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Information Missunderstood
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 10:24 AM - Replies (1)

Missunderstood – Teil 1

„Wird es je so sein wie es früher war?“

„Ich weiß es nicht, dass kommt alleine auf den Jungen an.“

„Bürden wir ihm da nicht zuviel auf?“

„Warum bist du auf einmal so zögerlich, zudem hat er Hilfe von seinem Bruder.“

„Ich habe ein ungutes Gefühl bei der ganzen Sache.“

Xeraf schaute Lepina in die Augen.

Es ist zu spät, sich darüber Gedanken zu machen, Lepina. Wir brauchen den Jungen, sonst ist alles hier im Universum dem Untergang geweiht!“ * *

Noch eine Stunde Mathe und endlich war Wochenende, aber davon ließ sich der Lambrikasa nichts anmerken, er quälte uns mit Gleichungen, so gut es ging. Ein Zettel kam auf meinen Platz geflogen, von Jochen typisch.

„ Na Schwuli, was steht an am Wochenende „ Seit es in der Klasse einige wussten, dass ich schwul war, dachte Jochen immer, er müsste mich damit aufziehen. Aber da stand ich drüber. Also nahm ich den Zettel.

Ich kritzelte schnell eine Antwort drauf „ Noch nichts mein Schatz, willst ein Date mit mir „ und warf ihn zurück. Jochen verzog sein Gesicht und schickte mir als Antwort ein gequältes Lächeln entgegen.

Endlich klingelte es und ich packte meine Sachen zusammen.

„Kevin, wartest du auf mich?“, fragte Susanne hinter mir.

„Natürlich“, gab ich zur Antwort.

Susanne und ich wohnten in selben Haus. Daher kannten wir uns auch schon von Klein auf. Sie war mir immer eine gute Freundin gewesen und ihr hatte ich es auch zu verdanken, dass ich mit meinem Schwulsein keine Probleme hatte, egal wo.

Wir verließen gemeinsam das Schulgebäude.

„Noch ne Stunde hät ich jetzt nicht mehr ausgehalten“, meinte Susanne.

„Ich auch nicht, bin froh, dass wir endlich Wochenende haben“, erwiderte ich.

Noch auf der Treppe zum Schulhof, bemerkte ich plötzlich, dass etwas nicht stimmte. Ich sah plötzlich die Strasse vor der Schule, wie ich und Susanne sie überquerten. Das herankommende Auto nahm ich zu spät war.

Mit entsetzten Blicken bekam ich nur noch mit wie Susanne durch die Luft geschleudert wurde.

„Kevin ist dir nicht gut?

Ich schreckte auf. Ich stand immer noch auf der Treppe und Susanne neben mir.

„Tut mir leid, ich war kurz im Gedanken versunken“, antwortete ich.

Wir erreichten das Tor zur Schule und Susanne betrat als erstes die Strasse. Mir fiel ein, was ich eben gesehen hatte und riss Susanne zurück. Dann hörte ich nur noch Reifen quietschen.

„Boah, ich hab den gar nicht kommen sehn“, meinte Susanne, die durch die Wucht auf mir lag.

Der Autofahrer stieg aus.

„Könnt ihr nicht besser aufpassen“, schrie er.

Ich rabbelte mich auf.

„Wenn sie dreißig gefahren wäre, wie es hier vorgeschrieben ist, wär nichts passiert“ sagte ich giftig zurück.

„Scheiß Gören“, kam es von ihm, stieg ein und fuhr weiter.

Susanne war inzwischen ebenso aufgestanden.

„War das ein Arschloch.“

„Ist euch etwas passiert?“

Florian aus unserer Klasse stand hinter uns.

„Nein Florian, alles in Ordnung, mein Held hat mich gerettet,“ sagte Susanne und sah mich dabei lächelnd an.

Ich verzog mein Gesicht zur einer Fratze, dass sogar Florian laut anfing zu lachen. Tief in mir drin, machte sich aber ein Gefühl des Unbehagen breit. Was war das eben, ich hatte genau vorrausgesehen was passiert, und es verändert.

* *

Schweißgebadet wachte ich schreiend auf. Die Tür ging auf und Simon mein Bruder stürzte herein.

„Alles okay mit dir?“, fragte er mich.

„Ja, war nur ein schlechter Traum.“

„Schlecht? Das war purer Horror, ich zittere immer noch…“, kam es von Simon.

Ich sah ihn fragend an.

„Bäume…Allee… Blaue Menschen…“, sprach er weiter.

„Du hast dasselbe geträumt?“, fragte ich erstaunt.

„Es scheint so, und vor allem es war alles so real, mir tun sogar noch die Hände von den Fesseln weh.“

Simon war mein Zwillingsbruder, vier Minuten älter als ich. Wir hatten schon oft festgestellt, dass einer des anderen Gefühle spürte. Weil man im Fernseh öfters hörte, das dies oft vorkomme bei Zwillingen, hatten wir uns darüber nie Gedanken gemacht.

Er rieb sich die Handgelenke.

„Ich weiß was du meinst, mir geht es nicht anderst.“, meinte ich uns setzte mich auf.

„Kevin, kann ich dich etwas fragen?“

„Was denn großer Bruder.“

„Ich weiß, es ist vielleicht an den Haaren herbei gezogen, aber als du diesen einen blauen Jungen im Traum so innig geküsst hast…… bist du schwul?“

Auf einmal wurde es mir tierisch schlecht. Ich sprang auf rannte ins Bad und übergab mich. Da hatte er mich an meinem wundesten Punkt getroffen. Joshua stand hinter mir und stützte mich, denn meine Beine fühlten sich an wie Gummi.

„Es tut mir leid Kevin, das wollte ich nicht.“

„Is nicht schlimm, aber der Traum hat mich wohl sehr mitgenommen.“

„Ich meinte eigentlich was anderes….“

„Ja.“

„Was ja?“

„Ich bin schwul…“

„Cool.“

Ich schaute ihn erstaunt an.

„Was ist daran cool, das ich schwul bin?“

„Ich finds einfach nur klasse, das du deinem Bruder noch immer so vertraust. Weiß das noch jemand?“

„Ja, ein paar meiner Freunde und einige aus der Klasse.“

„Und schon ein Freund in Sicht?“

Ich fing laut an zu lachen.

„Wer sollte mich denn haben wollen?“

„Also ich finde, du siehst gut aus Kevin.“

„Eigenlob stinkt“, erwiderte ich grinsend.

Simon glich mir wie ein Spiegelbild. Beide hatten wir die hellbraunen kurzen Haare und die grüngrauen Augen. Dazu schlank gewachsen und beide 184 groß. Wer sich wundert, dass unsere Eltern bei diesem Krach noch nicht auf dem Plan standen, sie hatten es vorgezogen den Urlaub ohne uns zu verbringen.

Wir hatten sturmfreie Bude und unsere Eltern brauchten keine Rücksicht auf uns zu nehmen. Ich lief zurück in mein Zimmer.

„Kevin?“

„Ja?“

„Kann ich bei dir schlafen?“

Ich musste grinsen.

„Komm Großer, ich habe ja genug Platz“, antwortete ich Simon.

In der Nähe meines Bruder schlief ich auch sehr schnell wieder ein, in einen tiefen traumlosen Schlaf.

* *

„Klar Susanne, Simon duscht gerade, dann wollen wir frühstücken……ja, komm einfach vorbei…..du meinst wirklich Florian ist um diese Zeit schon wach….. gut du kannst es ja probieren…okay bis gleich….ciao Susanne.

Ich steckte das Schnurlose zurück in seine Station. In der Küche richtete ich die Kanne für das heiße Wasser und begann den Tisch decken, als Simon hereintrat.

„Und hast du gut geschlafen?“, fragte er.

„Den Rest der Nacht ja, danke.“

„Du deckst für vier?“

„Ja Susanne hat angerufen, sie kommt mit Florian zum Frühstück.“

„Dann werde ich gleich hochgehen und mir etwas anziehen“, meinte Simon, der nur in Shorts da stand.

Wieder alleine, stellte ich gerade die Gläser auf den Tisch, als ein Ruck durch meinen Körper ging. Ich wusste nicht was geschehen war, ich war aber definitiv nicht in unserer Küche. Vor mir erschien ein großer Bildschirm.

Ich sah Sterne, Planeten, vor mir lag das Weltall. Ein Art Raumschiff, ein sehr großes, näherte sich in meine Richtung und begann zu feuern.

Und plötzlich fand ich mich auf dem Boden unserer Küche wieder.

„Kevin?“, hörte ich es aus dem Flur schreien.

Simon kam hereingerannt.

„Was war das eben?“, fragte er mich.

„Ich weiß es nicht, hast du es auch gesehen?“

„Nein ich habe nichts gesehen, ich hab lediglich gespürt, du wärst in Gefahr.“

An der Haustür klingelte es, und da ich immer noch auf dem Küchenboden kniete, ging Simon öffnen.

„Hi Simon alles klar?“, begrüßte Susanne Simon.

„Kommt bitte rein…hallo Florian“, hörte ich Simon sagen.

„Ist etwas nicht in Ordnung?“, kam es von Florian.

„Das weiß ich noch nicht.“

Die Drei kamen in die Küche, wo ich immer noch auf dem Boden saß.

* *

„Xeraf hör auf damit!“, sagte Lepina laut.

„Das bin ich nicht, der Junge wühlt in meinem Gehirn, wie ist das nur möglich?“

„Das bestätigt, das er telepatische Kräfte haben muss, sonst könnte er nicht in dich hinein sehen.“

„Hör auf Lepina, das macht mir Angst, bisher glaubte ich, ich wäre gegen solche Angriffe hinreichend geschützt.“

„Anscheinend hat der Junge mehr Potential, als wir glaubten.“

„Wenn du recht hast wird es Zeit, dass wir ihn endlich zu uns holen.“

* *

„Was ist passiert“, fragte Susanne.

Simon half mir auf und ich setzte mich auf einen Stuhl.

„Hallo Florian und Susanne ….. setzt euch bitte, ich muss euch etwas sagen“, meinte ich leise.

Die beiden ließen sich auf der Eckbank nieder und Simon, neben mir.

„Ich weiß, dass was ich jetzt sagen werde, wird sich für euch unheimlich und erfunden anhören, aber lasst mich bitte erst erzählen, bevor ihr was dazu sagt.“

Beide nickten und so fing ich an zu erzählen. Susanne bekam den Mund nicht mehr zu, als ich von den fast Unfall berichtete und ihr das Leben gerettet hatte, ebenso von den Traum, in den sich Simon eingeklinkt hatte.

