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Information Pink Sam
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 02:06 PM - No Replies

Na super, nun sitze ich hier im rosa Hasenkostüm auf einer Polizeistation und warte, dass meine Eltern mich abholen kommen.
Das alles nur wegen Benn und seiner bescheuerten Idee, bei unserem Direx im Garten Osterhase zu spielen.
Ach ja, ihr werdet euch bestimmt fragen, wer ich bin. Also mein Name ist Samuel, aber alle nennen mich Sam. Bin gerade 16 Jahre alt geworden. Na ja, Aussehen eher durchschnittlich, 185 Zentimeter groß, dunkelbraune Haare und ebenso dunkelbraune Augen.
Nun wollt ihr bestimmt wissen, was ich in einem rosa Hasenkostüm im Garten meines Direx zu tun hatte. Also dann will ich euch kurz erläutern, wie es dazu kam.
Benn und ein paar andere kamen auf die glorreiche Idee, zu wetten, wer sich traut, nachts um eins beim Direx im rosa Hasenkostüm rumzuhoppeln. Tja, und ich Blödmann hatte natürlich die größte Schnauze von allen, so dass ich in den Genuss kam, diesen Part zu übernehmen.
Tja, ihr könnt euch ja schon denken, wie das ausging. Als ich nun so fleißig wie möglich im Garten rumhoppelte und Klopapierrollen ausrollte, musste doch seine Gattin aufwachen und aus ihrem Schlafzimmerfenster blicken!
Was danach geschah, fragt ihr? Also ich hab die Krähe (sorry, die Frau vom Direx) nicht mal mitbekommen und diese hatte nichts Besseres zu tun als ihren Göttergatten wachzurütteln. Was ihr schließlich auch gelang, und als dieser begriff, was los war, ging es sofort zum Gegenangriff über. Der bestand nicht daraus, mich zu verjagen. Nein, viel cleverer, er rief die Polizei. Und das Allerbeste, er bat sie ohne Blaulicht zu kommen und sich möglichst leise an diesen rosa Osterhasen heran zuschleichen.
Na, und das Ergebnis sitzt jetzt auf der Polizeiwache und ist heute die Lachnummer Numero Uno.
Also, ich muss sagen, ich fühl mich total gut. Wenn ich könnte, dann würde ich am liebsten in so einen Kaninchenbau unter der Erde verschwinden.
Ach, eh ich weiter erzähle, wollte ich euch noch mitteilen, dass ich seit einem Jahr definitiv weiß, dass ich schwul bin. Na ja, geoutet bin ich noch nicht, außer bei meinem besten Freund. Da lass ich mir noch etwas Zeit mit dem großen Outen.
„Sam, wo bist du denn?“, rief eine nervige Stimme in der Polizeistation rum und rannte sogar noch an mir vorbei. Die Stimme, dreimal könnt ihr raten, kam natürlich von meiner Mutter.
Ich kam nicht mal im Ansatz dazu zu sagen ’Hier bin ich!’.
Da drang auch schon ein Lachen an mein ach so strapaziertes Gehör und mein Vater rief : „Schatz, ich glaube unser Sohn hat sich verwandelt! Der wollte wohl den Hasen aus Alice im Wunderland imitieren!“
„Ach herrje, Sam, bist Du das?“, kam es darauf von meiner Mutter.
„Ja!“ Was sollte ich jetzt auch noch sagen, nachdem jetzt die halbe Polizeistation lachend vor mir stand. So kann es einem gehen.
Nachdem mein Herr Vater den bürokratischen Teil erledigt hatte, konnte ich endlich diese nette Herberge verlassen.
Mein Vater und meine Mutter konnten fast nicht mehr vor Lachen. Gott sei es gedankt, waren sie mir nicht mal böse. Aber ich traute dem Frieden nicht so recht, denn ich lebte mit denen ja schon sechzehn Jahre zusammen.
Zu Hause angekommen ging ich dann auch gleich auf mein Zimmer, um mir dieses nette Kostüm ausziehen zu können.
Als das erledigt war, klopft es nochmals an die Tür. Bevor ich auch nur herein sagen konnte, kam meine Mutter schon in mein Zimmer.
„Hier, mein Schatz, damit du dich etwas aufwärmen kannst!“ und mit diesen Worten reichte sie mir doch tatsächlich eine pinke Bettflasche.
„Die passt doch hervorragend zu deinem neuen Outfit!“ Mit diesen Worten war sie auch schon verschwunden.
OHH Mann, wie tief kann man denn noch sinken? Ich glaub es nicht, jetzt bringt sie mir auch noch eine pinke Bettflasche. Na super.
Dann ging ich auch ins Bett. Es war ja schließlich auch schon kurz nach drei Uhr morgens.
Der Wecker holte mich wie jeden Tag aus meinem ach so göttlichen Schlaf.
Na, dann aufstehen und erst mal ab in die heiß geliebte Dusche. Danach zog ich mich erst mal an.
Wenn ihr jetzt denkt, das rosa Hasenkostüm, dann habt ihr euch geschnitten. Ich besitze nämlich auch noch ganz normale Klamotten.
Als ich mich dann so anzog, klopfte es plötzlich an mein Fenster. Ich drehte mich sofort in die Richtung, und wer blickte durch das Fenster, Benn.
Ich ging auf das Fenster zu und machte es auf.
„Hallo, Sam, na alles überlebt?“ kam es lachend von ihm.
„Von wegen! Ich habe gedacht, ihr steht Schmiere und was habt ihr stattdessen gemacht? Die Fliege habt ihr gemacht, als die Sache zu heiß wurde! Schöner Freund bist du!“
Bei diesen Worten wurde Benns Gesicht etwas ernster und er krabbelte erstmal über die Strickleiter in mein Zimmer.
„Mann, nun sei nicht sauer! Was sollten wir denn machen! Als wir die Bullen sahen, war es eh zu spät!“
„Ja ja ! Jetzt noch versuchen, sich rauszureden! Was meinst du, wie meine Eltern gelacht haben! Und das Allergemeinste, meine Mutter hat mir noch so eine pinke Bettflasche gebracht! Sie meinte, die passe zu meinem neuen Outfit!“
Benn sah mich an und prustete schon wieder los.
„Nee, dein Gesicht hätte ich sehen wollen!“, gluckste er und hielt sich den Bauch.
Na toll, wenn Benn sich schon hier schief lachte, was ist dann erst in der Schule los? Mit diesen Worten verließ ich mein Zimmer und ging nach unten in die Küche!
Benn folgte mir und kicherte immer noch! Als ich nun in die Küche kam, sah ich meine Mutter am Küchentisch sitzen.
„Na, Sam ausgeschlafen? Ich möchte ja heute nicht in deiner Haut stecken! Der Direx hat nämlich noch angerufen und mit uns gesprochen!“
„Na toll! Was wollte er denn?“
„Also erst mal hast du heute Gartendienst auf seinem privaten Gehöft. Zum Anderen wird er dir noch eine andere Aufgabe in der Schule aufgeben!“ Bei diesen Worten lachte meine Mutter los.
„Was denn noch für eine Aufgabe?“, kam es von mir.
„Lass dich überraschen! Upps, schon so spät? Ich muss dann mal los, die Arbeit ruft!“ Mit
diesen Worten stand meine Mutter auf und verließ die heimatliche Höhle.
Mann, was kommt da noch auf mich zu?
Nachdem Benn sein zweites Frühstück und ich mein erstes verputzt hatten, gingen wir auch schon los in die Schule.
Kurz mal zu Benn. Er ist mein allerbester Freund und wir kennen uns schon seit dem Buddelkasten. Benn selber ist ziemlich dick. Da er, wenn es Essen heißt, immer der Erste ist, der am Küchenherd mit seinem Teller steht, ist dies nicht weiter verwunderlich.
Na ja, ansonsten hat er fast schwarze Haare und wie ich dunkelbraune Augen.
So, nun standen wir dann auch vor der Schule, wo uns die Anderen schon erwarteten.
Als erstes kamen erst mal Fragen wie:
Wie haben es deine Eltern aufgenommen und, und, und!
Nachdem ich alles erzählt hatte und die meisten sich vom Lachen wieder erholt hatten, gingen wir rein, in das ach so beliebte Folterhaus.
Kaum waren wir im Klassenraum, kam auch schon Herr Förster unser Deutschlehrer rein.
Der sah dann erst mal in die Runde und als ganz zufällig sein Blick auf mich fiel,
meinte er: „Samuel, nach der Stunde hast du ein persönliches Interview mit unserem Direktor!“
Kaum hatte er es gesagt, lachte er auch schon und meinte dann an die Klasse: „ Ach, eh ich es vergesse, am schwarzen Brett ist ein ganz nettes Foto von einem rosa Hasen angebracht! Das sollte man sich wirklich ansehen!“
Alle sahen zu mir und lachten.
Nach der Stunde ging ich dann auch zu unserem Direx. Auf dem Weg dahin besah ich mir noch kurz das nette Foto am schwarzen Brett an. Na super, das war ich in meinem Kostüm und wie ich gerade von der Polizei abgeführt wurde und einer der Polizisten hielt doch tatsächlich eine Mohrrübe in der Hand.
Nun aber weiter, der Direktor wartet ja auch noch.
Als ich in das Sekretariat hereinkam, sah Frau Müller kurz auf und meinte schmunzelnd: „Du kannst gleich weiterhoppeln, der Direktor wartet schon sehnsüchtig auf dich!“
Mit einem jetzt doch flauen Gefühl ging ich dann (nein nicht hoppelnd) in das Zimmer von unserem Direx rein.
Dieser saß an seinem Tisch und schaute kurz auf.
„Ach nett, dass du kommst! Oder sollte ich sagen –angehoppelt- kommst? So, mein lieber Samuel, jetzt Spaß beiseite! Was sollte die Aktion heute Nacht bei mir im Garten?“
„Entschuldigung, Herr Rübe!“
Nein, Leute, lacht jetzt nicht. Er heißt mit Nachnamen wirklich so.
„Entschuldigung, das ist alles was du zu sagen hast?“, kam es von Herrn Rübe.
„Ja, ich weiß, hab ziemlichen Mist gebaut!“
„Mist gebaut. Meine Frau hat so einen Lachanfall bekommen. Der tut jetzt noch der Bauch weh! So nun aber zu dir! Deine Eltern werden dir ja bestimmt gesagt haben, dass heute Gartenarbeit in meinem Garten ansteht und dann wäre da noch ein netter Auftrag für dich!“ Funkelnd sah er mich dabei an.
Ich sah ihn fragend an: „Was für ein netter Auftrag?“
„Du weißt ja, dass wir einen Kuchenbasar machen wollen! Du wirst mit den Mädels zusammen Kuchen backen und zwar morgen nach der Schule!“
„Ohh, kann ich nicht was anderes machen! Kuchen backen ist doch nichts für Jungs!“
„Ja, mein Lieber, das hättest du wohl gerne! Nichts ist. Du wirst schön mit den Mädels Kuchen backen! So, das wäre es in Kurzform von meiner Seite und nun zum Unterricht in deine Klasse zurück! Sei froh das ich etwas Humor habe, sonst wäre es für dich nicht so glimpflich abgelaufen!“
Mit diesen netten Worten meines Direx namens Rübe verließ ich das herrschaftliche Zimmer und ging zurück zu meiner Klasse.
Auf dem Weg dahin traf ich auf einen Jungen in meinem Alter. Der sah mich merkwürdig an und fragte: „Sag mal, ich bin neu hier, wo geht’s denn zum Sekretariat?“
Als der mich so anschaute wurde mir ziemlich flau im Magen. Der sah ja richtig süß aus und was für eine süße Stupsnase er hatte! Das war mein Traummann!
„Kannst du nicht reden oder was ist?“, kam es plötzlich von ihm.
„ÄHM, ja natürlich. Du brauchst nur geradeaus gehen, da vorne ist das Sekretariat!“
„Danke, man sieht sich!“ Und damit hoppelte er auch schon los!
Man war das ein Süßer, aber bei meinem Glück ist der wie alle, eine Hete.
Na ja, träumen darf man ja trotzdem und mit diesen Gedanken ging ich dann weiter!
Kurz nachdem ich in der Klasse angekommen war und mich gesetzt hatte, klopfte es an der Tür.
Diese ging auf und unser Herr Direx stand mit diesem bezaubernden Wesen von Jungen in der Tür.
„Hallo, Herr Fechner, ich bringe nur den neuen Schüler! Ich muss dann mal wieder!“
Da stand er nun, mein Traum von einem Jungen! Ich war wieder total hin und weg!
Na, dann stell dich kurz mal der Klasse vor und dann setzt du dich am besten auf einen der freien Plätze!“, meinte Herr Fechner und sah den Jungen auffordernd an.
„Ja, mein Name ist Fabian und bin gerade mit meiner Familie hier hergezogen. Tja, meine Hobbys sind Computer und noch ein paar andere Dinge!“
Mit diesen Worten ging er auf mich zu und küsste…….. – plötzlich zersprang mein Traum-
„Hallo Erde an Sam, bist etwa gestern noch gegen einen Baum gehoppelt oder was glotzt du den Neuen so an?“, fragte mich Benn, der sich gerade zu mir umgedreht hatte.
Ja, der liebe Benn saß ein Tisch vor mir und wusste als einziger das ich schwul bin.
„Mann, ich hab eben so schön geträumt!“
„Das hat man gesehen!“, feixte Ben und drehte sich wieder um.
„Hallo, ist neben dir der Platz noch frei?“, kam es etwas zögerlich von rechts.
Was war das? Träumte ich oder stand da wirklich mein Traummann vor mir und sah mich fragend an.
Etwas erschrocken sah ich zu ihm auf: „ÄÄHH, ja der ist noch frei!“
Daraufhin setzte sich mein Traum neben mich und Herr Fechner begann mit dem Unterricht.
„Ich heiße Samuel aber du kannst ruhig Sam zu mir sagen!“
„Und wie ich heiße, weißt du ja! Kannst aber zu mir Fabi sagen!“
Nachdem die Stunde zu Ende war, gingen wir in unser Chemielabor, da wir die nächsten zwei Stunden Chemie hatten.
Auf dem Weg dahin meinte Fabian: „Sag mal, das Foto an dem schwarzen Brett, bist du der Hase da drauf?“
Benn grinste frech von der Seite: „Sam ist richtig super gehüpft durch den Garten! Hättest das mal in Natura sehen sollen!“
„Haha, lacht nur auf meine Kosten!“, schmollte ich, aber nachdem ich Fabi sah, wie ihm die Tränen über das Gesicht liefen vor Lachen, musste ich dann doch mit einstimmen.
So ging dann dieser Schultag zu Ende und zu meinem Leidwesen musste ich auch schon los zum Garten meines Direx.
Als ich dort ankam, wartete schon Frau Rübe an der Gartentür.
„Na, da bist du ja! Viel Spaß beim Aufräumen; und eh ich es vergesse, ich hatte mich so darauf gefreut Dich im Hasenkostüm begrüßen zu können!!“ Lachend ging sie ins Haus und ich machte mich an die Arbeit.
Plötzlich hörte ich eine Stimme: „He, soll ich dir helfen?“
Ich sah mich erst mal um, woher die Stimme kam und erkannte Fabian der am Zaun stand.
„Was machst du denn hier?“
„Ich wohne gleich da drüben! Dann warst du das heute Nacht wirklich? Ich bin nämlich von dem Krach wach geworden, nachdem die Polizei dich umstellt hatten!“ Lächelnd sah er mich an.
Oh Mann, bitte ganz ruhig durchatmen. Sonst verrat ich mich noch.
„Wenn du willst, gerne! Dann komm mal rein Fabi!“ Ich grinste ihn an und er grinste daraufhin zurück. OOOHHH wie süß, für den würde ich noch mal durch den Garten hoppeln.
Nachdem wir das Klopapier eingesammelt hatten und in den entsprechenden Mülltüten deponiert hatten, kam dann auch Frau Rübe raus und brachte uns etwas zu trinken und für jeden ein Stück Kuchen.
„Sag mal, Samuel, so darf ich dich doch nennen?“, fragte Frau Rübe.
„Kein Problem!“
„Hast Du am Ostersonntag schon was vor?“ Fragend sah ich Frau Rübe an und meinte: „Wieso?“
„Na, da könntest du ja mal offiziell den Osterhasen bei uns spielen!“ Daraufhin mussten Frau Rübe und Fabian erst mal loslachen.
Na super; das auch noch.
„PHH das finde ich aber jetzt gemein!“
„Wieso, erst so einen Streich spielen und sich dabei noch amüsieren. Und selbst keinen Spaß vertragen!“, meinte Frau Rübe.
„Ja, Sie haben ja Recht! Tut mir wirklich leid!“
„Na, nun ist ja alles wieder in Ordnung im Garten! Ich werde dann mal wieder reingehen!“
Wir gaben noch Frau Rübe die leeren Gläser und Teller zurück und bedankten uns dafür.
Kurz darauf standen wir dann vor der Gartentür und Fabian fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, noch mit zu ihm zu kommen.
Na, nichts lieber als das und so hoppelten wir- nein gingen wir – zu Fabians nach Hause.
Kaum hatte er die Tür aufgeschlossen, kam auch schon wie ein Wirbelwind ein kleiner Junge auf uns zu.
„Fabi, Fabi da bist du ja endlich!“ und sprang an Fabian hoch. Fabian nahm diesen Wirbelwind hoch und lachte: „Na, wie war dein Tag in der Schule?“
„Och, richtig gut, aber wir haben ne Lehrerin die hat Zähne wie ein Osterhase!“
Na super, muss man denn in jeder Situation auch noch an die Osterhasengeschichte erinnert werden!
Kurz darauf ließ Fabi den Kleinen los.
„Wer ist denn das?“, wollte darauf der Kleine wissen.
„Das ist Sam. Und das, Sam, ist mein kleiner Bruder Niklass!“ Dabei sah mich Fabi mit einem Blick an. Ohh Mann, kann mir mal bitte einer eins auf die Rübe geben, damit ich wieder in das Hier und Jetzt eintreten darf?
„Hi, Sam! Bist du der neue Freund von Fabi?“
Wie? Was? Niklass hatte „der“ ziemlich dabei betont!
Fabian wurde plötzlich ganz rot im Gesicht und meinte zu Niklass: „Das ist nur ein Freund! Niklass!“
„Ach so, na dann. Ich muss weiter! Mum hat für mich Rühreier gemacht!“ Damit verschwand Niklass und wir gingen hoch in Fabis Zimmer!
Sein Zimmer sah echt toll aus und einen Laptop hatte er auch!
Fabian meinte nur, er müsse mal aufs Klo und verschwand!
Da stand ich nun in dem Zimmer von meinem heimlichen Schwarm!
Mann, die Kiste (dem Leser sei kundgetan, das hiermit der Laptop gemeint war) war an.
Ich ging darauf zu und kam wohl mit der Hand an die Tastatur, denn sofort ging der Bildschirm an und ich sah….
Das kann doch nicht sein? Ich sah auf ein Bild von einem nackten Mann!
„Scheiße!“, kam es plötzlich hinter mir.
Ich drehte mich um und sah Fabian, der total rot im Gesicht war!
Jetzt ganz ruhig, jetzt nicht so reagieren, wie es in den meisten Geschichten von Nickstories steht!
(Anmerkung: da lese ich nämlich immer!)
Da rennen die nämlich erst mal alle wild rum und schreien sich an, ehe sie sich dann an den Hals werfen!
„Mann, Fabi, wenn ich denke, was ich denke dann … bist du nicht allein!“
Fabian sah mich sprachlos an.
„Wie war das? Sag das bitte noch mal!“ Fabian sah mich mit einem Hundeblick an, so dass ich es nochmals wiederholte und dann noch zufügte: „Ich bin schwul!“
„Ich …!!!!!!“ Fabian kam auf mich langsam zu und fing noch mal an zu reden.
„Ich kenn dich erst einen Tag und hab mich Hals über Kopf in dich verliebt!“
„Und ich erst. Ich wäre am liebsten nochmals durch den Garten im Hasenkostüm gehoppelt! Und das alles nur für dich!“, grinste ich ihn an.
Und im selben Moment lagen wir uns in den Armen und unsere Lippen suchten automatisch die des Anderen.
Leute, das war ein Gefühl, ich wäre am liebsten wieder gehoppelt!
Danach als wir uns endlich getrennt hatten, erzählten wir voneinander. Auch Fabian wusste seit dem 15. Geburtstag definitiv, dass er schwul war und er hatte sogar schon einen Freund gehabt. Der hatte ihn aber wegen eines Schönlings in die Wüste geschickt! Sehr nett, wie kann man diesen Engel in die Wüste schicken? Seine Eltern wussten von seinen Neigungen und standen voll hinter ihm!
Na toll, da hatte ich ja nicht so viel zu erzählen, außer das Benn mein bester Freund von meinem Schwulsein wusste.
Fabian beichtete ich natürlich auch, das bei mir der Blitz eingeschlagen war, nachdem er in der Schule an mir vorbei gehoppelt war! Wir mussten beide herzhaft lachen.
Aber für mich war es die Liebe auf den ersten Blick. Und ich dachte immer, da muss erst ein Osterhase oder Weihnachtsmann auftauchen bzw. der Blitz einschlagen!
Na ja, es war jedenfalls ein schöner Abend und als wir uns dann endlich trennten, waren unsere Lippen ziemlich rot und taten weh! (Man soviel Romantik vertrag nicht mal ich!)
Jedenfalls musste ich ja mal nach Hause.
Kaum dort angekommen, wurde ich auch von meinem Erzeuger in Empfang genommen!
„Na, Sohnemann, wie geht’s???“
„Super!“ Ich grinste über das ganze Gesicht.
„Na, das sieht man dir auch an! Und wie war das Gespräch mit Herrn Rübe?“
„Besser als ich gedacht habe und morgen darf ich backen mit den Mädels!“
„Ja, Strafe muss sein, mein lieber Sohn! So, aber jetzt ab ins Bett, ist schon ziemlich spät! Wo warst du eigentlich so lange?“
Ich wurde bei der Frage doch etwas rot im Gesicht und stotterte erst mal rum.
„Ich war noch bei Fabian!“
„Wer ist Fabian? Den kenne ich nicht!“
„Das ist ein neuer Schüler in unserer Klasse!“
Mein Vater sah mich etwas merkwürdig an und meinte dann: „Den Fabian kannst du uns ja bei Gelegenheit mal vorstellen!“
Mit diesen Worten ging er dann auch in die Wohnstube.
Ich ging erst einmal in mein Zimmer und machte mich bettfertig. Als ich schon am Einschlafen war, dachte ich noch mal an Fabi, und ich hatte bei den Gedanken an ihn richtige Schmetterlinge im Bauch.
Am nächsten Morgen weckte mich wie immer mein geliebter Wecker und dann ging es erst ins Bad und danach frühstücken.
Als ich runter kam, hörte ich schon Benns Stimme aus der Küche.
Meine Mutter und er saßen am Küchentisch und unterhielten sich!
Als ich eintrat, verstummten beide und sahen mich etwas merkwürdig an.
„Na, Sam, du siehst ja richtig gut aus!“
„Jops, ich freu mich schon richtig auf die Schule!“
„Ist mir irgendwas entgangen?“, fragte meine Mutter.
„Nö, aber ich werde ja heute das Nudelholz schwingen. Ich bin doch vom Direx verdonnert worden, zum Kuchen backen!“
„Ach richtig, da war ja noch was!“ Meine geliebte Mutter lachte dabei und Benn fiel mit ein.
Na super, der Tag kann ja noch richtig lustig werden. Aber dann dachte ich daran, dass ich auch Fabi heute wieder sehe und das war der schönste Gedanke an diesem Morgen!
Als Benn und ich mit dem Frühstück fertig waren, ging es auch schon los zur Schule.
„Sag mal, Sam, du bist heute so richtig gut gelaunt! Ist mir irgendwas entgangen?“ Auf die Frage von Benn erzählte ich ihm, was gestern vorgefallen war. Na, das mit dem Küssen ließ ich mal aus, und dass Fabi auch schwul war auch. Benn sah mich aber irgendwie komisch an und meinte: „Sam, wie du über Fabian sprichst, muss ich mir da meinen Teil denken?“
Ich merkte wie mir das Blut ins Gesicht stieg und stotterte etwas rum.
„Sam, du bist verliebt! Ich glaub es nicht, dass ich das noch erleben darf! Aber was ist, wenn Fabian dir nicht die gleichen Gefühle entgegenbringt!“
Oh Mann, ich glaub, ich sah wie ne Tomate aus. Benn drehte sich zu mir, sah mich an und meinte dann grinsend: „Ich glaub du hast mir nicht alles erzählt!“
Na ja, daraufhin musste ich doch mit der ganzen Wahrheit raus und Benn, der freute sich für mich.
In der Schule angekommen sah ich auch schon Fabian. Er stand am Eingang zum Schulgebäude. Als er mich sah rannte er auf mich zu und Benn meinte nur: „Na, ich werde mich mal verziehen, damit ihr beiden Turteltauben ungestört turteln könnt!“
Fabian sah mich fragend auf die Bemerkung von Benn an, und ich sagte ihm, dass Benn Bescheid wusste.
Da Fabian ja wusste, dass Benn mein kleines Geheimnis kannte, lachte er nur.
„Mann, Sam, ich hab mich so auf dich gefreut! Kaum warst du gestern weg, hast du mir auch schon gefehlt!“
„Mann, mir ging es nicht anders, Fabi! Ich liebe dich!“
Wir sahen uns an, am liebsten hätte ich Fabi in den Arm genommen. Aber wir waren erstens nicht allein und zweitens mussten wir in die Schule, denn der Unterricht ging gleich los!
Na, viel gab es nicht zu berichten vom Schultag, eben wie immer.
Nachdem dann die letzte Stunde überstanden war, machte ich mich auf, in die Höhle des Löwen. Fabi sagte noch, das er zu Hause bei sich auf mich warten würde. Dann war er auch schon weg.
Benn, der grinste mich auch noch blöd an und meinte: „Na dann, meine Süße, viel Spaß beim backen.“ Super und das soll mein bester Freund sein!
Jetzt werdet ihr euch bestimmt fragen, was mit der Höhle des Löwen gemeint ist. Ganz einfach der Löwe heißt Frau Werner und ist ein Schlachtschiff von Frau. Ihre Stimme war nie zu überhören und ich glaube, die hat bestimmt in der Fremdenlegion gedient, bevor sie an unsere Schule kam.
Frau Werner stand schon vor der Küche und erwartete mich.
„Na, da ist ja der Herr, dann kann es ja losgehen!“ Mit diesen Worten reichte sie mir eine Schürze auf der lauter Blümchen gedruckt waren.
„ÄHHH, das soll ich doch wohl nicht anziehen?“ Fragend sah ich Frau Werner an.
„Na, wer nachts um eins bei Herrn Rübe im Garten als rosa Osterhase rumhoppelt, der kann auch so was tragen!“ Grinsend sah sie mich dabei an.
Na toll, ich zog dann dieses dämliche Ding an und ging in die Küche, wo die anderen Schülerinnen schon warteten. Als die mich sahen in meinem tollen Outfit, ging das Gekreische erst richtig los.
Super und das mir.
„Sami, das steht dir ja richtig gut!“, kam es dann auch und alle kringelten sich vor Lachen.
„So, Mädels, nun mal los! Schwingt das Nudelholz, wir wollen heute noch fertig werden! Ach, eh ich es vergesse, Sam. Morgen, wenn wir den Kuchenbasar machen, möchte ich gerne das du dein Osterhasenkostüm anziehst!“
Hab ich mich jetzt verhört oder was war das jetzt?
„ÄHH, was soll ich???“ Ich glaub, mir standen die Fragezeichen in den Augen.
„Na, das war der Vorschlag von Herrn Rübe! Er meinte gestern, dass Ostern ja vor der Tür steht und zum andern sollen dich auch die anderen Lehrer in deinem Kostüm bewundern!“
Alle lachten, außer meiner einer. Ich fand das nun gar nicht lustig, aber was soll es, ich war ja schließlich selber schuld.
Dann ging es los und wir fingen an zu backen. Ich durfte mit dem Nudelholz den Teig ausrollen und mit Stechformen die Kekse ausstechen.
Drei Stunden später waren wir dann fertig. Frau Werner erinnerte mich noch mal an meinen Auftritt morgen. Ich kann euch sagen, ich war richtig begeistert.
Aber nun freute ich mich erst einmal auf Fabi. Der wartete schon auf mich.
Als erstes war eine Knutschrunde angesagt, bei der es ziemlich heiß herging. Einzelheiten werde ich hier nicht erzählen.
Als wir nebeneinander auf Fabians Bett lagen, erzählte ich ihm, was mir morgen noch in der Schule bevorstand. Der musste natürlich auch noch darüber lachen.
Dann musste ich auch schon los nach Hause und Fabi versprach mir, mich morgen von zu Hause abzuholen.
Meine Mutter kam mir schon zu Hause im Flur entgegen.
„Na, wie war es beim Kuchenbacken?“ Ich erzählte ihr daraufhin erst einmal alles und als ich geendet hatte, konnte sie schon nicht mehr vor Lachen.
Ich fand das überhaupt nicht lustig, schon allein der Gedanke, dass ich morgen im Osterhasenkostüm an der Kuchentheke stehen sollte.
Als meine Mutter sich endlich wieder beruhigt hatte, sah sie mich noch mal an und meinte: „Sag mal, was hast du denn mit deinen Lippen gemacht? Die sind ja total rot!“
Ohh, jetzt nicht verraten: „Das kommt vom vielen Kuchenteig abkosten!“
„Ach, so nennt das die heutige Jugend! Na, jedenfalls, mein lieber Sohn, wenn du irgendwas zu erzählen hast, dann kannst du immer zu uns kommen! Wir lieben dich so wie du bist!“
Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging in die Küche. Ich war wie vom Blitz getroffen und stand immer noch im Flur. Was war den mit denen los? Erst der seltsame Blick von meinem Vater gestern und jetzt das von meiner Mutter. Irgendwas ging hier vor und ich bekam wie immer nichts mit.
Mit diesen Gedanken ging ich dann in mein Zimmer und danach in mein Bett.
Am nächsten Morgen war ich schon wach, bevor mein ach so geliebter Wecker mich wecken konnte.
Ja, heute wollte mich „mein“ Fabi zur Schule abholen!
Also schnell raus und ab unter die Dusche. Als ich damit fertig war und mich ausgehfertig gemacht hatte, lief ich runter in die Küche.
„Guten Morgen!“ rief ich in die Küche. Wie immer saß meine Mutter am Küchentisch.
Meine Mutter sah auf und sah mich verwundert an. Bevor sie aber was sagen konnte, klingelte es an der Wohnungstür.
„Ich geh schon!“ Mit diesen Worten war ich auch schon raus und an der Wohnungstür. Als ich die Tür aufmachte, stand Fabi vor mir und grinste mich an.
„Na, dann komm rein!“ Ich gab ihm noch schnell einen Kuss.
„So ist das also!“ Kam es hinter mir von meiner Mutter. Ach du sch…!
Fabian war plötzlich total bleich und auch ich merkte, wie mir das Blut aus dem Gesicht wich! So ein Mist, der Tag fängt ja richtig toll an.
Ich drehte mich zu meiner Mutter um, aber die sah gar nicht sauer aus, sondern lächelte nur.
„Das ist Fabian. Ich hatte wohl zu viel Fahrt drauf, als ich die Tür aufgemacht habe. Da sind wir wohl zusammen gestoßen!“
„Also, Sam, noch eine blödere Ausrede hast du wohl nicht auf Lager! Ich habe dir gestern was gesagt, oder hast du das schon vergessen? Und noch etwas zu deiner Kenntnis, ich habe Benn gestern etwas ausgequetscht. Dabei hat er sich etwas verplappert!“ Wissend sah sie mich an und trat noch etwas näher auf mich zu.
„Oder ist es so schwer uns zu sagen das du einen Jungen liebst?“ Etwas traurig sah sie mich dabei an.
„Du hast ja Recht. Ja, ich liebe Jungs und vor allen Dingen den hier!“ Damit zog ich Fabian an mich ran.
„Na, siehst du, es ist doch ganz einfach! So, nun kommt erst mal in die Küche. Da könnt ihr mir erst einmal erzählen, wie ihr euch kennen gelernt habt!“
Nachdem ich und Fabian ihr alles erzählt hatten, sah sie uns beide an.
„Na, ihr beide, da wünsch ich euch noch einen schönen Tag! Ach, Sam, und eh ich es vergesse, Papa erzählst du es auch noch! Und zum Mitmeißeln für dich, dein Vater hat es schon viel eher geahnt!“ Mit diesen Worten ging sie dann auch los zur Arbeit.
Bevor ich und Fabian zur Schule losgingen, packte ich noch das Osterhasenkostüm ein.
Benn hatte mir gestern gesagt, dass er noch eine Überraschung für mich hätte, darum kam er mich heute nicht abholen.
Da war ich ja mal gespannt was das für eine Überraschung ist. Mit diesen Gedanken und Fabian an meiner Seite ging ich zur Schule.
Kurz vor der Schule packte mich Fabian am Arm und sah zum Schuleingang.
Ich sah dann selber auch in die Richtung und da stand ein großes weißes Huhn.
Was war denn das nun? Das Huhn winkte auch in unsere Richtung und wir gingen daraufhin zu dieser seltsamen Erscheinung.
„Hallo, Sam! Hallo, Fabi, ich bin es, Benn!“
„Mann, Benn was soll denn das?“ Ungläubig sah ich immer noch auf das Huhn beziehungsweise auf Benn.
„Mann, ich wollte dich heute beim Kuchenverkauf unterstützen! Zum Andern hab ich ja in den letzten Tagen nur auf deine Kosten Witze gemacht! Da ich dein Freund bin, wollte ich eben auch für dich mal eine Lachnummer sein!“
Na, lustig sah er ja aus als Huhn. Und irgendwie passte das Kostüm zu ihm.
„Ach, noch was, Fabi, ich hab für dich auch noch eine Überraschung!“ Damit kam hinter dem Huhn (oder sollte ich Benn sagen?) eine Tüte zum Vorschein.
Fabian sah erst auf die Tüte, dann auf Benn und zu mir.
„Was ist denn da drin?“ Fragend sah Fabian zu Benn.
Das Huhn oder auch Benn (Mein Gott, ich weiß jetzt schon nicht mehr, wie ich diesen Tag durchhalten soll!) sah Fabian an und machte die Tüte auf.
„Das ist dein Kostüm! Du gehst als Osterei!“
„Was soll ich???“ Entgeistert sah Fabian Benn an.
„Das wird super lustig! Ein rosa Osterhase, ein Huhn und ein laufendes Osterei! Das ist der Clou!“
Na ja, tolle Ideen hatte Benn ja schon immer. Aber ob das so eine tolle Idee war, das würden wir erst sehen, wenn der Kuchenverkauf losging.
Benn schälte sich erst einmal aus seinem Kostüm und verstaute dieses in einer anderen Tüte. Danach gingen wir in unseren Klassenraum, wo bald darauf der Unterricht begann. Pünktlich nach der Schule trafen wir dann in unserer Schulaula ein, wo der Kuchenbasar stattfinden sollte.
Die Mädels waren schon dabei, alles aufzubauen und wir zogen unsere Kostüme an.
Ich fand, als wir fertig ausstaffiert waren, dass wir alle recht lustig aussahen.
Frau Werner begutachtete uns drei und lachte dann.
Noch lachend sagte sie dann: „Mann, ich muss schon sagen, Ideen habt ihr ja! Und Samuel: Ich wäre gerne dabei gewesen, als du bei Herrn Rübe im Garten rumgehopst bist! So aber jetzt los! Der Verkauf geht los.“
Dadurch, dass sich in der ganzen Schule rumgesprochen hatte, dass ich als rosa Osterhase hier rumhüpfen werde, kamen auch fast alle hierher und kauften sich Kuchen.
Alle Lehrer, einschließlich des Direx, waren vor Ort. Jedenfalls war es ein voller Erfolg!
Herr Rübe meinte, dass wir das im nächsten Jahr wiederholen sollten.
Na ja, die Vorstellung nächstes Jahr wieder hier herumzuhoppeln, war dann nicht so berauschend. Aber trotzdem hatte es einen Riesenspaß gemacht.
Glücklich gingen wir drei zu mir nach Hause.
Kurz bevor wir bei mir ankamen, verabschiedete sich Benn bei uns.
„Na dann, viel Spaß noch ihr zwei!“
So verabschiedeten wir uns von Benn und gingen den restlichen Weg bis zu mir.
„Komisch?! Ich glaube, mein Vater ist schon zu Hause!“
Ich sah wahrscheinlich gar nicht so glücklich aus, doch Fabian nahm meine Hand und
sagte: „Das bekommen wir schon hin. Zum andern hat ja deine Mutter gesagt, das er es wüsste!“
Naja, er hatte ja Recht. Also einmal tief einatmen und Schlüssel ins Schlüsselloch.
Die Tür ging auf und wir traten in den Flur.
„Sam, bist du das?“, kam es aus dem Wohnzimmer.
„Ja, bin ich!“, kam es von mir.
„Ich muss mit dir reden Sam!“ Mit diesen Worten kam mein Vater aus dem Wohnzimmer in den Flur. Er stoppte plötzlich und sah in unsere Richtung und sah mich an.
„Ist es das etwa, was ich denke? Ist das DEIN Freund?“ Ich konnte nur nicken und ein dicker Kloß hing in meinem Hals.
„Also, Sam, warum hast du nie darüber mit uns gesprochen, was in dir vorgeht? Wir lieben dich doch und deine netten Späße! Auch wenn diese manchmal zu nicht christlichen Zeiten stattfinden!“
Dabei lächelte er mich an und zwinkerte Fabian zu.
Fabi gab mir einen kleinen Stoss und ich ging auf meinem Vater zu.
Der nahm mich dann in den Arm.
„Na, so schlimm war es doch nun nicht? Oder?“
Ich sah meinen Vater an und musste ehrlich erst mal richtig aufatmen. Mann, so schlimm war das nun mit dem Outen doch nicht.
„Na, Jungs, dann lass ich euch mal wieder alleine! Ach, ich kenn noch nicht mal deinen Namen! Mein Name ist Peter und so kannst du mich auch ansprechen!“, wandte sich mein Vater an Fabian.
„Mein Name ist Fabian!“
„Na, dann ist jetzt alles geklärt!“ und mit diesen Worten verschwand mein Vater dann im Wohnzimmer.
Nun sind schon zwei Wochen ins Land gegangen und ich bin so glücklich mit Fabi.
Wir verstehen uns immer besser und unsere Eltern haben sich dann auch kennen gelernt.
Kurz vor Ostern sagte mir Fabi, das er für mich eine Überraschung hätte und ich mich am Karfreitag am großen Schrottplatz einzufinden habe.
Na ja, ich war ja immer schon etwas neugierig und so bin ich dann am Karfreitag natürlich überpünktlich am vereinbarten Ort.
Da stand Fabi auch schon und strahlte mich an.
„So, mein Schatz! Der Osterhase hat hier was versteckt und zwar in der Schrottlaube da vorne! Viel Spaß!“
Ich sah in die Richtung in die Fabi gezeigt hatte. Da stand mitten auf dem Schrottplatz ein total abgewracktes Auto.
Na, dann werde ich mal wohl in diesem Schrotthaufen nach meinem Ostergeschenk suchen.
Ich fing an zu suchen und Fabi machte sich einen Spaß daraus, mir dabei zu helfen, indem er sagte kalt, warm und so weiter.
Jedenfalls nach einer halben Stunde hatte ich dann das Geschenk gefunden. Es war ein Umschlag.
„Mann, nun mach ihn schon auf!“
„Ja doch, Fabi!“ Ich riss den Umschlag auf und heraus kamen zwei Karten für das Musical Phantom der Oper und zwei Zugtickets nach Hamburg.
„Das kann ich doch gar nicht annehmen! Mann, das ist doch ganz schön teuer!“
„Sam, das haben uns deine und meine Eltern zu Ostern geschenkt! Ich hatte nur die Idee, da ich wusste wie du dieses Musical liebst!“
„Fabi, du bist das Beste, was mir in meinem ganzen Leben über den Weg gehoppelt ist!“
„Sam, und ich liebe dich ganz doll!“
Ich sah dann noch mal auf die Zugtickets, um zu sehen, wann wir denn los mussten.
„Das ist ja schon nächstes Wochenende und in Hamburg!“
„Ja, mein Lieber, und das Hotelzimmer ist auch gebucht!“
„Was????“ Sprachlos sah ich Fabi an.
„Mann, nun sieh mich nicht so an! Dachtest du wir fahren morgens hin und danach wieder zurück??? Das haben wir alles geplant!“
Jetzt war ich doch ziemlich sprachlos und das mir.
Was soll ich sagen, wir saßen dann eine Woche später in Hamburg im Theater und sahen uns das Musical Phantom der Oper an.
Es war das schönste Wochenende und mein Schatz war dabei. Der sah mich dann auch an und drückte meine Hand.
Das alles ist nun zwei Jahre her. Mittlerweile haben wir uns an der Schule geoutet und alle nahmen es eher positiv als negativ auf. Na ja, ein paar Doofköpfe gab es immer wieder. Aber darüber stehen wir.
Jedenfalls bin ich mit Fabi richtig glücklich und wir wollen nach erfolgreichem Abitur gemeinsam nach Berlin, um zu studieren.
So, das war es und wie endet so eine Geschichte???
Und wenn sie noch zusammen sind, dann hoppeln sie gemeinsam durch das Leben.
In diesem Sinne sag ich hier mal Tschüss, denn mein Fabi wartet schon auf mich!!
ENDE

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Information Ohne Worte – Eine unheilvolle Begegnung
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 02:05 PM - No Replies

„Piep!“ „Pie…“ Weiter kommt der nervige Weckton nicht, denn ich bin schon wach. Die Sonne steht deutlich über dem Horizont und schickt ihre Strahlen durch das Fenster meiner Einraumwohnung in Rostock-Dierkow, kitzelt mir direkt ins Gesicht. Ich habe drei Tage frei und will mich nun endlich mal ernsthaft mit der Renovierung des Wohnzimmers befassen. Der Vorsatz steht schon lange, doch der Wille fehlte bisher, Tapezierarbeiten sind nicht so mein Spezialgebiet. Schnell die Morgentoilette erledigen und dann Frühstück. Eben die Hose runter, schon klingelt das Handy – hätte ich es nur gestern ausgeschalten. Na ja, vielleicht ist es ja wichtig. Das Teil liegt gleich hinter der Tür auf der Flurgarderobe, also einmal den Arm lang gemacht und schön wieder hingesetzt, dann kann es weiter gehen.

