.“

„Und das ist der Grundstein der Hoffnung? Das wirft dich aus der Bahn? Das reißt dich wieder aus den Schlafzimmern fremder Männer?“

„Nö.“

„Wie?“

„Ja solang wir noch nicht wieder zusammen sind kann ich ja weiter mit anderen Süßen rummachen.“

„Interessante Theorien sind das!“

„Ja so ist halt mal das Leben…“

„Es scheint mir so…“

„Bist du jetzt die Schlampe von der wir uns immer distanziert haben?“ fragte ich frech in den Raum.

„Ja, ich bin halt eine Schlampe. Ich steh aber auch dazu.“

„Dann ist das ja geklärt…“ Ich konnte darauf nicht weiter eingehen. Ich erkannte ihn nicht mehr. Da saß er nun, der Roman, blonde Strähnchen in seiner topgestylten Frisur, gleichgültig, gefühlskalt, sein Schnitzel mampfend. Ich stocherte nun auch in meinem herum…

„I have A Dream A Song To Sing…“ Applaus ………………… Vorhang auf für ABBA. Good Luck…

„Du wirst doch das Loch treffen, Roman!“ schwankte ich.

„Ja jetzt halt mal ruhig. Ich sehe nichts.“

„Licht ist ja aus.“

„Ach was?“

Roman fummelte weiter.

„Ich bin drin.“

Triumphierte Roman.

„Ja komm gibs mir. Highs.“

„Scherzkeks.“

Roman drehte den Schlüssel im Schloss und öffnete die Tür. Wir stolperten ins Hotelzimmer und schmissen uns sogleich auf das Bett.

„Es war geil.“

„Was?“

„Na ABBA, das Musical.“

“Ach so. Ich dachte der Orgasmus!”

„Ja der war auch der Hammer!“ flunkerte ich zweideutig.

„Mir wurde es da richtig warm. Da unten ..“

„Da ist dir immer warm!“ lachte ich.

„Hey…“ Roman grinste.

„Das war nur der Alk in dem Zeug. Hast ja auch fünf oder sechs davon verdrückt.“

„Sex?“ Roman drehte sich um und starrte mich besoffen an.

„Sechs Mal Orgasmus!“ versuchte ich ihm zu verdeutlichen.

„Geil.“

„Was?“

„Sechs mal abspritzen!“

Ich verdrehte die Augen gekünstelt: „Nein. Sechs Orgasmus, das Getränk!“

„Was?“

„Vergiss es,“ lachte ich.

„Willst mal was sehen?“

„Nein.“, antwortete ich forsch.

„Jetzt sei doch nicht…“ Roman kämpfte mit den Worten „… bereits gleich so abweisend.“

„Was möchtest mir denn… zeigen?“ Auch ich spürte den Orgasmus deutlich… das Getränk natürlich…

„Gib mir mal deine Hand.“

„Und dann?“

„Warts ab.“

Ich reichte ihm meine Hand und ließ locker. So dass er sie führen konnte. Er legte sie auf seine Hosenfront.

Besoffen schaute ich nach rechts: „Was ist…“

„Was das ist?“

„Das weiß ich.“

„Ach ja?“

„Ja.“

„Und was ist es?“

„Du hast einen Ständer, du Sau!“

„Na und? Hab ja auch… Orgasmus… hab ich getrunken.“

„Ja mehr als genug.“

Ich nahm meine Hand wieder weg.

Roman fummelte an seiner Hose herum. Ich starrte schwindelig im Zimmer umher. Die Zeit blieb kurz stehen.

„Hand!“

„Was… willst du?“

„Gib noch mal die Pfoten!“

Ich streckte ihm erneut die Hand hin. Er schnappte sie und führte sie an denselben Ort wie zuvor. Diesmal spürte ich an meiner Hand seinen blanken verschwitzen Schwanz.
Ich zuckte kurz.

„Na? Voll der Fisch oder?“ lallte er.

„Ja du hast schon was zu bieten bei deinen Sexdates!“

„Gell.“

Ich spürte wie seine Hand meine verließ und nicht mehr meine Hand nach unten drückte. Ich entschloss mich auf seinem Penis zu bleiben. Er war warm.

„Darf ich auch?“

Aus den Gedanken gerissen fragte ich: „Was?“

„Meine Hand sucht auch… ein Ziel.“

Wir hatten uns noch nie so berührt. Ich fühlte mich komisch. Aber der Alkohol und mein steifer Schwanz steuerten mein Tun und meine jetzige Aussage.

„Gib.“

Roman reichte mir die Hand und ich legte sie gezielt auf meinen Hosenschlitz, hinter dem sich eine Beule verbarg.

„Die ist ja zu.“

„Mach auf“, forderte ich.

„Alle muss man selber machen.“

Roman öffnete meine Hose und zauberte meinen Schwanz heraus.

„Du solltest auch Sexdates… haben… Highs…“

„Warum?“ fragte ich nach.

„Hast auch was zu bieten.“

„Dankeschön!“

Roman rieb sanft an meinem Schwanz. Ich tat das auch bei ihm… Die Lust und die Gleichgültigkeit förderte unser Verlangen. Wir lagen nur so da und rubbelten uns gegenseitig unsere Schwänze.
Wir rieben immer wilder, bis der Höhepunkt nicht mehr abzuwenden war. Das Sperma spritze mir auf das Hemd. Da kam es wieder. Plötzlich wieder dieses Bild. Dieses Bild von Manuel. Ich verkrampfte und mein Körper fühlte sich schmutzig an.

„Langsam angehen lassen…“ schoss es durch meinen Kopf. Dieser Satz verfolgte mich.

„Hey, selbst wenn ich 50 bin. Mit Roman werde ich nie, niemals schlafen.“

Wir hatten nicht mit einander geschlafen, es war nur gegenseitiges Wichsen. Ich verteidigte mich selbst in meinen Gedanken. Und schlief ein.

*-*-*

Da lag er nun neben mir. Ich roch noch den Sperma und den Duft des Alkohols der letzten Nacht. Was hatten wir nur getan? War das die angestaute Geilheit meinerseits? Habe ich damit alles zerstört.
Was wenn er jetzt gleich die Augen öffnet und auch realisiert was geschehen ist heute Nacht. Oder war ich für ihn auch nur ein billiges Sexdate? Mittel zum Orgasmus. Roman regte sich und stöhnte und brummelte.
Bitte lass ihn noch weiterschlafen. Ich will dieses Gespräch nicht führen was jetzt vor uns stand. Unweigerlich.

„Morgen“, brummelte er.

Verdammt.

„Mein Kopf. Was ist…“

„Was passiert ist?“, fragte ich vorwurfsvoll.

„Ja.“

„Wir…“

„Was?“

„Wir haben uns gegenseitig gewichst.“

Roman schaute mich verdutzt an.

„Echt?“
Er strich sich über den Bauch und spürte das getrocknete Sperma.

„Na und?“, fuhr er dann fort.

„Wir sind beste Freunde. Machen die das?“

„Nicht wenn…“

„Nicht wenn was?“

„Na ja ich fand es schon toll.“

„Wie jetzt?“

„Kann man das nicht öfter haben.

Ohne Verständnis blickte ich ihn vorwurfsvoll an.

„Vielleicht habe ich mich ja in dich verknallt heute Nacht.“

Ich verschränkte die Arme: „Roman bitte. Vorgestern warn es die Sexdates. Gestern wieder Oliver. Heute ich? Das ist doch nicht wahr jetzt!“

„Ich weiß es nicht. Ich fühl da was.“

„Du fühlst da gar nichts!“

„Woher weißt du das?“

„Ich fühle nichts.“

„Warum bist du jetzt so kalt. Bereust du es.“

„Nicht ganz. Es ist passiert. Aber deswegen liebe ich dich ja nicht gleich. Das wäre naiv. Ich bin ehrlich mit dir.“

„Das macht mich schon irgendwie traurig.“

„Jetzt hör mir mal zu…“
Ich drehte mich zu ihm. Er starrte mich verängstigt an.

Bevor ich fortfahren konnte unterbrach er mich: „Ich bin doch nicht Schuld daran. Wir waren beide dabei. Du hättest nein sagen können. Oder mich von dir stoßen wenn ich dich anwidere.“

„Du widerst mich nicht an. Ich möchte nur nicht meinen besten Freund verlieren.“

Roman stand eine Träne im Gesicht.

„Roman, ich habe dich gestern reden hören. Gestern in diesem Restaurant. Du warst verbittert. So würde ich es interpretieren. Deswegen hast du dich in die Sexdates geflüchtet. Du warst – genau wie übrigens ich – auf der Suche nach Geborgenheit, Zärtlichkeit. Das Ficken und den starken Mann hast immer hervorragend betont um nicht als Schwächling da stehen zu müssen. Aber du bist schwach. Gestern wurdest du wieder schwach. Du hast bekommen was du wolltest. Zärtlichkeit. Wieder Zärtlichkeit. Jemand war da – jemand war bei dir und du fühltest dich wohl. Dieses Wohlfühlen hast du als Liebe reflektiert. Aber nur weil es dir gut ging und du meine Nähe mochtest in dem Moment. Aber du liebst mich nicht…!“

Roman senkte den Kopf und weinte.

„Du liebst nicht mich sondern…“

Roman drehte seinen Kopf wieder in meine Richtung.

„Du liebst Oliver. Du hast ihn immer geliebt und so ist es auch jetzt noch. All das hörte ich aus deinen Worten von gestern. Ich kann hinter deine Fassaden blicken. Ein guter Freund kann das. Mir konntest nicht den starken Mann vorspielen.“

„Ich…“ stammelte Roman.

„Ja?“

„Mach mich doch nicht so nieder.“

„Das tue ich nicht.“
Ich strich ihm über den Kopf. Roman senkte wieder den Kopf.

„Versucht es einfach noch einmal mit einander. Kämpf um ihn. Um deine Gefühle.“

„Er will mich nicht“, sagte Roman ohne jede Hoffnung.

„Woher willst du das wissen? Ohne es je versucht zu haben?“

Roman drückte sich an mich und ich hielt ihn fest. Ganz fest. Er spielte wieder Mann. Seine Tränen sollte ich nicht sehen. Wir schwiegen beide. Ich ließ ihn sich ausheulen. Mit seinen Gedanken allein. Er musste wieder klar sehen können. Ich war für ihn da, das ließ ich ihn spüren.
Mein Handy störte die Ruhe mit einer SMS. Ich schaue auf den Nachttisch und griff nach dem Handy. Roman ließ ich dabei nicht los. Ich klickte auf die Kurzmitteilung und wählte sie an.
Manuel.
-Ende-
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen – glaube nie sie zu finden – alles Lüge

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Information Sephis Fantasiewelt
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 02:24 PM - Replies (1)