Als ich dann noch von dem Raumschiff erzählt hatte, war bei mir erst mal Sendepause. Starr und entsetzt schauten die beiden mich an.

„Ich weiß nicht was ich sagen soll…“, meinte Florian als erstes.

„Dem Florian kann ich mich nur anschließen, schon alleine das du den Unfall vorausgesehen hast.. ich bin einfach baff“, kam es von Susanne.

„Werde ich jetzt verrückt?“, meinte ich und spürte, wie es mir Tränen in die Augen drückte.

Simon legte seinen Arm um mich.

„Nein Bruderherz, sonst hätte ich dass alle nicht auch gesehen.“

Florian nahm sich ein Brötchen und schnitt es auf.

„Wie kannst du jetzt nur was essen?“, fuhr ihn Susanne an.

„Ich habe Hunger…“, sagte dieser.

„Dafür sind wir eigentlich zusammen gekommen, zum Frühstücken“, meinte mein Bruder.

Also begannen wir zu frühstücken. Trotzdem schwiegen alle, jeder machte sich seine Gedanken.

Mir stieg ein seltsamer Geruch in die Nase.

„Riecht ihr dass auch?“, durchbrach ich die Stille.

„Was denn?“, fragte Susanne.

„Hier riecht es irgendwie verbrannt…“, gab ich zur Antwort.

„Wir haben doch keine Elektrogeräte laufen“, warf Simon ein.

Und dann passierte etwas, was alle vom Essen abhielt. Die Küche um uns herum schien sich aufzulösen. Die Konturen verschwammen, bis alles nur noch weiß war.

„Was ist jetzt?“ fragte Florian erschrocken.

Er bekam keine Antwort, denn das Weiß verschwand löste sich auf wie ein Nebel, was übrig blieb, konnte keiner von uns so richtig definieren. Wir standen in einem schwach beleuchteten Raum, in denen es viele Konsolen gab.

Ein Meer von Lichtquellen und Monitoren, erzeugten das schwache Licht.

„Hat uns Scotty auf die Enterprise gebeamt?“ fragte Simon und unweigerlich fingen wir alle zu lachen, dass aber schnell wieder verstummte, denn es betrat jemand den Raum.

„Ich muss mich entschuldigen euch ohne Vorwarnung hier her geholt zu haben“, vernahmen wir eine weibliche Stimme.

„Licht!“, kam es von der anderen Seite wir fuhren herum.

Das Licht wurde langsam stärker und vor uns stand ein Mann. Naja ein Mann, so könnte man ihn ungefähr bezeichnen, er sah schon so aus wie ein Mensch, nur ein winziger Unterschied, ließ uns die Luft anhalten.

Seine Haut war blau.

* *

„Bist du sicher, es war gut alle vier herzuholen?“, fragte die Frau.

„Ich weiß es noch nicht, es sind Freunde, und so was haben wir ja gesucht“, antwortete der Mann.

„Kann mir vielleicht einer sagen, was gerade passiert ist, ich glaub ich bin im falschen Film“, sagte Susanne.

Der Mann trat vor Susanne, die ein wenig zurück wich.

„Entschuldigt nochmals, ich bin Xeraf und das ist Lepina. Wir stammen beide von Keron…“ meinte der Mann, „ wir haben euch zu uns geholt, weil wir eure Hilfe benötigen.“

„Ist das ein Raumschiff?“, fragte Florian leise.

Xeraf und Lepina schauten sich an.

„Das ist ein Firewap, einer der schnellsten Jäger seine Klasse“, sagte Xeraf.

Noch immer standen wir starr auf derselben Stelle.

„Könntet ihr euch bitte setzten, damit wir mit den Startvorbereitungen beginnen können?“, fragte Lepina.

„Ist das jetzt nicht eine Entführung?“, setzte Susanne entgegen.

„Wie gesagt, wir benötigen dringend eure Hilfe, besonders von Kevin hier“, meinte Xeraf.

Ich zuckte zusammen, als mein Name genannt wurde.

* *

Ein bisschen viel war mir das jetzt doch. Ich setzt mich auf meinen zugewiesenen Platz und beobachtete die Zwei genau was sie taten. Kaum merklich setzte sich dieser Gleiter in Bewegung. Vorbei an Mond und den Rest der Planeten.

Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich meinen können, irgend eine Folge im Fernseh von Enterprise auf dem großen Monitor zu sehen. Und doch hatte ich ein komisches Gefühl im Bauch, dass wir uns sehr schnell von der Erde wegbewegten.

Plötzlich zogen sich die Sterne vor uns in die Breite, um sich in einen Art Schlauch zu verwandeln. Nun stand Xeraf auf und setzte sich zu uns.

„Wenn ihr euch über das Durcheinander hier wundert und den komischen Geruch….. wir wurden bei unserem Abflug zu euch angegriffen?“, sagte Xeraf.

„Von so einem schwarzen Schiff, dass wie ein riesiger Toaster aussieht?“, fragte ich.

Florian musst grinsen.

„Ich weiß, welche Bilder du gesehen hast“, meinte Xeraf. „.und ich weiß auch, dass du in meinen Gedanken lesen kannst“

Ich fuhr zusammen, weil die Stimme Xerafs, der zweite Satz, wurde nicht mit seinem Mund gesprochen, sondern hörte ich ihn nur in meinem Kopf.

„ja, du brauchst keine Angst zu haben, wir können auch so reden“

Ich starrte ihm in die Augen.

„ich bin jetzt ein wenig verunsichert, erlebe so was zum ersten mal“

Er begann zu lächeln.

„keine Sorge, bald ist es normal für dich“

Ich schaute Xeraf genauer an, und bemerkte, dass er sehr gut aussah.

„oh danke Kevin, fühle mich geehrt“

Ich machte jetzt jeder roten Kontrollleuchte im Raum Konkurrenz, so glühte mein Kopf.

„Warum starrt ihr zwei euch so an, redet doch miteinander“, meinte Susanne.

„Das tun sie doch“, kam es von Lepina.

Susanne stand auf und gesellte sich zu Lepina.

„Wie … sie unterhalten sich?“

„Ja, mit den Gedanken…wie nennt man das bei euch?“, fragte Lepina.

„Telepathie“, sagte Simon.

„Dein Bruder kann Gedanken lesen?“, fragte Florian.

„Anscheinend“, erwiderte Simon.

Ich wandte mich von Xeraf ab und schaute zu Florian, der ebenfalls auf einmal rot wurde. Auf meinem Gesicht machte sich ein Grinsen breit.

„Warum hast du nie etwas gesagt?“, fragte ich Florian.

„Ähm…ich….“, Florian stammelte.

„Leute das ist gemein redet normal, ich will auch mit bekommen was los ist“, sagte Susanne.

„Geht mir genauso Susanne“, meinte Simon.

Xeraf stand auf und ging zu einer Konsole. Zurück kam er mit drei becherähnlichen Gefäßen.

„Trinkt das und ihr werdet bald ebenso bald die Gedanken des anderen hören.“

Simon sah skeptisch ins innere des Bechers. Eine neongelbe, leuchtende Flüssigkeit strahlte ihn an.

„Das kann man trinken?“, fragte Susanne.

„Probiere es ruhig, es schmeckt ganz süß“, meinte Lepina.

Susanne nippte leicht daran. Florian und Simon warteten gespannt auf ihr Urteil. Sie schaute auf und schaute zu Florian und Simon. Plötzlich fing sie laut anzulachen.

„Was ist denn?“, fragte ich sie.

„Da haben wir ja zwei Helden, die machen sich fast in die Hose, wegen diesem Getränks.“

Susanne leerte den Becher in einem Zug und stellt ihn auf der Konsole ab. Etwas betreten tranken Florian und Simon ebenso ihre Becher aus.

„Und warum bekam Kevin keinen Becher?“, fragte Susanne.

„Weil er auch ohne dieses Getränk, schon über seine Gaben verfügt“, antwortete Lepina.

„Welche Gaben?“, fragte ich erstaunt.

Xeraf setzte sich zu mir.

„Wie du schon gemerkt hast, kannst du die Gedanken von anderen lesen, wie dein Bruder, zu dem kann er sich bei dir einklinken und alles zu sehen, hören, spüren, riechen, was du erlebst real oder im Traum. Und wir haben festgestellt du kannst in die Zukunft schauen, aber du hast ein großes Potential, also lassen wir uns überraschen.“

„In die Zukunft schauen? So wie mit dem Unfall, bei Susanne?“

„Ja, das meinte ich damit.“

„Haben Susanne und Florian auch Begabungen?“, fragte ich weiter.

„Das wird sich noch herausstellen. Gedanken lesen kann jeder von beiden, aber welche zusätzliche Kraft sie haben, wissen wir nicht“, meinte Xeraf.

* *

Xeraf und Lepina hatten uns einfach ein wenig Zeit gelassen. Simon und Florian, saßen bei Xeraf und beobachtete ihn bei seinen Flugmanövern. Susanne ließ sich das Schiff von Lepina zeigen. Nur ich saß noch in meiner Ecke und beobachtete alles.

Irgendwie wurde ich müde und schloss meine Augen. Es dauerte nicht lange, und ich wusste mal wieder nicht, wo ich war.

Ich stand auf einem Art von Felsen und konnte weit hinaus blicken. Es schien irgendwie Nacht zu werden, denn ich konnte schon die schwachen Umrisse zweier Monde sehen.

Unter mir erstreckte sich ein weites Tal mit na ja Bäume konnte ich es nicht so recht nennen, jedenfalls nicht so wie ich sie von zu Hause kannte.

„Das ist unser Heimatplanet Keron.“

Ich fuhr herum, Xeraf stand neben mir.

„Du tust es schon wieder“, sagte er leise.

„Was tue ich?“, fragte ich.

„Du stöberst schon wieder in meinen Erinnerungen herum.“

„Entschuldige, dass ist keine Absicht.“

„Ich weiß.“

Wieder sah ich ihn genau an. Sein wirres, schwarzes Haar hing wild in sein Gesicht. Doch verdeckten sie die großen, grünen Augen nicht.

„Ich gefalle dir anscheinend“, sprach Xeraf weiter.

Verschämt schaute ich zu Boden.

„Du musst entschuldigen, aber du siehst wirklich gut aus“, sagte ich leise.

„Dafür brauchst du dich aber nicht zu schämen. Bei uns ist es ganz normal wenn sich ein Junge in einen anderen Jungen verliebt.“

„Wirklich?“, fragte ich und schaute wieder in diese funkelnden Augen.