Zitat
Wichtige handelnde Personen:
Rene Schmidt – Ausbilder
Jan Glüher – Azubi

„Rene Schmidt hier.“ „Guten Morgen, Herr Schmidt. Meier am Apparat. Bitte um Entschuldigung, dass ich schon so früh anrufe, auch weiß ich, Du hast Urlaub, aber Du musst unbedingt gleich zu mir in die Firma kommen. Es ist wirklich sehr, sehr wichtig.“ „OK, ich komme so schnell ich kann.“ „Ach ja – Frühstück gebe ich nachher aus. Hier liegen wieder mehr als genug Reste in der Teeküche von der gestrigen Besprechung…“ Ich glaube, dass mit der Renovierung kann ich heute wohl verschieben, was mir eigentlich gar nicht so unrecht ist. Herr Meier ist mein Abteilungsleiter in einem großen Ausbildungsbetrieb. Er war auch mein Ausbilder vor acht Jahren zum Kommunikationselektroniker. Ich bin froh, dass ich nicht so einen trockenen Job machen muss wie er, mich um die EDV-Technik zu kümmern ist mir doch viel lieber.
Fix im Bad fertig werden und nur in eine einfache Jeans und ein dunkles T-Shirt rein geschlüpft, dann kann es schon losgehen. Als ich nicht gleich den Autoschlüssel finde fällt mir ein – den Golf habe ich ja gestern noch zur Werkstatt gebracht zwecks Durchsichtstermin. Klasse! Nun muss ich Straßenbahn fahren, dabei noch umsteigen und einen Kilometer laufen. Ich entscheide mich lieber für Fahrrad fahren.
(Andere hätten sich jetzt vielleicht geärgert, ich aber nicht, denn ich gehe meistens ausgesprochen gern zur Arbeit. Wir sind ein ziemlich junges Team, haben viel Spaß, und, ja, der Meier, also mein Chef, ist da auch nicht unschuldig dran.)
Nun, Fahrrad raus aus dem Keller und los geht es, ich will ja meinen Chef nicht so lange warten lassen… Junge, Junge, wie kann das so früh schon so warm sein, ich glaube duschen hätte ich mir auch sparen können. Gut, dass es gleich etwa 1 km nur bergab geht. Als ich dann die Hauptstraße erreiche bin ich froh, jetzt Fahrrad zu fahren – denn da geht um diese Zeit wieder rein gar nichts. Mega Stau. Und jeder Fahrzeuglenker sitzt wieder für sich ganz alleine in der Blechkarosse… Mit einem leicht überlegenen Lächeln kann ich selbst die schnellsten Luxusschlitten überholen.
Nach einer viertel Stunde dann Vollbremsung auf dem Betriebsgelände. Meine langen blonden Haare sind auf der Fahrt doch etwas zerzaust und die Beinmuskeln machen sich schmerzhaft bemerkbar. Seit ich das neue Auto habe, bin ich sehr bequem geworden, muss ich mir gestehen, und… „Rene! Kommst Du gleich?“ Meier steht wartend auf dem Hof! OK, noch schnell das Fahrrad am Ständer angeschlossen, dann folge ich dem Chef ins Büro, beobachtet von den zahlreichen Azubis, die wohl draußen Pause machen.
Nach der allseitigen Begrüßung der Kollegen unterwegs im Flur sitzen wir im kleinen Besprechungsraum vom Chef, vor mir einen großen Alufolienteller mit den leckersten belegten Brötchen und einen großen Pott Kaffee in der Hand. So gefällt mir das. Als ich aber nun direkt meinem Chef gegenüber sitze, fällt mir auf, dass der wohl ziemlich schlecht geschlafen haben muss und auch etwas unfrisch wirkt, vom Körpergeruch her. So kenne ich den ja gar nicht!
„Gut, Herr Schmidt. Dass ich jetzt nicht mehr so frisch bin, liegt daran, dass ich hier die Nacht verbracht habe“, oh, der beobachtet aber gut, „aber nach dieser Besprechung am Abend…“, Meiers Augen werden feucht… „Rene, ich komme gleich zum Punkt, aber vorher iss das Brötchen noch zu ende, damit Du Dich nicht nachher noch verschluckst. Und ich gehe noch kurz aufs WC.“
Nach 10 Minuten und vier Belegten mehr in meinem Bauch ist der Chef wieder da, und sichtlich erfrischt. „Kurz und knapp, halt Dich fest, Rene: Unsere Rostocker Niederlassung wird geschlossen. Die laufende Ausbildung wird nach Berlin verlagert. Auf diesem Gelände bleibt nichts, es soll verkauft werden. Das Personal kann nicht weiter beschäftigt werden. Du kannst Dir denken, wie ich mich jetzt fühle, Dir das zu sagen… Und, ja – Du bist der erste Mitarbeiter, der das erfährt.“
Rumms! Aus! Stillstand im Gehirn. Der Chef sieht mich mit traurigen Augen an. „Aber wir haben dies doch alles erst die letzten paar Jahre neu aufgebaut und Arbeit ist doch auch immer mehr als genug gewesen…“, denke ich etwas lauter.
„Da hast Du wohl Recht, und ich habe etliche Kämpfe im Vorstand gefochten und reichlich Nerven dabei gelassen, damit dass hier alles so schön geworden ist. Die im Konzern oben wollen aber mehr Effizienz, verstehst Du. Wir sind denen zu teuer. Punkt. Nun, das hättest Du auch alles auf der Mitarbeiterversammlung am Montag erfahren können, aber der eigentliche Grund, dass ich Dich angerufen habe, ist: Du wirst hier in Rostock noch gebraucht. Ein Ausbilder ist ausgefallen, aus gesundheitlichen Gründen. Du sollst dessen Truppe übernehmen und ich wüsste nicht, wen ich sonst auf die Schnelle mit dieser Aufgabe fachlich betrauen könnte. Zwei Klassen werden übrigens zukünftig in Rostock verbleiben und Du sollst da mit einsteigen. Du hast ja auch schon oft mit ausgeholfen draußen im Haus 2, und bei den Betriebspraktika warst Du auch immer der beste Ansprechpartner. Außerdem haben die Azubis mir über Dich nur Gutes berichtet. Also, folgende Möglichkeiten: Du wirst gehen müssen, oder Du nimmst das Angebot an und bleibst – in dem Fall beginnt schon morgen für Dich die neue Tätigkeit in der Außenstelle Haus 2 als Ausbilder. Die Azubis dort brauchen Dich! Mich wirst Du übrigens dort auch wieder treffen können, wenn hier alles abgewickelt ist… In etwa einer viertel Stunde will ich von Dir Deine Entscheidung wissen. Falls Du nein sagst, muss ich ja heute noch Ersatz finden… Ach, und wirklich zu Niemanden ein Wort über das, was Du von mir erfahren hast, OK?“
Auch ohne den Pott Kaffee aus zutrinken wäre mein Blutdruck bei den Neuigkeiten bestimmt in die Höhe gegangen, aber jetzt fühle ich mich schon etwas unwohl. Bereits kurz nachdem der Chef mich hier allein zwecks Entscheidungsfindung hat sitzen lassen, bin ich eigentlich bereit für den neuen Job. Ich brauche das Geld dringend, habe mich an das bisher sehr gute Gehalt gewöhnt, die Raten vom neuen Auto wollen auch bezahlt werden, und so rosig sieht es mit Jobs in der Region nicht aus… Fachlich dürfte ich keine Schwierigkeiten bekommen, mit Leuten komme ich in der Regel auch gut klar. Dann bin ich nur ein paar Jahre älter als die meisten Auszubildenden und kann mich daher noch gut in diese rein versetzen. Summa Summarum – ich kann eigentlich sogar noch froh sein, wie es für mich läuft.
Am Nachmittag sitze ich an meinem Schreibtisch und mache mich mit dem derzeitigen Wissenstand meiner zukünftigen Azubis vertraut. Besonders interessiert mich, was ich demnächst unter die Leute bringen soll und wie ich selbst damit klar komme. Mit dem frisch geschecktem Auto habe ich schon meine Sachen aus dem für mich bereits alten Büro abgeholt, auch eine Menge Papier zwecks Vorbereitung auf die Ausbildung besorgt. Ich denke, das passt insgesamt, denn da ist nichts, was mir nicht bekannt vorkommt oder besondere Schwierigkeiten machen dürfte. Ich merke, ich freue mich schon ein wenig auf den nächsten Morgen und die neue Aufgabe.
* * *
Puh, der Schlaf die letzte Nacht war nicht so erholsam, bin ich doch viel zu aufgeregt, um ruhig im Bett liegen zu können. Und ich spüre einen Drang zur Toilette, die Nervosität ist nun auch deutlich im Verdauungsbereich angekommen. Der persönliche Morgenputz wird heute besonders sorgfältig erledigt – ich will doch einen guten Eindruck machen an meinem ersten Tag. Die Haare sind zwar ein wenig zu lang, wenn ich den vielen gut gemeinten Ratschlägen meiner „lieben“ Mitmenschen glauben darf, aber mir gefällt es so und ich bin sogar nicht wenig stolz auf diese Haarpracht. Sind ja alle nur neidisch. Außerdem fallen meine Segelohren damit nicht so auf. Ich denke ja, dass ich als ein wenig dünn erscheine und meine langen Stelzen, normal Beine genannt, verstärken ein ziemlich schlaksiges Bild.
Gut, Dinge mit viel körperlicher Kraft sind nichts für mich, und Auseinandersetzungen führe ich aus Selbstschutzgründen besser mehr verbal. Ich würde mir aber doch einen etwas muskulöseren Körper wünschen, denn so sehe ich immer noch aus wie ein Teenager und nicht wie eine Respektsperson, die ich nun bald doch sein muss. Ich glaube, wenn ich mitten zwischen meinen Azubis stehe, wird niemand glauben können, dass ich der Ausbilder sein könnte… Dann noch mein ovales, glattes Gesicht – total Babyface! Wenn ich nicht so einen, wie ich finde, schönen Schwanz hätte, wäre mein Selbstbewusstsein als junger Mann dauerhaft gestört…
Schluss mit den Selbstbetrachtungen und auf in den täglichen Lebenskampf – ich schwinge mich in meinen Golf und ab geht es. Sind per Luftlinie zwar weniger als einen Kilometer bis zur Arbeit im neuen Industriegebiet, aber so praktisch auf der Straße schon einige mehr, so steige ich lieber ins Auto. Nach fünf Minuten ist der Anfahrtsweg geschafft, das neue Gebäude bereits in Sichtweite und ich hoffe sehr, noch einen freien Parkplatz zu erwischen.
Gut, die Tasche geschnappt, noch einmal tief Luft geholt und dann geradewegs ins neue Arbeitsleben. Mein freundliches „Guten Morgen“ auf dem Gang wird nur durch ein Nicken erwidert. „Aha, der Neue… Gehen Sie schon mal in den Besprechungsraum, dort die offene Tür links.“ Wieder mein „Guten Morgen“ – wieder keine Reaktion – sind das hier alles Morgenmuffel? Alle schauen wie gebannt in ihre Kaffeetasse. Kaffeesatz lesen oder was… Ich merke schon die Unterschiede zu meinem alten Arbeitsplatz. „Wissen Sie schon das Neueste…“ Aha, daher weht der Wind. Nach 15 Minuten Anhören von Klagen über alle Schlechtigkeiten des Lebens und besonders über unsere so miese Konzernzentrale kommt endlich jemand in den Raum, der mich aus diesem Trübsinn erlöst. Seines Zeichens mein neuer Chef hier, oder besser Noch-Chef, wie ich erfahre, denn die Rente wartet bereits, und seinen Platz wird der mir sehr bekannte und liebe Ex-Chef einnehmen. Na ja, und dass hier nicht so die allgemeine Heiterkeit herrscht, ist wohl auch dadurch bedingt, dass die meisten Kollegen nur Zeitverträge haben und ständig hoffen müssen, dass diese auch verlängert werden. Zurzeit eben eine schwierige Lage, wenn allgemein gespart werden soll.
Nachdem ich soweit eingewiesen und informiert bin, werde ich aufs Schlachtfeld begleitet. Das bedeutet für mich Anwesenheit im EDV-Raum und dort ganz vorne an der Tür, weglaufen jederzeit möglich. Als wir den Raum betreten, verstummen die Gespräche und ich merke, dass ich mit hoher Auflösung abgescannt werde. Nach einem Moment schauen mich viele freundliche Gesichter an – puh, erste Prüfung wohl gut bestanden. Meine Gruppe besteht aus siebzehn Azubis. Davon zwei Mädchen und einer noch abwesend, weil beim Arzt. Ich stelle mich erstmal vor, wer ich bin, und was ich bisher gemacht habe, dann das gleiche Spiel von meinen Azubis aufgeführt, allerdings ohne ‚bisher gemacht‘. Ich spüre: Ja, das könnte passen und hier werde ich gut klar kommen und nichts deutet auf irgendwelche zwischenmenschlichen Probleme hin. So gehe ich schnell über zur normalen Ausbildungstätigkeit. Alles soweit klar und viel versprechend, bis so um zehn die Tür nach dem Anklopfen geöffnet wird und ein blonder Wuschelkopf durch die Tür in den Raum schwebte.
Dann halte ich plötzlich die Luft an, als freundliche, offene und braune Augen mich mustern und eine mich im tiefsten Innern meiner Seele anrührende Stimme verkündet, „Schönen Guten Morgen. Mein Name ist Jan Glüher. Ich war noch beim Arzt.“ Ein so etwa 1,80 großer Schönling mit ärmellosen T-Shirt, unten abgeschnittenen Jeans und einer Figur, wie ich sie bisher noch nie so gesehen habe, lächelt mich an und bringt mich total aus dem inneren Gleichgewicht. Er geht zu seinem Arbeitsplatz, und ich schwebe in anderen Dimensionen, als ich ihn auch von hinten betrachten kann. Das ist nicht nur ein einfacher Mensch – nein, das ist die Verkörperung männlicher und jugendlicher Schönheit schlechthin! Ich bin sofort verwirrt, weiß nicht mehr, was ich hier soll, was um mich passiert. Kurz und gut, ich habe als Ausbilder voll und ganz die Kontrolle verloren! Mir ist schon seit Jahren klar, dass ich auf gewisse männliche Reize schon ziemlich schwul reagiere, aber in diesem besonderen Fall, denke ich, bekommen wohl alle Männer und Frauen Schwierigkeiten, egal welcher sexuellen Richtung sie sich zugehörig fühlen. Die Ausstrahlung dieses jungen Mannes haut mich einfach um.
Es ist so, als wenn das allgemein Gute in menschlicher Form auftritt, ohne eine Spur von Argwohn und List im Antlitz und bereit, allen immer nur gütig und wohlwollend entgegen zu treten. Mir wird schlagartig klar, wo ich solch eine Gestalt schon mal gesehen habe: In Stein gehauenen als David in Florenz, von Michelangelo erschaffen. Mein Staunen wird erst unterbrochen, als ich wohl nach vermehrtem Ansprechen langsam wieder in die Realität zurück finde.
* * *
Und so bin ich jetzt täglich besonderen Prüfungen ausgesetzt. Mit 16 Azubis kann ich unbeschwert, zielgerichtet und korrekt arbeiten. Und, ja, da habe ich sehr gute Erfolge zu verzeichnen in den Arbeitsergebnissen. Nur mit einem will es nicht so klappen wie es in der Ausbildung eigentlich soll: Jan Glüher. Der Umgang miteinander ist ein ständiges erotisches Geplänkel, Körpersignale gehen hin und her. Aber das Erregendste und Anstrengendste dabei sind die ständigen Berührungen. Keine Ahnung, ob diese bewusst oder unbewusst durch uns zustande kommen – ich habe darüber jedenfalls keine Kontrolle – nur werde ich jedes Mal unter so einer starken inneren Hochspannung gesetzt, dass ich es kaum aushalten kann. Seine unmittelbare Nähe sollte ich vermeiden, aber oft merke ich, dass ich diese bei Erläuterungen am Arbeitsplatz auch suche. Irgendwann werde ich so unter Strom stehen, dass ich über ihn herfallen muss.
Mit Ach und Krach habe ich meine ersten Arbeitstage geschafft. Die Nächte dazwischen sind für mich aufregende erotische Höhepunkte mit Jan und mir im Traumland. Dabei ist meine Meinung zu schwulen Kontakten eher sehr negativ. Von meiner Erziehung im Elternhaus her bin ich ziemlich christlich eingestellt und ich bin auch aktiv in der Jugendarbeit meiner Kirche tätig. So weiß ich genau, was die Bibel zu homosexuellen Kontakten sagt, und ich stehe dazu mit meinem Glauben und innerer Überzeugung. Bisher habe ich mir nur Urlaubsbekanntschaften möglichst weit weg erlaubt, dafür aber dann sehr zahlreich. Dort, im anderen Erdteil etwa, lebe ich mich voll aus auf diesem für mich speziellen Gebiet. Und ist ja dann nur der pure Sex für Geld – äh, Schwanz für Geld – ganz ohne Liebe und diese ganzen mich so störenden Verwicklungen. Außerdem denke ich, dass ein offenes Coming Out mich nur in meiner beruflichen Entwicklung hemmen würde. Ich will, wenn es denn irgendwie geht, auch mal richtig Kariere machen. Was würden sonst wohl auch meine Eltern sagen, die Verwandten und erst meine zahlreichen Freunde in der Kirchengruppe – undenkbar für mich, solch ein Bekenntnis!
Und dann kommt das gegenseitige Übereinanderherfallen auch schon ziemlich schnell: Bei einem kräftigen, lang anhaltenden Regenguss fragt mich Jan an einem Freitagnachmittag zu Feierabend, ob er nicht mitkommen dürfe. Und wer schlägt das bei solch einem Mistwetter schon aus… Automatisch reiß ich die Tür auf, und ohne da groß nachzudenken, was kommen könnte… Bereits nach einigen hundert Metern ist es mit uns geschehen. Als ich schalten muss, berühre ich ihn automatisch, dann er mich und unsere sich treffenden Lippen ergeben bald den Rest. Ständiges Hupkonzert an jeder Ampel, weil ich die Farben nicht richtig registrieren kann, und mir die dann auch so ziemlich egal sind.
Bei mir zuhause angekommen, kann ich auch seinen Körper ohne störende Bekleidungsstücke sehen, vor allem fühlen. Unsere Sinne sind total auf Sex reduziert. Nun – jeden Tag aufs Neue bis zum Äußersten am Arbeitsplatz gereizt zu werden, verlangt irgendwann mal nach einem Reizabbau im Gefühlsstau, sonst stehen arge gesundheitliche Probleme an. Selbsthilfe durch Selbstbefriedigung – in dem Stadium unmöglich. Beide reden wir viel von Liebe. Er bestimmt sehr ehrlich in seiner Art, aber ich nur so, weil man das in diesem Moment vor Geilheit ohne Überlegung so macht und es gerade dran ist laut meiner Sex-Dramaturgie.
Der totale Supergau und das große Erwachen kommt bei mir, nachdem Jan weg ist und ich mein Zimmer wieder aufgeräumt habe. Was habe ich nur getan! Dass ich das alles werde beichten müssen, ist mir schon klar, und es wird mir wertvolle Punkte in der Hierarchie kosten… Das darf nie wieder passieren! Mir fällt ein, Jan einfach einen alles erklärenden Brief zu schreiben.
Nach Stunden habe ich mich soweit unter Kontrolle, dass ich einen für mich sinnreichen Text verfassen kann:
Hallo Jan,
es tut mir leid, was zwischen uns passiert ist. Vielleicht lag es von meiner Seite daran, dass ich mal dringend wieder Sex brauchte zwecks Druckabbau. Ja, und der Sex mit Dir war einfach umwerfend. Aber das mit der Liebe – das lass man bitte schön, denn das, was Du Liebe nennst, ist für mich eine Perversion. Liebe zwischen dem männlichen Geschlecht ist eine Sünde, und Du hast mich dazu verleitet! Schon als ich Dich das erste Mal sah, hast Du Dich bei mir als schlimmer Stachel in mein reines Fleisch gebohrt, hast meine Sinne verwirrt, mein Urteilsvermögen geschwächt. Und, ja, nun hast Du mich sogar ins Bett bekommen.
Doch nun ist Schluss! Dein Leben ist nicht mein Leben, Deine Luft ist nicht meine Luft. Du bist für mich nur ein Nichts, weniger als das absolute Vakuum. Geh mir aus den Augen, such Dir eine andere Welt. Schau mich nie mehr an, spreche mich nie mehr an, sonst wirst Du es bereuen! Vielleicht findest Du jemanden, der zu dir passt. Ich bin derjenige nicht und werde es nie sein. Du kotzt mich nur noch an.
Rene
Ja, der Inhalt passt. Zufrieden und mit einem kleinen fiesen Grinsen stecke ich den Brief in einen Umschlag. Noch schnell „Für Jan“ drauf gepinselt, werde ich den Brief nachher persönlich in seinen Briefkasten werfen. Ist ja nur zwei Straßen weiter zu ihm hin. Der wird sich wundern und ich habe endlich vor dem Kerl meine Ruhe, bin ich mir ziemlich zuversichtlich.
* * *
Ich sitze gerade an meinem Schreibtisch, um die Ausbildungsunterlagen auf den neuesten Stand zu bringen, da klingelt das Telefon. Die angezeigte Nummer ist intern. „Berufsausbildungszentrum Haus 2, Schmidt.“ „Schönen Guten Morgen, Herr Schmidt. Hier ist die Personalabteilung in Berlin, Krüger mein Name. Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass der Ausbildungsvertrag von Ihrem Auszubildenden Jan Glüher gekündigt worden ist. Er ist mehrfach ohne Begründung nicht zur Ausbildung erschienen, und da blieb uns leider keine andere Wahl. Bitte schicken Sie uns seine Ausbildungsunterlagen her. Gut, das war es dann auch schon. Wiederhören. Und hinüber ist meine Konzentration. Nur schnell die Ausbildungsmappen in den Rollschrank verschwinden lassen, ich bin jetzt sowieso nicht mehr in der Lage, was Handschriftliches, und dazu noch leserlich, dort einzutragen. Na klar, ich fühle mich schuldig dafür, als Ausbilder für diese eine Person komplett versagt zu haben, aber zugleich auch unendlich erleichtert, nun keine Gefühlskonflikte mehr befürchten zu müssen. Nicht mehr denken müssen, was könnte heute wieder alles mit mir passieren, und habe ich meine verbotenen Gefühle auch immer unter Kontrolle… Jeden Tag immer aufs Neue in diese gottverdammte Versuchung gestürzt zu werden – es ist jetzt vorbei. Warum hat er mich auch so mit seinen körperlichen Reizen und dieser Art von Sünde, was er Liebe nennt, in Versuchung geführt… Das konnte ja nicht gut gehen. Und nun hat er die Quittung bekommen. Selbst Schuld.
Froh gestimmt und ein Lied auf den Lippen, bin ich erstmal unterwegs in Richtung Pausenraum, werde mir noch einen Kaffee gönnen.
Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort:
Vorsichtig nimmt der Mann vom Bestattungsunternehmen den Kopf von der Innenkante der Gleisanlage. Schon wieder hat es einer an dieser Stelle getan, kurz hinter der Kurve. Keine Chance für einen Lokführer, da noch was zu verhindern… Ja, und schon mehrfach hatte er hier einen Auftrag. Diese Arbeit ist wichtig, muss einfach getan werden, und er hat sich mit der Zeit dran gewöhnt. Nur nichts an sich heran kommen lassen…Eigentlich ist er ein sehr lustiger Mensch, immer mit einem coolen Spruch auf den Lippen und der Partylöwe schlechthin. Wenn er mal nach seinem Beruf gefragt wird, sagt er immer ehrlich, „Bin Bestattungsunternehmer“, was dann als ziemlich schlechter Scherz abgetan wird. Als er nun das Gesicht von dem Toten sieht, ist er doch sehr überrascht. Der scheint erst so um die Zwanzig zu sein, auf jeden Fall noch sehr jung. Viel zu jung für solch eine Tat! Eigentlich kann er sich nicht vorstellen, welche Verzweiflung einen Menschen zu solch einem Schritt befähigen kann; außerdem sieht der hier noch so verdammt hübsch aus. Irgendwie hat der was von einer fast antiken Schönheit, so wie er es mal im Vatikanmuseum gesehen hat, wie er sich nun erinnert. Damals dachte er – was man doch alles nur so mit Stein ausdrücken kann, eigentlich viel besser als ein Photo, eben halt 3D. Doch was ihn regelrecht umhaut, ist diese Verzweiflung, diese übergroße Trauer, die von dem erstarrten, aber trotzdem noch sehr lebendig wirkenden Antlitz ausstrahlt, ja, die sich fast körperlich greifen lässt. Mit leicht unsicheren und schwankenden Schritten legt er den Kopf wieder zum Körper in die mitgebrachte Blechkiste, und wünscht sich auf der Stelle, doch zaubern zu können, um diesen schönen Menschen wieder zum Leben zu erwecken. Dem Toten die Augen zu schließen, wie es sonst in seinem Job üblich ist, dazu hat er diesmal nicht die Kraft.
* * *
Wie immer bei solch einem Anlass hat man auch die Polizei hinzugezogen, könnte ja ein Verbrechen sein… Nur, danach sieht es hier nicht aus. In der rechten Jeanstasche des Opfers hat der Kommissar einen Abschiedsbrief gefunden, leicht durchnässt von unkontrolliert abfließendem Urin. Zweimal hat er ihn schon gelesen. Nach dem ersten Mal hat er das Auto von innen abgesperrt. Keiner soll den harten Hund weinen sehen, denn so ein Ruf will in vielen Dienstjahren erstmal erworben werden – das ist härteste Arbeit bei der Kripo. Doch nun gesellen sich zu den Urinflecken auf dem vorher sorgfältig zusammen gefalteten Papier auch Spuren von Tränen. Der junge Mann hätte vom Alter her auch sein Sohn sein können. Den hat er sich immer so sehr gewünscht, hat aber nicht sollen sein, nun hat er drei Töchter. Sehr ehrlich und ausführlich werden ihm auf zwei eng beschriebenen A4-Seiten die inneren Nöte des Jungen klar. Auch wenn er nie selbst erfahren konnte oder musste, was Schwulsein eigentlich heißt und welche Probleme damit verbunden sein können – hier deutet alles auf eine sehr unglückliche Liebe hin. Und das versteht er sehr gut. Ein Leben ohne Liebe wäre für ihn, als wenn er als seelischer Krüppel dahin vegetieren müsste. Gibt die ihm doch erst die Kraft, den oftmals harten Alltag zu meistern. Ohne Liebe würde er bald kaputt gehen, bei all den Leichen in seinem Job. Was für ein Idiot, der Liebe nicht erwidert, weil irgendwelche verrückten Konventionen es angeblich verbieten! Diesen Blödmann, Rene… wird er im Brief genannt, den will er sich bald mal kräftig vorknöpfen. Der ist nämlich hauptsächlich Schuld an diesem sinnlosen Tod eines noch sehr jungen Menschen, dessen Leben eigentlich erst richtig anfängt, und an seiner allerersten großen Liebe gleich kaputt geht. Rein rechtlich kann dieser Rene wohl nicht belangt werden – eher schon, hätte er ein intensives Verhältnis mit dem Toten gehabt… Total verrückt, diese Welt! Einmal kräftig geschnäuzt, und die Tränen weggewischt. Die Seiten vom Abschiedsbrief legt er vorerst auf die Rückbank zum Trocknen ab.
Als er aussteigt, ist er wieder das allen bekannte Revier-Ekel. Nur seine Frau am Abend, die wird merken, dass da was an ihn kratzt, und ihr wird er wie immer alles erzählen, was ihn tagsüber innerlich bewegte. Dafür, dass sie immer für ihn da ist und er ihr sein Herz ausschütten kann, egal wie schwer die Ladung auch ist, allein dafür liebt er sie sehr.
Etwas später, wieder zurück im Ausbildungsbetrieb:
Nach dem Kaffee geht es mir richtig gut. Dann mit Elan und Schwung ab an die Arbeit, will heute heißen EDV-Raum. Schon aus der Ferne kann ich die Stimmen meiner Leute hören. Scheinen auch ebenso wie ich gut gelaunt zu sein, der Lautstärke und dem vielen Lachen nach zu urteilen, denke ich schlussfolgernd. „Guten Morgen, Leute!“, rufe ich laut, um bemerkt zu werden. Das Echo ist schwächer. „Dann wollen wir mal wieder… Rechner bleiben noch aus, denn die Aufgabe lässt sich besser ohne Lüftergeräusche durchsprechen. Wir wollen heute nochmals die…“ Deutliches Klopfen unterbricht mich. „Ja. Bitte…“ Ein blonder Wuschelkopf schiebt sich rein und wunderschöne braune Augen lächeln mich freundlich an. Genauso frisch und anziehend, wie noch vor ein paar Wochen, als ich ihn kennen lernte, und gar nicht so, wie der betrübte Jan der letzten Tage. Aber da ist noch was ganz Anderes, Starkes, sehr Bedrohliches in diesen schönen braunen Augen zu sehen, nur für einen der Anwesenden im Raum bestimmt und sichtbar. Ängstlich rufe ich, „Jan! Jan?? Du hier?“, und kraftlos und kaum zu verstehen hinterher, „Du bist doch jetzt gekündigt. Daher verbiete ich Dir…“, mehr kann ich nicht aus mir raus bringen, denn irgendwas drückt mir heftig die Kehle ab und mir wird eiskalt. „Schönen Guten Morgen. Ich bin David. Ich wollte mal fragen, ob mein Zwillingsruder eventuell hier ist. Er ist schon einige Tage nicht mehr zuhause gewesen…“
* * *
Das Ende des letzten Satzes kann Rene Schmidt nicht mehr zu Ende hören. Er ist einfach zu sehr mit sich selbst beschäftigt und sein Hörvermögen ist stark beeinträchtigt durch ein seltsames Rauschen und Klingeln in seinen Ohren. In der linken Seite verspürt er einen heftigen Stich, der sofort sehr schmerzhaft auf den ganzen Körper ausstrahlt. Dann kann er auch nichts mehr sehen, und sein Körper sackt langsam zusammen. Bevor ihm vollends die Lebenskräfte verlassen, denkt er noch, „Oh, mein Gott…“ Nur kann ihm der jetzt auch nicht mehr helfen. Oder will es auch nicht. Denn vielleicht kann sein Gott auch einfach nicht mehr mit ansehen, was dieser Teil seiner Schöpfung im wahren Leben so fabriziert, und hat die Menschheit von ihm zwecks Schadensbegrenzung erlöst und ihn zu sich gerufen? Oder es gibt es noch andere Mächte, die nach Gerechtigkeit schreien… Wer von uns Menschen weiß das schon ganz genau.
Am Nachmittag tobt gegensätzlich zu allen wettertechnischen Vorzeichen ein sehr heftiges und reinigendes Gewitter über Rostock.
Eine spätere Obduktion wird ergeben, dass Herr Rene Schmidt zum Todeszeitpunkt absolut gesund war. Eine genaue Todesursache wird nicht zu ermitteln sein. Und, ja, noch mehr Wundervolles wäre zu berichten: So soll ein Klassenkamerad von Jan Glüher diesem ein Jahr darauf zusammen mit dessen Bruder im Urlaub in New York begegnet sein. Nach wütenden Protesten, er möge doch die Toten endlich ruhen lassen, behält er das Erlebte später lieber für sich. Aber was wahr ist, ist nun mal wahr, denn das Grab ist leer… Aus. Und hoffentlich machen andere es im Leben besser!

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Information Nur gemeinsam sind wir Stark
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 02:04 PM - No Replies

Bernd
Ungläubig sah ich immer noch auf die Zeitschrift, die ich bei meinem Sohn im Zimmer, beim wegräumen der Sachen entdeckte. Immer noch sah ich auf diese Zeitschrift und den nackten Mann, der auf der Titelseite mich anlächelte. Zitternd ging ich in die Küche und setzte mich auf einen der Küchenstühle.
Das kann nicht sein mein Sohn ein SCHWULER? Das Wort ging mir nicht aus den Kopf. Was mach ich nur? Was habe ich falsch gemacht? Ich merkte nicht mal, dass mir Tränen das Gesicht runter rannen. Mein Sohn ein schwuler…..
Mit wem konnte ich nur darüber reden? Karin! Karin ist meine beste Freundin und ist Ärztin vielleicht kann sie mir helfen! Wie ein Ertrinkender wankte ich zum Telefon und wählte die Rufnummer von Karin.
Am anderen Ende hörte ich das Rufzeichen, dann ein klicken als der Hörer abgenommen wurde.
„Hallo Karin Manske!“
„Hi hier ist Bernd. Karin ich muss Dich sprechen, ich weiß nicht weiter….“ Dann fing ich an zu weinen.
Kevin
Man war das wieder ein Tag. Unser Mathelehrer Schrulle, war sein Spitzname, hatte uns wieder mal zwei Stunden gefoltert und dazu kam noch das wir einen neuen in unsere Klasse bekommen hatten. Oh man, sah der süß aus. Steven war sein Name und ich war hin und weg.
Ich kam gerade zu Hause an und schloss die Tür auf.
„Pa hallo bin von der Folterkammer zurück.“
Komisch keine Antwort, sonst kam mein Pa immer angerannt und fragte mich erst mal aus, was unsere Folterknechte mit uns wieder angestellt hatten.
Na ja vielleicht musste er noch was einkaufen, oder auf Arbeit gab es Stress und er musste noch mal hin. Ich ging in mein Zimmer und warf meinen Rucksack erst einmal in die Ecke. Irgendwas war hier ganz und gar nicht in Ordnung in meinem Zimmer.
Prüfend sah ich mich in meinem Zimmer um. Der Wäscheberg war weg und mein Kleiderschrank stand offen. Ohh nein, die Zeitschrift. Ich hatte mir eine Gayzeitung gekauft und hatte sie bei meinen Klamotten versteckt.
Ich rannte voller Panik zu meinem Schrank und tastete unter den Shorts nach der Zeitung. Meine Finger ertasteten die Zeitschrift, erleichtert atmete ich aus. Puh noch mal Glück gehabt. Dann machte ich mich auf, um mir aus der Küche erstmal eine Flasche Cola zu holen. Irgendwie sah es in der Küche aus als ob jemand alles stehen und liegen gelassen hatte und die Flucht vor diesem Chaos genommen hatte.
Man da musste bei Pa ja mächtig Ärger auf der Arbeit gegeben haben. War jedenfalls mein Gedanke beim Anblick der Küche.
Mal nebenbei, mein Name ist Kevin, ich bin 16 Jahre alt und lebe mit meinem Vater alleine. Meine Mam starb vor 5 Jahren bei einem Autocrash, seitdem erzog mich mein Vater alleine und wir kamen ganz gut klar.
Pa war in den ganzen Jahren mein bester Freund. Aber ich hatte auch meine Geheimnisse und eines davon war, das ich mich zu Jungs hingezogen fühlte. Ich kam damit bis jetzt nicht klar, meinem Vater traute ich mir nicht, meine Gefühle darüber anzuvertrauen.
Ich hatte Angst ihm weh zu tun und so wie ich im Internet gelesen hatte, waren die Gefühlsausbrüche, wenn Eltern dies von ihren Kindern erfuhren, nicht gerade immer erbaulich um dies zu provozieren. Ich begann erstmal die Küche aufzuräumen, dabei hörte ich wie die Wohnungstür aufging.
Bernd
Karin hatte sofort Zeit für mich und ich machte mich auf den Weg zu ihr. Sie war meine und Kevins beste Freundin. Sie half uns wo sie nur konnte und na ja um ehrlich zu sein, sie war auch meine FREUNDIN.
Ich und Karin waren schon über drei Jahre zusammen, Kevin haben wir es erst vor einem Jahr erzählt. Er hatte schon genug damit zu tun, dass er keine Mutter hatte und daher hatte ich mein Privatleben sehr heruntergedreht.
Kevin stand bei mir auf der Liste ganz oben, Karin kam erst eine ganze Weile später auf der Liste vor. Sie hatte es immer verstanden und akzeptiert, aber vor einem Jahr drängte sie mich doch, langsam auch sie in der Liste etwas nach oben zu setzen.
Dazu muss ich sagen, dass sie eine Tochter hat, die auch gerne wieder eine Familie haben wollte. Sabrina so heißt sie, war im gleichen Alter wie Kevin und ein nettes Mädel. Kevin und sie verstanden sich prima und verbrachten oft, die Wochenenden miteinander. Da schoss mir ein Gedanke durch den Kopf, ob sie es wusste von Kevin?
Mit diesen Gedanken kam ich bei Karins Wohnung an und drückte den Klingelknopf. Als ob Karin hinter der Tür gestanden und nur darauf gewartet hatte, wurde die Tür aufgerissen.
„Komm rein Bernd!“ dabei zog sie mich in den Flur und nahm mich in die Arme. Ich konnte nicht anders und fing wieder an zu heulen.
Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte, wanderten meine Blicke suchend den Flur entlang. Karin verstand wohl sofort, nach wem ich Ausschau hielt.
„Ich habe Sabrina zu Dir geschickt um nach Kevin zu sehen und NEIN ich hab ihr nicht gesagt warum.“
Dabei zog sie mich ins Wohnzimmer und drückte mich auf das Sofa.
„So nun erzähl mal ganz langsam was los ist.“
„Karin, Kevin er hat in …seinem…Schrank..“, ich brach wieder in Tränen aus.
„Jetzt mal langsam. Was hat Kevin in seinem Schrank?“
„Er.. hat.. eine Schwulenzeitschrift in seinem Schrank versteckt. Was soll ich nur machen? Was habe ich falsch gemacht?“
Tränen rannen mein Gesicht herunter, flehend sah ich Karin an. Als ob sie das Orakel war, dass mir sagt, wie ich Kevin heilen konnte.
„Bernd und wenn Kevin schwul ist, ändert das etwas an Deinen Gefühlen zu ihm?“
„Nein!“ heftig schüttelte ich den Kopf.
„Aber warum ausgerechnet mein Sohn und wie soll ich damit umgehen? Ich kann es nicht!“
„Erst mal Bernd was ist so schlimm wenn es so wäre? Zweitens versteh ich Dein Satz nicht: Ich kann es nicht?“
„Na ich kann ihn dann nicht mehr so in die Arme nehmen, wie vorher!“
„Warum nicht? Ist er deswegen ein anderer Mensch, nur weil er eher einen Jungen lieben wird? Bernd ich dachte immer Du bist aufgeschlossen gegenüber der Welt und allem anderem. Wir leben doch nicht im Mittelalter, wo die Kirche diese SEUCHE ausrotten wollte.“
Karin sah mich an und drückte mich an sich.
„Bernd Du weißt das ich als Ärztin vieles schon gesehen und erlebt habe. Zurzeit habe ich einen Jungen in Therapie, der schwul ist. Er hatte sich geoutet vor seinen Eltern. Weißt Du was sein Vater danach gemacht hat, als der Junge es ihnen gesagt hatte?“
Ich schüttelte den Kopf und sah sie fragend an.
„Der Vater hat ihn Halbtod geschlagen und danach wie ein Stück Dreck auf der Strasse abgeladen. Wenn nicht ein paar Nachbarn die Polizei gerufen hätten, wäre der Junge jetzt Tod. Er lebt jetzt in einer Pflegefamilie, der Junge ist sechzehn Jahre alt. Was kann der Junge dafür, das er schwul ist?“
„Oh mein Gott Karin du glaubst doch wohl nicht, dass ich das Kevin antun würde?“ meine Stimme erstickte fast dabei, als ich die Worte herauspresste.
Karin sah mich an und schüttelte den Kopf.
„Nein sonst würdest Du hier nicht sitzen und mit mir darüber sprechen. Bernd ich Liebe dich und ich stehe dir zur Seite, aber ich werde einschreiten wenn du Kevin wehtun solltest.“
„Das kann ich doch nicht, Kevin ist mein ein und alles. Es ist nur so, ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll?“
„Du sollst gar nicht damit umgehen! Kevin ist es der sich so akzeptieren muss! Du musst ihm dabei helfen und ihn weiterhin so nehmen, wie er ist. „
Langsam beruhigte ich mich und nickte.
„Du hast Recht. Wie soll es jetzt weiter gehen?“
„Erstmal ist es wichtig, dass Du Kevin zeigst, dass Du gegen Schwule nichts hast.“
„Und wie???“, mir standen wohl die Fragezeichen im Gesicht.
Karin lächelte mich an.
„So gefällst Du mir schon besser und das wie werden wir auch in Angriff nehmen. Als erstes wirst Du wenn Kevin das Thema Homosexualität anschneidet, versuchen dich darüber positiv zu äußern. Kevin muss erkennen, dass Du dem offen gegenüberstehst und keine Probleme damit hast.“
„Ja so werde ich das wohl machen.“
Dann unterhielten wir uns noch eine ganze Weile, dabei kamen wir auch auf das Thema mit dem Jungen, den Karin zurzeit in Behandlung hatte zu sprechen. Was sie mich dann fragte, war nicht so einfach zu beantworten. Sie wollte den Jungen aufnehmen und da wir ja, so wie ich sie verstand, genug Platz in dem neuen Haus hatten, wäre das ja kein Problem. Ja wir planten in zwei Wochen zusammen zu ziehen und das Haus hatten wir gemeinsam gekauft. Da fiel mir ein, dass Kevin davon noch gar nichts wusste.
Na ja erst war ich nicht so begeistert, aber zum anderen warum nicht, der Junge brauchte Hilfe und Karin würde sowieso nicht nachgeben.
Nachdem ich dann zustimmend nickte, sagte sie noch: „Ich wusste Du lässt mich nicht im Stich. Ich Liebe Dich Bernd!“
Tja ich und mein großes Herz, auf was ich mich da eingelassen hatte???!!!!
Kevin
„Hallo ist jemand da?“
Ich erkannte Sabrinas Stimme und lief aus der Küche in den Flur.
„Hi Sabrina, was machst Du denn hier?“
„Ich wollte mal sehen, ob es meinem allerliebsten Kevin gut geht und wie er sich so fühlt!“
Ich musste lächeln. Sabrina war die einzige, der ich anvertraut hatte, dass ich eventuell auf Jungs stehe.
„Mir geht’s gut und Dir?“ dabei trat ich auf Sabrina zu und drückte sie an mich.
„Ohh man hör bloß auf. Seit meine Mutter diesen Neuen bekommen hat, ist sie kaum noch da und wenn sie mal anwesend ist, dann hat sie nur ein Thema. Steven hier und Steven da.“
„Was ist denn mit diesem Steven?“
„Ach der hat wohl nicht so viel Glück gehabt. Seine Eltern haben ihn wohl, so wie ich es verstanden habe halb Tod geschlagen. Warum weiß ich auch nicht. Jedenfalls ist er jetzt bei einer Pflegefamilie.“
„Ach so und sonst. Wie sind die Vorbereitungen von unseren Eltern denn gediegen. Haben sie schon eine Wohnung gefunden, wo wir alle Platz haben werden?“
Sabrina lachte: „Ja Bruderherz, haben sie. Sag mal hat dein Vater noch nichts erzählt?“
Ich schüttelte den Kopf: „Nein hat er nicht. Aber wir haben uns auch diese Woche kaum gesehen. Er hat wohl ziemlich viel Stress auf der Arbeit.“
Sabrina nickte und wir gingen gemeinsam in die Küche.
„Sag mal wie sieht es denn hier aus?“
„Ja ich weiß. Als ich nach Hause kam war Paps nicht da und die Küche sah da schon so aus.“
„Na dann los machen wir erst mal Ordnung und danach kannst Du mir ja erzählen ob Dir ein netter Junge über den Weg gelaufen ist!“ dabei strahlte sie mich an.
Wir machten dann erst mal Ordnung in der Küche. Als wir fertig waren gingen wir in mein Zimmer und ich erzählte ihr dann von dem Neuen in unserer Klasse.
Dabei musste ich wohl ziemlich gestrahlt haben, denn Sabrina meinte daraufhin zu mir: „Da hat es wohl jemanden ziemlich erwischt. Wie ist denn sein Name?“
„Ähhhmmmm Steven. Sag mal hieß der Junge von den deine Mutter sprach nicht auch Steven?“
Sabrina nickte: „Das wäre aber ein großer Zufall wenn es sich um den gleichen Steven handeln würde! Hast Du eigentlich wieder mal mit Crash geschrieben?“
„Nee der war schon ne ganze Weile nicht online. Aber vielleicht ist er heute wieder mal im Chat.“
Crash habe ich in einem Forum kennen gelernt, seinen wahren Namen hat er mir nie verraten. Wir schrieben uns jetzt schon über ein halbes Jahr lang. Crash ist schwul und wollte es seinen Eltern sagen, dass war das letzte mal das ich von ihm hörte. Seitdem war Funkstille und ich wusste nicht wie sein Outing ausgegangen war.
Traurig schüttelte ich dabei den Kopf: „Sabrina ich hoffe nur es ist bei ihm alles gut abgelaufen!“
„Wie lange ist es eigentlich her, seitdem er sich das letzte Mal gemeldet hat?“
„Ich glaube 9 Wochen sind es mittlerweile.“
Traurig sah ich dabei aus dem Fenster. Crash war für mich eine Person geworden, dem ich alles anvertraut hatte von mir. Und jetzt hatte er sich schon fast über neun Wochen nicht mehr gemeldet.
„He Kevin wird schon wieder. Er meldet sich bestimmt bei Dir, wirst sehen!“ aufmunternd sah mich dabei Sabrina an.
Ich schlang meine Arme um sie und drückte sie an mich. Von einer Sekunde zur anderen fing ich an zu weinen.
„Er fehlt mir so und er hat mir immer wieder Mut gemacht, zu meinem Schwulsein zu stehen. Ich…“
Sabrina drückte mich an sich: „Pschht Kevin es wird alles wieder. Du wirst sehen er wird sich melden und zum anderen bin ich auch noch da. Kevin einen besseren Bruder wie Dich, hätte ich mir nicht wünschen können. Nur schade das so ein süßes Kerlchen wie Du auf Jungs steht.“
Bei diesen Worten fingen wir beide an zu kichern und dann lachten wir. Sabrina war einfach wunderbar. Sie verstand es immer wieder mich zum Lachen zu bringen.
„So los was machen wir heute noch? Schließlich ist morgen Sonnabend und das heißt das wir ausschlafen können!“
„Ich dachte wir gehen ins Mekka, da soll heute ein echt guter DJ Musik mixen.“ sagte ich.
„Na dann abgemacht. Uppss schon so spät, dann muss ich mich aber beeilen. Holst Du mich dann ab?“
„Na klar Sabrina, um 19:00 Uhr bin ich bei Dir!“
Bernd
Nun war ich auf dem Heimweg. Das Gespräch mit Karin hatte mir gut getan. Ich sah jetzt das ganze aus einer anderen Perspektive und was für mich noch wichtiger war, war das ich nicht so sein wollte wie diese Eltern von dem Jungen, den Karin zur Zeit in Behandlung hatte. Wenn ich nur daran dachte, kam in mir eine unbändige Wut hoch. Mit diesen Gedanken stürmte ich die Treppe hoch zu unserer Wohnung.
„Kevin bin wieder da.“
Kevins Tür ging auf und mein Sohn strahlte mich an.
„Wo warst Du denn?“ kam es von ihm.
„Ich war bei Karin, wir mussten noch einiges bereden!“
„Ach so und deshalb hinterlässt man die Küche, als ob eine Bombe darin eingeschlagen wäre. Das muss ja äußerst wichtig gewesen sein?“
„Ja mein Sohn war es! Und was machst Du heute noch? Soviel ich weiß ist heute Freitag!“
„Ich gehe mit Sabrina ins Mekka!“
„Aha hab’s mir gedacht! Ach so Kevin…“ dabei ging ich auf ihn zu: „ Wir haben ein neues Zuhause gefunden, für uns vier!“
„Ach ist ja was ganz neues! Ich dachte ich werde es überhaupt nicht erfahren. Beziehungsweise erst wenn ich vor einer leer geräumten Wohnung stehe!“
„Sorry ich habe es ganz vergessen Junge!“
„Schon gut. Sabrina hat es mir erzählt.“
„Sabrina war hier?“ musste mich ja dumm stellen, ansonsten hätte Kevin eventuell doch Lunte gerochen.
„Jops meine Lieblingsschwester war hier! Und wo werden wir demnächst wohnen?“
„Nicht mal weit von hier und es ist keine Wohnung, sondern ein Haus!“
„Wau so was können wir uns leisten?“
„Klar Sohnemann und es ist schon alles in Sack und Tüten!“
Kevin strahlte noch mehr und ich konnte nicht anders, ich ging auf ihn zu und umarmte ihn.
„Kevin ich habe Dich so lieb, egal was auch kommen sollte!“
„He Paps was ist denn mit Dir los?“
„Nichts ich wollte es nur mal sagen. Du bist für mich das wichtigste auf der Welt und dazu gehört, das Du glücklich bist.“
„Paps sollte Dir was entgangen sein, dann hier zum mitmeißeln, ich hab Dich genauso lieb und ich bin glücklich Dich zum Vater zu haben!“
Ich drückte ihn noch mehr an mich und es stahlen sich auch ein paar Tränen in meine Augen. Oh Gott wie ich ihn liebte, meinen Sohn Kevin.
„So nun mach hinne, Sabrina wird ja bestimmt schon warten!“
Kevin nickte und verschwand wieder in sein Zimmer. Ich ging dann erst mal in die Küche um aufzuräumen, aber wie ich feststellen musste war da schon jemand anderer fleißig gewesen.
„Und kann ich so gehen?“ kam es plötzlich hinter mir.
Ich drehte mich nach der Stimme um und sah Kevin in der Küchentür stehen.
„Wau wer sind sie denn junger Mann?“
Kevin musste lachen und ich fiel mit ein.
„Und ????“ dabei drehte Kevin sich im Kreis.
„Du siehst toll aus Kevin. Hier…“ dabei hatte ich meine Brieftasche in die Hand genommen und einen Fünfziger herausgenommen und gab sie ihm.
„Danke!!“ dabei sprang er dann auch schon zur Garderobe und nahm seine Jacke ab.
„Bis dann Paps, kann sein das ich bei Sabrina schlafe!“
„Kein Problem, Karin wollte sowieso herkommen.“ rief ich noch hinterher, bevor die Haustür zuschlug.
Kevin
Ich frage mich immer noch, was heute mit meinem Vater los war. Das ich ihn lieb habe, dass weiß er doch. Komisch, komisch mit diesen Gedanken ging ich zu Sabrina. Bei ihr angekommen, klingelte ich Sturm.
„Hi Kevin, sag mal warum klingelst Du denn oder hast Du Deinen Schlüssel zu Hause vergessen?“
Karin sah mich lachend an.
Ich schüttelte den Kopf: „ Hab’s mal wieder vergessen, dass ich so ein Ding von eurer Wohnung besitze! Aber sag mal Karin, Paps sagte ihr habt ein Haus für uns gefunden?“
„Ja Kevin haben wir und wenn Dein Vater vergessen haben sollte wann der Tag des Umzugs ist, der ist in zwei Wochen!“
„Ah ja, wunderbar dann sehe ich euch ja jeden Tag!“ und dabei sprang ich Karin an den Hals und drückte sie.
Karin musste lachen und drückte mich auch.
„He was ist denn hier los!“ kam es hinter uns von Sabrina.
„Liebes das nennt man kleines Familienkuscheln!“ kam es lachend von Karin.
„Kann ich da mit machen!“ prustete Sabrina los.
Ohne auf eine Antwort zu warten schlang sie ihre Arme um uns beide.
„So Leute ich muss noch arbeiten und bevor ihr verschwindet, wollte ich euch noch kurz sprechen.“ dabei ließ Karin uns los und ging in ihr Arbeitszimmer.
Ich sah fragend Sabrina an, aber die zuckte nur mit den Schultern. So gingen wir beide dann, mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn, Karin hinterher.
„Was wolltest Du denn mit uns besprechen?“ fragend sah Sabrina zu ihrer Mutter hin.
„Sabrina, Kevin ich habe zurzeit einen Jungen in Behandlung und er hat niemanden der sich um ihn kümmert, zum anderen habe ich ihn sehr gerne und wollte ihn bei uns mit unterbringen. Bernd ist damit einverstanden, aber ich weiß nicht wie ihr dazu steht, wenn er mit in unser neues zu Hause einzieht!“
Sabrina sah mich an und ich sie und wir konnten uns ein grinsen nicht verkneifen.
„Na ja solange er sich ordentlich benimmt und keinen Mist baut, soll es uns recht sein!“ übernahm Sabrina das Wort für uns.
„OK er kommt heute schon und wird im Gästezimmer schlafen. Ich würde mich freuen, wenn ihr ihn auch mit zu eurer Abendveranstaltung mitnehmen könntet!“ erleichtert sah uns dabei Karin an.
„Und wo soll ich dann schlafen?“ kam es von mir.
„Ich habe die Couch im Gästezimmer für Dich bezogen! Ich hoffe es stört Dich nicht wenn Du mit Steven das Zimmer heute Nacht teilst?!“
„Nein stört mich nicht!“ Hauptsache er sieht süß aus, dann wäre mir alles egal, ging es mir durch den Kopf. Als ob Sabrina meine Gedanken lesen konnte, stieß sie mir den Ellenbogen in die Seite.
„Aua..“, eh Karin mich fragen konnte was los sei, klingelte es an der Wohnungstür.
Karin raste an uns vorbei zur Wohnungstür, von woher wir kurz darauf Stimmen hörten.
Steven
Nun stand ich hier vor der Wohnungstür von Karin. Ich konnte es immer noch nicht fassen, dass sie mich in ihrer Familie aufnehmen wollte. Sie hatte mir erzählt, dass sie mit ihrem Lebensgefährten Bernd und dessen Sohn und ihrer Tochter in ein Haus zusammenziehen wollten.
Ich hatte zwar meine Bedenken, ob es gut sei einen SCHWULEN in ihrer Familie aufzunehmen, aber Karin winkte nur ab. Das ist kein Problem und glaube mir Kevin und Sabrina werden sich freuen dich kennen zu lernen. Die Worte klangen mir immer noch in den Ohren.
Was hatte ich schon zu verlieren, schlimmer wie es jetzt war, kann es nicht mehr werden. Mit diesen Gedanken stand ich nun mit meinen paar Sachen vor ihrer Tür, neben mir stand Frau Stahnke vom Jugendamt und schaute aufmunternd zu mir.
„Du wirst sehen, es wird alles gut! Bei Karin bist du in den besten Händen.“
Frau Stahnke betätigte den Klingelknopf und dann hörten wir Schritte, die sich der Tür näherten. Die Tür wurde aufgerissen und Karin stand vor mir.
„Da bist Du ja! Kevin und Sabrina warten schon.“ sagte Karin zu mir, dann wandte sie sich an Frau Stahnke.
„Na Christel, ist alles klar gegangen?“
„Ja doch, war gar nicht schwer meinen Boss davon zu überzeugen, dass es für Steven das Beste sei. So hier sind seine Sachen und wenn Du etwas brauchst, ruf mich einfach an. Ich hab es eilig, habe noch einen wichtigen Termin!“ damit verabschiedete sie sich von uns und verschwand.
Ich stand immer noch wie angewurzelt an der Tür.
„Na dann komm mal herein.“
Ich bückte mich und nahm meinen Koffer und meinen Rucksack in die Hände und folgte Karin in die Wohnung.
„Sabrina, Kevin das ist Steven!“
Ich konnte nur Sabrina sehen, diese nickte mir freundlich zu und kam auf mich zu.
„Hi Steven, komm ich zeig dir dein Zimmer wo du erst mal schlafen wirst“, dabei nahm sie mir den Koffer aus den Händen.
„Na dann Kinder ich verschwinde mal in mein Arbeitszimmer, muss noch etwas arbeiten. Ach eh ich es vergesse, ich bin dann über Nacht bei Deinem Vater Kevin.“
„Ja ist schon gut. Paps hat mir es schon gesagt.“
Ach ja da gab es noch jemanden. Kevin, wie der wohl aussah?
Als ob Karin meine Frage gespürt hatte, gab sie den Blick auf Kevin frei und dann sah ich ihn.
Oh scheiße, das war ja der Kevin aus meiner neuen Klasse und der sah mich genauso entgeistert an.
„Hi ….. Steven..“ kam es leise von Kevin.
„Hi Kevin ich glaube ich werde wieder gehen….“ drehte mich um und wollte schon zur Tür.
„Steven bitte bleib, ich freu mich echt das du bei uns leben wirst. Zum anderen, wir kennen uns doch gar nicht richtig und wir beide, also Sabrina und ich wollen dich gerne kennen lernen.“ kam es daraufhin von Kevin.
„Kevin ich glaube wenn du alles von mir wüsstest, dann würdest du so was nicht mehr sagen!“ dabei sammelten sich langsam Tränen in meinen Augen.
„Wieso sagst du so was? Komm schon, gib uns eine Chance!“
Na ja eigentlich hatte Kevin ja recht, also warum sollte ich ihnen nicht eine Chance geben, mich kennen zu lernen und genauso umgekehrt ich sie. Aber da gab es noch ein GROSSES Problem für mich und dieses Problem hieß Kevin.
Er war mir heute schon in der Schule aufgefallen und ich hatte sofort Schmetterlinge im Bauch gehabt, als ich ihn sah. Auf der anderen Seite so wie Kevin aussah und sich gab war er mehr als hundertprozentig Hetero und wenn er dahinter kam das ich schwul bin, was würde er dann mit mir machen. Vielleicht das gleiche wie mein Vater?
Ich drehte mich wieder um und sah Kevin an, dabei wischte ich mir die Tränen aus dem Gesicht. Nein, so wie mich Kevin ansah, würde er nie wie mein Vater reagieren. Irgendetwas lag in Kevins Blick, dass mich gefangen hielt.
„Nun komm schon Steven…. Ich meine … ich freue mich…ähhmmm“, stammelte Kevin in meine Richtung. Irgendetwas sagte mir das Kevin mir viel mehr sagen wollte, aber es sich nicht traute.
„Warum nicht, also dann zeig mir mal das Zimmer!“ kam es zaghaft von mir.
„Kevin, Steven sagt mal wo bleibt ihr denn? Wir wollen noch in die Disco! Nun macht schon…“
Kevin grinste in meine Richtung: „Daran musst du dich gewöhnen, wenn Sabrina ruft haben wir zu gehorchen. Ach so du kommst doch mit zur Disco?“
„Na klar wenn ihr mich dabei haben wollt!“
„Na dann ist ja alles klar.“
Ich ging Kevin hinterher und dann standen wir in dem Zimmer, dass erst mal meines sein sollte.
„Ach so Steven, Kevin wird heute Nacht hier mit im Zimmer auf der Couch schlafen! Das stört dich doch nicht oder?“ fragend sah mich Sabrina an.
„Nee kein Problem. So und was soll ich anziehen?“
„Na zeig mal was Du hast!“
Ich öffnete meinen Koffer und kramte etwas rum, dabei zog ich eine schwarze Jeans heraus und ein weißes Hemd.
„Wird das gehen?“ dabei zeigte ich auf die Sachen.
„Klar, sieht bestimmt super aus zu deinen schwarzen Haaren!“ das kam von Kevin und als ich ihn fragend ansah wurde er sogar rot. Oh man war das niedlich, zum andern wusste ich nicht was ich davon halten sollte. Na egal, Hauptsache es gefiel ihm.
„So wo ist das Bad?“
„Was…“
„Man Kevin, Steven hat nur gefragt wo das Bad ist!“ kam es lachend von Sabrina.
„Ja ähh das Bad wo war das gleich? Ach ja ist gleich gegenüber von deinem Zimmer!“
Kevin sah dabei zum piepen aus, die Röte in seinem Gesicht übertraf sogar noch die Farbe einer reifen Tomate.
„Danke, dann geh ich mich mal frisch machen!“ und ich zwinkerte Kevin kurz zu.
Sabrina
Wenn ich das jetzt richtig mitbekam, hatte es Kevin heftig erwischt, aber Steven sah genauso aus. Steven war ins Bad verschwunden und Kevin stand immer noch wie vom Blitz getroffen im Zimmer.
„He Kevin jetzt komm mal mit in mein Zimmer, ich glaube du hast mir noch nicht alles erzählt!“
Ich ging dann voraus und Kevin hinterher, zu meinem Zimmer. Nachdem ich die Tür zugemacht hatte, schaute ich Kevin an.
„Sag mal was war denn mit Dir los? Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen du bist verknallt!“
„Ohh Sabrina schon als er heute unsere Klasse betreten hatte, war es um mich geschehen. Ich weiß nicht was ich machen soll???“
„He mal ganz ruhig Kevin, so wie Steven reagiert hat, war ihm das nicht unangenehm. Ich würde sogar sagen er ist auch in Dich verknallt.“
Kevin
Betroffen sah ich Sabrina an: „Echt war das so deutlich zu sehen?“
„Man Kevin deine Hautfarbe im Gesicht hat Bänder gesprochen. Aber nun los, Steven ist bestimmt schon fertig im Bad!“
„Ja du hast recht, ich geh mal nach Steven sehen.“ damit ging ich aus Sabrinas Zimmer und machte mich auf den Weg zu Steven.
Als ich das Zimmer betrat stand Steven schon in voller Montur im Zimmer.
„Na wollen wir los?“ dabei funkelten seine Augen mich an.
Man sah der gut aus und die Klamotten sahen echt fetzig an ihm aus.
„Ja wenn du soweit… bist… dann können wir ja los!“ man was war mit mir nur los.
Ich ging zurück zur Zimmertür: „Sabrina wir können los. Steven ist fertig.“
„Na super dann mal los.“ kam es von ihr.
Dann machten wir uns auf den Weg. Karin gab uns auch noch etwas Geld.
„Leute ehe ich es vergesse, ich werde bei Bernd übernachten, also bleibt nicht zu lange weg. Spätestens um 12 seid ihr wieder zu Hause. Ach und wegen Frühstück, ist alles im Kühlschrank, also wartet nicht morgen auf uns, sondern bedient euch.“
„Ja Mam machen wir, alles klar. So dann mal auf, ich will tanzen.“ sagte Sabrina und schritt voran, ich und Steven folgten ihr.
Kevin
Es war ein super Abend, wir tanzten zu dritt wie die verrückten und dann, glaube ich, hatte es Sabrina erwischt. Marcus einer aus meiner parallel Klasse war da und himmelte den ganzen Abend Sabrina an.
Bei einer langsamen Runde tanzten sie ziemlich dicht aneinander gedrängt. MMMhhh.. muss Liebe schön sein, dabei sah ich zur Seite auf Steven, der den ganzen Abend schon strahlte.
„He Steven das ist doch ein richtig toller Abend oder?“
Steven strahlte mich an und nickte: „Mit euch macht es richtig Spaß. Ich hatte schon Angst das du ein totaler Macho bist, aber da habe ich mich wohl geirrt.“
„Keine Angst Steven, ich bin ein ganz normaler Junge und ich habe wie alle meine Träume und Wünsche!“ dabei sah ich Steven ziemlich lange in die Augen.
Ich wäre am liebsten auf ihn zugegangen und hätte ihn in meine Arme genommen. Aber etwas hielt mich zurück, zum einen die Angst, was würde er sagen wenn er merkt das ich Schwul bin. Ja ich habe an diesem Tag endlich das akzeptiert, was ich bis dato nicht akzeptieren wollte. Aber seitdem ich Steven gesehen hatte, waren sowieso alle Vorsätze über Bord geworfen worden.
„Leute wir müssen, wir haben versprochen um 12 zu Hause zu sein.“
Sabrina stand strahlend vor uns und wie nicht anders zu erwarten war Marcus an ihrer Seite.
Wir gingen alle vier los. Marcus ging neben Sabrina und hielt ihre Hand. Ich sah wohl ziemlich traurig auf diese Hände, denn plötzlich schob sich eine Hand in meine und hielt sie sehr fest.
Ich sah Steven von der Seite an, dieser schaute aber geradeaus und strahlte. Also sah ich auch nach vorn und ein Lächeln verzog mein Gesicht. Steven war ein Hammer.
Steven
Das war ein toller Abend. Kevin war der Hammer und wie er sich zur Musik bewegte. Ein Engel war dagegen nichts. Aber wie er mich immer wieder ansah, irgendwie komisch. Anders konnte ich es nicht beschreiben. Was war mit ihm bloß auf einmal los, vorher so schüchtern und zurückhaltend und jetzt als ob er irgendetwas akzeptierte, dass er war, oder was er war.
ABER WAS WAR ER????
Als wir nach Hause gingen und ich seine Blicke zu Sabrina sah und dann diese Blicke auf die Hände von Marcus und Sabrina, da wusste ich was ihm fehlte. MMhh, na ja warum nicht jetzt und mutig wie ich war schob ich meine Hand in die seine. Wau er hielt sie fest und wie und er sah mich von der Seite an. Leute ich kann gar nicht sagen wie Glücklich ich in diesem Moment war.
Ja, wenn mich jemand fragen sollte, ob ich Kevin mag, dann hätte ich das mit Ja beantwortet.
Aber wem sollte ich schon diese Frage beantworten? Wem?
Kaum waren wir bei Sabrina zu hause angekommen, verabschiedete Marcus sich bei Sabrina und bei uns und meinte nur, ihr seid cool Leute.
Wir gingen dann hinein und Sabrina wünschte uns noch eine Gute Nacht.
Kevin stand im Zimmer mit einem Blick, der mich nur traurig machte!
„He Kevin was ist mit Dir? Es war doch ein toller Abend!“
„Ja“ kam es zögernd von ihm und dann meinte er, dass er total müde sei.
.Das hieß dann wohl, ab ins Bett.
Kevin
Der Abend in der Disco war ein Hammer und dann Steven, wie er mir seine Hand in meine gedrückt hatte, beim nach Hause gehen. Ich konnte nicht beschreiben, was in mir vorging. Dann standen wir irgendwann in unserem Zimmer und ich war total müde.
„Puh jetzt aber ab ins Bett, ich bin total müde.“ Steven sah mich dabei an und lächelte.
„Na dann schlaf gut.“
Wir zogen uns aus und Steven schlüpfte in sein Bett und ich kroch auf die Couch. Irgendwann in der Nacht, wachte ich durch einen furchtbaren Alptraum auf. Irgendetwas schrie fürchterlich und ich sah in meinem Traum wie eine riesige Kreatur auf mich zukam.
Was ist das bloß für ein Gekreische, das hört ja gar nicht auf. Erst da bekam ich langsam mit das die Geräusche von Steven kamen. Man der musste ja einen irren Traum haben, dabei stand ich auf und tapste zu seinem Bett.
„Steven wach auf, es ist doch nur ein Alptraum.“
Ich rüttelte an ihm wie ein besengter.
„Was wo wie… Oh Gott Kevin bist Du das?“
„Denke schon, da außer mir und Dir niemand im Zimmer ist. Man Du hast geschrieen als ob eine ganze Horde Monster hinter Dir her sind.“
Erst jetzt merkte ich, dass Steven am ganzen Körper zitterte.
„Alles ok mit Dir?“
„Ja glaub schon…würdest Du bei mir schlafen? Ich hab solche Angst!“
„Mmmhh na wenn es hilft und ich noch ein paar Stunden Schlaf abbekomme? Los Rutsch mal.“
Steven rutschte etwas zur Seite und ich legte mich neben ihn.
„Kevin tut mir leid aber…“, dabei fing Steven neben mir an zu weinen.
Vorsichtig rutschte ich noch etwas näher zu ihm und nahm ihn in den Arm.
„Ganz ruhig, bin ja bei Dir. Du wirst sehen es wird wieder alles gut.“
„Nein nicht alles wird gut, aber es wird besser. Kevin ich bin so froh, dass ich bei euch bleiben kann.“
„So komm jetzt schlafen wir und morgen überlegen wir was wir noch alles unternehmen können.“
„Mmmhh Kevin ich hab …Dich …gerne…“
„Steven ich Dich auch!“, danach musste ich wohl eingeschlafen sein, denn das nächste Mal als ich wach wurde, drückte irgendetwas auf meinem Brustkorb.
Da es schon hell war, konnte ich einen dunkelblonden Haarschopf erkennen der auf mir lag. Zwei Arme hatten sich dabei um meinen Körper geschlungen und hielten diesen fest. Es war schon ein komisches Gefühl von Steven in den Armen gehalten zu werden und wie ich merkte gefiel es jemand anderem noch viel besser, denn in meinen unteren Regionen begann sich etwas zu regen.
Oh shit das auch noch, ich musste irgendwie aus diesem Bett und auf Abstand zu Steven. Wenn der merkt was er in mir auslöst nicht auszudenken. Was mach ich nur…? Bei diesen Gedanken regte sich Steven und brummelte etwas.
Dabei ließen seine Arme mich kurzzeitig los, so dass ich ihn vorsichtig zur Seite schieben konnte und dann aus dem Bett schlüpfte.
Kaum war ich aus dem Bett, lief ich so leise wie es ging zur Tür. In dem Moment wo ich kurz vor der Tür stand um diese zu öffnen, hörte ich Steven.
„Morgen Kevin wo willst Du denn hin? Es ist doch erst acht Uhr.“
„Ich muss mal für kleine Jungs!“, dabei sah ich an mir hinunter auf die Beule in meiner Hose.
Ich muss hier raus, schrie alles in mir und ich riss die Tür auf und rannte zur Badtür. Nachdem ich mich im Bad eingeschlossen hatte, atmete ich erstmal tief durch.
Oh man das war wohl der letzte Beweis dafür, das ich definitiv schwul bin.
Plötzlich klopfte es an die Badtür: „Hallo wer auch immer da drin ist, ich muss mal ganz nötig!“
Ich erkannte Sabrinas Stimme.
„Einen Augenblick, bin gleich fertig.“ dabei sah ich noch mal an mir herunter.
Gott sei Dank die Beule war weg und nun musste ich doch schnell mal für kleine Jungs. Also beeilte ich mich und kurz darauf öffnete ich die Badtür.
„Morgen Sabrina, ich geh dann mal in die Küche und bereite schon mal das Frühstück vor.
Sabrina sah mich mit großen Augen an: „ Sag mal was ist denn mit Dir? Sonst pennst du doch auch bis in die Puppen!“
„Liebste Sabrina auch ich habe mal Phasen in denen ich auch am Wochenende früh aufstehe und heute ist so ein Tag!“ grinsend ging ich dabei an ihr vorbei, in Richtung Küche.
Dort angekommen, sah ich erstmal nach was wir alles da hatten. Die Brötchen warf ich dann in den Backofen und danach setzte ich erstmal eine große Kanne Kaffee auf.
„Morgen …“ kam es plötzlich hinter mir und ich lies den Teller fallen den ich gerade aus dem Schrank genommen hatte.
Na das war dann mal ein Teller mit diesen Gedanken drehte ich mich zu der Stimme um: „Morgen Steven, wo du schon mal da bist, gibst du mir bitte die Müllschippe und den Handfeger?“
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken.“
„Haste aber, beim nächsten Mal mach dich etwas lautstarker bemerkbar bevor du in ein Zimmer rein kommst! Ansonsten kannst du gleich den Notarzt vorher anrufen“, dabei musste ich dann doch grinsen und Stevens Mundwinkel zuckten auch und dann lachten wir los.
„Was ist denn hier los? Kann ich auch mit lachen?“
„Nee Sabrina den Witz würdest du sowieso nicht verstehen!“
„Hä hab ich jetzt irgendwas verpasst?“
„Nein Sabrina und nun los Steven, ab ins Bad. Frühstück ist gleich fertig.“
Steven verschwand dann auch und Sabrina half mir beim decken des Küchentisches.
Kurze Zeit später saßen wir beim Frühstück und quatschten über den vergangenen Abend.
„Sag mal Sabrina, wann triffst du dich denn mit Marco wieder?“
„Tja lieber Kevin, das kann ich dir beantworten und zwar heute. Wir wollen ins Kino gehen und uns den dritten Teil von Bourne Identität ansehen.“
„Wow den wollte ich mir auch ansehen. Kann ich mit Steven mitkommen?“
„Wenn ihr nicht stört, denke ich geht das in Ordnung!“
„Oh man wir stören bestimmt nicht, was meinst du Steven.“
„Nee bestimmt nicht, ich wollte den mir auch ansehen!“, kam es von Steven.
„Na dann wissen wir ja was wir heute machen!“
Bernd
Ich war gerade dabei, in der Küche das Frühstück vorzubereiten als Karin hinter mich trat und mich in die Arme nahm.
„Na mein Süßer wie ich sehe werde ich hier nicht gebraucht. Ich werde mal schnell unter die Dusche gehen und dann bin ich auch etwas wacher. Hoffe ich!“
Etwas später saßen wir beim Frühstück und planten unseren Umzug.
“Und Bernd hast du das mit Kevin etwas verarbeitet?“
Ich nickte: „Wie du gestern so schön gesagt hast, es ändert sich ja nicht viel. Nur das ich keine Enkelkinder haben werde und statt einer Schwiegertochter einen Schwiegersohn bekomme. Das einzige worüber ich mir Sorgen mache ist, wenn es in der Schule bekannt wird, dass Kevin schwul ist, was die Schüler mit ihm machen werden.“
„Mein Gott Bernd, so weit ist es doch noch gar nicht und wenn dann werden wir beide für ihn da sein und ich denke Steven und Sabrina werden auch zu ihm stehen. Wobei Steven das ja nicht schwer fallen wird.“
„Ach wo du mich an Steven erinnerst, wann lerne ich denn den mal kennen?“
„Heute! Er ist gestern schon bei uns eingezogen.“
„Das hast du mir gar nicht erzählt! Na da bin ich ja mal gespannt!“
„So komm Bernd wir müssen dann mal nach unseren Rabauken sehen. So wie ich die kenne, liegen die bestimmt noch in den Federn!“
Nachdem wir in der Küche klar Schiff gemacht hatten, fuhren wir zu Karins Wohnung. Der erste der uns entgegen kam war Kevin. Was mir sofort auffiel, er lachte und war wie ausgewechselt. Karin und ich sahen uns nur kurz an. Auch Karin hatte es mitbekommen, das Kevin fröhlicher wirkte.
Nachdem sich die ganze Meute im Wohnzimmer eingefunden hatte, wurde mir Steven vorgestellt. Am Anfang war er gegenüber mir sehr zurückhaltend. Er machte auf mich einen guten Eindruck und da ich von Karin ja wusste was ihm widerfahren war, hatte ich eher ein psychisches Frack erwartet.
Das war er überhaupt nicht, das einzige was mir auffiel waren die Blicke von Steven in Richtung Kevin wenn er sich unbeobachtet fühlte. Na ich wollte jetzt nicht zu viel hinein interpretieren, aber es sah so aus als ob Kevin einen Verehrer hatte.
Na super und ich hatte gehofft das ich mich erst mal mit dem einen anfreunden konnte, aber wie es aussah stand wohl schon der erste Anwärter zum Schwiegersohn vor mir. Obwohl so schlecht sah dieser Steven ja nicht aus. Mein Gott jetzt fang ich schon an, die zukünftigen Anwärter abzuschätzen ob sie für meinen Kevin gut genug waren.
Steven
Es war einfach super, nachdem ich Kevins Vater kennen gelernt hatte und der war echt lustig. Man merkte dass er für Kevin eine wichtige Rolle im Leben spielte und dass er ihn über alles liebte.
Ich sah von der Seite Kevin an, er erzählte gerade von gestern und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Ich musste dabei an heute früh denken, ein Lächeln huschte dabei durch mein Gesicht. Ich war früher aufgewacht als Kevin und der lag auf dem Rücken neben mir und schlief tief und fest.
Na ja ich habe dann die Situation etwas ausgenutzt und meinen Kopf auf seinen Brustkorb gelegt und meine Hände um seinen Oberkörper geschlungen. So war ich dann wohl wieder eingeschlafen. Jedenfalls bin ich wach geworden als Kevin versuchte, vorsichtig aus dem Bett zu kommen.
Nachdem er es dann geschafft hatte, sah ich kurz auf seine Short und was musste ich da sehen. Kevin hatte eine mächtig gewaltige Beule in der unteren Region. Na vielleicht habe ich doch eine Chance bei ihm, denn er gefiel mir immer besser, seine braunen Haare und diese braunen Augen, die wie ein paar Sterne leuchteten wenn er lachte.
Ich spürte plötzlich, dass jemand mich ansah, als ich den Blick etwas anhob sah ich in Kevins Vater seine Augen. Als ob er etwas wusste, jedenfalls lächelte er mich wissend an.
„Na Steven und wie hat dir der erste Tag gefallen?“ kam es auch von Bernd.
„Es war einfach toll und ich finde es echt super, dass ihr mir hier eine Chance geben wollt!“
„Kevin, Karin hat mir von dir erzählt und was du durchgemacht hast und ich freu mich dich in unserer kleinen Familie begrüßen zu können.“ dabei erhob sich Bernd und kam auf mich zu.
Ich zuckte etwas zusammen als er mich an sich drückte. Er musste es wohl bemerkt haben denn er flüsterte mir zu: „Steven du brauchst keine Angst haben, ich werde genauso hinter dir stehen wie ein guter Freund. Herzlich Willkommen.!“
Wau ich konnte nichts sagen und fing an zu weinen, aber diesmal weil ich seit langem wieder glücklich war. Alle standen auf und Kevin sagte etwas an diesem Tag, was ich nie vergessen werde.
Die Worte lauteten: „Ich habe Dich sehr lieb und in der kurzen Zeit bist du mir mehr als ein Bruder geworden.“
Was auch immer hinter dem Satz stand, ich hoffte dass ich das daraus gehört hatte was ich hoffte, nämlich das er mich LIEBTE.
Kevin
Man nun waren zwei Wochen vergangen und heute war der große Umzug geplant. In den letzten zwei Wochen hatte ich Steven noch besser kennen gelernt und was am schönsten war, er konnte wieder lachen und das so richtig.
Wenn ich bei Karin übernachtete, wurde es zum Ritual das ich bei Steven mit im Bett schlief. Dieser Schlawiner nutzte das auch voll aus. Jeden morgen lag er auf mir drauf und ich musste zusehen wie ich mit meinem großem Problem beim aufwachen klar kam.
Na ja bis jetzt hatte er jedenfalls nichts mitbekommen. Mein Vater war auch irgendwie komisch, immer wenn er was über das Thema schwule und Lesben hörte oder sah und es etwas Negatives war, dann ereiferte er sich und schimpfte über diese Gesellschaft und ihren dummen Einstellungen gegenüber dem Thema.
Na zum einen fand ich es toll und so langsam bekam ich Mut ihm von meinen Gefühlen zu erzählen.
„Kevin, kommst du bitte, die Möbelträger sind endlich da!“
„Ja Papa komme schon.“
Man das wird heute noch ein Tag, aber wer stand denn da im Flur?
„Steven was machst Du denn hier?“
„Na ich bin fertig mit dem Packen meiner paar Sachen und Karin meinte ich könnte hier noch etwas helfen!“
„Klaro kannste helfen. Ich werde mit dem einpacken meiner Sachen überhaupt nicht fertig.“
„Na dann ab in dein Zimmer.“
„Kevin, ich dachte du wärst bei dir schon fertig!“ kam es vorwurfsvoll von meinem Vater.
„Ja sorry aber du weißt doch, Kevin und seine Ordnung!“
Paps musste dabei lachen: „ Mach bloß ab in dein Zimmer und werd fertig mit dem packen, deiner Sachen.“
„Ja, ja…“ mit diesen Worten spurtete ich in mein Zimmer.
„Steven, bin da wir können loslegen.“
Ich sah Steven an meinem Schreibtisch sitzen mit einem Stück Blatt in der Hand. Er reagierte überhaupt nicht und sah wie hypnotisiert auf das Blatt.
„Steven hallo, ich bin daaaaaaa…“
Erschrocken sah er auf und sah mir direkt in die Augen.
„Kevin sag mal, ist dein Chatname wenn du im Internet bist Kev16?“
„Wieso? Ja ist er, warum willst denn das wissen?“
„We…illll mein Name im Chat CRASH ist.“
„DDDD…uuuuu bist CRASH?“
Er nickte und stand auf: „Ja der bin ich! Wie habe ich mir immer gewünscht diesem Kev16 gegenüber zu stehen und mit ihm mal persönlich zu quatschen und jetzt muss ich feststellen das dieser Kev16 DU bist.“
Irgendwie war das jetzt für mich doch etwas zu viel und ich setzte mich auf den Fußboden. Ohh Scheibenkleister, was mach ich jetzt nur. Eines wusste ich nun mit Bestimmtheit, nämlich warum sich Crash im Chat nicht mehr gemeldet hatte.
„Kevin, he geht’s dir nicht gut?“
Ich fühlte wie Steven mich vorsichtig in die Arme nahm.
„Steven, Crash weißt du eigentlich wie viel du mir bedeutest. Ich habe jeden Tag darauf gewartet, dass Crash im Chat auftaucht und mir erzählt wie sein Outing gelaufen ist. Aber nichts kein Lebenszeichen von ihm, von dir!“
„Sorry nun weißt du ja, wie es ausgegangen ist! Nämlich SCHEISSE!“ kam es leise von Steven.
„Oh man, nun weißt du ja von mir alles, nur eines nicht das ich für dich ziemlich starke Gefühle hege.“ antwortete ich ebenso leise.
„He das weiß ich, die Beule in deiner Shorts wenn du morgens aufgestanden bist, hat für sich gesprochen. Zum andern, hast du dich nie gefragt, warum ich immer morgens so eng auf dir lag?“
Erschrocken sah ich auf: „Du kleiner Schuft, du hast die ganze Zeit ….“
„Ja hab ich und ich hab’s genossen, wenn du am Wochenende bei mir geschlafen hast!“
„Na warte du kleines Biest…“ dabei drehte ich mich zu Steven und drückte meine Lippen auf seine. WAU… was für ein Gefühl. Plötzlich fühlte ich Stevens Zunge an meinen Lippen und als ob ich nur darauf gewartet hatte öffnete ich meine Lippen.
Wie lange wir so auf dem Boden saßen und unsere Mundhöhlen mit der Zunge erforschten, kann ich nicht mehr eindeutig sagen.
Jedenfalls waren wir mit der Höhlenforschung so intensiv beschäftigt, dass wir nicht merkten, dass mein Vater im Zimmer stand.
„ÄHHMM.. Jungs wenn ihr damit fertig seid, könntet ihr dann bitte weiter einpacken!“
Ach du sch…..
Erschrocken fuhren wir auseinander und ich sah meinen Vater entsetzt an.
Der aber lächelte mich nur an und meinte dann trocken in mein Richtung: „ Und Kevin um mir mitzuteilen, dass du auf Jungs stehst, hättest du mir dies nicht in Aktion zeigen müssen. Ich hätte mich gefreut wenn du es mir gesagt hättest. Aber wie es aussieht, habe ich ja dann wohl einen Schwiegersohn ab jetzt!“
Mit diesen Worten verließ er mein Zimmer und ich sah sprachlos meinen Vater hinterher. Ja mein Sprachorgan hatte den Dienst aufgegeben, jedenfalls in diesem Moment.
„Ähhmm Kevin sag mal, hat dein Vater was von deiner Neigung geahnt?“
Ich zuckte nur mit den Schultern, da mein Sprachorgan sich wohl immer noch im Streik befand.
„He ich denke du solltest wohl zu deinem Vater gehen und mit ihm sprechen!“
Als Antwort nickte ich nur und stand langsam auf.
„Ok ich pack hier weiter ein und du gehst jetzt zu deinem Vater.“
So machte ich mich auf den Weg zu meinem Vater, um endlich dass zu tun was ich schon die ganze Zeit vorhatte.
Bernd
Tja das war ja nun eindeutig, auf was oder wen mein Sohn sexuell stand. Na ja ein bisschen war ich schon geschockt. Wann hatte schon mal ein Hetero-Mann das Vergnügen zwei Jungs knutschend zu erwischen. Zum Glück hatte mir Karin ja einiges an Literatur gegeben um mich mit diesem Thema auseinander setzen zu können und es hat mir wohl geholfen, damit KEIN PROBLEM zu haben.
Nun stand ich also in der Küche und fing an die Stühle für die Möbelpacker zusammen zu stellen.
„Paps? Hast du mal kurz Zeit für mich? Ich hab dir was zu sagen!“, kam es etwas gedrückt von meinem Sohn, der an der Küchentür stand und betreten auf den Boden starrte.
Als ich ihn so dastehen sah, konnte ich nicht anders und ging auf ihn zu und nahm ihn in die Arme.
„Kevin, du brauchst mir nichts zu erklären! Ich freue mich für dich. Das einzige was mich etwas traurig macht ist, dass du es mir nicht schon längst erzählt hast. Wir haben doch sonst auch keine Geheimnisse!“
„Paps das kannst du doch nicht vergleichen mit irgendwelchen Sachen wie Schulnoten und sowas, hier geht es doch um etwas was nicht jeder so akzeptieren kann. Ich habe selbst Zeit gebraucht um mich so zu akzeptieren.“
„Mhh ich glaube mein Sohn ist hiermit erwachsen geworden und braucht seinen Vater nicht mehr!“ stellte ich trocken und mit etwas Wehmut fest.
„Quatsch dich brauche ich mein ganzes Leben lang. Du warst immer für mich da und das soll auch so bleiben.“
Danach hielten wir uns in den Armen und sagten gar nichts. Jeder hing seinen Gedanken nach und eines wurde mir bewusst, ich werde für diese beiden Lümmel immer da sein und ihnen beistehen.
„Darf ich mal kurz stören?“
„Ja Steven darfst du!“ kam es von uns beiden fast gleichzeitig und dann mussten ich und Kevin über das verdutzte Gesicht von Steven lachen.
Man der Gesichtsausdruck in Stevens Gesicht war ja auch zum piepen.
„Kannst du jetzt bitte wieder in dein Zimmer kommen und mithelfen einpacken? Sonst werden wir heute nie fertig.“
„Nun mach Kevin!“ und dann sah ich Steven an: „So und sie junger Mann werden ganz besonders auf meinen Sohn aufpassen, ansonsten gibt es Ärger mit mir!“
„Jawohl Sir, habe verstanden!“ kam es von Steven.
Dann rannten beide in Richtung Kevins Zimmer.
Steven
Tja nun lag der Umzug auch schon drei Wochen zurück. Nachdem ja nun allen klar war, das Kevin und ich ein Paar waren, erhielten wir ein gemeinsames Zimmer mit eigenem Bad. Sabrina war auch mit Marco noch zusammen und als er von uns dann erfuhr, dass wir beide zusammen sind, fand er es cool und freute sich für uns.
Karin und Bernd kümmerten sich um mich, als ob ich schon immer bei ihnen lebte. Meine eigenen Eltern hatten sich, so wie ich es von Karin erfuhr getrennt. Meine Mutter wollte gerne wieder mit mir in Kontakt treten, aber dazu war ich noch nicht bereit.
Nicht nachdem was sie mir angetan hatten. Ich schaute zu Kevin der auf dem Bett lag und so wie es aussah eingeschlafen war. Ich liebte diesen Kerl über alles und ach so Crash war wieder im Chat aufgetaucht und hat von seinem Kevin erzählt.
Bernd
Karin und ich saßen auf der Couch im Wohnzimmer und tranken Wein.
„Na Bernd, du siehst ja richtig glücklich aus!“
„Bin ich. Ich habe dich und das ist schon mal etwas worüber ich glücklich bin. Tja und dann noch diese Rasselbande die uns auf dem Kopf rumhopst.“
Karin musste lachen, aber dann wurde sie ernst.
„Bernd?“
„Ja Karin?“
„Ich muss dir noch etwas sagen!“ dabei sah sie mich an.
„Ja was willst du mir sagen?“
„Also wir leben ja jetzt hier zu fünft. Könntest du dir vorstellen, das wir noch ein sechstes Mitglied in unsere Familie aufnehmen könnten?“
„Wie bitte nicht noch ein Ziehkind!“ stöhnte ich.
„Nein es dauert noch etwa sechs Monate, bis dieses Persönchen bei uns einziehen wird!“
Was, ich sah sie entgeistert an: „ Aber wir sind doch schon über vierzig!“
„Na und aber jemand hat endlich einen Grund mir einen Heiratsantrag zu machen!“ antwortete sie schnippisch.
Erst jetzt wurde mir erst richtig bewusst, was Karin mir da sagte.
„Ich weiß jetzt gar nicht was ich sagen soll!“
„Man nun frag sie schon!“ kam es von der Wohnzimmertür in einem Chor.
Da standen Sabrina, Kevin und Steven und grinsten uns an.
„Was ihr wusstet, dass Karin schwanger ist?“
„Ja mein lieber, ich hatte meinen Schwangerschaftsausweis auf dem Küchentisch liegen gelassen und wie du dir denken kannst hat unser geliebtes Töchterchen ihn gefunden.“
„Tja dann bleibt mir ja nur noch eines übrig!“ dabei stand ich auf und kniete mich vor Karin hin: „ Willst du meine Frau werden?“
Kevin
Man das war jetzt aber wirklich etwas schmalzig, typisch Erwachsene. Aber irgendwie auch süß. Ehe ich jetzt an dieser Stelle Tschüss zu Euch sage, möchte ich noch in Kurzform wiedergeben was dann noch so geschah.
Sechs Monate später war ein kleiner Matthes zur Welt gekommen. Und eh jetzt hier einer von euch sagt, was für ein bescheuerter Name, zum Mitmeißeln den haben wir, Sabrina, Steven und ich ausgesucht.
In der Schule, ging dann irgendwann das Gerücht um Steven und ich wären ein Paar. Somit mussten wir uns dann auch in der Schule Outen, was komischerweise ganz gut verlief. Na ja ein paar Idioten muss es ja immer geben, aber auf die sei gesch….
Steven und ich sind glücklich miteinander und wir wussten das wir in unserem zukünftigen Leben noch so einige Steine umschiffen mussten.
Aber gemeinsam mit unserer Familie sind wir stark genug auch diese Hürden zu meistern, denn NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK!
Steven hat mittlerweile mit seiner Mutter gesprochen und sich ausgesöhnt, aber zurück zu ihr wollte er nicht ziehen. Tja bei so einem schnuckeligen Teil wie mir, kann er ja auch nicht…
AUAHHHHHHH
„Man Steven musst Du Dich immer so anschleichen?“
So jetzt schreibe ich noch kurz was. Ich habe mit meinem KEV echt Glück gehabt, aber glaubt mir ich bin das schnuckeligere Teil von uns beiden.
„Auaaaahh Kev das bekommst Du zurück! Na warte!“
Also TSCHÜSS und für alle viel Glück bei Eurem OUTING………