Gackt Camui… was soll ich dazu schreiben, wo allein der Name mein Hirn schon blockiert? Na das kann ja heiter werden…
Wo fang ich an? Hmm… am Besten von vorn.
Gackt Camui ist ein japanischer J-Rock Musiker, der am 4.7.1973 in Okinawa (Japan) geboren wurde. Sein bürgerlicher Name ist nicht bekannt. Von seinen Eltern wurde er sehr streng erzogen. Er spielt Instrumente wie: Trompete, Tuba, Horn, Posaune, Piano, Gitarre, Schlagzeug und Bass. Er spricht fließend: Japanisch, Mandarin, Französisch, Englisch und Koreanisch. Er hat und hatte sehr viele Projekte am Laufen. So hat er z.B. Modell für den Final Fantasy Charakter Genesis Rhapsodos (Crisis Core) gestanden. Auch schauspielerisch hat er sich auch schon betätigt. Da wären z.B. Filme wie „Moon Child“ (gemeinsam mit seinem Freund Hyde) und „Bunraku“, um nur zwei zu nennen.
Die Band, in der er der Sänger war, hießt Malice Mizer, so wurde er sehr bekannt. Als er jedoch wegen eines Zwischenfalls aus dem Projekt ausstieg startete er nach einer Weile seine Solokarriere (wie z.B. Gackt JOB (Band)), mit der er noch heute sehr erfolgreich ist. Soviel erst mal kurz dazu. Natürlich gäbe es noch sehr viel mehr über ihn zu schreiben, aber ich denke das reicht erst mal.
*-*-*
Wie kam ich auf diesen Sänger?
Ich hatte vor ein paar Jahren mal eine eigene Homepage bei „Arcor“. Diese gestaltete ich mittels eines Programms vollkommen allein und war so an nichts gebunden. Ich konnte Themen usw. einstellen oder wieder löschen, ganz wie es mir beliebte. Diese Homepage gibt es leider nicht mehr, da Arcor beschlossen hatte Werbung in die HP’s einzuspielen, was mir nicht gefiel und es auch nicht zu meiner HP passte.
Kurz und gut, ich hatte und habe noch immer eine Freundin, die aus Österreich kommt. Sie schickte mir damals via MSN ein Bild von einem Typen der, wie sie meinte, Modell für Genesis aus Final Fantasy – Crisis Core, stand. Hmm… nun war ich damals aber neuem Gegenüber nicht sehr aufgeschlossen und Genesis konnte ich damals schon mal gar nicht ab. Dies hing mit einer Szene aus FF-CC zusammen, wo er den Hauptcharakter Zack ein Bein stellt und dieser dann der Länge nach hinfällt. Das gefiel mir nicht. Deshalb meinte ich dann nur zu ihr, als sie mich fragte, wie ich den Typen, der sich Gackt Camui nennt, finden würde: „Den mag ich nicht.“.
Außerdem meinte mein großer Sohnemann damals auch, dass DER eh Sch**** sei und es sicher nicht mein Geschmack wäre. Na gut, ich sollte ihn ja auch nicht unbedingt essen…
Ich bildete mir allerdings auch keine eigene Meinung, indem ich mich mit IHM mal näher befasst hätte. Nein, warum sollte ich denn auch… Zudem stand damals noch An Cafe (auch eine japanische Band) bei mir hoch im Kurs. Und den Sänger dieser Band fand ich damals so megasüß, dass ich meinen Lieblingsteddy nach ihm benannte… Miku…
Wie ihr seht war das keine „Liebe“ auf den ersten Blick. Aber, wie gesagt, ich hatte ja noch meine HP und dieser wollte ich eine Musikecke hinzufügen. So stöberte ich meinen PC durch und fand so einiges was ich gut gebrauchen konnte. Nun hatte ich aber das Bild von diesem „Typen“, warum auch immer, nicht gelöscht und es fiel mir sozusagen wieder in die Hände.
Und mit diesem Bild hat alles angefangen:
Ich sah mir dann also das Bild noch einmal genauer an und irgendwie gefiel mir dann doch was ich sah. Da unter dem Bild der Name dieses Typen stand, gab ich diesen mal bei „Onkel Google“ ein und … Bingo… ich landete bei YouTube. Das erste Video, das ich mir ansah war „Mizerable“. Und ich kann euch sagen, was ich hörte hat mich echt umgehauen. Diese Stimme und dieses echt hammergeile Aussehen… dann noch diese Aura dazu…
Herrje, so was musste doch verboten werden! Ich kam jedenfalls nicht mehr von los… vergaß zunächst sogar meine HP und sah mir jede Menge weiterer Videos von ihm an. Irgendwann fand ich ein kostenloses Programm mit dem man YouTube Videos herunterladen kann. Ich installierte es und lud mir so wer-weiß-wie-viele Videos von ihm auf den PC und auf meine PSP. So brauchte ich wenigstens auch unterwegs nicht auf die Videos und vor allem auf IHN verzichten.
Tja, was soll ich sagen… „das Virus“ hatte sich sogleich in meinem Kopf festgesetzt. Ich kam von dieser „Droge“ nicht mehr los… brauchte diese Musik… die Bilder…. die Videos …einfach alles was ich kriegen konnte… täglich… beinahe stündlich… ich brauchte es einfach.
Ich war und bin immer noch abhängig von dieser Gackt-Droge. Es schien der Sauerstoff zu sein, den ich so dringend brauchte und als wäre ich am Ersticken. Meine HP hatte ich dann irgendwann doch mal weiter gemacht und auch fertig gestellt… IHN hatte ich dabei natürlich nicht vergessen. Dann kam meine Freundin Paine in den MSN und ich musste ihr sogleich meine „neuste Entdeckung“ zeigen.
Und was soll ich euch sagen.. sie war ebenfalls sogleich auf dieser Droge drauf… sie konnte nicht mal mehr im Messi antworten. Irgendwann meinte sie dann nur: „Der ist echt der Hammer.“ und hatte dabei wahrscheinlich schon ebenso große Herzchen und Sternchen in den Augen, wie ich. Von da an hatten wir zwei noch sehr viel mehr gemeinsam, als wir ohnehin schon hatten und immer noch haben.
Wiederum ein paar Monate später erfuhr ich, dass er hierher nach Deutschland kommen würde. Wie? Dazu muss ich noch mal ein wenig ausholen. Nun, ich bin seit Jahren Mitglied in einem Forum, das sich „German Nosgoth Clan“ nennt und in dem sich alles nur um die Legacy of Kain Reihe dreht. Dort lernte ich übrigens auch meine Freundin Paine (ist nur ein Nickname) kennen. Aber auch mit den anderen Mitgliedern dort komme ich ganz gut aus.
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Eine von denen schickte mir eines Abends eine PN, in der sie meinte, dass Gackt im Juli 2010 nach Deutschland käme. Natürlich glaube ich ihr nicht und dachte sie will mich veralbern, denn Gerüchten zufolge verließ er sein Land niemals und machte niemals Tourneen im Ausland, das schrieb ich ihr auch zurück. Dann schickte sie mir einen Link, wo ich mich dann selbst überzeugen konnte. Leute, ich sag euch, ich bin fast ausgerastet… durchgedreht… und konnte es echt nicht glauben.
Selbstverständlich benachrichtigte ich sogleich meine Freundin Paine, die dann auch gleich noch am Telefon halbwegs abdrehte und in den Hörer quietschte. Der Termin zum Kartenkauf stand auch schon fest und wir beide haben echt gezittert, denn es standen sage und schreibe nur 2000 Karten für ganz Deutschland zur Verfügung. Ganz ehrlich, wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben… auch nur eine… geschweige denn zwei Karten zu bekommen.
Dann jedoch machte es sich bezahlt, dass ich in meiner Nähe einen Laden habe, der sich Neo Tokyo nennt, wo man Manga usw. kaufen kann, und in dem ich Stammkunde bin. Ich rief dort, am Tag des Kartenverkaufs an und fragte, ob sie noch Karten da hätten und ob sie mir zwei Karten zurücklegen könnten. Sie sagten zu und taten es. Ihr könnt es mir glauben oder nicht, aber ich war in einer viertel Stunde (normal brauch ich ne halbe Stunde dahin) dort und kaufte die Karten. Als ich dann die Karten in meinen Händen hielt, hätte ich das ganze Universum umarmen können.
Klar, rief ich gleich Paine an und wollte sie eigentlich ein wenig schmoren lassen, doch brachte ich es ob meiner Freude nicht übers Herz und meinte, dass ich die Karten hätte. Ihr glaubt es mir sicher nicht, aber sie wäre beinahe durchs Telefon gekrochen. Wir haben uns zusammen so sehr gefreut und dabei geweint vor Freude. Damit war uns unser erstes Gackt-Konzert sicher! An diesem einen Tag waren, in ein paar Stunden, alle Karten ausverkauft!
Am nächsten Tag bekam man wirklich nicht eine einzige Karte mehr! Nun mussten wir nur noch sechs Wochen warten und es war echt eine Quälerei, das kann ich euch sagen. Ich konnte mich ja in der Zwischenzeit mit Japanisch beschäftigen, das ich erst mal nur privat angefangen hatte und dann seit einem halben Jahr in der VHS lernte. Sicher könnt ihr euch auch denken, dass ich damit eigentlich nur angefangen hab, wegen… genau …Gackt. Ziemlich blöd… was… (grins)
Inzwischen lerne ich die japanische Sprache aber nur für mich und weil es mir echt Spaß macht. Dennoch wollten die Wochen einfach nicht vergehen. Aus Tagen wurden Wochen, aus Wochen wurden Monate, aus Monaten wurden Jahre und aus Jahren wurde… eine halbe Ewigkeit. Dann endlich kam, am 23.7.2010, Paine zu mir und wir waren beide furchtbar aufgeregt…
An Schlaf war, in dieser Nacht, kaum zu denken. Immer wieder malten wir uns in den schönsten Farben aus, wie es wohl sein würde. Was wir anziehen wollten und… und… und…. Jetzt wo ich das hier schreibe kommt die Erinnerung sehr lebendig wieder hoch und ich hab schon wieder Tränen in den Augen… kann kaum noch was sehen… also kurze Pause...
Kurzum, es war der 24.7.2010 (der Tag an dem in Duisburg bei der Loveparade 21 Menschen ums Leben gekommen sind), nach ein paar Stunden Schlaf, den wir auch dringend benötigten, mussten wir um ca. 6 Uhr aufstehen, denn wir mussten unseren Zug, von Berlin-Hauptbahnhof nach Hamm erreichen, um von dort aus nach Bochum zu kommen, wo das Konzert stattfinden sollte.
Es lief auch alles soweit glatt ab, trotzdem wir beide so aufgeregt waren, aber ich versuchte weitgehend einen klaren Kopf zu behalten, sonst wären wir wahrscheinlich überall gelandet aber nicht in Bochum. Auf der Fahrt nach Hamm haben wir gechillt und Musik gehört, um die Aufregung ein bisschen herunter zu fahren… was uns nur mäßig gelang.
So erreichten wir Hamm und wunderten uns, was sie ganzen durchgeknallten Leute dort zu suchen hatten, die doch sicher nicht zum Konzert wollten… wir dachten jedoch in diesem Moment nicht daran, dass die zur Loveparade wollten.
Wenig später zogen dunkle Wolken auf….Denn diese ganzen Leute (Loveparade) stiegen ebenfalls in den Zug ein, so dass der Zug richtig voll war, mit Leuten die sich zudem nicht mal benehmen konnten (eine Ölsardine hat echt mehr Platz).
Es war nur eine halbe Stunde zu fahren bis Bochum, doch diese halbe Stunde wurde für mich zur Tortour. Diese Enge war schrecklich und ich versuchte mich zusammenzureißen. Meine Freundin redete mir immer wieder gut zu und es klappte auch soweit ganz gut. Doch dann hieß es, dass irgend so eine Doofnase die Notbremse gezogen hätte und der Zug, halb in Bochum eingefahren, blieb stehen.
Nun brach bei mir die Panik aus. Ich begann heftig zu weinen und zu zittern und mich an meine Freundin zu klammern. Zum Glück war da noch die Zugbegleiterin, die das mitbekam und mich ebenfalls zu beruhigen versuchte. Nach noch einmal 10 Minuten fuhr der Zug endlich richtig in den Bahnhof ein und wir konnten schließlich, mehr oder weniger schnell aussteigen, was nicht zuletzt an der Zugbegleiterin lag, die meine Situation, dank Paine, schnell erkannte und uns rasch raus ließ.
Zwei Leute von der Security fragten Paine was los sei und sie erklärte es ihnen, damit gaben die sich zufrieden und versuchten mich ebenfalls zu beruhigen. Geholfen hatte mir dann allerdings nur die halbe Tablette, die mir Paine unter vielem guten Zureden einflößte. Sie wusste wo ich diese Tabletten aufbewahrte, da ich es ihr vorher gesagt hatte.
Wir setzten uns noch einen Moment auf eine Bank, die auf dem Bahnhof stand, so dass ich mich noch ein wenig beruhigen konnte. Paine wartete geduldig und redete immer wieder mit mir. So schaffte sie es schließlich, dass es mir wieder gut ging und wir den Bahnhof verlassen konnten.
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Nach einem Toilettengang, sah ich mich um und wusste dann wo wir lang mussten, um den Bus zur Zeche, in Bochum, zu erreichen. Diesen fanden wir sehr schnell, stiegen ein und fuhren ca. eine viertel Stunde bis dorthin.
Dafür, dass das Konzert erst um 19 Uhr 30 beginnen sollte, standen um 13 Uhr 30 schon sehr viele Leute da, die teilweise sehr viel jünger waren als wir.
Wir vertrieben uns die lange Zeit, bis zum Einlass, mit schwärmen, träumen, lachen usw… Ich stand zwar wegen der halben Tablette ein wenig neben mir, aber ich hatte trotzdem sehr viel Spaß. Um ca. 17 Uhr 30 war dann Einlass und erstaunlicherweise waren wir nun die Ruhe selbst. An der Security vorbei, betraten wir den Vorraum und deckten uns sogleich mit diversen Fanartikeln ein, dann gingen wir gemeinsam in die Konzerthalle.
Da wir zeitig genug da waren bekamen wir doch noch einen sehr guten Platz. Nun hieß es nur noch abwarten. Die Aufregung stieg nun doch wieder schlagartig an und wir beide mussten uns echt zusammennehmen, was wir auch irgendwie hinbekamen… hab aber keinen Plan mehr wie wir das angestellt haben.
Um 19 Uhr 35 wurde es dunkel und nur die Bühnenlichter gingen an. Zunächst betraten dann die anderen Bandmitglieder die Bühne, die dann die Stimmung noch mehr anheizten.
Nachdem noch einmal, gefühlte unendlich, viele Minuten verstrichen waren erschien… ER …endlich auf die Bühne!
Ich sah wie gebannt zur Bühne… dann rannen mir auch schon die Tränen übers Gesicht… Tränen der Freude… der Freude es wirklich geschafft zu haben und IHN endlich Live sehen zu können.
Ich konnte es echt nicht fassen… wir hatten wirklich von 2000 Karten zwei abbekommen und nun stand ich da und sah IHN… so nahe vor mir… Mir kam es wie ein wahr gewordener Traum vor. Doch es war eben kein Traum und ER sah so… absolut übergeil aus… ich konnte es nicht fassen.
Wir genossen das Konzert sehr, während er viele bekannte, aber auch neue Lieder sang. Und als wir später nach Hause fuhren, waren wir einfach nur noch glücklich. Niemals werde ich dieses erste Gackt-Konzert vergessen… Niemals.
Es war wirklich etwas besonderes… so wie …die erste große Liebe, die man niemals vergisst. Dieses Gefühl hatte ich nicht mal bei meiner finnischen Lieblingsband HIM. Deren Sänger Ville Valo ich auch kenne und der damals, im Radiosender (Radio Energie), persönlich vor mir stand und mir das Autogramm gab…. es sogar vor meinen Augen persönlich unterschrieb.
Zwei Konzerte von denen habe ich auch schon mitgemacht. Nein, das hier war viel reiner und schöner… wie ein Tautropfen auf einer wunderschönen Blüte…. es war einfach… wie eine Überdosis unserer Droge… die sehr gewaltig war und noch Wochen… ja Monate lang nachwirkte.
Selbst jetzt wo ich hier sitze und es aufschreibe, ist diese Wirkung der Überdosis wieder vorhanden… ich fühle und spüre es genau. Okay, vielleicht bin ich ein durchgeknallter Fan… aber ich gebe es zu und schäme mich dessen nicht… nein, ich bin auch noch stolz drauf.
Im August des Jahres 2011 haben meine Freundin und ich wieder zwei Konzerte von Gackt besucht. Eines fand hier in Berlin und eines in Leipzig stand. Wir waren auf beiden und wir haben es wieder sehr genossen. Natürlich war die Tournee diesmal etwas größer und es gab auch mehr Karten, so dass wir diesmal wirklich sicher sein konnten, dass wir diese Konzerte nicht verpassen würden.
Nur wenige Monate vorher lernte ich dann noch jemanden kennen, der mein ganzes bisheriges Leben vollkommen auf den Kopf stellte und GACKT Konkurrenz machte… heftige Konkurrenz (sehr frech grins). Dann kam ich Monate später auf eine Seite wo ich sehr liebe und nette Menschen kennen lernen durfte (grins).
In diesem Jahr 2011 war so viel passiert, dass ich es hier nicht aufzuschreiben vermag, es würde wahrscheinlich den Rahmen sprengen und gehört hier eh jetzt nicht her. Um noch mal auf Gackt zurückzukommen:
Trotzdem ich hier in Berlin vor dem Konzert zwei Panikattacken hatte und in Leipzig nur knapp einer Attacke entgangen bin, würde ich jederzeit wieder ein oder mehrere Gackt-Konzerte besuchen. Nichts und niemand könnte mich davon abhalten.
hr
Sephis Fantasiewelt II
Ich kenne allerdings nur vier der o.g. Games, habe diese auch beinahe bis zur Bewusstlosigkeit gezockt und bin bis heute nie so wirklich davon weggekommen.
Insbesondere hat es mir hier Skyrim angetan.
Gespielt habe ich Morrowind (mit Add-ons), Oblivion (mit Add-ons), Skyrim (mit Add-ons) und TESO (The Elder Scrolls Online). Somit kann ich mich nur zu diesen Games wirklich äußern.
Wobei ich zugeben muss, dass ich die Serie nicht der Reihe nach gespielt habe, sondern irgendwo in der Mitte, mit Skyrim, für die PS3 begann, dann nach Oblivion (ebenfalls PS3) gewandert und über Morrowind in TESO gelandet bin. Dazu muss ich auch sagen, dass ich mir für Morrowind extra eine gebrauchte Xbox kaufen musste, da es Morrowind nicht für die PlayStation gab und für TESO musste eine, ebenfalls gebrauchte, PS4 her… alles nicht ganz billig, kann ich euch sagen.
Aber nun ja, was willst du machen, wenn du von einer Serie derart besessen bist, wie ich von TES (The Elder Scrolls). Tatsächlich hat sich der ganze Aufwand aber nur für Skyrim und Oblivion wirklich gelohnt.
Bei Morrowind hatte ich das Xbox-Problem, da ich diese Spielekonsole normal und ums Verrecken niemals angerührt hätte und mich nun daran bzw. an diesen seltsamen Controller gewöhnen musste… schrecklich, sag ich euch. Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, war Morrowind nun auch nicht gerade einfach zu meistern, da fehlten mir so einige Sachen, die ich bei den anderen Teilen gewohnt war, wie z.B. die Schnellreise, die es ja in Skyrim und Oblivion kostenlos gibt. Hingegen in Morrowind musst du dafür bezahlen, wenn du schnell von A nach B kommen willst… es sei denn du kennst ein paar kleine Tricks, in Form von Magie.
Es ist eben nicht so toll, wenn du so mittendrin anfängst und dich dann runter spielst… von der Fünf zur Drei und dann wieder nach oben zu TESO. Boah… da fällt mir nichts mehr zu ein. Ähm… ja, zu den anderen Spielen fehlen mir die technischen Möglichkeiten, zudem wäre da noch der Schock dieser pixeligen Grafik, die ich mir nun wirklich nicht antun muss. Außerdem bin ich eher ein Konsolero und kein PC-Spieler.
Es sind ja auch nicht nur die spieltechnischen Dinge, die sich verändern, nein, da gibt es eben auch die Grafik, an die du dich erst gewöhnen musst. Skyrim und Oblivion wunderschön… einmalig… Morrowind… für seine Zeit sicher auch toll und TESO… hat irgendwie einen kleinen Schritt rückwärts gemacht… was aber nicht schlimm ist, weil die Welten trotzdem sehr hübsch und detailreich gestaltet sind.
Nur eines haben alle vier Games gemeinsam… die absolut supertolle Gamemusik!
Bei dieser Musik läuft einem eine Gänsehaut nach der anderen übern Rücken, einmalig und absolut passend für die Spielreihe. Von heroisch, heiter bis düster und melancholisch ist alles dabei… wunderbar… einfach große Klasse.
Zur allgemeinen Erklärung: TES ist eine Spielserie im mittelalterlichen Stil, mit einer offenen Welt, wo du wirklich tun und lassen kannst, was du selber möchtest. Du kannst dich der Hauptstory widmen, oder eben die Welt erkunden. Du kannst Mörder und / oder Dieb werden… oder eben ganz brav alles befolgen. Du kannst aber auch ganz hoch aufsteigen und ein Held werden… es kommt nur drauf an wofür du dich, im Laufe des Spiels, entscheidest… eben was du tun möchtest.
Ganz nebenbei bemerkt habe ich mich immer für den Helden entschieden, bin niemals den Assassinen oder Dieben beigetreten. Ich wollte doch immer schon ganz hoch hinaus und ein Held sein.
Charakteristisch für die Reihe ist auch, dass du dir deine Spielfigur so erschaffen kannst, wie du sie oder ihn gern hättest. Männlich, weiblich, dick, dünn, lange Haare oder kurze, rote oder schwarze Haare… oder ganz was anderes…. ich sags euch, ich habe teilweise gefühlte Stunden allein mit der Charaktererstellung verbracht. Nur in Morrowind ging das alles etwas schneller und einfacher… sah aber auch dementsprechend aus.
Zudem kannst du dich für eine von zehn Rassen entscheiden, Sternzeichen, und was du noch so brauchst, wählen… alles in einer Art Tutorial enthalten… tja, und am Ende wirst du in die riesige Welt entlassen. Dann stehst du da und denkst so… ach, du heiliger Talos… wohin soll ich denn nun als erstes gehen…?!
Entlassen ist hierbei das richtige Wort, denn auch sehr charakteristisch ist bei der Serie… du beginnst immer als Gefangener, im Gefängnis (Oblivion), auf der Kutsche nach Helgen zur Hinrichtung (Skyrim), auf einem Schiff (Morrowind), in Kalthafen (TESO) und irgendwann wirst du eben entlassen und schlägst dich in der jeweiligen Welt halt durch. So erlangst du, wenn du es richtig anstellst, Quests annimmst und erledigst, großen Reichtum, Ruhm und Anerkennung.
Du arbeitest dich sozusagen hoch… beinahe bis an die Spitze.
Wenn du dann mit allem fertig bist, ist das Spiel nicht etwa vorbei… nein, du kannst es solange weiter spielen, bis du es nicht mehr sehen kannst… oder der Arzt kommen muss.
Es ist ja auch nicht so, dass du dann da nichts mehr zu tun hast bzw. tun kannst.
Nehmen wir beispielsweise TES V: Skyrim. Hier kannst du drei Häuser bauen… ja, du kannst diese Häuser selber bauen… zusätzlich kannst du dir noch etliche Häuser kaufen und einrichten, du kannst heiraten… Heteroehe oder auch Homo…. alles ist möglich! Du bekommst sogar Eheringe dazu, wirst richtig getraut… in einer Zeremonie gibst du deinem Schatz das Jawort… und er/sie dir auch… hach….
Dazu benötigst du natürlich ein ganz bestimmtes Amulett… nämlich das Amulett von Mara. Das kannst du dir bei einem Priester kaufen oder es einfach finden, wo auch immer… Himmelsrand ist schließlich groß genug.
Außerdem kannst du zwei Kinder adoptieren, die dich nerven, sich streiten wenn du grad heim kommst und zusätzlich Taschengeld haben wollen sie auch. Du bekommst von ihnen aber auch mal das ein oder andere Geschenk… sie selber wollen aber auch was haben und schauen dich mit ihren großen Kulleraugen an.
Ja, ich hab das alles schon erlebt… das ist einfach nur zu geil. Die Leute sprechen dich an, oder gehen ihrer täglichen Arbeit nach. Du kannst einkaufen gehen auf dem Markt, du kannst auch alles verkaufen, oder arbeiten gehen. So richtig wie im wahren Leben… nur eben alles eher mittelalterlich. Du kannst schlafen gehen, deine Figur umziehen, mit deinem Schatz am Tisch sitzen… einfach zu süß. Dein Schatz fegt sogar das Haus aus, kocht Essen usw… ehrlich Skyrim ist der Hammer!
Im Vergleich dazu ist meine anfängliche Spielserie LOK (Legacy of Kain), die ich auch jahrelang gesuchtet und geliebt hab, eher langweilig. Keine offene Welt, keine Charaktererstellung, keine eigenen Entscheidungen… hier kannst du nicht machen was du magst… ist halt kein TES.
Ebenso wie Final Fantasy oder DMC (Devil May Cry)… damit könnte ich auch nichts mehr anfangen, weil da eh schon alles vorbestimmt ist.
Ich bin TES besessen… ja, besessen, denn das ist nun wirklich keine Sucht mehr… das ist schon Besessenheit. Zumal gerade Skyrim macht was es will. Du kannst es wer-weiß-wie-oft anfangen zu spielen, irgendwas ist immer anders. Auch das habe ich erlebt… göttlich, sag ich euch, einfach göttlich. Tatsächlich spiele ich am Liebsten Skyrim, weil ich da wirklich die Freiheiten habe, tun und lassen zu können, was ich will.
Morrowind ist, meiner Meinung nach, sehr schwierig zu meistern, weil die Gegenden und Feinde halt level – bzw. stufenabhängig sind. Du kannst da nicht mal eben so, in ein anderes Gebiet krabbeln und da Gott-weiß-was für Viecher umnieten.
Auch hier sind Skyrim und Oblivion gänzlich anders… hier spielt es nämlich keine Rolle, wohin du gehst.
Das soll nicht heißen, dass ich Morrowind nicht mag. Nein, so ist das nicht, denn auch dieses Game hat durchaus seine Vorzüge… wie z.B. ein ganz bestimmtes Bug, das dich reich werden lässt, wenn du alles richtig machst und so in einigen Minuten Millionär bist!
Apropos Oblivion, dazu muss ich auch noch mal was sagen… diese Farbenvielfalt… die Möbel, mit denen du auch hier deine Häuser einrichten kannst… genial, so was hast du noch nicht gesehen. Die Klamotten zum Anziehen… teilweise sehr edel und wunderschön.
Ja, sogar in Oblivion kannst du Häuser kaufen und einrichten, aber nicht bauen und heiraten ist hier auch nicht drin. Du bist und bleibst eben allein.
In dieser Hinsicht ist Skyrim nicht ganz so toll. Hier ist alles eben nicht so farbenfroh oder womöglich edel… eher schlicht gehalten und trotzdem wunderschön.
Skyrim (Himmelsrand) ist das Gebiet der Nord, mit einem kalten und rauen Klima, und ist in großen Teilen mit Schnee bedeckt. Die Nord sind ein sehr raues und zähes Volk, die viel von Ehre und Kämpfen halten, während Oblivion in Cyrodiil spielt, wo fast alles wunderschön grün und teilweise mit bunten Blumen übersät ist. Wo es zudem etwas gesitteter zugeht und die Bewohner halbwegs vor dir auf dem Boden kriechen, wenn du das Reich heldenhaft verteidigt und gerettet hast. Morrowind dagegen ist in weiten Teilen mit Asche überzogen und das Völkchen hier ist auch nicht unbedingt freundlich zu einem… egal wie sehr du dir hier den Hintern aufgerissen hast. So habe ich es jedenfalls erlebt.
Was es mit Oblivion auf sich hat…
Oblivion, so nennen sich die Ebenen, die den verschiedenen Daedraprinzen zugeordnet sind. Diese Ebenen können so wunderschön, wie der Nebelhain oder aber so kalt und ungastlich wie das Seelengrab sein.
Da wäre z.B. auch Kalthafen, wo Molag Bal herrscht, oder eben der Nebelhain, in dem sich Sanguine gern aufhält, oder auch die Apocrypha, zu der Hermaeus Mora gehört. Es gibt viele Daedra, die mehr oder weniger böse bzw. gut sind. Daedra sind götterähnliche Wesen, die nach Belieben mit den Sterblichen spielen, ihnen Aufgaben stellen und sie hernach, mit nützlichen Gegenständen, belohnen.
Mein Lieblingsdaedra ist Sanguine. Der Kerl ist echt spitze und ich mag den einfach Die Belohnung von ihm ist ein Magierstab, in Form einer Rose, mit der du für 60 Sekunden einen Dremora beschwören kannst, der dann mit bzw. für dich kämpft und das nicht nur einmal. Du kannst diesen Stab öfter nutzen, wenn du ihn brauchst. Zudem sieht dieses Artefakt einfach nur genial aus… das schönste Artefakt in ganz Skyrim…
Aber es gibt auch noch einige andere Daedra, wie z.B. Azura, die nicht als durch und durch böse gilt, oder dieses riesige rote Monster Mehrunes Dagon, den ich absolut nicht leiden mag und der außerdem nicht gerade zu den Guten gehört. Aber auch mit Boethiah sollte man es sich besser nicht verscherzen, wohingegen Meridia ebenfalls nicht als böse gilt, sie hasst eben nur alle Arten von Untoten, was ja nicht ganz verkehrt ist.
So hat jeder Daedra seine eigene Oblivion-Ebene und lässt sich ebenso zuordnen.
Ach ja, die Untoten in TES. Das sind auch nicht wenige. Geister, Skelette, Vampire und Draugr. Einige von denen lassen sich relativ schnell umpusten, andere hingegen, wie Draugrtodesfürsten brauchen eine Extraeinladung zum endgültigen Umfallen.
Draugr sind Skeletten sehr ähnlich, denn auch sie haben es sehr mit der Diät übertrieben, aber sie haben noch Haut über ihren Knochen und Klamotten tragen sie teilweise auch noch. Außerdem können diese sehr mächtig sein und sogenannte Drachenschreie ausstoßen.
Drachenschreie kann der Held, also das Drachenblut oder auch Dovakiin genannt (Mensch mit der Seele eines Drachen) in Skyrim erlernen. Mit diesen kannst du Drachen vom Himmel holen, den Willen anderer beugen, Flammen ausstoßen, deinen Gegner vereisen usw.. Drachenschreie werden ausschließlich in der Drachensprache gesprochen und wenn zwei Drachen Feuer oder Eis gegeneinander ausstoßen ist das nichts weiter als eine Unterhaltung mit tödlichem Ausgang für einen von beiden.
Besonders beeindruckend finde ich eben die Drachen in Skyrim. Dies sind wunderschöne Geschöpfe, deren Gebrüll sehr dunkel und schon vom Weiten zu hören ist. Einige von denen können sogar sprechen und mir tut es immer wieder leid, wenn ich diese hübschen, einzigartigen Geschöpfe töten muss, weil die mir leider ans Leder wollen.
Vor allem habe ich um Alduin, den bösen und doch so schönen schwarzen Drachen getrauert, als ich ihn in Sovngarde (Ebene der Toten bzw. das Jenseits der Nord) töten musste. Rotz und Wasser hab ich geheult.
Tja, da habe ich zwar Himmelsrand gerettet, aber die Drachenangriffe gehen dennoch weiter, wenn auch etwas vermindert. Du wirst zudem auch von Bären, Säbelzahntigern, riesigen Spinnen, Skeever (Ratten) und Schlammkrabben, sowie einigen Fischen angegriffen.
Auch kann einem schon mal hier und da das ein oder andere Mammut auf den Kopf knallen, im Zuge eines Bugs zum Beispiel, oder kommst du den Riesen, die es hier ebenfalls gibt, zu nahe… fühlen die sich schnell auf den Schlips getreten und greifen dich ebenfalls an. Dann hilft hier auch kein „Sorry“ mehr, dann heißt es vielmehr Beine in die Hand nehmen und flitzen oder… kämpfen.
Skyrim / Himmelsrand, Cyrodiil, Morrowind, Hammerfell, Solstheim usw. sind Gebiete in Tamriel. Tamriel ist ein großer Kontinent auf Nirn, einem fiktiven Planeten.
In allen Gebieten findest du aber auch diverse Höhlen, Schlossruinen, Minen und Dwemerruinen, die es zu erkunden gilt, wenn du magst… musst es aber nicht, wenn du nicht willst. Dwemerruinen sind wie kleine Städte, die von den Dwemer, die auch Zwerge genannt wurden, in längst vergangenen Zeiten erbaut worden sind.
Überall gibt es Feinde, in Form von diversen Kreaturen, die dementsprechend auch mehr oder weniger hässlich und es somit wert sind geschlachtet zu werden und denen wortwörtlich das Fell über die Ohren zu ziehen.
TES hat sogar ein Rechtssystem, das sehr einfach ist. Stiehlst du was oder bringst wen um, bist du dran. Dann kommt die Wache und du bezahlst entweder das, recht üppige, Kopfgeld oder gehst ins Gefängnis. Das sind die Tatsachen, die es dir erschweren dich den Assassinen oder Dieben anzuschließen.
Eines solltest du aber gleich lassen… eine Wache anzugreifen… dann bist du nämlich tot! Egal was du auch tust… auf eine Wache folgt die Nächste und wieder die Nächste… das schaffst du nicht. Es sei denn… du hast eine bestimmte Strategie… eine Taktik… dann… nun ja… ich habs einmal versucht… und dann nie wieder.
Ganz wichtig ist bei allem, was du tust oder tun willst… speichern, speichern und noch mal speichern. Denn auch wenn du TES nicht falsch spielen kannst… so gibt es vielleicht dennoch etwas, was du eigentlich so nicht tun wolltest und dann… lädst du beim letzten Speicherpunkt… ist eventuell das alles weg, wo du dir vorher so viel Mühe mit gegeben hast. Keine schöne Vorstellung.
Zudem gibt es aber, wie schon erwähnt, diverse Bugs, die das Spiel teilweise recht lustig, aber auch liebenswert erscheinen lassen. Türme, die in der Luft hängen… Menschen, Kreaturen, die ebenfalls in der Luft hängen oder eben auch… dass sich das Game das ein oder andere Mal ganz gern mal aufhängt… nicht gerade toll. Das ist eine unschöne Seite, insbesondere von Skyrim, aber auch von Morrowind und Oblivion.
Wie in jedem Game darf auch in TES ganz gern mal gestorben werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob du von einem Magier, einem Tier oder einem anderen Wesen usw. angegriffen wirst. Einige sind schon recht stark… vor allem wenn sie in Gruppen auftreten und du nur allein bist, dann wirds nämlich kriminell und tut scheußlich weh.
In Skyrim hast du aber durchaus die Möglichkeit dir einen Gefährten mit auf deine Reise zu nehmen… oder du nimmst gleich Sanguines Rose (für sechzig Sekunden einen Dremora beschwören) mit und bist einen kleinen Teil deiner Sorgen los. Denn der Dremora latscht nicht auf eventuelle Fallen, die es Zuhauf in Höhlen usw. gibt. Ein (NPC) Gefährte dagegen löst schon mal ganz gern diverse Fallen aus und kann durchaus auch sterben oder dich in Gefahr bringen.
Hab ich auch alles schon miterleben müssen… und Rotz und Wasser geheult… herrje…
Das sind so die Momente, an denen du froh bist, wenn du kurz vorher abgespeichert hast und somit neu laden kannst, deinen Gefährten also wieder hast.
Hach ja, was soll ich euch erzählen. Die Reihe, wie ich sie bislang kennen lernen durfte ist einfach nur, jedes Spiel, auf seine Art und Weise, genial gemacht. Echt, da gibt es nichts zu meckern.
Nur eben… TESO damit hab ich so meine Probleme, denn insbesondere durch Skyrim bin ich sehr verwöhnt worden, mit allem Möglichen. Schnellreise, Häuser u.v.a.m. haben mir das Leben in Himmelsrand sehr versüßt, das alles gibt es nur noch sehr begrenzt oder gar nicht mehr in TESO.
In TESO musst du nicht mehr schlafen… wozu auch? Du hast kein Zuhause, bist unterwürfig und tust genau das, was andere dir sagen, gehst auch für die Herrschaften da in den Tod… klar… sonst noch was?!
Ja, über dieses Game könnte ich mich stundenlang aufregen.
Kettenquests, wohin du schaust. „Nee, das mach ich erst, wenn du dem da die Stiefel geputzt hast…“, …“Ja, mein Herr, darf ich das und das gleich auch noch tun… ich spring für euch auch aus dem Fenster…“ und so geht es weiter und weiter… es hört nicht auf… zum Kotzen ist das, sag ich euch.
Vor allem diese Unterwürfigkeit und kein Zuhause, nicht mal ein Zimmer… einen zentralen Punkt zu haben… sind Sachen, die mich derzeit davon abhalten TESO, in dieser Form, weiter zu zocken.
Ich mein, klar, zum Anfang kriegst das gar nicht mal so mit, was da abgeht, aber irgendwann geht’s dir mächtig aufm Zeiger. Zudem ja hier auch alle Gebiete stufenabhängig sind und du nicht mal eben so los spazieren und den Helden spielen kannst. Außerdem gibt es da ja noch die anderen Mitspieler, unter denen sich viele Angeber befinden.
Ich kann mir das leisten und das auch… und du nicht…. bääh… Zicken…. alles Zicken!
Toll, dieses System, wo du auch mit echtem Geld bezahlen „darfst“, um dir die ein oder andere Annehmlichkeit zu leisten. Dafür darfst du auch weiterhin schön unterwürfig sein und bleiben… den Anderen den Hintern putzen… musst dich dafür auch noch beschimpfen und beleidigen lassen.
Wie war das noch gleich?
„Wenn ihr zehn Pfund hässliches Fett verlieren wollt, schlage ich euch gern den Kopf ab.“
Diese Aussage habe ich in TESO schon des öfteren zu hören bekommen… und das hat nun wirklich nichts mehr mit Spaß am Spielen zu tun.
Was mich allerdings für all das entschädigt ist die tolle Gamemusik und die teilweise wunderschönen Landschaften. Alles andere kannst du echt total knicken.
Belohnungen bekommst du nur in Form von Waffen oder diversen Rüstungsteilen, damit du auch ja schön weiter kämpfen kannst. Geld ist eher rar und eher dazu da deinen Bankplatz und dein Inventar zu erweitern, was auch sehr teuer ist.
Ihr werdet sicherlich verstehen, wenn ich diesbezüglich das Belohnungssystem mehr als unangemessen finde.
Ich mein, du reißt dir dort den Arsch auf, für nichts und wieder nichts! Das ist, gelinde gesagt, zum wegrennen!
Hätte ich nicht schon so unglaublich viel Geld (In-Game-Käufe) in dieses verdammte Spiel gesteckt, hätte ich es schon gelöscht. Verkaufen kann ich es ja leider nicht, weil ich es mir im PSN gekauft und herunter geladen habe.
Dumm gelaufen, würde ich sagen.
Nun ja, so kehre ich eben zu den anderen Games zurück. In Oblivion gehört mir bspw. eine ganze Insel, auf der ich sogar der Herrscher bin, einen Diener, eine Tänzerin und eine Heilerin habe, einen Thron, ein Schloss… alles was das Herz begehrt und wofür ich auch hart schuften musste… aber es hat sich in diesem Fall gelohnt.
Oder in Skyrim, wo ich der Chef der Magierakademie von Winterfeste bin, was auch nicht einfach war, aber die Belohnung war einfach angemessen.
Versteht ihr was ich damit sagen will?
TESO ist schlicht und ergreifend unfair!
Das soll jetzt nicht heißen, dass ich das alles hier nur geschrieben habe, um mich endlich mal über TESO auslassen zu können. Sicher nicht. Aber es sind eben so Kleinigkeiten, die auch anderen schon aufgefallen sind und die einfach mal ausgesprochen werden mussten.
Etwas Gutes hat das Game dennoch… du kannst viele nette und hilfsbereite Mitspieler kennen lernen.
So, nun aber genug gemeckert, denn eigentlich habe ich irgendwie so ein bisschen schon gewusst, worauf ich mich bei TESO einlasse. Ergo bin ich auch selbst schuld.
Ah ja, da fällt mir noch eine wunderbare Kleinigkeit ein, die allen TES Spielen anhaftet… die einmalig schönen Sonnenauf – und Untergänge… wer da nicht ins Träumen kommt hat echt was verpasst.
Der Himmel und das Wasser in den Spielen sehen aus wie echt, das ist kaum noch zu überbieten. Dann die traumhaft schönen Wasserfälle, besonders in Skyrim… herrlich. Zumindest sind es meine Eindrücke, und ja. ich weiß auch, dass es da sicher einige Kritiker gibt, die sagen…. es gibt besseres.
Ich finds aber nun mal wunderschön und außerdem wurde Skyrim mehrfach ausgezeichnet!
Dass sich hier und da mal das ein oder andere Bug versteckt… herrje… wenn ich schreibe verstecken sich sicher auch hier und da einige Fehler, die ich nicht sehe… aber dafür ein anderer, der sich dann seinen Teil denkt. So ist das nun mal, wenn Spiele entstehen, die so riesig groß sind, dass sie hunderte von Spielstunden füllen können.
Allein an Skyrim habe ich schon über 500 Stunden gesessen und das war Spaß pur, als ich erst mal alles richtig verstanden habe und damit umgehen konnte. Sicher, es ist eine riesige Welt in die du da quasi hinein geworfen wirst und du bist anfangs vielleicht ein wenig überfordert, aber du kannst versuchen alles zu erkunden… musst es aber nicht… tue was willst… ist hier das Motto.
In den Spielen, außer in TESO, kannst du auch entscheiden, ob du das Game auf einer sehr leichten oder sehr schweren Stufe meistern willst… je nach dem, wie du dich entscheidest und die Optionen einstellst, reagieren natürlich auch die feindlichen NPCs.
Diese sind dann entweder sehr schwer oder sehr leicht zu töten und wie schnell und oft du einen Heldentod stirbst.
Du hast auch die Möglichkeit Vampir und Werwolf zu werden. Natürlich kannst du auch krank werden und musst dann Tränke zu dir nehmen, um dich zu heilen. Das alles wird dir natürlich im Game angezeigt, so dass du rechtzeitig was dagegen unternehmen kannst.
Tja, was gibt es noch so über TES zu sagen?
Punkte bekommst du nur für die entsprechenden Fähigkeiten und levelst dann entsprechend… außer natürlich in Skyrim, wo es einem sehr einfach gemacht wird zu leveln.
Je nach Level bzw. Stufe, wie es in TES heißt, bekommst oder findest du Waffen, Rüstungen, Tränke und anderes. In Skyrim wiederum, levelst du deine Schmiedekunst hoch und kannst dir dann deine Waffen und Rüstungen allein herstellen.
Auch kannst du anschließend alles verzaubern, so dass du richtig gut geschützt bist, oder etwa Extrafähigkeiten besitzt. Oder werde einfach Magier und kämpfe ganz ohne Waffen… nur mit Magie eben… ist dann halt etwas schwieriger.
Ansonsten stehen dir halt alle Möglichkeiten offen, du musst diese nur finden und nutzen. Es gibt hierbei auch keine richtigen oder falschen Entscheidungen, denn wichtig ist letztendlich nur das was du tun willst.
*-*-*
Du kannst das alles hier auch vollkommen ignorieren, dir ein Buch nehmen und lesen, dich mit Freunden treffen oder im Wald spazieren gehen und somit am realen Leben teilnehmen. Die vermutlich bessere Entscheidung, als sich mit einer Spielserie herum zu ärgern.
Einige von euch haben jetzt sicher bedächtig mit dem Kopf genickt… ich kann es direkt vor meinem geistigen Auge sehen.
Dieser kleine Artikel sollte euch auch nur zeigen, was ich so treibe, wenn ich nicht online bin und nicht schreibe.
TES ist eben ein Thema, das mich, seit letztes Jahr, beschäftigt und ich davon eben nicht lassen kann.
Mit diesen Worten schließe ich meinen Artikel nun und hoffe es hat euch ein wenig gefallen, auch wenn ich zugeben muss, dass hier einiges etwas… na ja… durcheinander geraten ist. Bitte seht es mir nach, denn die Spiele sind wirklich sehr komplex, gewaltig und einfach eine Welt für sich

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Information Schwierigkeiten der Liebe
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 02:24 PM - No Replies