„Ja.“

„Bei uns nicht, das gilt das für was Krankes.“

„Was soll daran krankhaft sein, einen anderen Menschen zu lieben?“

Ich merkte Xeraf verstand das nicht.

„Bei uns ist es normal, wenn ein Mädchen und ein Junge zusammen sind“, sagte ich.

„Das ist aber langweilig“, meinte Xeraf und trat noch ein wenig näher auf mich zu.

Mir wurde irgendwie anderst, ich spürte eine Wärme, die ich nicht kannte.

„Warum so scheu?“, fragte Xeraf.

Sein Kopf näherte sich langsam Meinem, und irgendwann trafen sich unsere Lippen.

Ich riss meine Augen auf und saß immer noch auf meinem Sitz. Ich schaute zu Xeraf, der mich anlächelte. Hatte ich geträumt oder war dies jetzt real passiert. Etwas verwirrt stand ich auf.

„Xeraf ich habe da eine Frage, du meinst also jeder, Mensch auf der Erde besitzt eine Fähigkeit?“, kam es von Florian.

„So gesehen schon, aber bei den meisten bleiben sie immer verborgen, nur bei wenigen, treten sie zum Vorschein, so wie bei Kevin“, antwortete Xeraf.

„Und warum kann ich jetzt nicht Kevins Gedanken lesen?“, fragte Florian.

„Weil er über mehrere Begabungen verfügt, er kann sich gegen äußerliche Einflüsse wehren…“, meinte Xeraf.

Immer mehr verwirrte mich dieses Gespräch, auch das was Florian vorhin gedacht hatte, als ich das erste mal in seine Gedanken eindrang. Er war verliebt in mich und ich hatte das nicht bemerkt. Warum traten erst jetzt meine Begabungen zum Vorschein.

Xeraf stand auf und wies mir seinen Platz zu. Ich folgte seiner Aneisung und setzte mich auf seinen Stuhl.

„Und was mache ich jetzt?“, fragte ich.

„Vertrau deinen Gefühlen, du wirst merken es geht von alleine“, meinte Lepina, die mit Simon und Susanne zu uns getreten waren.

Ich starrte auf den Monitor, ich wollte einen Knopf drücken, aber als ich den Gedanken im Kopf hatte, drückte sich der Knopf bereits von alleine. Alle starrten mich an. Xeraf lächelte mich sanft.

„Ich hab dir gesagt Lepina, er ist es…“, meinte Xeraf.

„Du bist dir wirklich sicher?“, fragte Lepina.

„Also Xeraf, mich als Königssohn zu bezeichnen ist das nicht ein wenig übertrieben?“, fragte ich und zog das Erstaunen aller auf mich.

„Du bist was?“, fragte Simon erstaunt.

„Er ist der geistige Sohn unseres verstorbenen Königs Thelas“, meinte Lepina, „ als er starb, hat er all sein Wissen auf einen Anderen übertragen, und wir wurden losgeschickt, diesen jemanden zu suchen.“

„Entschuldigt die dumme Frage, aber warum hat er keinen von euren Leuten genommen“?“, fragte Simon.

„Es steht uns nicht zu, eine Entscheidung unseres Königs anzuzweifeln“, meinte Xeraf.

„Er ließ uns lediglich ausrichten, das wir den Einen suchen sollen, der mit drei Freunden, dass Land wieder auf den richtigen Kurs bringt, den seit Thelas Tod, ist die Ordnung zerbrochen und der Streit um den Thron entfacht“, fügte Lepina hinzu.

Ich konnte nicht anderst und fing hysterisch an zu lachen. Doch dann veränderte sich etwas, die Zeit um mich herum blieb stehn, mein Lachen war abrupt still. Meine Freunde verschwanden von meinem Blickfeld, Lepina und Xeraf ebenso.

Vor mir erschien ein Art Thronsaal, in dem viele Leute zugegen waren. Alle starrten auf mich. Diese Stille um mich herum machte mich nervös. Ich drehte mich um meine eigene Achse, um alles erfassen zu können.

Am Ende des Saales standen komische Gestalten, wie ich sie zuvor nie gesehen hatte. Sie stritten sich anscheinend, was aber dennoch komisch war, es blieb still, ich konnte nur die Geräusche meiner eigenen Bewegung hören.

Plötzlich saß ich wieder im Stuhl, die anderen um mich gescharrt, bis auf Simon, der auf dem Boden kniete.

„Was hast du gesehen?“, fragte mich Xeraf.

„Wieso, konntest du es nicht sehen?“, fragte ich erstaunt und machte mir Sorgen um meinen Bruder, der etwas benommen aufstand.

„Nein, du hast dich total verschlossen“, antwortete Xeraf.

„Und was ist dann mit Simon?“

Lepina führte ihn auf den Stuhl neben mich.

„Simon, Kevin, ist dein leiblicher Bruder, dein Zwilling noch dazu. Ihr habt eine besondere Verbundenheit miteinander. Alles was du spürst und siehst, sieht und spürt er auch.“

„Könnte das nicht für uns gefährlich werden?“, fragte ich, „ich meine, was jetzt auf uns zu kommt, weiß ich nicht, aber diese Verbundenheit zu mir, könnte doch gefährlich werden, wenn etwas passiert.“

Xeraf schaute zu Boden und schwieg.

„ja, das kann ein Nachteil sein“

„Xeraf schau mich an“

Eine unbekannte Stärke fing plötzlich in mir an zu fließen, ich war völlig ruhig, frei von negativen Gedanken. Ich stand auf und nahm Xeraf in den Arm.

„Du hast dich aufgemacht und mich gesucht. Und jetzt, wo du mich gefunden hast, werde ich dir auch helfen, egal was kommen mag. Ich weiß nicht welche Rolle es spielt, dass ich schwul bin und im Begriff bin mich in dich zu verlieben, aber eins sei dir gewiss, ich stehe zu dir.“

Xeraf schaute auf und sah mich an, seine Augen nahmen einen warmen goldenen Ton an.

„Ich danke dir, mein Gebieter….“

Xeraf verneigte sich tief vor mir.

„Also Leute, dieses Hirnquasseln finde ich nicht gut, man bekommt ja gar nichts mit“, sagte Susanne.

Lepina lächelte.

* *

Ich lag in einer Kammer auf einem Art von Bett. Langsam aber sicher fand ich mich in dem Gewirr von Gedanken zurecht. Was König Thelas mir alles vermittelt hatte war immens. Ich war jetzt auch meiner Stärken bewusst.

„Darf ich eintreten?“

Ich erschrak, weil ich nicht bemerkt hatte, das Xeraf vor meiner Tür stand. Nur mit der Stärke meiner Gedanken, öffnete ich die Tür.

„Danke“, meinte Xeraf und trat ein.

Er schaute sich um, doch ich wusste schon was er wollte.

„Setzt du dich zu mir?“, fragte ich.

Er lächelte.

„Xeraf, ich habe da eine Frage….“

„Ja?“

„Bin ich jetzt so was wie eine gespaltene Persönlichkeit? Ich meine, jetzt wo das Wissen Königs Thelas voll auf mich einwirkt..“

„Nein Kevin, du hast nur sein Wissen geerbt nicht seine Persönlichkeit:“

„Aber ich fühle mich so mächtig, frei…“

„Das ist dein Wissen über das Leben, dass dir dies alles verleiht.“

Ich schaute Xeraf in seine Augen. Sie waren nicht mehr goldschimmernd, sie hatten jetzt ein tiefes Rot angenommen.

„Was denkst du?“, fragte Xeraf.

Ich musste grinsen. Xeraf war es wirklich nicht möglich meine Gedanken zu lesen, wenn ich es nicht wollte. Ich lehnte mich zurück auf mein Kissen und öffnete meine Gedanken.

„Du willst also wissen was ich denke, dann schau mir in die Augen Xeraf“

„Deine Zuneigung mir gegenüber hat zugenommen“

„Was soll ich machen, irgendetwas an dir nimmt mich gefangen“

Ich hob den Arm und strich sanft über Xerafs Wange. Sie fühlte sich samtig weich an. Xeraf schloss die Augen und begann irgendwie seltsam zu leuchten.

„Was ist das?“

„Wenn keronische Männer stimuliert werden, geben sie Energie ab, sie beginnen zu leuchten.“

„Alle?“

„Ja alle. Und wie ist es bei euch?“

Ich wurde rot. Xeraf öffnete die Augen und sah mich durchdringend an.

„Was ist?“, fragte er.

Er legte seine Hand auf meinen Bauch und sofort spürte ich diese Energie die er abgab.

„Seit ihr gleich gebaut wie wir?“, fragte ich leise.

„Eigentlich ja, bis auf ein paar innere Organe bei uns gibt es kein Unterschied.“

„Na ja, wir haben ein Organ, das sich bei verändert, wenn wir erregt sind.“

„Und welches, darf ich das sehen.“

Ich musste schwer schlucken.

* * *

„Ich mach mir Sorgen um meine Bruder“, sagte Simon.

„Warum?“, kam es von Lepina.

„Er war bis jetzt eher der Einzelgänger, weil er….“

Simon brach mitten im Satz ab.

„Ist es so schlimm, andere Gefühle zu haben wie jeder andere um einen herum?“, fragte Lepina.

„Ich denke es ist nicht schlimm, aber viele können damit nicht umgehen.“

Plötzlich wurde der Firewap durchgeschüttelt.

„Was war das?“, fragte Simon besorgt.

Lepina schaute auf einen der Monitore.