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Information Nur eine Einladung
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 02:03 PM - No Replies

Prolog:
In der vorliegenden Geschichte dreht sich fast nur um reale Personen, deren Namen ich teilweise geändert habe. Es ist zwar eine Fantasy-Geschichte oder auch Fanfiction genannt, doch spielt diese in der realen Welt, aber alles was in dieser Geschichte passiert ist reine Fantasy. Auch wenn es schön wäre, wenn das eine oder andere Wirklichkeit werden würde. Aber wir müssen leider auf dem „Teppich“ und somit doch ein wenig in der Realität bleiben.
Nun, aber wer sagt denn, dass man nicht mal ein wenig träumen und seine Träume anschließend aufschreiben darf…?!
Allerdings steckt ein ganz winziges Körnchen Wahrheit in dieser Geschichte, doch verrate ich nicht, was an der Geschichte wahr ist… vielleicht findet ihr es ja selbst heraus.
Viel Spaß dabei!
Die beiden Süßen, Gackt Camui und Haido (Hideto bzw. Hyde) gehören niemandem, außer sich selbst. Ich habe mir ihre Namen hier nur ausgeborgt! Ist ja klar, oder?!
Auch die schwarzhaarige Paine, die dunkelblonde Mira und die schwarzhaarige Damona sind reale Personen, deren Namen hier nur Nicknames sind, so, wie sie sich meist im Internet zu nennen pflegen bzw. pflegten. Da ich ihre Persönlichkeiten schützen will, werden sie hier nur bei ihren Nicknames genannt. Zudem gehören auch sie niemandem, außer sich selbst natürlich.
Nur der schwarzhaarige Reiji ist eine Fantasy-Figur, die ich mir ausgedacht habe… allerdings nicht den Namen. Den Namen habe ich einem Manga entnommen. Denn die Geschichte spielt, größtenteils, in dem schönen, aber fernen Land Japan. Da Damona, Paine und auch Mira kaum japanisch verstehen, geschweige denn richtig sprechen können, dient Reiji sozusagen als Dolmetscher. Er dient hier aber auch als Freund der drei Mädels… und …na, mal sehen, wofür man ihn noch so brauchen kann… J
Außerdem brauchen die Drei ja einen Grund, um nach Japan zu fahren… na ja, eher zu fliegen und welcher Grund wäre besser geeignet als …eine Einladung eines sehr guten Freundes…
Moment noch! Bevor ihr die vorliegende Geschichte lest, erlaubt mir noch einen Hinweis:
Die, in Klammern und Kursiv (….) geschriebenen Worte, sind meine Kommentare und dienen, mehr oder weniger, dazu die Geschichte ein wenig aufzulockern und ein bisschen lustig zu gestalten.
Denn sonst, ganz ehrlich, kann ich die Geschichte nicht schreiben, bei dem was ich vorhabe zu schreiben. Andernfalls würde ich wahrscheinlich wahnsinnig werden und die Geschichte würde dann in einer einzigen Katastrophe enden…
!Änderung! Vom 26.07.2010
Mir fällt es jetzt eh noch schwerer die Geschichte weiter zu schreiben, nachdem ich IHN… unser „Schnucki“… Gackt… auf dem Konzert… in Bochum gesehen habe… dieser Mann… dieser absolut endgeile Sänger ist ein Bühnensexgott… so was kann…. darf es doch gar nicht geben…!!! *sabber*
!Änderung! Vom 08.08.2011
Nach dem zweiten und nun mehr dritten Konzert, dieses Bühnengottes mit Namen Gackt Camui, hat sich das „Virus“ in meinem Kopf in eine „Droge“ umgewandelt, von der ich schon lange wusste, dass die süchtig macht und ich nicht mehr von los komm.
Und hiermit oute ich mich:
Ja, ich bin süchtig nach der Gackt-Droge und ich komme nicht mehr davon los.
Und ganz ehrlich, ich bin stolz auf die Sucht und habe nicht vor von dieser Sucht jemals zu lassen.
*-*-*
Sollten euch die Kommentare stören, dann überlest diese einfach.
Bei Redewendungen, die ich teilweise, soweit ich diese beherrsche, in japanisch schreibe, gebe ich ebenfalls einen Hinweis in Klammern an, was das heißt bzw. bedeutet, aber das steht ja dann eh da.
Aber keine Sorge, ich werde hier keine japanischen Schriftzeichen einbauen, auch wenn ich diese sehr gut beherrsche. Doch ihr könntet diese natürlich nicht lesen. *grins*
Und nun wünsche ich euch viel Spaß, beim Lesen der Geschichte. null
*-*-*
Kapitel 1:
Die Einladung
Drei Jahre waren vergangen, seit Damona, die, die Älteste (nein, sie ist jetzt noch nicht so alt) war und Mira, die jüngste, während Paine, mit dem Alter, irgendwo dazwischen lag, sich im Internet kennen gelernt hatten. Die Drei verstanden sich prima miteinander und irgendwann waren Paine und Damona zu Mira nach Wien gezogen, wo sich Mira eine große Wohnung gemietet und die Drei eine WG gegründet hatten.
Was die drei Mädels verband… nun erst mal das Band der Freundschaft und dann war da noch die Bewunderung und Begeisterung zu dem japanischen Musiker Gackt Camui und zu Hyde, auch Haido genannt.
Allerdings konnte Damona die Begeisterung der beiden Anderen, zu deren Idolen, überhaupt nicht teilen. Wobei sie Hyde gar nicht kannte, da Paine und Mira ihr diesen Sänger vorenthalten hatten und sie viel lieber weiter mit Gackt Camui nervten… noch einer mehr, wäre eh zu viel, für Damonas Nerven, gewesen. (wie gnädig…) Dafür teilte sie die zusätzliche Leidenschaft, ihrer Freundinnen, zum Spielen an der PlayStation 2, zu der fünfteiligen Game-Reihe Legacy of Kain und zu Final Fantasy.
Wobei Damona den Charakter Sephiroth, aus Final Fantasy VII, Crisis Core usw. sehr mochte und sich diesen damals, als sie noch in Deutschlands Hauptstadt Berlin wohnte, auf die Innenseite ihres linken Unterarms tätowieren ließ.
(sie hatte aber auch noch ein paar Tätowierungen mehr)
Es war ein verregneter Samstag und die drei Mädels wussten mal wieder nichts mit sich anzufangen. Zum Zocken hatten die Drei gar keine Lust, Fernsehen war auch langweilig und überhaupt hatten sie zu nichts wirklich Bock.
(ja, schrecklich solche langweiligen Regentage…)
Also saßen sie, im Wohnzimmer auf ihren Plätzen und starrten mehr oder weniger Löcher in die Luft, während der Fernseher im Hintergrund flimmerte, doch keine der drei Mädels wirklich hinsah.
Damona war es schließlich die sich, von ihrem Platz, erhob und aus dem Zimmer ging.
Auf dem Flur angekommen, schnappte sie sich den Briefkastenschlüssel und verließ die Wohnung, um zum Briefkasten zu gehen und nach der Post zu sehen. Sie sah in den Briefkasten hinein, doch musste sie feststellen, dass sich, außer einem Brief, den sie an sich nahm, keine weitere Post im Briefkasten befand.
So ging sie wieder hinauf in die Wohnung, betrat auch bald das Wohnzimmer und legte den Brief, mit den Worten, die ziemlich brummig rüber kamen,
„Für dich, Paine.“, auf den Tisch, dann setzte sie sich zunächst wieder auf ihren Platz.
(oh, oh… da ist aber jemand sehr mies gelaunt…)
Warum Damona (Klingt der Name nicht irgendwie, wie eine Form von Dämon?) den Brief nicht öffnete, nun, weil dieser zum einen an Paine adressiert… gerichtet… war. Zum anderen gehörte es sich für sie nicht fremde Briefe zu öffnen… und die ihrer Freundinnen schon mal gar nicht. Auch hatte sie nicht nachgesehen, von wem der Brief stammte.
Mira und Paine sahen erst Damona an, dann den, auf dem Tisch liegenden, Brief.
Paine, die nun doch sehr neugierig war, was in dem Brief geschrieben stand, schnappte sich den Brief und öffnete ihn, nachdem sie nachgesehen hatte, wer der Absender des Briefes war und grinste schon in sich hinein.
Sie las und las und las und ihre Augen wurden immer größer und noch größer, dann begann sie zu strahlen. Mira sah Paine gespannt an und wurde nun auch ziemlich neugierig… die einzige, die das alles eher kalt ließ, war Damona.
Schließlich begann Mira zu quengeln:
„Jetzt sag‘ schon, Paine… was steht drin und von wem ist der Brief? Bitte…“ und wurde schon ziemlich hibbelig.
Paine sah Mira an und grinste frech:
„Rate doch mal…“, erwiderte Paine, noch immer grinsend, während Damona das Zimmer, kopfschüttelnd, verließ und die beiden Mädels allein ließ.
„Bitte… jetzt sag schon.“, bettelte Mira Paine an.
„Der Brief ist von…“
„Ja…“
(menno, jetzt lass uns nicht doof sterben…)
„Reiji… und er hat uns alle Drei nach Japan eingeladen!“, strahlte Paine und hätte beinahe los gequietscht.
„WAS!“, rief Mira und wollte… oder konnte grad nicht glauben, was Paine eben gesagt hatte.
Dann begann sie, vor Freude, zu jubeln, aber auch Paine begann nun zu jubeln. Beide lagen sich freudestrahlend in den Armen.
Dann sahen sich die Beiden an und es sah so aus, als ob beide das gleiche denken würden. Ob Damona wohl mitgehen würde? Ja, klar, das fehlte noch …Reiji so zu verstimmen. Sicher würde sie mit fliegen, immerhin hatte Reiji ihnen drei Flugtickets mitgeschickt, das hieß logischerweise, dass auch eines für Damona dabei war.
*-*-*
Reiji war irgendwann nach Wien gereist und durch Zufall auf Damona, Paine und Mira getroffen. Die drei Mädels hatten Reiji damals ziemlich aus der Patsche geholfen, wofür dieser den drei Mädels ehrlich dankbar war und sich irgendwann eine tiefe Freundschaft entwickelte.
Den Briefverkehr wickelten sie immer über E-Mails ab, doch diesmal war es eben etwas anderes…
*-*-*
Während sich Damona um den Haushalt kümmerte, seufzte sie und dachte bei sich:
Warum müssen die Beiden nur immer so furchtbar übertreiben? Schrecklich… was finden DIE eigentlich an diesem eingebildeten… arroganten Kerl, der von sich behauptet ein Vampir zu sein, was schon lächerlich genug ist. Aber, dass DER sich auch noch Musiker nennen darf… nein, das ist doch echt das Letzte., denn sie hatte sehr wohl mitbekommen von wem der Brief war und sie konnte sich schon vorstellen, was für Hoffnungen sich die beiden Mädels machten.
Paine war es dann, die sich zu Damona gesellte und sie, eigentlich unbeabsichtigt, von ihrer Arbeit abhielt:
„Süße, darf ich dich mal was fragen?“
„Ja, was gibt es denn?“, stellte Damona die Gegenfrage, was immer noch ziemlich brummig rüber kam.
„Na ja, Reiji hat uns Drei nach Japan eingeladen und die Flugtickets hat er auch gleich mitgeschickt… du kommst doch mit, oder?“, fragte sie und sah ihre Freundin mit einem Blick an, der jedes Bambicasting sofort gewonnen hätte.
„Ja, ich komm mit… was bleibt mir auch anderes übrig.“, grummelte Damona und wand sich dann von Paine ab, um ihre Arbeit zu Ende führen zu können, was wohl eher der Ablenkung diente.
Doch Paine gab keine Ruhe und fragte ihre Freundin weiter:
„Was hast du denn? Wir fliegen doch nach Japan zu Reiji und du wolltest dir doch auch schon immer Japan ansehen, oder?!“
„Ja, stimmt schon, aber ich weiß auch, was ihr euch für Hoffnungen macht.“, gab Damona zurück.
„Ach, du meinst IHN… quatsch… ER wird uns schon nicht übern Weg laufen… warum sollte er auch… na ja.. obwohl… es wäre doch SO schön… IHN endlich mal richtig sehen zu können und IHM gegenüber zu stehen.“, antwortete Paine und merkte dabei gar nicht, dass sie schon wieder am Schwärmen war und riesengroße Herzchen auf den Augen hatte.
Damona rollte nur mit den Augen seufzte genervt.
(irgendwie verständlich…)
Paine ließ Damona schließlich in Ruhe, ging wieder ins Wohnzimmer zu Mira und beide malten sich schon aus, was sie tun würden… was sie sich ansehen würden… aber auch, was sie tun würden, wenn der unwahrscheinliche Fall eintreten würde… dass sie IHM… Gackt Camui… oder vielleicht auch… Haido gegenüber stehen würden. Sofort verfielen beide ins Schwärmen und sie malten sich alles in den schönsten Farben aus…
Natürlich wollten sie gleich noch Shoppen gehen, denn die Drei, oder besser Paine und Mira, hatten ja keine „vernünftige“ Bekleidung, um nach Japan zu fliegen und… hach… die Beiden kamen einfach nicht mehr von ihrer Traumwelt los.
(eben wie immer bei Frauen… sie haben den ganzen Kleiderschrank voller Bekleidung, aber doch nichts zum Anziehen)
„Damona, kommst du mit Shoppen? Wir brauchen doch noch Sachen und …und …und…“, fragte Mira und bekam sich beinahe nicht mehr ein.
Allein der Gedanke IHN vielleicht doch zu treffen… wobei die Wahrscheinlichkeit verschwindend gering war, löste bei den beiden Mädels die blanke Euphorie aus, die schon fast in Ekstase überging.
(au man…)
Damona nickte nur genervt, ging in ihr Zimmer und zog sich um. Paine und Mira taten es ihr gleich. Nur wenig später waren die drei Mädels auch schon fertig und machten sich auf den Weg ins Einkaufszentrum von Wien.
Das Wetter hatte sich zwischenzeitlich etwas gebessert und es hatte aufgehört zu regnen.
Schließlich, nach sehr vielen Geschäften und endlosem Gegacker seitens Mira und Paine und nachdem auch Damona etwas Passendes für sich gefunden hatte, verließen die drei Mädels das Einkaufzentrum wieder und gingen nach Hause.
Obgleich sich Damona eigentlich schon immer gern mal Japan ansehen wollte, wie Paine richtig erkannt hatte, passte ihr diese Reise derzeit nicht wirklich… sie hätte sich dieses Land lieber allein angesehen. Aber nun war es ja wohl nicht mehr zu ändern.
Zudem kam erschwerend hinzu, dass sie Reiji gut leiden konnte und ihn unmöglich enttäuschen oder beleidigen wollte. Also zog sie die Sache auf Gedeih und Verderb durch. Außerdem wer konnte schon wissen, ob es nicht doch noch schön werden würde. Und dieser eingebildete …arrogante Kerl würde sicher anderes zu tun haben, als ihnen über den Weg zu laufen, dessen war sich Damona sicher und versuchte sich nun auch auf die Reise zu freuen.
Endlich wieder zu Hause, gingen die Mädels in ihre Zimmer und packten ihre Ausbeute aus. Natürlich mussten einige Sachen sofort anprobiert werden, es muss jetzt aber nicht erwähnt werden was sie sich, währenddessen, so vorstellten…
Außer Damona natürlich, sie stellte sich gar nichts vor. Sie freute sich lediglich auf die Reise in dieses ferne fremde Land.
Nach dem Abendessen, schließlich, begannen die drei Mädels ihre Koffer zu packen, denn schon am übernächsten Tag sollte die Reise losgehen!
(ja, ja, ich weiß, ist ein bissel kurzfristig… aber es soll sich ja nicht ewig hinziehen, oder…)
Die Zeit verging sehr schnell und die drei Mädels verbrachten den Rest des Samstags und auch den Sonntag mit schwärmen und träumen. Jede von ihnen träumte ihren ganz eigenen wunderschönen Traum. An diesem Tag war kaum noch an etwas anderes zu denken, als nur an die Reise… daran, dass sie endlich Reiji wieder sehen würden und so einige andere Sachen.
Essen konnten die Drei eh nicht, denn die Aufregung war viel zu groß.
So gingen die Drei, am Sonntag, zeitig zu Bett, damit sie, am nächsten Tag nur nicht verschlafen und womöglich ihr Flugzeug verpassen würden. Doch, wirklich gut schliefen die Drei nicht.
Am Montag mussten die drei Mädels sehr früh raus und da es nun mal nur ein Bad gab, brach schon bald das herrlichste Chaos aus, das man sich vorstellen konnte und das alles um drei Uhr morgens.
(herrje… was für eine „unchristliche“ Zeit…)
Denn jede von ihnen musste… wollte sich fertig machen und brauchte (etwas übertrieben) Stunden um sich fertig zu machen!
Die Einzige, die einigermaßen ruhig blieb, war Damona. Sie hatte sich eine Tasse Cappuccino gekocht, saß seelenruhig in der Küche und rauchte eine Zigarette, denn so früh konnte sie sowieso nichts essen und sie hatte jetzt eh keinen Hunger.
Nachdem Paine und Mira nun endlich mal fertig waren, ging auch Damona ins Bad und machte sich fertig, während die beiden Anderen nur eine Tasse Tee tranken, denn Hunger hatten die Beiden nun auch nicht wirklich.
Nach gefühlter unendlich langer Zeit, vielem Geschnatter und dem ganzen Chaos, waren die Drei fertig und konnten nun endlich das Haus verlassen, um ins Taxi zu steigen und sich zum Flughafen fahren zu lassen.
Alles verlief reibungslos und schon bald befanden sich die Drei im Flugzeug und auf dem Weg nach Japan, wo sie nach sehr, sehr langer Zeit (ca. 12 Stunden) und einer Zwischenlandung, endlich landeten!
Reiji holte seine Freundinnen ab, nachdem sich alle Vier herzlich, aber auch sehr höflich begrüßt hatten. Er fuhr mit ihnen, in seinem Auto, zu sich nach Hause, damit sie sich ein wenig, von der langen Reise erholen und entspannen konnten.
Während der Autofahrt, sahen die drei Mädels schon mal so einiges von Tokyo und bekamen sich, vor Staunen, kaum noch ein. Sie konnten es noch immer nicht fassen, dass sie wirklich endlich in Japan waren. Wie oft schon hatten die Drei davon geträumt.
(gell, das ging ja mal schnell… ich will auch so schnell in Japan sein… ^_^ )
Nach der Ankunft im Haus von Reiji „bezogen“ Damona, Paine und Mira ihre Zimmer und richteten sich ein. Anschließend suchte jede von ihnen das Bad auf, um sich ein wenig frisch zu machen, denn die Reise hatte schon ihre „Spuren“ bei den Damen hinterlassen.
(dachten sie zumindest… tja, Einbildung ist auch eine Bildung…)
Währenddessen bereitete Reiji den Tee zu.
Endlich fühlten sich die drei Mädels wieder wohl in ihrer Haut und gingen ins Wohnzimmer, um dort den Tee einzunehmen und sich mit Reiji zu unterhalten, der ihnen natürlich sehr viele Fragen stellte. Es war eine sehr fröhliche Runde und die Vier hatten jede Menge Spaß miteinander. Reiji erklärte seinen Freundinnen die Sitten und Gebräuche dieses Landes und machte auch Vorschläge bezüglich dessen, was sie zusammen unternehmen konnten.
Paine, Damona und Mira hörten ihrem Freund aufmerksam zu und freuten sich schon auf die bevorstehenden Wochen, die sie hier verbringen würden.
Nach dem Tee gingen die Drei in ihre Zimmer und ruhten sich ein wenig, von der anstrengenden Reise, aus. Das heißt eigentlich ruhten sich nur Paine und Mira wirklich aus, denn Damona war mal wieder viel zu neugierig auf das Land, die Leute und die Umgebung… einfach auf alles, als dass sie sich jetzt hinlegen und schlafen konnte, zudem war sie eh nicht müde.
So zog sie sich noch einmal um und verließ anschließend das Zimmer. Sie meldete sich bei Reiji ab, der sie ermahnte, vorsichtig zu sein und sich nicht zu weit zu entfernen. Auch gab er ihr einen Haustürschlüssel. Damona nahm den Schlüssel dankend an sich, steckte diesen in ihre Jackentasche und versprach vorsichtig zu sein, dann verließ sie das Haus, um sich die Gegend anzusehen…
(klar, fremdes Land, fremde Leute… muss man doch mal gucken gehen… *rofl*)
*-*-*
Kapitel 2:
Begegnungen
Die Umgebung gefiel Damona wirklich super gut und so lief sie noch sehr viel weiter, als sie eigentlich beabsichtigt hatte. Es war einfach viel zu schön hier, um jetzt umzukehren. Aber sie merkte sich dennoch wo sie entlang gegangen war, was sie vortrefflich beherrschte, da sie einen ausgezeichneten, sehr ausgeprägten Orientierungssinn besaß. Somit war das alles hier kein Problem für sie.
Schließlich entdeckte sie einen kleinen, aber wunderschönen Park, der sie schon beinahe zum Betreten einlud, was sie nur allzu gern tat und alles genoss, was ihr der Park zu bieten hatte.
Doch war die „liebe“ Damona auch eine Träumerin und ließ sich, wenn sie in der Natur war, nur allzu gern zum Träumen hinreißen…
*Boing*
„Aua!“, sagte Damona leise zu sich selbst, als sie doch glatt über einen Stein gestolpert war und der Länge nach hinfiel.
(kann ja mal passieren… *lol*)
Vorsichtig versuchte sie aufzustehen… als ihr jemand zu Hilfe kam und sie behutsam, an den Armen, hochzog.
„Ist alles okay, mit ihnen?“, fragte sie der Fremde, doch verstand Damona ihn nicht, da er sie auf Japanisch angesprochen hatte und Damona nun mal kein oder nur sehr wenig Japanisch verstand, doch erwiderte sie in englischer Sprache:
„Sorry. I don’t understand.“.
Hoffte sie doch, dass der Fremde Englisch verstand.
Der Fremde verstand, tatsächlich, was sie sagte und fragte nun, ebenfalls in englischer Sprache, ob es ihr gut ginge und ob sie vielleicht Hilfe bräuchte. Doch Damona musste sich erst mal wieder „sammeln“, bevor sie richtig antworten konnte.
Nachdem Damona einigermaßen und mit Hilfe des Fremden, stehen konnte, denn ihr rechter Fuß war, durch den Sturz, ein wenig angeschwollen und tat ziemlich weh, bedankte sie sich höflich:
„Thank you very much.“, in einem einwandfreiem Englisch, aber mit deutschem Akzent.
(keine Sorge, ich werd hier nicht alles in Englisch weiterschreiben… sonst kommt noch wer auf die absurde Idee, mein Englisch sei gut…)
Als sie den Fremden jedoch ansah verfinsterten sich ihre Gedanken sogleich.
Oh nein, das kann doch nicht wahr sein… das ist ja… dieser eingebildete… arrogante… Typ… Was sucht der denn hier?!, dachte sie bei sich und wirkte nun gar nicht mehr so freundlich und höflich, denn vor ihr stand niemand geringerer, als …Gackt Camui!
(*tot umfall*)
Sie konnte diesen Typen auf den Tod nicht ausstehen, auch wenn DER grad noch so nett wirkte und sie lieb anlächelte. Na, das konnte ja noch heiter werden, wenn sie Mira und Paine von dieser Begegnung erzählen würde. Die Beiden würden sie wahrscheinlich, bis auf den letzten Tropfen Blut, „ausquetschen“ und wenn sie Glück hätte, würde sie es vielleicht überleben.
(wie recht sie, doch mit ihrer Vermutung, hatte…)
Schnell löste sie sich aus dem Griff des, ihr so verhassten, Typen und sagte, mit der Freundlichkeit einer angriffsbereiten ausgewachsenen Königskobra:
„Danke, es geht schon. Ich finde mich allein zurecht.“, mit diesen Worten wollte sie sich schon aus dem Staub machen, als Gackt ihr nachlief und sie aufhielt:
„Warten sie doch, bitte.“, sagte er und hielt ihr das Handy hin, das sie, bei dem Sturz, verloren hatte.
„Das hier haben sie verloren.“, sprach er lächelnd und gab ihr das Handy zurück.
„Thank you.“, sagte sie kurz und knapp, mit einem Blick, der die Hölle hätte zufrieren lassen, und ziemlich unhöflich, dann setzte sie ihren Weg fort, doch wenn sie nun dachte, dass sie ihn los war… dann hatte sie sich getäuscht.
Gackt lief ihr nochmals nach und sprach sie erneut an, denn er sah schon, dass sie kaum laufen konnte, auch wenn sie sich noch so sehr bemühte:
(man… das ist ja mal voll lästig… *grins*)
„Bitte, warten sie doch. Ich denke, es ist besser, wenn ich sie ein Stück begleite. Das tut doch sicher ziemlich weh, oder?“, und zeigte dabei auf ihren Fuß und konnte sich schon denken, dass sie sich den Fuß wahrscheinlich verstaucht hatte.
Also, das war ja jetzt echt die Höhe! Damona blieb stehen und sah diesen, in ihren Augen, widerlichen Typen an.
„Was besser für mich ist, oder nicht, bestimme ich selbst, ist das klar!?“, antwortete Damona gereizt: „Und ich denke nicht, dass es besser ist, wenn SIE mich begleiten! Sayounara!“, dann, und ohne sich noch einmal umzudrehen, lief sie, so gut es ging, weiter und hatte das Haus von Reiji, bald und unter vielen Mühen, erreicht.
Natürlich wäre es besser gewesen, wenn ER ihr geholfen hätte, doch sie hätte sich von jedem anderen helfen lassen, aber nicht von IHM… nicht von so einem arroganten Typen, wie Gackt Camui! NEIN! NEIN! NEIN… eher würde wohl der Mond auf die Erde fallen!
Ihr Fuß war noch etwas mehr angeschwollen (das schadet ihr gar nichts, warum lässt sie sich auch nicht helfen *fies grins*), als sie das Haus betrat und setzte sich erst mal, im Wohnzimmer, auf die Couch.
Reiji hatte mitbekommen, dass Damona wieder da war und begrüßte sie freundlich. Damona erzählte ihm dann was passiert war und Reiji holte eine kalte Kompresse aus dem Kühlschrank, die er Damona gab und sie diese auf den geschwollenen Fuß tun konnte.
„Dankeschön.“, bedankte sich Damona höflich bei Reiji.
Dann erzählte sie von diesem Typen… dessen Namen sie nur sehr ungern, wenn überhaupt, aussprach… Gackt Camui …und wurde dabei etwas lauter, da sie sich wieder ziemlich aufregte. Das bekamen nun aber auch Paine und Mira mit und sie verließen ihre Zimmer sogleich, um ins Wohnzimmer zu eilen und Damona zu fragen, was passiert sei, dass sie sich so aufregte.
Damona erzählte ihren beiden Freundinnen genau was passiert war und beide bekamen große Augen und wären beinahe in Ohnmacht gefallen.
(bloß gut, dass es Sessel gibt…)
Nachdem sie alles erzählt hatte und ihre Freundinnen ihren ersten Schock überwunden hatten, begannen Mira und Paine Damona mit ihren Fragen zu löchern… sie wollten einfach alles wissen… ja… ALLES…
(war ja eigentlich klar… oder…)
Gackt hatte der jungen Frau, deren Namen er nicht kannte (hat er ihr seinen Namen genannt… nee… also… bäh…), noch eine Weile nachgesehen und sie nun aber gehen lassen, doch er grinste in sich hinein.
Eine Raubkatze, also… hmm… ich mag Katzen. Kein „Sayounara“, wir sehen uns ganz sicher wieder, denn man trifft sich immer zweimal im Leben., dachte er bei sich, bevor er seinen Weg fortsetzte und fest entschlossen war SIE wieder zu sehen… wie auch immer. Denn sie hatte seinen männlichen Jagdinstinkt geweckt.
Nachdem Damona nun endlich und schließlich alle Fragen ihrer Freundinnen beantwortet… ja, und auch „überlebt“ hatte und sich jede Menge Vorwürfe, seitens ihrer Freundinnen hatte anhören müssen, warum sie denn so fies und unfreundlich zu ihm gewesen sei, zündete sie sich eine Zigarette an.
„Ihr wisst doch ganz genau, dass ich den Typen, auf den Tod nicht ausstehen kann.“, verteidigte sich Damona noch gereizter.
Mira konterte: „Mag sein, aber er hat dir doch geholfen, oder.“, woraufhin sich nun auch Paine einmischte und ebenfalls sagte:
„Genauso seh ich das auch. Er hat dir geholfen und du warst so unfreundlich zu ihm… unser armes Schnucki.“ und Mira zustimmend nickte.
Damona schwieg, rollte mit den Augen und schüttelte verständnislos den Kopf. Natürlich hatte er ihr geholfen, doch sie konnte ihn eben nicht leiden und so schnell änderte sie auch ihre Meinung nicht. Sie blieb stur, erhob sich schließlich, nachdem Reiji nun auch noch seinen „Senf“ dazu gegeben hatte.
Von wegen, dass es wirklich sehr unhöflich von ihr war, wie sie ihn behandelte, obgleich er ihr geholfen hatte, nahm den Kühlakku in die Hand und humpelte, mehr oder weniger, in ihr Zimmer, wo sie sich einschloss. Sie hatte die Nase gestrichen voll von dem ganzen Gelaber und dem ganzen Theater, um diesen verblödeten „Idioten“ namens Gackt Camui…
(na, das ist ja mal wieder typisch Damona… haut einfach ab, wenns ihr zu viel wird… außerdem ist ER gar nicht verblödet und ein Idiot ist ER auch nicht…)
Sie setzte sich auf ihr Bett, legte das Bein, welches noch immer etwas angeschwollen war, auf das Bett, legte die Kühlkompresse wieder auf das Bein und sah an die Wand vor sich. Nun bereute sie es doch, dass sie mitgegangen bzw. mit geflogen war. Denn genau so etwas ähnliches hatte sie sich beinahe gedacht und nun war auch noch Reiji scheinbar gegen sie.
Dass sie alle vielleicht Recht haben konnten, daran dachte Damona jetzt nicht… sie war einfach nur sauer…
(oder nennt man so was stur…?)
Dieser verdammte …überhebliche …hochnäsige Mistkerl! Jetzt hat der es auch noch geschafft meine Freundinnen und Reiji gegen mich aufzubringen!, dachte Damona wütend…
Derweil schmiedete Gackt Pläne wie er „die Raubkatze“ wiedersehen konnte. Er war sich sicher, dass sie Europäerin war. Nur in einem war er sich nicht ganz sicher, woher genau sie kam, doch er glaubte zu wissen, dass sie aus dem deutschsprachigen Raum stammen musste, ihr Akzent verriet sie. Er wusste aber auch, dass viele Europäer gern auf Konzerte oder andere Events gingen, wenn sie denn schon mal hier waren und „die Raubkatze“ bildete da sicher keine Ausnahme.
Und noch etwas wusste er sicher… er wollte „die kleine Raubkatze“ wiedersehen und er wusste auch schon wie.
(da bin ich ja mal gespannt… hihi…)
Er suchte einen sehr guten Freund, von sich, auf, der über gute Beziehungen verfügte. Dort angekommen, begrüßten sie sich respektvoll und höflich, wie es sich gehörte. Haido machte Tee und beide gingen anschließend ins Wohnzimmer, wo sich Gackt in einem Sessel niederließ und sein Freund es sich auf der Couch gemütlich machte.
Als dann erzählte Gackt seinem Freund Haido von „der Raubkatze“, deren Namen er nicht kannte. Haido grinste nur, als Gackt ihm die Story erzählte und ihn um Hilfe bat.
„Okay, ich helfe dir. Deine Raubkatze kriegen wir schon noch klein und machen aus ihr ein Schmusekätzchen.“, bei diesen Worten mussten beide herzlich lachen.
Haido fügte dann noch hinzu:
„Obwohl es mich wundert, dass sie dich so sehr hasst, ich mein, du hast jede Menge durchgeknallter Fangirls und die Mädels fliegen auf dich, deshalb kann ich mir ihre Reaktion gar nicht erklären. Klar, wird es auch viele geben, die dich und deine Musik nicht mögen, aber solch eine Reaktion… hmm… merkwürdig… sehr merkwürdig. Aber keine Sorge, das kriegen wir hin.“
„Danke.“, erwiderte Gackt und grinste.
Dann besprachen die Beiden wie sie am besten vorgehen würden und tranken Tee dabei.
Haido war sich ebenso sicher, wie Gackt, dass ein Event und eine anschließende Party der beste Weg wären, um „die Raubkatze“ wieder zu sehen…
Damona war derweil noch immer sauer auf Mira, Paine und Reiji und am meisten auf diesen dämlichen Typen. Sie verließ an diesem Abend das Zimmer zunächst nicht mehr, denn ihr war wirklich alles vergangen. Am liebsten hätte sie sofort ihre Koffer gepackt und wäre nach Hause geflogen.
Mira, Reiji und Paine unterhielten sich inzwischen, bei einer Tasse Tee, über diesen Vorfall und was sie nun tun sollten. Während Paine und Mira schon beinahe hoffnungslos drein blickten, hatte Reiji schon eine Idee. Er wusste, dass Damona gern auf Events und Rockkonzerte ging… genau wie ihre Freundinnen, so würden er und die beiden Freundinnen, sie sicher wieder besänftigen können. Gleich am nächsten Tag würde er sich darum kümmern und im Internet nach einer geeigneten Veranstaltung suchen.
Doch es sollte alles ganz anders kommen…
Irgendwann, an diesem Abend, gingen die anderen drei Freunde in ihre Zimmer und schon bald war es still in diesem Haus.
Damona hatte sich derweil beruhigt, auch ihr Fuß tat schon sehr viel weniger weh und war nicht mehr so geschwollen, wie noch vor wenigen Stunden. So stand sie auf und merkte, dass sie wieder recht gut laufen konnte. Langsam ging sie an den Spiegel, sah hinein, kämmte und frisierte sich die Haare und schien mit sich zufrieden zu sein.
Sie verließ das Zimmer wieder, nachdem sie sich ihr Handy geschnappt hatte, und bemerkte, dass hier alles ruhig war. Ihre Freunde schienen zu schlafen… klar, es war ja auch mitten in der Nacht! Nur Damona hatte, obgleich sie eine ziemliche Schlafmütze war, absolut keine Lust zu schlafen und wollte nun ihre kleine Erkundungstour, die sie ja hatte abbrechen müssen, fortsetzen.
Auf dem Flur angekommen, zog sie sich ihre Schuhe an, nahm die Haustürschlüssel, von Reiji, wieder an sich, denn sie wollte ihre Freunde ja nicht wecken, wenn sie zurückkehren würde, und verließ anschließend das Haus.
(ui… sehr rücksichtsvoll… na ja, wenigstens etwas Gutes an ihr…)
Wieder ging sie in die selbe Richtung, die sie, am Tage, auch schon eingeschlagen hatte.
Jetzt, so in der Nacht, sah die ganze Umgebung hier noch sehr viel schöner aus, als am Tage. Wieder bewunderte Damona alles was es hier zu sehen gab. Doch passte sie diesmal auf wohin sie ging, damit sie nicht noch einmal hinfiel und sich womöglich noch sämtliche Knochen brach… von anderen Dingen, die passieren konnten oder Leuten, denen sie begegnen konnte, mal ganz zu Schweigen…
Und wieder kam sie an dem wunderschönen kleinen Park vorbei, der sie wiederum förmlich dazu einlud diesen zu betreten und sie tat es, denn sie konnte einfach nicht widerstehen…
Doch noch jemand konnte wohl auch nicht schlafen, oder wollte nicht. Wie auch immer, derjenige machte sich ebenfalls auf den Weg, um sich noch ein wenig die Beine zu vertreten und ein wenig spazieren zu gehen. Zudem konnte er sich an der frischen Luft ein wenig entspannen und nachdenken.
Er war schon eine Weile gegangen, als auch er an dem Park vorbeikam und jemanden sah, der… nein …die den Park soeben betrat. Er folgte der jungen Frau… warum auch immer… aber er tat es.
Damona ging weiter, ohne sich umzusehen, dann jedoch hörte sie etwas hinter sich zu Boden fallen. Schnell drehte sie sich um, um nachzusehen, was es war, dann sah sie ihr Handy auf dem Boden liegen, das ihr aus der Jackentasche gefallen war. Sie bückte sich und hob es eilig auf. Doch sie erhob sich etwas zu schnell und stieß versehentlich mit Etwas oder Jemanden zusammen, das …der ihr irgendwie im Wege stand.
„Autsch!“, sagte Damona leise, sah dann auf und sah vor sich einen jungen Mann stehen, mit dem sie ganz offensichtlich zusammengestoßen war.
„Gomen nasai… I’m sorry… ähm… es tut mir leid…“, dreisprachig entschuldigte sich Damona leise, aber noch ziemlich erschrocken und leicht verwirrt, während sie den Fremden nun entschuldigend ansah. Eine Hand hielt sie an ihren Kopf, genau an die Stelle die durch den Zusammenstoß weh tat…
(Mädel, wenn du wüsstest…)
Der Fremde, der der jungen Frau gefolgt war, hatte nicht damit gerechnet, dass sie sich gleich umdrehen würde und konnte deshalb nicht schnell genug reagieren, um ausweichen zu können und war so mit ihr zusammengestoßen.
Doch er grinste, als sie sich in den Sprachen Japanisch, Englisch und Deutsch entschuldigte und ihn freundlich, aber ein wenig verwirrt ansah. In englischer Sprache erwiderte er:
„Schon okay. Es ist ja nichts passiert.“ und grinste sie an, denn er hatte sie nun erkannt.
Sie passte genau auf die Beschreibung seines Freundes Gackt …und …dieses einwandfreie Englisch und Japanisch, im deutschen Akzent, das sie sprach… vom Deutsch ganz zu schweigen, war für ihn eigentlich Beweis genug, dass es sich, bei der jungen Frau, die vor ihm stand, um „die Raubkatze“ handelte, von der sein Freund so sehr geschwärmt hatte. Jedoch schien sie sehr freundlich und nett zu sein.
(wie jetzt… seit wann sind Krokodile …oder Raubkatzen …freundlich nett…? Hey, keine Beleidigungen hier… sie hat immerhin nen schlechten Ruf zu verlieren!)
„Na ja, ich hätte aber auch besser aufpassen müssen. Bitte entschuldigen sie, das wollte ich wirklich nicht.“, sprach Damona weiter und lächelte den Fremden an.
„Bitte, machen sie sich keine Sorgen, es ist wirklich nichts passiert.“, erwiderte der Fremde und fragte sie:
„Da wir beide jetzt hier sowieso nur herumstehen, könnten wir uns doch auf die Bank da drüben setzen und uns ein wenig unterhalten. Was halten sie davon?“
Damona nickte zustimmend und erwiderte freundlich:
„Ja, sehr gern. Übrigens, mein Name ist Damona.“ und es war ihr noch immer schrecklich peinlich, dass sie nicht aufgepasst hatte.
So was konnte doch wirklich nur ihr passieren. Der junge Mann grinste in sich hinein.
So, Damona heißt die Raubkatze also. Gut zu wissen. Tja, Gacchan, ich habe dir eine Kleinigkeit voraus… ich weiß zumindest wie sie heißt, dachte er bei sich und erwiderte:
„Mein Name ist Hideto und ich freue mich dich kennen zu lernen, Damona. Du kannst mich, aber gern Hyde oder Haido nennen, wenn du möchtest.“, verneigte sich höflich vor ihr und wunderte sich schon ein wenig, dass sie ihn scheinbar nicht zu kennen schien.
Damona verneigte sich ebenfalls sehr höflich vor Haido und antwortete:
„Ich freue mich auch dich kennen zu lernen, Haido.“ und lächelte ihn, auf eine sehr niedliche Art und Weise an (Vorsicht Bambicasting), so dass Haido sich beinahe in sie verliebt hätte, hätte er nicht rechtzeitig die innere „Bremse“ gezogen, indem er daran dachte, dass sein Freund doch so sehr von ihr schwärmte.
Schließlich gingen beide langsam auf die Bank zu und setzten sich anschließend. Dann unterhielten sie sich sehr lange und angeregt. Dabei erfuhr Haido, nachdem das Thema irgendwie aufgekommen war, dass Damona Gackt eigentlich sehr mochte, ja sogar schon von ihm geträumt hatte.
Dass es ihr jedoch völlig auf den Zeiger ging, wenn ihre Freundinnen derart von IHM schwärmten, dass es echt nicht mehr schön und kaum noch zu ertragen war und sie eigentlich nur so tat, als würde sie ihn nicht mögen und ihn sogar hassen.
Natürlich erzählte sie Haido das alles, ohne zu wissen, dass er ein Freund von Gackt war und Paine und auch Mira von ihm ebenso schwärmten, wie von Gackt. Doch sie hatte natürlich nie etwas davon mitbekommen, da die Beiden es heimlich taten, wenn Damona mal nicht in der Nähe war oder beide allein waren.
(menno… ihr seid SO gemein… *schmoll*)
Damona erzählte vieles von sich, auch wenn sie nicht wusste, warum sie gerade Haido das alles erzählte, wo sie ihn doch kaum… na ja, eigentlich gar nicht kannte. Doch er war ein sehr guter Zuhörer und stellte auch einige Fragen, wenn er etwas nicht verstand oder etwas besonders interessant fand.
Nein, er wollte sie nun wirklich nicht aushorchen, aber es war sehr interessant, was Damona erzählte und er – Haido – würde seinem Freund Gackt nichts von alledem verraten… außer vielleicht den Namen, „der Raubkatze“, wie Gackt sie nannte. Er würde sich des Vertrauens, das Damona in ihn, wenn auch etwas leichtfertig, gesetzt hatte würdig erweisen.
Sie erzählte ihm auch von dem Vorfall, der sich am Tage ereignet und von Gackt, der ihr geholfen hatte. So auch, dass sie ihn sehr unfreundlich behandelt hatte, und dass es ihr so unglaublich leid täte.
Wenn Haido vorher noch seine Zweifel hatte, nun waren diese endgültig ausgelöscht, denn er wusste ja von dem Vorfall und wusste nun genau, sie war es von der Gackt geschwärmt hatte und die er unbedingt wieder sehen wollte, was Haido nun sehr gut nachvollziehen konnte.
Schließlich, und nachdem Damona Haido so vieles erzählt hatte, sprach sie abschließend:
„Sorry, jetzt hab ich dich hier wohl ziemlich zugelabert, was. Es tut mir Leid“, und schwieg nachdenklich.
„Ach was, das ist doch kein Problem, ich habe dir gern zugehört, Damona. Bitte, mach dir keine Gedanken.“, erwiderte Haido mit sanfter Stimme.
Doch unterließ er es auch weiterhin zu erwähnen, dass er ein Freund von Gackt war, auch wenn sie gesagt hatte, dass sie Gackt gut leiden mochte… aber sicher war halt sicher, man konnte ja nie wissen.
Irgendwann erhoben sich beide und verabschiedeten sich sehr höflich voneinander:
„Tja, ich werd‘ dann mal wieder, bevor meine Freundinnen eine Vermisstenanzeige losschicken und die Polizei hier terrorisieren.“, sprach Damona scherzend und lachte dabei.
Haido verstand den Scherz und lachte ebenfalls.
„Na dann, ich werd‘ auch nach Hause gehen. Ich wünsche dir alles Gute, Damona. Komm gut nach Hause… Moment… oder darf ich dich vielleicht begleiten? Ich mein, das ist doch sicherer, oder?“
„Dankeschön, ich nehme dein Angebot gern an.“, antwortete Damona einwilligend und seltsamerweise ohne Misstrauen.
Beide machten sich auf den Weg zum Haus von Reiji.
Währenddessen unterhielten sie sich weiter und erfuhren so sehr viel voneinander.
Denn auch Damona konnte gut zuhören und stellte Haido so einige Fragen, wenn sie etwas sehr interessierte und sie mehr darüber wissen wollte. So erfuhr sie zwar, dass er Musiker war, doch noch immer verschwieg Haido ihr wissentlich, dass er Gackt kannte und sein Freund war. Er wollte jetzt einfach nichts riskieren… wo er doch gerade erst das Vertrauen von Damona gewonnen hatte.
Das Haus von Reiji erreicht verabschiedeten sie sich noch mal freundschaftlich und höflich, mit einer kleinen Verbeugung, voneinander. Damona betrat das Haus, nachdem sie Haido noch ein wenig nachgesehen hatte, während dieser seiner Wege ging.
Schließlich ging Damona, nachdem sie sich ihre Schuhe ausgezogen hatte, in ihr Zimmer, zog sich aus und legte sich, vollkommen fertig, ins Bett. Ein wenig starrte sie noch an die Decke und dachte über alles nach, was sie sich mit Haido unterhalten hatte. Sie fand ihn sehr nett und lächelte ein wenig, als sie an ihn dachte.
Vielleicht würde ja eine Freundschaft zwischen Haido und ihr entstehen… zumindest konnte sie es sich gut vorstellen und sie wünschte es sich sehr. Auch wenn sie nicht glaubte ihn je wieder zu sehen. Mit diesem und anderen Gedanken schlief sie friedlich ein und nichts konnte sie, in dieser Nacht, wecken… auch keine schlechten Träume…
Haido hatte sein Zuhause schon bald ebenfalls erreicht und machte es sich noch ein wenig, auf der Couch, gemütlich. Er überlegte, ob er Gackt jetzt noch anrufen sollte. Er entschied sich dafür… das musste er IHM unbedingt erzählen. Er wählte Gackts Nummer, führte den Hörer an sein Ohr und wartete, während es, am anderen Ende der Leitung, klingelte.
Irgendwann konnte er ein deutliches, aber sehr verschlafenes „Ja, bitte.“ hören.
„Hallo Gacchan, ich bins Haido.“, meldete sich Hyde.
„Was gibt es denn, dass du mich jetzt wecken musst?“, fragte Gackt und wirkte ziemlich brummig.
„Was es gibt? Ich wollte dir nur erzählen, dass ich deine Raubkatze gerade getroffen habe, mich mit ihr sehr nett unterhielt und ich weiß wie sie heißt… so auch, wo sie sich aufhält.“, erzählte Haido seinem Freund ein wenig überlegen, doch unterließ er es ihm zu sagen, dass er sich beinahe in sie verliebt hätte.
Zunächst herrschte Stille am anderen Ende, dann fragte Gackt:
„Na und, nun sag schon… wie heißt sie und… was hat sie so gesagt?“
„Nun, sie heißt Damona, aber ich werde dir jetzt nicht verraten, was sie mir erzählt hat, denn damit würde ich ihr Vertrauen missbrauchen. Das verstehst du doch, oder?“, erwiderte Haido und hatte tatsächlich nicht vor seinem Freund von der Unterhaltung mit Damona zu erzählen.
„Du bist gemein, Haido.“, schmollte Gackt, am anderen Ende.
„Okay, okay, ich werde dich, dafür zu ihr führen, aber nichts weiter, alles andere musst du allein schaffen. Allerdings weiß sie nicht, dass wir beide befreundet sind.“
„Na gut, das reicht mir ja schon.“, freute sich Gackt und konnte es eigentlich kaum mehr erwarten sie endlich wieder zu sehen. „Kannst du mich dann morgen zu ihr bringen… bitte…“, quengelte Gackt nun und wäre am Liebsten sofort losgelaufen… oder besser gefahren.
„Ja, ist okay, aber jetzt werde ich mich erst mal ins Bett packen und schlafen. Gute Nacht, Gacchan.“
(~ chan – jap. für ~ chen: In Japan wird es für Kinder oder auch unter Freunden gebraucht.)
„Okay. Gute Nacht, Haidochan.“, antwortete Gackt, bevor beide endlich auflegten und ins Bett gingen, wo Haido sogleich einschlief, jedoch Gackt nun zunächst nicht mehr schlafen konnte, da ihm zu viele Gedanken durch den Kopf gingen. Doch schlief auch er irgendwann endlich wieder ein…
(…armes Schnucki…)
*-*-*
Kapitel 3:
Nur ein paar Stunden
Am anderen Morgen war Reiji zeitig aufgestanden, doch wunderte es ihn nicht, dass Damona, Paine und Mira noch schliefen, denn er wusste, dass die drei Mädels gern lange schliefen.
Nachdem Reiji sich fertig gemacht hatte, machte er sich daran seine Tiere, einen Hund und eine Katze, zu versorgen.
Danach verließ er das Haus, fuhr einkaufen und kehrte nur wenig später wieder nach Hause zurück. Dort angekommen ging er in die Küche und bereitete das Frühstück vor, anschließend ging er zu den Zimmern, klopfte an und sagte, dass das Frühstück fertig sei.
Damona, Paine und Mira erwachten langsam, standen anschließend auf und machten sich nacheinander, im Bad, fertig, um sich danach in der Küche zu treffen. Nur Damona schien noch ziemlich müde zu sein, denn sie brauchte heute schon ziemlich lange, was man von ihr nicht gewohnt war.
Paine und Mira machten sich Sorgen und hofften, dass Damona, auf sie beide, nicht mehr böse, wegen der Vorwürfe von gestern, wäre.
Über kurz oder lang war auch Damona endlich fertig und betrat die Küche, mit einem ziemlich brummigen
„Morgen…“ (mehr konnte man von ihr, so früh, nicht erwarten…), dann setzte sie sich hin und trank nur eine Tasse Kaffee.
Mira, Paine und Reiji sie ansahen und ihr „auch“ einen „Guten Morgen.“ wünschten.
Paine war es schließlich, die ihre Freundin fragte:
„Süße, ist alles okay oder bist du immer noch böse auf uns… ich mein… wegen gestern?“
Damona sah Paine an und schüttelte den Kopf, bevor sie sich wieder der Tasse, in ihrer Hand, widmete.
„Nein, ich bin nicht mehr böse. Ihr hattet ja auch recht, mit dem was ihr sagtet.“, gab Damona, zum Erstaunen von Paine, Mira und Reiji, zu.
Sprachlos sahen die Drei erst einander, dann ihre Freundin an, die sich jedoch weiter ihrem Kaffee widmete und ein wenig zum Fenster hinaus sah, so als wäre nichts gewesen.
Eine Weile herrschte Stille in der Küche, dann fragte Reiji Damona:
„Sag mal, Damona, was ist passiert, dass du jetzt so anders denkst? Ich mein, gestern warst du noch so böse auf uns und wolltest absolut nichts einsehen und jetzt… denkst du so anders.“
Damona sah Reiji an, nahm einen Schluck Kaffee und erzählte in aller Ruhe, was sie am Abend noch erlebt, getan und wen sie getroffen hatte.
So auch, dass sie sich, mit Haido sehr nett unterhalten hatte.
Paine und Mira fielen wiederum beinahe in Ohnmacht, als sie die Geschichte von ihrer Freundin hörten.
„DU HAST….. HYDE…. GETROFFEN UND MIT IHM GESPROCHEN!!!!!?????“, riefen die Beiden fast gleichzeitig, so dass sich Damona ziemlich erschrak und die Tasse beinahe fallen gelassen hätte.
(ja man, aua, ihr wisst doch, dass Krach, für ein „Krokodil“, das nicht ausgeschlafen hat, schädlich ist…)
„Hey, was soll denn das?! Könnt ihr nicht leiser reden? Ich bin doch noch gar nicht wach!“, motzte Damona und begriff erst mal nicht, was die Beiden denn nun wieder bewegte.
Doch Mira und Paine ließen Damona nun keine Ruhe und quetschten sie mal wieder, bis auf den letzten Tropfen Blut, aus. Sie löcherten sie mit ihren Fragen und langsam dämmerte es Damona, dass die beiden Hyde wohl auch kannten und für ihn schwärmten.
(Verdammt!!!)
Na super… wirklich super, Damona! Warum konntest du nicht einfach deine Klappe halten?, dachte sie bei sich.
„Sag mal, Damona, du weißt es wirklich nicht, oder?“, fragte Reiji, sich einmischend, und sah Damona an, die den Kopf schüttelte und fragend erwiderte:
„Nein, was sollte ich denn wissen?“ sie hatte echt null Peilung.
„Nun, Haido und Gackt sind Freunde. Sag nur, das wusstest du nicht? Hat Haido dir nichts davon erzählt?“
(Reiji, du Trottel…!)
Damona sah Reiji an und schüttelte abermals den Kopf.
„Nein, …das… habe ich nicht gewusst …und …er hat es mir auch nicht gesagt.“, antwortete Damona ruhig, doch wurde sie nun sehr traurig.
Hatte sich Haido etwa verstellt und tat nur so freundlich?! Hatte er sie ausgefragt, um Gackt dann alles erzählen zu können?! Damona traten nun die Tränen in die Augen, die sie nur sehr schwer zurückhalten konnte. Es tat weh… es tat einfach nur weh… wieder jemand der anscheinend, oder ihrer Meinung nach, ihr Vertrauen missbraucht hatte.
Wusste sie doch nicht, dass Haido alles für sich behalten und seinem Freund nichts, außer ihrem Namen, verraten hatte. Langsam stand sie auf, verließ die Küche und ging wieder in ihr Zimmer, wo sie sich einschloss, sich auf das Bett legte und bitterlich weinte. Das musste sie nun erst mal wieder verdauen.
Warum sie? Warum? Hatte sie denn nicht schon genug, in ihrem Leben, durchmachen müssen…?
Nun stellten sich wieder ihre Depressionen ein, auch ihre Angst, die sie schon fast seit Ewigkeiten hatte, kam wieder hoch.
Erst die Reise hierher, dann die beiden Begegnungen und nun auch noch ein „angeblicher“ Vertrauensbruch. Das war einfach alles etwas zu viel für Damona, deren Psyche ohnehin schon sehr angegriffen war. Langsam bekam sie das Gefühl, dass es ein Fehler war mitgeflogen zu sein.
Sie wünschte sich einmal mehr, einfach nur ihre Koffer zu packen und zu verschwinden. Warum war sie überhaupt hier? Warum nur war sie eigentlich mitgeflogen?
Sie weinte und zitterte, während sie sich nun wieder, von dem Bett, erhob und sich, wie ein Zombie, in eine Ecke des Zimmers kauerte. Natürlich hatte sie ihre Beruhigungstabletten dabei und hätte diese einnehmen können, doch jetzt konnte sie nicht daran denken…
Paine und Mira tat es nun leid, dass sie verraten hatten, dass sie Haido kannten, auch Reiji machte sich riesige Vorwürfe, dass er Damona das gesagt hatte. Doch er konnte ja nicht wissen, dass… oder hätte er es doch wissen müssen.. hmm…
Paine stand schließlich ebenfalls auf und machte sich auf den Weg zum Zimmer von Damona, klopfte an und wollte es öffnen, doch es war abgeschlossen. Reiji, gab ihr den Ersatzschlüssel und schon bald hatte Paine das Zimmer geöffnet, das sie auch gleich betrat und die Tür, hinter sich, wieder schloss.
Langsam ging sie auf ihre Freundin zu und kniete sich zu ihr herab.
„Schhh… ist ja gut.“, flüsterte sie und nahm Damona lieb in den Arm.
Es tat ihr in der Seele weh ihre Freundin so sehen zu müssen und zu spüren, wie sehr sie zitterte. Sie hoffte, dass sie Damona irgendwie wieder beruhigen könnte, doch es half alles nichts. Sie würde ihr wohl die halbe Tablette geben müssen… auch wenn es ihr zuwider war, das tun zu müssen.
Andererseits ließ sich Damona so nicht mehr beruhigen. Paine wusste wo Damona diese Tabletten aufbewahrte, da sie es ihr, ja schon vor einer ganzen Weile, gesagt hatte, und holte diese aus der Tasche von Damona raus, dann brach sie eine entzwei, kniete sich wieder zu Damona herab, gab ihr die halbe Tablette und ein Glas Wasser, unter vielem guten Zureden.
Tränen überströmt und zitternd, ließ sich Damona, von ihrer Freundin, die Tablette und das Wasser geben, ja beinahe einflößen. Immer wieder sprach Paine auf ihre Freundin ein und nach etwa einer halben Stunde beruhigte sich Damona langsam. Damona hatte sich an ihre Freundin gelehnt und langsam versiegten ihre Tränen.
(oh je… da kommen grad gewisse Erinnerungen hoch…)
„Na, geht’s wieder, hm?“, fragte Paine leise.
Ein wenig nickte Damona, während sie langsam wieder ruhiger wurde.
„Danke.“, sagte sie ebenfalls leise und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, während sie sich langsam von Paine löste.
„Schon gut, nichts zu danken.“, erwiderte Paine leise und sah ihre Freundin sanft an.
Beide standen nach einer Weile auf und verließen das Zimmer. Während Paine wieder in die Küche ging und sich auf ihren Stuhl setzte, ging Damona langsam ins Bad, wo sie sich erfrischte. Danach kehrte auch sie in die Küche zurück, setzte sich und schwieg, während sie noch eine Tasse Kaffee trank und eine Zigarette rauchte.
Essen konnte und wollte sie erst mal nichts, denn erstens konnte sie so früh nicht essen und außerdem hatte sie jetzt eh keinen Hunger. Die Stimmung war ziemlich angespannt zwischen den Anwesenden. Damona sprach schließlich:
„Ist schon okay. Ich bin euch nicht böse. Verzeiht, dass ich einfach so weg gegangen bin.“
„Das ist doch nicht so schlimm. Ich verstehe dich. Ich hätte nicht so taktlos sein dürfen, verzeih mir, Damona.“, erwiderte Reiji ruhig…. Mira nickte verständnisvoll.
„Hey, ist schon gut.“, erwiderte Damona und lächelte ein wenig.
Paine schwieg zunächst und machte sich echt Sorgen um ihre Freundin, auch wenn nun scheinbar alles wieder in Ordnung war…
Es war schon so um die Mittagsstunde, als Gackt aufgestanden und seinen Freund angerufen hatte. Natürlich hatte er nicht vergessen, was Haido ihm, am vorigen Abend, erzählt und angeboten hatte.
„Hallo Haidochan. Ich wollte dich fragen, ob es nun dabei bleibt, dass du mich zu Damona bringst.“, wollte Gackt wissen.
„Ja, Gacchan, ich komme gleich zu dir und dann fahren wir zu ihr, okay.“, willigte Haido ein.
„Okay, ich freue mich schon darauf. Bis nachher.“, erwiderte Gackt freudig.
„Bis nachher.“, sagte Haido und legte auf, ebenso Gackt.
Nachdem Haido aufgelegt hatte, machte er sich fertig und verließ anschließend sein Zuhause, um zu seinem Freund zu fahren und sein Versprechen einzuhalten.
Etwa eine dreiviertel Stunde später kam Haido an Haus von Gackt an, betrat das Grundstück, klopfte an die Tür des Hauses und wartete, dass sein Freund heraus käme. Darauf musste Haido nicht lange warten, denn Gackt hatte schon ungeduldig auf seinen Freund gewartet.
Schnell hatte er die Tür geöffnet und verließ sein Haus. Er begrüßte Haido, wie immer, sehr höflich und freundschaftlich, was Haido ihm gleich tat, dann machten sich beide auf den Weg zum Haus von Reiji. Gackt hatte Haido mit seinem schwarzen Auto mitgenommen und Haido wies Gackt den Weg. Nur eine halbe Stunde später hatte Gackt das Haus erreicht. Haido hatte Gackt kurz vorher anhalten lassen, damit er aussteigen konnte, denn er wollte nicht, dass Damona sie beide zusammen sah.
Er verfluchte sich nun, dass er Damona verschwiegen hatte, dass er mit Gackt befreundet war. Nun, das hätte sich ohnehin erledigt, denn wenn Damona so klug war, wie Haido sie einschätzte, würde sie spätestens, wenn Gackt vor ihr stand, erkennen, dass er die Adresse nur von ihm – Haido – haben konnte, woher sonst…
(Klar, man muss ja nun auch kein Professor sein um das heraus zu finden.)
Gackt stoppte den Wagen genau vor dem Haus von Reiji und blieb noch ein wenig in dem Auto sitzen, um sich das Haus anzusehen, bevor er ausstieg, auf das Haus zuging und an die Tür klopfte.
(ach ja, Häuser sind mega interessant, gell, Schnucki ^_^ )
Langsam hatte sich die Stimmung der Vier gebessert und sie sprachen so über dieses und jenes, so auch über die Pläne, die sie sich für heute vorgenommen hatten. Dann hörten sie das Klopfen an der Tür. Reiji sah die Mädels an und stand, mit den Worten:
„Entschuldigt mich bitte kurz. Ich bin gleich wieder da.“ auf, ging an die Tür und öffnete diese.
Sein Blick erstarrte beinahe, als er Gackt Camui, der ihm natürlich nicht unbekannt war, vor der Tür stehen sah und sogleich, warum auch immer, an Damona denken musste.
Was will der denn hier?, fragte sich Reiji noch in Gedanken, doch die Antwort, auf diese ungestellte Frage, ließ nicht lange auf sich warten.
„Konnichi wa. (japanisch für: Guten Tag)“ begrüßte Reiji den Gast dennoch sehr höflich: „Wie kann ich ihnen helfen?“, fragte er anschließend, den Unwissenden spielend.
„Konnichi wa.“, erwiderte Gackt freundlich: „Mein Name ist Camui Gackt und ich wünsche Damona zu sprechen.“
Reiji nickte zustimmend, auch wenn er grad nicht wusste, ob es wirklich eine so gute Idee war, Damona jetzt auf Gackt treffen zu lassen. Nun, er würde versuchen sie behutsam auf ihn vorzubereiten.
„Ja, natürlich, bitte, kommen sie doch rein.“, bat Reiji Gackt in sein Haus, während er den Weg, ins Innere des Hauses, frei gab und sich fragte, woher Gackt wusste, dass sich Damona hier aufhielt.
Gackt bedankte sich höflich und trat ein. Reiji führte den Gast ins Wohnzimmer, bot ihm einen Platz und etwas zu Trinken an und bat ihn hier zu warten, er würde Damona holen. Gackt setzte sich in den Sessel, der am Fenster stand, doch trinken wollte er nichts. Nun wartete er darauf, dass Reiji Damona zu ihm brachte.
Reiji ging wieder in die Küche zu den Mädels und wusste nun nicht wirklich, was er sagen sollte, zudem Paine und Mira auch hier saßen. Die drei Mädels fragten auch nicht, denn sie wollten ja nicht neugierig sein. Dann jedoch bat er Damona:
„Damona, kannst du bitte mal mit mir kommen, ich muss mit dir reden.“
Damona sah Reiji an, nickte einwilligend und ging mit Reiji mit. Er ging mit ihr in ein anderes Zimmer, nahm sie bei den Händen und sah sie besorgt an. Er musste sich nun genau überlegen was er sagen wollte… oder sollte, da Damonas psychischer Zustand, derzeit, nicht gerade der Beste war.
„Damona, hör mir bitte zu und sag erst mal nichts, okay.“, bat Reiji Damona mit sanfter Stimme.
Damona nickte und sah nun auch Reiji ein wenig sorgenvoll an.
„Was ist denn los, Reiji?“
„Hör mal, es ist jemand hier, den… na ja, weißt du…. den… du nicht besonders magst.“, sprach Reiji ruhig und sah sie mit sanften Blicken an.
„Wer denn?“, fragte Damona, die jetzt irgendwie völlig auf der Leitung stand.
Reiji holte tief Luft und sprach weiter:
„Es ist …Gackt… Gackt Camui und …er wünscht… dich zu sprechen.“, dann senkte er seinen Kopf …darauf hoffend Damona würde jetzt nicht ausrasten, denn dann hätten es auch Paine und Mira mitbekommen, was er zunächst zu verhindern suchte.
Mit Reijis Worten setzte sich Damona auf das Bett und sah zu Boden.
Wie, zum Teufel, hat er mich finden können?, fragte sie sich gedanklich, dann jedoch fiel ihr Haido ein… ja, er, der seit gestern Abend, wusste wo sie sich aufhielt und er hatte Gackt ganz sicher zu ihr geführt.
(gut kombiniert…)
Dann jedoch stand sie auf und sah Reiji sanft an:
„Ist schon gut, ich gehe zu ihm und rede mit ihm.“, wobei sie sich nun schon ziemlich zusammen nehmen musste.
„Wo ist er?“, fragte sie mit ernster Stimme und klang dabei so, als wollte sie Gackt am liebsten zur Hölle schicken.
(ähm… die tut doch jetzt nur so… oder…)
„Er ist im Wohnzimmer. Ich bringe dich zu ihm.“
„Dankeschön, Reiji.“, bedankte sich Damona höflich bei ihrem Freund.
Reiji verließ mit Damona das Zimmer und führte sie ins Wohnzimmer, wo Gackt schon auf sie wartete, dann entfernte er sich und ging wieder in die Küche. Er hoffte, dass Paine und Mira nicht nachfragen würden was mit Damona wäre… das würde dann ein „schönes“ Chaos geben oder er müsste sich eben eine Ausrede einfallen lassen.
(oh ja…)
Als Gackt Damona sah, stand er sogleich auf und ging auf sie zu.
„Hallo! Ich freue mich sie wieder zu sehen.“, begrüßte er Damona grinsend, aber höflich.
Damona stand vor ihm und sah ihm ernst in die Augen, deren Blick sie nur sehr schwer standhalten konnte. Nun musste sie unweigerlich daran denken, was für Geschichten, von denen nicht einmal Paine und Mira etwas wussten, sie über IHN geschrieben hatte. Dabei wurde ihr nun ganz anders.
Aber, zum Glück, würde er ja wenigstens ihre Gedanken nicht lesen können und somit, hoffentlich, niemals erfahren, dass sie sich IHN bzw. seinen Namen für ihre, ja schon beinahe, perversen Phantasien sehr oft ausgeliehen hatte. Am Liebsten hätte sie jetzt ihren Blick gesenkt, bei dem, woran sie gerade dachte.
Doch sie riss sich zusammen und antwortete, ein wenig gereizt, nun ja, irgendwie musste sie schließlich ihre Fassade aufrecht erhalten:
„Hallo Gackt. Halt mich nicht für dumm, ich weiß, dass Haido ein Freund von dir ist und ich weiß auch, dass er dir alles erzählt hat. Du kannst mich also ruhig bei meinem Namen nennen. Mein Name ist Damona, nur falls du es vergessen haben solltest.“
„Warum bist du so unfreundlich zu mir, hm?“, fragte Gackt nun, mit ein wenig Traurigkeit in seiner Stimme.
Ziemlich giftig sah Damona Gackt an und erwiderte stur:
„Weil ich dich hasse… ja, ich hasse dich!“
„Das finde ich sehr schade, denn ich habe dich nämlich sehr gern.“, antwortete Gackt.
„Na und, ich kann dich aber nicht ausstehen.“, beharrte Damona zunächst auf ihrer Meinung.
„Warum? Was habe ich dir getan?“, wollte Gackt nun wissen, denn er war nicht bereit aufzugeben.
Damona schwieg nun, senkte ihren Kopf und sah zu Boden, als gäbe es da was ganz Tolles zu sehen. Es stimmte, was er sagte. Er hatte ihr nichts getan und eigentlich mochte sie ihn ja, wie sie es Haido schon erzählt hatte. So konnte sie ihn nun wirklich nicht mehr ansehen, doch antwortete sie… kaum hörbar:
„Nichts… du… hast mir nichts getan. Es… ist nur… weil… also.. weil… meine Freundinnen immer so sehr von dir… geschwärmt haben, so dass es… mir auf die Nerven ging und da… na ja, fing ich an… dich zu hassen… ich weiß… dass… das nicht gut war… aber…“, stotterte sie nun, in einer für sie sehr untypischen Art und Weise.
Gackt lächelte verständnisvoll:
„Schon gut, das kenne ich auch und mir geht so manches auch ziemlich auf die Nerven. Ich kann dich gut verstehen.“, antwortete er mit seiner tiefen samtweichen Stimme, die einem schon ne Gänsehaut über den Rücken jagen konnte.
Nur ganz kurz hatte Damona IHN angesehen, doch senkte sie ihren Blick auch gleich wieder…
Gackt stand wirklich vor ihr… wie ein wahr gewordener Traum. Wie oft hatte sie davon geträumt IHM gegenüber zu stehen und nun… konnte sie ihn nicht mal ansehen… hatte ihn, beim ersten Treffen, sogar mehr als unhöflich behandelt. Und sie konnte ihm ja jetzt wohl kaum sagen, dass sie ihn auch sehr mochte… ihn vielleicht sogar …nein… diesen Gedanken schob sie weit von sich… denn nun dachte sie wieder an Paine und Mira.
Nachdem Damona den ersten …na ja, eigentlich ja schon den zweiten… „Schock“ überwunden hatte, setzten sich beide. Gackt setzte sich wieder in den Sessel am Fenster und Damona setzte sich auf die Couch, dann unterhielten sich beide eine ganze Weile…