Kain lief durch die Stadt und versuchte einen klaren Kopf zu bekommen. Er hatte am Morgen erfahren, das seine Eltern wegziehen wollen, am besten noch in den nächsten Wochen. Er sollte mit ihnen gehen, aber er wollte nicht und er konnte es auch nicht. Es gab eine Sache, die ihn an die Stadt band. Eine Sache, die er nicht einfach liegen lassen konnte. Sie war ihm einfach zu wichtig. Ohne es zu bemerken, lief er im Kreis. Als er schon das dritte Mal an seiner Haustür vorbei kam, sah er jemanden davor sitzen. Er blieb verwundert stehen und sah ihn an. John saß auf den Treppenstufen und lächelte Kain an. Er war vier Jahre älter als Kain selbst und arbeitete auch schon, während Kain noch zur Schule ging.
„Ich warte schon eine halbe Stunde darauf, dass du endlich merkst, dass du im Kreis gehst.“
„Wie oft bin ich denn hier vorbei gegangen?“ fragte Kain leise und setzte sich neben John.
„Schon dreimal. Was ist los?“ fragte dieser ebenfalls leise und sah Kain an.
„Kommst du mit rein?“
„Wenn du mir dann sagst was los ist.“
„Ja. Mach ich. Wenn du mir versprichst nicht böse zu sein.“
„Ist es so schlimm?“
„Für mich schon.“ Sagte Kain traurig und sah John an.
„Na gut. Ich werde nicht böse sein. Aber hör bitte auf, so traurig zu gucken.“
„Geht leider nicht.“ Kain stand auf und schloss die Tür auf. Sie gingen in sein Zimmer und John setzte sich auf den Sessel vor dem Fenster. Kain hingegen blieb stehen und lehnte sich gegen einen Schrank. Er starrte eine Weile nur auf den Teppich, als würde er dort die passenden Worte finden. Dann sah er zum Fenster und an John vorbei.
„Also? Was ist los?“ fragte John vorsichtig. Kain wirkte auf ihn plötzlich so weit weg. Kain sah John an und sagte dann leise: „Meine Eltern wollen umziehen. Ich bin minderjährig und müsste mit.“
„Was? Wann denn?“ fragte John perplex.
„Schon diesen Monat. Sie wollen keine Zeit verlieren. Ein Arbeitskollege meines Vaters hat ihnen einen Vorschlag gemacht. Ein Haus in Seattle.“
„Das ist weit weg.“
„Um genau zu sein eine Zweitagesreise.“ sagte Kain und sah wieder auf den Teppich. John stand langsam auf und ging auf ihn zu. „Ich will nicht mit.“ Sagte Kain leise und lehnte sich gegen Johns Brust, als dieser ihn in den Arm nahm. Eine weile blieben sie einfach stehen, ohne das jemand etwas sagte. Kain wollte auch nicht mehr reden, sondern einfach stehen bleiben und John festhalten. John wusste was es bedeuten würde, wenn Kain wegziehen würde. Nicht nur für Kain änderte sich dadurch vieles, auch für John.
„Vielleicht gibt es eine andere Möglichkeit.“ Sagte John nach geraumer zeit leise und strich Kain durchs Haar.
„Und welche?“
„Du könntest in eine WG ziehen.“
„Nein. Das lassen sie nicht zu und alleine sowieso nicht.“ Kain lehnte sich wieder an die Wand und sah John an. Dieser stützte sich neben ihm mit der Hand auf und sah ihm in die Augen. Dabei spielte er mit einigen von Kains Haarsträhnen.
„Dann zieh bei mir ein.“ Sagte er leise und küsste Kain liebevoll. Kain erwiderte seinen Kuss zart und legte eine Hand auf Johns Brust. Als er ihm sein Hemd öffnen wollte, hielt dieser seine Hand leicht fest. In dem Moment kam Kains Mutter in sein Zimmer. John ging ein paar Schritte von Kain weg und Kain sah seine Mutter erschrocken an.
„Was soll das?“ fragte sie und sah Kain und John abwechselnd an. „Das habe ich eben doch falsch verstanden, oder?“ fragte sie eindringlich. Kain sah ihr direkt in die Augen und blieb wie erstarrt stehen. „Es war ein Missverständnis.“ Sagte seine Mutter verzweifelt und lächelte leicht.
„Nein.“ Sagte Kain leise und hielt dem Blick seiner Mutter stand, die nur nach oben sah und aus dem Zimmer ging. Kain rutschte an der Wand nach unten und blieb sitzen.
„Hey. Geht’s?“ fragte John leise und hockte sich vor ihn.
„Ja. Ich hätte es ihr nur nicht so sagen sollen. Jetzt lässt sie mich niemals hier.“ Meinte Kain leise und sah John an. Bevor der noch etwas sagen konnte, küsste Kain ihn sanft. „Es wäre vielleicht besser wenn du gehst. Ich muss mit ihr reden.“
„Und dich soll ich einfach alleine lassen? Kommt nicht in Frage.“
„Ich komm nachher zu dir. Versprochen.“
„Na gut.“ Sagte John widerwillig und stand auf. Kain brachte ihn zur Tür und als John weg war, ging er zu seiner Mutter. Diese saß auf der Couch und starrte zum Fernseher, der aber aus war.
„Mum? Kann ich mit dir reden?“ fragte er vorsichtig.
„Jetzt weiß ich warum du nicht gehen willst. Aber du kommst jetzt erst recht mit.“ Sagte sie wütend.
„Ich lass mich nicht von ihm trennen. Da kannst du mit mir ans andere Ende der Welt ziehen. Du bringst uns nicht auseinander. Das ist meine Entscheidung. Tut mir leid wenn ich dich in dieser Hinsicht enttäusche.“
„Das werden wir noch sehen. Warte ab, was dein Vater dazu sagt.“
„Sag es ihm. Aber es wird nichts an meiner Entscheidung ändern. Ich liebe John und dabei bleibt ’s, ob es dir passt oder nicht. Ehrlich gesagt will ich gar nicht deine, Vaters oder von sonst wem die Meinung hören. Davon bringt ihr mich nicht ab.“ Sagte Kain nachdrücklich und ging in sein Zimmer. Er schloss hinter sich die Tür und ließ sich aufs Bett fallen. Er schloss die Augen und legte zwei Finger auf seine Lippen. Er schmeckt noch immer Johns Kuss und er würde dieses Gefühl nicht aufgeben, nur weil seine Mutter dagegen war. John hatte ihn schon oft geküsst, aber diesmal schmeckte es ein wenig nach Abschied. Aber weder John, noch Kain wollten Abschied nehmen. Als er die Tür hörte und auch wie sein Vater mit seiner Mutter sprach, öffnete er die Augen und nahm die Hand runter. An der Decke hing ein Plüschtier, welches er dort hingehängt hatte, als er eines Nachts aus einem Alptraum aufgewacht war und er nicht mehr wusste wo er war. John hatte es ihm geschenkt, damit er dann immer daran erinnert wurde dass es nur ein Traum war. Er stellte sich aufs Bett und nahm es runter. Dann setzte er sich wieder und hielt es fest.
„Ich muss mit dir reden, Kain.“
„Das dachte ich mir.“ Sagte Kain leise, als sein Vater ins Zimmer kam und sich vor ihn setzte.
„Mutter sagte mir, du hast John . . . geküsst.“
„Ja. Und jetzt?“
„Ich will wissen, warum?“
„Weil ich ihn liebe.“ Sagte Kain leise und sah das Plüschtier an.
„Das hast du dir eingeredet. Du bist erst 17. Ich glaube du weißt noch nicht wirklich was Liebe ist.“
„Ach? Denkst du?“
„Das denke ich nicht nur. Ich weiß es und diese Sache bestärkt es.“
„Wieso? Weil er auch ein Kerl ist. Meinst du das macht einen Unterschied. Ich fühl mich zu ihm hingezogen, nicht zu einem Mädchen. Ist es das. Denkst du deswegen ich weiß nicht was Liebe ist?“
„So ist es.“
„Dann denkst du falsch. Ich bin schon seid 16 Monaten mit ihm zusammen. Ich war vor ihm schon mit einem anderen Jungen zusammen, nicht so lange, aber das macht keinen Unterschied. Ich hatte vorher eine Freundin und soll ich dir was sagen. Ich kann mit Mädchen nichts anfangen. Ich fühl nichts bei ihnen. Du hast nicht einmal bemerkt, dass ich John liebe und er war fast jeden Tag hier, oder ich bei ihm. Und jetzt auf einmal willst du mir weiß machen, es interessiert dich.“
„16 Monate, ja?“
„Er hat mich nicht verführt. Er verführt mich nicht, solange ich es nicht will. Aber weder du noch Mum, keiner nimmt ihn mir weg. Du kannst mich ins All schicken, meinetwegen, aber das ändert gar nichts.“ Sagte Kain durch dringlich und stand auf.
„Wo willst du hin?“
„Zu John. Du kapierst es doch sowieso nicht.“
„Du bleibst hier.“
„Werde ich nicht.“ meinte Kain und zog seine Jacke an. Das Plüschtier hatte er noch immer in der Hand und er bemerkte es auch nicht mehr.
„Kain. Warte.“ Sagte sein Vater und hielt ihn fest „Du gehst nicht zu ihm.“
„Lass mich los. Du machst es nur noch schlimmer, indem du mich nicht gehen lässt. Denk darüber nach was ich dir gesagt habe, dann verstehst du mich vielleicht und vielleicht akzeptierst du es auch. Wenn nicht ist es mir egal. Ich bin morgen früh wieder hier.“ Sagte Kain hart und riss sich los. Sein Vater versuchte ihn noch einmal festzuhalten, aber er erwischte ihn nicht. Kain schloss die Tür und ging. Er ging langsam die Straße entlang und blieb vor Johns Hausblock stehen. Es brannte kein Licht in seiner Wohnung. Kain ging nach oben und klingelte. Als John die Tür öffnete, ging er ohne etwas zu sagen an ihm vorbei und blieb im Wohnzimmer stehen. Es war dunkel und nur ein zwei Kerzen brannten auf dem Tisch.
„Was ist los?“ fragte John besorgt.
„Er akzeptiert es nicht, weil er es nicht versteht. Er wollte mich nicht einmal hierher lassen.“ Sagte Kain leise. John setzte sich auf die Couch und zog ihn zu sich. Kain sah ihn kurz an und küsste ihn dann sanft. John zwang ihn nach hinten und beugte sich über ihn. Er schob ihm seine Zunge in den Mund und küsste ihn leidenschaftlich. Er spürte das Kain nicht reden wollte und beließ es dabei. Plötzlich klingelte es. John sah Kain verwirrt an und setzte sich hin.
„Sucht er dich vielleicht?“
„Ich weiß nicht. Ich hoffe nicht.“
„Was hast du ihm denn gesagt?“
„Das ich morgen früh wiederkomme.“
„Er sucht dich.“ Sagte John lächelnd und küsste Kain noch einmal kurz. Dann stand er auf und ging zur Tür. Kain blieb im Wohnzimmer auf der Couch sitzen und sah das Plüschtier stirnrunzelnd an. Er wusste nicht warum er es mitgenommen hatte.
„Hallo. Ist Kain hier?“ fragte Kains Vater, als John die Tür geöffnet hatte.
„Ja. Aber ich weiß nicht recht ob er mit ihnen sprechen will. Ich weiß, dass sie nicht unbedingt für eine solche Beziehung sind, aber ich habe nicht vor ihn einfach gehen zu lassen, nur weil sie etwas dagegen haben. Er ist nicht so stark wie sie vielleicht denken. Ich habe auch nicht vor ihm wehzutun, aber wenn sie ihn einfach so hier weg schleppen, tun sie ihm weh.“
„Ich denke nicht dass ich das hören will. Ich will ihn nur abholen. Er soll mit nach Hause kommen.“
„Nein. Das werde ich nicht tun. Ich bleibe hier.“ Sagte Kain leise. Er stand schon ein paar Minuten hinter John im Flur und hatte zugehört. „Ich gehe nicht mit. Lass mich wenigstens diese eine Nacht hier bleiben und denk lieber darüber nach was ich dir gesagt habe. Du kannst natürlich auch meinen Vorschlag annehmen und mich ans andere Ende Welt verfrachten, aber wie gesagt, das ändert gar nichts.“ Sagte Kain und ging wieder ins Wohnzimmer.
„Du kommst mit.“ Sagte sein Vater und wollte an John vorbei, doch dieser vertrat ihm den Weg.
„Sie sollten besser gehen. Sie können morgen mit ihm darüber reden.“ Sagte John beruhigend.
„Wehe du verführst ihn.“
„Habe ich nicht vor. Nicht wenn er es nicht will.“ Sagte John wahrheitsgemäß. Kains Vater fand sich mit dieser Antwort nicht unbedingt ab, aber er ging. John ging zurück zu Kain und setzte sich wieder auf die Couch. Er nahm Kain das Plüschtier aus der Hand und sah es sich an. „Was hast du ihm denn gesagt, das er denkt ich würde dich verführen?“ fragte John lächelnd.
„Nur das wir schon 16 Monate zusammen sind.“ Sagte Kain leise und lehnte sich gegen Johns Brust. Es wurde schon allmählich dunkel. John legte seine Hand in Kains Nacken und als dieser ihn ansah, küsste er ihn.
„Hast du Hunger?“
„Etwas.“ Sagte Kain und sah John lächelnd an. „Machst du dein Spezialgericht?“ fragte er dann grinsend und als John lächelte, küsste Kain ihn kurz.
„Das mit Fleisch, oder ohne?“
„Mit. . . . Kann ich kurz duschen gehen?“
„Klar. Du weißt ja wo.“ Als Kain gerade aufstehen wollte, hielt John seine Hand fest. „Du brauchst noch ein Handtuch. Warte kurz.“ Sagte er dann leise und ging eines holen. Er gab es Kain und ging in die Küche, als Kain im Bad war. Er machte das Essen fertig und deckte den Tisch. Als Kain in die Küche kam, hatte er sich nur zur Hälfte angezogen. John umarmte ihn still und küsste ihn. „Was wird das?“
„Was?“ Als John auf seinen Oberkörper deutete, sagte Kain leise: „Nichts. Ich wollte mein T-Shirt nur nicht anziehen.“
„Ach so.“ sagte John und küsste Kain kurz, ehe er sich setzte. Nach dem Essen, räumte John schnell ab und Kain legte sich im Wohnzimmer auf die Couch. Er schlief etwas ein und als John ihm durchs Haar strich, machte er die Augen wieder auf. „Du kannst nicht auf der Couch schlafen.“
„Warum?“
„Weil du dann morgen grausige Rückenschmerzen hast.“
„Ich will aber nicht mehr laufen.“ Sagte Kain leise und schloss die Augen wieder. John nahm ihn vorsichtig auf den Arm und trug ihn ins Bett. Er deckte ihn zu und legte sich neben ihn auf die Decke. Dann strich er ihm ein wenig durchs Haar und schlief ebenfalls ein.
„John?“ fragte Kain am nächsten morgen leise. John machte die Augen auf und sah ihn an. Kain hatte sich über ihn gebeugt und sah ihn lächelnd an. „Stehst du auch mit auf?“
„Nein. Ich will noch weiterträumen.“
„Was hast du denn geträumt?“
„Das du mich küsst.“ Sagte John lächelnd.
„Das kann ich auch in die Realität umsetzen.“ Sagte Kain leise und küsste ihn sanft. John hielt seine Hände fest und drängte ihn nach hinten. Kain legte sich wieder hin und schob John seine Zunge in den Mund. John küsste ihn federleicht am Hals und fuhr mit seiner Zunge über Kains Brust. Kain schloss wieder die Augen und hielt sich an Johns Händen fest. dieser beugte sich wieder über ihn und küsste ihn am Hals.
„Soweit waren wir letztes Mal auch.“ Sagte Kain leise.
„Ich weiß. Weiter gehe ich nicht. Noch nicht.“ sagte John leise und küsste Kain wieder auf die Lippen.
„Auch nicht wenn ich es will?“
„Das kommt auf den Zeitpunkt an.“ Sagte John lächelnd und strich mit einer Hand über Kains Stirn.
Als Kain zu Hause ankam, kam ihm sein Vater schon entgegen. Er sah genervt nach unten und ging ins Haus, ohne seinen Vater zu beachten. Im Haus ging er in sein Zimmer und zog sich um. Als er gerade fertig war, kam sein Vater zu ihm.
„Ich habe darüber nachgedacht und ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass wir in drei Wochen umziehen und du kommst mit.“
„Mach was du denkst.“
„Was?“
„Es ist mir egal. Ich komme mit, aber sicher nicht freiwillig.“ Sagte Kain leise und setzte sich an seinen Schreibtisch.
„Du wirst ihn nicht mehr wieder sehen. Auch nicht wenn wir noch hier wohnen.“
„Wegen dieser Nacht. Ich kann dich beruhigen. Es war nichts. Und auch die Nächte zuvor war nichts, falls dich das interessiert.“
„Das beruhigt mich keineswegs.“ Sagte sein Vater wütend und schlug mit der Faust in die Wand.
„Mir egal.“
„Hör mir mal zu. Du bist noch minderjährig und er ist 22. Ich könnte ihn anklagen, weil er dich verführt hat.“
„Hat er nicht. Außerdem gehören dazu immer noch zwei.“ Sagte Kain und machte seine Hausaufgaben. Sein Vater verschwand und ließ ihn allein. Er wusste längst dass er nichts machen konnte, aber setzte alles daran, Kain von John fernzuhalten.
Eine Woche lang hatte sein Vater Kain unter Kontrolle. Doch am Montagnachmittag ging Kain nach der Schule zu ihm. John war gerade darüber seine Arbeit zu machen, die er sich aus dem Büro mitgebracht hatte und machte auch noch diesen Abschnitt fertig, ehe er sich zu Kain setzte, der den Fernseher angeschaltet hatte. Kain lehnte sich gegen seine Brust und schloss die Augen.
„Was machst du wenn ich nicht mehr hier bin?“ fragte Kain leise.
„Dich anrufen.“
„Das meinte ich nicht.“
„Was meinst du dann?“ Als Kain schwieg, fragte John vorsichtig: „Meinst du ich würde mich von dir trennen?“
„Ja.“
„Dann liegst du falsch. Ich lass dich sicher nicht gehen. Dafür liebe ich dich zu sehr. Aber ich würde dich ziemlich vermissen.“ Sagte John leise und küsste Kain, als dieser ihn sanft ansah.
„Vater will ende der Woche umziehen.“
„Ich weiß. Er wird dich nicht mehr herlassen.“
„Ja. Dann musst du wohl zu mir kommen.“ Sagte Kain leise und legte sich auf Johns Brust, als dieser sich hinlegte.
„Das werde ich auch.“ Als John ihn küsste, legte Kain ihm einen Finger auf die Lippen und meinte leise: „Ich muss gehen. Sonst merkt er was.“
„Ist gut. Sehe ich dich morgen?“ fragte John leise und küsste Kain kurz.
„Wenn du mich von der Schule abholst.“
„Ja. Also bis dann.“ Sagte John leise und küsste Kain noch einmal, ehe er ihn gehen ließ.
„Wo warst du?“ fragte Kains Vater, als Kain nach Hause kam.
„In der Schule. Ich hatte noch Nachhilfe.“
„Ach so. Pack deine Sachen. Ich fahr dich übermorgen in die andere Wohnung. Kain ging in sein Zimmer und legte sich aufs Bett. Er fing gar nicht erst an Sachen zu packen. Das konnte er auch morgen noch machen. Stattdessen schlief er ein und wachte erst wieder auf, als es bereits dunkel war. Er stand auf und machte noch schnell Hausaufgaben. Dann ging er wieder ins Bett und schlief weiter.
„Da bist du ja.“ Sagte Kain und ging auf John zu.
„Ich hatte noch eine Schwierigkeit im Büro.“ Sagte John leise.
„Ach so.“ Als sie bei John zu Hause ankamen, schmiss John seine Sachen auf den Schreibtisch und setzte sich auf den Sessel. Er schloss kurz die Augen und sah dann Kain an. Dieser setzte sich auf seinen Schoß und küsste ihn leidenschaftlich. Nach einer geraumen Zeit, setzte er sich auf die Couch und schlief etwas ein. Auch John schlief ein. Als Kain wieder wach wurde. Stellte er sich vor John und strich ihm durchs Haar. Dann küsste er ihn sanft auf die Lippen, wodurch John aufwachte. Er küsste Kain seinerseits und legte eine Hand in dessen Nacken. Als Kain ihn am Hals küsste, legte er seine Hände auf Kains Hüfte. Kain knöpfte Johns Hemd auf und küsste ihn auf die Brust.
„Hey. Warte. Wenn du weitermachst, kann ich dich nicht mehr loslassen.“ Sagte John leise, als Kain Johns Hose aufmachen wollte.
„Ich weiß.“ Sagte Kain und befreite seine Hand. Er küsste John wieder auf die Lippen und fuhr mit seiner Hand nach unten. Er macht Johns Hose auf und glitt mit der Hand hinein. John stand langsam auf, kam aber nicht weit. Kain legte sich auf den Fußboden und zog ihn zu sich runter. Er zog John langsam aus und ließ sich ebenfalls ausziehen. John küsste ihn sanft auf den Bauch und glitt mit seiner Zunge weiter nach unten. Er verwöhnt Kain mit dem Mund und beugte sich wieder über ihn, um ihn auf den Mund zu küssen.
„Warum willst du dass ich dich verführ?“
„Ich muss morgen nach Seattle und ich will mir vorher noch über etwas klar werden.“
„In dem du mit mir schläfst?“
„Nein. Ich liebe dich, deswegen will ich mit dir schlafen.“ Sagte Kain leise und küsste John wieder auf die Lippen. John erwiderte seinen Kuss. Er küsste Kain sanft am Hals und als er in ihn eindrang, hob Kain die Brust und stöhnte leise. John küsste ihn auf die Lippen und strich mit seiner Hand leicht über Kains Körper.
„Alles in Ordnung?“ fragte John leise.
„Ja.“ Sagte Kain und küsste John leidenschaftlich. Kain legte seine Arme um Johns Oberkörper und hielt sich fest. Nach geraumer Zeit löste John sich langsam von ihm und küsste ihn sanft auf die Lippen. Kain hielt ihn noch immer fest und sah ihm in die Augen. John legte sich neben ihn und küsste ihn weiter auf die Brust. „Kann ich hier bleiben, diese Nacht?“ fragte Kain erschöpft.
„Ja. Ich würde dich jetzt sowieso nicht nach Hause lassen.“ Sagte John lächelnd und küsste Kain auf die Lippen. Als Kain einschlief, trug John ihn ins Schlafzimmer und legte ihn aufs Bett. Er legte sich neben ihn und strich sanft mit seinen Fingern über Kains Körper.
„Ich muss um acht zur Schule.“ Sagte Kain plötzlich.
„Ich weiß. Ich weck dich.“ Erwiderte John leise und strich ihm ein paar schweißverklebte Strähnen aus dem Gesicht. Kain öffnete die Augen und strich mit seiner Hand über Johns Brust. Dann küsste er ihn sanft und legte sich auf den Bauch. John küsste ihn auf den Rücken und auf die Schulterblätter. Er strich mit einer Hand noch immer über Kains Körper und beugte sich dabei über ihn. Kain blieb liegen und ließ sich von Johns Küssen verwöhnen. Kain setzte sich halb auf und sah John kurz an, der hinter ihm saß. Kain glitt mit seiner Hand hinter sich und massierte John leicht, ehe er sich auf ihn setzte, sodass John in ihn eindrang. John strich mit seiner Hand über Kains hüfte, bis hin zu Kains Glied und streichelte ihn sanft. Dabei küsste er ihn in den Nacken. Kain beugte sich nach vorne und legte sich auf die Brust, während John sich in ihm bewegte und sich halbwegs auf seinen Rücken legte. Als sie beide zum Höhepunkt kamen, blieb John noch ein paar Sekunden in ihm und küsste ihn sanft auf die Schulter. John löste sich langsam von ihm und legte sich neben ihn. Kain drehte sich zu ihm um und kuschelte sich in Johns Arme. Dieser deckte sie beide zu und küsste Kain kurz auf die Stirn, ehe Kain sanft einschlief. Auch John gab seiner Müdigkeit nach und schlief ein.
Als er am nächsten Morgen aufwachte, lag Kain noch immer dicht an ihm. Er zitterte leicht. John deckte ihn richtig zu und hielt ihn im Arm. Es war erst 6 Uhr. Er beobachtete Kain etwas und strich leicht mit seinem Fingern durch Kains Haar. Als Kain die Augen aufmachte, küsste John ihn sanft auf die Lippen und legte seine Hand auf Kains Hüfte.
„Morgen.“ Sagte John leise und lächelte.
„Wie spät ist es?“
„Du hast noch Zeit. Es ist erst halb sieben.“ Meinte John und küsste Kain zärtlich. Kain legte sich auf den Rücken und zog John zu sich ran, um ihn weiter küssen zu können. Nach einiger Zeit hielt er inne.
„Ich geh mal kurz duschen.“ Sagte Kain flüsternd.
„Ist gut.“ John ließ ihn aufstehen und drehte sich auf die Seite. Als Kain aus dem Bad wiederkam, sah John ihm beim anziehen zu und stand dann langsam auf. Er stellte sich vor Kain und küsste ihn leidenschaftlich. „Wenn ich dich fahren soll, geh ich schnell ins Bad.“
„Nein. Ich geh zu Fuß. Es könnte sein das Vater mich an der Schule abfängt und dich sollte er dann nicht sehen.“
„Na gut. Kann ich dich trotzdem noch mal sehen, bevor du fährst?“ fragte John etwas traurig. Kain sah ihm in die Augen und sagte dann entschlossen: „Ich fahr nicht mit.“
„Was?“
„Du hast mich richtig verstanden. Ich werde nicht mit ihnen mitfahren. In vier Monaten bin ich 18. Sie können mir nicht mehr vorschreiben, was ich machen soll.“
„Du kannst aber nicht in eurer anderen Wohnung bleiben.“
„Ich weiß.“ Sagte Kain leise und sah John an. „Aber du hast gesagt, dass ich bei dir einziehen kann.“ Sagte Kain verlegen.
„Klar.“ Sagte John fröhlich und lächelte. Er küsste Kain sanft und als dieser sich aufs Bett setzte zwang er ihn nach hinten.
„Ich muss aber los.“ Sagte Kain nach einiger Zeit.
„Ich lass dich aber nicht.
„Und wenn ich mich verweigere?“
„Na gut. Wie willst du das deinem Vater sagen?“
„Weiß ich auch noch nicht. Mal sehen. Einen Tag habe ich noch. Mir fällt schon was ein.“
„Hier.“ Sagte John leise und gab Kain sein Plüschtier. „Du hast es letztes Mal hier liegen lassen. Vielleicht hilft er dir bei deiner Entscheidung.“
„Ja. Danke.“ Sagte Kain leise und küsste John sanft, der hielt ihn fest und fuhr mit seiner Hand unter Kains T-Shirt. Kain lächelte leicht und zwang John nach hinten. Er legte sich auf seine Brust und sah ihm sanft in die Augen.
„Ich muss gehen.“
„Ich will aber nicht dass du gehst.“
„Ich merk das schon.“ Sagte Kain leise und küsste John sanft. Dabei glitt er mit seiner Hand nach unten und massierte John. Als dieser ihn überrascht ansah, küsste Kain ihn leidenschaftlich. Als Johns Anspannung wich, zog Kain seine Hand zurück und küsste ihn noch eine Weile, ehe er auf stand und zur Schule ging. An der Tür hielt John ihn noch einmal fest und küsste ihn stürmisch. Erst dann ließ er seinen Geliebten gehen.
Wie erwartet, fing sein Vater Kain vor der Eingangstür ab.
„Wo warst du?“
„Das geht dich gar nichts an. Ich wollte nachdenken und zu Hause ging das nicht.“ sagte Kain abweisend und ging ins Schulhaus.
„Den Weg kannst du dir sparen. Ich habe dich schon abgemeldet. Wir fahren heute Abend. Mach deine Sachen fertig.“
„Werde ich nicht. Ich geh nicht mit.“
„Du hast keine Wahl.“
„Doch. Ich kann hier bleiben. Die Schule beenden und mir nen Job suchen. Wenn ich die Schule jetzt wechsle kann ich das Jahr wiederholen. Schon mal daran gedacht.“
„Das weiß ich, aber es kann nicht schaden.“
„Ich will aber nicht. Und du weißt warum. Ich gehe nicht mit. Heute nicht und in einer Woche nicht. Was soll das auch. Warum musstet ihr gerade jetzt umziehen wollen?“
„Weil wir ein günstiges Angebot haben.“
„Schön für euch, werde ich vielleicht auch gefragt?“
„Nein. Du hast noch nichts zu sagen.“
„Doch hat er. Er kann selbst entscheiden, ob er hier bleiben, oder mitgehen will. Er ist fast 18 und hat das Recht dazu.“ Sagte die Vertrauenslehrerin.
„Ach halten sie sich daraus. Sie wissen überhaupt nicht den Grund für den Streit.“ Sagte Kains Vater wütend.
„Doch den kenne ich. Kain hat sich schon letztes Jahr mir anvertraut und er hatte schon lange vor es ihnen zu sagen, aber sie haben einen Fehler gemacht. Sie akzeptieren so etwas nicht.“ Kain setzte sich auf die Mauer und sah seinen Vater an. „Warum darf er es nicht. es ist doch seine Entscheidung. Sie haben in diesem Sinne nicht das Recht sich einzumischen.“
„Ach nennen sie das etwa normal.“
„Ja. Es ist normal.“
„Und wo willst du wohnen? Schon mal daran gedacht?“
„Bei John.“
„Damit er dich regelmäßig verführt ja?“
„Wie gesagt, er macht es nur wenn ich es will. Wann kapierst du es endlich. Du trennst mich nicht von ihm, niemals.“ Sagte Kain leise.
„Da sehen sie es. Er ist bei ihm doch gut aufgehoben. Er fühlt sich dort wohl und er kann entscheiden was er will. Was spricht noch dagegen?“
„Ganz einfach die Sache, das er ein Kerl ist.“
„Und? Lass mich hier und du wirst nie wieder damit in Kontakt kommen. Wenn du mich mitnimmst, hast du das Problem noch eine Weile am Hals.“
„Lassen sie ihn doch gehen. Er ist schon alt genug selbst Entscheidungen zu treffen.“ Sagte die Lehrerin.
„Ich komme jedenfalls nicht mit nach Seattle. Ich bleibe und da kannst du dich auf den Kopf stellen.“ Sagte Kain wütend und wollte gehen. Sein Vater hielt ihn am Handgelenk fest und wollte ihn festhalten, doch Kain entriss sich dem Griff. „Lass mich in Ruhe. Versuch doch wenigstens mich zu verstehen.“ Sagte Kain dann leise und verschwand. Er ging ins Schulhaus und setzte sich im Flur auf eine der Bänke.
„Er will dich nicht verstehen, habe ich den Anschein.“
„Ja. Er ist einfach gegen eine solche Beziehung und lehnt alles ab, was dem Nahe kommt. Aber wenn er denkt, es bringt was, mich hier wegzuschleppen, täuscht er sich. Ich lass John nicht los.“ Die letzte Worte hatte er fast geflüstert und starrte noch immer regungslos zu Boden.
„Gib ihm etwas Zeit. Vielleicht ändert er seine Meinung. Aber mich würde interessieren, wo du letzte Nacht warst. Dein Vater sagte du bist nach der Schule nicht nach Hause gekommen.“
„Ich war bei John. Ich wollte mir über eine Sache klar werden und das ging nicht zu Hause.“
„Was war das für eine Sache?“
„Ob ich im Notfall doch weggehen könnte, aber ich könnte es nicht. Ich will es auch nicht.“
„Du hast dich ihm wohl nicht mehr verweigert.“ Fragte die Lehrerin lächelnd.
„Nein. Diesmal nicht mehr.“ Sagte Kain verlegen.
„Und das ist auch ein Grund warum du hier bleiben willst, habe ich recht?“
„Ja.“
„Geh zu ihm. Du bist heute hier abgemeldet. Nutz die Zeit, falls dein Vater seine Entscheidung nicht ändert.“
„Ist gut.“ Sagte Kain und stand auf. Er ging nach draußen und lief in Richtung park. John war jetzt noch nicht zu Hause und es hatte wenig Sinn jetzt dort hinzugehen. Er schlenderte stattdessen durch den Park und setzte sich nach einer Weile auf eine Bank. Als es halb vier war, machte er sich auf den Weg zu John.
„Na? Was sagt dein Vater?“ fragte John, nachdem er Kain reingelassen hatte.
„Ich weiß nicht. Ich war nicht zu Hause und heute Morgen wollte er mich noch mitschleppen. Meine Lehrerin hat mit ihm geredet und hat mir ne Pause verschafft.“ Sagte Kain leise und setzte sich auf die Couch.
„Deine Lehrerin?“ fragte John verwirrt und nahm Kain in den Arm.
„Ja. Sie ist Vertrauenslehrer der Schule.“
„Also weiß sie von uns.“
„Ja. Schlimm?“
„Ach. Wieso denn?“ fragte John leise und küsste Kain in den Nacken. Kain drehte sich zu ihm um und küsste ihn auf die Brust. Dann legte er sich auf Johns Beine und schloss die Augen. „Bist du müde?“
„Nein. Ich will nur ein wenig hier liegen bleiben.“ Sagte Kain leise.
„Na gut.“ Meinte John und strich ihm leicht durchs Haar. Nach einer Weile setzte Kain sich wieder hin und küsste John.
„Kann ich wieder hier bleiben?“
„Ja.“ Sagte John leise und küsste Kain weiter. „Lass uns was essen.“ Sagte John nach einiger Zeit und hielt Kains Hand fest, mit der er in Johns Hemd geglitten war und über dessen Brust strich.
„Ist gut.“ Kain ließ John aufstehen und setzte sich hin. Er sah zum Fernseher und ging dann mit in die Küche. Er setzte sich an den Tisch und sah John zu. „Ich kann dir auch helfen.“ Sagte er dann leise und lächelte.
„Dann kannst du die Zwiebeln schälen.“ Meinte John grinsend und küsste Kain sanft. Dieser schob ihm die Zunge in den Mund und hielt ihn fest. „Alles in Ordnung?“ fragte John besorgt, als Kain ihn wieder losließ.
„Ja.“ Erwiderte Kain lächelnd. Er schälte die Zwiebeln und gab sie dann John wieder. Nach dem Essen ging John kurz duschen. Als er ins Wohnzimmer kam, war Kain etwas eingeschlafen, wachte aber auf, als er ihn ins Schlafzimmer bringen wollte. „Ich bin müde.“
„Ich sehe schon. Na komm.“ Sagte John und folgte Kain ins Schlafzimmer. Schon nach kurzem schlief Kain ein. Auch John gab seiner Müdigkeit nach, wachte aber mitten in der Nacht auf. Kain lag nicht mehr neben ihm und John ging davon aus, das er was trinken gegangen war, oder ähnliches. Er stand auf und wollte in die Küche. Als er ins Wohnzimmer kam, sah er Kain auf der Couch sitzen. Er ging zu ihm und setzte sich dazu. „Was hast du?“ fragte er leise. Ohne eine Antwort zu geben, lehnte Kain sich gegen ihn. Er weinte etwas und wollte auch nicht unbedingt reden. „Hey. Schon gut. Ich bin doch bei dir.“ Sagte John leise und strich ihm über den Kopf.
„Warum versteht er es nicht?“
„Ich weiß nicht. Er will es vielleicht nur nicht verstehen.“
„Vielleicht.“ Sagte Kain und umarmte John sanft. Als Kain wieder einschlief, trug John ihn ins Bett.
„Kain. Ich habe mir was überlegt.“ Sagte Kains Vater, als er nach Hause kam. Sein Vater hatte vor der Tür gestanden. John wollte Kain unbedingt begleiteten und war nun auch dabei.
„Soll ich gehen oder bleiben.“ Fragte John leise.
„Wag es ja nicht weg zu gehen.“ Sagte Kain ängstlich und hielt John fest. „Was hast du dir überlegt?“
„Du machst hier die Schule fertig. Solange stellen wir dir die Wohnung hier zur Verfügung. Wenn du aber nach ein Jahr nach der Schulzeit keinen Job hast, kommst du zu uns.“ Sagte sein Vater versöhnlich.
„Einverstanden.“ Meinte Kain fröhlich und ließ John los.
„Willst du zum Mittag bleiben, John.“
„Nein. Ich muss zur Arbeit.“ Sagte John und lächelte. Als Kains Vater im Haus war, drehte sich Kain zu John um.
„Kann ich heute Abend wieder zu dir kommen?“
„Ja. Klar. Aber du hast dich doch soeben mit deinem Vater vertragen.“ Sagte John verwirrt.
„Ich weiß. Aber hier wäre es wirklich nicht gut, wenn du mich verführst.“
„Was?“ fragte John überrascht. „Bist du auf den Geschmack gekommen, oder wie darf ich das verstehen?“
„Ja.“ Sagte Kain leise und bevor John noch etwas sagte, küsste Kain ihn sanft. „Wann kann ich denn zu dir kommen?“
„Gegen um fünf.“ Sagte John lächelnd und ging zur Arbeit, nachdem er Kain noch einmal leidenschaftlich geküsst hatte.
„Ich glaube ich verstehe dich ein wenig.“ Sagte Kains Vater, als Kain ins Haus kam. Er hatte den Kuss wahrscheinlich gesehen.
„Ach so?“
„Ja. Ich denke schon. Und ich akzeptiere es auch, aber küss ihn lieber nicht in der Nähe deiner Mutter.“ Sagte sein Vater lächelnd.
„Ja. Ich werde ’s mir merken. Danke.“ Sagte Kain dann leise und sah seinen Vater an. „Ach mist.“
„Was denn?“
„Ich habe meine Sachen noch bei John.“
„Dann hol sie nachher.“
„Kann ich auch noch eine Nacht da bleiben?“
„Ja. Aber versprich mir vorsichtig zu sein.“ Sagte sein Vater besorgt.
„Wie meinst du das?“
„Deine Lehrerin sagte mir, das du dich ihm nicht mehr verweigerst. War es eine Trotzreaktion?“
„Nein. Ich liebe ihn. Das war der Grund.“ Sagte Kain und lächelte.
„Liebe also ist der Grund, weswegen du uns solche Sorgen machst.“
„Scheint so. Jetzt habe ich Hunger.“
„Dann komm.“

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Information School of Feelings
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 02:23 PM - No Replies