„Wir werden angegriffen…..“

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Information Mein Alptraum
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 10:23 AM - No Replies

Mein Alptraum
„Mum jetzt komm schon! Ich hab keine Lust wegen Euch den Zug zu verpassen!“
„Jetzt mach mal Halblang! Dein Vater musste halt noch in die Apotheke!“
War ja klar. Was sollte ich auch sonst zu hören bekommen. Immer das gleiche! Meine Eltern wollten mich zum Bahnhof fahren weil wir, also meine Klasse und eine Parallelklasse, auf Klassenfahrt fahren. Und was machen meine Eltern?
Erst mal im Bahnhof einkaufen gehen! Immerhin haben hier die Geschäfte ja schon um sieben Uhr Morgens auf. Und ich soll dann warten und nicht vorrennen. Schließlich haben sie mich ja hier her gefahren und wollen mich auch auf dem Bahnsteig verabschieden.
Und ich kann mir schon denken wie… mit Küsschen auf jede Seite, mit Taschentuch hinterher winken und dem Zug nachlaufen… So langsam sollten die echt begreifen, dass ich schon eine ganze Weile siebzehn bin und in einem halben Jahr meinen achtzehnten Geburtstag feiere.
Die treiben mich echt noch in den Wahnsinn! Zumindest bringen die mich bestimmt noch zur Verzweiflung, wenn mir schon nicht der Wahnsinn vergönnt ist.
Und wenn selbst das nicht eintritt, sind sie doch auf jeden Fall dafür verantwortlich, dass ich bestimmt schon 50 Prozent meines Lebens mit rotem Kopf verbracht habe.
Ärgerlich streife ich mir die Träger meines Rucksacks von den Schultern und schleudere ihn in die Ecke. So langsam wird das Ding nämlich schwer. Dies ist einer der wenigen Momente in denen ich auf einmal doch schon fast Erwachen bin. Selbst mein Vater hat mir den Rucksack nicht mal für zwei Minuten abgenommen.
Aber der musste ja auch noch in die Apotheke.
Hatte ich das schon erwähnt?
Bestimmt!
Immerhin hatte das ja keine Zeit bis ich im Zug sitze.
Aber bestimmt wisst ihr noch nicht, dass er vorher noch im Supermarkt und beim Bäcker war.
Dass wir auch noch an einem kleinen Obst- und Gemüsestand vor dem Bahnhof halten mussten, muss natürlich auch noch erwähnt werden. Erdbeeren sind ja wichtig! Genauso wie die Granatäpfel, der Sekt, die Croissants, die Marmelade mit Cognac, die Sahne, der Honig und der Schokoladensauce im praktischem Spender.
Und?
Habt ihr erraten was das wird?
Treffer!
Junior ist nicht da und wir kaufen augenblicklich Alles für ein ausgiebiges Frühstück im Bett! Zum Glück gibt es hier kein Fischgeschäft, sonst wären bestimmt auch noch Austern dazu gekommen. Und was mein Vater jetzt grade in der Apotheke kauft, will ich erst gar nicht wissen!
Aus den Augenwinkeln sehe ich wie meine Mutter belustigt zu mir rüber guckt.
„Mach dir keine Sorgen du kommst schon noch rechtzeitig zu deinem Lukas.“
Ihr fragt euch wer Lukas ist?
Lukas ist mein Freund. Schon seit einem halben Jahr. Es hat etwas gedauert und war etwas chaotisch bis wir zusammen waren, was vor allem an meinen Eltern lag.
Ja, wie so viele hatte auch ich ein paar, wenn auch ungewöhnliche, Probleme mit dem Coming-Out. Aber jetzt ist er mein Ruhepol mit dem ich jede einzelne Minute verbringen will.
„Wenn das da drin noch länger dauert“, damit deute ich auf die Apotheke, “ist Lukas schon längst mit den Anderen weg!“
“Und ich stör euch bei eurem Frühstück!“ rutscht es mir aus versehen raus.
„Es ist doch noch genug Zeit. Und selbst wenn; dann leistet du uns halt Gesellschaft“, entgegnet meine Mutter.
OK.
Das war es wieder. Sie hat es wieder geschafft. Diesmal werd ich zwar nicht rot, dafür aber weiß. So weiß, dass selbst unsere neu renovierte „wir-haben-leider-keine-anderen-Farben-außer-weiß-Schulaula“ vor Neid grün werden würde.
Es gibt einfach Dinge die will man sich nicht vorstellen.
Selbst ein ordentlicher Alptraum würde darum einen Bogen machen und von sich aus zum Psychiater gehen. Und das Wort „Eltern“ in Kombination mit dem „S-Wort“ gehört auf jeden Fall dazu.
Aber wer von euch würde das wohl ernsthaft bestreiten.
Bevor meine Mutter jedoch noch mehr dazu sagen kann, sehe ich zum Glück meinen Vater durch die Schaufensterscheibe, wie er auf die Tür zukommt um die Apotheke wieder zu verlassen. Augenblicklich hieve ich mir wieder meinen Rücksack auf den Rücken.
„Wir können weiter.“
Und mach mich auch schon auf den Weg.
Hinter mir höre ich meine Eltern.
„Was hat er den?“ Mein Vater.
„Ich glaub’ er ist in Zukunft auch auf das Wort „Frühstück“ allergisch.“ Meine Mutter, mit dem für sie so typischen Unterton.
Meine Hand schließt sich etwas fester um den Handlauf der Rolltreppe, die ich grade erreicht habe.
„zwei Woche Ruhe…zwei Woche Ruhe…zwei Woche Ruhe“ wiederhole ich mein aktuelles Mantra der letzten Wochen immer wieder in Gedanken. Natürlich bin ich deshalb natürlich wieder so abwesend, dass ich über das Ende dieser blöden Rolltreppe stolpere.
„Paul, alles in Ordnung?“
Ihr fragt euch wer Paul ist? Paul, das ist das bedauernswerte ich. Also der, der euch grad zulabert und versucht vor seinen Eltern zu seiner Klasse zu flüchten.
„Ja, nix passiert“, nuschle ich vor mich hin, während ich schon nach meiner Klasse suche.
Na ja, eigentlich nach Lukas. Aber der Rest der Klasse reicht mir erst mal auch.
Mit meinem Gepäck gehe ich den Bahnsteig entlang, meine Eltern hinter mir her.
Nach nicht einmal zehn Metern sehe ich ihn dann.
Lukas!
Ein Stück vor mir. Inmitten der anderen Schüler, deren Eltern und den beiden Lehrern, die auf uns aufpassen sollen.
Ohne auf meine Begleitung zu achten versuche ich so schnell wie möglich zu ihm zu kommen. Ein paar Leuten ausweichen, einige Haken schlagen und schon sieht er mich natürlich bevor ich bei ihm bin. Mit einem Lächeln im Gesicht stelle ich mich zur Gruppe.
„Morgen.“
Lukas streicht zur Begrüßung leicht über meinen Arm. „Hallo Kleiner. Wie war dein Morgen?“
Ich verdrehe wie fast jedes Mal nur meine Augen als Antwort.
„Also wie immer.“
„Hast du etwa was anderes erwartet?“
„Hast du zufällig neue Eltern?“
„Hä?“ ich sehe ihn fragen an. „Wie kommst du darauf?“
„Weil das für dich wohl die einzige Möglichkeit ist einen ruhigen Morgen zu verbringen.“
Lukas Erklärung bringt dann doch ein Lächeln in mein Gesicht. So langsam wird der Tag besser.
Und erst jetzt sehe ich mir meine Umgebung etwas genauer an.
Bei uns stehen noch Martin und Achim, eigentlich Joachim, aber wenn er wüsste, dass ich Euch das verrate würde er mich durch den ganzen Bahnhof jagen.
Neben uns stehen Lukas Eltern zusammen mit Herrn Dreiher, unserem Klassenlehrer und Frau Unger, die für unser biologisches Wissen verantwortlich und die Klassenlehrerin der anderen Klasse ist.
Zu dieser Erwachsenen Gruppe stellen sich dann auch meine Eltern.
Na ja… fast….
Zumindest mein Vater stellt sich dazu.
Der Weg meiner Mutter beschreibt einen leichten Bogen. Auf diesem begrüßt sie kurz die Anwesenden und kommt dann ohne anzuhalten auf mich zu.
„Paul, ist dir auch wirklich nicht passiert?“
Ihr Mutterinstinkt ist scheinbar grade mal wieder sehr ausgeprägt.
Bevor ich irgendwie regieren kann, habe ich schon eine ihrer Hände am Kragen meines Poloshirts, an dem sie augenblicklich herumzupft. Ihre andere Hand ist nur wenig später etwas tiefer beschäftigt und klopft mir den eigentlich nicht vorhandenen Staub von meiner Hose.
„Wenn du jetzt noch ein Taschentuch rausholst und mir im Gesicht rumwischt komm ich nie wieder nach Hause!“
„Stell dich nicht so an. Du willst doch ordentlich aussehen.“
Das erklärt natürlich warum meine Mutter es für nötig hält meine zerrissene Jeans zu säubern.
Doch da für sie das Thema erst mal erledigt ist beschwer ich mich lieber nicht weiter. Immerhin stellt sie sich nun ebenfalls zu unseren Lehrern.
„Ich hab doch gesagt wir bekommen hier was geboten. Und du wolltest dich zu Melanie stellen.“
Martin gibt sich nicht einmal die Mühe leise zu sprechen. Ebenso wenig wie Achim.
„Hattest Recht. Paul und seine Eltern sind besser als Kino.“
Mit flehendem Blick guck ich zu Lukas. Doch der steht nur mit blitzenden Augen da und kaut leicht auf seiner Unterlippe.
Scheinbar ist er kurz vorm loslachen.
Na toll!
„Jetzt fängst du auch noch an!“ fahre ich ihn an.
Eigentlich will ich es ja nicht. Aber nach dem Einkaufsmarathon mit meinen Eltern am frühen Morgen kann ich nicht anders, auch wenn es mir sofort wieder Leid tut.
In Lukas Augen sehe ich ein kurzes Erstaunen. Dann kommt er allerdings den halben Schritt, den wir auseinander standen, auf mich zu und umarmt mich.
„Sorry, ich wollt mich nicht über dich lustig machen“, meint er nur zu mir und gibt mir dann einen Kuss, bei dem ich ihm alles vergeben hätte.
„Wo ich euch beide grade so stehen sehe.“ Meine Mutter hinter meinem Rücken.
Kennt ihr das?
Wenn man einen Film guckt und dort alles schön bunt und fröhlich ist?
Und dann beginnt eine leichte Geigenmusik, die immer dunkler und schneller wird. Spätestens wenn die Musik nur noch aus kurzen, schnellen Stakkatos besteht weiß man, dass einem der Horror genau bevor steht.
Die gleiche Wirkung hat grade die Stimme meiner Mutter.
„Wir haben euch noch was für Unterwegs mitgebracht.“
Mit diesen Worten fängt sie an in ihrer Handtasche zu wühlen. Nach einigem hin und her schieben des Inhaltes zieht sie zwei kleine Schachtel aus ihrer Tasche.
Mit einem wahrscheinlich wirklich ernst gemeinten Lächeln hält sie mir beide entgegen. Als ich danach greifen will sehe ich einen Teil der Aufschrift.
Aber der reicht mir erst mal.
15 x EXTRASTARK
Sofort merke ich wie mir das Blut in den Kopf schießt.
Hinter mir höre ich Martin und Achim wieder kichern.
Und ich frage mich nicht zum ersten Mal wofür meine Eltern mich eigentlich halten.
Für ein notgeiles Karnickel?
Wir werden grade mal vierzehn Tage weg sein, inklusive An- und Abfahrt!
Und die geben mir dreißig Kondome mit!
„Und dein Vater hat auch noch was für dich.“
„Ach ja! Hätte ich fast schon wieder vergessen. Deshalb musste ich auch noch in die Apotheke.“
Mit diesen Worten drückt mir mein Vater noch eine kleine Tube in die Hand.
Was da drin ist könnt ihr euch wohl denken.
Und Lukas kann es wohl auch. Ich merke wie er nun auch neben mir nervös wird.
„Was guckt ihr denn so. Wisst ihr nicht was ihr damit machen sollt?“
„Na dann können sie ja Frau Unger fragen. Die kommt ja zum Glück mit auf Fahrt.“
Martin und Achim lehnen mittlerweile aneinander um nicht vor lachen umzukippen.
Und auch unsere anderen Mitschüler kann ich nun grinsen sehen.
Zumindest zum Teil.
Einige sind gleich zum kichern gekommen und stehen nun ebenfalls kurz vorm Lachanfall.
Ich selbst starre noch immer auf die Geschenke, wahrscheinlich mit einem dämlichen Grinsen im Gesicht.
Auch Lukas sieht so aus als würde er sich am liebsten unter den Gleisen verstecken.
„Ich weiß gar nicht, was diese jungen Leute haben. Die sollen doch froh sein, dass sie in so aufgeklärten Zeiten Leben.“
Der Einwurf stammt von eine älteren Herren.
Dunkler Anzug, helles Hemd darunter, sogar das ordentlich gefaltete Taschentuch fehlte nicht. Neben ihm steht scheinbar seine Frau. Ebenfalls im aufeinander abgestimmten Kostüm und aufwendig toupierten Haaren.
“Wenn wir damals solche Hilfsmittel gehabt hätten wäre das mit den Mädchen viel einfacher gewesen.“
„Karl, ich glaube nicht, dass diese jungen Männer die Kondome für Mädchen brauchen“, mischt sich nun auch noch seine Frau ein.
Wie rot kann man eigentlich werden?
„Ich sag doch, wenn wir solche Hilfsmittel gehabt hätten, wäre das früher Alles viel einfacher gewesen“, erwidert dieser mit dem süffisantesten Grinsen das ich in meinem Leben gesehen habe.
Meine Eltern stehen mir noch immer lächelnd gegenüber.
Lukas Eltern scheinen sich grade auch in der Rolle der aufgeklärten Erziehungsberechtigten zu gefallen.
Nur Frau Unger schein etwas Angst zu haben wir könnten sie wirklich nach dem richtigen Gebrauch der Kondome fragen.
Ich drehe mich zu Lukas um und drücke mich an ihn ran.
Mein Gesicht liegt an seinem Hals.
„Duhu?“ säusele ich während ich seine Hand beruhigen auf meinem Rücken spüre.
„Wenn wir jetzt eine Woche weg sind, können wir mir dann nicht neue Eltern suchen?“
„Au ja. Am Besten welche die nicht ganz so aufgeklärt sind.“
„Und auch nicht ganz so offensiv sind!“
„Etwas weniger Akzeptanz?!“
„Und vielleicht sogar ein bisschen intolerant!“
„Das wäre Klasse!“ höre ich noch Lukas Bestätigung bevor der einfahrende Zug, der uns aus diesem Alptraum herausholt, das Gekicher und Lachen um uns herum übertönt.
*-* Ende *-