Reiji hatte sich unterdessen doch etwas einfallen lassen müssen, um Paine und Mira nicht die Wahrheit sagen zu müssen, mit wem Damona gerade, im Wohnzimmer war und sprach. Er hatte nur gesagt, dass sich Damona noch ein wenig hingelegt hätte, da sie noch sehr müde gewesen wäre. Paine wusste warum. Sie dachte sich schon, dass es wahrscheinlich an der Tablette lag, die sie Damona vorhin, gegen ihre Angst, verabreicht hatte.
Derweil hatte Gackt Damona eingeladen mit ihm essen zu gehen. Sie stimmte zu, doch ging sie zunächst in ihr Zimmer, um sich umzuziehen… natürlich ganz in Schwarz… so wie sie es mochte und sie wusste auch, dass die Farbe Schwarz zu Gackts Lieblingsfarben gehörte.
So ging sie wieder zu ihm, dann verließen die Beiden das Haus, nachdem Gackt beinahe die Augen aus dem Kopf gefallen wären, als er Damona so sah. Gackt ließ Damona in seinem Wagen einsteigen, schloss die Beifahrertür, dann setzte er sich neben sie und fuhr mit ihr davon…
Erst als die Tür zufiel bemerkten Paine und Mira, dass hier etwas nicht stimmen konnte und Reiji sie beide belogen hatte. So begannen sie ihn auszuquetschen und erfuhren so, was wirklich los war… dass Gackt Damona hatte sprechen wollen und nun wussten sie auch, dass sie beide verschwunden waren.
Und ER hatte sie ganz offensichtlich mit sich genommen… ohne dass sie beide auch nur einen einzigen Blick auf IHN erhaschen konnten. Das fanden die Beiden schon ziemlich gemein.
Na warte, Damona…!
(nun beruhigt euch mal, Mädels… ist doch nur Gackt… und Damona kann ja nichts dafür…)
Derweil hatten Gackt und Damona ziemlich viel Spaß miteinander. Beide waren, nachdem sie in einem Restaurant gegessen hatten, in ein wunderschönes kleines Café gegangen, wo sie einen Kaffee tranken und sich richtig gut unterhielten. Trotzdem Damona in Gedanken von IHM schwärmte, unterließ sie es, IHM, dies deutlich zu zeigen, was ihr schwer fiel… sehr schwer sogar.
Sie unterdrückte ihre Gefühle zu IHM, denn sie wollte nicht der Grund dafür sein, dass sich Mira und Paine schlecht fühlten oder sie beneideten. Sie dachte mal wieder nicht an sich selbst… nur an ihre Freundinnen. Obgleich es seine Entscheidung war, mit ihr auszugehen, fühlte sie sich in Gedanken sehr schlecht. Doch sie ließ es sich, vor IHM, nicht anmerken und tat so, als hätte sie ebenso viel Spaß daran mit ihm zu reden und zu lachen, wie er mit ihr….
Paine und Mira war derweil alles vergangen, sie wollten jetzt nicht mit Reiji rausgehen und sich die Umgebung zeigen lassen oder in Tokyo einkaufen gehen. Sie verzogen sich in ihre Zimmer, setzten sich auf ihre Betten und dachten nach. Ohne es zu wissen, taten beide das Gleiche:
Sie hielten ihre PSP (PlayStation Portable) in den Händen und sahen sich Videos von Gackt an, während beide, jeder für sich, vor sich hin träumten…
Reiji machte sich derweil daran den Haushalt zu erledigen. Er verstand die beiden Mädels zwar irgendwie, doch verstand er deren Verhalten nicht. Für ihn war Gackt auch nur ein Mensch und kein Gott… zu dem Paine und Mira ihn anscheinend machten.
Damona versuchte noch immer alles Mögliche um ihre Gefühle weiterhin vor Gackt zu verbergen, was ihr, ihrer Meinung nach, auch ganz gut gelang. Nur ihre Augen verrieten, was sie und wie sie sich fühlte.
Er schien es nicht zu merken, dachte sie zumindest. Doch sie irrte sich, denn er sah sehr wohl, dass sie traurig war, trotzdem sie lachte.
Er fragte sie nun: „Was ist los mit dir, Damona?“
Damona sah ihn an und antwortete, so ruhig sie es vermochte:
„Nichts, was soll denn mit mir los sein?“, und versuchte ein wenig zu lächeln.
„So, es ist also nichts. Gut. Dann sag mir bitte, warum ich in deinen Augen, trotz deines hübschen Lächelns, Traurigkeit sehe.“, antwortete Gackt mit sanfter Stimme.
Damona schwieg nun und senkte ihren Blick. Natürlich hatte er recht mit seiner Beobachtung, doch sie wollte es vor ihm natürlich nicht zugeben. Allerdings rannen nun doch ein paar Tränen aus ihren Augen und tropften leise auf den Tisch.
Gackt sah die Tränen logischerweise und sagte:
„Ich habe also Recht. Du bist traurig. Warum, Damona… warum? Bitte, sprich mit mir.“
Doch Damona schüttelte nur ein wenig den Kopf und schwieg eisern, das konnte sie eh am Besten. Was sollte sie denn auch zu ihm sagen? Sollte sie ihm etwa sagen, dass sie sich in IHN… verliebt hatte, doch ihre Gefühle vor IHM, aus Rücksicht zu ihren Freundinnen, verbarg? Nein… nein… nein… das würde sie sicher nicht tun. Sie konnte ihn ja jetzt nicht mal mehr ansehen.
Doch wie, zum Teufel, kam sie jetzt aus dieser Situation heraus? Sie musste sich etwas einfallen lassen, denn sie ahnte schon, dass er nicht aufgeben würde. Sie musste hier schnellstmöglich verschwinden, aber wie… sie wusste, dass er ihr sicher folgen würde, wenn sie versuchte direkt zu fliehen. Also erdachte sie sich blitzschnell einen Plan, wie sie seinen Fragen ausweichen und fliehen konnte. Zunächst tat sie so, als wäre alles okay. Sie wischte sich die Tränen fort und sah ihn an.
(hmm… erinnert mich die Szene nicht grad an gewisse Rollenspiele…)
„Ist schon gut, ich… mir geht es gut und… ich habe nur an etwas trauriges denken müssen… nichts Wichtiges. Bitte, mach dir keine Sorgen.“, sagte sie mit ruhiger Stimme, während sie, in Gedanken, schon ihre Flucht vorbereitete.
Dann jedoch überlegte es sich Damona anders, denn sie brachte es nun wirklich nicht übers Herz zu fliehen und ihn hier allein sitzen zu lassen, was, in ihren Augen, nun doch sehr unhöflich gewesen wäre.
„Bitte, ich möchte nach Hause und mich ein wenig hinlegen, denn ich habe diese Nacht nicht so gut geschlafen. Ist das okay für dich?“, fragte sie ihn, mit ruhiger Stimme.
„Warum sagst du mir nicht, was wirklich mit dir los ist?“, fragte Gackt nun weiter, denn er kaufte ihr die Geschichte, die sie ihm gerade auftischen wollte, nicht ab.
VERDAMMT! Was sollte sie denn jetzt tun? Warum musste alles so furchtbar schwierig sein?
„Bitte, ich möchte nicht drüber reden. Ich möchte nur nach Hause.“, sagte Damona leise und hoffte, dass er nicht weiter fragen würde, denn sie würde IHM ohnehin keine konkrete Antwort geben.
„Nun gut, wenn es dein Wunsch ist.“, erwiderte Gackt nun sehr traurig.
Es hatte wohl keinen Sinn, sie schien noch sturer, als er selbst, zu sein. Na, das konnte ja noch heiter werden.
Gackt zahlte, stand dann auf, wartete auf Damona und beide verließen anschließend das kleine Café. Gemeinsam gingen sie zurück zum Auto, stiegen ein und Gackt fuhr Damona, schweren Herzens zurück „nach Hause“.
Auf der Fahrt dorthin schwiegen beide. Gackt war nun sehr traurig, aber auch Damona ließ das alles nicht ganz kalt. Am Liebsten hätte sie jetzt richtig losgeheult, doch sie ließ es und hob sich das alles für später auf, wenn sie wieder allein in ihrem Zimmer wäre.
Bei dem Haus von Reiji angekommen, stieg Damona, nach Gackt, aus und sprach:
„Ich danke dir, für die schönen Stunden und …ich habe mich sehr gefreut, dich endlich kennen gelernt zu haben. Jaa ne (japanisch für: Bis bald.). Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann wieder.“, damit machte sie eine kurze Verbeugung, was eigentlich nicht so wirklich ihre Art war und ging, so schnell sie konnte, ins Haus hinein.
(oh je…)
Gackt hatte ihr noch eine Weile, von seinem Auto aus, nachgesehen und dachte nun über ihre Worte nach. Hatte sie wirklich gesagt… dass sie sich gefreut hätte ihn ENDLICH kennen gelernt zu haben? Dann hatte sie womöglich nur vorgegeben ihn zu hassen. Sie hasste ihn gar nicht, ja natürlich, sonst hätte sie sich kaum auf seine Einladung eingelassen. Es musste etwas geben, warum sie ihn, trotzdem abwies. Aber was?
Nachdem Damona das Haus betreten hatte, lief sie schnell in ihr Zimmer, schloss es ab und legte sich bäuchlings auf das Bett. Erst jetzt, da sie allein war, weinte sie bittere Tränen.
Paine hatte gerade zu dem Zeitpunkt, da Damona das Auto von Gackt verlassen hatte, aus dem Fenster gesehen und konnte es nicht glauben, was sie sah… eher wen sie sah. Damona war ins Haus gelaufen und Paines Idol …“ihr Schnucki“… stand noch immer, mit seinem Auto vor dem Haus.
Nein, diese Gelegenheit konnte und wollte sich Paine, trotz aller Schüchternheit, nicht entgehen lassen. Sie wollte wenigstens einmal mit ihm reden… nur einmal. Sie hatte schon wieder Herzchen… riesengroße Herzchen… auf ihren Augen. Schnell warf sie die PSP auf ihr Bett, verließ das Zimmer und rannte auf die Tür zu. Vor der Tür stehend atmete sie noch einmal tief durch, während ihr Herz sich beinahe überschlug.
Okay Paine, bleib ruhig… ganz ruhig…., redete sie sich selbst ein.
Dann öffnete sie die Tür und verließ das Haus. Sie hoffte, dass ihr Englisch sie jetzt nicht verlassen würde und ihre Beine ihr nicht den Dienst versagten. Langsam und doch sehr aufgeregt ging sie auf das Auto zu, dann stand sie direkt davor und sah ihn zunächst einfach nur an.
Er dachte jetzt allerdings nur, über Damona, nach.
Ja, es ist wahr… ist stehe wirklich vor IHM… mach jetzt bloß keinen Fehler…, ermahnte Paine sich selbst, in Gedanken.
Schließlich sprach sie ihn, mit sanfter Stimme und vor Aufregung ein wenig zitternd, an:
„Hallo… ich… mein Name ist Paine. Sie… du… bist Gackt, richtig. Ich… also ich… bin eine Freundin von Damona und… ich…“, stotterte sie, konnte jedoch nicht weiter reden und kam sich jetzt schon ziemlich dämlich vor.
Toll, Paine, das klang jetzt sicher richtig dämlich… was ER jetzt nur denken wird…
(bloß gut, dass ER das hier niemals lesen wird… gell… *rofl*)
Gackt, der noch eine Weile in seinem Auto sitzen geblieben war und nachdachte, sah, dass eine junge Frau das Haus verließ und auf ihn zukam. Sie schien ziemlich aufgeregt und ein großer Fan von ihm zu sein, denn sie hatte eine kleine Weile einfach nur vor ihm gestanden, ehe sie ihn angesprochen hatte. Nachdem sie ihn jedoch angesprochen hatte erwiderte er:
„Hallo Paine. Ich freue mich dich kennen zu lernen.“ und lächelte sie an, so dass Paine, mal wieder, beinahe „ohnmächtig“ zusammengebrochen wäre.
Doch sie riss sich zusammen und sah IHN mit großen Augen einfach nur an. Sie wusste nun nicht mehr was sie noch sagen sollte… oder konnte. Dabei hatte sie sich das alles doch immer wieder in ihren Träumen so wunderschön… so wunderbar vorgestellt. Und nun… nichts… sie war einfach viel zu aufgeregt, um noch etwas sagen zu können. Dann jedoch zog sie ihr Lieblingsbild von IHM, dass sie immer bei sich hatte, aus ihrer Jackentasche und gab es ihm.
„Bitte, könntest du das unterschreiben.“ und sah ihn mit einem Blick an… der mal wieder jedes Bambicasting sofort gewonnen hätte… das konnte sie ohnehin besonders gut.
„Natürlich, das tue ich gern.“, antwortete Gackt mit seiner sanften tiefen Stimme, nahm das Foto an sich und unterschrieb es, nachdem er einen Kugelschreiber, aus seiner Jackentasche, gezogen hatte. Dann gab er ihr das Bild zurück und Paine bedankte sich voller Freude, wobei ihre Augen richtig zu leuchten begannen.
„Domo arigatou gozaimasu.“, (japanisch für: ein sehr höfliches Dankeschön oder Danke sehr) sprach sie und verneigte sich höflich, obgleich ihr eigentlich nach etwas ganz anderem zumute war.
Am Liebsten hätte sie nun die ganze Welt… am allerliebsten aber IHN, vor Freude, umarmt.
Noch immer stand sie vor dem Auto und sah ihn schmachtend an.
„Dou itashimashite.“ (jap: für keine Ursache), erwiderte Gackt, grinsend, als sie sich auf japanisch bedankt hatte, bevor er sich von ihr verabschiedete:
„Nun, ich werd dann mal abfahren. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder, Paine. Sayounara (japanisch für: auf wieder sehen, wenn man eigentlich nicht erwartet jemanden wieder zu sehen).“ und sie noch einmal sanft anlächelte.
Dann fuhr er davon und Paine sah ihm, noch eine ganze Weile, verträumt nach, bevor sie freudestrahlend wieder ins Haus lief und Reiji sogleich mitteilen musste, was sie gerade erlebt hatte. Denn irgendwie konnte sie es noch immer nicht glauben, dass sich gerade ihr Traum erfüllt hatte. Sie träumte doch sicher immer noch… oder doch nicht…
(hach ja, Träume sind schon etwas Feines…)
Reiji hörte sich alles an, was Paine erzählte und freute sich mit ihr, auch wenn er dieses Theater, um diesen Mann, nicht so ganz verstand, denn für ihn war Gackt, nach wie vor, nur ein Mensch, wie eben alle anderen auch.
Damona weinte sich derweil noch immer beinahe die Augen aus dem Kopf, während Mira nichts, von alledem, mitbekam. Auch hatte sie nicht mitbekommen, was Paine erlebt hatte. Sie sah sich weiter die Videos, auf ihrer PSP, an und hatte dabei Kopfhörer auf ihrem Kopf, um niemanden zu stören. So konnte sie natürlich auch nichts weiter hören, außer die Musik.
Jeder schien irgendwie anderweitig beschäftigt zu sein, denn es war plötzlich sehr still in diesem Haus.
Damona hatte irgendwann aufgehört zu weinen und schluchzte nur noch vor sich hin.
Sie stand schließlich auf, zog sich eine Jacke an, verließ das Zimmer und bald auch das Haus. Das tat sie immer wenn sie tieftraurig war, denn nur so konnte sie ein wenig nachdenken… zumindest normalerweise.
Wie ein „Zombie“ lief sie durch die Gegend. Wieder kam sie, diesmal allerdings unbeabsichtigt, an dem kleinen wunderschönen Park vorbei… es war als führten ihre Beine ein Eigenleben und liefen einfach nur mit ihr irgendwohin. Sie wollte eigentlich nicht, aber sie betrat dennoch diesen Park, der sie noch immer magisch anzog.
Wie ferngesteuert ging sie durch diesen Park… langsam und ohne wirklich Notiz von ihrer Umwelt zu nehmen. Schließlich setzte sich Damona an einen Baum, zog die Knie ganz nahe an ihren Körper heran, legte ihre Arme um die Beine und ihren Kopf auf die Knie. Sie wollte nicht, aber sie weinte wieder und an Beruhigung war gar nicht oder kaum zu denken…
Nur das Warum… war ihr noch nicht so ganz klar… oder doch…
(scheiß Depriphasen…)
*-*-*
Kapitel 4:
Muss Liebe schön sein…
Interviews und Studioaufnahmen, für das neue Album, hatte er nun hinter sich und wollte jetzt einfach nur noch nach Hause. Das Auto hatte er stehen lassen und machte sich nun zu Fuß auf den Weg nach Hause. So konnte er sich wieder ein wenig, von der vielen Arbeit, entspannen und die frische Luft genießen.
Er kam nun ebenfalls an dem kleinen Park vorbei und sah gerade noch, wie sich eine junge Frau… Moment mal, war das nicht Damona!? Ja, sicher, sie war es… kein Zweifel, aber irgendwie wirkte sie so merkwürdig. Da stimmte doch was nicht! Schnell folgte er ihr und sah dann auch schon, wie sie sich an einen Baum kauerte und bitterlich weinte. Sie tat ihm leid und er kniete sich zu ihr herab, dann fragte er sie sorgenvoll:
„Damona? Hey, was ist denn passiert?“
Als Damona vernahm, dass sie jemand ansprach, dessen Stimme sie zudem sehr gut kannte, sah sie auf, wischte sich die Tränen fort, als wären dies lästige Fliegen, und sah Haido vor sich, auf dem Boden, kniend an.
„Hallo Haido.“, erwiderte sie nun sehr kalt und versuchte sich irgendwie wieder in den Griff zu bekommen.
„Nichts ist passiert. Lass mich in Ruhe!“, damit stand sie auf und wirkte mal wieder so freundlich, wie eine angriffsbereite, ausgewachsene Königskobra.
Auch Haido stand auf und sah sie an. Doch war er nun, trotz ihrer Haltung, nicht bereit aufzugeben.
„Nein, Damona, ich lasse dich jetzt nicht in Ruhe. Also, was ist passiert?“, sprach er noch einmal und versperrte ihr schon mal vorsorglich den Weg, denn er ahnte schon, dass sie versuchen würde zu fliehen.
Nun wusste Damona wieder mal nicht was sie tun sollte. Abhauen konnte sie nicht, denn Haido versperrte ihr, sehr zu ihrem Ärger, den Weg. Und wie es schien, war er nicht bereit aufzugeben. Sie sah ihn kalt an und fauchte ihn an:
„Wie ich schon sagte, es ist nichts passiert und ich werde dir sicher nicht noch einmal alles erzählen, damit du deinen werten Freund Gackt, alles weitergeben kannst. Vergiss es!“, mit diesen Worten verstummte sie und war nicht bereit noch weiter mit ihm zu reden.
Dann wand sie ihr Gesicht von Haido ab.
Natürlich sah er das und er vermutete schon, dass sie nun bestimmt nicht mehr mit ihm reden würde, deshalb sprach er nun auf sie ein:
„Okay, du redest jetzt sicher nicht mehr mit mir, aber du scheinst mich nicht zu kennen. Du stellst dich stur… gut, das kann ich auch. Ich werde hier nämlich nicht eher weggehen, bis du mir zugehört und mit mir gesprochen hast. Und jetzt pass mal auf, Mädchen, ich weiß nicht was du von mir denkst, oder wer dir diesen Mist erzählt hat, dass ich Gackt alles erzählt hätte.
Das habe ich nämlich nicht getan. Okay, ich gebe zu ich habe ihm gesagt, wie du heißt und ich habe ihn zu dir geführt, da er mich darum gebeten hat. Das ist auch schon alles… na gut, ich gebe auch zu, dass es von mir vielleicht ein wenig unfair war, dass ich dir verheimlichte, dass Gackt und ich schon seit langem Freunde sind, aber ich habe dir dennoch nichts Schlimmes angetan, oder?
Weißt du, warum ich ihn zu dir führte… nein, das weißt du nicht, denn du scheinst ja nur auf deine vorgefasste Meinung zu beharren, anstatt dir einzugestehen, dass du dich eventuell geirrt haben könntest. Ich führte ihn zu dir, weil er sich Hals über Kopf in dich verliebt hat. Noch Fragen?!“
(nee… alles klar… *grins*)
Damona hatte, obwohl sie es nicht wollte, Haido zugehört und sah ihn nun an. Dann schüttelte sie den Kopf und wieder liefen Tränen an ihrem Gesicht herab.
„Nein… du lügst… das kann nicht sein… das… nein…“, stotterte sie und ließ sich wieder zu Boden sinken, wo sie sich abermals zusammenkauerte.
Langsam kniete sich Haido wieder zu ihr herab, nahm sie in die Arme und versuchte sie zu beruhigen.
„Ist schon gut, ich habe es nicht böse gemeint. Aber ich lüge nicht. Was ich sagte ist wahr.“, flüsterte er ihr zu, während er sie einfach nur in seinen Armen hielt.
Schluchzend und stotternd erwiderte Damona leise:
„A-aber… das …geht doch nicht… nein, das …geht nicht.“ und hielt sich nun an Haido, wie eine Ertrinkende, fest.
„Warum sollte es denn nicht gehen, hm?“, fragte Haido leise weiter.
„Weil… weil… ich kann nicht… ich …ich will doch… niemandem …wehtun.“
„Wem solltest du denn wehtun? Das verstehe ich nicht. Bitte, erkläre es mir, Damona.“, bat Haido fragend weiter.
Doch sie schüttelte zunächst nur den Kopf und schwieg. Aber Haido hatte schon so viel Vertrauen zu ihr aufgebaut, dass sie ihm schließlich doch alles erklärte:
„Ich… also… ich würde …meinen beiden Freundinnen sehr wehtun, wenn… ich… es …zuließe. Ich… kann das nicht… ich kann das nicht… zulassen,“ und ihre Tränen nun kein Ende zu nehmen schienen.
Nun war sich Haido sicher: Sie liebte ihn… ganz offensichtlich… abgöttisch, sonst würde sie nicht so viele Tränen vergießen.
Doch antwortete er sanft:
„Du hast doch gar keinen Grund zu weinen, denn Gacchan entscheidet selbst was er will und mit wem er zusammen sein will. Um deine Freundinnen musst du dir keine Sorgen machen. Aber das tust du immer, nicht wahr. Glaub mir, du tust ihnen nicht weh, denn wenn sie richtige Freundinnen sind, werden sie es verstehen.
Wenn sie es nicht verstehen, dann sind sie keine echten Freundinnen, ganz ehrlich, dann kannst du sie vergessen.“ und streichelte sacht über ihren Rücken, um sie ein wenig zu beruhigen.
Damona schwieg. Sie hatte ihm zwar zugehört, dennoch machte sie sich weiterhin mehr Sorgen um Paine und Mira, als um sich selbst… eben wie immer… und doch liebte sie IHN… ja, sie hatte sich wirklich unsterblich in Gackt verliebt.
*-*-*
Was Damonas Freundinnen und auch ihre Umwelt nicht wussten, war die Tatsache, dass Damona schon sehr lange für Gackt schwärmte, es jedoch nie gezeigt hatte. Die übertriebene Schwärmerei ihrer beiden Mädels war ihr jedoch derart auf die Nerven gegangen, dass sie irgendwann beschloss sich gegen alles zu sperren, was auch nur ansatzweise mit IHM zu tun hatte… zumindest offiziell.
Sie hatte sich sogar immer wieder eingeredet, dass sie ihn hassen würde. Doch immer, wenn Paine und Mira nicht daheim waren, hatte sie sich Gackts Lieder angehört, sich die Videos, in denen er zu sehen war und sich die vielen Bilder, die sie auf ihrem Rechner gespeichert hatte, angesehen.
Wenn sie allein unterwegs war, hörte sie seine Lieder über ihren MP3 Player, aber auch bevor sie nachts einschlief hörte sie ihn.
Dennoch war es niemals jemandem aufgefallen… so hatte sie es tatsächlich geschafft alle zu täuschen…
*-*-*
Langsam erhob sich Haido und zog Damona mit sich hoch.
„Na komm, wir gehen noch ein wenig spazieren, okay. Oder möchtest du etwas anderes tun, hm?“, schlug er fragend vor, während er ein Taschentuch aus seiner Jackentasche zog und es ihr gab.
„Dankeschön.“, bedankte sich Damona und nahm das Taschentuch an sich.
„Okay… ich… ja… gehen wir noch ein Stück.“, willigte sie ein, während sie ihre Tränen trocknete.
Haido wollte schon mit ihr loslaufen, als ihm eine Idee kam, doch wusste er, wenn er ihr seine Idee unterbreiten würde, würde sie wahrscheinlich versuchen davon zu laufen. Dies musste er unbedingt verhindern, auch auf die Gefahr hin, dass er ihr Vertrauen, dieses Mal, sehr wahrscheinlich „missbrauchen“ würde.
Nun, dieses Risiko musste er einfach eingehen, denn es war zu ihrem und zu Gackts Besten, sonst würden die Beiden wohl nie zueinander finden.
So ging er erst mal einfach nur mit ihr spazieren und sprach auch weiter mit ihr… na ja, irgendwie musste er sie schließlich ablenken, wobei das wahrscheinlich nicht nötig war, da sie sich hier sehr wahrscheinlich eh nicht auskannte, würde sie auch nicht merken wohin er sie führte.
Nach etwa zwei Stunden und vielem Erzählen, erreichten sie in eine etwas abgelegene Gegend und erreichten schon bald ein sehr großes Gebäude, das einer Villa glich.
Damona stand vor dem Gebäude und staunte beinahe Bauklötze. Haido stand neben ihr und grinste.
„Wow… wem dieses Haus wohl gehört?! Das ist ja wunderschön…“, staunte Damona und bekam sich kaum noch ein.
Die Tränen schienen vergessen und sie stand nur noch mit großen Augen da. Da Damona es eh nicht sehen konnte, hatte Haido, „gemein“ wie er war, die Klingel, am Tor des Grundstücks betätigt. Er hoffte jetzt nur, dass sein Freund zu Hause wäre.
Noch schien Damona nämlich abgelenkt zu sein. Schnell schrieb Haido, noch immer unbemerkt von Damona, eine SMS an Gackt, dass er mit Damona vor dem Grundstück stehen würde…
Gackt, der in einem Sessel saß und nachdachte, wurde durch das Klingeln am Gartentor und durch die SMS, in seinen Gedanken, gestört. Er las die SMS, bekam große Augen und freute sich riesig. Er wusste, was sein Freund meinte und unterließ es die Gegensprechanlage zu betätigen.
Es war besser so, wenn er Damona nicht verscheuchen wollte. Deshalb erhob er sich und verließ das Haus. So schnell er konnte, lief er zum Tor, öffnete es und sah Damona und seinen Freund auch schon, mehr oder weniger, davor stehen.
Damona hatte es zunächst nicht mitbekommen, da sie sich hier ein wenig umgesehen hatte, doch als sie sich umdrehte, blieb ihr fast das Herz stehen, setzte einen Schlag aus, um gleich darauf heftig weiter zu schlagen und sie hart schlucken musste.
So ist das also. Du bist SO gemein, Haido., dachte sie bei sich und sah Haido giftig an, der nur grinste und sich verlegen am Hinterkopf kratzte.
Gackt strahlte nur, als er Damona sah und hätte sie am Liebsten in den Arm genommen, stattdessen nahm er sich zusammen und sprach:
„Hallo, ihr Beiden. Schön, dass ihr mich besuchen kommt. Was ist, kommt ihr mit rein?“, wobei er Damona mit „leuchtenden“ Augen ansah und lächelte.
Damona nickte nur sehr schüchtern, während Haido erwiderte:
„Okay, ich komm kurz mit rein, muss dann aber auch bald wieder los.“
Die Drei betraten das Grundstück und Gackt führte Haido und Damona ins Haus hinein. Damona ging nur sehr langsam und ziemlich schüchtern mit in das Haus, während sie sich staunend umsah und sich nun irgendwie ein wenig verloren vorkam.
Nachdem Gackt nun die Tür geschlossen hatte, blieb Damona an der Tür stehen. Sie getraute sich einfach nicht weiter zu gehen, zudem sie ziemlich aufgeregt war und nicht wirklich wusste, was sie tun sollte.
Haido war es dann, der sie an die Hand nahm und mit sich zog. Im Wohnzimmer angekommen, sprach Haido ruhig:
„Setz‘ dich ruhig, Damona. Dich wird hier keiner beißen.“ und versuchte sie ein wenig aufzulockern, indem er etwas scherzte.
Gackt fügte dann scherzend hinzu:
„…außer natürlich… du willst gebissen werden.“ und musste lachen, auch Haido lachte nun, nur Damona sah beide noch immer sehr schüchtern an und schwieg.
(…schüchtern?! Seit wann ist DIE denn schüchtern…?!)
„Möchtet ihr etwas trinken?“, fragte Gackt beide.
„Du weißt ja was ich trinke und Damona,… na ja, gib ihr etwas Zeit. Warte, ich komm mit raus.“, erwiderte Haido.
Damona setzte sich und bewegte sich kein bisschen von der Stelle… nur ihr Herz schien sie gleich verlassen zu wollen, denn es pochte derart heftig, dass es schon fast weh tat und man es eigentlich hätte hören müssen.
Haido war, mit Gackt, in die Küche gegangen und sprach:
„Hör mal, Gacchan Ich habe Damona vorhin im Park aufgefunden und sie war ziemlich fertig. Warum kann ich dir nicht sagen, denn ich habe ihr versprochen alles für mich zu behalten und nichts zu erzählen. Daran werde ich mich auch halten. Am Besten du fragst sie selbst, wenn sie sich denn traut mit dir zu reden.“
„Okay, ich versuchs mal.“, antwortete Gackt und schien sich Sorgen zu machen.
„Soll ich besser dabei bleiben, oder… magst du mit ihr allein reden?“
„Ich denke, ich werde es allein versuchen.“
„Geh aber vorsichtig mit ihr um, sie ist ziemlich fertig.“
„Okay, das werde ich. Danke, dass du sie hergebracht hast.“, bedankte sich Gackt freudestrahlend, auch wenn er sich um Damona ein wenig sorgte.
„Kein Problem, das hab ich gern getan.“, mit diesen Worten verabschiedeten sich beide voneinander und Haido verließ das Haus und bald auch das Grundstück.
Klar, hätte er sich auch von Damona verabschieden können… müssen, wie auch immer, aber dann wäre sie womöglich noch unruhiger geworden, als sie ohnehin schon war, also hatte er es gelassen… sie würde es wohl „überleben“…
(Haido? Hyde?! Haido, du kannst sie doch jetzt nicht einfach so, mit IHM, allein lassen! Hey, komm sofort zurück! *kreisch*)
Gackt hatte derweil Tee zubereitet, stellte zwei Tassen und auch die Kanne auf ein Tablett und ging dann wieder ins Wohnzimmer. Die Tassen und auch die Kanne stellte er auf den Tisch und das Tablett stellte er dann beiseite.
Dann setzte er sich ebenfalls in einen Sessel und sah Damona an, die noch immer unbeweglich da saß und sich schüchtern umsah. Wo Haido bloß blieb?
„Damona? Ist alles okay, mit dir? Hab keine Angst, ich tue dir nichts.“, begann Gackt und sah sie mit sanften Blicken an.
Damona sah erst Gackt an, dann sah sie zu Boden, als würde der Boden ganz besonders toll aussehen.
Ihre Gedanken:
Nein, nicht hinsehen… nicht hinsehen… sag ich… sieh IHN nicht an! Denk an deine Mädels! und errötete schon ziemlich stark, als ihr richtig bewusst wurde, dass sie bei IHM war.
Dann erwiderte sie leise:
„Ja… ich… ich… es ist alles okay.“ und wieder bahnten sich Tränen den Weg aus ihren Augen.
Denn tatsächlich dachte sie wieder an Paine und Mira und konnte gleichzeitig genauso wenig glauben, dass sie wirklich bei IHM Zuhause war.
„Möchtest du mit mir über irgendwas reden, hm?“, fragte er Damona ruhig, stand auf und gab ihr ein Taschentuch.
Dann hockte er sich vor ihr hin und sah sie ein wenig fragend an, während er sanft seine Hand unter ihr Kinn schob und ihren Kopf ein wenig anhob, um ihr besser in die schönen Augen sehen zu können.
Damona nahm das Taschentuch dankend an sich und wischte sich die Tränen fort. Nun „musste“ sie ihm in die Augen sehen und es war sehr quälend für sie, weshalb sie nun die Augen schloss. Sie konnte ihn nicht ansehen… sie konnte es einfach nicht.
Womöglich hätten sich alle Gefühle, in ihr, die sie für ihn empfand, offenbart und das musste sie unbedingt und irgendwie… mit allen Mitteln… verhindern. Schließlich riss sie sich zusammen, öffnete die Augen wieder und antwortete:
„Also… ich… mache mir Sorgen um… meine Freundinnen, weil… sie… „, oh je, wie sollte sie ihm denn bloß sagen, was sie bewegte?
„…also sie… mögen dich sehr und …ich… hab Angst… sie… zu… enttäuschen.. wenn…“, nein, sie konnte nicht weiter reden, nicht, wenn ER so nah bei ihr war… viel zu nahe… und sie SO …mit diesem Blick… ansah.
Nun grinste Gackt und wusste, was sie sagen wollte. Es war alles gesagt, mehr musste sie nicht sagen.
Warum bin ich nicht zuhause geblieben VERDAMMT?!?!?, fragte sich Damona gedanklich, doch weiter kam sie nicht, denn Gackt hatte sie sanft in seine Arme genommen.
Sie schloss nur noch die Augen und lehnte sich an ihn, während sie das Gefühl hatte, ihr Herz würde ihr gleich aus dem Leib springen und doch beruhigten sich, erstaunlicherweise, zumindest ihre Nerven langsam wieder.
Der Geruch, den Damona zudem wahrnahm, war schon beinahe betörend und sie sog diesen Duft… der eindeutig von ihm ausging, gierig, wie eine Süchtige auf Entzug, ein.
ER war für sie, wie eine Droge… wie der Sauerstoff, den sie so dringend, zum Atmen, brauchte und als wäre sie am Ersticken, dass Damona glaubte sich nie wieder von IHM lösen zu können. Dann noch diese Arme, die sie so sanft festhielten… das alles musste ein Traum sein und sie hatte große Angst zu erwachen und feststellen zu müssen, dass alles, wie eine Seifenblase, zerplatzen würde…
Natürlich bemerkte Gackt, dass sich Damona nun an ihn gelehnt hatte. Er hielt sie sanft fest, streichelte sie zärtlich und hatte sicher nicht vor sie in nächster Zeit loszulassen.
Damona war es… und nur sie, in die er sich unsterblich verliebt hatte… mit der er zusammen sein wollte… die er nie wieder hergeben wollte. Aber würde sie es auch wollen? Würde sie für ihn… nein, es war doch viel zu früh, um an so etwas zu denken.
Schließlich löste er sich von ihr… aber nur ein wenig… und sah ihr sanft in die Augen, die sie wieder geöffnet hatte. Er hatte beinahe das Gefühl sie schon ewig zu kennen. So, als könnte er gar nicht anders, näherte sich sein Gesicht dem Ihren… ganz langsam… bis seine Lippen die Ihren berührten und er sie zärtlich küsste!
(*in Ohnmacht fall*… bloß gut, dass ER kein Deutsch kann… oder zumindest nicht so gut… und das hier, niemals lesen wird.)
Nun glaubte Damona endgültig, dass sie träumen würde und schloss die Augen wieder, als diese sanften, weichen Lippen die Ihren berührten und er sie küsste! Sogleich erwiderte sie den Kuss… es war, als könnte sie ebenfalls nicht anders. Er zog sie beinahe magisch an… hielt sie gefangen… sie war süchtig nach ihm… er war, für sie, wie eine Droge von der sie nun nicht mehr los kam….
(aber, wenn ihr denkt, dass da jetzt mehr passieren könnte… Pustekuchen… den Gefallen tue ich euch nicht… bääh…)
*-*-*
Kapitel 5:
Und noch eine Begegnung
Reiji hatte es derweil geschafft, die beiden anderen Mädels dazu zu bewegen, doch etwas rauszugehen, auch wenn sie sich große Sorgen um Damona machten, die nicht mehr in ihrem Zimmer war. Wussten sie doch nicht, wo sie sich derzeit aufhielt und ob es ihr gut ging. Daran, dass Damona ja noch ihr Handy bei sich hatte, dachten sie erst mal nicht.
So zogen die Drei los und fuhren mit dem Auto nach Tokyo.
Reiji war sich sicher, dass es Damona gut ging, denn sie schien, trotz ihrer angeschlagenen Psyche, ganz gut allein zurecht zu kommen. Er wusste, dass Damona sehr selbstbewusst und selbstständig war und sich sicher nicht verlaufen würde. Da er auch wusste, dass sie immer ihr Handy dabei hatte, würde sie sich melden, wenn mit ihr etwas nicht stimmte.
Davon konnte er, mit Mühe und Not, auch Paine und Mira überzeugen, die Damona nun doch am Liebsten sofort angerufen hätten… was jedoch zu sehr nach Kontrolle ausgesehen hätte.
So wurde der Tag doch noch sehr schön für die beiden Mädels, aber auch für Reiji, denn beim Shoppen gehen, dachten die beiden Mädels nicht mehr an Damona.
Sie hatten jetzt auch einfach nur ihren Spaß.
Na ja, bis auf Paine, die noch immer irgendwo auf Wolke Sieben schwebte.
Paine hatte Mira von ihrer Begegnung erzählt und Mira schmollte nun doch ein wenig, denn sie hatte Gackt ja immer noch nicht zu Gesicht bekommen. So war sie schon etwas neidisch. Aber sie hatte sich auch ziemlich schnell wieder beruhigt.
Durch die Straßen schlendernd bestaunten Paine und Mira alles, denn es gab hier so viel zu sehen, dass sie fast alles vergaßen. Es war hier so ganz anders, als bei ihnen zuhause. Na gut, Wien war auch schön, aber hier war es so fremd und doch so schön… so einmalig.
Die Drei gingen in sehr viele verschiedene Läden und hatten sichtlich viel Spaß. Sie waren sehr lange durch die Straßen gelaufen, als Paine einen kleinen unscheinbaren Bücherladen entdeckte und sogleich hinein ging. Sie wollte eigentlich nur mal gucken, ob es hier auch so schöne oder vielleicht ganz andere… bessere Manga gab, wie in Österreich und in Deutschland.
Mira und Reiji blieben einstweilen draußen, denn Reiji hatte gemeint, dass der Laden nicht so gut sei. Doch ließ sich Paine davon nicht abbringen, denn dazu war sie viel zu neugierig.
Paine sah sich ein wenig in dem Geschäft um und entdeckte eine Ecke in der es ziemlich viele und sehr gute Manga gab, die sie noch gar nicht kannte! Vollkommen auf die Manga fixiert und darin vertieft, obgleich sie diese nicht lesen konnte, da sie logischerweise allesamt in Japanisch und japanischen Schriftzeichen geschrieben waren, lehnte sie sich, eigentlich mehr unbeabsichtigt, an eines der Regale an und prompt fielen ein paar Bücher zu Boden.
Sie bemerkte es und bückte sich um die Bücher wieder aufzuheben. Doch jemand anderes hatte auch gesehen, wie die Bücher aus dem Regal gefallen waren, bückte sich und half Paine diese aufzuheben. Sie sah sich um und bedankte sich in englischer Sprache:
„Dankeschön, das ist sehr nett von ihnen…“
Sie wollte noch etwas sagen, als es ihr glatt die Sprache verschlug und ihr beinahe die Luft weg blieb, als sie sah, wer ihr da half… HAIDO! Sie schluckte hart und wurde, auf einen Schlag, puterrot, so dass sie einer überreifen Erdbeere durchaus Konkurrenz machen konnte.
(ja, ja… meine Paine… hehe…)
Haido, der nur nach einem guten Buch für den Abend gesucht hatte, war versehentlich in der Mangaabteilung gelandet, da er einige Zeilen aus einem Buch, das er sich ausgesucht hatte, zu lesen begonnen hatte. Plötzlich fielen beinahe genau vor ihm, ein paar Bücher… na ja, eher Manga, aus einem der Regale.
Er drehte sich um und sah wie sich eine junge Frau bückte um die Bücher wieder aufzuheben. Natürlich bückte er sich ebenfalls und half ihr dabei.
Doch als sich die junge Frau umdrehte und sich bei ihm höflich bedankte, sah er sie freundlich an.
„Schon okay, das habe ich gern getan.“, erwiderte er und grinste, als die junge Frau errötete.
Auch sie schien, ihrem Akzent nach zu urteilen, aus einem deutschsprachigen Gebiet zu kommen.
(nee… echt jetzt…?)
„Aber ich… hätte… besser aufpassen müssen… also… damit die Bücher nicht aus dem Regal fallen können.“, entschuldigte sich Paine, vor lauter Aufregung und strahlte ihn, trotz ihrer Schüchternheit, an.
Au man, sie konnte es echt nicht fassen… Haido sah so… unglaublich …so…so… ja, umwerfend aus… so… nein… es gab keine Worte dafür. Und wenn es Worte dafür gab, fielen sie ihr gerade jetzt nicht ein. Minutenlang stand sie einfach nur da und sah ihn an… nicht fähig noch irgendwas zu erwidern.
Die junge Frau gefiel Haido, sie hatte etwas sehr warmherziges an sich und sie war sehr hübsch. Haido sah, dass die junge Frau wohl sehr schüchtern war und sprach:
„Bitte, machen sie sich keine Gedanken, ich habe ihnen gern geholfen.“ und lächelte Paine an.
„Da wir uns zusammen die Mühe gemacht haben, die Bücher wieder ins Regal zu stellen, könnten wir doch was trinken gehen. Was halten sie davon?“, lud er sie fragend ein.
Irgendwie wollte er, warum auch immer, unbedingt verhindern, dass er sie nicht wieder sehen würde. Wusste er doch nicht, dass Paine eine Freundin von Damona war.
Paine nickte und erwiderte brav:
„Danke, gern.“, als er sie einlud und konnte es irgendwie noch immer nicht fassen.
Ihre Augen begannen beinahe richtig zu leuchten.
Na, das konnte ja lustig werden, wenn sie mit Haido den Laden verlassen und Mira ihn ebenfalls sehen würde. Nun wusste sie, wie sich Damona fühlte. Ob es ihr auch wirklich gut ging? Doch jetzt machte sie sich keine Gedanken über ihre Freundinnen, denn sie hatte nur noch Augen für Hyde. Wie im Trance stellte sie das Manga wieder ins Regal zurück, auch Haido stellte das Buch wieder zurück ins Regal, dann verließen beide das Geschäft.
(wie süß…)
Nachdem sie das Geschäft verlassen hatten und Mira nun sah, mit wem Paine den Laden verließ, erstarrte sie beinahe zu einer Salzsäule und war nun auch ziemlich unfähig noch einen Laut von sich zu geben. Es verschlug ihr wortwörtlich die Sprache. Na toll, erst Damona, die sich Gackt geschnappt hatte und jetzt Paine, die auf Hyde getroffen war. Mira schmollte wieder ein wenig.
Doch Paine war nicht unhöflich und stellte sie alle vor:
„Hyde, das sind meine Freundin Mira und mein Freund Reiji und mein Name ist Paine. Damona ist leider nicht hier… wir wissen nicht wo…“
Haido unterbrach Paine kurz:
„Warte, Damona ist eine Freundin von dir?“, fragte er.
„Ja. Weißt du denn wo sie ist? Ich mein, sie hat uns ja erzählt, dass sie dich getroffen hat, aber sie ist jetzt irgendwie und irgendwohin verschwunden.“, erwiderte Paine.
„Natürlich weiß ich wo sie ist. Sie ist bei Gacchan zu Hause. Ich habe sie zu ihm gebracht, nachdem ich sie vollkommen fertig im Park aufgefunden habe. Sie… scheint ihn sehr zu lieben… so wie er sie.“, antwortete er, dann begrüßte er Mira und auch Reiji, denn unhöflich war er ja nun nicht.
Mira und auch Reiji verneigten sich ein wenig vor Haido, denn auch sie waren nicht unhöflich.
„Hey, dann können wir doch alle zusammen was trinken gehen.“, schlug Paine freudestrahlend vor.
„Ja gern, warum auch nicht.“, willigte Haido ein, während Reiji und Mira nur zustimmend nickten.
(na, wenn das kein Treffen ist…)
Gemeinsam gingen die Vier in ein kleines, sehr schönes Café, setzten sich und bestellten für jeden einen Kaffee. Während sie ihren Kaffee tranken unterhielten sie sich sehr gut und verstanden sich, auf Anhieb, super. Haido hatte allerdings nur Augen für Paine, was Mira ein wenig neidisch machte, als sie dies bemerkte. Typisch Paine und Damona… die beiden hatten immer das Glück auf ihrer Seite.
Natürlich war es Paine ebenfalls nicht entgangen, dass Haido nur Augen für sie hatte und es war ihr nun doch schon ein wenig …nein, es war ihr nicht peinlich… aber sie wurde nun wieder von ihrer Schüchternheit erfasst. Sie fühlte sich doch nicht würdig, dass er sie ansah. In dieser Hinsicht waren sie beide gleich… Paine und Damona… denn Damona verhielt sich meist genauso, trotzdem sie eigentlich so selbstbewusst wirkte.
Mira schwieg größtenteils und hörte den Anderen nur zu, während Reiji Haido sehr viele Fragen stellte und sich mit ihm sehr gut unterhalten konnte.
Irgendwann verließen die Vier das Café wieder und gingen zu Reijis Wagen.
„Haido, magst du vielleicht mit uns kommen?“, fragte Reiji Haido sehr aufgeschlossen.
Doch Haido musste leider ablehnen:
„Nein, danke, auch wenn ich gern mitkommen würde, aber ich habe noch zu tun.“, und wand sich dann an Paine:
„Paine, ich würde dich gern wieder sehen, wenn ich darf und du auch magst.“, sagte er sanft.
Paine nickte wieder sehr schüchtern und willigte ein:
„Ja, gern… ich… würde mich freuen.“ und ihre Augen begannen wieder zu leuchten.
„Magst du mir deine Handynummer geben?“
Paine nickte, noch immer freudestrahlend und gab ihm ihre Handynummer nur allzu gern. Auch er gab ihr seine Handynummer, die beide dann in ihr Handy einspeicherten.
„Also, ich geh dann mal nach Hause. Bin heute echt total fertig. Wir sehen uns, oder wir telefonieren, okay, Paine.“
„Okay, ich freu mich drauf.“, erwiderte Paine mit einem sehr anmutigen Lächeln.
Haido lächelte zurück und verabschiedete sich dann von ihr und auch von den anderen:
„Jaa ne.“, sagte er und verbeugte sich kurz.
Paine erwiderte ebenfalls:
„Jaa ne.“ und verneigte sich auch ganz kurz vor ihm, wobei sie einen ziemlich verträumten Blick, ihm gegenüber, nicht vermeiden konnte.
Auch Mira und Reiji hatten sich höflich von Haido verabschiedet, dann ging Haido seiner Wege, während Paine ihm noch sehr lange verträumt nachsah.
„Paine kommst du? Wir wollen nach Hause.“, fragte Reiji Paine, die sich nur leicht erschrocken zu ihm umsah.
„Ähm… ja, klar… ich…“, erwiderte Paine mit noch immer verträumten Blick, dann stieg sie ins Auto ein, auch Mira und Reiji stiegen ein, dann fuhren sie wieder nach Hause…
Unterdessen hatte Gackt von Damona abgelassen und beide sahen sich nur noch in die Augen. Es war …wie eine gegenseitige Sucht, von der keiner der Beiden, je wieder loskommen würde.
Es dauerte schon sehr lange ehe Damonas Gehirnzellen ihre Arbeit wieder aufnahmen (verständlicherweise) und sie aus ihrem „Traum“ erwachte, was ziemlich schwierig war, bei dem Blick, mit dem Gackt sie ansah.
Jetzt… ja… jetzt wäre der richtige Augenblick… um ihm zu sagen, dass sie ihn mochte… nein… dass sie ihn abgöttisch liebte. Doch sie brachte es nicht über ihre Lippen. Sie war wie hypnotisiert von seinem Blick… seine Gegenwart… einfach alles …und sie wusste, ganz tief in ihrem Inneren, dass sie dieses Land und… IHN… sehr wahrscheinlich nie wieder verlassen würde. Genauso fühlte sich wahrscheinlich wahre Liebe an….
Paine, Mira und Reiji waren derweil wieder zu Hause angekommen. Während sich Reiji um seine Tiere kümmerte, waren Paine und Mira in ihre Zimmer gegangen. Mira setzte sich auf das Bett und schmollte vor sich hin, während sich Paine auf ihr Bett legte und selig lächelte. Ob sie Damona anrufen und ihr erzählen sollte, was sie erlebt hatte?
Aber wenn sie, sie nun stören würde… hmm… schwierige Entscheidung… doch, sie musste es riskieren. Hatten sich beide doch immer alles… oder vieles erzählt. Sie wählte Damonas Nummer, hielt sich das Handy ans Ohr und wartete, während es in der Leitung klingelte…
Noch immer sahen sich Damona und Gackt einfach nur an, so als wollten sie nichts anderes mehr tun, dann jedoch klingelte Damonas Handy und sie zog es, schweren Herzens, aus ihrer Tasche heraus. Sie blickte aufs Display und sah, dass Paine anrief, dann drückte sie auf den grünen Knopf und meldete sich:
„Hi, Süße, was ist los?“
Gackt verstand natürlich nichts, denn er konnte ja noch kein oder nur sehr wenig Deutsch.
„Hi, störe ich dich grad? Weil… ich muss dir unbedingt was erzählen.“, sagte Paine und Damona konnte deutlich heraushören, dass sie sich unsagbar freute.
„Ähm… nein, du störst nicht. Was musst du mir denn erzählen?“, fragte Damona, ziemlich neugierig nach.
Gackt hatte sich wieder in den anderen Sessel gesetzt und sah ihr interessiert zu… leider verstand er nicht, was sie sagte.
„Du glaubst nicht wer mir heute begegnet ist und… und… und… das war SO schön.“, stotterte Paine aufgeregt.
„Ja, nun sag schon.“, quengelte Damona.
„Na ja, erst mal hab ich deinen Schatzi… unseren Schnucki… getroffen und ein Autogramm von ihm erhalten… und dann..“ Paine wollte schon weiter erzählten, als Damona sie unterbrach.
„Wieso, meinen Schatzi?“, fragte sie, die Unwissende spielend und stark errötend.
„Komm schon, ich weiß wo du bist… du bist bei IHM… bei Gackt… richtig und ich weiß auch, dass er dich liebt und du ihn genauso.“
„Ähm… ja… ich… woher weißt du das?“, verriet sich Damona nun, vor ihrer Freundin.
Paine kicherte und sprach weiter:
„Tja, das ist es ja gerade, was ich dir erzählen wollte. Ich hab nämlich Knuffi (Haido) getroffen und er hat es uns erzählt. Aber jetzt kommt das Beste… wir waren zusammen Kaffee trinken und … jetzt halt dich fest… ich hab seine Handynummer und er will… mich unbedingt wieder sehen! Das alles ist wie ein Traum und ich kann es noch gar nicht so richtig glauben.“
Nun begann auch Damona zu kichern und freute sich ehrlich für ihre Freundin mit.
„Hey, das ist doch klasse! Ich freu mich echt für dich, Süße. Haido ist ja auch echt nett, aber auch ein bisschen gemein.“
„Tja, du bist ja auch nicht besser, oder?! Sagst du nicht immer, dass du einen schlechten Ruf zu verlieren hättest?“, kicherte Paine ins Telefon:
„Außerdem, warum sollte er denn gemein sein?“
„Weil er mich ganz hinterhältig zu Gackts Haus geführt hat, ohne dass ich es bemerkte und ich deshalb hier bin.“
„Hihi… ist doch gut so. Von allein hättest du eh nicht hingefunden und … ich finde er hat das richtig gemacht. Was ist jetzt eigentlich zwischen dir und unserem Schnucki?“
„Ähm… ich… wir… er…“, du meine Güte, war das schwer zu erklären: „also… er hat mich in die Arme genommen und… geküsst!“, erzählte Damona ihrer Freundin, die dann fast in den Hörer gequietscht hätte.
„WAS???!!! ECHT???!!! Ich glaubs nicht… nun erzähl schon, wie es war… biiiiiitte!!!!! Und was ist jetzt eigentlich aus deinem Hass zu ihm geworden, hm?“, wollte Paine, verständlicherweise und ein wenig provozierend, wissen.
„Na ja, wenn ich ehrlich sein soll… ich habe ihn eigentlich nie gehasst. Im Gegenteil, ich habe immer schon für ihn geschwärmt, aber heimlich, so dass ihr beide es nie mitbekommen habt. Wenn ihr nicht da wart, hab ich seine Lieder gehört, die Videos und Bilder angeschaut, die ich auf meinem Computer hab, auch bevor ich nachts einschlief oder wenn ich allein unterwegs war, hab ich seine Lieder gehört. Mich hat es nur immer genervt, wenn ihr es, mit eurer Schwärmerei für ihn, so übertrieben habt. Und… wie er küsst… das kann ich dir gar nicht beschreiben… ich bin immer noch irgendwo auf nem anderen Stern…“, gestand Damona nun.
„Ach… so ist das also?! Aber, ich kann dich gut verstehen. Na ja, ich bin aber echt froh, dass du glücklich bist… du bist doch glücklich, oder. Ein bisschen beneide ich dich schon, dass weißt du schon, gell.“
„Ja, sehr… echt… und ich… kanns nicht beschreiben. Ich glaub dir, dass ein bisschen neidisch bist… Mira geht’s bestimmt nicht anders.“
„Na ja, du kennst ja Mira… sie denkt, dass das Glück nur auf unserer Seite ist. Aber ich freue mich SO für dich. Kommst du denn noch mal zu uns, oder… bleibst du jetzt da?“
„Na ja, ich denke, ich werde wieder zu euch kommen, denn ich hab ja meine Sachen noch bei
Reiji.“
„Bringst du Schnucki dann mit, ja… BITTE!!!“, bettelte Paine schon fast.
„Ja, ich… denke, dass er sicher mitkommen wird.“, erwiderte Damona und sah zu Gackt, der sie noch immer beobachtete und sie so voll süß angrinste, was Damona mal wieder die Röte ins Gesicht trieb.
„Sag, ist er grad bei dir?“, wollte Paine neugierig wissen.
Nach einem kurzen Schweigen, antwortete Damona:
„Ja… ist er.“
„Oh, dann störe ich euch besser nicht weiter. Sorry.“
„Ach, schon okay.“
„Kommt ihr heute noch hier her?“
„Ich denke schon.“
„Na dann, bis denn dann. Tschau.“
„Okay, bis denn dann. Tschau, wir sehen uns.“, mit diesen Worten legten beide auf und Damona wand sich wieder ihrem Liebsten zu, der sie noch immer SO süß anlächelte.
Schließlich überwand sie sich und erzählte ihm, nun wieder in englischer Sprache, was sie sich mit Paine, am Telefon, unterhalten hatte, allerdings ließ sie gewisse Sachen aus. Dann fragte sie ihn:
„Also, ich… würde gern zu meinen Freundinnen zurück gehen und… wenn du magst… kannst du… ja mitkommen.“ und sah wieder zu Boden, so als hätte sie was verkehrtes gesagt.
Gackt grinste, stand auf, ging dann auf sie zu und zog sie zu sich hinauf. Er sah ihr liebevoll in die Augen, dann nahm er sie in die Arme und küsste sie sanft. Wieder errötete Damona stark und in ihrem Bauch kribbelte es wie verrückt.
(au weia… die Vorstellung schon allein… ich glaub, ich flipp gleich aus…)
Irgendwann ließ er von ihr ab, sah ihr in die Augen und erwiderte:
„Natürlich, ich komme sehr gern mit dir mit, denn ich habe nicht vor, dich noch einmal allein zu lassen.“
Bei seinen so wunderbaren Worten traten Damona nun wieder die Tränen in die Augen, denn sie wusste, dass er es nicht würde halten können… sie nie wieder allein zu lassen. Nun kullerten schon die ersten Tränen an ihrem Gesicht herab, denn sie wusste, dass sie ihn irgendwann wieder hier zurücklassen musste, wenn sie Japan wieder verließ und nach Österreich zurückfliegen musste…. auch wenn sie das gar nicht wollte.
Schnell senkte sie ihren Kopf, weil er ihre Tränen nicht sehen sollte.
Natürlich war ihre Aktion vollkommen unnötig gewesen, denn er hatte schon gesehen, dass sie weinte.
„Sagst du mir, warum du weinst?“, fragte Gackt „seine“ Damona.
Doch Damona löste sich ein wenig von ihm, drehte sich weg und schwieg vorerst. Sie konnte ihm doch jetzt wohl kaum sagen, woran sie gerade dachte. Dass sie schon jetzt traurig wurde, wenn sie daran dachte, dass sie ihn bald verlassen musste. Vielleicht war es sogar besser, wenn sie ihn gar nicht mehr wieder sehen würde. So würde es ihr eventuell nicht so schwer fallen irgendwann zurück nach Hause zu fliegen.
Gackt wunderte sich jetzt schon, was mit Damona los war, denn bis eben schien doch noch alles okay zu sein und nun… weinte sie. Ihm tat es weh sie so zu sehen.
Wieder ging er auf sie zu und fragte sie bittend:
„Bitte, sag mir doch, was dich bedrückt?“
„Ich kann nicht… verzeih.“, erwiderte sie schluchzend.
„Warum nicht? Woran denkst du, hm?“
Verdammt, es hatte doch eh keinen Sinn es zu verschweigen… wusste sie doch, dass er nicht aufgeben würde. Also antwortete sie:
„Okay… ich… nein… also… du sagtest, dass du mich nie mehr allein lassen würdest. Aber das geht doch nicht… weil… also weil… ich dich doch irgendwann allein lassen muss… wenn ich zurück nach Österreich fliege und …dich dann nie …nie mehr wieder sehen werde.“, mit diesen Worten brach sie nun endgültig in Tränen aus, denn sie konnte diesen Gedanken nun gar nicht ertragen.
Nun sah Gackt sie sehr nachdenklich an, denn auch ihm gefiel der Gedanke gar nicht, dass er sie irgendwann nicht mehr wieder sehen würde. Dann jedoch erwiderte er:
„Bitte, wein‘ doch nicht. Damona, hör mir mal bitte zu, ja.“
Damona nickte und sah ihn wieder an.
„Ich habe darüber auch schon nachgedacht, doch dachte ich eigentlich, dass es noch zu früh dafür wäre. Weißt du, ich würde mich nämlich sehr freuen, wenn du bei mir bleiben würdest. Ich will dich nicht mehr hergeben, denn ich liebe dich und das weißt du. Bitte, flieg nicht zurück, bleib hier… bei mir. Ich bitte dich.“
„Aber… ähm… aber… ich… meinst du das… ernst?“, fragte sie und senkte ihren Blick wieder.
„Ja, ich meine das ernst.“, versicherte Gackt. „Und nun hör bitte auf zu weinen, ich möchte, dass du bei mir bleibst. Du hast also gar keinen Grund zu weinen.“ und nahm sie wieder zärtlich in die Arme.
(menno… ich will auch…)
Natürlich konnte Damona noch immer nicht glauben, dass er meinte, was er sagte. Doch würde sie sich nun nicht weiter der Traurigkeit hingeben und die Zeit, die sie hier verbringen würde, genießen. Dann konnte sie wenigstens von der Zeit, die sie mit ihm vielleicht erleben würde, träumen, wenn sie wieder Zuhause wäre.
Sicher, er hatte ihr versichert, dass er sie nicht mehr hergeben wollte, doch, fragte sie sich, wie er das anstellen wollte. Zudem würde sie eh noch einmal zurück, nach Österreich müssen, da sie all ihre Sachen noch in Wien hatte…. nein, was dachte sie denn da… es war nur ein Traum, der sich eh niemals erfüllen würde.
IHM liefen doch alle Mädchen nach und er konnte doch sowieso jede haben, die er wollte… warum wollte er ausgerechnet Damona bei sich haben, wo er doch jede andere haben konnte?
Und doch wusste sie schon jetzt, dass es ihr das Herz brechen würde, wenn sie dieses schöne Land und damit auch ihn irgendwann verlassen musste.
Sie ließ sich von ihm in die Arme nehmen und kuschelte sich, die Augen schließend, an ihn.
Nur einen Moment mit IHM allein sein!
(Wunschträume… bloß gut… dass ER das hier niemals lesen wird… das wäre SO mega peinlich…!)
*-*-*
Kapitel 6:
Hoffnung?
Eine Weile hielt Gackt Damona noch in seinen Armen, dann machten sich beide auf den Weg zum Haus von Reiji. Natürlich fuhr Gackt mit seiner Angebeteten mit dem Auto, es wäre auch viel zu weit gewesen um dorthin zu laufen. Zudem würden sie viel schneller dort ankommen.
Damona schwieg während der Fahrt und hatte logischerweise nur Augen für IHN. Und doch machte sie sich Gedanken über die Zukunft. Was würde aus ihnen werden? Würde sie wirklich alles zurücklassen? Von Deutschland nach Österreich war es ja schon sehr weit gewesen, aber von Österreich nach Japan… oh je…
Sie würde ihre Freunde und Bekannten… einfach alles zurücklassen müssen. Außerdem fragte sie sich, wie sie damit umgehen würde, wenn irgendwelche verrückten Fangirls ihren Liebsten anhimmelten …und es gab wahrlich genug von denen.
(…klar… zwei von den verrückten Fangirls kannte sie ja gut genug… *grins*)
Würde sie dem standhalten? Oder würde sie eifersüchtig werden? Sicher, er liebte sie, wie er sagte… und doch sie zweifelte daran. Es war doch wirklich zum verrückt werden, da saß sie neben ihrem Traummann und machte sich Gedanken um sinnlose Dinge…
(au man, was schreib ich da grad für einen Mist zusammen…)
Dann waren da ja noch ihre verdammten Ängste und Depressionen, die sie wohl niemals loswerden würde… wie würde ER damit umgehen?
Nein, das konnte und würde sie ihm nicht antun… das hatte er nicht verdient. Sie würde einen Weg finden müssen, ihn von sich zu befreien. Sie durfte es ihm einfach nicht antun. Und sie musste schnell einen Weg finden, bevor sie sich zu sehr aneinander gewöhnt hätten.
Aber sie würde es ihn nicht spüren oder merken lassen, was, wie sie wusste, sehr schwer werden würde. Denn er war ja nicht dumm und er beobachtete sie genau… das hatte er ja schon ein paar Mal bewiesen…
Da Gackt sich auf den Straßenverkehr konzentrieren musste, konnte er nicht sehen, wie sehr Damona eigentlich litt, und dass sie sich unnötige Gedanken machte. Wenn er sie dennoch ab und zu ansah, lächelte sie ihn an und versuchte sich nichts anmerken zu lassen und er schien es jetzt mal zu schlucken.
Nach einer Stunde Fahrzeit, erreichten sie das Haus von Reiji. Gackt parkte den Wagen am Straßenrand, stieg aus, öffnete für Damona ebenfalls die Tür und ließ sie aus dem Auto steigen.
Damona stieg aus und bedankte sich brav, wie sie es gewohnt war.
Gemeinsam gingen Beide auf das Haus zu.
Damona zog den Schlüssel aus ihrer Jackentasche, schloss die Tür auf und Beide betraten das Haus von Reiji…
Inzwischen hatte Reiji seine Tiere fertig gefüttert und auch alles andere soweit erledigt, dass er nun etwas Freizeit hatte. Damona war noch immer nicht zurückgekehrt und Paine schien den Schmetterlingen, in ihrem Bauch, einen Freiflug zu gönnen. Nur um Mira machte er sich große Sorgen. Sie schien immer trauriger zu werden und hatte sich in ihr Zimmer zurückgezogen. Feine Freundinnen waren Damona und Paine… sie überließen Mira einfach sich selbst. So bereitete Reiji Tee zu und brachte diesen ins Wohnzimmer, dann ging er zum Zimmer von Mira, klopfte an und wartete.
Mira war irgendwie traurig… alles war irgendwie schief gelaufen und irgendwie war sie es jetzt, die am Liebsten wieder nach Hause geflogen wäre. Sie saß auf ihrem Bett und sah sich ein wenig in dem Zimmer um, als es an der Tür klopfte und sie aufstand. Sie ging an die Tür, öffnete diese und sah Reiji vor der Tür stehen.
„Hallo Reiji.“, sagte sie und wollte sich schon wieder auf das Bett verkrümeln, als Reiji erwiderte:
„Mira, möchtest du einen Tee mit trinken? Ich mein, dann können wir uns ein wenig miteinander unterhalten.“
Mira nickte einwilligend: „Okay, gehen wir.“ und verließ das Zimmer, um mit Reiji ins Wohnzimmer zu gehen.
Dort angekommen, setzte sie sich auf die Couch, während sich Reiji in einen Sessel setzte, nachdem er Mira und sich den Tee in die Teeschalen gegossen hatte.
Brav bedankte sich Mira und war irgendwie schon dankbar, dass sich wenigstens einer um sie kümmerte. Eine Weile schwiegen Beide, dann brach Reiji das Schweigen:
„Mira, ich sehe, dass du traurig bist, was ich sehr gut verstehen kann und irgendwie tut es mir schon wieder leid, dass ich euch hierher eingeladen habe… ich weiß nicht, vielleicht wäre dann alles anders gekommen, wenn ich euch nicht eingeladen hätte. Dennoch würde ich dir gern helfen, wenn du willst und für dich da sein.“
Mira trank einen Schluck Tee und antwortete:
„Ist schon okay, ich bin es ja gewohnt, dass Damona und Paine immer etwas mehr Glück haben, als ich.“
„Aber es tut schon weh, oder?“
„Ja, schon, aber, was soll ich denn machen? Ich mein, irgendwie kann ich die Beiden ja auch gut verstehen. Ihre Träume wurden zur Wirklichkeit… ich mein, besser geht es kaum mehr. Na ja, und irgendwie gönne ich es ihnen ja auch.“, erwiderte Mira, doch sah sie nun auf Tisch.
Natürlich war sie auf irgendeine Weise schon traurig.
„Hey, erzähl mir keine Märchen, Mira, ich sehe doch, dass du traurig bist und ganz ehrlich, ich kann dich gut verstehen. Lass mich für dich da sein. Sag mir einfach was du gern tun würdest und ich mache es möglich, okay.“
„Okay, ich lass es dich zu gegebener Zeit wissen.“, sagte Mira und trank ihren Tee…
(okay, … ich wollte jetzt eigentlich mit Damona und ihrem Süßen weiter machen, aber irgendwie kann ich grad nicht… ich schaffs nicht… HILFE!!!! ER blockiert mein Hirn…!!!)
Paine lag noch immer auf ihrem Bett und grinste vor sich hin. Sie dachte an Haido und freute sich schon, wenn sie ihn wieder sehen würde. Alles was bislang passiert war, freute sie so sehr. Sie freute sich, dass sie „Schnucki“ (ja, mit „Schnucki“ ist Gackt gemeint) endlich kennen lernen konnte… durfte… wie auch immer… und dann die Begegnung mit Haido, das war schon echt große Klasse.
Niemals hätte sie erwartet, dass alles so kommen würde… dass sie überhaupt jemals einen von beiden wahrhaftig vor sich sehen würde… und nun war aber genau das passiert… zudem Haido sie wieder sehen wollte. Au man, sie war, obwohl die erste Aufregung eigentlich vorbei sein sollte, immer noch sehr aufgeregt und dachte schon an das nächste Treffen… als ihr Handy klingelte.
Sogleich nahm sie das Handy an sich drückte die grüne Taste, führte das Telefon an ihr Ohr und sprach:
„Hallo Hyde.“, während ihr Herz Luftsprünge machte und sie sich echt zusammenreißen musste, um nicht zu stottern… hatte sie doch nie und nimmer erwartet, dass er sie tatsächlich anrufen würde.
Hyde war, nach diesem wirklich wunderbaren Treffen mit Paine, nach Hause gegangen, hatte geduscht, sich bequeme Sachen angezogen und hatte sich dann etwas zu Essen gemacht.
Nachdem er etwas gegessen und getrunken hatte, ging er ins Wohnzimmer, machte es sich auf der Couch bequem, nahm das Handy zur Hand und wählte Paines Nummer. Das Handy ans Ohr haltend wartete er, dass sich Paine meldete, während es in der Leitung klingelte.
Endlich meldete sich Paine und er antwortete:
„Hallo Paine, schön dich zu hören. Wie geht es dir?“
Paine war schon wieder kurz vorm Ausflippen und konnte sich nur mühsam zurückhalten, aber sie schaffte es und erwiderte, so ruhig es ihr möglich war:
„Danke, mir geht es gut und was machst du grad so?“
„Ich entspanne mich ein wenig und dachte grad an dich. Tja, und da musste ich dich unbedingt anrufen.“
Bloß gut, dass Paine auf dem Bett lag, sonst wäre sie spätestens jetzt in „Ohnmacht“ gefallen, bei den Worten von Hyde. Seine Worte hatten sie wohl irgendwie sprachlos gemacht, denn sie schwieg erst mal und sah das Handy ungläubig an.
Das kann er doch unmöglich ernst meinen., dachte sie bei sich und holte tief Luft.
Dennoch spürte sie, dass er es ernst meinte.
(natürlich meint der es ernst… hätte er dich sonst angerufen…)