Oh man, wie lange dauert so ’ne Stunde eigentlich noch?, dachte der rothaarige Junge, als er mit seinen strahlenden violetten Augen, gequält auf die Uhr des Klassenzimmers blickte.
Noch 15 Minuten… er gähnte herzhaft.
Jonas war ein 17jähriger Schüler einer Highschool in London. Er ging seit dem Herbst in die Oberstufe und hatte das nur mit mehr Glück als Verstand geschafft. Er war ein lausiger Schüler, der nur durch seine dämlichen Antworten auf die Fragen der Lehrer glänzte.
Auch machte er sich gern zum Klassenclown, indem er immer wieder irgendwelche idiotischen Parade Stunts lieferte. Trotzdem war er sehr beliebt an der Schule, er war stets freundlich und hilfsbereit.
Er strich sich müde die roten Strähnen aus dem Gesicht, jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Dann hörte er endlich das Klingen der Glocke.
„Endlich..“, stöhnte er erleichtert, als sich auch schon von hinten eine Hand auf seine Schulter legte und sein Freund David ihn anlächelte.
„Komm schon, Alter! Sonst gibt es in der Kantine nichts mehr für uns..“, lachte er Jonas an.
„Boah… ja! Ich bin am verhungern!“, sprang dieser vom Stuhl und ging mit seinem Freund nach draußen…
*-*-*
Als es nun endlich zur Pause klingelte, machte sich auch der Unruhestifter Ricky auf den Weg in die Kantine.
Er fiel stets auf, mit seinen schwarzen Klamotten und seinen schwarz gefärbten, mittellangen Haaren, die im Kontrast zu seinen Katzengrünen Augen standen.
Die enge Hose, dazu Springerstiefel und eine weites Shirt ließen ihn noch größer erscheinen, als er ohnehin schon war.
Die Ohren hatte er voller Ohrringe und Piercings, die er nicht nur da hatte.
Ricky war immer auf der Suche nach Ärger und prügelte sich gerne. Mehrere Verwarnungen hatte er schon bekommen und war auch schon von einigen Schulen geflogen.
Die Schule langweilte ihn und er hatte die falschen Freunde. Seine Familie hatten keine richtige Zeit für ihn und zeigten kein Interesse. Da musste er sich eben etwas suchen, was ihm Spaß machte.
Mit seinen 18 Jahren war er bereits vorbestraft und drohte auf die falsche Bahn abzurutschen. Nur wusste keiner, was wirklich in ihm vorging.
“Hey, steh mir nicht im Licht, du Winzling!“, pöbelte er einen kleineren Schüler an, der ihm in die Quere kam.
Dieser wusste sich kaum zu helfen und ergriff schnellstens die Flucht. Sogar manche Lehrer hatten vor ihm Respekt. So, wie die Englischlehrerin, die den Vorfall wohl mitbekam, aber schwieg und weiter ging.
*-*-*
Jonas und David waren eben auf dem Weg in die Kantine als auch sie mitbekamen, wie dieser berüchtigte Junge, Namens Ricky einen etwas jüngeren… kleineren Schüler anpöbelte.
Beide sahen sich an und schüttelten den Kopf. Sie gingen auf ihn zu und Jonas fragte den Größeren.
„Sag mal, macht es dir eigentlich Spaß, deine Wut an jüngeren auszulassen?! Such dir doch jemanden, der dir ebenbürtig ist.“ und sah das lange Elend grimmig, aber forschend in die Augen.
David schüttelte den Kopf, wollte seinen Freund wegziehen, ihm den Mund verbieten… aber er wusste, dass das keinen Sinn machte. Jonas hatte seinen eigenen Kopf.
Nein, Jonas hatte keine Angst vor Ricky… warum auch. Er würde sich auch so ganz gut verteidigen können, wenn es denn sein musste.
*-*-*
“Er war nur kleiner, nicht jünger!“, fauchte Ricky, Jonas an.
Dann schubste er ihn beiseite und ging an ihnen vorbei. Aus irgendeinem Grund wollte er sich nicht mit Jonas prügeln.
Erst mal nahm er sich ein Tablett und drängelte sich in der Schlange vor, um sich etwas zu Essen zu nehmen. Seine sogenannten Freunde kamen nun auch dazu.
Nur kurz schaute er zu Jonas zurück. Seine grünen Augen stachen hervor, wie bei einer Katze, die auf der Jagd war.
“Ricky, dem hast du es aber gegeben“, lachte einer.
“Ja, der kleine hat sich vor Angst beinahe in die Hosen gemacht und ist fluchtartig in Richtung Klo verschwunden“, grölte ein anderer.
Das mit Jonas schienen sie gar nicht mitbekommen zu haben. Ricky kannte Jonas, denn sie wohnten in derselben Straße. Zwar auch erst seit kurzem, aber er sah ihn jeden Morgen losfahren.
*-*-*
„SCHLIMM GENUG!!!!!“, hatte Jonas Ricky nachgerufen und er war stocksauer.
„Lass es, Jonas… das bringt nichts“, warnte David seinen Freund, flüsternd.
„NEIN… verdammt…. ich werde nicht zucken und weglaufen… oder die Klappe halten, so wie alle anderen hier!!!“, regte sich Jonas auf, aber so, dass es auch alle hören konnten.
Ihn regte so etwas tierisch auf, wenn andere jüngere oder auch kleinere angriffen, während jeder nur wegsah und nichts tat.
Als Ricky sich dann auch noch vor drängelte… riss Jonas der Geduldsfaden!
Und er fauchte ihn an:
„Hey, sag mal geht’s noch?! Was glaubst du kleiner Spinner eigentlich, wer du bist, dass du dich hier einfach so vor drängeln kannst, hä?!“ und sah ihn mit seinen violetten Augen giftig an.
Er zeigte ihm auch direkt, dass er vor ihm keine Angst hatte und auch seine Klappe nicht halten würde!
*-*-*
Jetzt reichte es Ricky! Er drückte sein Tablett einen seiner Kollegen in die Hand und ging auf Jonas los.
Den packte er am Kragen und drückte ihn gegen die nächste Wand, wo er ihn in Augenhöhe zu sich hochzog. Dass da noch jemand an seiner Schulter hing und versuchte, alles zu verhindern, ignorierte er gekonnt.
Ganz intensiv schaute er Jonas in die Augen, doch schlug er nicht zu. Es war nur mehr eine Art Warnung.
*-*-*
Trotzdem Jonas leicht erschrocken war, zeigte er dennoch keine Angst, grinste Ricky vielmehr an.
Fast schon gelangweilt sah er das lange Elend an.
„Ist das alles was du drauf hast?!“, fragte er Ricky mit einem spöttischen Unterton.
David hatte inzwischen losgelassen, schüttelte genervt den Kopf und rollte mit den Augen, dass sich sein Freund aber auch immer einmischen musste und nie die Klappe halten konnte.
Aber David wollte nun auch nicht feige sein, und giftete Ricky ebenfalls an.
„Hey, du langes Elend, lass Jonas los, aber ein bisschen plötzlich!“
„David, bitte, …halt dich da raus!“, bat Jonas seinen Freund.
Ein wenig zappelte er mit meinen Beinen, hob sein Knie an und rammte es ihm direkt in den Bauch. Daraufhin landete er zwar unsanft mit dem Hintern auf dem Boden, aber er stand auch sehr schnell wieder auf, blickte ihn nur wutentbrannt an, grinste jedoch sehr überlegen.
Dann sah er ihn nur noch von oben herab an, schnappte sich seinen Freund David.
„Komm David, wir gehen. Mit solchen Leuten wollen wir nicht zusammen essen. Wir gehen woanders was essen… tze..“, dann verließen die Beiden die Kantine und bald auch die Schule, um zum nächsten Imbiss zu gehen und sich dort etwas zu essen zu holen.
David schwieg, denn das hätte er seinem Freund nicht zugetraut. Aber auch Jonas schwieg nun, denn irgendwie tat ihm Ricky schon leid. Niemand war doch von Natur aus böse und gemein… So machte er sich schon seine Gedanken…
*-*-*
Jonas hatte Ricky in der Magengegend getroffen und dieser hatte ihn Reflexartig losgelassen. Auch wenn da nicht viel Kraft hinter saß, war er schon erschrocken darüber.
Ohne eine Regung im Gesicht schaute er den Beiden nach, bevor er sich wieder zu seinen sogenannten Freunden gesellte.
Sicher erntete er Spott.
“Du wirst dir doch von so einem nichts sagen lassen?“, kam es von einem.
“Was denkt der denn wer er ist?“, sagte er anderer.
Ricky antwortete nichts darauf und der Appetit war ihm auch vergangen. Also stellte er sein Tablett wieder weg und ging nach draußen eine Rauchen.
Den Rest des Schultages verhielt er sich eher ruhig, was eigentlich nicht so seine Art war.
Nach der Schule ging es wie immer nach Hause, wo er Niemanden antraf. Nur etwas Geld lag in der Küche auf dem Tisch. Der Kühlschrank war so gut wie leer, genauso die Küchenschränke.
Da Ricky jetzt keine Lust nochmal los zu fahren hatte, ging er erst mal in sein Zimmer. Nachdem er endliche Programme im Fernsehen durchgeschaltet hatte, machte er diesen wieder aus. Um diese Uhrzeit lief einfach nichts Gescheites.
Das Internet war auch nur kurz Interessant und so beschloss er doch loszufahren. Seinen Rucksack auf dem Rücken und das Geld in der Hosentasche, schnallte er sich seine Inliner um und fuhr zur Videothek.
Seine sogenannten Freunde würden sowieso in der Nähe rumhängen, also passte es vom Weg her. Eine Weile sah Ricky sich um, bevor er sich für zwei Filme entschied. Die alten vom Vortag gab er wieder ab und leihte sich zwei neue aus.
Der Mann an der Kasse kannte ihn schon und grinste.
“Oh, heute mal diesen. Der ist wirklich gut, kann ich nur empfehlen“, sagte er.
Doch Ricky lächelte nur falsch und verließ anschließend mit den DVDs im Rucksack den Laden.
Nun hatte er doch Hunger und holte sich an der Ecke ein Brötchen, das er auch gleich so wie es war aß.
Danach zog es ihm zum Sportplatz, wo die anderen schon saßen und Leute anpöbelten. Sie machten wie immer ihre Späße und lästerten nur über welche die Vorbeigingen.
Ohne ein Wort setzte sich Ricky neben die anderen, stellte seinen Rucksack auf den Boden und aß sein Brötchen.
“Ihhh, so ganz trocken. Hast wohl nichts im Kühlschrank, was?“, machte ihn einer der Jungs an.
Jetzt reichte es Ricky. Die Sache in der Schule hatte sich bei ihm aufgestaut, so dass er direkt auf den jungen Mann losging. Klar, grölten die anderen vor Beifall.
Rickys Brötchen landete dabei auf dem Fußboden und der Typ mit den großen Klappe bekam ein blaues Augen und eine blutende Lippe. Er hatte gegen Ricky keine Chance.
Erst als Blut floss, begriff Ricky was er tat und ließ von dem jungen Mann ab.

Nichts sagend, hob er sein Brötchen auf, schnappte seinen Rucksack und ging. Das Brötchen ließ sich nicht mehr retten. Einige Meter weiter setzte er sich im Park auf die Lehne einer Bank und fütterte die Vögel mit dem Brötchen, indem er dieses kleinmachte.
Dabei war er ganz in Gedanken und bekam nichts um sich herum mit.
*-*-*
Obwohl heute nicht so lange Schule war, kam es Jonas wie eine Ewigkeit vor. Als die Schule dann endlich vorbei war, ging Jonas heim, nachdem er sich von David verabschiedet hatte.
Den Vorfall in der Kantine hatte er noch immer nicht vergessen und machte sich richtig Gedanken um Ricky. Selbst als er längst daheim angekommen war und eigentlich Hausaufgaben machen wollte… na ja, wohl eher sollte… schien Ricky seine Gedanken festzuhalten…. als hätte er sie gefangen genommen.
Da es so keinen Sinn machte, verließ Jonas sein Zimmer, schnappte sich seine Jacke und seine Schlüssel und verließ sein Zuhause. Seine Eltern waren eh arbeiten und würden erst spät wieder daheim sein.
Ein bisschen frische Luft würde ihm jetzt sicher gut tun, außerdem hatte er doch eh keine Lust auf die dämlichen Hausaufgaben. Wer brauchte schon so etwas Bescheuertes wie Hausaufgaben…
So schlenderte Jonas ein wenig durch die Stadt, gönnte sich ein Eis, das er mit Genuss aß und dabei einen Schaufensterbummel machte.
Etwa eine Stunde später, er hatte schon fast die Nase gestrichen voll von der frischen Luft, kam er… eigentlich rein zufällig… an einem kleinen, aber wunderschönen Park vorbei, auf dem es auch einen Spielplatz gab.
Ach, du Scheiße… da saßen diese Knallköpfe aus der Schule… grölten und unterhielten sich lautstark. Jonas schüttelte nur angewidert den Kopf. Etwas wirr erblickte er… Ricky… schoss es ihm durch den Kopf und er überlegte ob er auf ihn zugehen sollte…
Er entschied sich dafür. Als Jonas näher kam, sah er, dass Ricky irgendwie nachdenklich wirkte und die Vögel fütterte. Irgendwie tat er ihm leid. Nachdem er Ricky eine Weile angesehen hatte, setzte er sich schließlich zu ihm auf die Bank und schwieg zunächst.
Dann jedoch sah er ihn noch einmal kurz an, senkte dann seinen Blick und sprach Ricky ruhig an.
„Es tut mir leid, Ricky… ich mein, das vorhin in der Kantine. Ich wollte dir nicht weh tun. Bitte, entschuldige.“
Wieder schwieg er einen Moment.
„Ich habe nichts gegen dich… und… eigentlich kann ich dich voll gut leiden…“
Er wollte noch etwas sagen… ließ es dann aber doch sein… und schwieg nun. Immerhin wollte er Ricky, mit seinem Geplapper nicht auf den Zeiger gehen, was ja eh schon viele von ihm dachten… dass er einfach zu viel redete.
*-*-*
Ganz in Gedanken bekam Ricky erst etwas von Jonas mit, als dieser sich zu ihm auf die Bank setzte. Auch er schaute kurz zu ihm rüber, jedoch gleich wieder weg. Er hörte, was Jonas sagte, doch konnte er nichts erwidern.
Seine sogenannten Freunde waren schließlich immer noch in Sichtweite. Als das Brötchen von den Vögeln aufgefuttert war, stand Ricky auf. Kurz schaute er Jonas direkt in die Augen und nickte.
“Ich kann dich auch voll gut leiden“, sagte er leise.
Dann ging er in Richtung Stadt, weil er keine Lust auf die Anderen hatte. Sicher besaß er auch kein Geld sich etwas zu kaufen, aber schauen konnte er und sich so die Zeit vertreiben.
*-*-*
Etwas unsicher sah Jonas Ricky nun doch nach. Hatte er etwas Falsches gesagt? Hatte er ihn vielleicht bedrängt? Hm… na ja, zumindest meinte er, dass er ihn auch gut leiden mochte. Nein, er wollte ihn nicht einfach so gehen lassen… nun… auch auf die Gefahr hin, dass Ricky ihn wegjagen würde.
Aber das musste Jonas einfach riskieren, also sprang er auf und rannte Ricky nach.
„Hey, jetzt warte doch mal!“, rief er ihm nach und hatte ihn schon bald erreicht.
Mutig stellte er sich vor Ricky hin.
„Bitte, darf ich dich zum Eis oder etwas anderem einladen? Dann können wir uns ein wenig unterhalten, wenn du magst“, plapperte Jonas munter drauf los und strahlte ihn mit großen Augen an.
„Außerdem hab ich es ernst gemeint… ich mag dich echt. Bitte, gib mir die Chance dich besser kennen zu lernen“, bat Jonas Ricky und lächelte ihn lieb an.
*-*-*
Ricky schaute Jonas etwas ungläubig an und wäre beinahe sogar errötet. Doch dann mischten sich auch schon seine sogenannten Freunde ein.
“Hey, nervt der kleine Stinker dich, Ricky?“, wollte einer von ihnen wissen.
“Ja, wir hauen ihn am besten eins aufs Maul, damit er es kapiert!“, pöbelte ein anderer los und war schon auf dem Weg zu Jonas.
Nur hatte der die Rechnung ohne Ricky gemacht, der ihm am Arm festhielt und somit davon abhielt, Jonas zu nahe zu kommen.
“Spinnst du? Lass mich los!“, brüllte der Typ, doch Ricky dachte nicht im Traum daran.
Als der Typ immer noch nicht aufgab, verpasste Ricky ihn eine mit der Faust ins Gesicht, so dass er zu Boden ging.
“Lass ihn zufrieden!“, raunte Ricky und schaute den Typen sehr böse an.
Der konnte nur noch hart Schlucken und wich tatsächlich zurück.
“Was soll der Mist denn jetzt? Sag bloß, du gibst dich mit dem ab?“, tönte es von hinten.
Aber Ricky ignorierte seine sogenannten Freunde gekonnt, genauso wie seine schmerzende Hand und ging auf Jonas zu.
“Komm, gehen wir!“, lächelte Ricky, Jonas an.
Er wollte hier nur weg von diesen Spinnern. Mit Jonas etwas zu Unternehmen gefiel ihn viel mehr, als irgendeinen Unsinn zu machen.
*-*-*
Jonas war total baff, als er sah, wie Ricky ihn verteidigte und schaute dem ganzen nur erstaunt zu. Das hätte er im Leben nicht erwartet! Aber es freute sich zugegebener Maßen sehr.
Er begann scheinbar mit seinen sogenannten „Freunden“ zu brechen. Jonas strahlte ihn einfach nur an und war wirklich sehr stolz auf ihn. Okay, er mochte Gewalt jetzt nicht so, aber anders hatten es diese dämlichen Typen ja nicht gewollt.
Er freute sich riesig, als Ricky wirklich zu ihm kam und sogar lächelte und er zeigte es ihm mit einen mehr als freudigem und liebevollem Lächeln.
„Klar, komm, gehen wir“, freute sich Jonas und meinte:
„Ich bin echt stolz auf dich. Danke, dass du mich verteidigt hast“, und strahlte übers ganze Gesicht, wie ein Kind an Weihnachten.
„Was möchtest du zuerst tun? Magst du Eis essen, oder Kaffee trinken, oder… was futtern?“, plapperte er einfach weiter.
*-*-*
Ricky musste schon schmunzeln, wie Jonas sich freute war aber auch zu niedlich. Ja, er fand es niedlich. Sein Magen kam ihm zuvor und knurrte laut, so dass Ricky nur nicken konnte.
“Was zu essen wäre toll. Aber du musst nicht zahlen, ein bisschen Geld hab ich noch“, sagte Ricky dann.
Das Geld hätte sowieso fürs Abendessen noch reichen müssen. So gönnte er sich jetzt schon etwas. Außerdem war es ihm unangenehm, dass Jonas ihn einladen wollte. Es sähe so aus, als hätte er kein Geld.
Dabei waren seine Eltern stinkreich. Nur hatten sie kein Kind mehr gewollt, dieses Thema war schon längst abgeschlossen, als Rickys Mutter auf einmal schwanger war. Sein älterer Bruder war schon lange aus dem Haus und seine Eltern hatten nur ihre Karriere im Sinn. Da war keine Zeit für Ricky.
Meistens kümmerte sich sein Onkel um ihn, der auch in derselben Straße wohnte. Herrje, sein Onkel. Daran wollte Ricky jetzt nicht denken, sondern einfach ein wenig die Zeit mit Jonas genießen.
*-*-*
„Hey, ist okay, ich hab dich doch eingeladen. Außerdem will ich ja nicht den ganzen Imbiss kaufen“, freute sich Jonas, noch immer übers ganze Gesicht strahlend, dann aber lachend.
Zusammen erreichten sie einen kleinen aber tollen Imbiss und betraten diesen.
„Komm, setzen wir uns“, bat Jonas Ricky lieb und setzte sich schon mal hin und wartete bis die Bedienung kam.
Derweil schaute er in die Karte und entschied sich für einen Salat und eine Cola.
„Such dir ruhig was aus, bitte“, bettelte Jonas mit einem Hundebabyblick, Ricky um den Finger wickelnd.
Er freute sich einfach nur, dass er mit Ricky hier sitzen durfte, dass er ihn nicht abgewiesen hatte… und ihn verteidigt hatte… das war schon sehr viel mehr, als er erwartet hatte. Dann kam auch schon die Bedienung und Jonas bestellte für sich den Salat und die Cola.
*-*-*
Ricky war recht schweigsam und ließ Jonas reden.
“Ich nehme einen großen Hamburger und eine Cola“, bestellte Ricky sein Essen.
Dann schaute er Jonas an.
“Danke“, kam es etwas verlegen von ihm.
Er war es einfach nicht gewohnt, dass jemand so nett zu ihm war und dann auch noch ihn einlud. Außerdem mochte er Jonas wirklich. Wie oft hatte er ihn schon beobachtet und jetzt saßen sie einfach zusammen hier in diesem Imbiss.
Nur wusste Ricky nicht so ganz, über was er mit Jonas reden sollte. Schließlich kannte er ihn nicht einmal, auch wenn er ihn öfters sah.
*-*-*
„Nichts zu danken, mach ich echt gern. Ich mag dich eben echt und man kann doch seine Freunde ruhig mal einladen“, plapperte Jonas wieder drauf los.
Seine Klappe war einfach nicht klein zu kriegen.
„Was hörst du so für Musik? Liest du auch so gern wie ich? Oder, hey, wir könnten auch mal an der Playstation zocken, oder magst du lieber mal in Kino gehen, hm…, wir könnten uns auch bei mir einen Film anschauen. Was machst du sonst gern? Ähm, wir können auch mal zusammen was anderes unternehmen, wenn du magst.“
Jonas redete und redete… auch noch als das Essen kam, das er auch gleich bezahlte. Er sprach darüber was er gern aß, was er sonst so mochte, über seine Eltern, dass sie zwar viel und lang arbeiteten, aber trotzdem Zeit für ihn hatten.
Er erzählte ihm auch, was für Filme er gerne anschaute. Dabei strahlte er Ricky weiter an, während er wieder einen Bissen in den Mund nahm und diesen genüsslich hinunter schluckte, danach spülte er alles mit der Cola runter.
Als er endlich zu Ende geredet hatte, sah er Ricky verlegen lächelnd an. Wusste er doch, dass er sicher zu viel geredet hatte.
„Sorry, ich rede wohl zu viel. Tut mir leid“, grinste er Ricky an.
*-*-*
Ricky schwieg die ganze Zeit und ließ Jonas reden. Es war ihm ganz angenehm, so musste er nicht reden. Er fühlte sich nicht mehr so alleine, wie sonst. Jonas war jetzt da und das war nicht zu überhören.
Irgendwie war es, als füllte ihn jetzt etwas aus. Eine Wärme, die er so noch nicht kannte.
„’Ist schon okay!“‘, lächelte Ricky.
Genüsslich aß er sein Essen und trank die Cola. Sicher hätte er alle Fragen von Jonas beantworten können, aber dann wäre er Morgen noch nicht fertig gewesen. Früher oder später, würde Jonas schon die Antworten auf seine Fragen bekommen.
Jetzt musste Ricky sich erst mal an diese neue Situation gewöhnen.
*-*-*
Nachdem Jonas sein Essen endlich aufgegessen hatte, sah er Ricky noch immer lächelnd an und freute sich, dass es ihn nicht gestört hatte, dass er so viel redete.
„Hey, magst du noch mit zu mir kommen? Dann sind wir beide nicht so alleine“, fragte Jonas aufgeschlossen und schien Ricky Mut geben zu wollen, als wollte er ihn einfach nur als Freund haben, ihm Lebensmut geben.
Und wer weiß, vielleicht konnte sich Ricky ihm dann ja ein wenig öffnen. Natürlich spürte Jonas auch, dass Ricky sehr schweigsam war und er dachte sich schon, dass sich sein neuer Freund sicher erst an die Situation gewöhnen musste, aber Jonas gab eben nicht auf, er wollte, dass sich Ricky bei ihm wohl fühlte… spürte, dass er ihm – Jonas vertrauen konnte.
Er konnte es sich nicht erklären, aber etwas an Ricky zog ihn magisch an.
*-*-*
Ricky schaute kurz auf die Uhr, verzog aber keine Miene.
“Ja, gerne“, lächelte er dann Jonas an und nickte. Sein Onkel würde nicht erfreut sein, wenn er ihn warten ließ. Aber das war ihm jetzt egal. Er fühlte sich wohl bei Jonas und das wollte er jetzt genießen.
Ein bisschen sollte die Zeit stehen bleiben und Ricky wollte einfach für einen Moment frei sein. Nachdem auch Ricky aufgegessen hatte, trank er seine Cola leer und schaute Jonas fragend an. Dann erhob er sich, um mit Jonas nach Hause zu gehen.
*-*-*
Fröhlich lächelnd erhob sich nun auch Jonas, er konnte nicht beschreiben, wie sehr er sich freute.
„Okay, dann komm“, bat Jonas mit lachenden, fröhlichen Augen.
Gemeinsam mit Ricky ging Jonas zu sich nach Hause und konnte es nicht lassen, auch unterwegs noch unglaublich viel zu plappern.
Endlich sein Zuhause erreicht, schloss Jonas die Tür auf, ließ Ricky eintreten, ging dann selbst auch hinein und schloss hinter sich die Tür. Ricky sanft anlächelnd, nahm Jonas seine Hand und führte ihn in sein Zimmer.
Okay, er war jetzt nicht der ordentlichste und wenn seine Mutter nicht ab und zu aufräumen würde, wäre das Chaos wahrscheinlich perfekt… aber na ja… ein bisschen Chaos hat noch niemandem geschadet.
Es war jetzt nicht so, dass alles irgendwie kreuz und quer lag, aber …na ja… hier und da lag schon mal was rum.
„Setz dich ruhig und mach es dir bequem“, bot Jonas an, flitzte dann noch mal kurz runter und holte für Ricky und sich was zu trinken und ein paar Chips. Mit allem ging er wieder hinauf und stellte alles auf den Tisch.
„Bitte, bedien dich“, bot er Ricky lieb an.
Er setzte sich gemütlich zu Ricky auf das Bett und sah ihn mit sanften Blicken an.
„Also, wenn du mit mir über irgendwas reden magst, egal was, ich höre dir gern zu. Und ich halt auch die Klappe, versprochen“, bot Jonas Ricky an.
„Alles was du hier sagst, bleibt auch hier“, fügte er noch hinzu, hoffend, dass sich sein neuer Freund vielleicht doch ein wenig mit ihm unterhalten würde.
*-*-*
„’Du tust ja bald so, als wäre ich ein Schwerverbrecher und habe jede Menge Geheimnisse“, lachte Ricky gespielt auf.
„Was erwartest du denn?“, fragte er dann.
Nun stand er auf und schaute sich ein wenig um. Die CDs die er auch hören mochte, zeigte er Jonas.
„Das mag ich zum Beispiel auch! Aber ich schaue am liebsten Filme, meistens bis spät in die Nacht hinein“, grinste Ricky, Jonas an.
Er nahm seinen Rucksack, holte die zwei Filme raus und gab sie Jonas. Anschließend setzte er sich wieder hin und schaute, was Jonas nun sagen würde. Reichte es ihn, was Ricky von sich Preis gab?
*-*-*
„Sorry, tut mir leid, es sollte nicht so aussehen, als würde ich dich für irgendwas beschuldigen. Ich meinte ja nur, na ja, verzeih mir, bitte, ich habe es nicht so gemeint. Ich dachte nur, dass dir vielleicht was auf der Seele liegt, oder so, verzeih“, erwiderte Jonas, seinen Blick senkend.
Es tat ihm wirklich leid, hatte er sich doch einfach nur verkehrt ausgedrückt. Als Ricky dann auf die CDs zeigte musste Jonas direkt grinsen, denn das war seine Lieblingsmusik, da hatten sie also schon mal was gemeinsam.
Die beiden DVDs entgegen nehmend sah er sie sich an und nickte.
„Ich verstehe. Wollen wir sie uns gleich anschauen?“, fragte er lieb und hoffte nicht wieder etwas Falsches gesagt zu haben.
Jonas wollte auch nicht mehr weiter fragen… wollte sich ihm nicht aufdrängen. Für ihn sehr untypisch schwieg er nun, aus Angst Ricky zu verjagen, zu viel zu reden oder etwas Falsches zu sagen.
Er mochte ihn doch wirklich total… na ja, dabei hatte er es wohl etwas übertrieben und es tat ihm echt leid.
*-*-*
„Ist schon okay. Ich wollte auch nicht so schroff reagieren“, lächelte Ricky, Jonas an.
„Gerne, lass uns einen Film ansehen. Entscheide du, welchen der Beiden“, sagte er dann ruhig und setzte sich wieder zu Jonas.
Während sie einen Film schauen würden, könnte Jonas ja unmöglich die ganze Zeit reden. Das wäre die Gelegenheit ein wenig abzuschalten. An Zuhause und an seinen Onkel wollte Ricky jetzt noch nicht denken. Das verdrängte er ganz gekonnt. Eben wie immer.
Sicher lag ihm etwas auf der Seele, aber Jonas konnte er das unmöglich erzählen. Eigentlich konnte Ricky das Niemanden erzählen.
*-*-*
„Es tut mir trotzdem leid“, antwortete Jonas nur ganz kurz.
Schließlich suchte er einen Film aus, legte diesen in den DVD – Player, schaltete das Fernsehen und drückte auf die Play Taste, der Fernbedienung. Er machte es sich dann wieder gemütlich und schwieg, als der Film begann.
Natürlich sah er zwar den Film, aber er war nun sehr nachdenklich geworden. Immer machte er nur Fehler… wie oft hatte David es ihm schon gesagt… sollte er sich wirklich langsam ändern und das kindliche Verhalten ablegen?
Vielleicht wurde es wirklich langsam Zeit. Klar, er gab sich fröhlich und total aufgeschlossen, aber niemand sah hinter seine Maske. Es tat ihm auch weh, wenn alle über ihn lachten. Sicher, er gab sich meist auch so, aber es war alles Fassade, um seine Verletztheit zu überspielen.
Von Anfang an, als er in die Schule gekommen war, hatten sie über ihn gelacht. Um alles zu überspielen machte er sich eben zum Clown. Und auch jetzt zeigte er es nicht, schaute den Film an und schwieg.
*-*-*
Ricky störte Jonas kindliche Art nicht, auch dass er viel redete machte ihm nichts aus. Nur er war es nicht gewohnt und so tat es jetzt ganz gut, ein wenig abschalten zu können. In aller Ruhe schaute er zu dem Film, nur dass er es sich nicht ganz so bequem machte.
Er kannte so was nicht und es war ihm ein wenig unangenehm. Doch auch so konnte er den Film genießen und dass Jonas neben ihn saß, machte ihn irgendwie glücklich. Jonas war anders, als die anderen und das merkte Ricky.
*-*-*
Gespannt sah Jonas dem Film zu, auch wenn er nebenbei weiterhin nachdachte. Es gab nur eine vernünftige Lösung für sein Problem, er musste sich ändern. Vielleicht würde er es gleich am nächsten Tag in der Schule versuchen und sich nicht mehr zum Clown machen. Ob ihm das gelingen würde war fraglich, aber er würde zumindest versuchen.
Das Strahlen in seinen Augen war irgendwie plötzlich verschwunden und irgendwie war ihm nach… weinen zumute… tat es aber nicht, weil er Ricky nicht verscheuchen wollte und er sich keine Sorgen machen sollte.
Seinen Gefühlen konnte er sich auch später noch hingeben. Immer wieder sah er statt zum Fernsehen, zu Ricky, schmachtete ihn fast förmlich an. Ja, es gab so einiges was andere nicht von ihm wussten, selbst David nicht.
*-*-*
Ricky bekam von Jonas Blicken nichts mit, er schaute gespannt den Film. Als dieser zu Ende war, war es schon dunkel draußen und spät. Unruhig schaute Ricky zur Uhr, denn schließlich war morgen Schule und Jonas würde sicher gleich schlafen gehen.
Auch er musste nach Hause, ob er wollte oder nicht.
„Ich werde dann wohl mal langsam…“, sagte er und erhob sich.
Unsicher schaute er Jonas nochmal an, bevor er die DVDs und seinen Rucksack nahm.
*-*-*
Eben noch am Nachdenken, war der Film schon zu Ende und Ricky stand auf. Aber warum sah er ihn so seltsam an?
„Ist okay, ich verstehe das. Morgen ist ja wieder Schule“, erwiderte Jonas nun sehr traurig.
„Wir sehen uns ja dann morgen und danke, ähm… na ja´“, begann Jonas zu stammeln, obwohl er nie stotterte oder nicht wusste was er sagen sollte.
Schließlich stand auch er auf, sah Ricky nun aber nicht direkt an, als sich nun doch unerwartet Tränen aus seinen Augen stahlen, die er versuchte zu unterdrücken… jedoch ohne Erfolg.
„Ja, also, dann… komm gut nach Hause“, versuchte er verzweifelt locker zu wirken, wusste nicht was mit ihm so plötzlich los war.
Er wollte doch eigentlich nicht, dass Ricky ging… warum hielt er ihn nicht direkt auf…?
*-*-*
„Hey, was gibt es denn da zu heulen. Ich wohne doch nur ein paar Meter weg. Wenn du magst können wir ja morgen zusammen zur Schule gehen?“, kam es frech von Ricky.
Eben wie er immer war, nur etwas feinfühliger. Weil es Jonas war, mit dem er sprach. Freundschaftlich klopfte er Jonas auf die Schulter, wusste nicht recht, wie er damit umgehen sollte, war sich unsicher.
Dann ging Ricky rüber zum Schreibtisch, kramte nach einen Zettel und einen Stift, um seine Handynummer aufzuschreiben.
„Hier! Wenn du dich einsam fühlst, schreibst du mir was. Ein oder zwei SMS kann ich wohl noch zurückschreiben“, lächelte Ricky, Jonas an und gab ihm den Zettel.
*-*-*
Jonas nickte, während er verzweifelt versuchte zu grinsen… sich nichts anmerken zu lassen.