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Information Makellose Schönheit
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 10:22 AM - Replies (1)

Makellose Schönheit – Teil 1

Seth schmiss die Tasche in den Kofferraum und stieg vorne bei Dad ein. Ich nahm hinten Platz.

„Wir sind spät dran!“, meinte Dad.

„Bruce hat Stunden im Bad verbracht“, kam es vom Seth.

„Euer Bad ist groß genug für euch zwei.“

„Ich habe ja nicht so lange gebraucht“, meinte Seth und schaute zu mir nach hinten.

Ich zeigte ihm den Mittelfinger und schaute zum Fenster raus.

„Soll ich euch so in zwei Stunden dann abholen?“, fragte Dad.

Seth sah zu mir.

„Nein! Wir gehen anschließend schwimmen.“

„Schwimmbad?“

„Nein See, da sind wir ungestörter.“

„Tja, die Mädels fliegen auf euch. Und dann noch im Zweierpack… euch steht die Welt offen.“

Seth grinste vor sich hin. Ich konnte dagegen diese blöden Sprüche nicht mehr hören. Also gebe es nichts Wichtigeres als Mädchen. Das mag für Seth zutreffen, nicht für mich. Ja, es gab mich in zweifacher Ausführung.

Ich wusste zwar nicht wie, aber meine Mutter war die Einzigste, die uns auseinander halten konnte. Dad sprach uns grundsätzlich mit falschen Namen an. Und Fremde konnten uns eh nicht unterscheiden.

Zudem hatten wir auch immer dieselben Klamotten an. Denselben Schmuck und auch die Frisur war immer gleich. Beide blonde Haare, glatt und an den Seiten etwas gewellt. Die blauen Augen waren unser Markenzeichen.

Das Gardemaß von 1,85m war bei den Fotografen gleichermaßen beliebt wie unsere durchtrainierten Körper. Eben zum verwechseln ähnlich. So leicht wollten wir es auch niemandem machen.

Mit Seth im Doppelpack, konnte man ja keinen Freund finden. Ja, dass war das Einzigste, was mich und meinen Bruder unterschied. Ich war schwul und er stand auf Mädchen. Als ich mich vor einem Jahr geoutet hatte, nahm es die Familie erst mit gemischten Gefühlen auf.

Dad überspielte es einfach und Mum redete nicht weiter darüber. Nur Seth, er war für mich da. Er hatte mich oft in den Arm genommen, als ich die Nächte lang durchgeweint hatte. Auch gab er mir oft die Geborgenheit und Wärme, die ich vermisste.

Ich liebte meinen Bruder abgöttisch, auch wenn es zwischen uns oft mal Krach gab. Wir verfügten über unsere besondere Verbundenheit, die in nichts nachstand. Was mein Bruder fühlte, spürte ich genauso.

War mir unwohl, so kam Seth zu mir und ich sah, es ging ihm nicht anders. Als ich mir mit acht Jahren den Arm gebrochen hatte, wusste es Seth schon, bevor ihm noch jemand etwas erzählt hatte.

Er war es, der Mum in den Garten zog und meinte, dort sei etwas passiert. Beim Klettern vom Baum gestürzt und die Elle war futsch. Mein Bruder klagte lange über Schmerzen im Arm, doch niemand glaubte ihm so recht.

Jetzt waren wir zu einem neuen Fotoshooting unterwegs. Dad fuhr recht rasant. Es drückte mich in jeder Kurve fast in die Tür.

„Dad, wir wollen Heil ankommen“, meinte ich.

„Dein Bruder ist nach wie vor ein Angsthase, Seth“, meinte Dad, aber das Tempo drosselte er nicht.

Bilder am See. Wie oft hatten wir schon in trüben Tümpel gestanden und uns fotografieren lassen. Ich sollte mich aber nicht beschweren. Die vielen Bilder, die von uns veröffentlicht wurden, brachten ganz schön Geld.

Eigentlich hätten wir mit unseren neunzehn Jahren jeder schon ein eigenes Auto haben können, doch unsere Eltern hielten davon nicht so viel. Gegen unsere Leidenschaft Crossrennen zu fahren konnten sie aber nichts tun.

Es blieb ihnen da auch nichts anders übrig und uns da auch zu unterstützen. Schließlich hatten sie ja auch etwas von unserem Verdienst. Dad bog auf in eine kleine Seitenstraße, die hinaus ins Waldgebiet führte.

Ein See mitten im Wald. Eigentlich sollte man meinen, dass so ein Badesee zu dieser Jahreszeit und bei den Temperaturen eigentlich völlig überfüllt hätte sein müssen. Nein dass war er nicht.

Trotz der eigenen Bushaltestelle, war er für viele einfach zu abgelegen und das örtliche Schwimmbad näher. Holpernd rollte Dads Wagen auf dem Parkplatz aus. Das Kamerateam von Mr. Turnhill war schon Vorort und mit dem Aufbauen beschäftigt.

Während Dad sich noch mit Mr. Turnhill unterhielt, hatte ich schon unsere Tasche aus dem Kofferraum geholt. Seth lief vor mir her. Er hatte wie ich Turnschuhe, helle Jeans und ein Hemd an.

Unsere Standardkleidung bei Fototerminen. Meistens hatten die Fotoleute auch etwas zum Anziehen dabei. Ich stellte die Tasche ab und ließ mich neben Seth auf dem alten Baumstamm nieder.

„Wäre es nur schon vorbei… ich will endlich mal einen Tag in Ruhe verbringen.“

Seth hatte völlig Recht. Jeden Tag Termine, auch ich wollte mal frei haben. Doch unser Dad hielt uns mit Termin in Trab. Er war so etwas wie unser Manager und wusste angeblich, was für uns gut war.

Bis eben auf die Wochenenden, die waren uns heilig.

„Geht auch vorbei“, meinte ich.

Dad winkte uns noch zu und schon war er weggebraust. Mr. Turnhill erklärte uns, was er für Bilder erwartete. Zu unserem Glück, die meisten im Wasser. Bei über dreißig Grad im Schatten sehr angenehm.

Turnhill wollte unsere erotische Ausstrahlung einfangen, die wir als Brüder so drauf hatten. Ich fand das toll, wenn Seth mich so leidenschaftlich in den Arm nahm, mich sanft berührte. Eine Frau brachte uns Jeans, die wir anziehen sollten.

Na toll mit Jeans ins Wasser. Na ja später wenn wir alleine waren, konnten wir richtig schwimmen gehen. Wir zogen uns um und traten nur in Jeans ans Wasser. Ein Seufzer ging über Seths Lippen, als er mit den Zehn das Wasser berührte.

„Herrlich erfrischend“, meinte er leise und ich stellte mich ebenso ins Wasser.

Die folgenden zwei Stunden standen wir am und im Wasser… lagen am Ufer oder im Wasser… saßen auf dem großen Baum, dessen Äste weit aufs Wasser reichten. Immer schön lächeln oder ernst gucken.