„Paine? Bist du noch da?“, fragte Hyde grinsend, denn er konnte sich schon denken, dass er sie wahrscheinlich ein wenig überrascht hatte.
„Ähm… ja, klar, ich… sorry… ich war grad in Gedanken… hab… geträumt…“, stotterte sie nun doch, unbeabsichtigt.
„Woran hast du denn gedacht und …wovon hast du geträumt? Magst du es mir erzählen, hm?“, fragte er sie.
„Ich… ich… ähm… ach, nicht so wichtig.“, antwortete Paine noch immer ein wenig stotternd und hasste sich schon wieder dafür, dass sie ausgerechnet jetzt keinen vernünftigen Ton heraus bekam.
Sie setzte sich in ihrem Bett auf, während sich ihr Herz beinahe überschlug.
„Nicht so wichtig, hm? Okay. Magst du dich vielleicht nachher mit mir Treffen. Ich würde dich abholen, wenn du magst?“, fragte er Paine.
Okay, jetzt begann Paines Herz, vor Freude, noch etwas höher zu schlagen, doch antwortete sie:
„Hai… ich würde mich freuen, dich wieder zu sehen. Und… ja, ich würde mich auch freuen, wenn du mich abholst.“ (Hai – jap. für: ja)
ganz ruhig, Paine… alles okay, ist doch nur Hyde… *frech grins*)
„Gut, dann komme ich dich um zwanzig Uhr abholen, einverstanden?“, schlug Haido Paine vor.
„Okay, ich freue mich schon.“, erwiderte Paine und war froh, dass er nicht sehen konnte, wie sie errötete.
„Gut, dann bis nachher. Jaa ne.“, verabschiedete sich Haido.
„Jaa ne.“, verabschiedete sich auch Paine und beide legten dann auf.
Während Haido in sich hinein grinste, denn Paines Reaktion fand er einfach zu niedlich, ließ sich Paine auf das Bett zurückfallen und konnte noch immer, oder mal wieder, nicht glauben, dass er sie angerufen und sich mit ihr verabredet hatte.
Das konnte doch nur ein Traum sein, oder? Sie wusste schon jetzt, dass die Zeit hier wunderschön werden und sie diese Zeit hier wahrscheinlich niemals mehr vergessen würde, wenn sie wieder zu Hause in Wien wäre.
Noch ahnte sie ja nicht, dass Damona aller Wahrscheinlichkeit nach hier bleiben würde.
Tatsächlich hatte sich Damona gedanklich schon entschieden… sie würde nur noch einmal nach Wien zurückkehren… aber nur um ihre Sachen, die ihr wichtig waren, zu holen. Dann würde sie für immer hier… bei IHM… ihrem Liebsten bleiben, dem sie doch noch gar nicht gesagt hatte, dass auch sie ihn liebte.
Er wollte sie… und …sie wollte ihn… sie kamen eh nicht mehr voneinander los. Sie gehörten einfach zusammen… sie brauchten einander, wie die Blumen das Wasser…. wie das Feuer den Sauerstoff… und nichts würde beide je wieder voneinander trennen können.
Nachdem Damona mit ihrem Liebsten das Haus von Reiji betreten hatte, gingen beide das Wohnzimmer, wo Reiji mit Mira saß und beide miteinander redeten.
„Hallo zusammen.“, grüßte Damona, auch ihr Liebster begrüßte die Anwesenden sehr höflich
Mira sah zu ihr auf, während sich Reiji umdrehte und zu grinsen begann.
Nun blieb Mira beinahe die Luft weg, als sie Gackt endlich auch mal persönlich zu sehen bekam, doch versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen, obgleich sie schon, entgegen dessen was sie immer gesagt hatte, ein wenig rot im Gesicht wurde.
Sie lächelte ihn an und begrüßte ihn ebenfalls sehr höflich… natürlich auf Japanisch, wie es sich, ihrer Meinung nach, gehörte.
Man sah es ihr nicht an und sie ließ sich natürlich nichts anmerken, doch schmollte sie wieder ein wenig, wusste sie doch nicht, was Damona Paine erzählt hatte.
Warum ist Damona jetzt mit IHM hier? Sie kann ihn doch gar nicht ausstehen! Was soll das alles hier? Irgendwie läuft hier ein ganz mieser Film ab! Das kann doch echt nicht wahr sein!, dachte sie bei sich.
Aber man sah es ihr keineswegs an, denn sie hatte sich ziemlich gut im Griff und wusste wie man sich benahm, auch wenn sie das alles grad übelst ärgerte.
Kurz nachdem Damona und Gackt das Wohnzimmer betreten hatten, kam auch Paine aus ihrem Zimmer gerannt, denn sie wollte Reiji eigentlich erzählen, dass sie sich nachher mit Haido treffen würde.
Doch schon gleich stoppte sie und sah Damona und Gackt mit strahlenden Augen an.
„DAMONA!!!!“, rief sie freudestrahlend und rannte auf ihre Freundin zu.
Natürlich hatte sie Gackt auch gesehen und wollte ihn eigentlich auch begrüßen, kam aber irgendwie davon ab, was nicht böse von ihr gemeint war.
„PAINE!!!!!“, rief nun auch Damona, dann umarmten sich beide, während Gackt den beiden nur grinsend zusah.
Nur Mira ließ sich jetzt nicht zu irgendwelchen Gefühlen hinreißen. Das konnte doch echt nicht wahr sein, was hier ablief!
„Damona, schön, dass du wieder da bist.“, freute sich Paine und strahlte.
„Ja, klar, solange war ich ja nun auch wieder nicht weg.“, erwiderte Damona scherzend und musste nun grinsen.
„Hey, ich muss euch was echt cooles erzählen!“, begann Paine: „Haido hat mich angerufen und er kommt mich nachher abholen!“ und strahlte dabei bis über beide Ohren.
Damona freute sich mit ihr: „Wow… echt jetzt… ist ja voll krass!!!“ und beide lachten einfach nur und freuten sich.
Gackt sah Paine an und grinste ebenfalls. So, so, sein Freund Haido hatte also auch mal ein Date. Nun, sie war ja auch wirklich sehr hübsch und sie schien sehr warmherzig zu sein.
Dann wand sich Paine endlich doch noch an Gackt und sprach: „Ja, also, ich wollte mich noch entschuldigen, dass ich mich vorhin so… na ja… so merkwürdig verhalten habe.“ und lächelte ihn mal wieder total unschuldig an.
Oh ja, diesen Blick kannte Damona ja bereits… es war eben der Blick… der wirklich jedes Bambicasting gewinnen konnte. Und diesem Blick konnte kaum jemand widerstehen. Auch Gackt nicht, denn er grinste sie an und erwiderte:
„Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, denn du hast dich nicht daneben benommen. Aber ich wünsche dir viel Spaß für dein Date mit Haido.“
„Dankeschön.“, sagte Paine und lächelte ihn ebenfalls an… wenn auch immer noch ein wenig schüchtern.
Dann sahen sich Paine und Damona an und kicherten.
Schließlich ging Damona auf Mira zu und bat sie fragend:
„Süße, kannst du bitte mal mitkommen?“
Mira nickte, stand auf und beide gingen in Damonas Zimmer, wo Damona dann die Türe schloss.
„Komm, setzen wir uns.“, bat Damona, dann setzten sich beide auf das Bett und Damona sah Mira lieb an.
„Was gibt es denn?“, fragte Mira und musste sich noch immer ein wenig zusammenreißen.
„Na ja, ich wollte einfach mit dir reden. Ich weiß, du verstehst die ganze Sache hier nicht, denn du weißt auch noch nicht alles. Du weißt ja nur, dass ich Gackt hasse… bzw. offiziell sagte, dass ich ihn hassen würde. Dem ist aber nicht so und so war es auch nie.
Mir ging es, ehrlich gesagt, immer voll auf den Wecker, wenn ihr beide so sehr von IHM geschwärmt habt, dass es mich zu nerven begann und ich mich gegen alles stellte, was auch nur ansatzweise mit ihm zu tun hatte. Allerdings, habe ich, wenn ich allein war… egal wo und wann, seine Lieder gehört, seine Videos und Bilder angeschaut, die ich auf dem PC habe.“, erklärte Damona, nun auch, Mira, die dann ziemlich große Augen bekam und grinste.
„So, ist das also. Du hast uns die ganze Zeit getäuscht. Das ist dir aber echt gut gelungen, das muss man dir lassen, denn ich habe es echt geglaubt. Weiß Paine auch davon? Und bereust du es immer noch mitgekommen zu sein? Nein, sicher nicht, oder.“
„Ja, sie weiß es auch. Und… nein, natürlich bereue ich es nicht… na ja, ich wollte eh hier her kommen… fliegen… wie auch immer.“, gab Damona lächelnd und etwas schuldbewusst zu.
„Und was läuft nun zwischen euch?“, wollte Mira neugierig wissen.
„Ich… na ja… also… ich… denke ich werde wohl hier bleiben und nur noch einmal nach Hause fliegen, um meine Sachen zu holen.“
„Hmm… na, das ging ja mal echt schnell. Will er auch, dass du hier bleibst oder… ist es nur ein Traum von dir?“
„Ja, er möchte es …er hat mich sogar gebeten bei ihm zu bleiben.“
„Wie es aussieht, scheinst du ja sein Herz ja im Sturm erobert zu haben.“
„Ja, scheint wohl so.“, erwiderte Damona und sah Mira lieb und doch wieder schuldbewusst an.
„Ihr habt echt beide immer wieder das Glück auf eurer Seite, gell. Erst eroberst du Gackt, dann trifft Paine auf Haido… der sie nachher abholt… und ich mir schon denken kann was draus wird.
Na ja, dann werd ich wohl irgendwann allein zurück nach Hause fliegen müssen, oder.“, sagte Mira nun traurig und ließ ein wenig den Kopf hängen.
Damona sah natürlich ganz genau, dass Mira nun sehr traurig war und nahm sie deshalb lieb in den Arm. Sie streichelte über ihren Rücken und flüsterte:
„Hey, schon gut. Bitte, sei nicht traurig. Ich mein… was hältst du davon, wenn du auch hier bleiben würdest, hm? Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn du auch bleiben könntest.“
„Ja, klar, und wo soll ich dann bleiben? Wie stellst du dir das vor, soll ich vielleicht unter einer Brücke schlafen… oder zu euch ziehen?“
„Nein, natürlich nicht, aber ich dachte… vielleicht kannst du ja hier bei Reiji bleiben. Ich mein, er ist doch eh allein und ich glaube, er hätte sicher nichts dagegen. Wir können doch mal mit ihm reden, oder.“
„Na, wenn du meinst.“
„Na, nun lass mal nicht den Kopf hängen, wir kriegen das schon hin…. wir haben doch schon ganz andere Sachen versaut.“, scherzte Damona nun ein wenig, auch wenn es grad nicht so ganz passte.
Aber sie glaubte dennoch daran, dass es möglich wäre, dass auch Mira hier bleiben konnte.
„Ja, okay, lass es uns halt versuchen.“, erwiderte Mira und war schon irgendwie dankbar, für Damonas Vorschlag.
Währenddessen Damona und Mira miteinander sprachen, machte sich Paine langsam, fertig für ihr Date mit Haido und Reiji unterhielt sich mit Gackt, dem er einen Platz angeboten hatte.
Gackt hatte sich in einen Sessel gesetzt und unterhielt sich mit Reiji, doch kamen bei dieser Unterhaltung nicht die „Mädels“ zur Sprache. Reiji machte sich so seine ganz eigenen Gedanken, auch wenn er grad nicht wirklich wusste, wie er einer der Mädels beibringen sollte, was er wirklich für sie empfand. Jedoch unterließ er es sich Gackt mitzuteilen und Reiji konnte seine Gedanken und Gefühle wirklich sehr gut abschirmen. Er konnte sich mit Gackt unterhalten, ohne ihm zu zeigen, was er grad fühlte.
(typisch Japaner…)
Derweil lagen sich Damona und Mira noch eine Weile in den Armen und sprachen miteinander. Schließlich machte Damona Mira einen Vorschlag:
„Hey, was hältst du davon, wenn nur wir beide heute mal was unternehmen und uns mal wieder so richtig amüsieren?“
„Ja, wäre schon schön, aber… nein, lass mal… geh du mal mit IHM mit. Das bringt doch eh nichts.“, antwortete Mira noch immer ein wenig traurig.
„Warum sollte denn das nichts bringen, hm? Ich mein, ich würde jetzt gern etwas mit dir unternehmen. Gacchan kann auch erst mal wieder allein nach Hause fahren, ich denke, er wird mir schon nicht weglaufen.“,widersprach Damona sehr entschieden.
„Nein, ich… ich mein ja, ich würde schon gern wollen, aber ich will nicht, dass…. na ja, dass du Gacchan wegschickst.“
„Aber ich… wollte doch mit dir was unternehmen… und…“, wollte Damona abermals widersprechen, wurde aber von Mira unterbrochen.
„Hör auf damit. Ihr habt euch doch erst kennen gelernt und… ER hängt an dir… er liebt dich… genieße deine Zeit mit ihm. Gerade die erste Zeit ist doch so schön, lass dir das nicht entgehen… bitte. Ich bin mir sicher, dass wir noch sehr viel Zeit haben werden gemeinsam etwas zu unternehmen, okay.“
„Ich… na gut, okay. Aber wenn was ist, dann rufst du mich an, ja. Ich mein, ich lass dich jetzt nur sehr ungern allein, Süße.“
„Ach egal, jetzt geh schon und mach dir, um mich, keine Gedanken, okay.“, erwiderte Mira und sah Damona sanft, aber auch ein wenig ernst an.
„Hmm… na, wenn du meinst. Aber du weißt ja… wenn was sein sollte… ich mein…“, antwortete Damona ein wenig unsicher, wurde jedoch gleich wieder von Mira unterbrochen:
„Mensch Damona, jetzt hör auf zu labern. Du hast Gackt erobert, lass dir diese Chance nicht entgehen. Er liebt dich… scheinbar… abgöttisch… du hast das, was Paine und ich uns schon …wer-weiß-wie-lange gewünscht haben, wirf das nicht weg.“, mit diesen Worten stand Mira auf, auch Damona stand auf, beide umarmten sich herzlich,
Dann verließ Mira, mit einem Augenzwinkern, das Zimmer von Damona.
Damona sah Mira nur nach und setzte sich, nachdenklich, wieder auf das Bett. Natürlich wusste Damona genau, dass Mira recht hatte, mit dem was sie sagte. Und sie liebte Gackt ja auch… abgöttisch.
Wie sie noch so am nachdenken war, klopfte an ihrer Zimmertür…
Mira war wieder nach unten ins Wohnzimmer gegangen, wo sie auf Reiji und Gackt traf, die sich noch immer angeregt unterhielten. Schnell wollte sie sich wieder entfernen, denn es gehörte sich ja nicht, einfach so in ein Gespräch hereinzuplatzen.
„Sorry, ich wollte nicht stören.“, sprach Mira schüchtern und errötete ein wenig.
Sie wollte sich wieder entfernen, als Reiji aufstand, zu ihr ging und sie aufhielt.
„Hey, jetzt warte doch mal, Mira!“, sagte er und hielt sie sacht am Arm fest.
Mira sah erst Reiji an, dann Gackt und sprach dann, zu Gackt gewandt:
„Du solltest zu Damona gehen… sie scheint ziemlich nachdenklich zu sein. Komm, ich bring dich hin.“ in einer sehr ruhigen und sachlichen Art.
Gackt nickte, stand auf und folgte Mira, die sich schon auf den Weg zum Zimmer von Damona gemacht hatte, nachdem Reiji sie losgelassen hatte…
Paine war derweil fast fertig, doch irgendwie wollten ihre Haare nicht so liegen, wie sie es sich vorstellte. Obgleich sie eigentlich immer sehr ruhig war, begann sie nun leise vor sich hin zu fluchen:
„Verdammt… ich hasse diese Haare… so ein Schnee!“ und sah genervt in den Spiegel.
Nach etwa einer halben Stunde und noch einigem Fluchen, hatte sie ihre Haare endlich so frisiert, dass sie einigermaßen zufrieden mit sich war.
Sie hatte noch etwa eine viertel Stunde Zeit bis Haido sie abholen würde. Äußerlich schien sie die Ruhe selbst zu sein, doch in ihrem Inneren machte sich eine ziemlich heftige Aufregung breit.
Sie stellte sich jede Menge Fragen, doch bekam sie keine Antwort darauf.
Ob er wirklich kommt und mich abholt? Was wird er von mir denken? usw. usw…
Sekunden wurden zu Minuten, Minuten zu Stunden und die viertel Stunde wurde für sie zu einer Ewigkeit…
(…arme Paine… *grins*)
Nur wenig später hatten die Beiden Damonas Zimmer erreicht und Mira sagte:
„So, da wären wir, geh zu ihr. Ich lasse dich jetzt allein.“, mit diesen Worten ging Mira wieder ins Wohnzimmer zu Reiji.
Gackt klopfte an die Tür, betrat das Zimmer anschließend und schloss die Tür hinter sich. Dann sah er auch schon Damona auf dem Bett sitzen. Langsam näherte er sich ihr und setzte sich neben sie.
„Damona? Ist alles okay mit dir?“, fragte Gackt seine Liebste, denn er machte sich Sorgen um sie.
„Ja, alles okay. Ich… habe nur nachgedacht.“, erwiderte Damona, dann sah sie ihn an und sprach weiter, nachdem sie eine kurze Pause eingelegt hatte:
„Ich… also… ich sollte dir wohl etwas sagen.“
Gackt sah sie nun noch etwas sorgenvoller an, wusste er doch nicht was sie ihm nun sagen wollte… er fürchtete schon… nein… er wollte sie jetzt erst mal reden lassen und sich nicht vorzeitig sorgen machen.
„Was ist es denn, was du mir sagen solltest?“, fragte Gackt dennoch.
„Na ja… ich… habe dir so einiges nicht gesagt. So, zum Beispiel, dass ich dich eigentlich nie gehasst habe und …na ja… wie soll ich sagen… ich habe nur so getan als… würde ich dich… na ja… hassen… in Wirklichkeit… habe ich… habe ich dich… schon immer …verehrt… und …geliebt… auch als wir uns noch gar nicht kannten. Ja… und was ich noch sagen wollte… ich liebe dich…“, mit diesen Worten nahm Damonas Gesicht eine ziemlich dunkelrote Färbung an.
Bei Damonas Worten musste Gackt nun grinsen und sah Damona an, dann antwortete er:
„Das heißt dann also, dass du das alles nur gespielt hast, richtig.“
„Ja, ich… ja, das ist richtig.“, erwiderte Damona und senkte nun ihren Kopf.
„Du hast deine Rolle sehr gut gespielt, aber …und nun muss ich dir auch etwas sagen… ich hatte dich schon durchschaut, als wir uns das erste Mal begegnet sind. Ich wusste, dass du das nur gespielt hast. Denn wenn man jemanden wirklich hasst, dann verhält man sich ganz anders… nicht so wie du. Ich liebe dich auch.“, antwortete Gackt lächelnd.
Nun wurde Damonas Gesicht noch etwas röter und doch sah sie ihn kurz an, um dann jedoch ihren Kopf gleich wieder zu senken. Sollte sie wirklich so …nein, das war jetzt vollkommen egal… er war bei ihr und …sie war glücklich… einfach nur glücklich.
1:0 für Gackt. Er hatte Damonas Vertrauen gewonnen, ihren angeblichen Hass gebrochen, ihren Widerstand durchbrochen und …ihr Herz erobert. Etwas das so einigen anderen niemals, in so kurzer Zeit, gelungen wäre und auch nicht gelungen war.
Doch was sollte sie jetzt tun? Sie war doch gar nicht würdig bei ihm zu sein und noch unwürdiger fühlte sie sich, dass ER bei ihr war…
(alles klar… die zweite Paine… ob die beiden wohl Geschwister sind…?)
*-*-*
Kapitel 7:
Pärchen
(Tja, ich weiß jetzt nicht wirklich wie ich weiterschreiben soll oder kann. Eigentlich soll es, in diesem Kapitel, um die Pärchen gehen. Wobei es ein Pärchen, oder sind es zwei, na ja, egal, ja noch gar nicht wirklich gibt. Die Geschichte ist ja auch noch nicht zu ende. Ich hatte mir ja anfangs vorgenommen, diese Geschichte richtig groß werden zu lassen, aber je mehr ich schreibe und sie mir immer wieder, zwecks Fehlersuche, durchlese, wird die Story, hier, für mich zu einer einzigen Qual.
Da sie ja nicht wirklich meinem eigentlichen Genre entspricht, was für mich echt, schon wie eine Folter ist. Ich weiß nicht, ob ich die Story wirklich noch so lang werden lassen sollte, denn eines steht für mich schon jetzt fest: gewisse Szenen wird es hier definitiv nicht geben, auch wenn ich es anfangs vorhatte zu schreiben, aber das käme einem Verrat an meiner Fantasy gleich.
Ich möchte es ja eigentlich gern, aber es geht nicht. Allein die Vorstellung, dass Damona mit Gackt… nein, das kann ich schon mal eh nicht schreiben… denn ihr könnt euch ja sicher schon vorstellen wer Damona sein soll, gell… dazu muss ich sicher nichts mehr sagen bzw. schreiben. Nein, das geht gar nicht, da bräuchte ich, für solch eine Szene, ja eine halbe Ewigkeit.
Das soll jetzt heißen, dass ich die Story nun doch nicht mehr so lang werden lasse. Ich werde maximal noch ein bzw. zwei Pärchen zusammen bringen und mir vielleicht noch andere Sachen einfallen lassen, aber, ganz ehrlich,… weiter kann ich nicht schreiben. Diese Story ist für mich, und meine arme gequälte Fantasy, eine Folter, der ich nicht gedenke mich noch allzu lang auszusetzen.
Wie anfangs schon erwähnt dienen die ganzen Kommentare allein dazu die Geschichte etwas aufzulockern und es für mich etwas leichter und somit erträglicher zu machen, sonst hätte ich diese Story wahrscheinlich nicht „überlebt“.
So, nun werde ich versuchen die Story zu einem einigermaßen vernünftigen Ende zu bringen und hoffe, dass euch die Geschichte ein wenig gefällt bzw. gefallen hat.)
Damona lehnte sich nun an ihren Liebsten an und schloss die Augen. Und wieder sog sie seinen Duft ein, als wäre er Sauerstoff und sie am ersticken. Sie liebte ihn so sehr und konnte es doch kaum glauben, dass sie hier mit ihm saß und er sie in seinen Armen hielt… bitte, lass es kein Traum sein…
Schließlich flüsterte er: „Was hältst du davon, wenn du deine Sachen packst und wir nach Hause fahren, hm?“
Damona sagte nichts, doch nickte sie einwilligend. Sie wollte ihn doch gar nicht loslassen und doch wusste sie genau, dass sie nicht ewig zusammen hier sitzen bleiben konnten.
Nur langsam und sehr ungern löste sie sich von ihm und sah ihn noch einmal an, während er sie voll süß angrinste, so dass ihr beinahe das Herz stehen geblieben wäre.
Dann stand sie auf, holte ihren Reisekoffer raus, öffnete den Schrank und packte langsam alles was ihr gehörte ein. Anschließend ging sie noch ins Bad, packte dort auch die Utensilien ein, die ihr gehörten, dann schloss sie den Koffer und war fertig, mit ihm zu gehen und für immer…. bei ihm… zu bleiben. Noch einmal sah sie sich um, ob sie auch nichts vergessen hatte, dann sah sie ihren Liebsten an und sprach:
„Ich wäre dann soweit…“
Gackt nickte, stand dann auf und beide verließen das Zimmer. Sie gingen noch mal ins Wohnzimmer, dort trafen sie auf Mira, Paine und Reiji.
Damona verabschiedete sich zuerst von Paine:
„Paine, ich gehe jetzt und… ich wünsche dir für nachher alles Gute und ganz viel Spaß. Wir sehen uns. Ich hab dich lieb, Süße.“ und umarmte sie anschließend liebevoll.
Auch Paine umarmte sie lieb und erwiderte:
„Ich danke dir. Ich werde sicher meinen Spaß haben und ich wünsche dir, dass du glücklich mit IHM wirst. Du hast echt so ein Glück… du hast das was Mira und ich uns schon, wer-weiß-wie lange gewünscht haben. Und ausgerechnet du… eroberst ihn. Ich hab dich aber auch lieb.“, doch musste sie nun grinsen und lief nun wieder rot an.
Gackt konnte es eh nicht verstehen, da sie sich in Deutsch unterhalten hatten.
Zu Mira gewandt sprach sie: „Danke Süße und ich wünsche dir, dass auch du dein Glück findest… ich mein… vielleicht ist dein Glück ja näher, als du denkst.“, auch Mira wurde lieb umarmt und Damona wusste genau, dass jemand ganz in ihrer Nähe Mira schon ziemlich lang beobachtet hatte.
„Du musst mir nicht danken. Ich wünsche dir auch, dass du glücklich wirst… denn genug durch hast du schließlich… auch wenn ich sagen muss, dass du IHN gar nicht so wirklich verdient hast und ein bisschen neidisch bin ich schon, aber ich gönne ihn dir dennoch. Du hast echt so ein Glück… du ahnst es gar nicht. Melde dich, hörst du.“, und umarmte ihre Freundin ebenfalls.
Schließlich ging sie auch zu Reiji, verneigte sich vor ihm und sprach:
„Danke, dass du uns hierher eingeladen hast… auch wenn ich zugeben muss, das sich anfangs gar nicht her kommen wollte, frag Mira und Paine, sie wissen warum. Wir sehen uns auch ganz sicher wieder.“, und musste bei ihren Worten nun schon grinsen.
„Ich danke dir, dass du meine Einladung dennoch angenommen hast… und wie man sieht… war es für dich ein großes Glück… du hast deine große Liebe gefunden. Ich wünsche dir auch alles Gute.“, dann verneigte auch er sich vor Damona und lächelte.
Auch Gackt verabschiedete sich von den Dreien, dann verließen Beide das Wohnzimmer und irgendwann auch das Haus.
Gackt legte den Koffer in den Kofferraum seines Autos, dann ließ er Damona einsteigen, setzte sich neben sie, startete das Auto und fuhr mit Damona davon…
(na, das ging ja mal sehr schnell, gell. Ich weiß, ist ein bisschen zu schnell… verzeiht mir, bitte.)
Damona und Gackt waren noch nicht lange weg, als ein anderes Auto vor dem Haus hielt und es nur wenig später auch schon an der Haustür klingelte. Reiji ging zur Tür, diese öffnete und sah Haido davor stehen.
„Konban wa, Hyde-san. Bitte, komm doch rein. Paine erwartet dich schon.“
„Konban wa, Reiji. Vielen Dank.“, erwiderte Hyde und betrat das Haus.
Reiji führte ihn dann ins Wohnzimmer, wo sich Paine noch immer befand und grüßte die Anwesenden.
Als Paine Haido sah, errötete sie sofort und blickte zu Boden. Er war doch tatsächlich hergekommen. Das war… unglaublich… hoffentlich träumte sie das nicht.
„Hallo Paine, können wir dann?“
„Hallo Haido, ja… ähm… natürlich, ich bin soweit. Ich gehe nur noch schnell meine Tasche holen.“
„Immer mit der Ruhe, wir haben viel Zeit.“, grinste Hyde Paine an, die dann schnell in ihrem Zimmer verschwand und dort noch einmal tief durchatmete.
Hyde unterhielt sich derweil mit Reiji:
„Ist Damona schon wieder hier aufgetaucht?“
„Ja, sie war kurz mit Gackt-san hier. Aber nur um ihre Sachen zu holen und sich von uns zu verabschieden.“
„Hui, das ging aber schnell.“
„Ja, sie sah ziemlich glücklich aus. Beide sind noch nicht so sehr lange weg.“
„Dann hat sie wohl eine Entscheidung getroffen, wie es aussieht.“
„Ja, das hat sie. Sie liebt ihn abgöttisch.“
„Und er sie… na, wenn das kein Glück ist.“
Haido hatte seinen Satz zu Ende gesprochen, als auch schon Paine wieder ins Wohnzimmer kam und Hyde sogleich zu grinsen begann.
Beide verabschiedeten sich von Mira und Reiji, dann verließen sie das Wohnzimmer und anschließend das Haus.
Draußen angekommen, ließ Hyde erst Paine ins Auto einsteigen, dann setzte er sich neben sie, startete das Auto und fuhr ebenfalls mit ihr davon…
Nun waren Mira und Reiji allein in dem Haus und Mira wurde ziemlich traurig. Ihre Freundinnen waren weg… weg mit den Männern, die auch sie so gern gehabt… oder zumindest besser kennen gelernt hätte. Aber so war es immer… Paine und Damona hatten das Glück leider immer auf ihrer Seite.
Insbesondere Damona gönnte sie Gackt… ausgerechnet IHN… eigentlich nicht. Wie oft hatte sie gesagt, dass sie IHN hassen würde… sie wollte eigentlich nicht mal mit hierher kommen und nun… war sie mit IHM verschwunden… VERDAMMT! Ja, Mira ärgerte sich sehr, obgleich sie eigentlich nicht der Typ dafür war, die sich schnell ärgerte, aber das hier… nein, das war echt zu viel des Guten… Schlechten… wie auch immer.
Bei Paine war es ja okay und verständlich, aber Damona… warum hatte ausgerechnet sie das Herz von Gackt erobert… warum nur????!!!
Gerade wollte sie sich sehr verärgert in ihr Zimmer zurückziehen, als Reiji sie ansprach:
„Mira?“
„Ja?!“, erwiderte sie leicht gereizt.
„Mira, bitte, setz dich zu mir.“
Mira nickte und setzte sich zu Reiji auf die Couch.
„Was ist denn?“
„Ich weiß, dass du dich grad sehr über deine Freundinnen ärgerst… oder mehr über eine von beiden, stimmts.“
„Ja, das ist doch voll ungerecht! Du weißt selbst, dass Damona Gackt nie leiden konnte und sie ihn sogar hasste und jetzt… jetzt ist sie mit ihm weg… mit IHM… das ist doch so ein Scheiß! Auf einmal liebt sie ihn… man, ich glaub hier läuft ein ganz mieser Film ab.“
„DU hättest Gackt gern gehabt, stimmts?“
„Nein… ja… ich mein… ich hätte ihn schon gern etwas besser kennen gelernt… weißt du… Ich… das ist so ungerecht! VERDAMMT!“
„Ich verstehe dich, aber weißt du, man kann sich nicht immer aussuchen, in wen man sich verliebt. Wenn das Herz spricht… setzt der Verstand aus und wenn der Verstand aussetzt… handelt man nicht mehr logisch. Und so ganz gehasst haben kann sie ihn gar nicht, denn dann wäre sie niemals mit ihm gegangen.“
„Nein, das hat sie auch nicht… zumindest hat sie es mir gesagt, als ich mich mit ihr oben im Zimmer mit ihr unterhielt, sie hat sich das alles die ganze Zeit nur eingeredet, weil wir ihr so sehr auf die Nerven gingen… meinte sie.“
„Siehst du… so hat sie euch die ganze Zeit getäuscht… und ich muss zugeben, sie hat ihre „Rolle“ gut gespielt, denn auch ich habe ihr das alles geglaubt.“
„Na ja, sie war schon immer eine gute „Schauspielerin“, wenn es darum ging ihren Kopf durchzusetzen.“
„Tja, aber sie konnte Gackt ganz offensichtlich nicht austricksen. Er scheint ihr das Ganze nicht abgekauft zu haben… er hat sie durchschaut.“
„Ja… es scheint wohl so.“
„Hör mal, Mira, ich weiß, der Zeitpunkt ist vielleicht nicht grad der Beste, aber… ich muss dir dennoch etwas sagen… nein… gestehen. Ich …würde mir sehr wünschen… wenn du …hier… bei mir bleiben würdest.“
„So? Und warum sollte ich das tun?“
„Nun ja, weil… weil ich mich in dich… verliebt habe und das schon seit langer Zeit.“
Mira sah Reiji an und konnte grad nicht glauben was er sagte und dann dieser Blick dazu… nein, das war sicher nur ein …Traum… oder hier lief tatsächlich ein mehr als ganz mieser Film ab. Sie stand auf, sah Reiji an und sprach kurz:
„Bitte, entschuldige mich… ich… muss nachdenken.“, dann ging sie nach oben in ihr Zimmer und schloss sich dort ein. Das musste sie nun erst mal verdauen, denn mit allem hatte sie gerechnet… aber damit …niemals…
Reiji sah ihr teils traurig und teils mit einem leichten Grinsen nach…
Hyde war mit Paine in ein schickes Restaurant gefahren, wo sie sich das gute Essen schmecken ließen und sich angenehm unterhielten. Während sie sich nach dem Essen ein Glas Wein genehmigten, unterhielten sie sich weiter. Haido hatte seine Hand auf Paines Hand gelegt und sie sanft gestreichelt.
Natürlich war Paine mal wieder leicht errötet und wagte es kaum ihn anzusehen, doch eines war ihr zumindest erspart geblieben… irgendwelche Peinlichkeiten, die sie vor ihm blamiert hätten. Sie hatte sich wirklich sehr gut im Griff, denn sie wollte sich echt nicht vor ihm blamieren, was sie dann sehr geärgert hätte.
Dennoch benahm sie sich ganz natürlich und verstellte sich nicht, das hatte sie eh nicht nötig und das konnte sie auch gar nicht… zumindest nicht in dem Maße, wie es ihre Freundin Damona vermochte.
Haido war von ihr sehr angetan und er genoss ihre Anwesenheit, auch machte er sich schon ein paar Gedanken über die Zukunft und er war sich sicher, dass er sie bei sich haben wollte. Er wollte nicht, dass sie ihn je verließ. Doch ihr das jetzt schon zu sagen, wäre wohl etwas zu früh gewesen, zudem er ja nicht wusste, wie sie drauf reagieren würde.
So, wie sie sich ihm gegenüber verhielt, würde sie sehr wahrscheinlich zustimmen bei ihm zu bleiben. Aber er war ja nicht so, wie sein werter Freund Gackt, der sich Hals über Kopf in ein Mädchen verliebte und gleich mit ihr zusammenzog. Obwohl auch er eigentlich schon beschlossen hatte sie nie wieder gehen zu lassen.
Schließlich bezahlte er das Essen, dann verließen beide das Restaurant und er fragte sie:
„Was würdest du jetzt gern tun?“
„Hmm… ich weiß nicht… ich kenne mich ja hier nicht aus.“
„Was hältst du davon, wenn wir zu mir fahren und dort noch was trinken?“
Paine schluckte hart, doch willigte sie, mit einem Nicken, ein.
„Ja, okay… ich würde mich sehr freuen.“
„Gut, dann fahren wir zu mir.“, mit diesen Worten ließ Hyde Paine in sein Auto einsteigen, setzte sich dann wieder neben sie und fuhr mit ihr zu sich nach Hause…
(Puh, das war jetzt echt schwer, das alles zu schreiben, aber ich bin zumindest schon was weiter und noch bin ich ja auch nicht am ende)
Gackt war mit seiner Liebsten zu Hause angekommen, parkte seinen Wagen, ließ Damona aussteigen, schloss das Auto ab, holte den Koffer raus und ging mit ihr ins Haus.
Damona folgte ihm und sie hatte irgendwie grad ein ziemlich mulmiges Gefühl… so ganz allein, mit IHM hier und …ohne ihre Freundinnen… au weia… am liebsten wäre sie jetzt davon gelaufen, denn ihr Herz hämmerte gegen ihren Brustkorb, als wären es die letzten Schläge und sie kurz vorm Sterben.
Sie war nervös…. sehr nervös.
Währenddessen brachte Gackt den Koffer seiner Liebsten in ein schönes Zimmer, das genau neben seinem Schlafzimmer lag. Denn er wollte sie nicht gleich verunsichern, wenn er sie gleich mit seinem… Schlafzimmer bekannt gemacht hätte. Das würde irgendwann und im Laufe der Zeit kommen und irgendwie freute er sich schon drauf, was ihm ein Grinsen auf die sinnlichen Lippen zeichnete.
Damona folgte ihm weiter und betrat das Zimmer. Natürlich staunte sie nicht schlecht, denn es war wirklich wunderschön hier…
(Okay, ich glaub, ich hör doch gleich auf zu schrieben… wenn ich mir das alles gedanklich auch nur vorstelle… dann werd ich wahnsinnig…)
Noch immer sah sie sich hier staunend um und machte sich Gedanken über so vieles was sie bewegte. Wenn sie nun wirklich hier bei ihm blieb… und danach sah es ja wohl aus… würde sie dann nicht irgendwie Japanisch lernen müssen? Wer ihr die Sprache vielleicht beibringen würde, konnte sie sich schon vorstellen… ihr Liebster… im Gegenzug dazu könnte sie ihm ja ein bisschen Deutsch beibringen. Und was wäre wenn… sie konnte ihre Gedanken nicht weiterdenken, denn Gackt hatte sich an sie heran geschlichen und legte seine Arme zärtlich um ihre Hüfte.
Dann drehte er sie um, sah ihr in die Augen und begann sie zu küssen… erst nur ganz sanft… dann immer leidenschaftlicher werdend. Langsam ließ er nun seine Hände über ihren schlanken Körper wandern, während er ihren Hals zu küssen und ihre Bluse langsam zu öffnen begann.
Damona verschlug es beinahe den Atem und ihr Herz pochte so schnell, dass man es fast hören konnte. Langsam legte auch sie ihre Arme um ihn, überwand ihre Schüchternheit und begann ihn ebenfalls zärtlich zu streicheln und ihre Hände über seinen durchtrainierten Körper wandern zu lassen.
So ging es eine ganze Weile weiter, bis sie sich gegenseitig verführten und so eine wunderschöne Nacht miteinander verbrachten….
(Na ja, eigentlich wollte ich diese Szene ausschreiben, aber ich kann nicht und ich trau es mich auch nicht… das wäre dann doch etwas zu viel für mein armes Hirn und meine arme gequälte Fantasy…)
Hyde hatte derweil mit „seiner“ Paine sein Zuhause erreicht. Sie betraten es und beide machten es sich anschließend auf der Couch, im Wohnzimmer gemütlich. Sie tranken ein Glas Wein, während sie sich weiter sehr angeregt unterhielten. Dann jedoch herrschte Stille zwischen den Beiden und sie sahen sich einfach nur noch an. Bis Hyde, Paines Hände in die seinen nahm und die Stille durchbrach:
„Paine… bitte höre mir einen Moment zu, denn ich muss dir etwas gestehen. Ich habe mich… in dich verliebt.“
Paine sah Hyde an als hätte sie einen Geist gesehen und als stünde der Weltuntergang kurz bevor..
„Meinst… also… ich mein… meinst du das jetzt echt ernst?“, fragte sie Hyde ungläubig.
„Ja.“
„Aber ich… ich…“, nein sie konnte nicht weitersprechen. Sie sah in seine Augen und konnte deutlich erkennen, dass er es tatsächlich ernst meinte.
Natürlich hatte sie sich auch in ihn verliebt, aber, genau wie Damona, konnte auch sich diese Liebe nicht eingestehen, aber nicht weil sie sich Sorgen um ihre Freundinnen gemacht hätte. Nein es war eher, weil sie sich seiner Liebe nicht würdig fühlte… da ihr ihre Schüchternheit mal wieder im Wege stand.
Deshalb schüttelte sie nur den Kopf und meinte:
„Nein… das… kann nicht sein. Du… du… kannst mich… nicht …lieben… ich… das bin ich… doch gar nicht…“ ….wert, wollte sie noch sagen, doch brachte sie es nicht aus sich heraus.
Allerdings ahnte Hyde was sie sagen wollte:
„Du meinst also, dass du es nicht wert bist geliebt zu werden, hm?“
Paine schwieg und nickte nur ein wenig mit dem Kopf, während Hyde sich nun ein Grinsen nicht verkneifen konnte und erwiderte:
„Sag mal, bist du dir sicher, dass ihr, du und, Damona, keine Schwestern seid? Denn ganz genauso hat auch deine Freundin reagiert, als ich ihr sagte, dass Gackt sie lieben würde.“
Nun musste auch Paine grinsen, denn solch ein Verhalten war sie von Damona nun echt nicht gewohnt und niemals hätte sie gedacht, dass ihre Freundin so schüchtern sein konnte… wo sie doch immer SO selbstbewusst wirkte.
„Na ja, also, wenn ich ehrlich sein soll… na ja… ich… also… ich habe mich auch in dich verliebt und… na ja… ich habs mich halt nur nicht getraut es dir zu sagen.“
Nun sagte er nichts mehr und rückte ein wenig näher an sie heran, nahm sie in die Arme und legte seine Lippen, auf die sinnlich-weichen Lippen „seiner“ Paine.
Natürlich konnte Paine nicht widerstehen und erwiderte seinen Kuss nur allzu gern, auch wenn sie einer überreifen Erdbeere mal wieder durchaus Konkurrenz machen konnte.
Sie konnte es dennoch nicht so ganz glauben, was sie grad tat und wen sie gerade küsste.
Hyde löste den Kuss, nach einiger Zeit und sah Paine fasziniert an. Auch Paine sah Hyde an, der sie noch immer in seinen Armen hielt und sie noch immer glaubte zu träumen.
Nachdem Beider Gehirnzellen, zumindest ansatzweise, wieder ihre Arbeit aufnahmen, fragte Hyde seine Angebetete:
„Es ist schon ziemlich spät, möchtest du vielleicht heute Nacht bei mir bleiben?“
Paine sah erst Hyde an, dann sah sie zu Boden, um nur wenig später ihn wieder anzusehen und zu antworten:
„Okay, ich bleibe gern hier. Danke.“
Nach ihrer Einwilligung erhob sich Haido, zog Paine mit sich hoch und lächelte sie schon beinahe verführerisch an, was Paine natürlich wieder die Röte ins Gesicht trieb. Unwillkürlich musste sie wieder an Damona denken und was sie wohl grad tat… zumal sie ja wusste, dass Damona bei „Schnucki“ war. Ob sie wohl grad mit IHM in einem Bett lag und …schlief?
Doch Hyde schaffte es sie abzulenken, denn er nahm sie bei der Hand, führte sie hinauf zu seinem Schlafzimmer und öffnete die Tür.
„So, da wären wir… oder … möchtest du in einem anderen Zimmer schlafen?“
„Ähm… nein, ist schon gut… ich denke, ich werde es wohl überleben.“, versuchte sie zu scherzen und sah sich das Schlafzimmer ein wenig staunend an.
Hyde grinste, denn er hatte den Scherz verstanden.
„Ähm… wo ist denn das Bad?“, wollte sie in einem Anflug von… keine Ahnung was auch immer… wissen.
„Komm mit, ich zeig es dir.“
„Danke.“, erwiderte sie und ging mit ihm.
Hyde führte sie zum Bad, öffnete die Tür und zeigte ihr alles.
Paine bedankte sich abermals, dann ließ Hyde sie im Bad allein und schloss von außen die Tür.
Paine verschloss die Tür zu und holte nun erst mal tief Luft, ehe sie wirklich imstande war, wieder klar zu denken. Irgendwie konnte sie es noch immer nicht so ganz glauben, was hier ablief und … sie fragte sich, was wohl noch so passieren würde.
Schließlich dachte sie nicht weiter drüber nach, sondern zog sich aus, ging unter die Dusche und erfrischte sich. Ja, das war gut… das warme Wasser benetzte sanft ihre Haut, sie entspannte sich und dachte erst mal an gar nichts mehr, während sie ein wenig die Augen schloss.
Irgendwann verließ sie die Dusche, trocknete sich ab und zog sich nun nur einen Bademantel über.
Anschließend verließ sie das Bad und ging ins Schlafzimmer, so sie sich auf das Bett setzte.
Haido hatte inzwischen ebenfalls geduscht und ging nun auch ins Schlafzimmer, wo er Paine auf dem Bett sitzen sah. Er lächelte sie an und meinte:
„Du kannst dich ruhig in das Bett hinein legen, du musst nicht sitzen.“ und grinste frech.
Warum nur hatte Paine auf einmal das Gefühl, als würde ihr ein dicker Kloß im Magen sitzen.
Hyde, der nur ein Badetuch um seine Hüften gewickelt hatte, setzte sich nun neben sie, nahm sie ihn die Arme, streichelte und küsste sie zärtlich.
Natürlich ging Paine sogleich auf diesen Kuss ein und getraute sich nun auch ihn leicht zu berühren. Er fühlte sich so gut an… so einmalig… so dass sie glaubte noch immer zu träumen.
Langsam und sehr vorsichtig drückte er Paine auf das Bett, während er sie weiter küsste und eine Hand über ihren Körper wandern ließ.
Allmählich und ganz langsam begann er Paines Bademantel zu öffnen und jedes freigelegte Fleckchen Haut zärtlich zu küssen.
Paine schloss nur noch ihre Augen und genoss was Hyde mit ihr tat, auch wenn sie es noch immer nicht so ganz glauben konnte und ihr Gesicht mal wieder einen sehr ungesunden Rotton annahm und doch seufzte sie leise auf.
Haido machte weiter mit dem was er tat und verführte Paine zärtlich, die die schönste Nacht ihres Lebens erlebte und beide irgendwann friedlich und eng umschlungen einschliefen…
Reiji war Mira derweil nachgegangen und klopfte nun an ihre Zimmertür.
Mira, bitte, öffne die Tür, ich möchte doch nur…“, weiter kam er nicht, da öffnete sich auch schon die Tür und Mira stand vor ihm.
„Entschuldige bitte, dass ich vorhin davon gelaufen bin. Es tut mir leid.“
„Ach wo, ist schon gut. Es kam ja auch ziemlich überraschend.“
„Ja, dein Geständnis kam echt überraschend. Aber… ich… also… na ja, ich mag dich auch sehr gern …ob es Liebe ist, weiß ich nicht… aber ich würde mich freuen, wenn ich hier bleiben dürfte.“, erwiderte Mira und errötete ein wenig.
Reiji hatte das Zimmer nun betreten und die Tür von innen geschlossen.
„Ich glaube aber schon, dass du etwas mehr für mich empfindest, so wie du gerade errötest.“, dann nahm er sie in die Arme und küsste sie leidenschaftlich.
Obgleich von Reijis „Überfall“ ziemlich überrascht, wehrte sich Mira nicht, sondern erwiderte den Kuss. Viel zu lang schon war sie allein gewesen… viel zu lang sehnte sie sich nun schon nach Liebe und nun bekam sie, wonach sie sich so sehr sehnte.
Reijis Hände glitten derweil langsam und zärtlich über Miras wunderschönen Körper. Währenddessen schob er sie sacht zum Bett und ließ sich und sie vorsichtig auf das Bett gleiten. Genießend begann er nun ihren Körper zu erkunden, wobei er sie langsam auszog und er sie zärtlich verführte, bis auch die Beiden irgendwann glücklich und eng umschlungen einschliefen. Nichts konnte sie in dieser Nacht stören… auch keine schlechten Träume…
Am nächsten Morgen stand Gackt schon sehr früh auf, sah neben sich und grinste, als er Damona, noch immer schlafend, neben sich sah. Er stand auf und verließ das Zimmer, um zunächst ins Bad zu gehen, zu duschen und sich anzukleiden. Anschließend ging er in die Küche und bereitete das Frühstück für sich und seine Liebste. Er stellte alles auf ein Tablett und ging damit zurück ins Schlafzimmer um Damona zu wecken.
Dort angekommen stellte er das Tablett zunächst auf den Nachttisch, dann setzte er sich auf das Bett, küsste seine Liebste und streichelte sie.
Damona erwachte und sah IHN vor sich, sogleich errötete sie, dachte sie doch wieder daran, was am Abend zuvor passiert war, und doch lächelte sie ihn verlegen an.
„Guten Morgen, Liebes.“
„Guten Morgen, mein Liebling.“
„Na, hast du gut geschlafen?“
„Ja, danke… sehr gut. Und du?“
„Danke, auch sehr gut… weil du bei mir warst.“, dann nahm er das Tablett und stellte es auf Damonas Schoß, nachdem sie sich aufgesetzt hatte.
Sie lächelte ihn an und hatte riesengroße Herzchen auf den Augen.
„Du bist ja süß. Danke, für das Frühstück.“, dann küsste sie ihn liebevoll und beide begannen zu frühstücken.
Währenddessen unterhielten sich beide und er sagte ihr auch, dass er heute noch einige Termine wahrnehmen müsste. Auch fragte er sie, ob sie denn mit ihm zusammen die Termine wahrnehmen wollte.
„Ja, natürlich, ich komme gern mit dir mit.“
„Okay, aber wir haben ja noch etwas Zeit, also brauchen wir uns nicht zu beeilen.“
Damona nickte und hatte irgendwie nur Augen für ihn… alles andere um sich herum hatte sie vergessen… für sie zählte nur noch ER.
Nachdem beide das Frühstück beendet hatten, brachte Gackt das Tablett wieder in die Küche, während Damona aufstand und ins Bad ging, wo sie duschte und sich danach anzog.
Dann ging sie wieder ins Schlafzimmer und machte das Bett ordentlich, wie es sich gehörte.
Doch spürte sie in ihrem Inneren schon wieder ihr altes Problem aufsteigen… ein Problem, das sie schon sehr lange hatte. Sie versuchte sich dagegen zu wehren, wollte sie doch nicht, dass ER sie so sah… sie wollte ihre Angst in den Griff bekommen.
Doch lief es nicht so, wie sie es gern gehabt hätte und je mehr sie dagegen ankämpfte um so mehr steigerte sich ihre Angst nun. Es war ja nicht so, dass sie vor irgendwas Angst hatte, aber diese Angst kam auch ohne besondere Gründe und konnte jederzeit auftauchen.
Sie begann nun zu zittern und zu weinen, bis sie sich in eine Ecke hockte, so wie sie es immer tat, wenn sie diese Angst bekam. Nun war sie nicht mehr ansprechbar… sie war einfach nur noch starr vor Angst… weinte und zitterte, wie Espenlaub. In binnen weniger Minuten hatte sich ihre Angst von Null auf Hundert katapultiert.
Als Gackt freudestrahlend das Zimmer wieder betrat und während er sich noch freute, dass Damona das Bett ordentlich hergerichtet hatte, hörte er sie bitterlich weinen und hatte nun keine Erklärung dafür… wusste er doch nicht, dass sie an einer Krankheit litt, die sich generalisierte Angststörung nannte.
Dann sah er sie aber auch schon in der Ecke zusammengekauert, weinend und zitternd, sitzen. Da er ja nicht wusste was los war, hockte er sich zu ihr herab und versuchte mit ihr zu reden.
„Hey, Süße, was ist denn los? Bitte, sprich doch mit mir.“
Doch Damona reagierte nicht und es half auch nichts… egal was er tat, sie reagierte überhaupt nicht mehr. Nun war er etwas verunsichert. Vielleicht wusste Paine was mit ihrer Freundin los war… aber er hatte ja die Handynummer von Paine nicht. Dann jedoch fiel ihm ein, dass er Damonas Handy auf dem Nachttisch gesehen hatte.
Er nahm es an sich, suchte die Nummer von Paine raus, drückte auf die grüne Taste und hielt sich das Handy an sein Ohr… es klingelte in der Leitung. Es dauerte eine Weile bis sich eine weibliche Stimme meldete:
„Hi, Süße.“, meldete sich Paine, die auf ihrem Display nur sah, dass ihre Freundin sie anrief.
„Hallo Paine.“, grüßte Gackt und Paine bekam beinahe einen Herzkasper.
„Ähm… ja… hallo. Was ist denn los? Ist was mit Damona, dass du mich über ihr Handy anrufst?“
„Ja, irgendwie schon und ich weiß nicht was ich tun soll. Sie weint, zittert und ist nicht ansprechbar. Kannst du mir sagen was mit ihr los ist?“
„Oh je, ja, das kann ich dir sagen. Sie ist krank und die Krankheit nennt sich generalisierte Angststörung und alles was jetzt noch hilft ist, dass du ihr eine halbe Tablette gibst. Diese befinden sich in einer kleinen Seitentasche, ihrer Tasche. Dort befinden sich drei Päckchen dieser Tabletten. Nimm eine Tablette raus und halbiere sie, dann musst du versuchen ihr diese Tablette zu geben… du musst ihr aber gut zureden… sonst nimmt sie die Tablette nicht.“
„Aber es ist doch gar nichts…“
„Ich weiß, aber sie hat so viel in ihrem Leben durchmachen müssen, davon könnte man einen Horrorfilm drehen, glaub mir. Es ist eine Krankheit und sie wird das nicht wieder los… diese Krankheit ist nicht heilbar. Meist versucht sie der Angst allein und ohne diese Tabletten Herr zu werden, doch derzeit denke ich, war das alles etwas zu viel für ihre, ohnehin schon sehr angeschlagene, Psyche.“
„Okay, dann werd ich mal mein Glück versuchen.“
Ja, mach das und was sie jetzt braucht ist, viel Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit. Glaub mir, mehr kannst du für sie nicht tun.“
„Gut, ich kümmere mich um sie.“
„Wenn was ist, meld dich ruhig bei mir, ich helfe dir. Ich kenne sie ja schon eine halbe Ewigkeit.“
„Bis dann.“
„Okay, bis dann.“
Gackt legte auf und sah sich nach Damonas Tasche um, fand und öffnete diese, dann fand er tatsächlich die Tabletten darin, er entnahm eine, halbierte sie, holte auch ein Glas Wasser und ging damit dann zu Damona, kniete sich vor sie hin und sah sie an… es tat ihm sehr weh sie so sehen müssen und es zerriss ihm beinahe das Herz.
Er sprach ihr ruhig zu und schaffte es nach einer Weile, dass sie sich die halbe Tablette einflößen ließ. Dann stellte er das Glas beiseite, nahm Damona sanft in die Arme und streichelte sie zärtlich.
Damona hielt sich an ihm, wie eine Ertrinkende, fest. Noch immer zitterte sie, doch wurde es nach einer halben Stunde sehr viel weniger und sie hörte auf zu weinen. Sie schluchzte nur noch, bis es ganz und gar aufhörte und sie sich nur noch an ihn lehnte.
„Schh… ist ja gut… ich bin für dich da.“
Langsam beruhigte sich Damona wieder und Gackt fragte sie:
„Na, geht’s wieder, hm?“
Damona nickte und flüsterte:
„Danke… und… bitte… verzeih mir. Es tut mir leid.“, denn sie schämte sich für diese Krankheit, und dass sie anderen damit immer wieder zur Last fiel… warum konnte sie nicht einfach tot umfallen…
„Schh… dir muss nichts leid tun… alles okay… alles gut. Möchtest du dich ein bisschen hinlegen, hm?“
Wieder nickte Damona nur und Gackt stand auf, hob sie hoch und legte sie ins Bett, dann deckte er sie mit einer Decke zu, setzte sich neben sie und streichelte sie liebevoll.
„Schlaf ein bisschen, wenn du magst, ja.“
„Ja… ich… bitte, verzeih mir.“, stotterte sie flüsternd und wieder rannen ein paar kleine Tränen aus ihren Augen, die leise auf das Kissen tropften.
Er lächelte sie nur an und streichelte sie weiter, bis sie eingeschlafen war, doch blieb er bei ihr.
Dann klingelte Damonas Handy und Gackt nahm den Anruf an:
„Hallo Paine.“
„Hallo, und wie geht’s ihr jetzt?“
„Sie schläft. Aber sag mal, ist das dann immer so bei ihr?“
„Nein, nicht immer, nur wenn sie unter starker seelischer Belastung steht. Die letzte Zeit muss die Hölle für sie gewesen sein. Weißt du, sie ist eine starke Persönlichkeit und sie mag es überhaupt nicht, wenn man sie in solch schwachen Momenten erwischt. Sie will niemanden zur Last fallen und nimmt meist alles selbst in die Hand. Denn sie ist sehr selbstständig und eigentlich auch selbstbewusst. Aber nun ja, sie hat, wie ich dir schon sagte, sehr viel Schlimmes durchmachen müssen, was ihrer Psyche sehr geschadet hat.“
„Aber was hat sie denn alles durchmachen müssen, dass sie so angeschlagen ist?“
„Sorry, das kann ich dir leider nicht erzählen. Ich denke, das sollte sie dir selbst erzählen, wenn sie genug Vertrauen zu dir gefasst hat, aber bitte dränge sie zu nichts, denn es tut ihr sehr weh, über das alles zu reden. Selbst ich, kenne noch nicht alles von ihr, denke ich. Du wirst viel Geduld mit ihr haben müssen, das kann ich dir nur sagen und …tu ihr nur niemals weh. Sei lieb zu ihr und gib ihr was sie braucht… Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit… kümmere dich um sie… soweit sie es zulässt.“
„Was heißt, soweit sie es zulässt?“
„Das heißt, wie ich schon sagte, dass sie niemanden zur Last fallen und ihre Selbstständigkeit trotz alledem behalten will. Und du solltest auch wissen, dass sie Satanistin ist und sie es gar nicht mag, wenn man sie als liebevoll bezeichnet… dann sagt sie immer: Hey, ich hab nen schlechten Ruf zu verlieren! Natürlich ist das Quatsch, denn sie ist eine sehr liebe und treue Seele.“
„Hui, eine Satanistin also, wie kam sie denn dazu?“
„Lass dir das von ihr erzählen, sie kann das sehr viel besser, außerdem bin ich grad anderweitig beschäftigt… du verstehst, was ich meine.“
„Ja, sicher… grüß Haido von mir.“
„Mach ich, danke. Und du kümmerst dich um Damona, okay.“
„Das werde ich, glaub mir.“
„Du liebst sie sehr, was?“
„Ja, und ich werde mein Bestes geben, um sie glücklich zu machen.“
„Das glaube ich dir sofort. Also dann, wir hören uns… und grüß Damona bitte von mir, wenn sie aufwacht, ja.“
„Natürlich, das werde ich. Also, wir hören uns.“
Dann legten beide auf und Gackt blieb bei seiner Damona sitzen. Es sah beinahe so aus, als würde er sie bewachen… beschützen.
Nach etwa einer Stunde erwachte Damona wieder und sah sich vorsichtig um. Dann sah sie ihren Liebsten auch schon bei sich sitzen, der sie lieb anlächelte.
„Na du, geht’s dir wieder besser, hm?“
„Ja, danke.“
„Du hast mir ja einen ziemlichen Schrecken eingejagt.“
„Es tut mir leid. Bitte, verzeih mir, das… wollte ich nicht.“, erwiderte Damona und wand ihren Kopf von ihm weg.
Doch ließ er ihr das nicht durchgehen und drehte ihren Kopf behutsam wieder zu sich.
„Es gibt nichts zu verzeihen. Ich habe mir nur Sorgen um dich gemacht, aber nun weiß ich ja Bescheid. Und noch etwas, wenn du über irgendetwas mit mir reden möchtest… ich bin immer für dich da, hörst du.“
„Es tut mir aber wirklich leid, dass du dir Sorgen gemacht hast.“
„Aber du kannst doch gar nichts dafür. Wie ich hörte, ist das eine Krankheit und ich bewundere dich, dass du trotzdem so toll damit umgehst. Wir schaffen das gemeinsam. Mach dir keine Sorgen, mein Schatz.“
Damona errötete wieder, als sie seine Worte hörte und wieder liefen ihr ein paar kleine Tränen an ihrem Gesicht herab… hätte sie sich doch nie vorstellen können, dass ER so einfühlsam sein könnte, dass er sie so sehr lieben würde.
„Bitte, nicht weinen. Ich liebe dich doch.“
Langsam erhob sie sich, stand auf und ließ sich vorsichtig in seine Arme fallen, wo sie sich an ihn lehnte und erwiderte:
Weile Schweigen und Beide genossen die Nähe des jeweils anderen und ließ nun kaum mehr Widerspruch zu.
Gackt konnte nicht anders als zu grinsen, genau wie Paine gesagt hatte.
Damona schien es tatsächlich nicht zu mögen, wenn man sie als liebevoll und nett bezeichnete.
Nun wusste er ja, wie er sie provozieren konnte, wenn er sie mal ein bisschen ärgern oder necken wollte… natürlich nur zum Spaß… ihm lag nun wirklich nichts daran sie ernsthaft zu ärgern oder ähnliches.
Theatralisch hob er beschwichtigend die Hände und entgegnete:
„Schon gut… ich …wollte dich wirklich nicht verärgern.“
Damona grinste und sah ihn wieder sanft lächelnd an.
„Ich weiß. Nun, ich werde mich gleich fertig machen und dich dann zu deinen Terminen begleiten, okay.“
„Okay, ich freue mich, dass du mich trotzdem begleiten willst.“
„Warum sollte ich auch nicht, ich lass mich nämlich nicht von einer Krankheit einschüchtern oder gar einsperren.“
„Gut so. Ich werde mich dann auch mal fertig machen, dann können wir los.“
„Einverstanden.“, willigte Damona ein, ging noch mal ins Bad, erfrischte sich, zog sich dann um und tat was sonst noch so nötig war.
Eine halbe Stunde später waren beide fertig und verließen das Haus, um seine Termine wahrnehmen zu können….
*-*-*
Epilog
Was ist nun aus den drei Pärchen geworden?
Es dauerte eine ziemlich lange Zeit ehe Reiji Mira vollends erobert hatte, denn sie war immer noch ziemlich sauer auf ihre beiden Freundinnen… ganz besonders auf Damona… der sie Gackt noch immer nicht gönnte. Doch mit viel Geduld hatte es Reiji schließlich geschafft Mira zu erobern und irgendwann liebte sie ihn genauso, wie er sie.
Nur noch einmal war Mira nach Österreich geflogen, aber nur um die Wohnung zu kündigen und ihre Sachen zu holen. Ebenso Paine und Damona, auch sie waren nur noch einmal, gemeinsam mit Mira, nach Österreich geflogen, um ihre Sachen zu holen und dann endgültig nach Japan zu ziehen.
Die drei Mädels wurden allerdings von ihren Liebsten begleitet, denn zumindest Hyde und Gackt waren bis dahin noch nie in Österreich bzw. in Wien gewesen und sahen sich hier sehr vieles an.
Reiji kannte Wien ja, somit spielte er dann den Stadtführer für die beiden Künstler, während die Mädels ihre Sachen packten und so einige andere Sachen erledigen mussten, wobei ihnen eh keiner der drei Kerle helfen konnte.
Zu sechst flogen sie dann wieder zurück nach Japan und blieben fortan dort. Natürlich mussten die drei Freundinnen jede Menge lernen wie z.B. die japanische Sprache und sich auch mit den Sitten und Gebräuchen dieses Landes auseinander setzen, was nicht gerade einfach war.
Doch während Mira mit Reiji sehr ruhig lebte, hatten Damona und Paine doch sehr oft mit Stress und / oder Terminen zu kämpfen, wenn ihre Liebsten mal wieder auf Tournee gingen. Bei den meisten Terminen blieben die Beiden meist daheim und sahen ihre Liebsten dann sehr oft nicht und waren somit ziemlich oft allein.
Natürlich hatte es der breiten Fangemeinde von Hyde und Gackt einen ziemlichen Schock versetzt, als diese erfuhren, dass die beiden Sänger nun vergeben waren. Einige kamen kaum damit klar, andere sagten sich, ist doch deren Privatleben und wieder andere standen kurz vor der Katastrophe… auch in Europa und überall da, wo man die Beiden halt kannte.
Nur ab und an noch konnten sich die drei Mädels treffen, denn allzu viel Zeit blieb ihnen nicht. Zum einen hatten sie viel zu lernen und zum anderen kamen halt die Termine usw. auch noch dazu. Aber sie telefonierten so oft es ging miteinander.
Dies wurde noch weniger als Mira ein kleines gesundes Mädchen bekam und somit noch weniger Zeit für ihre Freundinnen hatte. Natürlich freute sich Reiji riesig, als er endlich Vater geworden war. Er liebte seine Frau Mira, die er, nach der Geburt des Kindes, geheiratet hatte.
Als Paine irgendwann einem gesunden kleinen Jungen das Leben schenkte, war auch Hyde vollkommen aus dem Häuschen. Er konnte es kaum glauben und er freute sich ebenfalls riesig. Irgendwann heiratete auch er seine Liebste, doch konnte Paine nun nicht mehr allzu oft mit ihm Termine wahrnehmen oder mit ihm auf Tournee gehen.
Nachdem Damona irgendwann ihrem Liebsten, ja fast schon gebeichtet hatte, dass sie ein Kind von ihm erwartete, freute ER sich zwar sehr und hätte am liebsten die ganze Welt umarmt.
Doch machte er sich Sorgen um seine Liebste, dass es für sie, wegen ihrer angeschlagenen Psyche, zu viel werden könnte.
Und er hatte recht mit seiner Sorge, denn Damona war während dieser Zeit sehr angespannt gewesen und Gackt musste sehr oft Termine absagen, um bei Damona bleiben zu können, da sie in der Zeit der Schwangerschaft keine Tablette nehmen wollte.
Sie wollte einfach dem Kind nicht schaden, somit versuchte sie das alles eben anders durchzustehen. Und sie stand es sehr tapfer durch, sie gab sich wirklich sehr viel Mühe.
Zudem waren sie und ihr Liebster schon lange ein eingespieltes Team.
Gackt hatte gelernt, zu erkennen, wenn es Damona „schlecht“ ging und sie kurz vor einer erneuten Attacke stand. Er sprach dann mit ihr und versuchte sie abzulenken, was ihm wunderbar gelang und Damona sich dann immer wieder sehr schnell beruhigte. So brauchte sie auch nach der Schwangerschaft kaum noch diese Tabletten… außer wenn Gackt mal nicht zuhause war und somit auch nicht bei ihr sein konnte. Dann nahm sie die Tabletten, noch bevor sie merkte, dass es ernst wurde.
Selbstverständlich hatte Damona Gackt irgendwann alles erzählt, was man ihr angetan hatte und er war über das alles mehr als erschrocken. Konnte er es doch nicht so ganz glauben, als Paine Damonas Leidensweg nur kurz erwähnt hatte.
Doch er hielt zu ihr, stand ihr bei und beschützte sie, wo er nur konnte.
Auch als die Zeit der Geburt ihres Kindes kam, stand er ihr bei und begleitete sie, so dass sie niemals allein war. Damona hatte sich während der Geburt sehr gequält, doch hatte sie nicht gejammert oder geschrien. Nein, sie hatte alles tapfer durchgestanden und wurde stolze Mutter eines gesunden Jungen.
Stolz, wie ein „Spanier“ war Gackt, als er seinen Sohn in den Armen hielt und musste sich echt die Tränen verkneifen, sonst hätte er wahrscheinlich losgeheult.
heiraten wollten die Beiden vorerst nicht, da Beide trotz alledem ihre Freiheit liebten. Nun ja, was man so Freiheit nennen konnte… wenn man ein Kind hat.
Zumindest Damona kümmerte sich liebevoll um den Kleinen, wenn sie allein war, weil ihr Liebster mal wieder auf Tournee war oder jede Menge anderer Termine wahrnehmen musste, was sich nicht immer vermeiden oder absagen ließ.
Doch Damona hatte vorher gewusst worauf sie sich eingelassen hatte und meisterte dennoch alles sehr, sehr gut. Paine und Mira konnten selbstverständlich nicht darauf verzichten sich den Kleinen von Gackt und Damona anzusehen und ein wenig Neid kam bei beiden schon auf, aber nicht zu viel, sie gönnten ihrer Freundin dieses Glück… ja auch Mira… denn auch sie hatte sich irgendwann damit abgefunden, wie es war, da sie bei Reiji wirklich alles hatte was sie sich nur wünschen konnte.
Jahre später waren sich aber auch Gackt und Damona einig und gingen dann doch den Bund der Ehe ein. Es wurde ein riesiges Fest, auch Paine, Haido, Mira und Reiji waren bei der Hochzeit dabei und es wurde auch ein ziemliches Medienspektakel drum gemacht.
Was insbesondere Damona sehr belastete, doch auch das stand sie sehr gut durch, denn ihr Liebster und ihr kleiner Sohn waren bei ihr und das war alles, was für sie zählte.
Als Gackts Fangemeinde aber erfuhr, dass er nun Vater und verheiratet war, standen einige wirklich kurz vor dem Selbstmord, wieder andere interessierte es kaum, Hauptsache sie konnten ihn wenigstens noch ab und zu sehen und für viele andere war das eine mittelgroße Katastrophe.
Viele der verrückten Fangirls hassten Damona dafür, dass sie sich Gackt geschnappt hatte… viele wünschten ihr sogar die Pest an den Hals ….oder schlimmeres.
Doch Gackt und Damona überstanden alles mit Bravour und lebten in vollkommener Harmonie zusammen. Ihren Sohn erzogen sie gemeinsam… na ja, Damona konnte es nicht so ganz lassen, den Kleinen zu verwöhnen… sie liebte Kinder eben und es machte ihr einfach Spaß dem Kleinen eine gute Mutter zu sein. Natürlich kam ihr Liebster dabei niemals zu kurz.
Wenn Beide immer mal wieder zusammen saßen… oder auch mit den anderen Vier zusammen saßen, erinnerten sie sich daran, wie alles begonnen hatte und mussten sehr oft herzlich lachen.
Keine der Mädels hätte sich je träumen lassen, dass alles SO ausgehen würde… wegen… „Nur einer Einladung“….
ENDE