„Ja… hä… ziemlich dämlich von mir, wie so ’ne Memme loszuheulen“, kam es von Jonas und wischte sich die Tränen weg, als wären es lästige Fliegen.
„Klar, ich hol dich ab, okay und dann gehen wir zusammen zur Schule“, gab er grinsend von sich, obgleich ihm nicht nach grinsen zumute war.
„Ja, danke… für deine Handynummer“, sagte er noch, schrieb Ricky dann auch seine Nummer auf und hab ihm den Zettel.
„Hier, für den Fall, dass du dich vielleicht auch einsam fühlst“, meinte er nun grinsend, sich stark zusammenreißend, wieder mal den Clown spielend.
Und doch fühlte er sich hundeelend, aber er spielte erst mal weiter den Coolen. Schließlich brachte er Ricky zur Tür und verabschiedete sich von ihm.
„Tschau, dann, bis morgen und schlaf gut“, und schenkte ihm noch ein sanftes Lächeln.
Nachdem Ricky gegangen war, schloss Jonas die Tür, ließ sich an dieser herab gleiten und weinte schluchzend los.
Verdammt, er wusste echt nicht so richtig was mit ihm los war… aber wenn er an Ricky dachte… und ihn sah… machten sich seltsame, aber schöne Gefühle in ihm breit.
Leider konnte er ihm das ja wohl kaum sagen, Ricky würde ihn für verrückt erklären und dann würde er ihn womöglich verschrecken… und Ricky würde dann sicher nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen.
So quälte er sich lieber für sich allein, bevor er Ricky womöglich als Freund verlieren würde, was er nicht wollte.
*-*-*
Ricky stand noch eine ganze Weile unsicher vor Jonas Haus. Er wollte nicht gehen, aber er musste. Schweren Schrittes ging er dann Richtung Zuhause, schaute sich aber immer wieder zu Jonas Haus um.
Als er dann vor dem Haus seiner Eltern stand, musste er hart schlucken, denn es war schon spät. Vorsichtig steckte er den Schlüssel ins Schloss und drehte diesen Langsam um. Leise ging er hinein und ließ die Tür kaum hörbar hinter sich ins Schloss fallen.
Es roch nach Alkohol und Tabak. Sein Onkel war definitiv da.
„Oh, Ricky… du bist spät dran! Man lässt seinen Onkel nicht warten“, klang die rauchige, beschwipste Stimme seines Onkels aus der Küche.
Ricky zog seine Schuhe aus und ging in Zeitlupe Richtung Küche. Da saß sein Onkel mit einer Flasche Korn vor sich stehend am Tisch und starrte Ricky an. Ricky bekam eine Gänsehaut, verzog aber keine Miene. Sein Onkel schüttelte den Kopf und stand auf.
„Man lässt seinen Onkel nicht warten“, wiederholte dieser sich und seine Stimme hallte in Rickys Ohren.
Sein Onkel kam direkt auf ihn zu und mit einem festen Griff, lag Rickys Kopf auf der Tischplatte, die fest dagegen gedrückt wurde. Hilfesuchend stützte Ricky sich mit seinen Händen ab, doch sein Onkel war ihm haushoch überlegen.
Um eine Kilos schwerer und sehr viel stärker war dieser als Ricky. Er hätte niemals Chancen gegen seinen Onkel anzukommen.
Schön hört er wie dieser den Gürtel öffnet und herauszieht. Ein Knallen hallt durch die Küche und dann spürt Ricky auch schon den Schmerz, der durch seinen ganzen Körper strömt.
Aber Ricky riss sich zusammen, gibt seinen Tränen keinen Ausgang. Nein, er wird seinem Onkel nicht diesen Gefallen tun und weinen. Er bleibt eisern und gibt auch keinen Laut von sich. Nicht einmal sein Gesicht verzieht er.
Wieder schnellt der Gürtel hervor und wieder knallt es laut. Dieses Mal hat er den Rücken getroffen. Morgen werden sicher viele blaue Flecken seinen Körper zieren. Dann legt sein Onkel den Gürtel beiseite. Direkt neben Rickys Kopf auf dem Tisch und öffnet Rickys Hose, die in die Kniekehlen rutscht.
Jetzt ist es die bloße Hand, die gegen Rickys Hintern schnellt. Immer noch kann Ricky stand halten, zuckt nicht mal zusammen, wenn der Schmerz seinen Körper durchströmt. Endlich scheint sein Onkel genug zu haben und Ricky kann kurz aufatmen. Als er dann auch schon den Reißverschluss von der Hose seines Onkel vernimmt.
Im nächsten Moment spürt er diesen stechenden Schmerz zwischen seinen Backen, den er schon so oft über sich ergehen lassen musste. Ricky windet sich, dreht seine Stirn zur Tischplatte und holt tief Luft, hält diese an.
“Schön ruhig!“, gibt sein Onkel Anweisungen.
Ricky bleibt ruhig, denn er weiß was ihm blüht, wenn er sich wehrt. Sein Onkel ist stärker als er, hat die Kontrolle über ihn.
Es dauerte wie immer eine gefühlte Ewigkeit, bis sein Onkel endlich fertig war und sich aus Ricky entzog. Feucht lief es Rickys Beine lang und als sein Onkel nun von ihm abließ, rannte er schnell, nachdem er seine Hose hochgezogen hatte, nach oben.
Erst ins Bad, wo er sich mehr als gründlich duschte, um sich anschließend in sein Zimmer einzuschließen. Wo er dann den zweiten Film ansah, mit den Tränen kämpfte und an Jonas denken musste.
Hey Kleiner, was machst du? Ich war gerade duschen und schaue nun den zweiten Film. Hausaufgaben habe ich mal wieder nicht gemacht. Werde die Klasse sowieso wiederholen müssen. null Ricky
Die SMS schickte er an Jonas. Nebenbei versuchte er eine angenehme Liegeposition zu finden, was gar nicht so einfach war.
*-*-*
Jonas hatte sich inzwischen beruhigt und sich in sein Zimmer verzogen. Er legte sich, so wie er war, in sein Bett, deckte sich zu und schloss nachdenklich die Augen. Irgendwas hörte Jonas dann aber piepsen, schaute sich um und sah, dass es sein Handy war.
Er nahm es an sich, öffnete die SMS und las sie. Er freute sich irgendwie, dass Ricky ihm geschrieben hatte, auch wenn er nicht wusste, warum bzw. was ihn dazu bewegt hatte.
„Hey Ricky, ich liege im Bett und denke nach. Ich wünsche dir eine gute Nacht und viel Spaß beim Film anschauen. Ich freue mich schon auf Morgen, wenn wir uns wieder sehen. Ganz liebe Knuddelgrüße, Jonas.“
Dann schickte er die SMS ab, schloss dann wieder die Augen und dachte über Ricky nach. Irgendwas war mit ihm… aber was…?
Ihm wollte einfach nicht einfallen, was Ricky bedrückte. Aber er war sich sicher, dass es etwas gab worüber er ganz offensichtlich nicht sprechen konnte. Aber er würde von nun an zu ihm stehen und vielleicht würde Ricky ihm ja irgendwann vertrauen.
So schlief Jonas ein und hatte heftige Albträume.
*-*-*
Auch Ricky schlief irgendwann ein und träumte schlecht. Immer wieder wurde er wach und versuchte sich anders hinzulegen, was ihm Schmerzen bereitete. Dann klingelte irgendwann auch schon sein Wecker und er musste aufstehen.
Müde ging er duschen und machte sich fertig für die Schule. Der Gedanke, dass Jonas auf ihn wartete, spornte ihn an. Wieder einmal ganz in schwarz und mit noch nassen Haaren schob er ohne gefrühstückt zu haben, sein Fahrrad neben sich her.
Gleich würde er wohl im stehen fahren müssen, wie schon so oft. Sein Vater war schon längst zur Arbeit und seine Mutter schlief noch. Doch auch sie würde, wenn Ricky von der Schule nach Hause käme, bei der Arbeit sein.
Müde rieb Ricky sich die Augen, als er vor Jonas Haus halt machte, um sich eine Zigarette anzuzünden und auf Jonas zu warten.
*-*-*
Jonas hatte sehr schlecht geschlafen, war die halbe Nacht wach gewesen, als sein Wecker klingelte und er sich unwillig aus dem Bett schälte. Als er jedoch an Ricky dachte, beeilte er sich nun doch etwas, sprang schnell unter die Dusche und zog sich anschließend an.
Diesmal hatte auch er schwarze Sachen an… er wusste nicht warum aber irgendwie war ihm so… es passte zu seiner derzeitigen Stimmung. Ohne zu frühstücken, schnappte er sich seine Tasche, holte sein Rad aus dem Keller und ließ das Grundstück, um draußen auf Ricky zu treffen.
„Hallo, guten Morgen, Ricky“, begrüßte er seinen Freund, nun doch wieder mit kurzzeitig strahlenden Augen, was aber auch gleich wieder nachließ.
Aber er ließ Ricky nicht merken, dass es ihm derzeit nicht so bombig ging, er wollte für seinen Freund da sein.
*-*-*
“Na Kleiner. Wohl auch nicht so gut geschlafen, was?“, kam es von Ricky, der gleich merkte, dass mit Jonas etwas nicht stimmte.
Dann wuschelte er ihm frech durchs Haar und lächelte ihn an. Er mochte Jonas flippige Art, die tat ihm gut und lenkte ihn ab. Nachdem er seine Zigarette ausgetreten hatte, stieg er aufs Rad und gemeinsam mit Jonas fuhr er zur Schule.
Dort angekommen, schloss er sein Rad bei den Fahrradständern ab. Natürlich hatte sich durch die Sache von gestern Abend, jede Menge Wut bei Ricky angestaut, so dass er mal wieder leicht reizbar war.
“Hey, steh mir nicht im Licht“, pöbelte er einen Jungen an, der ihm im Weg stand. Anschließend rempelte er den Jungen an, damit dieser beiseite ging.
*-*-*
„Hab schlecht geträumt und die halbe Nacht wach gelegen“, hatte Jonas nur erwidert.
Aber dann hatte sich Jonas echt gefreut, als er mit Ricky zur Schule gefahren war. Auch er hatte sein Rad an den Fahrradständer angeschlossen und war mit ihm auf den Schulhof gegangen, wo ihm auch schon David entgegen kam und ihn begrüßte.
„Hi Jonas… sag mal was hast du mit Ricky zu schaffen?“, wollte dieser gleich zur Begrüßung wissen. Ohne seinen Freund ebenfalls zu begrüßen, erwiderte Jonas nur, „ was ich mit ihm zu schaffen habe, geht dich nichts an, klar?! Und du lässt ihn gefälligst in Ruhe! Habe ich mich klar ausgedrückt!?“
David sah Jonas geschockt an, denn so hatte dieser nie mit ihm geredet… aber er nickte… fast schon gehorsam. Aber als Ricky nun doch wieder begann einen anderen anzurempeln, reichte es Jonas, doch er blieb ruhig, ging auf Ricky zu, zerrte ihn am Ärmel und zog ihn mit sich in eine unbeobachtete Ecke. Sanft sah er ihn an und sprach ruhig.
„Was soll das Ricky? Irgendwas stimmt doch nicht mit dir. Komm schon, rede mit mir… bitte. Ich will dich verstehen… meinetwegen gehen wir zu mir nach Hause und reden dort, aber ich will dich endlich verstehen. Bitte, du kannst mir vertrauen… ich will dir helfen, wenn ich kann… bitte, lass es zu“, dabei sah er ihm lieb in die Augen.
*-*-*
Ricky hatte mit so etwas nicht gerechnet und Jonas war so nett zu ihm. Doch er konnte nicht, selbst wenn er wollte. Die Tränen, die raus wollten, schluckte er hart runter. Er konnte Jonas nicht in die Augen sehen, schaute in die Ferne.
“Es ist nichts!“, sagte er dann trocken.
Wie sollte er auch einfach alles erzählen, was ihm bedrückte. So schmutzig wie er sich fühlte, weil er nicht die Kraft hatte sich zu wehren, gegen dieses Monster von Onkel anzukommen.
Benutzt fühlte Ricky sich, wie ein Tier. Gerne hätte er Jonas alles gesagt, nur wie und wo sollte er anfangen. Jonas war so lieb und nett zu ihm, dass er Angst hatte, ihn durch sein Schweigen zu vergraulen.
Dann läutete es auch schon und Ricky schaute Jonas nun doch an. Doch sein Gesicht war wie immer kalt, ohne jede Gefühlsregung. Dabei fühlte er sich sowohl in Jonas Nähe. Sein Rücken tat weh und sein Hintern. Die Frage, wie er gleich sitzen sollte, stellte er sich wie schon so oft. Ohne das Jemand etwas merken würde.
Nicht zu steif sitzen oder wie auf rohen Eiern laufend. Einfach versuchen normal zu gehen und zu sitzen, sich nichts anmerken zu lassen. Des Stolzes wegen und aus Schamgefühl.
*-*-*
Nun schaute Jonas Ricky zunächst sehr enttäuscht, ja schon traurig an, schüttelte den Kopf.
„Warum…? Warum redest du nicht mit mir? Was habe ich dir getan?“, fragte Jonas und konnte seine Tränen wirklich nicht mehr unterdrücken… die dann schon leise aus seinen Augen, über sein Gesicht liefen.
„Es ist okay, wenn du mich nicht magst… ich verstehe das… es gibt fast niemanden, der mich mag… außer David. Aber ich will dir trotzdem helfen…“, sprach Jonas schluchzend er: „…verstehst du das? Verdammt, noch mal, verstehst du das?! Mir tut es weh, dich so zu sehen und ich weiß auch, dass etwas mit dir nicht stimmt, denn niemand… weißt du, niemand benimmt sich so wie du, wenn alles okay oder nichts ist!
Aber ich werde dir mal was sagen, ich hab dich echt gern… vielleicht mehr als es unter Freunden üblich ist…. und ich werde ganz sicher nicht aufgeben, das kann ich dir versprechen! Hast du das kapiert! Verdammt, noch mal, hast du das verstanden?!
Und wir werden jetzt zu mir nach Hause gehen und dann reden wir miteinander, ist das klar?! Ich werde nichts anderes mehr zulassen und ich werde kein Nein akzeptieren. Bitte, lass mich dir helfen… bitte..“, flehte Jonas unter dicken Tränen Ricky an.
Bittend und noch immer mit Tränen in den Augen, sah Jonas Ricky in die Augen.
„Bitte, komm mit mir nach Hause und rede mit mir… egal was es ist, ich will für dich da sein… dir versuchen zu helfen“, bat Jonas erneut und war nicht bereit aufzugeben… Ricky aufzugeben.
Auf gar keinen Fall!
*-*-*
Als Ricky, Jonas so verzweifelt sah, konnte auch er seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Er mochte Jonas doch auch viel zu sehr, als dass er ihn so sehen konnte. Seine Tränen wegwischend, nickte er nur und folgte Jonas. Ihm war nicht genau klar, ob er Jonas alles sagen konnte, aber ihn so zu sehen, tat viel zu weh. Das wollte er nicht.
Jetzt schob Ricky sein Fahrrad nur und lief langsam daneben her. Damit er nicht allzu sehr wie auf rohen Eiern lief. Immer noch kamen ab und an Tränen, die er einfach wegwischte. Alles tat ihm weh, jeder Schritt schmerzte.
Nur allzu gerne wollte er sich gegen Jonas lehnen, von ihm gestützt werden und ihn ein wenig halten. Ja, auch gehalten werden. Es dauerte nun länger, bis sie bei Jonas Zuhause ankamen und ausgerechnet jetzt musste es in Strömen anfangen zu Regnen, so dass sie bis auf die Knochen nass wurden.
Aber der Regen tat auch verdammt gut! Als sie vor Jonas Haus standen, wanderte Rickys Blick auf die andere Straßenseite, zu dem Haus seines Onkels. Die Rollläden waren noch unten, was hieß, dass der seinen Rausch ausschlief. Ricky musste hart schlucken und bekam eine Gänsehaut, als er an den gestrigen Abend denken musste.
Wie sollte er Jonas nur davon erzählen? Wo sollte er anfangen? Was würde Jonas dann von ihm denken? Und vor allem, was würde dann passieren?
*-*-*
Ein wenig erschrocken sah Jonas seinen Freund an und er tat ihm leid. Er wollte ihn doch nicht zum Weinen bringen. Mit sanften Blicken sah er ihn an und strich vorsichtig über Rickys Arm, bevor er sich mit ihm zusammen aufmachte und nach Hause ging.
Er schwieg und redete jetzt mal nicht so viel wie sonst. Zuhause angekommen, stellte er beide Räder in den Keller, damit sie nicht noch mehr im Regen stehen mussten und so etwas trocknen konnten.
Dann schloss er die Tür auf und bat Ricky hinein. Aus der Küche nahm er noch eine Cola und was zu Knabbern mit, dann ging er mit Ricky hoch in sein Zimmer. Aus seinem Bad holte er zwei Handtücher, wovon er eines Ricky gab.
„Hier, trockne dich erst mal ab, okay“, sprach Jonas ruhig und trocknete sich ebenfalls ab.
Schließlich holte er für sich und Ricky ein paar Sachen, die Ricky auch passen würden, denn so viel kleiner war Jonas nun auch wieder nicht…
„Hier, trockene Sachen für dich. Wenn du magst, kannst du dich im Bad umziehen und dann… reden wir, okay“, sprach Jonas liebevoll und gab seinem Freund die Sachen.
Er selbst ging in seinen begehbaren Kleiderschrank und zog sich dort um. Anschließend setzte er sich auf das Bett und goss sich und Ricky schon mal die Cola in die Gläser… wartete dann auf seinen Freund.
*-*-*
Anders wie erwartet, ging Ricky nicht ins Bad, sondern zog sich in Jonas Zimmer aus. Nur war er viel langsamer als Jonas. Vielleicht weil es den Anfang leichter machen würde, wenn Jonas Rickys blaue Flecken am Rücken sehen würde.
Nur mit Hose bekleidet und freiem Oberkörper, schaute er hinaus zu dem Haus seines Onkels. Rickys Rücken war gezeichnet mit vielen kleinen und großen Malen. Seine Gedanken waren überall und nirgends. Immer noch nicht wusste er wie er anfangen sollte und vor allem wo.
Sollte er jetzt wirklich alles sagen, was sein Onkel ihm angetan hatte? Scham machte sich in Ricky breit und beschämt schaute er die nasse Fensterscheibe an. Verfolgte einen Tropfen nach dem anderen und schaute welcher wohl schneller unten sein würde.
Dann kam auch schon Jonas ins Zimmer, setzte sich auf sein Bett und goss etwas zu Trinken ein. Doch Ricky wagte es nicht sich umzudrehen, denn schon wieder liefen Tränen über seine Wangen.
Der große harte Ricky weinte…
*-*-*
Erst nachdem Jonas etwas zu Trinken in die Gläser gegossen hatte, sah er auf und bemerkte nun, dass Ricky am Fenster stand und er hörte ihn weinen. Erschrocken stand er auf, denn er hatte auch die blauen Flecken auf dem Rücken seines Freundes gesehen.
Langsam ging er zu ihm hinüber und strich vorsichtig und sanft über eine freie Stelle, die nicht mit blauen Flecken besetzt war. Zunächst schwieg er… das hatte er nicht erwartet und es tat ihm verdammt weh, das sehen zu müssen.
Dann jedoch hielt er es nicht mehr aus und sprach, während er Ricky ansah.
„Wer ist das gewesen? Bitte, rede mit mir. Ich will dir helfen… das… was auch immer passiert und wer auch immer das gewesen ist… musst du nicht länger ertragen. Aber bitte, rede mit mir. Ich will dir nichts böses. Ich bin dein Freund. Und alles was du mir erzählst bleibt unter uns, das verspreche ich dir.“
Schließlich konnte er nicht mehr anders, nahm Ricky sanft in die Arme und streichelte ihn.
„Sch… nicht weinen. Ich bin für dich da“, flüsterte er ihm zu.
Er mochte sich gar nicht vorstellen, was Ricky durchmachen musste.
*-*-*
Hilfesuchend klammerte Ricky sich an Jonas, vergrub sein Gesicht an dessen Schulter und genoss es einfach nur gehalten zu werden.
Es fühlte sich so unbeschreiblich schön an. Jonas roch so gut, fühlte sich so warm und weich an.
Rickys Hände krallten sich an Jonas Kleidung fest und er ließ seinen Tränen freien lauf.
“Mein Onkel“, schluchzte er dann verzweifelt. Immer wieder sagte er es, wiederholte sich mehrere Male total aufgelöst.
Sein Körper zitterte und er erinnerte sich an alles was sein Onkel ihm angetan hatte. An all die qualvollen Stunden, die nicht vergehen wollten. Doch er wollte das nicht mehr, nie mehr!
Jonas tat ihm gut und es war so schön bei ihm.
Es dauerte eine ganze Weile bis Ricky sich wieder beruhigte, doch dann wollte er unbedingt etwas von Jonas wissen.
“Was meintest du vorhin damit, dass du mich mehr gern hast, als es unter Freunden üblich ist?“
*-*-*
Die ganze Zeit hielt Jonas Ricky einfach nur liebevoll fest, streichelte und tröstete ihn sanft.
Er tat ihm einfach nur unglaublich leid und nun wusste er auch wer ihm das angetan hatte, aber das würde er nicht mehr zulassen. Wenn Ricky wollte, könnte er bei ihm bleiben… seine Eltern würden schon nichts sagen. Die waren zwar ab und zu etwas nervig, aber sonst okay.
Dann jedoch, auf Rickys Frage hin, löste sich Jonas ein wenig von ihm und wurde knallrot im Gesicht. Er senkte seinen Blick ein wenig, wusste nicht ob es jetzt der richtige Zeitpunkt war ihm das zu sagen, aber er wollte Ricky auch nicht enttäuschen, also wagte er es.
„Was ich damit meinte… nun…. ich… okay, du willst es wissen… ich… habe mich in dich verliebt“, beichtete er zaghaft stammelnd.
Na ja, zumindest war es jetzt raus und Jonas rechnete schon mit dem schlimmsten und mit einer Ablehnung… einem Korb… vielleicht würde er ihn ja jetzt auslachen, ihn für verrückt erklären… oder schlimmeres…
*-*-*
Nach all den Tränen huschte jetzt ein Lächeln über Rickys Gesicht.
“Wirklich?“, fragte er zaghaft nach.
Doch konnte er keine Antwort abwarten, denn es wollte aus ihm heraus.
“Schon lange beobachte ich dich heimlich, finde dich anziehend. Allerdings… Ich weiß nicht genau, ob mein Onkel… mich so gemacht hat… Es ist erst seitdem so…“, kam es stockend von Ricky und nun schaute er zu Boden.
Er konnte nicht weiter reden, hoffte sehr, dass Jonas ihn einfach verstand.
*-*-*
Au man, nicht auch das noch. Er wagte nicht dran zu denken, aber er ahnte, dass dieser dämliche Hurensohn von Onkel Ricky sehr wahrscheinlich vergewaltigt hatte.
„Ja, wirklich echt… aber hey, ich verstehe dich. Ich habe dir nur deine Frage beantwortet und dir gesagt, was ich für dich empfinde. Bitte, sieh mich an. Selbst wenn du feststellen solltest, dass du nichts für mich empfindest, ist das okay. Ich komme damit klar.
Und noch etwas. Wenn du magst… kannst du gern hier bei mir bleiben… du musst nicht dorthin zurück und mit meinen Eltern komm ich schon klar. Die sind zwar ab und zu ein bisschen nervig, aber sonst okay. Du kannst sicher das Gästezimmer dann bewohnen, wenn du magst. Aber das ist deine Entscheidung“, bot Jonas seinem Freund helfend an und lächelte liebevoll.
Wieder nahm er ihn sanft in die Arme und drückte ihn lieb an sich.
*-*-*
Ricky nickte zustimmend.
“Gerne würde ich einfach bleiben!“, sagte er.
Das reichte ihm jetzt erst mal, denn zu mehr war er nicht bereit. Jetzt genoss er einfach Jonas Nähe und wollte sich gar nicht vorstellen, dass der ihn jemals losließ.
“Aber was willst du deinen Eltern sagen?
Ich muss es irgendwann sagen, richtig?“
Nun schaute Ricky hinaus aus dem Fenster. Erst zu dem Haus seines Onkels, dann zu dem Haus seiner Eltern, von dem man nur einen Teil sah, von hier aus. Hart schluckte Ricky und schaute dann Jonas in die Augen.
*-*-*
Als Ricky zustimmte, war Jonas schon sehr erleichtert, er sah ihn an, sah ihm auch direkt in die Augen.
„Nein, du musst es nicht sagen, wenn du nicht willst. Ich lass mir schon was einfallen, mach dir bitte keine Gedanken, okay. Ich will jetzt nur, dass du in Sicherheit bist, mehr nicht. Das ist mir sehr wichtig. Ich möchte nur, dass es dir gut geht.“
Sanft streichelte Jonas Ricky über dessen Rücken. Er verstand ihn wirklich und niemals würde er ihn bedrängen. Ricky sollte es ab jetzt gut gehen, dafür würde er – Jonas – sorgen.
„Komm, ich zeig dir das Gästezimmer, es wird dir sicher gefallen“, meinte Jonas dann, sah Ricky mit strahlenden Augen an und versuchte ihn ein wenig aufzumuntern… auch wenn es schwer war.
*-*-*
Ricky folgte Jonas ins Gästezimmer und er fand es wirklich schön hier. So lange er zur Schule ging, war das die beste Lösung.
“Ich werde es meinem großem Bruder sagen…“, kam es dann von Ricky. Zwar wusste er nicht inwieweit er es seinem Bruder sagen konnte, aber er musste ihm zumindest sagen, dass er ab jetzt bei Jonas wohnen würde.
“Wenn dann sollte ich jetzt, wo mein Onkel noch schläft, meine Sachen holen…“, fügte Ricky dann noch hinzu. Denn später würde sein Onkel wieder auf der Lauer liegen und dem wollte er nicht begegnen.
*-*-*
„Gut, okay. Aber ich komme mit… ich lasse dich nicht allein gehen. Und keine Widerrede“, meinte Jonas, grinsend, meinte es aber schon ernst, dass er Ricky nicht allein gehen lassen würde.
„Außerdem kann ich dir dann gleich noch tragen helfen“, fügte Jonas hinzu und zwinkerte seinem Freund zu.
Nein, er würde ihn auf keinen Fall allein gehen lassen… auch wenn der Onkel vielleicht schlief… das war ihm dennoch zu gefährlich.
Er wollte einfach nicht, dass Ricky noch einmal weh getan werden würde…. das würde er nicht zulassen!
*-*-*
Ricky nickte Jonas zustimmend zu und nahm dessen Hand, die er fest wie ein Art Schutz hielt. So gingen sie an dem Haus seines Onkels vorbei, wo die Jalousien immer noch runter waren.
Die Straße kam Ricky so endlos lang vor, bis sie das Haus seiner Eltern erreicht hatten. Schnell schloss er die Tür auf und sie gingen hinein. Drinnen war es dunkel und ruhig. Es roch normal, also war wirklich keiner da.
Ricky zog Jonas immer noch an der Hand haltend mit sich nach oben in sein Zimmer. Dort herrschte absolutes Chaos. Schlimmer als bei Jonas – viel schlimmer! Es war Ricky ein wenig unangenehm, aber daran ließ sich jetzt nichts ändern.
Im Nebenzimmer, das ehemalige Zimmer seines Bruders, suchte Ricky nach Taschen und holte auch einen Karton. Erst dafür hatte er Jonas losgelassen. Dann schaute er in die Schränke und durchwühlte die vielen Kleidungshaufen, nach dem, was er mitnehmen wollte.
Viel hatte er nun nicht, so dass die zwei Taschen und der Karton vollkommen ausreichend waren, für beinahe alles.
Bevor sie dann wieder gingen, suchte er noch die Adresse und Telefonnummer seines Bruders aus einem Buch im Arbeitszimmer seines Vaters heraus. Eigentlich durfte er dieses nicht betreten, aber das war ihm jetzt auch egal.
Sein Bruder wohnte in Amerika…
*-*-*
Zufrieden, weil Ricky nicht widersprochen hatte, ging Jonas tatsächlich mit ihm und half ihm zu packen. Rickys Zimmer sah ja noch chaotischer aus, als seines, aber es ließ ihn ein wenig grinsen, schlimm fand er es nicht, denn wenn seine Mutter nicht ab und zu aufräumen würde, würde es bei ihm selbst ebenfalls so aussehen, ergo war es ihm vollkommen egal.
Die zwei Taschen nahm er an sich und begab sich damit in den Flur, wo er auf Ricky wartete geduldig, bis er das Arbeitszimmer verlassen hätte und sie gehen konnten. Natürlich war ihm das auch ein wenig unheimlich, in einem fremden Haus, aber er ließ Ricky nicht allein.
Allein die Tatsache, dass vielleicht dieser Hurensohn von Onkel hier auftauchen könnte, machte Jonas schon Angst, schon die Vorstellung, was der Ricky angetan hatte, machte ihn aber wütend und auch ein wenig ängstlich.
Fakt war dennoch, dass er sich nichts gefallen lassen und Ricky beschützen würde.
*-*-*
Endlich hatte Ricky die Adresse und nahm noch den Karton an sich. Nun ging er die Treppe runter, wo Jonas unten wartete.
“Fertig! Ich hab alles! Lass uns bloß gehen!“, kam es ängstlich und leise von Ricky.
Es war als wäre jemand im Haus und Ricky zog die Haustür auf. Schnell nahm er wieder Jonas Hand und zog ihn mit nach draußen. Mit zitternden Händen schloss er die Tür ab und schaute Jonas an.
Er wollte hier nur so schnell es ging verschwinden. Jonas Hand festhaltend, ging Ricky mit ihm erneut die Straße entlang. Dieses Mal überquerten sie die Straßenseite viel eher. Als sie dann endlich bei Jonas angekommen war, wollte Ricky schon aufatmen, aber die Jalousien bei seinem Onkel waren oben.
Erschrocken schaute Ricky, Jonas an. Also war sein Onkel doch im Haus gewesen? Hatte er sie vermutlich gesehen und verfolgt? Oder hatte Ricky sich das alles nur eingebildet? Auf jeden Fall wollte er jetzt nichts mehr, als sich in Jonas Haus zu verstecken und die Türen hinter ihnen zu verriegeln.
*-*-*
Auch Jonas hatte gesehen, dass die Rollläden oben waren und ihm graute bei dem Gedanken, dass dieser Mistkerl in dem Haus gewesen sein könnte. Natürlich hatte er gemerkt, wie schnell Ricky hier weg und ins Haus wollte was er nur allzu gut verstand.

„Sch… es ist gut, du bist in Sicherheit. Komm schnell ins Haus“, mahnte nun auch Jonas zur Eile, denn ihm war das alles auch nicht unbedingt geheuer, zumal er Gewalt, zumindest von seinen Eltern, nicht kannte.
Schnell betrat Jonas mit Ricky das Haus und verschloss es sogleich von innen. Erleichtert atmete er auf und sah Ricky zunächst nur an… dann lächelte er.
„Du bist in Sicherheit, du brauchst keine Angst mehr zu haben und meine Alten sind okay. Komm, wir richten jetzt erst mal dein Zimmer ein, okay. Oder magst du erst mal was trinken?“, sprudelte es aus Jonas heraus, der eben auch etwas aufgeregt war.
In nicht ganz zwei Stunden würden seine Eltern heim kommen und dann würde er sie leider vor vollendete Tatsachen stellen müssen. Aber er war sich sicher, dass sie nicht meckern, sondern es vielmehr verstehen würden.
Selbstverständlich würde er seinen Eltern nicht sagen was ihm Ricky anvertraut hatte… außer mit seiner Genehmigung… ansonsten würde er sich an sein Versprechen halten und Schweigen wie ein Grab.
Er ging mit Ricky in das Gästezimmer, das nun Rickys war und stellte die Taschen ab.
„So, wenn du was brauchen solltest, sag es ruhig und wenn du einfach nur reden willst ich bin immer für dich da zu jeder Tages – und Nachtzeit“, bot Jonas Ricky an und meinte es absolut ehrlich.
*-*-*
Ricky quälte sich ein Lächeln ab, denn bei so vielen Emotionen war das gar nicht richtig möglich. Auch wenn er sich freute, dass Jonas für ihn da war.
“Ist die Hintertür auch abgeschlossen?“, fragte er dann unsicher.
Ausgerechnet in diesem Moment musste es auch noch anfangen zu Donnern und zu Blitzen.
Als wäre der Regen nicht ausreichend genug in so einer Situation. Draußen war es durch den Regen schon ganz dunkel, so dass man Licht anmachen musste.
Sicher hatte Ricky auch Hunger und Durst, aber das war jetzt nicht seine wirkliche Sorge. Wie weit würde dieses kranke Schwein von Onkel gehen? Am liebsten würde Ricky sich unters Bett verkriechen, doch er versuchte den Coolen zu mimen, auch wenn er das in Jonas Gegenwart eigentlich nicht brauchte.
Es gab ihm Halt und machte ihn stark. Unten waren dann auf einmal Geräusche zu hören. War die Hintertür doch offen gewesen?
*-*-*
Auch Jonas horchte nun auf und wurde ein wenig blass im Gesicht. Dieser Dreckskerl, er würde doch wohl nicht etwa, nein, Jonas glaubte das nicht. Oder doch? Sollte er schon mal vorsorglich die Polizei rufen?!
Dass Ricky Angst hatte, bemerkte Jonas erst mal nicht, zu sehr hatte auch er mit sich zu kämpfen, zudem mimte Ricky den Coolen, so dass es Jonas im Moment unmöglich war hinter Rickys Fassade zu schauen.
Dann aber atmete er erleichtert auf, als er die Stimmen seiner Eltern hörte und man konnte richtig spüren, wie ihm ein Stein vom Herzen fiel. Jemand kam die Treppen hoch und Jonas lugte durch den Türspalt, wollte sehen wer es war.