Meinen Bruder anhimmeln hatte er am Anfang gesagt. Damit hatte ich keine Schwierigkeiten. Seth war der ältere von uns, wenn auch nur fünf Minuten, aber für mich war er der große Bruder.

Das letzte Foto wurde geschossen und das Team begann einzupacken. Ich hatte mich im Vorfeld schon ungeschaut. Wir waren wie vermutet fast alleine am See. Vereinzelt konnte ich Handtücher liegen sehn, aber das war es schon.

Wir gaben die triefenden Jeans zurück und verabschiedeten uns von Mr. Turnhill. Eine halbe Stunde später waren wir alleine. Seth kam zu mir, legte seinen Arm von hinten um mich und kuschelte sich kurz um mich.

„Endlich alleine, Kleiner.“

„Ja:“

Ich befreite mich aus seinem Arm und zog die Handtücher aus der Tasche.

„Deine Badeshorts“, meinte ich und reichte sie ihm.

„Was brauch ich die, ich geh nackt baden“, sagte Seth.

Schon hatte er die Boxer herunter gezogen, aufs Handtuch geworfen, und rennend ins Wasser gesprungen. Ich genoss seinen Anblick. Ja… er sah aus wie ich. Aber wie schon gesagt, ich liebe meinen Bruder und auch seinen Anblick, wenn er nackt vor mir herum springt.

Außer den Bildern im Internet bekam ich nicht groß nackte Jungs zu Gesicht. So nahm ich eben vorlieb mit meinem Bruder und der konnte sich schließlich sehen lassen. Ich grinste und trank ein Schluck Wasser.

„Komm rein, es ist so geil“, rief Seth, der einige Meter vom Ufer wieder aufgetaucht war.

Ich stellte die Wasserflasche hinter die Tasche und war am Überlegen, ob ich wie Seth nackt baden gehen sollte. Ich wusste ja, wo dass wieder endete. Na egal, dachte ich mir. Zog ebenfalls meine Boxer aus und folgte gemächlich meinem Bruder.

Eine halbe Stunde später lagen wir beide auf unseren Tüchern. Abtrocknen mussten wir uns nicht, wir ließen uns in der Sonne trocknen. Ich hatte die Augen geschlossen und genoss die Wärme der Sonne.

Plötzlich spürte ich Seths Hand auf meiner Brust.

„Lust?“, hörte ich ihn leise sagen.

Ich drehte meinen Kopf zu ihm und sah sein grinsendes Gesicht. Ein Blick nach unten verriet mir, dass mein Bruder mächtig aufgegeilt war. Sein Schwanz stand wie eine Eins. Was bei mir zu folge hatte, dass ich Sekunden später in der gleichen Lage war.

Ohne ein Wort von mir zu hören, hatte Seth bereits seine Hand an meinem Schwanz und begann ihn zu reiben. Er beugte sich über mich und küsste meine Lippen. Halt Stopp. Jeder der jetzt meinte, mein Bruder wäre doch schwul, hatte sich getäuscht.

Einzig sein Brüderchen, also ich, kam als männlicher Vertreter der Gattung Jugendlicher in den Genuss, so von ihm verwöhnt zu werden. Sonst hatten diesen Vorzug nur diverse Freundinnen an seiner Seite.

Ich streichelte ihm über den Rücken, was ein wohliges Brummen seitens Seth hervorbrachte. Außer küssen und mir einen herunter holen, machte Seth dann doch nicht. Weiter war er nie gegangen.

Ich dagegen konnte und wollte auch immer mehr. Ich drückte ihn zu Boden und wanderte küssend über seine Brust und seinen Bauch. Bis ich dann an den Ort meiner Begierde angekommen war.

Steil nach oben ragte mir Seths Schwanz entgegen, den ich begann mit der Zunge zu bearbeiten, was erst ein Schaudern, dann ein Stöhnen bei Seth verursachte. Ich nahm das heiße Teil in den Mund und begann daran zu saugen.

So aufgeheizt Seth war dauerte es nicht lange. Mit einem leisen Wimmern entlud er sich in meinem Mund. Auch er war nicht untätig gewesen. Während meiner Lutschaktion rieb er kräftig an meinem Schwanz, dass ich fast zeitgleich mit ihm kam.

Erschöpft ließ ich mich wieder neben ihn fallen.

„Das habe ich jetzt gebraucht“, hörte ich Seth sagen.

Ich grinste. Ich spürte seinen Finger, der auf meinem Bauch meine Sauce weiter verteilte.

„Willst du dich nicht waschen?“, fragte er.

„Ja, hast Recht, bevor es eintrocknet. Danach werde ich mich anziehen. Da drüben scheint eine kleine Gruppe zu kommen.“

Seth kniff die Augen zusammen und blinzelte in die Richtung, in die ich zeigte.

„Guter Vorschlag!“, meinte er und griff nach seiner Shorts.

Ich nahm meine ebenso und lief hinunter zum Wasser. Seth folgte mir. Ich wusch mich ausgiebig ab und streifte mir meine Shorts über. Seth hechtete ins Wasser und schwamm mit kräftigen Zügen zum Seemittelpunkt.

Dort befand sich eine kleine Insel. Ich sprang ihm hinterher. Einholen konnte ich ihn nicht, dazu war er einfach zu schnell. Aus dem Augenwinkel heraus sah ich, dass es sich bei der Gruppe, die eben angekommen war um Leute in unserem Alter handelte.

Gemischt und schön gleichmäßig verteilt. Man hätte meinen können, es seine alles Pärchen. Doch einige lagen alleine auch die Typen. Um über ihr Aussehen nachzudenken, war ich aber einfach zu weit weg.

„Bruce, du lahme Nuss, wo bleibst du denn?“, rief Seth, der die Insel schon fast erreicht hatte.

Durch das Rufen meines Ebenbildes, wurde die Gruppe auf uns aufmerksam. Alle schauten in unsere Richtung. Mit kräftigen Zügen versuchte ich meinen Bruder zu erreichen, der Schon im Sand lag, als ich das Ufer erreichte.

„Du warst schon mal schneller“, meinte Seth.

„Man muss ja keinen Rekord aufstellen, oder?“

Seth sah mich an.

„Was ist los?“

Ich ließ mich neben ihn in den Sand fallen und schaute gen Himmel.

„Nichts!“

„Bruce erzähl keinen Mist, ich spür genau wie unwohl du dich fühlst.“

Ich blickte ich an und grinste.

„Vor dir kann ich eben nichts verbergen“, meinte ich und mein Blick wanderte zu der Gruppe, die sich nun ins Wasser begab.

„Etwas Interessantes dabei?“, fragte Seth, der meinem Blick folgte.

„Für dich?“, meinte ich grinsend, obwohl ich wusste was er meinte.

Dies hatte ein sanfter Knuffer zur Folge, was ich gespielt mit einem Aua kommentierte.

„Was ist los?“, meinte Seth und legte seinen Arm um mich.

„Ich weiß nicht… wie ich dir das sagen soll.“

„Warum?“

„Ich habe Angst… dir damit weh zu tun.

„Wieso solltest du mir wehtun… mit was?“

„Ich finde es toll… wenn du mit mir… ach du weißt schon…“

„Ja… und?“

„Bist du mir arg böse…, wenn ich sage ich will einen Freund?“

Seth fing schallend laut an zu lachen, nahm meinen Kopf in den Schwitzkasten und rubbelte mit der Faust über mein Haar.

„Warum soll ich dir den böse sein… ich habe doch auch eine Freundin und mach das… ja eben das.“

„Ich… ich dachte nur… du könntest denken ich mag dich nicht mehr so… weil ich einen Freund will.“

„Lieber Bruce, du bist zu kopflastig!“

Bevor ich diesen Satz kommentieren konnte, hörte ich Stimmen hinter uns. Die Gruppe vom Ufer hatte wohl dieselbe Idee gehabt wie wir und war zur Insel geschwommen.

„Schwimmen wir zurück?“, fragte ich.

„Jetzt warte doch mal… vielleicht ist wirklich etwas Interessantes für mich dabei“, antwortete Seth süffisant.

Seth wusste genau warum ich mich unwohl fühlte. Es war einfach nicht mein Ding jemand kennen zu lernen, dafür war ich zu schüchtern. Sie hatten das Ufer erreicht und stiegen langsam aus dem Wasser, bevor sie wie wir im Sand landeten.

Seth sah erst zu mir und dann zu der Gruppe.

„He guckt mal, dass sind ja Zwillinge“, hörte ich eine Mädchenstimme.

Nun drehte ich auch den Kopf zur anderen Seite und bemerkte, dass wir gerade genau gemustert wurden. Natürlich blieb es nicht aus, dass ich rot wurde.

„Wollt ihr euch nicht zu uns gesellen?“, rief nun ein Typ, der neben dem Mädchen stand.

Seth war einfach aufgesprungen.

„Klar doch!“, rief er zurück.

Ich atmete tief durch. Na super. Schweren Herzens stand ich auch auf und folgte meinem geliebten Bruderherz, den ich jetzt am liebsten zum Mond geschossen hätte. Ich konnte drei Jungs und zwei Mädchen ausmachen.

„Hallo“, meinte Seth und ließ sich neben dem einen Typen nieder.

Wie immer folgte ich ihm und ließ mich etwas hinter ihm nieder.

„Hallo coole Insel hier. Seid ihr öfter hier?“, sprach der Typ weiter.

„Ja, aber nur unter der Woche, wenn es nicht so voll ist.“

„Gemma hat den Tipp von einer Freundin bekommen und heute ist das Wetter gut, also sind wir hier.“

„Gemma?“, fragte Seth.

„Das bin ich…“, sagte eine der Mädchen.

„Ich bin Seth und das“, er drehte den Kopf zu mir, „ist mein kleiner Bruder Bruce.“

Alle schauten mich an und begannen zu grinsen.

„Gemma kennt ihr ja jetzt schon. Ich bin Jeff, neben mir hier ist Eric. Dort drüben sitzen Susan und der kleine mit dem Shirt is mein Bruder Dylan.

Ich wunderte mich schon, warum einer mit dem Shirt schwimmen ging. Also an seiner Figur konnte es nicht liegen, die sich deutlich unter dem nassen Shirt abzeichnete. Sie gefiel mir auf Anhieb.

Anscheinend hatte ich zu lange auf Dylan gestarrt. Er hatte es gemerkt und wurde rot. Aber nicht nur er hatten meinen Blick gemerkt, denn alle anderen auch. Nun wurde ich ebenso rot, als die anderen zwischen uns hin und her schauten.