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Information Neigung
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 02:03 PM - No Replies

Eigentlich war es ein Abend, wie viele in der Woche. Die WG saß vollzählig in der Küche beisammen und spielte Karten, während es etwas zu Essen gab.
Es wurde über Gott und die Welt gequatscht und dennoch war heute etwas anders! Heute war ER dabei und hätte ich ihn nicht vorgewarnt, vor den scharfen Zungen meiner Freude, ER hätte gewiss schon auf der Türschwelle kehrt gemacht.
Ich hatte ihn vor etwa zwei Wochen kennengelernt. Da war ich gerade damit fertig geworden, den Darkroom zu schrubben. Draußen wollte ich mir eine Pause gönnen und rannte IHN beinahe um.
Wir kamen ins Gespräch und schnell war klar, dass wir sehr viel gemeinsam hatten. Die gleiche Musik, die selben Filme, ähnliche Kleidung, das selbe Essen,… Man könnte meinen, wir wären ein und die selbe Person.
Beide waren wir schlank und leicht durchtrainiert, hatten kurze Haare und auffallende Augen.
Jede Sekunde meiner Freizeit hatte ich, in den letzten zwei Wochen mit ihm verbracht und hatte mich schwer in ihn verliebt. Sicher war es in der WG nicht unbeachtet gewesen und nun wollten sie IHN endlich kennenlernen.
Etwas nervös war ich schon, denn immerhin war es eine sehr enge Freundschaft die zwischen uns herrschte. Wir waren noch kein Paar und um ehrlich zu sein, wusste ich noch nicht einmal ob er überhaupt auf Männer stand.
Dass ich schwul war, merkte man nicht unbedingt. Schließlich war ich sehr heterolike. Dennoch erahnte man es wegen meines Berufes. Ich war Teilhaber von drei Geschäften hier in der Stadt.
Es war ein Darkroom, ein only Men Restaurant und eine Diskothek only Men. Es gab immer sehr viel zu tun und eigentlich war meine Zeit viel zu knapp für eine Beziehung.
Die Gefahr bestand, dass ER jemand anderes kennenlernen würde. Deshalb schaute ich, dass ich wirklich jede freie Minute für ihn opferte.
Wir hatten Zeit und es musste nicht sofort zu einer Beziehung kommen. Die Harmonie und Nähe genoss ich sehr. Kleine Gesten, die viel bewirkten.
Wenn er zum Beispiel einfach meine Schultern massierte, weil ich mal wieder total verspannt war. Schließlich war das sein Beruf und er war absolut toll darin. Oder wenn ich mich frecher weise einfach auf seinen Schoß setzte, weil kein anderen Platz frei war, wenn wir mit seinen Freunden zusammen saßen.
Ich war einfach so und es passte zu mir. Als Anmache kam es nicht rüber oder gar schwul.
Trotzdem machte ich mir so meine Gedanken. War es für IHN nur Freundschaft?
*~*
Frisch geduscht und wie immer perfekt gestylt war ich dabei, das Abendessen anzubraten. Die anderen saßen bereits am Tisch zusammen und spielten Karten.
Crasy, der eigentlich Karl hieß, unser verrückter Punker saß mit Ben unserem ruhigsten in der Clique am Tisch. Sie spielten mit Sascha, unserem Emo Karten. Zu fünft wohnten wir in einem großen Haus, das ich mit achtzehn von meinen Eltern geerbt hatte.
Sie waren leider schon früh von uns gegangen und ich war bei meinem Onkel aufgewachsen, der die Geschäfte führte. Mit meiner Volljährigkeit wurde ich auch Teilhaber und nach einer Ausbildung als Friseur, die ich in zwei Jahren durchzog, fing ich an zu arbeiten.
Jetzt war ich gerade mal einundzwanzig Jahre alt und schon voll im Geschäft. Die meiste Zeit führte ich alles alleine, weil mein Onkel in einer anderen Stadt auch noch Geschäfte hatte, um die er sich kümmern musste.
Mike, mein bester Freund, war wie mein großer Bruder. Er war der coole Biker, einen Kopf größer als ich und fünf Jahre älter. Mein Aufpasser und immer für mich da, wenn ich Probleme hatte.
Es war eigentlich alles bei uns vertreten. Mike war stockhetero. Sascha war auch hetero, obwohl er mir mal gestand, dass er mich nicht von der Bettkante stoßen würde. Crasy und Ben waren Bi und ich war schwul.
Ich war müde nach einer Doppelschicht und den ganzen Papierkram, dennoch kümmerte ich mich auch viel um den Haushalt und ums kochen.
Mike stand neben mir und grinste breit. Jeden Moment würde es an der Tür klingeln.