Grinsend sah er, dass es sein Vater war. Er öffnete die Tür des Gästezimmers und begrüßte seinen Vater.
„Hallo Dad. Wie war dein Tag?“
„Hallo Jonas. Mein Tag war gut, aber was tust du im Gästezimmer?“
„Dad, ich… ähm… komm erst mal rein und bitte höre mich an, ja“, bat er seinen Vater, mit einem Hundebabyblick.
Sein Vater grinste und betrat das Zimmer mit ihm. Das Zimmer betretend sah der Vater Ricky im Zimmer stehen. Er wand sich zu Jonas um.
„Wer ist das?“
„Dad, das ist Ricky. Ich habe ihm angeboten bei uns zu wohnen.“
„Oookayyy… hallo Ricky“, begrüßte der Vater den Gast seines Sohnes, wand sich dann wieder an Jonas.
„Schön und warum wohnt er jetzt hier?“
Sicher er hätte auch Ricky fragen können, aber er wollte es jetzt von seinem Sohn wissen.
„Na ja, weißt du… ähm… seine Eltern haben keine Zeit für ihn und der Onkel ist auch total scheiße zu ihm… bitte… darf er… ja…?“, erklärte Jonas seinem Vater, wobei er ihn ein wenig belog, aber was sollte er tun?
Er konnte Rickys Geheimnis doch unmöglich verraten…. er hatte ihm doch versprochen zu schweigen. Klar, fühlte er sich wegen der Lüge schlecht, aber versprochen ist nun mal versprochen. Und Jonas hielt sich an seine Versprechen.
Der Vater nickte einwilligend und sah dann Ricky an.
„Okay, du kannst bleiben, Ricky. Willkommen in unserem Haus. Fühl dich wie Zuhause und wenn was ist, dann rede mit einem von uns… wir hören dir zu“, wand sich noch mal an Jonas.
„Also, dann werd ich mal runter gehen und deine Mutter einweihen, damit sie nicht aus allen Wolken fällt“, scherzend und grinsend, verließ dann das Zimmer, hinter sich die Tür schließend.
Jonas schaute nun ein wenig lächelnd zu Ricky, hatte er doch gewusst, dass seine Eltern kein Theater machen würden. Dennoch schwieg er jetzt, wollte nicht mehr so viel plappern und Ricky seine Ruhe lassen.
*-*-*
Ricky war sehr erleichtert, als Jonas Vater auftauchte und dessen Reaktion fand er wirklich super.
“Hätte nicht gedacht, dass dein Vater so super reagiert. Ich bin echt froh, dass ich hier bleiben darf“, lächelte Ricky, Jonas an.
Dann räumte er weiter seine Sachen aus und richtete sich ein wenig ein. Er war sehr froh, dass er hier sein durfte und freute sich richtig auf das zusammenleben.
“Sag mal, wann gibt es Abendbrot? Ich hab irgendwie ganz schön Hunger…“, kam es dann verlegen von Ricky.
Irgendwie war es ihm unangenehm hier einfach für nichts zu wohnen und vermutlich auch noch den halben Kühlschrank leer zu futtern.
*-*-*
Jonas half Ricky etwas beim Auspacken.
„Ich habe es doch gesagt, meine Eltern sind okay“, und lächelte ein wenig, „Abendbrot, gibt es sicher gleich. Wir haben hier keine festen Essenszeiten.“
Kaum hatte Jonas zu Ende erklärt, da ging auch schon leise die Tür auf und ein dunkelblonder Lockenkopf, schaute hinein.
„Darf ich kurz stören?“, kam die Frage von einer weiblichen Stimme, die Jonas seiner Mutter zuordnete.
Er drehte sich kurz um und nickte zustimmend.
„Hallo Mum. Klar, kannst du kurz stören.“
Jonas‘ Mutter kam ins Zimmer hinein und wand sich Ricky zu:
„Hallo Ricky, ich habe gehört, dass du ab heute bei uns wohnst. Ich hoffe, du wirst dich hier wohl fühlen und dann wollte ich noch fragen, ob es was gibt, das du nicht isst, weil ich mache jetzt das Abendbrot“, meinte sie lächelt auf seine Antwort wartend.
*-*-*
Ricky wurde etwas verlegen, da er so viel Fürsorge gar nicht gewohnt war.
“Ich… esse eigentlich fast alles“, antwortete er.
Dabei wurde er nun etwas rot im Gesicht, weil es ihm irgendwie unangenehm war. Zuhause hatte ihn nie jemand gefragt, da musste gegessen werden, was auf den Tisch kam und nachdem Ricky sich alleine versorgen konnte, bekam er täglich etwas Geld, wovon er sich Essen kaufen musste.
Seine Eltern würden vermutlich nicht einmal bemerken, dass er nicht mehr da war.
*-*-*
„Gut, okay, dann werd ich mich mal an die Arbeit machen und euch zwei wieder allein lassen… hihi… Ich rufe euch, wenn ich fertig bin“, antwortete sie und verließ das Zimmer mit einem leisen Kichern…. hinter sich die Tür schließend.
Jonas grinste, als seine Mutter kichernd das Zimmer verließ, wand sich dann an Ricky und bemerkte, dass dieser leicht rot geworden war.
„Hey, was hast du denn? Ist alles okay mit dir?“, fragte Jonas seinen Freund besorgt.
Er machte sich Sorgen, dass sie alle hier was falsch gemacht haben könnten. Wollte er doch auch, dass sich Ricky hier wohl fühlte.
*-*-*
“Alles okay!“, versicherte Ricky und lächelte Jonas an, “Ihr seid alle so nett zu mir, das bin ich nicht gewohnt!“
Dann musste er sich auch noch ein Tränchen wegwischen, vor Rührung.
“Du hast echt tolle Eltern. Ob ich wohl morgen meinen Bruder mal anrufen kann? Ich würde ja von einer Telefonzelle aus telefonieren, hab aber kaum noch Geld“, kam es dann von Ricky.
Er wollte Niemandem zur Last fallen. Doch seinen Bruder musste er erzählen, dass er nun hier wohnte.
*-*-*
„Na, nun mach dir mal keinen Kopf, hm. So geht es hier eben immer zu… daran wirst du dich gewöhnen müssen“, antwortete Jonas und versuchte Ricky ein wenig zu beruhigen.
„Klar, kannst du deinen Bruder morgen anrufen. Du wohnst doch jetzt hier… gehörst eben einfach dazu, also darfst du auch deinen Bruder anrufen. Kannst aber gern noch mal Mum oder Dad fragen“, erklärte Jonas weiter und lächelte lieb.
„Wir wollen einfach, dass es dir hier gut geht und du dich wohl fühlst und ich glaube, dass du es verdient hast, dass wir uns ein bisschen um dich kümmern.“
Ja, das war nun einmal Jonas‘ Meinung, denn seiner Meinung nach hatte es niemand verdient nicht beachtet zu werden und Gewalt, in welcher Form auch immer, ging für ihn gar nicht.
Und Ricky hatte das mit Sicherheit nicht verdient.
„Du, aber hör mal, wir sollten deinen Onkel echt anzeigen, für das was er dir angetan hat. Vielleicht redest du einfach mal mit meinen Eltern. Meine Mum ist Rechtsanwältin und mein Dad ist Staatsanwalt, sie können dir sicher helfen oder zu etwas raten. Überlege es dir wenigstens, okay.“
*-*-*
“Ich… denke darüber nach, okay?“, kam es von Ricky.
Er wusste das auch, nur brauchte er erst mal ein wenig Zeit zu verschnaufen. Diese ständige Angst könnte er auf Dauer nicht ertragen, also blieb ihm keine andere Wahl. Auch würde er morgen seinen Bruder alles erzählen und nichts auslassen.
Doch bis dahin hatte er noch eine Gnadenfrist. Die wollte er nutzen, um ein wenig abzuschalten und auch nachzudenken. Wieder lächelte Ricky, Jonas an. Das sollte tatsächlich noch zur Gewohnheit werden. Denn er fühlte sich sehr wohl in dessen Nähe.
*-*-*
„Ich verstehe dich, Ricky. Überlege es dir gut… das was dieser… Mistkerl dir antat, ist strafbar… dafür wandert der hinter Gitter“, konnte sich Jonas nicht verkneifen zu sagen, denn er war echt wütend auf dieses Untier.
Wow, was für ein hübsches Lächeln Ricky doch hatte, Jonas war fasziniert. Dann jedoch rief es von unten.
„Das Abendessen ist fertig, Jungs!“… was eindeutig die Stimme von Jonas Mutter war.
Jonas grinste Ricky an.
„Komm, gehen wir“, lächelte Jonas und öffnete schon mal die Tür: „Ich hab auch schon Hunger wie ein Bär.“ und musste nun Lachen.
*-*-*
Auch Ricky musste lachen und folgte Jonas nach unten. Dort war der Tisch reich gedeckt und Ricky konnte seinen Augen kaum trauen. Als sie am Tisch Platz nahmen, schaute er Jonas Eltern dankbar an.
“Danke, dass ich hier wohnen darf und danke für so viel Fürsorge. Ich bin das alles nicht gewohnt… Eine Bitte hätte ich noch. Ich würde morgen gerne meinen Bruder hierüber informieren. Nur wohnt er in Amerika, so dass das Telefonat bestimmt etwas kostet…“, kam es von Ricky.
Er war sich unsicher und es war ihm unangenehm, Jonas Eltern um so etwas zu Bitten.
*-*-*
Jonas hatte kaum Platz genommen, da begann er auch schon los zu futtern und hörte nur nebenbei zu, was sich seine Eltern und Ricky unterhielten. Er selbst hielt sich da raus und futterte munter weiter.
„Ja, natürlich, darfst du das. Geld spielt für uns keine Rolle und du wirst ja wohl nicht zehn Stunden lang telefonieren wollen, oder“, beantwortete Jonas‘ Vater Rickys Frage, musste aber auch direkt lachen, denn der letzte Teil war eher als Scherz gemeint.
Auch Jonas‘ Mum musste direkt schmunzeln, nur Jonas war am Futtern. Wobei man ihm nicht mal ansah, wo er das alles hin aß… so schlank wie er war.
„Du musst dich nicht bedanken, Ricky. Wir tun das gern für dich, bitte mach dir keine Gedanken“, musste nun auch Jonas Mutter loswerden und lächelte, bevor auch sie etwas aß.
*-*-*
Ricky nickte zustimmend und lächelte Jonas Eltern dankbar an. Dann fing auch er an zu Essen, denn er hatte großen Hunger.
Auch er aß reichlich, doch nahm er sich ein bisschen zusammen. Wollte schließlich Niemanden die Haare vom Kopf essen oder gar unhöflich erscheinen. Draußen tobte mittlerweile ein richtiger Sturm und es regnete. Der Donner dröhnte auch noch ab und an auf.
Es war schön für Ricky, hier im Beisammensein einer Familie Abendbrot zu Essen.
*-*-*
Während sich die Eltern miteinander unterhielten, mampfte Jonas munter weiter und freute sich, dass Ricky hier war, das er sich sichtlich wohl fühlte. Nur ab und zu sah er auf… sah zwischen allen hin und her und futterte weiter.
Irgendwann war er endlich satt, lehnte sich an die Stuhllehne und rieb sich seinen Bauch.
„Boah, ich platze gleich… das war gut und echt lecker. Danke Mum“, meinte er sichtlich zufrieden.
Die Eltern lachten… kannten sie es doch von ihm nicht anders. Sie freuten sich aber auch, dass es Ricky gut schmeckte und er sich hier wohl zu fühlen schien. Nun musste auch Jonas lachen und hielt sich seinen Bauch. Dann sah er Ricky grinsend an.
*-*-*
Ricky musste ebenfalls lachen, über Jonas. Er hatte ihn wirklich sehr gern und grinste ihn ebenfalls an. Nach dem Essen gingen sie wieder nach oben und taten ausnahmsweise mal etwas für die Schule.
Sie erkundigten sich nach den Hausaufgaben vom heutigen Tag und machten sie anschließend, zumindest zum größten Teil. Dann war es auch schon spät und morgen müssten sie Beide wieder früh aufstehen.
“Morgen muss ich auch die Filme zurückbringen“, sagte Ricky noch zu Jonas, bevor er ins Bad und nach einer ausgiebigen Dusche, in sein neues Zimmer ging.
Das Bett war warm und weich. So löschte Ricky das Licht und hoffte einschlafen zu können. Er müsste sich hier sicher und geborgen fühlen, doch der Regen tobte und schlug gegen das Fenster. Auch der Donner machte es nicht besser, den man immer noch von weitem hörte.
Unruhig wälzte Ricky sich hin und her, spielte mit dem Gedanken wieder aufzustehen.
*-*-*
Jonas hatte es endlich einmal Spaß gemacht Hausaufgaben mit Ricky zu machen. Und endlich begriff er auch mal ein paar Dinge etwas besser. Nachdem er Ricky eine gute Nacht gewünscht und gründlich geduscht hatte, legte auch er sich ins Bett und schlief sogleich ein.
Er war einfach nur todmüde gewesen und der Tag heute hatte auch etwas an seinen Nerven gezerrt, auch wenn er es sich nicht hatte anmerken lassen. Natürlich war er zufrieden, dass er Ricky sozusagen gerettet hatte, dennoch hatte er sich um Ricky Gedanken gemacht.
Er mochte ihn, ja, er schwärmte für ihn, war in ihn verliebt und doch würde er sich zusammen nehmen, seinen Freund nicht bedrängen. Das Gewitter hatte ihn nicht gestört, er hatte einfach keine Angst davor.
Jonas‘ Eltern hatten sich auch bald ins Bett begeben, nachdem sie alles aufgeräumt und abgewaschen hatten. Im Schlafzimmer unterhielten sie sich noch über Ricky und beide waren sich einig, dass es gut war, dass er hier war, aber auch, dass es da noch etwas gab, das beide ihnen verschwiegen hatten.
Nun, sie würden abwarten, ob sich Jonas oder Ricky ihnen öffnen würden. Denn, dass etwas faul war, das war ihnen nur allzu bewusst… sie ahnten es einfach.
*-*-*
Nachdem es ganz still im Haus war und Ricky immer noch nicht schlafen konnte, stand er doch auf. Er hatte Angst alleine! Es könnte sein Onkel ihm doch noch etwas antun. So schlich er leise auf Zehenspitzen in den Flur und lauschte an Jonas Tür. Nachdem er nichts hörte, öffnete er diese vorsichtig.
Jonas schien zu schlafen und so ging Ricky ganz langsam hinein, schloss die Tür genauso leise, wie er sie geöffnet hatte. Kaum stand er im Zimmer, donnerte es wieder irgendwo draußen. Zwar war es weiter weg, aber Ricky zuckte trotzdem ängstlich zusammen.
Mit einem kleinen Sprung huschte er zu Jonas ins Bett, unter dessen Decke. Dort kuschelte er sich behutsam an seinen Freund heran. Ricky genoss dessen Nähe und Wärme sehr. Dazu kam, dass Jonas auch noch so gut roch.
Es tat Ricky gut, jemanden so dicht bei sich zu spüren. So würde er mit Sicherheit einschlafen können.
*-*-*
Zunächst hatte Jonas nicht bemerkt, dass sich noch jemand in seinem Bett befand, ruhig und friedlich schlief er weiter. Eigentlich hatte er einen festen und sehr gesunden Schlaf. Dann jedoch drehte er sich um und kuschelte sich unabsichtlich an Ricky heran.
Er legte seinen linken Arm, ebenfalls unabsichtlich, um Ricky, so als wollte er ihn ganz festhalten, ihn beschützen. Im Schlaf streichelte er Rickys Körper, befühlte ihn. Dies ließ ihn aber nur wenig später erwachen und er sah Ricky, neben sich, in seinem Bett liegen.
Noch etwas schlaftrunken und mit ganz kleinen Augen, sah er Ricky an.
„Ricky? Ist alles okay mit dir? Hast du Angst?“, fragte Jonas seinen Freund direkt… ließ aber seinen linken Arm auf Ricky ruhen… streichelte ihn beruhigend.
Auch blieb er an ihn gekuschelt… wollte ihn irgendwie nicht loslassen…
*-*-*
“Ist… Ist es okay, wenn ich hier bei dir schlafe?“, fragte Ricky, anstatt Jonas Frage zu beantworten.
Dabei schmiegte er sich genüsslich an Jonas und genoss die Streicheleinheiten. Sein Gesicht drückte er in Jonas Halsbeuge, so dass dieser seinen Atem spüren konnte. Eine angenehme Gänsehaut durchfuhr seinen ganzen Körper, als hätte jemand einen Schalter umgelegt.
Die ganze Zeit war so etwas mit Schmerzen und Qualen verbunden, aber bei Jonas fühlte sich das so gut an. Ricky bekam gar nicht genug davon, wollte noch nicht schlafen. Nur war morgen Schule und der ganze Tag war sowieso etwas hektisch gewesen.
Eigentlich hätte er schlafen müssen. Dennoch wollte er mehr, aber wie sollte er das Jonas sagen und wie weit könnte er gehen, ohne Angst zu bekommen? Wahrscheinlich war es sowieso noch zu früh und sie sollten besser nur die Nähe genießen und schlafen.
*-*-*
Ein wenig musste Jonas nun schon grinsen, dass sich Ricky tatsächlich zu ihm ins Bett traute, obwohl er genau wusste, dass er – Jonas – schwul war und es falsch auffassen könnte.
Natürlich nahm er sich zusammen und fasste es eben nicht „falsch“ auf.
„Natürlich kannst du bei mir schlafen. Ist doch okay“, flüsterte Jonas seinem Freund zu, den er jetzt zu gern noch an ganz anderen Regionen gestreichelt hätte.
Sein Körper gab schon eindeutige Signale, ihm gefiel was er spürte, zudem roch Ricky so toll und sein Kopf in Jonas‘ Armbeuge, machte es leider auch nicht so sehr viel besser. So ganz konnte es Jonas aber dann doch nicht lassen.
Er streichelte Ricky weiter, wanderte dabei aber mit seiner Hand an dessen tollen Körper entlang und erreichte so auch ganz langsam den Po, über den er aber nur leicht drüber streichelte.
Seine Hand wanderte dann aber erst mal wieder zurück, zum Rücken, dann zu Bauch und auch ein klein wenig unter die Gürtellinie, aber nur ganz leicht und sehr vorsichtig. Wieder zurück auf dem Bauch, ließ Jonas seine Hand nun dort liegen… ging nicht weiter.
Ricky sollte einfach merken, dass er ihm vertrauen konnte und er ihm keine Gewalt antat. Er wollte ihm so nur zeigen, dass es auch schön sein konnte… berührt zu werden.
*-*-*
Als Jonas, Rickys Po berührte, durchfuhr ihm ein kalter Schauer. Doch es war anders bei Jonas. Bei ihm fühlte Ricky sich wohl. Nur ob er das zulassen konnte wusste er nicht. Erst mal würde er sicher auf den direkten Verkehr verzichten, aus Angst.
Jonas Hand vorne unterhalb der Gürtellinie zu spüren, empfand Ricky als sehr angenehm und bei ihm regte sich langsam etwas. Er ließ seine Nase an Jonas Wange entlang gleiten, stupste Jonas Nase mit seiner an.
Um Himmels Willen, was tat er hier bloß? Das war geradezu eine Herausforderung.
*-*-*
Und Jonas spielte das süße Spielchen nur zu gern mit, folgte mit seiner Nase, der von Ricky, währenddessen streichelte er ihn weiter, aber nur am Rücken und am Bauch. Aber noch immer ging er nicht weiter.
Er wusste, dass Ricky das sicher noch nicht wollen würde. Schließlich flüsterte er ihm liebevoll zu.
„Hab keine Angst. Ich werde dir nicht weh tun. Ich wollte dir nur zeigen, wie schön es sein kann berührt und gestreichelt zu werden. Entspann dich“, mit diesen Worten küsste er Ricky sanft und sehr kurz auf den Mund.
Dann streichelte er ihm über die Haare, vorbei an den Ohren, bis hinunter zum Hals, dann zur Brust und zum Bauch, ganz langsam und behutsam.
„Wenn du etwas nicht möchtest, oder dir was unangenehm ist, dann sag es bitte und ich höre sofort auf“, flüsterte er ihm hinzufügend zu und küsste Rickys Hals.
*-*-*
Ricky tat wie ihm geheißen und er entspannte sich. Jonas konnte er vertrauen und so ließ er sich einfach treiben, riskierte es, trotz seiner Angst.
Der Kuss schmeckte nach mehr und nachdem er ein leises „Okay“, über die Lippen brachte, stupste seine Nase erneut Jonas seine an.
Anschließend war Ricky es, der Jonas nun kurz küsste. Es war ein schönes, neues, warmes Gefühl, dass sich so unglaublich gut anfühlte und Ricky bekam gar nicht genug davon.
Immer wieder küsste er Jonas kurz auf dem Mund.
Nun wurde Ricky mutig und ließ auch seine Hände über Jonas Körper wandern. Anfangs noch scheu und zurückhaltend, doch mit der Zeit immer forscher.
Als seine eine Hand dann unter Jonas Shirt wanderte und dessen nackte, warme Haut fühlte, kam ein Seufzen über Rickys Lippen.
*-*-*
Jonas schloss die Augen, als Ricky ihn zu küssen begann und erwiderte dessen Küsse nur allzu gern. Auch Rickys Berührungen… sein Streicheln… das noch so absolut unschuldig und scheu wirkte, aber Jonas genoss es, mit einem leisen Seufzen.
Auch er war nicht faul und streichelte Ricky ebenfalls weiter, zog ihm sein Shirt ganz langsam und vorsichtig aus, um dann die Brustwarzen liebevoll mit der Zunge zu umrunden… wanderte dann weiter und küsste jedes Fleckchen Haut, das er erreichen konnte.
Behutsam schob er nun die Decke weg, drückte Ricky sacht in die Kissen und führte sein süßes Spielchen weiter. Immer weiter runter wanderte er mit seiner Zunge leckte und küsste jeden Zentimeter, bis er am Hosenbund ankam und diesen nur leicht runter zog, um auch die darunter liegende, sehr empfindliche Haut zärtlich zu küssen und mit der Zunge zu liebkosen.
Währenddessen legte er eine Hand sanft auf Rickys Männlichkeit, ließ sie aber nur dort ruhen, tat erst mal nichts weiter…. sah nur kurz zu ihm hoch, wollte seine Reaktion abwarten. Er würde sofort aufhören, wenn Ricky was nicht wollte.
*-*-*
Ricky ließ Jonas machen und sein Körper bekam eine feine Gänsehaut. Er genoss es tatsächlich, auch wenn ein innerlicher Kampf in ihm statt fand.
Liebevoll versuchte er Jonas Augen in der Dunkelheit zu erkennen, ihm zu zeigen, dass es okay war.
Jonas Hand auf seiner mittlerweile harten Männlichkeit, machte ihn wahnsinnig. Es ging nicht anders und Ricky musste leise aufstöhnen, vor Lust. Sanft streichelte er mit der Hand über Jonas Haare und biss sich auf die Unterlippe.
In ihm kamen Gefühle hoch, die er vorher noch nicht kannte und mit denen er jetzt zu kämpfen hatte.
Liebte er Jonas wirklich? So wunderschön konnte sich nur Liebe anfühlen!
*-*-*
Jonas sah und spürte, dass es Ricky zu gefallen schien, also machte er weiter, mit dem was er tat. Er zog vorsichtig und ganz langsam Rickys Slip runter, entfernte diesen dann ganz und spreizte Rickys Beine ganz behutsam.
Rickys Männlichkeit sprang ihm beinahe förmlich entgegen und er konnte nicht anders, als sie sich kurz anzuschauen, dann beugte er sich herab… küsste die Spitze kurz, leckte sanft darüber.
Ließ die Männlichkeit dann in seinen Mund gleiten, saugte kurz… ließ ihn wieder raus gleiten… auch die Hoden ließ er nicht außer Acht, küsste und leckte auch diese ab.
Schließlich konnte er nicht anders, nahm Rickys Männlichkeit richtig in den Mund und begann daran zu saugen… erst sanft… dann etwas heftiger und massierte währenddessen auch die Hoden.
*-*-*
Dieses neue schöne Gefühl machte Ricky beinahe wahnsinnig und er konnte nicht anders, als leise zu stöhnen. So sehr genoss er es und ließ sich treiben auf einer Welle der Lust. Noch nie zuvor hatte jemand so etwas mit ihm gemacht. Er wusste gar nicht, dass es sich so gut anfühlen konnte.
Ricky hatte sich nicht im Griff und sein Atem ging immer schneller, bis er seinen Höhepunkt erreichte. Viel zu ungewohnt war dieses schöne, neue Gefühl.
Jetzt schnappte er nach Luft und brauchte einen Moment, bis er wieder klar denken konnte.
Dann lächelte er einfach nur und hatte Freudentränen in den Augen. Als er wieder bei sich war, wollte er mit Jonas dasselbe machen, auch wenn seine Hände noch etwas ungeschickt zu Werke gingen.
Liebevoll verwöhnte er Jonas, streichelte und küsste ihn, bis er ihn schließlich ausgezogen hatte. Nun nahm er dessen Männlichkeit in die Hand und zaghaft in den Mund. Saugte anschließend ein wenig daran, bevor er sie ganz in den Mund nahm.
Um sie rein und wieder hinaus gleiten zu lassen. Dabei streichelte er Jonas Hoden ausgiebig mit einer Hand, während die andere über Jonas Bauch glitt. Genüsslich leckte und saugte er Jonas Männlichkeit, als wolle er ihn aussaugen.
*-*-*
Jonas hatte alles geschluckt, was Ricky gerade losgeworden war und leckte sich genüsslich über die Lippen. Aber dann und schneller als er denken konnte, hatte Ricky ihn flachgelegt und tat nun mit ihm dasselbe.
Und es fühlte sich für ihn so unglaublich schön… toll… einfach nur erregend an… seine erste große Liebe… und dann gleich solche unglaublich schönen Gefühle…
Seine Hände krallten sich mal ins Bettlaken und mal streichelten sie über Rickys Kopf, sanft liebevoll. Er stöhnte leise, konnte sich nicht mehr beherrschen, wollte sich ihm entgegen heben, tat es aber doch nicht, da er wusste, dass so etwas abschrecken konnte.
Er drückte seinen Kopf in die Kissen, wand sich stöhnend unter Rickys Berührungen, konnte sich nun gar nicht mehr beherrschen und erreichte schließlich ebenfalls seinen Höhepunkt.
Noch ein wenig atemlos zog er Ricky zu sich herauf… nahm seinen Kopf in die Hände und küsste ihn leidenschaftlich.
*-*-*
Auch Ricky hatte alles geschluckt, was ihm geboten wurde, auch wenn er sich etwas erschrocken hatte. Dann erwiderte er Jonas Kuss leidenschaftlich und genoss es einfach nur bei Jonas sein zu dürfen.
Liebevoll kuschelte er sich an ihn, rückte die Decke für sie beide zurecht und schlief glücklich und zufrieden ein. Für einen Moment war die Welt um ihn herum perfekt. Morgen würde noch einiges auf ihn zukommen.
Er würde Jonas Eltern reinen Wein einschenken und auch seinen Bruder alles sagen. Sicher würde alles vor Gericht gehen und sein Onkel würde dann endlich die gerechte Strafe bekommen. Ricky würde mit Jonas nach und nach seine Erfahrungen sammeln und sicher endlich glücklich werden.
*-*-*
Auch Jonas war irgendwann glücklich eingeschlafen, nachdem er Ricky lieb in die Arme genommen hatte. Er liebte ihn, so viel war Fakt und er würde zu ihm stehen… und ihm auch beistehen… wenn er ihn brauchte.
Pünktlich um 6 Uhr wurde Jonas sehr unsanft von seinem Handywecker geweckt und hätte das Handy am liebsten an die Wand geworfen. Er drehte sich um, sah Ricky an und grinste, dann küsste er ihn auf die rechte Wange, um anschließend aufzustehen und sich ins Bad zu begeben, wo er duschte und sich ausgiebig pflegte.
Danach ging er wieder in sein Zimmer, wo er Ricky sanft weckte.
„Hey Süßer, aufstehen“, flüsterte er seinen Liebling zu und streichelte ihn sanft.
*-*-*
Ricky hatte sich nur schlafend gestellt und zog den frisch geduschten, gut duftenden Jonas wieder zu sich ins Bett.
“Können wir heute nicht einfach blau machen?“, fragte er frech.
Wobei sie gestern schon nicht zur Schule waren, sondern einfach wieder Heim gegangen sind. Da konnten sie doch unmöglich noch einen Tag schwänzen. Oder doch? Schon waren Ricky Hände wieder an Jonas Körper. Frech forschend und liebevoll erregt, machten sie sich auf die Suche nach Jonas empfindlichsten Stellen.
*-*-*
Nachwort:
Natürlich hatte sich Jonas von Ricky verführen lassen und sie hatten auch an diesem Tage einfach blau gemacht. Es war eh Freitag gewesen und so hatten sie eben ein wunderschönes Wochenende.
Na ja, bis auf das was Ricky noch tun wollte und auch tat.
Er hatte tatsächlich mit Jonas‘ Eltern und auch mit seinem Bruder via Telefon gesprochen.
Nach anfänglichem Entsetzen seitens der Eltern, rieten sie Ricky was zu tun war und Jonas‘ Vater vertrat ihn auch… klagte diesen Mistkerl von Onkel wirklich an.
Natürlich ging es vors Gericht und Jonas stand Ricky selbstverständlich bei… ließ ihn niemals allein, aber was er zu hören bekommen hatte, hatte ihn sehr erschreckt… geschockt… und er bereute fast, dass er ihn auch ein wenig verführt hatte.
Dass Ricky ihn an sich heran gelassen hatte, milderte Jonas‘ schlechtes Gewissen ein wenig.
Aber auch Rickys Bruder war extra von Amerika nach London gekommen und hatte seinem Bruder ebenfalls beigestanden.
Der Onkel wurde zu einer sehr hohen Gefängnisstrafe verurteilt und konnte Ricky nie wieder etwas antun. Irgendwann gestand Ricky Jonas ebenfalls seine Liebe und beide waren von nun an ein Paar.
David, Jonas‘ Freund, hatte zunächst freilich ein wenig daran zu knabbern, als er sah und hörte, dass beide zusammen waren… und sein Freund zudem schwul war, was er all die Jahre nicht mitbekommen und Jonas es ihm nicht mal erzählt hatte.
Aber auch er fand sich bald damit ab und freundete sich mit Ricky nun auch an. Fortan unternahm das dreier Team sehr viel miteinander und verstanden sich bestens. Jonas‘ Eltern hatten das Outing ihres Sohnes gut aufgenommen, denn sie konnten Ricky gut leiden und sahen das alles sehr locker.
Ricky blieb noch sehr lange bei Jonas und seinen Eltern wohnen, bis sich beide zusammen eine Wohnung leisten konnten, nachdem sie eine Lehre angefangen, auch sehr gut beendet und Arbeit gefunden hatten.
Jonas hatte es mit der Zeit und mit sehr viel Geduld geschafft und Rickys Vertrauen wirklich gewonnen. Ricky hatte einfach gemerkt, dass er Jonas vertrauen konnte und er ihm tatsächlich nicht weh tat… auch als beide irgendwann richtig miteinander „schliefen“.
~ ENDE ~

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Information Sankt Martin und das Christkind
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 02:21 PM - No Replies