„Seth, kann es sein, das dein Bruder so ist wie mein Bruder?“, fragte Jeff kichernd.

Dylans Gesicht wurde bleich.

„Weiß ich nicht, wie ist er denn?“, fragte Seth und grinste mich fies an.

„Schwul…“, kam als Antwort.

Dylan sprang auf und rannte weg.

„Jeff, du bist so feinfüllig wie ein Elefant beim Brotschmieren!“, meldete sich nun Gemma und boxte Jeff auf den Arm.

„Was denn? Ich mein es doch nur gut mit ihm…“

„Du bist so ein… Trottel.“

„Wieso denn, was hab ich denn gemacht?“

„Du hast hier einfach Dylan geoutet vor Fremden.“

Ich fühlte mich immer unbehaglicher. Leichte Übelkeit stieg auf. Und bevor mich noch jemand anredete stand ich ebenso auf und rannte Dylan hinter her.

„Was hat der denn?“, fragte Jeff nun.

Gemma ließ sich nach hinten fallen.

„Wie kann man nur so doof sein“, hörte ich sie noch rufen, bevor ich die Gruppe verließ.

Im Sand waren deutlich Dylans Spuren zu sehen und erst nach einer kleinen Biegung, außerhalb des Sichtfeldes der Anderen, sah ich ihn auf einem Baumstumpf sitzen. Langsam näherte ich mich ihm. Er saß abgewandt von mir.

Bei ihm angekommen, legte ich meine Hand auf seine Schulter.

„Alles in Ordnung?“, fragte ich.

Wie von einem Blitz getroffen, sprang Dylan auf, fiel zu Boden und schaute mich ängstlich an.

„… tut mir Leid, ich wollte dich nicht so erschrecken“, meinte ich.

Sein ängstlicher Blick wich langsam und er stand dann wieder langsam auf. Ich hob die Hände an.

„Tut mir wirklich Leid… Dylan.“

„Ist ja schon gut und nun geh zu deinen neuen Freunden zurück.“

Traurig schaute ich ihn an. Zu den anderen wollte ich nicht mehr. Er wollte mich auch nicht in seiner Nähe haben. So schaute ich auf den See. Ich könnte ja zurück schwimmen. Ein kleines Stück mehr als vorhin.

Ohne einen weiteren Ton zu sagen lief ich Richtung Wasser. Ich drehte mich auch nicht um, konnte also nicht sehen, was sich hinter meinem Rücken abspiele. Ich lief also weiter ins Wasser hinein, bis ich endlich die Tiefe erreicht hatte, von wo ich aus schwimmen konnte.

Mir war es auch egal, was die Anderen dachten. Ich schwamm mit gleichmäßigen Zügen.

„Bruce?“, hörte ich jemand hinter mir rufen.

Ich drehte mich im Wasser und sah Dylan am Ufer stehen. Er sah zu mir. Was sollte das jetzt. Egal ich drehte mich wieder und schwamm weiter Richtung Ufer. Das Wasser war nicht so angenehm, wie dort, wo ich mit Seth zur Insel geschwommen war.

Hier war es deutlich kälter. Ich spürte, wie sich die Kälte langsam durch meinen Körper zog und ich zu frieren begann. Meine Züge wurden langsamer und abgehackter. Ich wusste nicht warum, aber plötzlich hatte ich das Gefühl zu erfrieren.

Ich paddelte nur noch mit den Füssen um nicht unter zu gehen. Das Gefühl, das meine Körper durchzog machte mir Angst, was passierte hier? Ich hörte Dylan etwas schreien, aber konnte ihn nicht verstehen.

Die anderen kamen zu ihm gerannt und ich begann nach Luft zu schnappen, weil ich das Gefühl bekam, nicht genug Luft zu bekommen. Plötzlich fing alles sich um mich herum an zu drehen.

Dann wurde es dunkel.

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Information Lukas Weihnachtswunsch
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 10:21 AM - No Replies

„Luka, wo bleibst du denn? Ich warte doch schon so lange, bis du endlich kommst. Ich habe doch auch nicht ewig Zeit!“

Natürlich Mam, die wieder nichts abwarten kann!

„Jetzt hetze dich doch nicht. Wir haben noch ewig Zeit. Ist doch erst Mittag. Du weißt genau, dass die erst um 14 Uhr aufmachen. Wenn wir eher dort sind, müssen wir wieder warten. Und innerhalb 15 Minuten sind wir locker dort. Außerdem weißt du doch gar nicht, ob du damit bei Martin überhaupt Chancen hast!“

Sodala, ja, jetzt passt es wieder! Mam hat ihren Dämpfer bekommen! Und ist wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet!

*-*-*

Ich stelle mich aber erst mal vor!

Hey! Ich bin der Luka! 19 Jahre. Eine Frohnatur von Kinderbeinen an. Schwarze, kurze Haare, die mir aber meist wirr auf dem Kopf rumstehen.

Fast keinen Bartwuchs. Zweimal in der Woche rasieren reicht bei mir. Wahnsinn, was ich mir allein dadurch an Zeit einspare!

Die weiß ich nämlich morgens besser zu nutzen! Ja, mit 19 hat man noch so seine Gelüste!

Manche haben mich schon als liebenswerten, frechen (B)engel beschrieben. Bin ich aber auch wirklich! *fg*

Hilfsbereit, meistens gut drauf, zu jedermann nett und freundlich. Bis auf die paar Leute eben, die ich nicht mag. Die merken das dann aber!

Außerdem bin ich ein bisschen, sehr schwul!!!

Ich hure aber nicht in der Gegend rum! Weil ich eben keine Gelegenheit dazu habe!

Nein, im Ernst. Hier in diesem Dorf! In Innernzell! Meine Güte! 653 Einwohner. 27 Hunde.

Dann wohnen wir, meine Mam und ich, in einem ehemaligen Pfarrhof!

Nein, einen Vater gibt es nicht.

Na ja, biologisch schon. Aber real nicht. Ich habe ihn auch nie kennengelernt. Hat Mam wegen einer anderen sitzen lassen. Bzw. hat von seinen Eltern her eine andere heiraten müssen.

Mit den Alimenten waren sie, – na die Eltern von dem – aber nie knauserig. Mir hat nie etwas gefehlt.

Ich bin ja aber auch sehr genügsam! Eben Mams Liebling!

*-*-*

Ja, der ehemalige Pfarrhof! Ist fast einen Kilometer vom Dorf entfernt! Dafür haben wir aber unsere Ruhe!

Und zwei scharfe Hunde!

Aber an der Laufleine. Sind superliebe, brave, stille Kerle, solange ihnen kein Fremder zu nahe kommt!

Ja, es sind zwei Rüden! Und nicht kastriert! Sollen doch auch ihren Spaß haben!

Doch wirklich! Sie werden tatsächlich gelegentlich von anderen Züchtern gebucht! Eben wegen der Zucht! Sind superschöne, schwarze gesunde Labradore!

Also mich scheinen die beiden jedenfalls zu lieben. Zumindest kann und darf ich alles mit ihnen machen!

Und das beste an der Sache! Sie bringen uns einiges an Geld ein!

Sie werden zwar ständig tierärztlich untersucht, das kostet ja auch nicht wenig, trotzdem ist der Betrag monatlich beachtlich, der übrigbleibt!

*-*-*

Tschuldigung, ich schweife ab.

Der ehemalige Pfarrhof! Im Dorf drunten, in Innernzell, steht ja jetzt ein neuer. Allerdings nur noch ein großes Haus. Kein kompletter Bauernhof, so wie früher, so wie bei uns eben noch. Den Pfarrhof hat Mam vor ein paar Jahren von einer Tante geerbt. Und die muss ihn irgendwann einmal der Kirche abgekauft haben.

Landwirtschaft haben wir aber keine mehr. Die Felder und Wiesen hat Mam irgendwie verpachtet.

Die Stadel und Scheunen stehen aber alle noch. Sind auch noch prima in Schuss. Sogar einige alte Leiterwagen stehen noch in der Remise.

Und die Glocke im alten Glockenturm funktioniert auch noch einwandfrei.

*-*-*

Interessiert euch das überhaupt? Schon oder?!?

Jetzt beschreibe ich mich aber weiter! Weil, ihr seid ja neugierig!

182 cm groß, schlank, aber muskulös, meine Arbeit als Kfz-Mechaniker bringt das mit sich, man muss da gelegentlich auch mal schwere Sachen tragen.

Beim Draxler – das ist der Hausname der Werkstatt, und den Namen kennt man im Umkreis von 20 km – , oh ja, bei der Kfz-Werkstätte Kroiß bin ich bei den anderen Arbeitskollegen eigentlich sehr beliebt!

Ist nämlich eine große Werkstatt.

Also der Meister selbst, Josef Kroiß.

Dann der Geselle, also ich, Luka.

Und dann unsere zwei Lehrlinge. Der Sepp Kroiß, ja, ist der Sohn vom Meister, also der Juniorchef.

Und der Andy, Andreas, Weber, der zweite Lehrling.

Die sind beide im ersten Lehrjahr und ganz nett.

Und gegen Schwule haben die auch nichts!

Ehrlichkeit in dieser Beziehung ist mir wichtig! Im Betrieb wissen alle über mich Bescheid! Und eben das schöne daran – es stört auch keinen!

Die beiden kommen oft zu mir, fragen mich um Rat oder bitten mich, ihnen auch mal zu helfen. Ist ein schönes Arbeiten in dem Betrieb.

Und Weihnachten gibt’s von der Chefin sogar immer extra Weihnachtsgeld!

*-*-*

Gelegentlich spiel ich immer noch Fußball. Von daher auch mein geiler Hintern!

Doch da muss wirklich was dran sein. Die Weiber starren mir immer alle auf meinen Hintern! Ein Mann gelegentlich auch. Der ist dann aber meist nicht mehr ganz meine Altersklasse!

Selbst 300 Euro, die hat mir mal wirklich jemand geboten, können mich da nicht umstimmen. Wie schon gesagt, ich hure eben nicht rum!

Auf meinen Schwanz bin ich selber ein bisschen stolz. Mit 17 cm zwar nicht unbedingt sehr lang, dafür ist er aber ziemlich dick und kantig!

Vorne an der Eichel etwas dicker als hinten am Schaft, er (mein Schwanz) liegt auch super in der Hand.

Meine Eier sind auch recht dick. Nur ist der Sack selber nicht besonders lang. Sieht deshalb mit den dicken Eiern immer irgendwie prall gefüllt aus!