“JJ mach dich locker!“, kam es von Mike.
“Micky! Jetzt nerv nicht!“, brummte ich von der Seite. Mein eigentlicher Name war James Jessy, der Zweitname war der Vorname meiner Mutter und da ich James nicht mochte und Jessy zu weiblich war, sagten alle JJ (englisch ausgesprochen).
Mein Blick ging nun nervös zur Uhr, die tickend immer näher an sechs Uhr ran rückte.
*-*-*
Seit etwa einem halben Jahr war ich nun wieder hier in Deutschland, zurück aus Amerika, wo ich ein Auslandspraktikum absolviert hatte.
Meinen besten Freund Lee, den ich in Amerika kennengelernt hatte, hatte ich direkt von dort mitgenommen bzw. war er mit mir mitgekommen und wir lebten nun in meiner großen drei – Zimmer – Eigentumswohnung, in einer Art WG, zusammen.
Lee Scott war ein geborener Amerikaner. Er war fünfundzwanzig Jahre jung, 1,85m groß und von schlanker, sportlicher Statur. Er hatte ’ne große Klappe, wenn es drauf ankam und so schnell machte ihm niemand etwas vor. Auch ließ er sich nichts gefallen.
Da er, außer seinen eigenen, auch noch vier andere Sprachen, Französisch, Japanisch, Koreanisch und Italienisch perfekt und fließend sprach, arbeitete er hier nun als Dolmetscher.
Er war mein bester Freund, mein Berater und so manches Mal auch mein Beschützer. Auf ihn konnte ich mich immer und jederzeit verlassen.
Ich hatte hier mein eigenes Massagestudio aufgemacht, das sehr gut lief und ich hier somit der Chef war. Meine beiden Mitarbeiter, Jonas und Roman, waren schon sehr bald zu sehr guten Freunden für mich geworden.
Von Jonas wusste ich, dass er in meinem Alter und schwul war und mit einem Mann zusammen lebte. Er war ziemlich frech, aber auch sehr witzig, was mich so manches Mal laut loslachen ließ.
Roman war ein Jahr jünger als ich und Single. Er wollte einfach keine Beziehung, so was war ihm zu anstrengend. Er war sehr ruhig und arbeitsam. Aber man konnte sich gut mit ihm unterhalten und er war ein sehr guter Zuhörer.
Alles lief gut, bis mich, vor ca. zwei Wochen, so ein Typ, der beinahe genauso aussah wie ich, fast umgerannt hätte.
Wir verstanden uns sehr schnell, sehr gut und stellten fest, dass wir einige Gemeinsamkeiten aufwiesen.
Mit einer Ausnahme! Ich war nicht ganz so aufgedreht wie er und er benahm sich teilweise sehr merkwürdig mir gegenüber. Allerdings hatte ich nun keinen Plan was das sollte und machte mir keine großartigen Gedanken darüber. So nahm ich es eben hin und tat es als aufgedreht – niedlich ab.
Mein Name ist Derek Draven, auch DD (englisch) genannt. Ich bin vierundzwanzig Jahre jung, habe kurze dunkelbraune Haare und stahlblaue Augen. Körperlich bin ich 1,80 m groß und von schlanker, leicht durchtrainierter Statur.
Für heute hatte mich JJ, so hieß mein neuer Freund, für 6 Uhr zu sich nach Hause eingeladen.
Wie er meinte würde ich wohl die WG Mitbewohner und sie mich kennen lernen. Na ja, er hatte mich vor ihnen schon gewarnt… dass sie doch ziemlich kritisch wären und scharfe Zungen hätten.
Kurzerhand hatte ich mich entschlossen meinen besten Freund Lee, zu meiner Unterstützung, mitzunehmen. Er hatte zugesagt und ich war froh nicht allein dorthin gehen zu müssen.
Natürlich hatte ich JJ, per SMS, davon in Kenntnis gesetzt, dass ich jemanden mitbringen würde, damit er nicht zu überrascht wäre, außerdem gehört es sich so, dass man wenigstens bescheid sagt.
Als ich von der Arbeit nach Hause kam, war Lee schon fertig, so dass nur ich mich noch fertig machen musste.
Ich aß noch schnell eine Kleinigkeit, dann ging ich ins Bad, duschte, Pflegte mich und zog mich danach in meinem Zimmer an. Meine Haare stylte ich natürlich, wie immer, perfekt und legte auch ein paar Accessoires an. Noch ein wenig Parfüm und ich war fertig.
„Gehen wir?“, fragte ich meinen besten Freund.
„Klar, komm.“
Gemeinsam verließen wir meine Wohnung, setzten uns ins Auto und ich fuhr uns zur angegebenen Adresse, was nicht so schwer zu finden war.
Wir stiegen aus dem Auto, ich schloss es ab, dann gingen wir auf das große Haus zu, nickten uns grinsend zu und ich betätigte die Türklingel.
*-*-*
Als die Klingel ging, drückte ich Mike den Löffel für die Pfanne in die Hand und raste zur Tür. Aufgeregt war ich nun schon und sehr nervös öffnete ich die Tür.
Dann fiel ich DD strahlend um den Hals und drückte ihn, während ich Lee schon mal meine Hand gab und ihn angrinste.
“Schön, dass ihr da seid.“, sagte ich und drückte beiden einen Kuss auf die Wange, dicht neben den Lippen. Es war einfach meine Art und so begrüßte ich sie immer.
“Kommt rein!“, fügte ich hinzu und zog DD auch gleich an der Hand mit mir mit. Feste drückte ich seine Hand, wollte ihm zeigen wer meine Freunde sind, aber auch dass ich nervös war. Ich wusste genau, dass er mich auch ohne Worte verstand.
Wir betraten dann gemeinsam die Küche und Mike, der beide schon kennengelernt hatte, grinste breit und begrüßte sie, indem er ihnen die Hand gab.
Auch die anderen stellten sich höflich vor, als wir an den Tisch herantraten und gaben nach und nach die Hand.
“Setzt euch doch“, sagte ich zu Lee und DD, während ich DD’s Hand losließ und mich wieder dem Essen widmete.
Crasy sah DD genau an und flüsterte Ben etwas ins Ohr, der direkt neben ihn saß: “Kein Wunder, dass JJ auf ihn steht. Der ist ja genauso Zucker, wie er.“
Dann musste er kichern und erntete von mir einen bösen Blick.
Mike unterhielt sich unterdessen mit Lee in einer anderen Sprache, um sein Französisch aufzubessern, wie er es meistens tat, wenn sie sich trafen.
Nun war auch schon das Essen fertig und ich stellte die große Pfanne auf den Tisch. Teller und Besteck wurden ebenfalls verteilt.
Ich setzte mich dicht neben DD auf die Eckbank. Es war ein wenig eng, aber auch sehr gemütlich mit so vielen zu Essen.
“Dann mal Guten Appetit!“, wünschte ich und grinste DD an.
Der Anfang war gemacht und bis jetzt war es ganz harmlos gelaufen. Dabei hoffte ich, dass es so bleiben würde.
*-*-*
Herrje, kaum öffnete sich die Tür hatte ich auch schon JJ am Hals hängen, was Lee ein freches Grinsen entlockte, ich aber nur mit den Augen rollte. Wie konnte man nur so aufgedreht sein?
Aber ich wollte mal nicht so sein und hatte ihn auch kurz in die Arme genommen, aber sogleich wieder von ihm abgelassen.
„Ich freue mich auch hier zu sein“, erwiderte ich die Begrüßung von JJ, mit meiner sehr tiefen, aber sanften Stimme.
Und als wäre das noch nicht genug, nahm mich JJ nun auch noch an die Hand und führte mich in die Küche zu den anderen Lee folgte uns brav.
Wir begrüßten die anderen und kurz darauf wurde Lee von Mike in Beschlag genommen, beide unterhielten sich in französischer Sprache, wovon ich allerdings nicht allzu viel verstand.
Ich checkte hier erst einmal die Lage, bevor ich mich ins Geschehen mischte. Allerdings schaute ich immer wieder leicht eifersüchtig zu Lee und Mike, denn Lee schien sich, wie immer, wenn wir uns trafen, sehr gut mit Mike zu verstehen.
Ich sprach im Moment allerdings nicht allzu viel.
So begann ich es nun doch zu bereuen, dass ich Lee mitgenommen hatte. Er war mein Freund… nicht Mikes! So ganz konnte ich meinen Blick nicht von den Beiden lassen… hatte fast schon Angst etwas zu verpassen.
Jedoch wurde ich immer wieder von JJ abgelenkt. Meine Eifersucht blieb jedoch und ich konnte diese kaum verbergen. Crazy hatte Ben etwas ins Ohr geflüstert und musste lachen… jedoch verstand ich den Grund nicht ganz, da ich mit meinen Gedanken ganz woanders war… bei Lee und diesem… Mike…
Ich versuchte zwar mir nicht allzu viel anmerken zu lassen, aber es gelang mir nur mäßig. Lee würde ich mir nachher sicher noch vornehmen. Schließlich wurde das Essen aufgetragen und wir setzten uns. Es war sehr eng, aber es ging schon so. Auf der einen Seite saß JJ und auf meiner anderen Seite saß Lee neben mir.
Ich nickte, als JJ uns allen einen guten Appetit wünschte… ebenso wie Ben, Sascha, alle anderen und ….mein Lee. Da ich aber schon zuhause was gegessen hatte, nahm ich mir nicht allzu viel von dem Essen und ließ mir viel Zeit bevor ich langsam zu essen begann.
Immer wieder sah ich alle nacheinander an, wobei mein Blick immer wieder bei Lee und Mike hängen blieb.
*-*-*
Ich hatte nur Augen für DD. Dass er mehr Lee ansah, als mich bekam ich nicht wirklich mit. Meine rosarote Brille saß perfekt und ließ sich auch nicht wirklich abnehmen. Das Mike und Lee sich so gut verstanden, brachte mich schon zum Grübeln. Dabei hätte ich schwören können, dass Mike mehr als hetero war. Doch wie sagt man so schön: Jeder ist ein bisschen Bi!
Das Essen war schnell verzehrt und während ich noch am abräumen war, wurden die Karten bereits gemischt für ein neues Spiel.
“JJ spielt aber nicht mit!“, hörte ich Crasy nur sagen. Er wusste genau, wie gut ich spielen konnte und dass ich grundsätzlich gewann.
Frech streckte ich ihm die Zunge raus: “Bin sowieso noch beschäftigt!“
Erstmal musste ich den Abwasch erledigen und wie immer half keiner. Alle waren sie faul, selbst Mike war viel zu sehr mit Lee beschäftigt.
*-*-*
Das Essen hatte wirklich sehr gut geschmeckt, auch wenn ich nicht allzu viel runter bekam. Natürlich hatte ich auch bemerkt, wie JJ mich immer wieder ansah, jedoch hatte ich nur mit meiner Eifersucht zu tun und beobachtete Lee und Mike eingehend.
Nach dem Essen wollten die anderen wohl Karten spielen, dafür hatte ich allerdings gar keinen Kopf. Meine Augen klebten mehr oder weniger an meinem besten Freund.
Um mich dennoch ein wenig abzulenken, half ich JJ beim Aufräumen und beim Abwaschen. Ich sprach aber nicht, hatte meine Gedanken eh ganz woanders.
Sie alle hier schienen sehr nett zu sein, zumindest soweit ich es bis jetzt abschätzen konnte…. Nur Mike war mir ein Dorn im Auge.
*~*
Lee hatte zwischenzeitlich allerdings schon mitbekommen, dass DD nicht so viel sprach, wie sonst, und dass etwas mit ihm ganz und gar nicht zu stimmen schien. Deshalb entschuldigte er sich kurz bei Mike und ging auf DD zu.
„DD, kommst du mal bitte mit mir, wir müssen reden, denke ich.“
DD nickte und ging mit Lee kurz vor die Tür.
*-*-*
Ich war total froh, dass DD mir half beim Abräumen. Er verstand mich auch ohne Worte, weshalb wir auch nicht sprachen. Ein Lächeln oder Nicken genügte und schon stimmte alles. Als dann jedoch Lee mir DD entführte, verstand ich die Welt nicht mehr.
Irgendetwas stimmte da doch nicht. Mike kam zu mir rüber und half mir nun beim Abwaschen, nachdem wie selbstverständlich Lee gesagt hatte, dass es total okay sei, wenn er kurz weg ginge. Gedankenverloren fischte ich im Abwaschwasser herum.
“Fängst du heute noch was?“, scherzte Mike.
“Micky!“, schimpfte ich und schaute immer wieder zur Tür.
“Lee wird DD schon nicht fressen und ihn dir gewiss heile wiederbringen“, zwinkerte Mike mir nun zu.
Ein Seufzen kam über meine Lippen und ich nahm einen dreckigen Teller und wusch ihn sauber.
*-*-*
Draußen angekommen, sah Lee mir in die Augen und fragte:
„DD, was ist los mit dir, hm?“
„Nichts, was soll denn los sein?“
„Ja, denkst du ich merkte nicht, dass etwas mit dir nicht stimmt? Du redest kaum, schaust ständig zu Mike und mir. Also, magst du mit mir reden?“
„Was soll ich dir denn sagen? Es ist nichts.“
„Warum belügst du mich, hm?“
Ich sah erst Lee an, dann schaute ich zu Boden.
„Ich habe halt nur nachgedacht, war aber nichts Schlimmes.“
„Ach, und dabei musstest du immer wieder zu uns schauen?“
„Ähm… das war keine Absicht, echt nicht“, versuchte ich mich rauszureden.
„Okay, ich will dir mal glauben, aber bitte ändere das. Ich mein, JJ ist doch dein Freund und die anderen hier sind auch echt nett und haben es nicht verdient, dass du dich in Schweigen hüllst, okay.“
„Okay“, erwiderte ich, dann nahm mich Lee in die Arme und ich schmiegte sich mich ein wenig an ihn… aber nur kurz… wollte es nicht zu auffällig machen.
Wir gingen wieder rein und ich versuchte nun alles, um mir nichts mehr anmerken zu lassen.
*-*-*
Endlich kamen sie nun wieder rein und Mike ging auf die Terrasse, eine rauchen. Ich beendete den Abwasch und räumte alles in die Schränke.
“Wollen wir auch kurz frische Luft schnappen?“, fragte ich DD und schaute ihn dabei direkt in die Augen.
Am Liebsten hätte ich ihn ja mit nach oben gezerrt, wo wir für uns wären, ohne die anderen. Aber das wäre sicherlich etwas blöd gekommen. Müde musste ich mir die Augen reiben, die Doppelschicht machte sich bemerkbar.
“DD, du solltest JJ nachts mal schlafen lassen“, kam es frech von Crasy und ich schaute DD nur Kopfschüttelnd an.
Zum Glück hatte ich ihn vorgewarnt, sonst hätte er womöglich jetzt wer weiß was gedacht.
*-*-*
Während sich Lee zu den anderen an den Tisch setzte und mit ihnen Karten spielte, nickte ich JJ einwilligend zu.
„Okay, gehen wir etwas frische Luft schnappen“, beantwortete ich seine Frage.
Auf die Bemerkung von Crasy grinste ich und erwiderte:
„Mal sehen was sich machen lässt.“ und sah diesem frech in die Augen, bevor ich JJ’s Blick einfing und wusste, was er mir zu sagen versuchte.
Natürlich war es nur ein Scherz meinerseits gewesen und ich dachte mir, dass es auch von Crasy nur ein Scherz gewesen sei. Denn immerhin schlug mein Herz nur für Lee, was dieser aber nicht wusste und ich auch niemals dazu imstande wäre es ihm irgendwann zu sagen. Somit würde ich mich wohl oder übel weiter quälen, und dass wir zusammen unter einem Dach wohnten… machte die Sache leider auch nicht unbedingt besser.
JJ war für mich ein sehr guter Freund, etwas aufgedreht, aber irgendwie niedlich und sehr hübsch, zudem hatte er wahnsinnig schöne Augen. Wäre ich Lee nicht so verfallen gewesen, wäre JJ genau meine Kragenweite.
Und vielleicht… hmm… nein… ich verwarf den Gedanken schnell wieder… dachte ihn nicht zu Ende.
Schließlich ging ich mit JJ raus und genoss die frische klare Luft…
*-*-*
Draußen angekommen, hatte Mike seine Zigarette schnell aufgeraucht und gesellte sich wieder zu den anderen, setzte sich neben Lee. Irgendwie stimmte doch etwas nicht mit DD, denn immer wenn er mit Lee zusammen da war, war es irgendwie komisch.
“Willst du drüber reden?“, hakte ich deshalb nach, “Ich merke doch genau, dass dich irgendetwas bedrückt…“
Unsicher schaute ich DD direkt in die Augen. Er sollte beiklein wissen, dass er mir zu hundert Prozent vertrauen konnte. Liebevoll legte ich meine Hand an seinen Oberarm, als kleine Geste. Schließlich quälte es mich, wenn es DD nicht gut ging und ich wollte Gewissheit. Zwischen uns lief es sehr gut und ich genoss es. So wie es war konnte es erst mal noch eine Weile bleiben.
Nachdem ich Jahrelang die Männer gewechselt hatte, wie meine Unterhosen, war ich mir nun sehr sicher, dass ich endlich etwas Festes wollte.
*-*-*
Ich hörte JJ zu und dachte drüber nach. Jedoch konnte ich mich irgendwie nicht so wirklich öffnen.
„Mich bedrückt nichts. Das sieht nur so aus, mach dir keine Sorgen. Wenn was wäre, würde ich es dir sagen“, erwiderte ich und belog mich wieder einmal selbst und meinen Freund obendrein.
Ich wusste nicht genau, ob ich JJ trauen konnte, so lange kannte ich ihn schließlich noch nicht. Dass er Lee nichts sagen würde, war mir schon klar, aber ich konnte mich ihm einfach noch nicht so wirklich anvertrauen.
Seine Hand auf meinem Oberarm tat mir schon gut und irgendwie gab er mir schon das Gefühl, ihm vertrauen zu können… aber was dann? Sollte ich es wirklich wagen?
„Also gut, du willst es wissen…. Okay, ich habe dich und auch mich gerade belogen… es ist wegen… Lee… ich liebe ihn, verstehst du. Aber ich kann es ihm nicht sagen… es geht nicht. Er ist der beste Freund den ich jemals hatte. Er ist mein Berater… und so manches Mal auch mein Beschützer. Aber ich kann es ihm nicht sagen… dass ich ihn liebe… seit ich ihn sah, hatte ich mich in ihn verliebt. Aber er darf und wird es niemals erfahren“, erklärte ich JJ und senkte nun meinen Kopf.
Was würde JJ jetzt von mir denken? Meine Unsicherheit wuchs… jetzt wo ich mich quasi geoutet hatte.
*-*-*
Mit einem Mal zerplatzte meine Seifenblase und alles fiel aus meinem Gesicht. Mit weiß Gott allem hatte ich gerechnet, aber damit nicht!

Am Liebsten hätte ich geschrieben, geweint, getobt, was auch immer… mir Luft gemacht. Doch blieb ich die Ruhe selbst und ließ mir nichts anmerken.
Schnell wischte ich eine Träne weg, wo DD noch zu Boden sah und lehnte mich mit den verschränkten Armen an die kleine Steinmauer, die sich vor uns befand. Ich schaute hinaus in die Weite, ließ meinen Blick schweifen.
“Ich verstehe dich. Das ist wirklich schwierig!“, antwortete ich ihm. Meine Stimme war dabei ganz ruhig, vielleicht sogar gefasster als sonst und sehr ernst.
“Aber du bedeutest ihm sicher auch sehr viel, das merkt man. Wenn ich dir einen Rat geben soll, dann verstecke es nicht länger. Wenn du zu lange wartest, schnappt ihn sich womöglich ein anderer!“, fügte ich nach einer Pause hinzu und legte sehr viel Gefühl in die Worte.
Warum nur schwieg ich? Hatte ich die ganze Zeit geschwiegen? Vielleicht hatte ich es geahnt? Jetzt wollte ich es nicht mehr sagen. Zumindest nicht gerade zu diesem Zeitpunkt. Irgendwann vielleicht…
Nun schaute ich DD direkt ins Gesicht, setzte eine Maske auf, lächelte ihn an.
“Von mir erfährt er nichts! Das musst du schon schön selber machen! Trau dich!“, riet ich ihm.
Er sollte glücklich werden und das bekommen, wonach er sich sehnte.
“Wenn du es niemals wagst, woher willst du es dann wissen? Und selbst wenn er deine Liebe nicht erwidern sollte, was ich nicht glaube, dann seit ihr schon so lange Freunde, um damit umgehen zu können!“, kam es noch von mir, bevor ich wieder hinaus in die Weite schaute und die frische Luft genoss.
*-*-*
Während JJ sprach schüttelte ich ablehnend den Kopf. Aber ich hörte bis zum ende zu, was er sagte und mir riet. Dann erwiderte ich mit ruhiger Stimme.
„Nein, nein… das kann ich nicht. Ich will, dass er glücklich wird und ich will ihm dabei nicht im Wege stehen. Ich werde wohl allein bleiben.“
Natürlich merkte ich, wie ruhig JJ plötzlich wurde und mir wurde klar, dass auch bei ihm etwas nicht so ganz stimmte. Deshalb lehnte auch ich mich an die Mauer, gleich neben ihn. Ich sah erst ihn an, dann blickte ich in die Ferne.

„Magst du mir auch erzählen, was dich bedrückt, hm? Ich merke, dass auch du etwas auf dem Herzen hast. Ich mein, wir sind doch Freunde und ich habe mich dir eben auch anvertraut. Ich höre dir auch gern zu“, bot ich ihm an.
Konnte ich doch nicht wissen, was wirklich mit ihm los war, aber ich wollte ihm wenigstens zuhören, wenn er mich denn ließ.
*-*-*
Wie von selbst lehnte ich meinen Kopf an seine Schulter und genoss die Nähe, die er mir gab.
“Ich will nur, dass du glücklich bist! Du legst dir selber Steine in den Weg!“, antwortete ich ihm.
Es ging nicht anders, denn ich konnte es ihm noch nicht sagen. Stattdessen genoss ich einfach seine Nähe und Geborgenheit.
“Außerdem bin ich ziemlich geschafft von heute“, fügte ich gähnend hinzu.
Dann reckte und streckte ich mich. Es war nun schon etwas kühler geworden und ich schaute DD fragend an.
“Wollen wir wieder rein gehen?“
*-*-*
Hm… was sollte ich dazu noch sagen? Trotzdem ich spürte, dass ihn etwas bedrückte, hakte ich nicht nach, wollte ihn nicht bedrängen.
Es fühlte sich zudem schön an, wie er sich an mich lehnte und es …zu genießen schien.
„Ich verstehe dich. Geh nur, ich würde gern noch etwas hier bleiben, wenn es okay ist“, erwiderte ich ruhig.
„Ich denke, wir werden dann auch bald heim gehen“, fügte ich leise hinzu.
Dann sah ich weiter in die Ferne und ein paar kleine Tränen liefen an meinem Gesicht herab, jedoch verbarg ich mein Gesicht vor JJ, wollte nicht, dass er sich sorgen musste.
*-*-*
“Dann bleibe ich auch noch!“, beschloss ich. Jedoch sah ich DD nicht an, sondern weiter in die Ferne hinaus.
Meinen Kopf ließ ich an seiner Schulter liegen, genoss es wirklich sehr. Dann schwieg ich einfach und schaute in den Himmel. Langsam fing es an zu dämmern und man konnte die ersten Fledermäuse sehen.
Ein herrliches Naturschauspiel bot sich uns und ich war froh, dass er da war. Schade, dass sein Herz bereits jemand anderem gehörte. Dennoch wollte ich alles nehmen, was ich kriegen konnte und sei es nur in seiner Nähe sein zu dürfen.
*-*-*
Ich nickte nur einwilligend und genoss, dass er sich an mich lehnte. Dennoch wollten die Tränen kein Ende nehmen. Ich quälte mich unglaublich, während ich weiter nach vorn starrte und wünschte ich könnte einfach verschwinden, was natürlich nicht möglich war.
Schließlich wischte ich die Tränen ab… als seien es lästige Fliegen und nahm mich wieder zusammen.
*~*
Inzwischen bemerkte Lee, dass DD schon seit einer ganzen Weile verschwunden war und fragte in die Runde.
„Sagt mal, wisst ihr wohin DD verschwunden ist?“
„Ich glaub, der ist mit JJ draußen… ich weiß es aber nicht genau.“
„Hm… ja, danke. Ich werd mal schauen gehen“, meinte Lee und stand auch schon auf.
Sascha meinte dann aber:
„Nun lass die beiden doch, vielleicht haben sie was unglaublich wichtiges zu besprechen.“ und musste ein wenig grinsen.
Lee sah Sascha ein wenig entgeistert an… leicht verwirrt…
„Na gut, wenn du meinst“, erwiderte er, machte sich aber seine ganz eigenen Gedanken dazu und würde wohl nachher noch mit ihm reden müssen, wenn sie daheim waren.
Doch zunächst gab er sich wieder ganz normal, eben wie er immer war.
*-*-*
Mike grinste Lee unterdessen an und meinte dann auf französisch: “Sag bloß du hast das Knistern zwischen den Beiden noch nicht bemerkt?“
Er empfand es als eindeutig, dass sich zwischen DD und JJ etwas abspielte. Genau wie alle anderen es zu bemerken schienen.
*~*
Draußen genoss ich immer noch DD’s Nähe, doch bemerkte ich, dass irgendetwas nicht stimmte. Jedoch schwieg ich.