‚Hohoho!‘
Ich möchte mich zunächst einmal vorstellen: mich gibt es nicht!
Ich bin ein Mythos, eine Legende und manch einer würde sagen, dass ich ein Fabelwesen bin.
Man kennt mich als Santa Claus, Père Noël, Babbo Natale und hier im Land als Weihnachtsmann.
Für jemanden wie mich, der eigentlich überhaupt nicht existiert, gibt es natürlich viel zu tun. Jahr für Jahr. Natürlich nicht mehr so wie früher. In Zeiten von Hochhäusern ohne Kamin und den ganzen anderen Häusern ohne Kamin, musste ich das größte Logistikunternehmen der Welt leider schließen. Die Lagerhallen von „Santa Claus, seiner Frau und Elfen Ltd.“ quollen allmählich über und wir konnten nicht mehr liefern. Lagerplatz ist natürlich auch am Nordpol teuer und verdient haben wir ja nichts.
Lange Rede, kurzer Sinn: das Weihnachtsgeschäft musste umstrukturiert werden. Wir sind natürlich noch immer höchst aktiv. Wir benutzen Gedankenkontrolle. Das hört sich, im ersten Moment, brutal an, ist es aber nicht.
Wir sammeln die Wünsche der Kinder und pflanzen sie den Eltern ein, natürlich streng nach deren Möglichkeiten. Viele Kinder haben Wünsche, die sie selber nicht kennen. Vordergründig steht da vielleicht ein Computer oder eine Spielkonsole. Doch viele Familien können sich das natürlich nicht leisten.
Aber das hat nur am Rande mit meiner Erzählung zu tun.
Manchmal, zum Glück wirklich selten, erreichen uns auch erschreckende Wünsche.
„Lieber Weihnachtsmann, ich halte das nicht mehr aus. Mein Vater hasst mich für das, was ich bin. Mittlerweile bin ich 18 und zu alt, um an einen Weihnachtsmann zu glauben, aber bitte, ich habe nur einen Wunsch: erlöse mich, ich will nicht mehr.“
Solche Wünsche erschüttern uns am Nordpol zutiefst.
Einer meiner Elfen ist dann sofort abgereist und hat den Jungen gesucht.
Weihnachtselfen bleiben auf ihren Missionen unsichtbar und greifen fast nie in das Geschehen ein. Es gibt sehr seltene Ausnahmen.
Er fand den Jungen, schwer verletzt in einem Krankenhaus, mitten in Deutschland. Sein Vater hatte ihn übel zugerichtet. Mein Elf hat sofort reagiert und die körperliche Heilung vorangetrieben. Doch natürlich reicht das nicht, um einer Seele den Lebenswunsch wiederzugeben.
Und ehrlich gesagt: diese Möglichkeit habe auch ich nicht. Der Mensch ist ein Schiff mit einem eigenen Steuermann. Doch manchmal reicht es, wenn ich der schicksalhafte Windstoß sein kann, wenn ich die geheimen Wünsche der Kinder in die Köpfe der Eltern pflanze. Das „wie“, um ein Ziel zu erreichen, bleibt mein Geheimnis.
Hohohoho – Frohe Weihnachten.
20.12.2008 Samstag – Die Begegnung mit Hindernissen
„Paps, wir müssen noch ins Sportgeschäft!“
„Christian Markus Steiner, ich habe dir x-mal gesagt, dass wir uns dieses Jahr kein neues Snowboard für dich leisten können. Skifreizeit von der Schule hin oder her. Deine Skier sind noch total in Ordnung.“
„Ja klar. Hast du ne Ahnung wie ‚out‘ Skier sind? Ich werd doch die totale Lachnummer.“
„Du kannst auch gleich daheim bleiben, dann sparen wir eine Menge Geld. Ohne die Skifreizeit ist sogar ein Snowboard drin.“ Mein Vater grinste herausfordernd.
Für mich war das ein Zeichen die Klappe zu halten, vorerst. Er konnte Spaßdrohungen leider auch schnell in die Wirklichkeit umsetzen.
*-*-*
Ich nenne sowas „Das Schicksal der frischen Volljährigkeit“. Auf dem Papier vollwertig erwachsen, aber in Wirklichkeit noch immer total unter der Fuchtel des Patriarchats. Und dieses befindet sich unter der strengen Kontrolle des hausinternen Matriarchats.
Mit meiner Mutter legt sich zumindest niemand an, wenn er noch einen Funken Verstand übrig hat. Warum? Sie legt reihenweise Kerle auf die Matte! Bevor hier irgendwelche Missverständnisse aufkommen: sie unterrichtet an einer Karateschule, einem sehr gut besuchten Dojo, hier in der Stadt.
Ansonsten sind meine Eltern natürlich total cool. Vor zwei Jahren, also mit frischen 16, haben sie mich mit einer Mädchenzeitschrift erwischt, in der ich gerade ausgiebig ein paar halbnackte Kerle begutachtet hatte. Die Hände lagen übrigens ganz artig auf dem Tisch, sonst wäre es überpeinlich geworden. Erklärungsnot kam, überraschenderweise, keine auf.
Meine Mutter meinte damals nur „Du hättest die anderen Zeitschriften nicht im Schrank unter den Pullovern verstecken sollen, die du mir für die Altkleidersammlung freigegeben hast.“
Damit war (fast) alles gesagt. Es folgte lediglich der beliebte Verhütungsvortrag, Kondome schützen vor Krankheiten und verhüten nicht nur Schwangerschaften, die bei mir dann eh flachfallen würden. Ihr kennt das ja (vielleicht). Der Ernstfall ist bisher, in Ermangelung eines Partners, leider nicht eingetreten.
*-*-*
„Na gut, Paps. Dann mach ich mich lieber lächerlich.“
„So ist es brav.“ Grinsend wuschelte er mir, im vollen Wissen darüber, wie sehr ich das hasste, durch die Haare. Binnen Sekunden waren 20 Minuten Styling-Aufwand den Bach runter.
„Ich hole schnell das Auto, besorg du doch inzwischen, bitte, noch die aktuelle Tageszeitung und die Fernsehzeitung.“
Ich sah mich um. Den Stadtkern hatten wir hinter uns gelassen und waren auf dem Weg zum Parkhaus, in der Nähe vom Kreiskrankenhaus.
„Paps, hier ist kein Geschäft.“
„Das Krankenhaus hat doch auch einen Kiosk. Gerade über die Straße. Hier, nimm 10 Euro mit, du darfst dir auch gerne ein Eis kaufen.“ Wieder grinste er, schnappte sich die Weihnachtseinkäufe und ließ mich mit dem Geld einfach stehen.
Also lief ich über besagte Straße und schritt durch die Glastüren des Krankenhauses, welche sich lautlos vor mir öffneten. Sofort schlug mir warme und nach Desinfektionsmitteln „duftende“ Luft entgegen.
An der Information wartete eine junge Schwester auf Arbeit. Auf meine Frage, wo es denn zum Kiosk geht, deutete sie vage mit einer Hand auf eine Wand, ich vermutete jedoch, dass sie die Tür daneben meinte, welche mit Cafeteria beschriftet war.
Da ich ihr nicht zumuten wollte, den Blick von ihrem Kreuzworträtsel lösen zu müssen, ging ich einfach los.
Ich marschierte schnurstracks auf den Zeitungsständer zu, griff die gewünschte Literatur und ging zur Kasse. Ein Eis kam bei den vorweihnachtlichen Dezembertemperaturen zwar nicht in Frage, aber einkaufen macht hungrig, also schnappte ich mir noch ein fertiges Schinken-Käse-Sandwich und zahlte.
Ins Sandwich vertieft wollte ich gerade zur Tür, als mir ein Junge, ungefähr in meinem Alter, auffiel. Er saß allein, mit dem Rücken zum Fenster, in einem Rollstuhl, ein Bein bis oben eingegipst und schaute, unendlich traurig, in Richtung Tür. Über dem rechten Auge klebte ein dickes Pflaster an der Braue. Über einem wunderschönen braunen und traurig leeren Auge. Das linke Auge war mit einem ‚prächtigen‘ Veilchen verziert.
Ich dachte nicht großartig darüber nach und machte ein paar Schritte auf ihn zu. Mein Mund reagierte im Autopilot.
„Hi, ich bin Chris. Was ist denn mit dir passiert?“
„… Treppe.“ murmelte er abwesend und im rechten Augenwinkel glitzerte es verdächtig. Er wischte sich mit dem Handrücken die Träne weg und ich erstarrte… am Handgelenk sah ich eine kleine aber auffällige Narbe.
„Deine Treppe hat aber scharfe Kanten, oder?“ Innerlich ohrfeigte ich mich für den verbalen Schnellschuss. Die Quittung kam sofort.
„Meine Treppe geht dich nen feuchten Scheiß an!“ Die scharfen Worte wurden von einem wütenden Funkeln in seinen Augen begleitet, dann griff er an die Räder seines Stuhls und ließ mich einfach stehen. Im Vorbeifahren hörte ich noch schwach seinen geflüsterten Nachsatz „Das nächste Mal stört keine Treppe.“
Als ich meinen Schrecken überwunden hatte, rannte ich hinter ihm her auf den Flur, doch er war weg. Die Information war auch nicht mehr besetzt. Aber wozu auch? Ich konnte ja schlecht hingehen und sagen „Ich suche einen Jungen im Rollstuhl, Narbe am Handgelenk, Platzwunde über dem Auge und Bein in Gips.“ „Sind Sie ein Verwandter?“
Ich verwarf den Gedanken und das Sandwich warf ich in den Müll, mein Appetit war weg. Nachdenklich stiefelte ich raus in die Kälte, wo mein Vater heftig winkend bereits im warmen Auto wartete.
„Chris? Hey Chris!“ Die Worte meines Vaters drangen langsam durch. Wir standen an einer Ampel und mein Vater sah mich besorgt an. „Alles in Ordnung? Ich versuche seit ein paar Minuten mit dir zu reden. Was ist los?“
Ich seufzte kurz auf und erzählte ihm von der Begegnung. Mein Vater hörte geduldig zu und unterbrach mich nicht. Sein Blick wurde immer besorgter. Plötzlich hupte es, die Ampel war bereits grün. Einige Minuten schwiegen wir uns an.
„Er gefällt Dir?“ Aus dem Augenwinkel sah er mich an und ich nickte stumm.
„Paps, er braucht Hilfe. Irgendwas ist passiert. Die Treppe… vielleicht stimmt das ja auch, aber da ist mehr. Und sein letzter Satz… was muss passiert sein, dass er sich umbringen will?“
„Das, mein Sohn, wird dir vermutlich nur dieser Junge sagen können.“
„Vielleicht sollte ich einfach noch mal hin und mein Glück versuchen?“
„Morgen ist Sonntag, da wollte ich mit deiner Mutter auf den Weihnachtsmarkt. Wenn Du willst komm mit und versuch dein Glück. Junior, steigere dich aber bitte nicht hinein. Wenn er deine Hilfe nicht will, dann akzeptiere es.“
„Falls ich ihn überhaupt finde. Ich kenne ja nicht mal den Namen und vermutlich bekomme ich auch keine Auskunft. Zumal das ein großes Krankenhaus ist, unwahrscheinlich dass jeder weiß, wen ich überhaupt suche.“
Mein Vater lächelte mich an „Wenn du es nicht versuchst, dann wirst du ihn garantiert nicht finden.“
Elternlogik. Aber Recht hatte er ja. Die restliche Fahrt setzten wir schweigend fort. Daheim zogen wir noch meine Mutter dazu, und nach dem Abendessen traf ich mich mit meiner Clique. Wir zogen uns im Kino den ‚neuesten‘ Hellboy-Streifen rein. Der Film war cool, nicht umsonst lief der, nach acht Wochen, immer noch in einem der größeren Kinos, aber irgendwie war ich abgelenkt.
Also verabschiedete ich mich sehr bald nach dem Film von meinen Freunden und ging ungewöhnlich früh zu Bett.
21.12.2008 Sonntag – Ein Wiedersehen der lauten Art
Die Nacht wurde sehr unruhig, ich träumte wirres Zeug und war oft wach. Gegen sieben Uhr, an einem Sonntag wohlgemerkt, erklärte ich meine Nacht für beendet, kroch unter die heiße Dusche, zockte ein wenig im Internet und bereitete, gegen neun Uhr, das Frühstück vor.
Vom Duft des Kaffees, oder vom klirrenden Geräusch eines Tellers, den ich etwas zu fahrig aus dem Schrank geholt hatte, angelockt, kamen alsbald auch meine Eltern in die Küche. Die Scherben hatte ich bereits beseitigt.
„Guten Morgen“, gähnten mir beide entgegen. „Wenn dir unser Geschirr nicht gefällt, dann mach es bitte nicht gleich kaputt“, ergänzte Dad mit einem schiefen Grinsen.
Dafür erntete er einen vernichtenden Blick von mir.
Dad seufzte. „Du kannst es wohl kaum abwarten, hmm?“ Nach einem weiteren Blick der Marke „Höllenfeuer“ meinerseits setzte er sich an den Tisch, schweigend gefolgt von Mum.
„Okay, hier der Plan: wir frühstücken jetzt in Ruhe“, dieses Wort betonte er sehr nachdrücklich „und dann machen wir uns frisch. In 90 Minuten ist Abfahrt, da ist es auch noch nicht so voll auf dem Markt und wir sparen uns das gröbste Gedränge.“
Die Allgemeinheit, Mum und ich, stimmten zu. Und so war es dann auch; pünktlich 89 Minuten und 40 Sekunden später startete mein Vater den Motor der Familienkutsche.
Wir parkten wieder im Parkhaus, meine Eltern verabschiedeten sich und gingen zum nahe gelegenen Weihnachtsmarkt. Dort würde ich sie auch finden, falls ich im Krankenhaus keinen Erfolg haben würde.
Dann stand ich auch schon vor der Genesungsstätte … geschlagene 20 Minuten. Mein Mut hatte mich verlassen. Warum wollte ich das eigentlich tun? Was erwartete ich von dem offensichtlich psychisch angeknacksten, fremden Jungen? Okay, ich fand ihn, trotz des desolaten Zustands, extrem niedlich. Atemberaubend schön trifft es vielleicht noch besser. Vielleicht war das der Knackpunkt, diese berühmte Frage, die man in so wahnsinnig vielen Stories im Internet findet: „Was ist, wenn er überhaupt nicht schwul ist? Was, wenn er mich total scheiße findet?“
Ja, ich hatte mich verguckt und nun Angst davor, abgewiesen zu werden.
„Wenn du es nicht versuchst …“ Dieser Satz von meinem Vater echote durch meine Gedanken. Ich könnte mich umdrehen und gehen, mir dann selbst ewig in den Arsch beißen oder aber einfach reingehen.
Die Tür gab den warmen Desinfektionsduft frei, die Entscheidung war gefallen.
An der Info saß, wie gestern auch, die neue ‚Miss Kreuzworträtsel 2009′.
„Entschuldigung, ich suche jemanden. Ich hab aber leider keinen Namen. Er ist ca. 18 Jahre alt, fährt Rollstuhl, Platzwunde über dem Auge und hat vermutlich ein gebrochenes Bein.“
Die Schwester, wieder ohne den Blick von der Zeitschrift zu nehmen, deutete mit der Hand auf die gleiche Wand wie gestern.
„Danke, ich glaub, ich nehme doch lieber wieder die Tür.“
Die Rätselqueen hob irritiert den Kopf, folgte mit dem Blick ihrer Hand und murmelte ein „Natürlich“.
Nach einem tiefen Atemzug trat ich in die Cafeteria. Und tatsächlich: er saß am selben Fleck wie gestern.
Diesmal bemerkte er mich sofort. Der entgeisterte Blick sprach Bände.
„Hi, ich bin immer noch Chris.“ Verlegen lächelnd hielt ich ihm die Hand hin.
Er sah zur Seite. „Was willst du von mir?“
„Reden. Nichts weiter. Ich war gestern ziemlich erschrocken.“
„Ich mach dir nen Vorschlag. Du steckst dir dein beschissenes Mitleid sonst wohin, verschwindest dahin, wo du hergekommen bist, kommst niemals wieder hierher und im Gegenzug erschrecke ich dich nicht mehr.“
„Toller Vorschlag, echt. Ich hab kein Mitleid, du Arsch. Ich dachte nur … du siehst so aus, als ob du einen Freund brauchen könntest. Habe mich wohl getäuscht. Na dann, ich wünsche dir ‚Frohe Weihnachten‘.“
Der Kerl machte mich langsam echt sauer, das hatte man nun von seiner Freundlichkeit.
„Du kennst mich überhaupt nicht, also red nicht so mit mir. Freunde, pah, wenn du mich kennen würdest, dann würdest du garantiert nicht mein Freund werden wollen. Lass mich doch einfach in Ruhe.“
Sein Gesicht war nicht zu deuten. War es Wut oder Trauer? Irgendwie beides.
„So wie du dich hier gibst, braucht man dich gar nicht erst kennen um …“
Irgendwas bremste mich, ich konnte den Satz nicht beenden.
„Um mich zu … hassen? Ja klar, da gebe ich dir völlig Recht. Mich muss man hassen. Und jetzt verpiss dich endlich. Ich wünsche dir auch ein beschissen Frohes Weihnachten.“
Den letzen Satz schrie er mir ins Gesicht. Die Dame am Kiosk schaute bereits extrem angepisst zu uns herüber.
„Okay, ganz wie du willst… Machs gut.“ Ich drehte mich um und ging einen Schritt in Richtung Tür, doch eines wollte ich noch loswerden. Also drehte ich mich nochmals zu ihm um und … sah einen kleinen Bach salziger Tränen in seinem Gesicht. Verdammt, ich hätte ihn so gern in den Arm genommen.
„Eins noch… ich würde es trotzdem gerne wagen und dich kennen lernen. Irgendwie glaub ich nicht, dass du das verbohrte Arschloch bist, das du mir hier präsentierst. Ich komme morgen gegen 14 Uhr wieder hierher. Wenn du nicht hier bist, dann vergessen wir es einfach. Machs gut.“ Mit diesen Worten drehte ich mich nun endgültig um und ging.
Meine Eltern hatte ich schnell gefunden, es war wirklich kaum was los. Die meisten kommen ja erst gegen Abend, wegen dem Glühwein. Um die Zeit fanden sich nur ein paar Hardcoreglühweintrinker auf dem Platz ein.
„Und, wie ist es gelaufen, Junior?“ Mein Vater wirkte ehrlich interessiert, während meine Mutter gerade mit Christbaumschmuck aus dem Harz beschäftigt war.
„Ich weiß nicht… ich gehe morgen nochmals hin. Wenn er auch da ist, dann sehen wir weiter. Wenn nicht… tja, dann wars das wohl.“ Die Niedergeschlagenheit in meiner Stimme lockte meine Mutter an.
„Nicht so toll gelaufen?“
„Ach Mama, er blockt total, wir haben uns eigentlich nur angegiftet. Man müsse ihn hassen und so ein Zeugs.“
„Mein Großer, offensichtlich hast du aber trotzdem was erreicht. Der Satz sagt doch einiges.“
„Stimmt… irgendwie. Ich glaub der hält mich für einen Vollidioten. Was würde ich wohl denken, wenn da ein wildfremder Typ aufkreuzt und sich als Freund anbietet.“
„Ach Schatz, vielleicht sieht er, dass du es ernst meinst. Es ist selten, dass sich Menschen um Fremde sorgen. Überleg mal, wie viele Menschen die Selbstverteidigungskurse an unserem Dojo besuchen, weil sie Opfer von Gewalt wurden, teils auf offener Straße… und keiner kam ihnen zu Hilfe. Sowas ist nötig, weil sich eben kaum einer darum kümmert.“
„Mum, dein Vortrag in Ehren, aber was hat das mit ihm zu tun?“
„Jeder reagiert anders auf Gewalt. Aber viele fühlen sich allein und verbittern.“
„Danke Mum, ich glaube ich weiß was du meinst.“ Das war mir sogar eine spontane Umarmung wert, in aller Öffentlichkeit.
Plötzlich stieg mir ein eigenartiger Geruch in die Nase. Es roch nach Tanne, Vanille und Schnee. Total abgefahren, ich konnte nicht anders und folgte meiner Nase. Ehe ich mich versah, standen wir vor einer merkwürdigen Verkaufsbude. Überall hingen rot-weiße Zuckerstangen und Strohengel herum. Der Verkäufer, sehr originell, trug ein typisches Weihnachtselfenkostüm. Dieser Stand war eindeutig die Quelle des Geruchs, aber ich konnte nichts finden, was nur annäherungsweise für den Duft verantwortlich war.
„Frohe Weihnachten, was kann ich für dich tun?“ Der ‚Elf‘ grinste mich an.
„Ich glaube nichts, ich steh nicht so auf Zuckerstangen.“ Der Verkäufer jagte mir, aus unerklärlichen Gründen, eine Gänsehaut über den Rücken.
„Ich verstehe. Zucker ist nichts für dich. Aber wie wäre es mit einer Portion Weihnachtsglück?“
Vermutlich war der Typ nicht mehr ganz sauber unter dem Filzhut.
Er lachte „Jetzt guck nicht so entgeistert, ich habe genau das Richtige für dich oder für jemanden, dem du das vielleicht schenken möchtest?“ Sein warmes Lächeln jagte den nächsten Schauer über meine Rückseite. ‚Jemanden, dem …‘ hatte er gesagt. Vielleicht interpretierte ich einfach zuviel hinein.
„Und das wäre?“ Ich konnte mir nicht helfen, die Neugierde war geweckt.
„Eine Portion Weihnachtsglück, natürlich. Ihr jungen Menschen hört einfach nicht zu.“
Er griff nach einer Zuckerstange, und ich fand, dass er wohl doch reif für die Klapsmühle war. Aber dann… er warf die Stange nach oben und sie verschwand für einen Moment aus meinem Blickfeld. Und dann? Etwas fiel herunter. Etwas Glänzendes. Es war eine kleine, goldfarbene Kette mit einem Anhänger daran. Der Verkäufer hielt mir die Kette entgegen. Wahnsinn… der Anhänger zeigte goldene Engelsflügel, welche von einem silbernen Ring umschlossen waren. An der Außenseite des Ringes waren kleine goldene Dreiecke aneinandergereiht. Engelsflügel von einer Sonne umgeben. Die Kette war … atemberaubend schön.
„Das … das kann ich mir nicht leisten!“ stotterte ich.
„Vermutlich nicht“, nickte der Verkäufer. „Dann kauf dir doch diese Zuckerstange, kostet 2,50 Euro. Beim Kauf von zwei Zuckerstangen gibt es eine Kette gratis dazu. Greif zu, ich hab nur noch diese eine Kette.“
Total baff griff ich nach meinem Geldbeutel und bezahlte die zwei Kariesstäbe. Und tatsächlich, ich bekam die Kette dazu, in einem grünen Stoffbeutel, der nach Tanne, Vanille und Schnee duftete.
Knappe zwei Stunden später machten wir uns, mit Tüten beladen, auf den Weg zum Auto. Von wegen, kein Geld… der ganze Kram hatte doch mindestens soviel wie zwei Snowboards gekostet. Ich hatte das wohl laut gedacht, dem kritischen Blick meiner Eltern nach zu urteilen. „Du übertreibst maßlos!“ ergänzte mein Vater dann noch.
Der Rest des Tages verlief sehr ruhig. Ich lenkte mich bis zum Abend mit ein paar Spielen ab. Nach dem Essen verkrümelte ich mich auf mein Zimmer, mit einem schmucken Weihnachtsumschlag. Gefühlte 100 Stunden grübelte ich, was ich da wohl draufschreiben sollte. Am Ende schrieb ich mit meiner schönsten Schrift ‚Für den Eisberg auf Rädern‘. Was Besseres wollte mir nicht einfallen, zumal er mir seinen Namen nicht genannt hatte. Der Beutel mit der Kette wanderte hinein und ich klebte den Umschlag zu.
Dann folgte eine weitere, sehr unruhige Nacht. Schmetterlinge der Vorfreude können sehr lästig sein, wenn sie die ganze Nacht im Bauch herumflattern…
22.12.2008 Montag – Schicksal und andere Widrigkeiten
Gegen sechs Uhr war ich endgültig wach. Geschlagene 60 Minuten beobachtete ich den Wecker, bis mir, Weckfunktion sei Dank, ‚Last Christmas‘ entgegendröhnte.
‚Shit‘, dachte ich. Bis 14 Uhr war noch so unendlich viel Zeit. Also folgte das Übliche: eine Ausgiebige Dusche, genauestes Styling, danach landete die Hälfte meiner Klamotten auf dem Fußboden bis ich endlich was Passendes gefunden hatte. Nicht zu lässig, nicht zu festlich, nicht zu warm, nicht zu kalt, nicht zu sexy, nicht zu bieder und warm genug für die weihnachtlichen -7° Grad Celsius. Im Radio versprach man bereits eifrig eine ‚Weiße Weihnacht‘.
Nach der ganzen Aktion war es bereits halb zehn. In der Küche fand ich nur meine Mutter, Dad hatte noch mal ins Büro gemusst. Wortlos tischte sie mir einen Kaffee auf und schob den Brötchenkorb herüber. Nach dem ersten Brötchen sah sie mir in die Augen.
„Du hast dich ja ziemlich schick gemacht.“
„Findest du es übertrieben? Soll ich etwas anderes anziehen? Mum, sag doch was!“ Okay, ja, ich war nervös. Es gibt keine Worte dafür, wie sehr.
„Hey, ganz ruhig Großer. Schick aber angemessen. Atme mal ganz tief ein und aus.“
Sie lächelte mich beruhigend an.
„Shit Mum, ich bin total durch, konnte nicht schlafen. Ich … ich glaube, mir ist schlecht.“
Mit diesen Worten stürmte ich auch gleich ins Bad und übergab mein Brötchen der Kanalisation. Nach dem Gurgeln mit Mundwasser und Spritzerkontrolle auf dem Hemd wanderte ich zurück in die Küche. Auf meinem Platz dampfte bereits eine neue Tasse mit Aufgussbeutel vor sich hin. Ein Kamillentee. Der mitleidige Blick meiner Mutter ließ mich aufseufzen. Ich wusste, was jetzt kommen würde.
„Chris, du solltest dich da wirklich nicht so hineinsteigern. Wenn es nicht klappen sollte, dann ist die Enttäuschung nur umso größer.“
Eine Träne stahl sich in meinen Augenwinkel. „Mum, ich habe mich in den Kotzbrocken verguckt.“ Ich zuckte hilflos mit den Schultern.
Sie nahm mich in den Arm und küsste mich auf die Wange.
„Trink deinen Tee, Schatz.“
Nach dem Frühstück, auf weitere feste Nahrungsmittel hatte ich verzichtet, lenkte ich mich mit einem bekannten Ego-Shooter ab und metzelte ein paar Bestien aus der Unterwelt mit der Kettensäge ab. Natürlich mit dem neusten Weihnachts-Patch. Brüllende Monster mit roten Zipfelmützen sind toll.
Der ständige Blick zur Uhr kostete mich einiges an Energie (virtuell) und irgendwann hatte ich genug. 12:43 Uhr. Es war nicht viel Zeit vergangen. Der Fernseher gab auch nicht wirklich was her. Schreiende Menschen in einer Talkshow, und der Moderator fuhr ständig (erfolglos) mit einem ‚Jetzt ist Ruhe oder du kannst hinter die Bühne‘ dazwischen. Zehn Minuten später brachte die Studio-Security einen dieser miesen (Laien)Selbstdarsteller tatsächlich nach hinten. Blöde Fakeshows.
Dann klopfte es an der Tür, Mum.
„Wenn du willst, kannst du mein Auto nehmen, dann brauchst du nicht mit dem Bus fahren. Es ist ziemlich kalt geworden, Schatz.“
„Hey danke, tolle Idee.“ Über das Angebot freute ich mich riesig. Den Führerschein hatte ich schon fünf Tage vor meiner Volljährigkeit bestanden. Am Stichtag standen wir dann pünktlich vor dem Amt um die Pappe abzuholen. Dad war zwar noch dagegen, dass ich alleine fuhr, aber wer kann bei so einer Gelegenheit schon ‚nein‘ sagen.
Gegen 13:30 Uhr nahm ich den Schlüssel entgegen, verabschiedete mich von Mum, stürmte in mein Zimmer, steckte den Umschlag ein und fuhr, eigentlich viel zu früh, los. Aber die Zeit war nötig, die letzten 15 Minuten sammelte ich mich und meinen Mut vor der Pforte und in eisiger Kälte. Ohne Umwege ging ich direkt in die Cafeteria und sah ihn … nicht.
Ich besorgte mir einen Kakao, setzte mich an einen Tisch, mit Blickrichtung zur Tür und wartete. Bis 15:30.
Er kam nicht.
Ich war, gelinde gesagt, maßlos enttäuscht und traurig. Scheinbar wollte er wirklich keinen Kontakt. Kaum hatte ich das Krankenhaus verlassen, brachen direkt vor der Tür erstmal alle Dämme. Ich fischte den Umschlag aus der Jacke, zerknüllte ihn und hörte, wie der Anhänger knackte. Aber wozu brauchte ich den jetzt noch? Das Knäuel landete im Papierkorb neben der Tür.
‚Bye bye, mein Kotzbrocken‘, flüsterte ich mit tränenerstickter Stimme in die Kälte.
In der Zwischenzeit, in einem Krankenzimmer im ersten Stock (Der namenlose ‚Eisberg‘)
Von Weitem sah ich ihn kommen. Er kam tatsächlich. Aber ich blieb auf dem Zimmer. Wozu sollte ich auch runter. Spätestens, wenn er mein Geheimnis kannte, wäre er fortgelaufen.
Eine geschlagene Viertelstunde stand er auf dem Vorplatz, bevor er sich hereintraute.
Ich blieb mit meinem Rollstuhl am Fenster, beobachtete meinen Atem, wie er am Fenster niederschlug, bis sich feine Tropfen aus Kondenswasser bildeten. Innerlich fühlte ich mich so kalt wie das Wetter draußen, trotz der Heizung. Ich wartete. Dieser Chris schien eine wahnsinnige Geduld zu haben, selbst nach knapp 80 Minuten war kein Zeichen von ihm zu sehen. Ich rollte kurz zu meinem Nachttisch und goss mir etwas Wasser ins Glas. Mein Arm schmerzte wieder fürchterlich. Zum Glück war er ‚nur‘ angebrochen. Für einen Moment brannte meine Augenbraue. Ich spürte den Faustschlag meines Vaters, der mich die Treppe runterkatapultiert hatte. Er brüllte die ganze Zeit über irgendein Zeug, ich erinnerte mich nur noch an wenige seiner Worte.
„Nicht du, Martin, du nicht!“
Für einige Minuten ergab ich mich den bitteren Tränen und rollte zurück zum Fenster. Durch den salzigen Schleier sah ich ihn dann, er bewegte sich mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern in Richtung Weihnachtsmarkt. Ich war mir sicher, dass er weinte.
‚Bye bye Chris, es ist besser so‘, flüsterte ich gegen das beschlagene Fenster.
Überraschung auf dem Weihnachtmarkt (Christian)
Aus meiner Trauer wurde langsam Wut. Ich lief allmählich schneller, zu diesem beschissenen Stand, um diesem beschissenen Elf zu sagen, wo er sich seine beschissene ‚Portion Weihnachtsglück‘ hinstecken kann. Da gleich um die Ecke, da war dieser Kackstand.
Statt Zuckerstangen und Strohengeln erwarteten mich allerdings Bratwürste, Hamburger, Schnitzelbrötchen und Pommes. Hinter der Auslage wartete ein dicklicher Verkäufer auf Bestellungen. Das war schlicht unmöglich, ich war mit Sicherheit an der richtigen Stelle.
„Äh, tschuldigung, hier war doch gestern ein kleiner Stand mit Strohengeln. Wo ist der hin?“
Der Verkäufer hob eine Augenbraue „Jüngelchen, ich steh hier seit einer knappen Woche. Hier gibt’s keine Strohengel. Magst’ne Wurst? Drei Euro.“
„Aber … nein, danke, ich habe keinen Hunger.“
„Nun denn, dann frohe Weihnachten.“
„Ja, Ihnen auch.“ Ich drehte mich um und drehte noch eine erfolglose Runde über den Markt. Der Stand blieb verschwunden, keiner wusste was und man sah mich sehr irritiert an. Dann machte ich mich auf den Weg zum Auto.
Die Lust auf Weihnachten war mir vergangen
Daheim angekommen sah mich meine Mutter erwartungsvoll an, ich war ja nun doch eine ganze Weile weg gewesen, doch ich schüttelte nur den Kopf, legte den Schlüssel in die Schale und verkroch mich in meinem Zimmer, heulend. Irgendwann schlief ich völlig erschöpft ein.
23.12.2008 Dienstag – Nächtliche Schreibwut?
oder ‚Wie groß ist die Macht des geflügelten Wortes‘ (Martin)
Nachdem Chris fort war, hielt ich das Kapitel für abgeschlossen. Doch leider war dem nicht so. Der Kerl raubte mir den Schlaf. Irgendwann gegen zwei Uhr wurde ich wach, sah ihn im Traum immer wieder weggehen. Er war immerhin der erste Besucher seit zwei Wochen, der erste Mensch, der sich, nicht nur beruflich, für mich interessierte.
Mein Vater würde mich wohl kaum besuchen. Gut, ihn wollte ich auch gar nicht sehen, nie mehr. Meine Mutter… sie lebte seit beinahe sechs Jahren mit ihrem neuen Mann irgendwo in Estland. Unter der letzten bekannten Adresse kam mein Brief mit dem Vermerk ‚Empfänger unbekannt verzogen‘ zurück. Ich war allein.
Und bis heute war ich fest davon überzeugt gewesen, dass ich meinem Elend ein Ende setzen würde, sobald ich hier raus käme. Und eigentlich gab es auch keinen Grund mehr, es nicht zu tun.
Plötzlich überkam mich ein dringendes Bedürfnis: ich wollte alles in einem Brief an Chris niederschreiben. Einem Brief, den er niemals lesen würde.
Ich schrieb alles auf, restlos. Meine Wut über meine Mutter, die mich im Stich gelassen hatte, meinen strengen Vater. Den wahren Grund für seinen Ausraster, dass ich schwul sei und deswegen dieses Leben nicht verdient hätte. Ebenfalls dass Chris mir imponiert hatte, sein unbefangenes Selbstbewusstsein. ‚Chris, jetzt, wenn Du diesen Brief lesen würdest, dann wüsstest Du, warum Du mich hassen musst. Ich bin eine Missgeburt.‘
Wieder rannen mir Tränen übers Gesicht. Ich schloss den Brief mit den Worten ‚Im liebevollen Abschied, Martin‘. Niemals durfte er erfahren, was für ein warmes Kribbeln er in mir ausgelöst hatte.
Ich faltete den Brief ordentlich und legte ihn mit letzter Kraft auf den Nachttisch, dann schlief ich ein.
Pünktlich um 6:30 Uhr wurde ich wieder geweckt, Zeit für die üblichen Untersuchungen. Ich erinnerte mich an den Brief und wollte ihn in der Schublade verschwinden lassen. Doch er war weg! Er war weder auf dem Boden um das Tischchen herum, noch unter dem Bett zu finden. Einfach weg! Spurlos. Die Weckschwester wollte gerade verschwinden, doch ich hielt sie zurück.
„Schwester Gabi, wo ist mein Brief? Er lag hier auf dem Tisch!“
Sie zuckte mit den Schultern „Da war kein Brief, Martin.“
„Das kann nicht sein! Ich hab ihn vor ein paar Stunden erst geschrieben!“
„Martin, du hattest ein ziemlich starkes Schädeltrauma, vielleicht hast du das nur geträumt.“
Mit diesen Worten ließ sie mich, völlig ratlos und verwirrt, allein.
Gefrorene Tränen (Christian)
Dem frühen Einschlafen sei dank, war ich bereits gegen vier Uhr wach. Ich zog meinen Schreibtischstuhl zum Fenster, öffnete selbiges und starrte, in eine dicke Decke eingemummt, in die eisige Nacht. Vereinzelte Tränen liefen mir kalt über das Gesicht.
Manchmal war es eben schwer, sich mit einigen Tatsachen abzufinden.
Was mich ja eigentlich richtig ankotzte war, dass ich nicht mal wusste, auf wen ich sauer sein sollte. Eisberg, Kotzbrocken… süßer Kotzbrocken, trauriger Eisberg, wütender Kotzbrocken. Was hätte ich doch für den Namen gegeben. Wenigstens das. Und nun froren mir wegen diesem namenlosen Eisberg fast die Tränen auf den Wangen ein.
Aus einer Zimmerecke hörte ich plötzlich ein Geräusch, es klang wie das Gebimmel von kleinen Glöckchen. Der Wecker zeigte die Ziffern 05:11. Vermutlich hatte ich Halluzinationen. Rastlos legte ich mich auf mein Bett, wickelte mich aus der Decke aus und gab mich der schmerzhaften Kälte hin.
Und wieder dieses Bimmeln. Mit einem Knall flog plötzlich das Fenster zu und dann war es wieder still. Nur etwas war anders… es roch nach Tanne, Vanille und ein Hauch von Schnee lag in der Luft.
Der Rest des Tages verlief relativ ereignislos. Meine Eltern waren schon ziemlich besorgt, verdonnerten mich zum Essen. Doch das behielt ich nicht lange bei mir. Sie wollten mich dann sogar zum Arzt schleppen, aber ich weigerte mich strikt. Körperlich fehlte mir ja nichts.
Den restlichen Tag verbrachte ich im Bett, der Fernseher lief zur Berieselung, doch ich hing einfach nur meinen Gedanken nach.
Ob ich es nochmals versuchen sollte? Einfach ins Krankenhaus und warten? Wütend schleuderte ich mein Kopfkissen durchs Zimmer. Natürlich würde ich es nicht tun, er hatte mir ja deutlich gezeigt, was er nicht will.
Also war klar: ich musste ihn vergessen, obwohl ich ihn überhaupt nicht kannte.
Ohne Kissen war es reichlich unbequem und ich raffte mich kurz auf, um es wieder ins Bett zu holen. Dabei streifte mein Blick in die Ecke, in der ich dieses Geräusch gehört hatte. Da war nichts. Einbildung… aber das mit dem Fenster war schon unheimlich. Es war nicht nur zugeknallt, auch der Riegel war geschlossen, wie ich später feststellte.
Und so endete auch der letzte Abend vor Heiligabend weinend im Stimmungsloch. Ich wartete auf das beschissenste ‚Fest der Liebe‘ meines Lebens.
24.12.2008 Mittwoch – Beschissen ist noch geschmeichelt (Christian)
Eine Hand wuschelte durch meine Haare und holte mich langsam aus dem Schlaf. Noch halb von Sinnen kuschelte ich mich hinein.
„Schatz, es ist bald 14 Uhr, du solltest langsam aufstehen.“
Schlagartig wurde ich richtig wach, rutschte ein Stück in Richtung Wand und sah meine Mutter, wie sie liebevoll lächelnd auf der Bettkante saß.
Etwas beruhigter sank mein Kopf auf das Kissen zurück und ich zog die Bettdecke unauffällig in Richtung Kinn. Meiner Mutter entlockte die Geste ein besorgtes Lächeln.
„Das hab ich gesehen. Du solltest dir wenigstens ein Shirt überziehen. Es ist eiskalt hier drin.“
Ich setzte meinen leidensten Blick auf und krächzte ihr ein „Duuuurst“ entgegen.
„Kakao?“
Ich nickte leicht und warf ihr einen dankbaren Kussmund zu. Sie hatte Recht. Das Fenster war zwar zu – und von unheimlich schönen Eisblumen verziert – aber die Kälte drang durch alle Ritzen. Die Heizung war natürlich aus. Der lange Schlaf hatte mich wahnsinnig durstig gemacht.
Die Nacht war von seltsamen Träumen erfüllt gewesen. Ich saß neben dem Weihnachtsmann, auf dem fliegenden Rentierschlitten und warf Geschenke hinunter, die dann durch die Schornsteine verschwanden.
Am Ende sagte er: „Hohoho, danke für deine Hilfe. Ohne dich hätten weit weniger Kinder schöne Träume gehabt. Jedes Geschenk steht für einen Traum, der die Liebe des Christfestes symbolisiert.“
Ich sah ihn dann ganz traurig an, doch er lächelte mild und sagte: „Auch du hast deinen Traum bekommen, glaube fest an Weihnachten!“
Dann standen wir plötzlich wieder in meinem Zimmer. Er half mir noch aus meiner Jacke, die vom Schnee komplett durchweicht war, und ging sie an den Haken an der Tür.
„Schlafe gut, Chris, morgen sieht alles wieder ganz anders aus.“
Ich schloss die Augen und er wuschelte mir noch sanft über den Kopf. Und das war dann auch die Stelle, an der mich meine Mutter aufgeweckt hatte.
Ich hatte selten eine derart klare Erinnerung an einen Traum und musste unweigerlich lächeln.
Erwartungsvoll sah ich zur Tür und wartete auf meine Mutter, doch ich erblickte etwas anderes, und es verschlug mir die Sprache.
Die Jacke aus meinem Traum hing am Haken, und sie tropfte vor sich hin.
Na das würde bestimmt gleich Ärger und Erklärungsnot geben. Zum Wegräumen kam ich allerdings nicht, die Schritte meiner Mum waren bereits wieder hörbar. Sie öffnete die Tür und lehnte sie hinter sich an. Die Pfütze war verschwunden, zusammen mit meiner Jacke.
Allmählich zweifelte ich an meinem Verstand. Und meine seltsame Hochstimmung sank wieder gegen Null. Wie gerne hätte ich an den Traum geglaubt. Meine Mutter sah mir in das leidende Gesicht.
„Wie geht es dir heute, mein Großer?“
„Beschissen ist noch geschmeichelt, Mama.“
Ich wagte mich, nur wenig später, vor ans Fenster. Von Schnee war weit und breit nichts zu sehen. Ein heftiger Eisregen prasselte auf die Straße vor meinem Fenster.
Soviel zum Thema ‚Weiße Weihnacht‘.
Desinfizierter Weihnachtsduft, oder
Hektische Besinnlichkeit (Martin)
Der typische Krankenhausduft erwartete mich auch nach dem Mittagsschlaf. Ein Hauch von Tanne drang durch den Flur. Die Schwestern hatten ein Räuchermännchen im Schwesternzimmer, aus dem auch festliche Musik tönte. Natürlich ganz leise.
Beim Mittagessen hatten sie sich heute echt übertroffen. Ganz auf Weihnachten getrimmt gab es trockenes Geflügelfleisch, pampigen Rotkohl und mehlig schmeckende Klöße.
Für den Abend war eine kleine Messe in der Krankenhauskapelle geplant und eine kleine Weihnachtsfeier im Aufenthaltsraum sowie in der Cafeteria. Zumindest für die, die dort erscheinen konnten. Hektische Vorbereitungen liefen schon, die ja neben dem Krankenhausalltag laufen mussten. Ein paar der Pfleger, Schwestern und sogar Ärzte waren heute besonders mürrisch, vermutlich weil sie nicht zu den Glücklichen mit Dienstfrei gehörten und den Tag hier mit uns verbringen mussten, statt mit ihren Familien.
Bisher hatte ich alle Versuche, mich in den Rollstuhl setzen zu lassen, strikt abgewehrt. Ich wollte den Tag heute im Bett verbringen. Keinen hören, sehen oder anderweitig ertragen müssen, soweit das möglich war.
Natürlich war das ein Wunschtraum, irgendwann bekam auch ich dieses dringende Bedürfnis mich zu erleichtern. Nach einem Druck auf die Klingel nahte dann auch bald Hilfe.
Es ist schon merkwürdig… trotz des Wunschs nach Erlösung, wollte ich mich nicht der Erniedrigung durch Bettpfanne und Urinflasche ergeben, geschweige denn eines Katheders. Den hatte ich ja schon in der Komaphase genießen dürfen, bis ich, die Ärzte hielten es für ein Wunder, trotz des schweren Schädeltraumas schnell erwachte. Eigentlich hatte man mich schon für einen baldigen Fall für die Kühlkammer gehalten. Ja, immer diese beschissenen Wunder.
Nach meiner Rückkehr gab ich mich meinem neuen Hobby hin und ließ die Fenster mit meinem Atem beschlagen und zauberte mit meinem Finger einfache Winterlandschaften aufs Glas. Sie hielten natürlich nicht lange. Diese glücklichen Bilder…
Der heftige Eisregen vor dem Fenster erfüllte mich mit Unbehagen. Die Kälte war nahezu spürbar.
Irgendwann war es dann auch 18:00 Uhr und alle Interessierten gingen in die Kapelle, zur Christmesse. Ich genoss die Ruhe vor dem Sturm und rollte in die, noch menschenleere, Cafeteria.
Nun, sie war fast menschenleer, ein mir unbekannter Pfleger räumte gerade noch ein paar Sachen auf die Tische. Er sah irgendwie merkwürdig aus. Die Ohren waren unter einer grünen Wollmütze verborgen, ansonsten trug er eine völlig normale Pflegeruniform. Nur diese seltsam gebogenen Filztreter in Grün, mit diesen kleinen Glöckchen an der Spitze, die bei jedem Schritt bimmelten, passten nicht ins Bild.
„Hallo Martin, roll doch grad hier an den Tisch, ich bring dir einen leckeren Kakao mit Sahne.“ Er lächelte mich freundlich an. Woher, zur Hölle, kannte der meinen Namen?
„Okay.“ Ich tat wie befohlen. Der Pfleger brachte mir den Kakao und verschwand lächelnd hinter dem Tannenbaum. Mir war gerade irgendwie nach Unterhaltung und ich rief ein zaghaftes ‚Hallo?‘ in den Raum. Es kam keine Reaktion.
Ich rollte zur Tanne, doch da war niemand mehr. Aber das war unmöglich, er hätte nicht verschwinden können, der Baum stand mitten im Raum. Ein leises Klingeln an meinem Tisch lenkte mich ab. Doch auch dort war niemand.
Etwas verwirrt rollte ich zu meinem Tisch zurück. An meiner Tasse angelehnt befand sich jetzt ein Umschlag.
Ich traute meinen Augen kaum, als ich den ‚Empfänger‘ las.
‚Für den Eisberg auf Rädern‘ stand dort in einer zittrig-nervösen Handschrift auf dem makellos weißen Papier.
Chris, da war ich mir sicher. Der Umschlag musste von Chris sein.
Fast schon panisch rollte ich von dem Tisch zurück, weg von dem Umschlag. Kurz vor der Tür blieb ich stehen. Vielleicht sollte ich es riskieren. Was hätte ich schon zu verlieren? Im schlimmsten Fall hätte er mir geschrieben, wie abartig ich bin. Und Zurückweisungen… damit konnte ich leben, zumindest für die Zeit die ich mir noch erlaubte.
Langsam rollte ich zum Tisch zurück und griff mit zittrigen Fingern nach dem Umschlag. Er war schwer. Zu schwer für einen Brief. Vorsichtig riss ich den Umschlag an der Seite auf und schüttelte den Inhalt in meine Hand. Ein grüner Stoffbeutel und eine daran befestigte Karte glitten heraus.
Wie in Trance klappte ich die Karte auf.
‚Frohe Weihnachten wünsche ich Dir. Ich hätte mich auf ein Zeichen von Dir gefreut, aber Du hast sicher Deine Gründe. Wenn Du es Dir noch anders überlegst, dann melde Dich bitte. Dein Chris.‘
Am Ende der Karte war eine Handynummer.
Erneut schossen mir Tränen in die Augen. Ich war gerührt ohne Ende. Aber woher wusste er, dass ich hier sein würde?
Ich griff nach dem Beutel und hörte das Läuten der Kirchglocken. Behutsam öffnete ich die silberne Kordel, welche den Beutel verschloss. Dann hielt ich den Inhalt in meinen Händen und brach weinend zusammen.
Ich bekam nicht mal mehr mit, dass jemand meinen Stuhl und mich in mein Zimmer schob.
Nach einiger Zeit hatte ich mich einigermaßen beruhigt und die Kette mit dem wunderschönen Anhänger um den Hals gelegt. Dann griff ich zum Telefon und wählte.
Oh Du fröhlichehe, oh Du seligehe (Christian)
Irgendwie war es meinen Eltern gelungen, mich in die Weihnachtsmesse zu verschleppen. Ich kämpfte ständig mit den Tränen. Dann, gegen 19:30, war das Spektakel endlich vorbei.
Wir kämpften uns durch den orkanartigen Eisregen zum Auto durch und die Heimfahrt war eine einzige Rutschpartie. Die Heizung kam gegen die Kälte von Außen nicht wirklich an. Meine Stimmung lag deutlich unter dem Nullpunkt.
Eine halbe Stunde später waren wir daheim. Doch aus meinem ‚ins Zimmer und schlafen‘ – Plan wurde nichts. Essen war angesagt. Meine Eltern waren davon überzeugt, dass ich es ruhig drauf ankommen lassen sollte, vielleicht würde mir ja nicht übel werden.
Wie mein Vater es hinbekam, dass die warm gehaltene Gans trotz 90 Minuten Messe nicht ausgetrocknet war, werde ich wohl nie erfahren. Entgegen meiner Überzeugung schmeckte das Essen ausgezeichnet.
Aber auch danach durfte ich, Bescherung sei Dank, nicht verschwinden. Also flitzte ich nur schnell ins Zimmer, um mein Handy zu holen. Fünf Anrufe in Abwesenheit und diverse Weihnachts-SMS warteten geduldig. Weihnachtsgrüße von Freunden. Offenbar war für morgen eine Party geplant und ich war eingeladen. Die Antworten verschob ich auf später. Die Anrufe waren, bis auf eine unbekannte Nummer, alle von Freunden und Familie.
Im Wohnzimmer erwarteten mich meine Eltern mit feierlicher Miene. Es folgten die üblichen Umarmungen mit den besten Weihnachtswünschen und natürlich der Tausch der Geschenke. Für meine Mutter hatte ich ein Paar Ohrringe, und mein Vater bekam eine ziemlich teure Krawattennadel. Beide freuten sich wahnsinnig darüber. Meine Eltern überreichten mir ein neues Computerspiel.
Damit waren die Wunschzettel abgehakt. Dachte ich zumindest, bis meine Eltern mich angrinsten. Mein Vater nahm das Wort an sich.
„Junior, dein eigentliches Geschenk hat nicht unter den Baum gepasst, deshalb warte noch einen Moment. Du darfst jetzt also kurz die Augen schließen.“
Ich tat wie befohlen und wartete mit geschlossenen Augen.
„So, Augen auf, die Überraschung wartet“, sagte dann Mum.
Es war ein neues Snowboard. Ich freute mich, ganz ehrlich, aber meine Stimmung war nach wie vor unten. Meine Eltern verstanden dies, waren aber offensichtlich traurig, dass ihre Überraschung nicht ganz den Erfolg hatte.
Ich umarmte beide und verzog mich in mein Zimmer, setzte mich vor den dunklen Monitor und spielte gedankenverloren am Handy herum. Da fiel mir auch die unbekannte Nummer wieder ein. Ich drückte auf Rückruf.
„Kreiskrankenhaus, Frohe Weihnachten.“ kam es angefressen nach einer halben Minute aus dem Hörer.
Ich war erschrocken. Das Krankenhaus? Aber woher hatten die meine Nummer? Warum riefen die an?
„Hallo? Ist jemand dran?“ bölkte es ungeduldig.
„Mein Name ist Christian Steiner“, stotterte ich „ich hatte die Nummer auf meinem Handy.“
„Ich habe Sie nicht angerufen. Vielleicht war der Anruf aus einem der Zimmer. Kennen Sie hier jemanden?“
„Nicht direkt, also nicht namentlich.“ antwortete ich etwas frustriert. Wahrscheinlich hatte sich jemand verwählt. Der Eisberg konnte es nicht sein. Er hatte ja meine Nummer nicht.
„Sind Sie noch dran? Ich hab auch noch was zu tun!“ Diesmal war die Stimme eindeutig verärgert.
„Es tut mir Leid, vermutlich hat sich bei Ihnen jemand verwählt. Einen schönen Abend noch“, verabschiedete ich mich.
Die Dame grummelte etwas Unverständliches und legte auf.
Das war doch alles nicht zum Aushalten. Ständig diese kleinen Zeichen, die dann alle wieder ins Nichts führten. Ich hatte eindeutig Liebeskummer, litt an Sinnestäuschungen und interpretierte einfach zuviel in all diese Kleinigkeiten hinein.
Während des Telefonats kam offenbar noch ein weiterer Anruf herein, im Display prangte wieder die Nummer des Krankenhauses als ‚entgangener Anruf‘. Einen Rückruf sparte ich mir, wohin das führte, hatte ich ja schon erleben dürfen.
Eine ‚Portion Weihnachtsglück‘ hatte der Verkäufer gesagt. Diese Worte hallten mir im Kopf nach, das Gesicht des Verkäufers erschien vor meinem geistigen Auge, zu einer teuflischen Fratze verzerrt. Er lachte mich aus und verhöhnte mich.
Weinend sank ich auf die Knie und riss dabei meinen CD-Ständer um. Nur wenige Augenblicke später stürmten meine Eltern, vom Krach angelockt, in mein Zimmer.
Das Eltern-Rettungskommando schleppte mich nachdrücklich ins Wohnzimmer und umsorgte mich mit einer Tasse Kakao.