“Wir könnten auch rauf in mein Zimmer gehen und noch ein wenig Musik hören?“, kam es mir in den Sinn. Irgendwie wollte ich mit ihm alleine sein, aber hier draußen war es sehr ungemütlich. Aus irgendeinem Grund war mir auch danach ihn in den Arm zu nehmen und einfach nur festzuhalten.
Vielleicht hatte ich Angst ihn zu verlieren?
*-*-*
Lee begann nun zu lachen, nach Mikes Worten.
„Du glaubst doch wohl nicht im ernst, dass DD was von JJ will. Glaub ich nicht… ganz ehrlich, ich kann es mir nicht vorstellen“, antwortete er ebenfalls auf Französisch.
Tatsächlich konnte er es sich nicht vorstellen, denn er wusste ja nicht, dass sein Freund schwul war…. hatte er doch nie etwas derartige bei ihm bemerkt, dennoch machte er sich jetzt schon so seine Gedanken.
*~*
Auf JJ’s Vorschlag in sein Zimmer zu gehen, nickte ich nun doch einwilligend, denn auch mir war es jetzt hier auch langsam zu ungemütlich und etwas zu kühl.
„Gut, gehen wir, in dein Zimmer“, meinte ich leise und mit einigermaßen ruhiger Stimme.
Noch einen Blick in die Ferne riskierte ich, dann wand ich mich JJ zu und lächelte ihn sanft an, während ich ihm direkt in die Augen sah.
Irgendwie fühlte ich mich im Moment allein und ziemlich einsam… trotzdem es ja nicht der Fall war. Aus der anfänglichen Freude hier zu sein, wurde nun Traurigkeit.
*-*-*
Mike grinste nun noch breiter und schwieg. Er widmete seine Aufmerksamkeit nun dem Kartenspielen und beließ es bei seiner Aussage.
Vielleicht hatte er sich auch geirrt und das Knistern war nur noch JJ ausgegangen? Lee kannte DD sehr gut und was war, wenn er recht behielt?
*~*
Ich umarmte DD einfach so und sehr intensiv, wollte ihn gar nicht loslassen. Tat es dann aber doch und zog ihn an der Hand zur Nebentür herein, so dass wir nicht durch die Küche mussten. Dann schlich ich mit ihm die Treppe hinauf, ganz bis nach oben in mein Zimmer.
Das Licht ließ ich gedämmt und dabei stellte ich etwas Musik an. Mein Zimmer war klein, aber gemütlich. Als Sitzmöglichkeit bot sich nur mein Bett und das war auch ganz gut so. Etwas zu Trinken holte ich aus einem Mini-Kühlschrank und schenkte DD etwas ein, sowie mir auch.
Auf dem Bett waren viele Kissen und so setzte ich mich einfach mitten drauf und machte es mir bequem. Gerne würde ich wie sonst immer einfach mit ihm rumalbern und alles von gerade eben vergessen. Doch konnte ich das irgendwie nicht.
Eine komische Stimmung lag in der Luft und die musste ich erst einmal überwinden. Andererseits sehnte ich mich danach, ihn einfach wieder zu umarmen und ein wenig zu Trösten.
*-*-*
Lee widmete sich ebenfalls wieder dem Kartenspiel und ließ sich nichts anmerken, worin er sehr gut war. Er konnte Gefühle so gut verdrängen, dass er wie ein Eisberg wirkte, der er nun wahrlich nicht war.
Aber nach außen hin konnte er schon mal so wirken, als ob und genau das tat er in diesem Moment.
Niemand konnte hinter seine Fassade blicken, das würde er niemals zulassen!
*~*
„Danke“, flüsterte ich JJ zu, als er mir auch etwas zu Trinken gab und nahm das Glas in die Hand.
Zunächst sah ich nur in das Glas hinein, beobachtete die Flüssigkeit ein wenig, wie schön die sich spiegelte…. begann beinahe zu Träumen. JJ hatte es sich auf den Kissen bequem gemacht, das jedoch wagte ich nicht, ich saß einfach da und wusste nicht was ich sagen sollte.
Die Stimmung und die Spannung zwischen uns, war für mich, der eigentlich ein Gefühlsmensch war, kaum bis gar nicht erträglich. Ich atmete tief ein und aus… und heulte schließlich doch los… ich wollte nicht, aber ich konnte es einfach nicht mehr aufhalten… die Tränen rannen einfach so aus meinen Augen… tropften dann leise und einsam zu Boden.
*-*-*
“Wow, hey…“, kam es erschrocken von mir. Schnell stellte ich mein Glas beiseite und nahm auch DD’s an mich, stellte es weg.
Dann nahm ich ihn einfach fest in die Arme und ließ mich mit ihm zurück in die Kissen fallen.
“Schhh… ist ja gut“, versuchte ich ihn zu beruhigen und streichelte sanft über seinen Rücken. Es brach mir beinahe das Herz ihn so zu sehen und es kam über mich.
Ganz sanft und liebevoll fing ich an seine Tränen wegzuküssen. Stück für Stück, eine nach der anderen. Keine Ahnung, ob es die Stimmung hier war oder die Musik, das Dämmerlicht? Einfach so, hatte ich mich nicht mehr unter Kontrolle.
Wollte DD einfach trösten und zeigen, wie gern ich ihn hatte.
*~*
Unterdessen spielten die anderen weiter Karten und bekamen gar nicht mit was oben vor sich ging.
Es wurde getrunken, gelacht und geredet über Gott und die Welt. Lee gehörte einfach dazu, als würde er jeden Abend bei ihnen sitzen.
*-*-*
Sein Pokerface beibehaltend gewann Lee mittlerweile ein Spiel nach dem anderen. Doch änderte sich seine Mimik kein bisschen. Eiskalt kam er rüber, gab zwar ab und zu ein kurzes Grinsen von sich, aber das war es auch schon.
Er fühlte sich hier ganz wohl, aber er wollte irgendwann schon wieder heim, denn so langsam wurde auch er ein wenig müde. Zudem er schon einiges an Alkohol intus hatte, was ihn nun noch müder machte und er seine Augen fast nicht mehr offen halten konnte.
*~*
Gerade hatte mich die Traurigkeit so richtig übermannt, hielt ich die Spannung und diese gedrückte Stimmung nicht mehr aus… weinte… als sich JJ mir widmete, mich umarmte und sich mit mir in die Kissen fallen ließ.
Er begann meine Tränen weg zu küssen und ich ließ es einfach geschehen… als gäbe es kein Morgen mehr. Plötzlich schien es, als könnte ich nicht genug von ihm bekommen… als wäre es das, was ich wollte… aber… war es das wirklich…?
Ich ließ mich fallen gab mich ihm hin und wusste nun, was er fühlte… ahnte, was ihn bedrückt hatte… und dass er wahrscheinlich ebenfalls schwul war… so wie ich. Und ich ahnte nun auch, was er sehr wahrscheinlich für mich fühlte.
Denn mir war auch klar, dass man einen Freund nicht mit Küssen und schon gar nicht mit Küssen dieser Art zu trösten versuchte. Dennoch sah ich ihn nun sehr überrascht und mit großen Augen an, aus denen noch immer Tränen rannen, als hatten sie es nur drauf abgesehen von ihm weg geküsst zu werden.
Mir dessen richtig gewahr, was er tat und ich zuließ, löste ich mich von ihm und sah ihn noch immer mit großen Augen und prüfend… fast schon skeptisch… an. Mit Tränen erstickter Stimme, aber noch sehr ruhig, fragte ich ihn.
„Was tust du mit mir? Was soll das? Was würdest du tun, wenn ich dich ließe? Was genau fühlst du für mich? Rede mit mir… bitte! Sag mir was los ist!“
Sicher es waren jetzt sehr viele Fragen, mit denen ich ihn nun bombardierte, aber ich wollte jetzt Antworten von ihm! Auch wenn ich bereits ahnte was los war, aber ich wollte einfach eine Bestätigung von ihm.
Vorher würde ich eh keine Ruhe geben.
*-*-*
Mike freute sich für Lee, dass der so ein gutes Blatt hatte. Dennoch war auch er langsam müde und lange würde er bestimmt nicht mehr durchhalten. Gähnend löste er sich aus der Runde und ging nochmal eine Rauchen.
*~*
Bedrückt schaute ich DD an. Nun hatte ich mich doch verraten.
“Da hast du mich jetzt wohl ertappt! Ich denke… Nein… Ich weiß, dass ich mich in dich verliebt habe… Nur nachdem du mir gesagt hattest, dass du in Lee verliebt bist, war es für mich beinahe unmöglich es dir zu sagen“, erklärte ich.
Nun nahm ich meine Hände und wischte so seine Tränen weg, konnte ich es doch nicht ertragen, ihn so zu sehen.
*-*-*
Jetzt…. ja, jetzt wurde mir so einiges klar, aber er hatte jetzt nur bestätigt, was ich eh geahnt hatte.
„Dacht ichs mir“, hörte ich mich sagen und sah JJ lieb an.
„Oh je, JJ, es tut mir so leid. Dir geht es wie mir. Da könnten wir uns eigentlich zusammen tun, was“, sprach ich weiter und genoss seine Hände, die liebevoll meine Tränen aus dem Gesicht wischten.
Ich rückte ein wenig an ihn heran, nahm ihn in die Arme und drückte ihn sanft an mich.
„Verzeih mir… es tut mir leid. Ich mag dich, echt und eigentlich bist voll meine Kragenweite. Du bist so lieb… ein bisschen aufgedreht… aber voll niedlich. JJ, lass mir bitte ein bisschen Zeit, okay. Es ist alles ein bisschen viel im Moment“, flüsterte ich und streichelte ihm sanft über den Rücken.
Er tat mir so leid, denn ihm ging es mit mir, wie mir mit Lee.
*~*
Lee begann nun schon zu gähnen und meinte, „also, ich werd mal schauen gehen, wo DD bleibt…. wir sollten langsam heim.“
Dann stand er auf und ging raus, hoffend DD dort vorzufinden.
*-*-*
“Ist schon okay! Ich wollte mir sowieso Zeit lassen…“, sagte ich ruhig und genoss seine Umarmung.
Ich hielt ihn einfach fest und streichelte ebenfalls seinen Rücken, die Wärme, die er ausstrahlte genießend.
“Alles okay, mach dir mal keinen Kopf. Vor lauter Arbeit kann ich mir sowieso kaum Gedanken machen“, fügte ich hinzu.
Es war schön einfach so mit ihm zu liegen und er hatte mir keinen Korb gegeben, das tat sehr gut. Zeit hatte ich mehr als genug.
*~*
Mike grinste Lee an: “Na suchst du DD? Die sind bestimmt oben in JJ’s Zimmer! Komm, wir wollen mal schauen, ob wir nicht stören…“
Dann ging er mit Lee leise rauf und lauschte erst mal an der Tür. Außer ein wenig Musik war nichts zu hören, also klopfte er zaghaft an.
*-*-*
Wie sehr ich diesen Moment, mit JJ, genoss, vermag ich nicht zu sagen. Ich kuschelte mich regelrecht an ihn, dann konnte ich mich nicht mehr beherrschen und tat einfach, was mir mein Herz sagte… ich sah ihm lieb in die Augen und begann ihn zärtlich zu küssen.
Dass es an der Tür klopfte überhörte ich gekonnt, wollte JJ jetzt nicht los lassen… so als hätte er mich gefangen genommen… einfach so.
Mit einem Mal fühlte ich mich so geborgen, geliebt, sowohl bei JJ. War er es, der mir die ganze Zeit gefehlt hatte?
*~*
Lee hatte Mike nur zugenickt und war mit ihm gemeinsam zum Zimmer von JJ gegangen. Auch er lauschte an der Tür, nachdem Mike angeklopft hatte.
Aber er konnte ebenfalls nichts, außer der leisen Musik hören, sprach aber durch die Tür hindurch.
„DD? DD, komm schon mach die Tür auf. Ich will langsam heim.“
Aber noch tat sich nichts.
„Na gut, dann geh ich eben allein heim… wenn du nicht mitkommen willst“, meinte Lee und ging schon wieder die Treppen herab.
*-*-*
Nur zu gerne erwiderte ich den intensiven Kuss, den DD mir gab und bekam auch nichts vom klopfen mit. Mir war gerade alles egal, nur den Moment wollte ich genießen und gab mich voll und ganz hin.
Mike rief unterdessen Lee hinter her, dass er warten sollte und öffnete einfach die Tür. Was er dann sah, ließ ihn grinsen und er nickte Lee zu, winkte ihn wieder herbei.
“Hab ich es dir nicht gesagt!“, kam es leise von ihm, während er auf uns deutete.
Wir lagen eng umschlungen auf dem Bett und knutschten was das Zeug hielt, dabei bekamen wir nichts um uns herum mit.
*-*-*
Lee sah die Beiden tatsächlich im Bett liegen und knutschen… das hätte er es niemals gedacht. Er schüttelte erst mal den Kopf, sagte aber nichts. Mit hoch gezogener Augenbraue sah er Mike an.
„Danke, das reicht“, was schon fast ein wenig eifersüchtig klang.
Er machte dann wieder kehrt, rannte die Treppen herab und verließ das Haus, leicht wütend und fast schon fluchtartig. Dass er sich jetzt von niemandem verabschiedet hatte, war keine Absicht von ihm gewesen… er wollte einfach nur noch weg.
*~*
Dass die Tür aufgegangen war, hatte ich nicht mitbekommen, ich wollte im Moment nur noch bei ihm sein… bei JJ. Ein wenig scheu, strich meine Zunge über seine Lippen und bat um Einlass. Ich konnte plötzlich nicht mehr von ihm lassen, hielt ihn fest in meinen Armen und schickte meine Hände auf Wanderschaft über seinen schönen Körper… schloss dabei genießend die Augen.
*-*-*
Mike dachte sich seinen Teil und würde es bestimmt später den Beiden erzählen, jetzt schloss er erst mal leise die Tür und ging selbst ins Bett.
*~*
Ich hatte auch von alle dem nichts mitbekommen. Meine Lippen waren viel zu sehr mit DD’s beschäftigt und meine Hände streichelten auch über seinen Körper. Erst noch ganz scheu, da ich es kaum glauben konnte, dann immer forscher und erregter ging ich vor.
Seine Zunge begrüßte ich nur zu gerne in meinem Mund und neckte sie direkt mit der meinen. Ein wohliges Seufzen gab ich in den Mund ab und konnte kaum an mich halten. So froh war ich, dass das hier passierte und so sehr genoss ich es auch.
*-*-*
Lee war mit einem Taxi nach Hause gefahren und hatte dann wütend die Tür ins Schloss geworfen.
In seinem Zimmer schloss er sich ein und wütete verbal vor sich hin. Als er dann schließlich schlafen gehen wollte, konnte er nicht einschlafen, zu sehr beschäftigte ihn, was er gesehen hatte.
Er war eifersüchtig, denn zu gern wäre er jetzt an JJ’s Stelle gewesen. Ihm ging es doch genauso wie DD, der sich nicht getraut hatte ihm zu sagen, was er fühlte… Lee hatte es ebenfalls nicht vermocht… sich nicht getraut.
So schien es nun so, als wäre er der Verlierer. Sollte er es wagen und später mit DD sprechen… er war sich unsicher.
*~*
Ich spürte schon, dass JJ wohl etwas mehr wollte… auch ich war nicht abgeneigt. So küsste ich ihn noch eine ganze Weile leidenschaftlich weiter, aber nun ließ ich meine Hände unter seine Kleidung wandern und begann dort seine nackte Haut zu streicheln…. schob sein Shirt hoch und küsste mich an seinem Körper herab, hinterließ mit meiner Zunge eine feuchte Spur auf seiner Haut. Alles tat ich extrem langsam, wollte es genießen… wollte ihn …vernaschen.
Langsam begann ich ihn nun zu entkleiden, legte Stück für Stück seinen Körper frei… zog mit meinen Fingern feine Linien auf seinem Körper, kitzelte ihn mit meiner Zunge… hatte mich nicht mehr unter Kontrolle.
Schließlich kam ich an seinem Hosenbund an, öffnete zunächst nur den Knopf, versenkte meine Zunge in seinem Bauchnabel und öffnete währenddessen seine Hose ganz und gar.
Ganz langsam und genussvoll zog ich ihm seine Hose aus, ließ aber von seinem Slip noch die Hände. Meine rechte Hand war dann aber besonders vorwitzig und meinte in seinen Slip gleiten zu müssen und dort die empfindliche Haut zu streicheln, während mein Mund seinen Slip durchnässte und seine Männlichkeit, durch den Slip hindurch erkundete.
Währenddessen wurde es in meiner Hose schon ziemlich eng, ich konnte mich kaum mehr beherrschen.
*-*-*
Ein leises Brummen gab ich von mir, sonst war ich beim Sex eher der ruhige Part und genoss es einfach nur. Auch jetzt ließ ich mich einfach fallen und gehen.´Meine Männlichkeit hatte sich schon aufgerichtet und füllte meinen Slip voll und ganz aus. Die Eichel war sogar schon frech und wollte bei der Seite raus.
Seine Hand in meinem Slip machte mich wahnsinnig und sein Mund ließ mich irre werden. Es war, als stände mein Slip in Flammen. Alles fühlte sich so unglaublich geil an, als wäre ich in einem Traum gefangen, aus dem ich nie mehr erwachen wollte.
Sanft wuschelte ich DD durchs Haar und drückte ihn fester an meinen Unterleib.
*-*-*
Innerlich grinsend bemerkte ich, wie sehr es JJ erregte, was ich tat. Und ich machte weiter mit dem was ich tat.
Die, an der Seite, hervor kommende Spitze bemerkte ich sehr wohl und meine Zunge war so frech die Eichel sanft zu lecken, um dann von JJ kurz abzulassen, ihn von dem letzten Rest Stoff zu befreien, so dass er nun nackt vor mir lag und ich ihn streichelnd betrachtete.
Wieder beugte ich mich herab, legte mich zwischen seine Beine und begann ihn nun oral zu befriedigen. Ich küsste zunächst die Eichel, leckte das Glied der Länge nach ab und nahm es dann kurz in den Mund, ließ es aber gleich wieder herausgleiten.
Dies tat ich wieder und wieder, bis ich ihn vollends in den Mund nahm und zu saugen begann… auch seine Hoden ließ ich nicht außer Acht, die ich ebenfalls ab und zu leckte, oder sie massierte.
*~*
Inzwischen beschloss Lee, da DD irgendwie nicht nach Hause kam, wieder in seine Heimat zu reisen und er würde nicht mehr zurück kommen. Er schaltete seine Notebook an und buchte sich ein Ticket nach Amerika, genauer nach Miami, anschließend packte er seine Sachen, denn hier hatte er nichts mehr verloren.
Sicher, er müsste sich vielleicht erst mal mit DD aussprechen, aber was würde das bringen… vermutlich nichts. Er liebte DD, der dies jedoch nicht wusste, zudem schien er eh gegen JJ verloren zu haben.
Seine Sachen fertig gepackt, schrieb er DD noch einen Brief. In dem Brief offenbarte er seinem „Freund“ seine Gefühle und seine Enttäuschung, dass er gegen JJ verloren zu haben schien. Er schrieb ihm auch, dass er wieder nach Miami gereist sei und nicht mehr wieder kommen würde.
Mit seinem Namen unterschrieb er den Brief noch, dann wartete er noch einen Moment, bis er die Wohnung endgültig und auf nimmer wiedersehen verlassen wollte. Tränen liefen über seine Wangen… Tränen der unerfüllten Liebe… der Enttäuschung.
*-*-*
Als DD mich nun oral befriedigte, fing ich an meinen Kopf wild hin und her zu werfen. Dennoch blieb ich ruhig, auch wenn es verdammt schön war, was er da mit mir tat. Ich hatte schon so viel Sex gehabt, doch dieses mal war es anders. So verliebt war ich noch nie und so konnte ich mich auch nicht zusammennehmen, als es mir plötzlich kam.
Eigentlich wollte ich DD vorwarnen, doch es ging viel zu schnell. Entschuldigend, strich ich ihm über die Wange und ließ das tolle Gefühl noch einen Moment wirken. Dann drehte ich den Spieß um. DD in die Kissen drückend, grinste ich breit.
Kleidungsstück für Kleidungsstück fielen auf dem Boden, während ich jeden Zentimeter nacktes Fleisch, was zum Vorscheinen kam, küsste und leckte. Die Brustwarzen quälte ich sogar ein bisschen, indem ich sie anknabberte und anschließend entschuldigend drüber leckte. Ein wenig zusammengekniffen wurden sie auch von meinen Fingern.
Als dann die Hose endlich zu Boden fiel und DD beinahe nackt vor mir lag, musste ich ihn erst mal einen Moment betrachten, bevor ich seinen Slip frech runterschob, um seine Männlichkeit freizulegen.
Die fing ich auch gleich an intensiv zu bearbeiten. Genüsslich sog ich sie in meinen Mund hinein und rieb sie dabei mit der Hand. Ab und an leckte ich mal über DD’s Bauch oder Hoden, damit ich danach wieder seine Männlichkeit in meinem Mund versenken lassen konnte.
Sicher genoss ich das in vollen Zügen, nur hatte ich auch im Hinterkopf, dass ich noch ein wenig Schlaf bräuchte, bevor mein Wecker wieder viel zu früh, zur Doppelschicht klingeln würde.
Es war zurzeit sowieso so viel zu tun, dass ich viel zu wenig schlief. Doch ignorierte ich gekonnt, dass Schreien meines Bettes, denn erst mal wollte ich meine große Liebe genüsslich verwöhnen!
*-*-*
Wow, JJ war ja ganz schön abgegangen und so hatte es mich nicht gewundert, dass er schon wenig später seinen Höhepunkt erreichte. Ich schluckte was er gerade los geworden war, sah ihn an und leckte mir lasziv über die Lippen… konnte mir ein freches Grinsen nicht so ganz verkneifen.
Zu meiner Überraschung machte sich nun JJ über mich her. Ich ließ es geschehen und mich einfach fallen. Genießend schloss ich die Augen, spürte, wie er mich auszuziehen begann… spürte das Wechselbad zwischen dem leichtem Schmerz und der Lust, das er mir bescherte.
Während sich eine Hand in der Bettdecke festkrallte, wollte die andere JJ spüren, fühlen… streicheln. Mein Verstand hatte sich eh schon mal von mir verabschiedet und mein Kopf drückte sich, wie wahnsinnig in die Kissen… wand sich hin und her, als ich JJ an meiner Männlichkeit spürte und mich dann ein unheimlich lustvolles Gefühl überkam.
Mein Rücken bog sich schon durch, als sich nun meine Hände in die Bettdecke krallten, so dass die Knöchel schon weiß hervor traten, als mich die Welle der Lust und der ungezügelten Leidenschaft ergriff und mit sich riss.
Mit einem äußerst erregtem und tiefen… rauchigem Stöhnen erreichte ich den Gipfel der Begierde… des unstillbaren Verlangens und ergoss mich im Mund meines Wohltäters.
Keuchend musste ich nun erst mal wieder zu Atem kommen, denn das hier war zweifellos das Beste was ich je erlebt hatte.
*~*
Nachdem Lee nun noch einige Zeit gewartet hatte, rief er sich ein Taxi, das wenig später vor der Tür stand und ihn abholte.
Noch einmal sah er sich hier um… so als wollte er sich innerlich von allem verabschieden. Dann verließ er die Wohnung, schloss die Tür ab und warf den Schlüssel dann in den Briefkasten. Anschließend verließ er das Haus, stieg ins Taxi ein und ließ sich zum Flughafen fahren.
Ab jetzt würde es kein Zurück mehr geben. Er und DD würden sich wohl nie wieder sehen… was ihm beinahe das Herz brach.
*-*-*
Grinsend schluckte ich alles, was in meinem Mund gepumpt wurde und legte mich dann müde neben DD. Jetzt war ich erst recht fertig mit der Welt, wollte man liebsten direkt schlafen. Doch erst mal trank ich noch etwas und wühlte die Decke herbei.
“Möchtest du hier bleiben?“, fragte ich DD unsicher, “Mein Wecker geht allerdings sehr früh!“
Gerne würde ich mich heute Nacht an ihn kuscheln, doch andererseits würde ich ihm auch seinen Schlaf gönnen und wir könnten uns morgen treffen. Gedanklich stand ich schon mit ihm in der Tür und bekam vom Abschiedskuss gar nicht genug.
*-*-*
Nachdem ich mich ein wenig erholt hatte, kuschelte ich mich noch ein wenig an JJ, streichelte ihn zärtlich. Auf seine Frage hin, sah ich ihn zunächst nur an.
„Ich denke, ich werde besser heim gehen. Lee ist sicher auch schon zuhause. Ich will nicht, dass er sich vielleicht Sorgen macht. Wir können uns ja ein anderes Mal wieder treffen, wenn du magst.“
Ich küsste ihn, nach diesen Worten, sanft und liebevoll. Langsam erhob ich mich dann, allerdings suchte ich meine Sachen noch zusammen und zog mich an. Duschen konnte ich auch noch zuhause.
„Außerdem brauchst du deinen Schlaf und ich auch“, meinte ich, nachdem ich mich angezogen hatte und grinste ihn an.
*~*
Lee war inzwischen schon am Flughafen angekommen und hatte noch etwa zwei Stunden Zeit, ehe das Flugzeug starten würde und er für immer weg wäre. So setzte er sich erst mal in die Flughafenhalle… noch hatte er seinen Koffer nicht abgegeben. Er war traurig, einfach nur traurig.
*-*-*
“Hast Recht“, antwortete ich und grinste ebenfalls, “Wir simsen morgen, okay?“
Dann zog ich mir ebenfalls etwas über und brachte DD noch zur Tür. Dort verabschiedete ich mich lange von ihm, wollte meine Lippen gar nicht von den seinen trennen.
Nach einer halben Ewigkeit, musste es dann aber doch sein und so ging DD und ich schloss erst die Tür, als er außer Sichtweite war.
Mit unzähligen Schmetterlingen im Bauch und einem Grinsen übers ganze Gesicht, legte ich mich überglücklich ins Bett und schlief auch bald vor Erschöpfung ein. Natürlich träumte ich von DD und von dem was wir getan hatten.
*-*-*
Ich wollte nicht, aber ich musste dennoch… nach Hause. Die Zeit mit JJ hatte ich wirklich sehr genossen, ob es schon Liebe war, konnte ich derzeit noch nicht wirklich sagen, aber ich konnte mir eine Beziehung zu ihm zumindest vorstellen… auch wenn ich noch nicht so wirklich Beziehungsreif war.
Sehr bald hatte ich mein Zuhause erreicht, schloss die Tür auf und ging erst mal ins Wohnzimmer, wo ich mich leicht erschöpft in einen Sessel setzte.
Dann sah ich … Moment …das war doch ein Zettel! Ich nahm den Zettel an mich, las was dort geschrieben stand und wurde kreidebleich. NEIN…. Lee… du kannst doch nicht… VERDAMMT! Sehr schnell erhob ich mich, flitzte in sein Zimmer und fand es tatsächlich leer vor.
„SCHEIßE! VERDAMMT!“, fluchte ich laut in die Stille des Zimmers hinein.
Schnell duschte ich… ja auch wenn es jetzt sehr eilig war, aber darauf konnte und wollte ich nun doch nicht verzichten. Danach kleidete ich mich in frische Sachen ein, wuschelte nur kurz durch meine Haare und fertig. Dann verließ ich überstürzt mein Zuhause.
Ich ging dann noch schnell an den Briefkasten und fand tatsächlich die Schlüssel darin. Das nächste Taxi, das ich fand schnappte ich mir und ließ mich auf dem schnellsten Wege zum Flughafen fahren.
Diesen erreicht, betrat ich die Flughafenhalle und suchte meinen Freund, doch fand ich ihn nicht… Tränen liefen über mein Gesicht.
Aber noch hatte ich nicht aufgegeben… nein, noch nicht. Ich wand mich an die freundliche Dame am Schalter und fragte nach. Sie gab mir eine Auskunft und so wusste ich, dass er noch nicht weg sein konnte. Schnell erreichte ich das angegebene Gate und fand ihn direkt auch.
„LEE!“, rief ich und eilte vollkommen atemlos auf ihn zu.
„Lee., bitte, bleib… ich bitte dich… du kannst dich doch nicht einfach so davon stehlen… bitte, tu mir das nicht an“, bat ich ihn und sah ihm, mit Tränen in den Augen, an.
Grinsend sah Lee mich an, dann nahm er mich einfach nur in die Arme und drückte mich an sich.
„DD, das bringt nichts. Du liebst JJ und ich… ja, ich gebe es zu, ich bin eifersüchtig, denn… ich habe mich in dich verliebt, schon seit wir uns begegnet sind. Verstehst du. Ich kann und will das nicht mitansehen, wie du mit JJ… und ich… sorry, das kann ich nicht.“
Oh, mein Gott… er fühlte tatsächlich wie ich für ihn… ich sah ihn nun völlig entgeistert an. Und er schien zu wissen, was ich mit JJ… getan hatte.
„Wirklich? Echt?“, war erst mal alles was ich raus bekam.
Lee nickte.
„Ich… war vorhin auch ziemlich eifersüchtig, als du mit Mike geredet hast, deshalb bin ich raus gegangen. Ich hatte mich nämlich auch in dich verliebt… aber nun weiß ich nicht mehr was ich tun soll“, gestand ich meinem besten Freund dann.
Nun war es Lee, der mich ein wenig entgeistert ansah.
„Aber ihr habt euch geküsst… du liebst ihn doch… ganz offensichtlich.“
„Ich weiß es nicht… ich… bin mir noch …unsicher. Bitte, komm wieder mit mir zurück… bitte“, bat ich ihn, denn ich wollte meinen Freund einfach nicht verlieren.
Er stand vor mir und überlegte.
*-*-*
Ich schlief unterdessen immer noch seelenruhig und träumte die schönsten Träume.
*-*-*
„Also gut, ich komme wieder mit dir zurück, aber dann sollten wir dringend miteinander reden, okay.“
Ich nickte und strahlte nun übers ganze Gesicht. Dann konnte ich nicht anders und fiel ihm einfach nur um den Hals. Minutenlang lagen wir uns in den Armen, dann verließen wir die Halle und ließen uns von einem Taxi, nachdem er seinen Koffer wieder hatte, nach Hause fahren.
Ich war erleichtert, weil ich ihn wieder hatte und weinte nun Freudentränen. Zuhause angekommen, gab ich ihm seine Schlüssel zurück. Wir machten uns dann einen Kaffee und redeten die ganze Nacht hindurch… an Schlaf war nicht zu denken…
*-*-*
Mein Wecker ging viel zu früh an diesem Morgen. Ich hatte eindeutig zu wenig geschlafen, aber das nutzte nichts. Die Dusche half ein wenig und in der Küche angekommen, stand schon ein Becher Kaffee auf dem Tisch. Mike saß ebenfalls da und las die Morgenzeitung.
Als er mir dann Lees komisches Verhalten vom Abend erzählte, wurde ich erst rot, da sie uns gesehen hatten, doch wunderte ich mich schon. Meinen Kaffee trank ich dann aber schnell auf, da die Arbeit rief.
Mit dem Wagen fuhr ich ins DINNIES, um meiner Arbeit nachzugehen. Es war ein 24 Stunden Restaurant und es gab immer viel zu tun. Morgens boten wir Frühstück an und TO GO BREAKFAST.
Ich wirbelte meist hinter der Theke und bediente die Leute. Alle kannten mich gut und so machte die Arbeit mir auch sehr viel Spaß.
Im Laufe des Vormittages kam auch der Lieferant und die Ware musste eingeräumt und sortiert werden. Dann musste ich zwischendurch noch rüber in den Darkroom, wo ich alles sauber machte und Kondome sowie Gleitgel auffüllte.
Es musste schließlich alles fertig sein, wenn die Türen ab 15 Uhr geöffnet waren. Dann telefonierte ich noch mit meinem Onkel, der mal wieder in der Nebenstadt war. Er würde aber die Tage wieder herkommen, um mich ein wenig zu entlasten.
Bis dahin musste ich alles allein regeln. Als dann ein bisschen Luft war, setzte ich mich an den Stammtisch und machte die Abrechnungen. Was ich jetzt schaffen würde, müsste ich später nicht tun und ich hätte mehr Zeit für DD.
Vor lauter Arbeit hatte ich gar keine Zeit ihm eine SMS zu schreiben. Doch jetzt wo es etwas ruhiger war, schaute ich unruhig immer wieder auf mein Handy. Warum schrieb ich ihm nicht einfach? Vielleicht wollte ich Gewissheit, und dass er als Erster schrieb.
*-*-*
Es war bereits Morgen, als wir wirklich alles besprochen hatten und eigentlich todmüde waren, aber doch nicht schlafen konnten.
„Wollen wir es nicht einfach zusammen versuchen, hm?“, fragte mich Lee kurzerhand und ich wurde nun doch ein wenig rot im Gesicht.
Nun musste ich an JJ und an letzte Nacht denken und irgendwie wollte ich Lee auch nicht im Unklaren lassen… ich wollte Ehrlichkeit und so erzählte ich:
„Ähm… ich würde es schon gern mit dir …versuchen, aber… letzte Nacht… haben JJ und ich… na ja… uns… ähm…“
„Verstehe“, meinte Lee und blickte erst mal zu Boden.
Dann sah er mich, mit einem ernsten Gesicht, wieder an und meinte:
„Ich… will dich trotzdem, denn ich liebe dich, DD.“
Diese Worten nahmen mir beinahe den Atem und ich wusste nicht was ich tun sollte.
„Meinst du… also… meinst du das… ernst?“
„Ja, ich meine es ernst. Ich liebe dich.“
Ich holte tief Luft, hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen… oh je… wie sollte ich das dann aber JJ beibringen… hmm… am besten dann wohl auch mit… Ehrlichkeit.
„Okay… versuchen wir es… ich… liebe dich auch“, brachte ich schließlich hervor… konnte eigentlich auch gar nicht anders.
Lee, stand dann auf, kam auf mich zu, hockte sich zu mir herab und sah mir in die Augen.
Ein wenig zog er mich an sich heran und küsste mich sanft und voller Zärtlichkeit… was ich nur allzu gern erwiderte.
*-*-*
Nachdem die Abrechnungen fertig waren und das Restaurant sich langsam wieder füllte, gab ich mir einen Schubs.
Vermisse dich! Magst du nachher noch etwas mit mir machen? Dicken Kuss JJ
Tippten meine zitternden Finger, voller Vorfreude ins Handy. Dann musste ich wieder an die Arbeit.
Mike kam zum Mittag essen, wie fast jeden Mittag.
“Hey“, begrüßte ich ihn Freudestrahlend und drückte ihn kurz.
“Hi. Man du hast ja eine Energie! Da kannst du mir ruhig etwas von abgeben. Ich muss gleich noch ein paar Stunden im Büro sitzen…“, stöhnte er.
“Nichts da! Alles meins!“, grinste ich und war gedanklich schon mit DD im Bett. Da würde ich sehr viel Energie brauchen.
“Dann bring mir wenigstens etwas zu Stärken!“, scherzte Mike und ich brachte ihm auch bald etwas zu Essen.
*-*-*
Gerade küssten wir uns sehr leidenschaftlich, als mein sich mein Handy meldete. Aber wir waren jetzt nicht bereit uns voneinander zu lösen. Etwas später erst, lösten wir unseren Kuss.
„Vielleicht solltest du deine Aufmerksamkeit erst mal deinem Handy widmen.“
ch nickte, zog das Handy aus meiner Hosentasche und las die SMS, dann sah ich Lee fast hilfesuchend an.
„Was ist denn?“
„JJ… er… vermisst mich… und will sich nachher mit mir treffen.“
„Und, was willst du tun?“
„Ich werde mich ihm treffen, aber nur um ihm zu sagen, wie es eben ist, dass wir zusammen sind.“
„Okay. Soll ich mitkommen?“
„Nein, lass mal, das schaffe ich allein. Das muss ich auch allein schaffen. Und glaub mir, es tut mir jetzt schon leid, was ich ihm sagen werde.“
„Das glaube ich dir und… wenn du es dir noch einmal überlegen willst… dann tu das… aber überlege dir ganz genau, was du willst. Du weißt, ich liebe dich… über alles, aber ich könnte mir auch denken, dass JJ dich ebenfalls sehr liebt. Tja, und für dich ist es nun sehr schwer, nicht wahr.“
Ich nickte nur, dann schrieb ich JJ zurück.
Okay, ich komme dann nachher zu dir. LG, DD., dann schickte ich die SMS ab.
Ich hatte ein Gefühl, als wäre ich ein Bösewicht… worauf hatte ich mich nur eingelassen? Warum nur, musste alles so kompliziert sein? Liebevoll nahm mich Lee in die Arme und drückte mich an sich.
„Hey, es wird alles gut, okay. Ich bin bei dir, wir schaffen das zusammen. Jetzt werden wir erst mal eine Stunde schlafen, danach schaut alles schon sehr viel besser aus, einverstanden?“
Wieder nickte ich nur ein wenig und hatte langsam das Gefühl, als würde und könnte ich nichts anderes mehr tun.
Schließlich gingen wir zu Bett… er in sein Zimmer und ich in meines. Sicher, er wollte eigentlich mit zu mir ins Bett, aber das konnte ich jetzt doch noch nicht. Ich brauchte einfach meine Ruhe, wollte nachdenken und, wenn ich konnte, vielleicht auch ein wenig schlafen.
Natürlich war ich müde genug, dass ich sogleich einschlief, nachdem ich in meinem Bett lag….
*-*-*
Ich freute mich wie ein kleiner Junge, als DD’s SMS kam und grinste den Rest des Arbeitstages vor mich hin. Am späten Nachmittag hatte ich dann endlich Feierabend und fuhr nach Hause. Dort tat eine warme Dusche mehr als gut. Mein Rücken war nur mal wieder total verspannt und ich hoffte, dass DD ein wenig Zeit für ihn haben würde.
Ausgiebig pflegte ich mich und trocknete mich ab, bevor ich mir etwas Frisches anzog. Dann machte ich mir eine Kleinigkeit zu Essen und Trinken. Dazu setzte ich mich kurz in die Küche und stärkte mich.
Es war sonst scheinbar keiner zu Hause, also ging ich wieder rauf in mein Zimmer und hörte etwas Musik. Dabei legte ich mich aufs Bett und döste ein bisschen. Meine Gedanken waren jedoch die ganze Zeit bei DD und wann er endlich bei mir sein würde.
*-*-*
Ich hatte vielleicht vier oder fünf Stunden geschlafen, als ich erwachte. Noch immer war ich zum Umfallen müde, aber ich überwand mich, schälte ich aus meinem Bett und schleppte mich unter die Dusche. Um wach zu werden, drehte ich das kalte Wasser auf, was mich sogleich kurz aufschreien ließ.
Ein wenig erschrocken hielt ich mir sofort die Hand vor den Mund, denn ich wollte Lee jetzt nicht wecken. Gründlich duschte und pflegte ich mich und wurde so langsam munter. Dann jedoch hörte ich, wie sich die Tür öffnete, denn diese knarrte ein wenig. Meinen Blick auf die Tür richtend, sah ich Lee im Bad stehen, der mich frech grinsend, mit seinen himmelblauen Augen, die von schulterlangen dunkelbraunen Haaren umrahmt wurden, ansah und mich musterte.
„LEE, RAUS HIER!“, rief ich leicht erschrocken und bespritzte ihn mit Wasser, was ihn allerdings wenig zu stören schien und er eben nicht auf mich hörte… warum sollte er auch…
Er kam auf mich zu, zog sich ebenfalls aus, kam zu mir unter die Dusche und stellte das warme Wasser an.
„Warum so angespannt, hm? Ich bin es doch nur“, fragte er mich, während mein Gesicht einer überreifen Erdbeere glich.
Er küsste mich, nahm das Duschgel und begann mich einzuseifen, was bei mir natürlich nicht so ganz ohne Folgen blieb und ihn breit grinsen ließ. Natürlich ließ er nichts aus und spülte dann alles auch wieder gründlich ab.
Dann wurde er aber sehr ungezogen, kniete sich zu mir herab und begann mich oral zu befriedigen. Mit geschlossenen Augen lehnte ich mich an die Wand… meine Hände versuchten an der feuchten Wand Halt zu finden, was natürlich unmöglich war.
Oh je, er schien genau zu wissen, was er da mit mir tat und er schien ein wahrer Meister darin zu sein, denn schon nach kürzester Zeit hatte er es geschafft und ich erreichte laut stöhnend meinen Höhepunkt. Mein Körper zitterte und bebte noch immer vollkommen erregt.
Nur kurz und mit, von Lust verhangenen Augen, sah ich ihn an, sah, wie er sich genüsslich über die Lippen leckte, was meine Gesichtsröte noch ein wenig verstärkte. Mich mit seinem Blick gefangen nehmend, stand er auf, küsste mich leidenschaftlich, streichelte mich und drehte mich dann langsam um.
Ich wusste was er nun wollte und stützte mich an der Wand, vor mir, ab. Dann spürte ich auch schon seine Finger in meinem engen Eingang und stöhnte ein wenig schmerzerfüllt auf, während er mich vorsichtig weitete.
Erst nach einer gefühlten Ewigkeit, spürte ich wie er seine, nicht gerade kleine, Männlichkeit zwischen meine Backen schob und dann vorsichtig in mich eindrang. Er wartete einen Moment, damit ich mich an ihn gewöhnen konnte, was nicht lang auf sich warten ließ und ich mich dann gegen ihn bewegte.
Zunächst vollführte er nur sanfte Stöße, dann wurde er etwas heftiger und ließ mich teils vor Schmerz, teils vor Lust immer wieder laut stöhnen, während er meine Männlichkeit im selben Rhythmus massierte, wie er in mich stieß.
Schließlich erreichten wir gleichzeitig unseren Höhepunkt, den wir stöhnend… gemeinsam genossen.
Nachdem wir uns ein wenig erholt hatten, duschten wir uns gegenseitig ab und pflegten uns gründlichst.
Damit fertig gingen wir jeder in sein Zimmer und zogen uns an. Bekleidet mit einer schwarzen Jeans, einem weißen T-Shirt und weißen Sportschuhen, stylte ich meine Haare, legte noch ein wenig dezentes Parfüm und ebenfalls dezenten Schmuck an, dann war ich fertig und sah noch prüfend in den Spiegel.
Was ich erblickte sah schon mal nicht schlecht aus, dennoch fühlte ich mich nicht gut… wenn ich daran dachte, was ich jetzt vor hatte. Mein Zimmer verlassend, traf ich auf Lee, der auf mich zu kam, mich in die Arme nahm und küsste. Natürlich ging ich sogleich auf seinen Kuss ein, dann jedoch löste ich mich von ihm.
„Ich muss los. Wir sehen uns nachher, okay.“
„Okay. Ich liebe dich. Pass auf dich auf, hörst du.“
„Klar, mach ich“, meinte ich noch, dann nahm ich meine Schlüssel, steckte diese in die Hosentasche und verließ dann meine Wohnung.
Auf dem Weg zum Haus von JJ fühlten sich meine Beine an, wie Blei…. mein Gang wurde immer schwerer und ich fühlte mich schrecklich. Immer wieder kamen mir Lees und auch JJ Worte in den Sinn, was mich sehr verwirrte.
Eine gute halbe Stunde später hatte ich das Haus erreicht, atmete noch einmal tief durch und klingelte dann an der Haustür…
*-*-*
Die Klingel ließ mich hochschnellen und ich war im einem mal hellwach. Schnell rannte ich die Treppe runter, voller Vorfreude und Erwartungen. Mein Zimmer hatte ich auf Hochglanz gebracht, auf dem Tisch stand schon etwas zu knabbern und zu Trinken für uns. Musik lief und das richtige Licht hatte ich auch angemacht.
Für etwas Intensivere Zärtlichkeiten lag ebenfalls alles auf einem kleinen Kissen, auf dem Nachttisch bereit. Genauso wie ich alles zum Duschen hingelegt hatte. Mein Herz raste wie wild als ich die Tür öffnete und in DD’s braune Augen sah.
“Hey mein Traummann“, begrüßte ich ihn strahlend übers ganze Gesicht.
Sogleich schlang ich die Arme um ihn und legte meine Lippen auf die seinen. Viel zu sehr hatte ich ihn vermisst und mein Körper verzerrte sich geradezu nach ihm.
*-*-*
Au man, diese Begrüßung und diese Lippen… dieser Mann… wie sollte ich es nur fertig bringen ihm zu sagen was los war? Ich dachte ernsthaft drüber nach, ob ich es ihm wirklich sagen sollte, oder vielleicht mit beiden gehen sollte…. nein, das wäre nicht fair… einfach nicht fair… weder Lee noch JJ gegenüber.
Nur ganz kurz umarmte ich ihn, aber seinen Kuss erwiderte ich nicht.
„JJ, bitte…. nicht“, wehrte ich ihn schließlich und nach kurzer Überlegung, ab.
„Wir müssen dringend reden… bitte“, begann ich und sah ihn sanft, aber auch ein wenig ernst an.
Mir war jetzt schon hundeelend und ich wünschte mir, dass sich unter mir einfach der Boden auftun und mich verschlingen würde.
*-*-*
Sicher bemerkte ich, dass DD meinen Kuss nicht erwiderte und mir wurde ganz anders, als er plötzlich mit mir reden wollte. Mir wurde schlecht und heiß und kalt zugleich. Dennoch nickte ich und ließ ihn rein, ging mit ihm nach oben in mein Zimmer.
Was mit ihm plötzlich los war, konnte ich mir nach gestern nun gar nicht erklären. Es schien perfekt zu sein und nun sollte es alles doch nicht so sein. Seufzend setzte ich mich aufs Bett. Jetzt war es mir unangenehm, dass ich mir so viel Mühe mit meinem Zimmer gegeben hatte.
Bedrückt senkte ich meinen Blick und sah zu Boden, konnte DD einfach nicht ins Gesicht sehen. Viele wirre Gedanken gingen mir durch den Kopf und dann war da noch die letzte Hoffnung, dass es ihm vielleicht einfach nur zu schnell ging.
*-*-*
Noch einmal atmete ich tief durch und sah ihn an. Natürlich sah ich auch, wie viel Mühe er sich mit seinem Zimmer gegeben hatte und es tat mir so unglaublich leid.
„JJ… gestern Abend… als ich nach Hause kam, war Lee weg… er hatte mir einen Brief geschrieben… wollte wieder nach Hause fahren. Ich bin ihm nach und hab ihn noch am Flughafen erwischt… zum Glück. Wir redeten lange miteinander, nachdem wir doch wieder zuhause waren und da gestand er mir, dass er mich lieben würde. Er getraute sich das, wozu ich nicht imstande war.
Warum er weg wollte… nun er konnte den Gedanken nicht ertragen, dass wir zwei vielleicht zusammen kommen würden, deshalb wollte er weg. Nun ja, wir sind jetzt zusammen und ich liebe ihn. Es tut mir leid, JJ und vielleicht kannst du mir irgendwann verzeihen.“
Ich beendete meine Erklärung und sah ihn nun an. Es war raus und mir ging es schon etwas besser, aber JJ tat mir so unglaublich leid… ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie er sich gerade fühlte.
*-*-*
Wie gewonnen, so zerronnen… Ich schluckte einmal kräftig und dann legte ich ein Lächeln auf meine Lippen, spielte einfach alles runter, tat so als wäre es okay.
“Siehst du, ich habe dir doch gesagt, dass du es ihm sagen sollst! Glückwunsch! Das war es doch was du wolltest, nicht wahr?“, sagte ich zu ihm, mit keiner Regung in meiner Stimme.
Das wollte ich mir jetzt nicht geben, vor DD los zu weinen oder gar zu zeigen, wie weh er mir damit tat.
“Okay, dann weiß ich ja jetzt Bescheid!“, fügte ich noch hinzu.
Dann stand ich vom Bett auf und machte die Jalousie wieder hoch, öffnete das Fenster und ließ frische Luft herein. Die Musik wechselte ich von etwas ruhiges auf etwas peppigeres. Zum Schluss räumte ich noch die Utensilien vom Nachtschrank weg, bevor ich DD ansah.
“Möchtest du noch etwas Trinken oder gleich wieder gehen?“, fragte ich, hoffte aber, dass er gehen wollte.
Sicher war ich mir nicht, wie lange ich meine Fassade aufrecht erhalten konnte. Ich wollte einfach nur Mike anrufen und mich von ihm trösten lassen. Jetzt verstand ich auch, warum DD so schnell los wollte, gestern Abend. Mike hatte mir schließlich davon erzählt und nun konnte ich es mir auch zusammen reimen.
Vielleicht war es besser so, dass die Zwei nun zusammen waren? DD hatte etwas Besseres verdient als mich! Oder? Wollte ich mich so leicht geschlagen geben?
*-*-*
Auch wenn er es nicht zeigte, aber ich spürte, dass er traurig war. Leider konnte ich es nicht ändern.
„Es tut mir leid, bitte verzeih mir, wenn du kannst“, sagte ich noch: „Ich werde jetzt besser gehen, denn ich will dich nicht quälen“, mit diesen Worten stand ich auf und ging zur Tür.
„Ich wünschte es wäre anders gekommen. Tschüss, machs gut“, fügte ich hinzu und verließ das Zimmer dann… und bald auch das Haus.
Mit einem dicken Kloß im Hals machte ich mich wieder auf den Weg nach Hause. Dort angekommen, schloss ich die Tür auf, betrat meine Wohnung und schlug die Tür hinter mir wieder zu.
Lee kam mir dann schon entgegen und freute sich mich zu sehen.
„Hey, mein Hübscher“, begrüßte er mich.
„Lass mich in Ruhe..“, motzte ich ihn an, ging in mein Zimmer, schlug auch diese Tür zu und verschloss sie.
Heute würde ich wohl nicht mehr heraus kommen. Ich legte mich auf mein Bett und heulte leise los.
Was hatte ich nur getan? Vielleicht sollte ich einfach allein bleiben.
*~*
Lee sah DD nach und schüttelte den Kopf. Was war nur los? Hatte JJ Ärger gemacht? Nein, das glaubte Lee nicht. So etwas würde er nicht tun. Aber was war dann mit DD los?
„DD, komm schon mach die Tür auf und rede mit mir. Was ist denn passiert?“, fragte er durch die Tür hindurch, aber DD reagierte nicht.
*-*-*
Kaum hörte ich die Haustür zuschlagen, liefen auch schon die Tränen über meine Wangen. Traurig schaute ich DD noch durch das Fenster hinterher, dann rief ich total aufgelöst Mike an.
“Mike…“, schluchzte ich ins Telefon.

Mehr bekam ich nicht raus.
“JJ? Hey, was ist denn los? Soll ich kommen?“, fragte er besorgt.
“DD… Er…“, wieder nur Schluchzen.
“Versuch dich zu beruhigen. Ich bin schon auf dem Weg zu dir“, sagte er ruhig. Dabei hörte ich, wie es zu hallen begann. Er hatte mich auf Lautsprecher gestellt.
Dann hörte ich wie er den Motor anließ und losfuhr. Er erzählte mir die ganze Zeit etwas. Was er draußen sah und wo er lang fuhr. Wem ihm entgegenkam, wenn er jemanden Bekanntes sah. Mich beruhigten seine Worte, einfach seine Stimme zu hören tat verdammt gut.
Dann hörte ich endlich wie der Wagen auf die Auffahrt fuhr und er ausstieg. Das Hallen war wieder weg, da er den Lautsprecher ausgestellt hatte und dann schloss er die Tür auf und ging die Treppen raus.
Ein wenig Grinsen musste ich nun schon, als er mir das auch erzählte. Dann endlich stand er in meinem Zimmer und die Tränen liefen bei mir nur so. Ich konnte nichts dagegen machen. Erst jetzt legte Mike auf und nahm mich in die Arme. Es dauerte jedoch noch eine ganze Weile, bis ich ihm alles erzählen konnte, was passiert war.
*-*-*
Lees Bemühungen mit mir zu reden liefen alle ins Leere. Ich tat die Tür nicht auf und kam auch nicht heraus… und ich war nicht bereit mit ihm zu reden. Jetzt wollte ich nur noch eines… allein sein.
Vielleicht würde ich mich auch wieder von Lee trennen… das alles war doch so ein verdammter Mist, dass ich mir hätte die Haare raufen können.
Nun war ich es, der unbedingt weg wollte… einfach weg… alles vergessen können. Es tat mir einfach weh, dass JJ gelitten hatte, auch wenn er es nicht gezeigt hatte. So packte ich nun meine Sachen… nur das nötigste… buchte einen Flug… irgendwohin… egal wohin.
Dann verließ ich mein Zimmer… vorbei an Lee, der mich nur erstaunt und ziemlich erschrocken ansah. Er stellte sich mir in den Weg.
„DD, was ist passiert? Bitte, rede mit mir… ich will dir helfen… bitte, lass es zu. Lass mich an dich heran und lauf nicht einfach weg.“
„Ich sagte schon, dass du mich in Ruhe lassen sollst! Hiermit trenne ich mich auch von dir und nun kannst du machen was du willst! Ich will keinen von euch mehr sehen! Und jetzt gib den Weg frei!“, drohte ich ihm, schob ihn etwas unsanft beiseite und verließ meine Wohnung… einen traurigen Lee hinterlassend.
Unterwegs nahm ich mir ein Taxi und ließ mich zum Flughafen fahren. Ich wollte jetzt niemanden mehr sehen… nur weg…
*-*-*
Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mich irgendwann beruhigt und auch eingeschlafen war. Mike hatte noch eine Weile bei mir gesessen, dann war er runter in die Küche gegangen. Nachdem er etwas gegessen und getrunken hatte, ging er in sein Zimmer, ließ aber seine Tür offen stehen, damit er mich hören konnte, falls etwas war.
Sonst war noch Niemand zu Hause und er würde sich bemühen, die anderen erst mal von mir fern zu halten.
*-*-*
Den Flughafen erreicht, verließ ich das Taxi, betrat den Flughafen und checkte ein. Ich gab dann meinen Koffer auf und ging dann zum angegebenen Gate. Mein Flieger ging erst in einer halben Stunde und so hatte ich noch etwas Zeit, setzte mich irgendwo in eine Ecke und las ein Buch, während ich wartete.
*~*
Lee stand da wie entgeistert. Sollte er DD folgen? Nein, wenn er ihn jetzt bedrängte, würde das in einer Katastrophe enden, soweit kannte er ihn schon und einen wütenden DD wollte er nun echt nicht erleben.
So blieb er in der Wohnung, verkroch sich traurig in seinem Zimmer und kam nun auch nicht mehr raus. Er saß auf seinem Bett und dachte nach… was hatte er verkehrt gemacht? Hatte er DD zu sehr bedrängt? Hätte er ihm Zeit lassen sollen?
Er wusste es nicht. So legte er sich, nach einer Weile auf das Bett, hoffend DD würde zur Vernunft und wieder heim kommen. Dann schlief er ein, während ihm ein paar Tränen aus den Augen liefen.
*~*
Einige Zeit später wurde nun endlich mein Flug aufgerufen, ich bestieg das Flugzeug, suchte meinen Platz… natürlich am Fenster, setzte mich hin und hörte mir dann die Erklärung der Stewardess an und lehnte mich zurück.
Ich dachte nicht mehr nach… wollte nur noch alles hinter mir lassen. Ein Ticket für den Rückflug hatte ich mir nicht gebucht, was hieß, ich würde bleiben, wohin ich jetzt flog… ich hatte nicht vor je wieder zurückzukehren…
Aber noch war der Flieger nicht gestartet…
*-*-*
Als ich Ben und Crasy in der Küche hörte, wurde ich wach. Die Zwei waren nicht gerade leise und alberten lauthals herum.
Müde rieb ich mir die Augen und stand auf. Mikes Zimmertür stand offen und als ich gerade den Flur betrat, weil ich rüber gehen wollte, um zu schauen, ob er noch da war, stand er auf einmal ebenfalls im Flur.
“Na, wieder wach?“, fragte er besorgt.
Ich nickte und konnte schon wieder ein wenig Grinsen.
“Kein Wunder bei dem Krach!“, brummte ich gespielt.
Dann gingen wir zusammen nach unten und schauten was in der Küche los war. Sascha kam dann auch irgendwann dazu und ich machte für alle etwas zu Essen. Sicher dachte ich die ganze Zeit an DD, aber die anderen lenkten mich gut ab, so dass ich nicht weinen musste.
Jedoch wusste noch keiner außer Mike, was vorgefallen war. Ich hoffte Inständig, dass keiner ins Fettnäpfchen trat.
*-*-*
Nur noch ein wenig musste ich warten, dann schlossen sich die Türen, es erfolgte noch eine Durchsage, dann startete der Flieger und hob ab. So flog ich nun einer unbekannten Zukunft entgegen, nicht wissend, wie es weiter gehen würde, was ich tun würde.
Ich versuchte die Augen zu schließen und mich so gut, wie möglich zu entspannen, was aber nichts brachte. Dauernd musste ich an JJ und Lee denken, aber ich versuchte jetzt beide so gut wie möglich zu verdrängen… einfach alles zu vergessen.
So schnell würde ich wohl keine Freundschaften oder Bindungen mehr eingehen.
*~*
Lee war inzwischen erwacht, nachdem er nur ein paar Minuten geschlafen hatte. Er lauschte, aber er konnte nichts hören. Es war schon eine ganze Weile her, dass DD verschwunden war, nun… er würde wohl auch verschwunden bleiben.
Aber was sollte er jetzt tun? Sollte er auch einfach wieder in seine Heimat fliegen und dies alles hier einfach vergessen? Er wusste es nicht, aber er war sich ziemlich sicher, dass DD nicht zurückkommen würde.
*-*-*
Der Abend verging und ich ging früh nach oben, wollte einfach nur ins Bett. Mike fragte mich noch leise, ob ich etwas brauchte, aber ich verneinte. Dann musste es natürlich passieren, als ich gerade aus der Tür wollte, kam von Crasy ein blöder Spruch.
“Heute gar nicht mit DD verabredet?“
Ohne zu antworten ging ich nach oben und schloss schnell die Tür hinter mir. Früher oder später musste ich es ihnen wohl sagen, oder aber Mike weihte gerade alle ein… Ein wenig weinte ich nun doch wieder, konnte es einfach nicht verhindert. Zu gerne wollte ich DD eine SMS schreiben, aber was würde das noch bringen?
Jetzt brauchte ich einfach ein bisschen Zeit, um über alles hinweg zu kommen. Vielleicht könnten wir es dann wenigstens als Freunde versuchen. Nach einer Weile des hin und her wälzend und weiterer Tränen, rang ich mich doch durch.
Hallo DD, es wäre schön, wenn wir irgendwann vielleicht wieder einfach nur Freunde sein könnten. Jetzt würde es noch zu sehr wehtun, euch zusammen zu sehen. Ich wünsche euch aber wirklich alles Glück der Welt, das musst du mir glauben. Aber wenn es irgendwo noch einen kleinen Funken Hoffnung für uns gibt, dann lässt du es mich doch wissen, oder? Dein JJ
Einen Moment zögerte ich noch, dann schickte ich die SMS ab und drehte mich auf die Seite. Meine Augen waren müde, vom weinen und so schlief ich bald ein.
*-*-*
Lee hatte sein Zimmer verlassen und war ins Wohnzimmer gegangen, weil dort ein Handy, wie verrückt summte, eine Melodie spielte und eine SMS ankündigte. Eigentlich hatte er in die Küche gewollt, aber dann hatte er das Handy gehört.
Dass es nicht sein Handy war, war ihm klar, denn das war definitiv nicht sein Klingelton. Da hatte DD doch glatt sein Handy auch hier zurück gelassen… dieser Trottel. Lee nahm das Handy, öffnete die SMS und las sie auch.
Er setzte sich in den Sessel am Fenster. Sah mal zum Fenster hinaus, mal blickte er auf das Handy und las die SMS immer wieder. Au man… so ein Mist… warum war das alles so verfahren? Er überlegte lang, ob er antworten sollte… entschied sich erst dagegen… dann aber dachte er noch einmal nach und tippte mit zitternden Händen und mit Tränen in den Augen, folgende Worte ins Handy.
Hallo JJ, Lee hier. Sorry, dass ich dir schreibe, aber DD ist fort und hat sein Handy hier gelassen. Ich weiß nicht wo er hin ist und ich fürchte er wird nicht mehr zurückkommen. Er hat uns beide verlassen… ich glaube, er hat dich mehr geliebt, als dir oder mir bewusst ist und kam irgendwie mit der Situation nicht mehr klar. Es ist meine Schuld… allein meine Schuld… verzeih mir, bitte… es tut mir so unglaublich leid. LG Lee.
Dann schickte er die SMS ab, legte das Handy dann wieder auf den Tisch zurück und weinte bittere Tränen. Er fühlte sich so unglaublich leer… verlassen… allein… einsam. Seine Heimat hatte er für DD aufgegeben… seine Freunde… seine Familie… und nun …war er allein… einfach nur allein.
Ihm blutete sprichwörtlich das Herz und er konnte sich so gar nicht beruhigen.
*-*-*
Mein Handy weckte mich, als die SMS kam und ich las sie, konnte dennoch kaum glauben, was da stand. Ich war verwirrt und traurig zugleich. Dann verließ ich mein Zimmer und traf zugleich auf Mike, der gerade die Treppe rauf kam.
Sofort hielt ich ihm mein Handy hin und er las in Ruhe die SMS.
“Wenn es dir nichts ausmacht, werde ich mal zu Lee fahren. Der ist mit Sicherheit genauso fertig, wie du! Außerdem hat er hier soweit ja Niemanden“, sagte er dann wohlüberlegt.
Einen Moment musste ich nun auch überlegen, dann nickte ich und stimmte ihm zu. Kurz drückte er mich, bevor ich wieder ins Bett verschwand, schließlich würde mein Wecker morgen wieder früh klingeln. Auch wenn ich traurig war, konnte ich an allem nichts ändern.
Während ich bald wieder einschlief, fuhr Mike zu Lee. Schnell war er dort und klingelte an der Tür.
*-*-*
Noch immer hatte sich Lee nicht beruhigt und konnte es irgendwie so gar nicht fassen, dass DD fort war… einfach fort… das schmerzte so krass, dass er das Gefühl hatte er bekäme keine Luft mehr.
Als es dann an der Tür klingelte, war er schon versucht nicht aufzumachen, aber dann dachte er… vielleicht war es ja DD, dass er zu ihm zurück kam und sprang sogleich auf. Er eilte zur Tür und öffnete diese schon beinahe freudestrahlend.
„D…. Ach so… Mike… hallo… komm rein“, begrüßte er seinen Gast nun wieder traurig.
Nachdem Mike eingetreten war, schloss Lee die Tür hinter ihm und ging ins Wohnzimmer.
„Komm ruhig rein… es ist eh keiner hier“, meinte er und wieder rannen unaufhörlich Tränen über sein Gesicht, während er es in seinen Händen vergrub.
Er konnte nichts mehr sagen, es tat einfach nur weh… unglaublich weh. Sein Oberkörper sank auf das Sofa und… er konnte sich nicht mehr beruhigen. Er zitterte am ganzen Körper. Gern hätte er Mike ja gefragt, weshalb er hier war und ihm was zu trinken angeboten, aber im Moment war er einfach nur noch fertig mit der Welt.
*-*-*
Da war Mike wohl genau im richtigen Moment gekommen. Er umarmte Lee einfach und hielt ihn fest.
Gab ihm Trost! Das war jetzt wohl erst mal das einzige, was er für ihn tun konnte.
“Schh…“, sagte er mit ruhiger Stimme, während seine Hand über Lees Rücken streichelte, “Ich bin ja da!“
“Lass einfach alles raus!“, wollte er auf Französisch hinzufügen, doch da er nicht ganz so gut war in der Sprache, sagte er etwas ganz anderes, „lass mich hinaus.“
*-*-*
Noch immer weinend und schluchzend, hörte Lee, was Mike sagte, und dass er ihn zu trösten versuchte. Er nickte und hörte erst mal auf zu weinen, wischte seine Tränen weg und löste sich ein wenig von Mike.
Ihn ansehend und nun doch ein wenig gequält grinsend, meinte er in einem einwandfreien Französisch.
„Warum soll ich dich hinaus lassen… du bist hier kein Gefangener“, was natürlich als Scherz gemeint war, er es aber nun nicht so rüber bringen konnte, wie er es gern gewollt hätte.
„Was genau wolltest du denn sagen?“, fragte er ihn nun wieder in Deutsch.
Allerdings war seine Mimik nun sehr ernst und er versuchte nun auf seine Weise DD zu vergessen.
„Ist schon gut… ich werde überleben“, meinte Lee und versuchte Mike dankbar anzulächeln, was ihm aber nur mäßig gelang.
Um sich abzulenken, fragte er Mike.
„Willst du was trinken?“
*-*-*
Mike schaute nun etwas verwirrt und antwortete dann.
“Ich wollte eigentlich sagen ‚Lass einfach alles raus‘ “, grinste Mike etwas verlegen.
“Ja, ich nehme gerne einen Tee, wenn es dir keine Umstände macht“, fügte er dann hinzu.
“Sicher wirst du das überleben. Nur was ist das denn bitte für eine Art, einfach vor allem Wegzulaufen? Wenn ich du wäre oder JJ, würde ich DD da lassen, wo er jetzt ist!“, schimpfte Mike nun ein wenig vor sich hin. Er konnte so etwas gar nicht haben, wenn man einfach vor seinen Problemen die Flucht ergriff. Dann folgte er Lee in die Küche und setzte sich dort an den Tisch.
*-*-*
Lee bereitete für sich und Mike Tee zu und antwortete dann:
„Ich versuche DD jetzt auf meine Art und Weise zu vergessen. Er wird eh nicht mehr zurückkommen, fürchte ich.
Weißt, du, als wir uns vor drei Jahren in Miami kennen lernten, war er so ein toller Typ und ich hatte mich auf den ersten Blick in ihn verliebt, aber so richtig hab ich mich dann doch nicht getraut es ihm zu sagen.
Mir ist es erst so richtig bewusst geworden, als wir die Beiden auf dem Bett liegen sahen. Er war mein bester Freund, ich war immer für ihn da…. habe meine Heimat, meine Familie und meine Freunde für ihn aufgegeben… und nun… ist alles kaputt… er ist einfach weg…“
Er goss den Tee auf und stellte die Kanne und auch zwei Tassen auf den Tisch, dann setzte er sich ebenfalls auf einen Stuhl und sah traurig… nachdenklich aus dem Fenster.
„Sorry, dass ich mich so gehen ließ“, entschuldigte er sich bei Mike und sah ihm kurz aber direkt in die Augen.
*-*-*
“Alles gut! Das musste wohl raus. Wenn du nochmal losheulen musst, nur zu. Ich bin gerne für dich da. Du sollst wissen, dass du hier nicht alleine bist.
JJ hasst dich nicht deswegen. Die ganze WG, wir alle sind deine Freunde! OKAY?“, erklärte Mike dann Lee und erwiderte seinen Blick.
Er meinte es ernst und das sollte Lee wissen. JJ kannte er gut genug, um zu wissen, dass er Lee nicht böse war und ihn in der Clique dulden würde. Die Entscheidung dafür lag trotzdem bei Lee allein. Auch wenn er noch etwas Zeit brauchen würde, war das vollkommen okay.
*-*-*
Lee hatte Mike sehr genau zugehört und nickte, während er den Tee in die Tassen goss. Er stand noch einmal auf und stellte den Zucker auf den Tisch und auch zwei Löffel legte er drauf, dann setzte er sich wieder.
„Ist schon okay, ich hab dich verstanden. Und ich danke dir für deine Worte“, erwiderte er mit ruhiger Stimme.
Tränen hatte er jetzt keine mehr… er verdrängte seinen Schmerz jetzt und würde DD so hoffentlich schnell vergessen.
„Ich mag euch alle auch sehr gern, aber ich werde jetzt erst mal allein bleiben, denke ich. Ich brauche Zeit, das alles irgendwie zu vergessen und zu verarbeiten, trotzdem danke für dein Angebot. Wenn ein bisschen Gras über die Sache gewachsen ist, werde ich sicher auf dein Angebot zurückkommen“, fügte er sanft und dankbar hinzu.
Er würde das Angebot annehmen, so viel war klar, aber nicht jetzt… zu sehr schmerzte ihn das alles.
*-*-*
Mike blieb den Abend noch eine ganze Weile und er redete mit Lee mal wieder viel auf Französisch. Sie wurden mit der Zeit richtig dicke Freunde, aber es passierte nie mehr. Mike heiratete bald eine hübsche Frau und bekam mit ihr drei Kinder!
Lee freundete sich immer mehr mit der Clique an und ob er die große Liebe fand… wer weiß? JJ blieb noch eine ganze Weile allein und ob er die große Liebe fand… wer weiß? DD wagte in einem anderen Land einen Neuanfang und ob er die große Liebe fand… wer weiß?
Ende

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