Das Handy blieb unbeachtet auf dem Zimmerboden zurück und klingelte unbemerkt ein drittes und letztes Mal, wieder die Nummer aus dem Krankenhaus, gefolgt von einer SMS ‚Hallo, Sie haben eine neue Sprachnachricht erhalten‘.

Mama hielt mich noch eine Weile im Arm und mein Vater ging in mein Zimmer, um die CD’s einzusammeln. Wenige Minuten später knallte es ganz furchtbar und mein Vater kam mit betretener Miene zurück.
„Junior, ich hab eine CD aufheben wollen und bin beim Aufrichten gegen Dein Regal gestoßen. Die Bowlingkugel fiel herunter und…“, schweigend präsentierte er mir die Überreste meines Handys.
Begrabene Hoffnungen und Nierenschalen (Martin)
„… zu Martin Giermann durchstellen. Bitte melde Dich, Chris. Dein Eisberg.“
Zitternd beendete ich das Gespräch. Ich glaubte allerdings nicht, dass Chris mit mir reden wollte. Erst ging niemand dran, beim zweiten Versuch war besetzt und nur fünf Minuten später ging wieder niemand dran. Aber warum hatte er mir die Nummer gegeben, wenn er dann doch nicht mit mir reden wollte? Das war jetzt jedenfalls der letzte Versuch, schwor ich mir.
In letzter Sekunde griff ich nach der metallenen Nierenschale und übergab mich. Mir war richtig schlecht vor lauter Selbstvorwürfen. Offenbar bedeutete ich ihm etwas, wenn er mir so ein wunderschönes Geschenk zukommen ließ und ich hatte ihn wie den letzten Menschen behandelt. Dabei … ein weiterer Schub aus meiner Speiseröhre unterbrach den Gedanken. Die bittere Galle brannte im Hals.
Nach einigen Minuten rollte ich ins Bad und gurgelte mit Mundwasser. Mittlerweile war es 21:45 Uhr. Ich wagte nun doch einen allerletzten Versuch. Diesmal war der Teilnehmer vorübergehend nicht erreichbar. Nun, das war deutlich, er wollte doch keinen Kontakt mehr.
Irgendetwas zerbrach endgültig in mir. Ich rollte zur Tür und wollte den Aufzug zum Dach nehmen.

Ente (Gans) gut, alles gut? (Christian)
Es herrschte Stillschweigen. Weihnachten entwickelte sich zur mittleren Katastrophe.
„Eine Portion Weihnachtsglück…“ murmelte ich vor mich hin. Meine Mutter drückte mich wieder etwas fester an sich.
Plötzlich erklang wieder dieses eingebildete Glöckchen. Seltsamerweise drehten sich meine Eltern suchend um.
„Sucht nicht danach, die Glocke gibt es nicht“, murmelte ich gedankenverloren.
Meine Mutter sah mich ganz seltsam an „Dieses leise Bimmeln war nicht echt? Wie meinst Du das?“
„Du… ihr habt es gehört?“ fragte ich.
Beide nickten.
„Riecht ihr das auch?“ Der Geruch von Tanne, Vanille und Schnee lag in der Luft, so intensiv wie nie zuvor.
Wieder nickten beide. Wir standen auf und suchten nach der Quelle des Duftes. Mein Vater wurde fündig.
„Da ist ein Umschlag unter dem Baum, der war vorhin nicht da.“
Ich stürmte zum Baum und schnappte mir den lindgrünen Umschlag. In der Mitte prangte ein Symbol. Goldene Engelsflügel, von einem silbernen Ring eingeschlossen und kleine goldene Dreiecke an der Außenseite. In einer kunstvoll geschwungenen Handschrift stand ‚für Christian‘ unter dem Symbol.
Ich öffnete den ungeleimten Umschlag und zog ein Blatt heraus. Es war ein Brief von meinem Eisberg. Martin…
Nach wenigen Minuten glitt mir der Brief aus den Händen. Wieder rannen mir Tränen übers Gesicht. Meine Mutter schnappte sich den Brief und überflog ihn.
„Oh mein Gott, der arme Junge. Chris, du musst hin, schnell. Wir fahren dich, du bist wohl gerade kaum in der Lage.“

Frostige Aussichten (Martin)
Der Weg zum Aufzug kam mir schon ewig nicht so weit vor. Der Gang schien sich auszudehnen. Meine Hände brachten die Räder konstant in Schwung, der angeknackste Arm schmerzte wieder. Aber das würde bald zweitrangig sein.
Meter für Meter kämpfte ich mich vorwärts. Hinter mir erklang ein kleines Glöckchen, doch der Gang war leer, wie ich sofort herausfand. Dann war ich am Aufzug. Die Tür öffnete sich sofort. Ich rollte in die Kabine und hörte noch hektische Schritte. Dann glitt die Tür zu und ich drückte den Knopf für das Dach, hinaus in den frostigen Regen, von wo man einen herrlichen Ausblick über die Stadt hatte, hinter der niedrigen Brüstung. Als der Fahrstuhl sich in Bewegung setzte rummste irgendetwas von außen gegen die Türen.
Glockenspur (Christian)
Ehe ich wusste wie mir geschah, befanden wir uns auf dem Weg zum Krankenhaus. Mein Vater kämpfte mit den bescheidenen Wetterverhältnissen, aber wir kamen gut voran. Vor dem Krankenhaus sprang ich aus dem Auto und meine Eltern suchten noch schnell nach einem passenden Parkplatz.
Ohne zu zögern stürmte ich durch die Tür und ‚Miss Kreuzworträtsel‘ blickte entnervt auf. Und als ich nach Martin fragen wollte, da erklang wieder dieses leise Gebimmel.
Diesmal vertraute ich auf das Geräusch, ließ die Schwester links liegen und folgte dem Klang. Es führte mich zur Treppe und hinauf in den ersten Stock. Dort den Gang etwas nach links runter und wieder rechts durch eine Tür. Gerade als ich um die Ecke bog, erkannte ich Martin, wie er im Fahrstuhl verschwand.
Ich rannte los und erreichte die geschlossenen Türen. Wild hämmerte ich gegen die Tür, aber der Aufzug war auf dem Weg nach oben.
Mit einem Knall flog die Tür zum nächsten Treppenhaus auf und der Glockenklang zog mich dort hinein. Erst im fünften Stock verklangen die Glocken, vor einer einzelnen Tür. ‚Außenbereich – Dachterrasse‘ stand in schwarzen Buchstaben auf dem weißen Schild mit roter Umrandung.
Ich stieß die Tür auf und sah mich um. Ein einsamer Rollstuhl kämpfte sich durch den Wind zur Brüstung.
„MARTIN!“ meine Stimme kam nicht gegen den Sturm an. Ich rannte hinterher und hielt den Stuhl fest.
Martins verheulte Augen sahen mich an. „Chris? Ich dachte du willst nichts von mir wissen.“
Ich zog meine Jacke aus, legte sie dem bibbernden ‚Eisberg‘ über die Schultern und führte ihn zum Aufzug zurück.
„Lass uns drinnen reden.“ Martin nickte stumm.
Das Heulen des Windes verstummte allmählich und die schweren Tropfen des Regens wurden immer leichter. Von einer Sekunde auf die andere verfingen sich dicke Schneeflocken in Martins Haaren. Über uns erklang das leise Bimmeln erneut, aber es schien sich zu entfernen. Irgendwie war mir so, als ob ein dunkles ‚Hohoho‘ aus der Dunkelheit gerufen wurde.
Wahrhaft Frohe Weihnachten (Martin)
Christian schob mich schweigend in mein Zimmer zurück. Dort nahm er seine Jacke an sich und hängte sie über die Heizung. Direkt daneben landete auch sein Pulli. Sein schwarzes Shirt zeigte die extreme Gänsehaut auf den Armen. Es war ja auch wirklich extrem kalt auf dem Dach gewesen. Wortlos ging er zum Bett und schnappte sich meine Bettdecke, in die er mich dann einwickelte.
Dabei fiel sein Umschlag mit dem Anhänger zu Boden. Ungläubig schaute er ihn an.
„Wie bist du denn daran gekommen?“ fragte er.
„Den hast… hast du den nicht hinterlegt?“
„Nein. Ich wollte ihn dir am Montag geben, aber du bist nicht gekommen. Ich hab ihn in den Müll vor dem Krankenh…“ er stockte. „Der Anhänger… er ist nicht… aber ich hatte ihn doch brechen hören?“
„Nein, er ist einfach schön, wirklich. Als ich den Umschlag heute in der Cafeteria fand war alles in Ordnung. Chris… ich hab dich dann anrufen wollen. Aber du bist nicht dran gegangen.“
„Lange Geschichte, mein Telefon ist hinüber, als … angerufen? Woher hattest Du meine Nummer?“
Ich bückte mich nach dem Umschlag und zog seine Karte heraus. „Hier“, ich hielt sie ihm hin.
„Unmöglich, die hab ich nie…“ Christian wurde blass. „Und woher hattest du meine Adresse?“
„Wieso? Ich … warum fragst du?“
Ich bekam ein ganz mulmiges Gefühl. Und tatsächlich, er fischte meinen Brief aus seiner Jacke.
„Den hab ich nie abgeschickt, er verschwand einfach über Nacht. Du … solltest ihn niemals lesen. Und trotzdem bist du hier?“
„Wie der Stand auf dem Markt. Einfach weg …“, murmelte er. „Ähm, trotzdem? Du meinst weil du schwul bist?“
Er lachte. Mein Gott, wie schön er lachte. „Du verdammter Eisberg bist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Die letzten Tage waren die Hölle. Ich hatte … furchtbaren Liebeskummer.“
Den letzten Satz flüsterte er.
„Wirklich? Oh man. Chris, ich will dich kennen lernen. Du … bedeutest mir auch eine Menge. Ich glaube das nicht… das alles. Es ist wie ein Wunder. Ein verdammtes Wunder!“ Diesmal lachte ich. Ja, immer diese verdammt schönen Wunder.
„Ich lass dich jetzt nicht mehr allein … Martin. Frohe Weihnachten.“ Er nahm mich fest in den Arm und wiederholte es. „Frohe Weihnachten, Martin.“
Ich weinte vor Glück. „Frohe Weihnachten, Chris.“
24.12.2008 Spät in der Nacht, irgendwo am Nordpol (mich gibt es vielleicht gar nicht?)
Die Rentiere waren wieder sicher im Stall und die Elfen versorgten sie gerade mit frischem Futter und leckerer Honigmilch.
Ich stapfte durch die weiße Pracht ins Haus und klopfte mir zufrieden den Schnee aus dem Elfenkostüm, legte die grünen Schuhe mit den Glöckchen ab und schlüpfte in meine gewohnte Kluft. Wieso das Ganze? Nun, mein Elf war schlicht und ergreifend überfordert. Und für den Stand auf dem Markt fehlte ihm einfach die Macht. Die Angelegenheit lag mir eben sehr am Herzen.
Vorausgesetzt, es gibt mich wirklich.
Meine Frau überreichte mir strahlend eine Tasse dampfenden Kakao.
„Na mein Schatz, ist alles gut gelaufen?“
„Aber sicher, der alte Mann weiß noch, was er tut“, lachte ich.
„Ich bin mächtig stolz auf dich, auch nach all diesen Jahrhunderten.“
Und so berichtete ich ihr vom diesjährigen Fest.
Abschließend bleibt zu bemerken:
Die zwei Jungs waren ein echter Härtefall. Nun, anfangs erwähnte ich, dass wir selten eingreifen. Nur ein Windstoß. Es gibt aber auch die ganz seltenen Ausnahmen, die einen ganzen Orkan an Wundern verlangen.
Die Liebe unter den Menschen war mir schon immer ein sehr großes Anliegen. Da darf man einfach keine Mühen scheuen.
Darum lauscht meinen Worten, ihr Menschenkinder: wenn Euch ein Glöckchen den Weg läutet, wenn eine Spur aus Tanne, Vanille und einem Hauch von Schnee Eure Nase auf einen anderen Weg führt, dann habt Vertrauen in das Wunder der Weihnachtszeit.

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