Das ist auch mit ein Grund, warum ich immer eine dicke Beule habe. Mich stört das aber nicht. Und außerdem habe ich schon oft genug die neidischen Blicke von anderen Männern gespürt.

Penisneid nennt man das ja wohl!

Und bei mir kommt’s von den Eiern her!

*-*-*

Blaue Augen würden eigentlich gut zu mir passen!

Hab ich aber nicht!

Meine sind haselnussbraun. Und ziemlich verträumt! Hat mir Andy mal gesagt. Ja, wirklich, dass ich so schöne, große, verträumte Augen habe! Direkt zum verlieben. Und wenn er schwul wäre…

… dann hätte ich meinen Schnuckel schon. Und ein Wunsch wäre schon erfüllt worden. Zu Andy würde ich bestimmt nicht nein sagen!

Über meinen sinnlichen Mund verliere ich aber jetzt kein Wort mehr. Und meine langen Wimpern verschweige ich natürlich auch. Alles müsst ihr dann ja auch nicht wissen.

Nun habe ich mich ja fast im Detail beschrieben und ihr wisst jetzt, wie ich aussehe!

*-*-*

Dann kann ich mich jetzt ja wieder Mam widmen. Die sitzt inzwischen ja wirklich schon auf Kohlen!

Heute ist der 20. Dezember. Ab 20. macht unser Betrieb bis 6. Januar immer zu. Nur Notfälle nimmt unser Meister in der Zeit noch an. Und die repariert er dann auch wirklich selber. Ist eben noch ein Mechaniker mit Herz und Seele und der nötigen Leidenschaft!

Aber wir anderen drei haben Sonderurlaub!

Morgen am Freitag hat Mam sich mit Martin, dem hiesigen Ponyhofbesitzer, wieder zum Ausgehen verabredet. Und dazu braucht sie ein neues Dirndl. Und das gibt es bei Trachten-Beckert. Und der ist in Schönberg.

Da fahren wir jetzt dann hin. Ist ja auch schon nach halb zwei. Und die arme Frau, was meine Mutter ist, ist auch bereits nervös genug.

Ist das mit vierzig dann schon Torschlusspanik oder wie?

„Jetzt beruhig dich doch erst wieder Mam. Du findest bestimmt das Richtige. Außerdem, mit deiner Figur! Da kannst du doch sowieso alles anziehen und die Blicke der anderen gehören dir!

Hast du etwas Bestimmtes im Sinn oder lässt du dich einfach überraschen, was sie so alles da haben? Frau Beckert hat dich doch auch noch nie falsch beraten!“

Dr. Luka hat gesprochen!

Oh ja, ich weiß, wie ich meine Mam nehmen muss!

Nur – zu viel Honig darf es auch nicht sein! Sonst wird sie misstrauisch. Aber heute habe ich wieder die richtige Dosis gefunden! Geradezu perfekt!

„Ach mein Großer, tut das gut. Danke dir. Weißt du, deine alte Mam braucht das schon ab und zu!

Letzte Woche ist doch ein neuer Prospekt gekommen mit der neuen Kollektion vom Beckert! Und da war so ein naturfarbenes Dirndl mit dabei. Das würde mir ganz gut stehen, glaube ich.

Luka? Du magst doch Martin auch, oder?

Du hast ihn zwar erst ein paar Mal gesehen, aber ich glaubte doch, dass du ihn ganz gerne mochtest. Das ist mir wirklich wichtig Luka!

Du musst ihn schon auch mögen und akzeptieren!“

*-*-*

Was soll man da jetzt darauf sagen?

„Ach nein, Mam. Der ist doch eh zu alt. Außerdem mit seinen 195 cm ist er ja viel zu groß. Und einen Bart hat er auch. Ich mag aber keine Bärte. Sogar einen kleinen Bauch hat er! Und wenn ich jetzt von seiner Größe auf seinen, na du weißt schon, schließe, nein, Mam, den vertrage ich doch gar nicht. Der ist mir bestimmt viel zu groß. Und zu dick ist er wahrscheinlich auch!

Dann will er womöglich auch noch zwei- oder dreimal in einer Nacht! Nein Mam, das vertrage ich bestimmt nicht!

Oder ist Martin passiv? Ja, dann überlege ich mir das schon noch mal!“

*-*-*

Hehe, jetzt habe ich sie voll kalt erwischt! Mam ist mittlerweile der Kinnladen schon fast auf ihren Balkon, äh, ihren Busen, gefallen!

War wohl doch etwas zu viel für sie!

„Ah… oh…ja Luka… weißt du…“ mehr bekommt Mam im Moment nicht raus!

Und mir steigt schon ein Glucksen hoch!

*-*-*

„Aber weißt du Mam, das gilt für mich!

Für dich ist Martin bestimmt der Richtige! Doch ja, ihr werdet sicher ganz gut zusammenpassen.

An deiner Stelle würde ich ihn mir nicht entgehen lassen!

Such dir ein besonders schönes Dirndl aus Mam. Ich glaube, Martin steht auf so was wirklich! Jedenfalls wünsche ich dir Glück bei ihm!“

Jetzt kann ich aber das Glucksen beim besten Willen nicht mehr unterdrücken und ich pruste lauthals los!

*-*-*

Mam fällt jetzt höchstwahrscheinlich ein ganzes Gebirge vom Herzen!

Sie beginnt jetzt auch langsam zu lächeln!

„L u k a G e r b e r t! Du bist ein ganz großer Schelm! Und das in deinem Alter!!! Habe ich einen Schreck bekommen. Am Anfang habe ich wirklich gemeint, du meinst das ernst! Aber ich danke dir. Wenn er mich will, bekommt er mich auch.

Jetzt, da du auch nichts dagegen hast, erst recht!

Dein Traumprinz kommt auch noch Luka! Bestimmt! Wie soll er denn überhaupt aussehen?“

*

Ja, wie soll mein Traumprinz eigentlich aussehen?

„Ich weiß es nicht Mam. Vom Aussehen her habe ich mich ganz bewusst nicht festgelegt.

Na ja, Bauch soll er keinen haben. Eine Glatze auch nicht unbedingt. Nur – wenn die aber zu ihm passen würde – warum nicht?

Aber ein Mensch soll er sein, Mam. Er soll andere Menschen respektieren. Ihnen mit Achtung begegnen. Einen guten Charakter und gute Eigenschaften haben, Mam. Lieben soll er mich und mir treu sein! Für mich da sein, wenn ich ihn brauche!

Aber ansonsten weiß ich es nicht Mam!“

„Wir finden deinen Traumprinzen. Bis Weihnachten! Und wenn nicht, dann backe ich dir Heilig Abend einen! Du wirst sehen, wir finden ihn, mein Großer!“

*

Dann fahren wir endlich los. Es ist sogar schon nach 14 Uhr. Der Laden ist jetzt bestimmt geöffnet!

Auf dem Parkplatz steckt Mam mir 200 Euro zu.

„Du willst doch ganz bestimmt in den Laden da drüben oder? Du brauchst auch eine neue Thermo-Hose!“

Oh ja, meine Mam kennt mich gut.

„Ja will ich. Ich wollte für zu Hause eigentlich nur eine warme Trainingshose. Aber du hast recht. Von den alten hat eine sowieso schon einen Riss. Du weißt ja, dass Dieter da auch immer etwas da hat und die Sachen auch gleich ändert, wenn sie nicht genau passen. Obendrein hat er auch ausgefallene Sachen da. Danke für den Schein Mam. Ich werde ihn gut anlegen!

So in drei Stunden komm ich dann zu Beckert, ja?“

Mam weiß, wenn ich in Dieters Sport-Shop fertig bin, gehe ich ca. 600 m weiter die Straße rauf. Da kommt dann eine kleine Seitengasse! Und da ist ein kleiner Sex-Shop versteckt!

Allerdings mit einer überraschend großen Auswahl an Homo-Magazinen und Artikeln. Regenbogenanstecker und sogar schwule Krimis haben die da.

***

Nach über drei Stunden schau ich zu Trachten-Beckert rein. In der Hand habe ich eine große Plastiktüte mit dem Logo von Dieters Sport-Shop. Und in dieser Tüte außer den zwei neuen Hosen, noch eine weitere neutrale schwarze Tüte.

Auch der Besuch im Sex-Shop war äußerst erfolgreich. Ein paar neue Magazine und sogar ein Buch habe ich erstanden. Ist bis jetzt wirklich ein erfolgreicher Donnerstag.

„Hallo Frau Beckert! Haben Sie meine Mam gesehen?

Wer ist denn diese bezaubernde Frau neben Ihnen?

Wow! Mensch Mam. Sieht das klasse aus! Da verliebe ich mich ja noch in dich. Das ist ja wirklich wie für dich gemacht! Jetzt bist du bestimmt weg vom Markt! Wenn dich Martin so nicht nimmt, dann nimmt er gar keine!“

„Grüß dich Luka!

Da haben Sie aber einen Kavalier, Frau Gerbert! Alle Achtung! Die Frau, die dich einmal bekommt, kann sich glücklich schätzen Luka!“

Da sage ich besser nichts drauf!

Mams Augen strahlen, ob meines Kompliments. Und das ist sogar von Herzen gekommen und auch so gemeint von mir! Das Dirndl sieht wirklich klasse aus an ihr!

Nach 20 Minuten ist Mam auch fertig und wir machen uns auf den Weg nach Hause. Dort will Mam natürlich auch meine Errungenschaften sehen. Die Magazine weniger, aber die beiden Hosen lässt sie sich vorführen von mir!

Die weiße Thermo-Jeans passt perfekt. Hat Dieter auch noch ein bisschen geändert. Den Schritt noch ein bisschen angehoben!

Die Beule, die sich jetzt bei mir abzeichnet, ist schon mehr als provokant!

Und da Mam jetzt zu lächeln beginnt, ist sie der gleichen Meinung!

„Jetzt muss dein Traumprinz anbeißen! Ich weiß gar nicht, ob ich dich so auf die Straße lassen darf! Die fallen doch über dich her Luka!“

Über Mams Kompliment freue ich mich wahnsinnig und das sage ich ihr auch!

Die gelbe Trainingshose, wegen der ich eigentlich in den Shop wollte, ist innen mit Frottee gepolstert und auch wunderbar warm. Meine Beule ist auch bei dieser Hose sehenswert, aber bei weitem nicht so provokant wie bei der Jeans!

Dann ist die Modenschau beendet!

Mam und ich bereden dann noch den morgigen Tag, während wir zu Abend essen.

Mit Martin ist ausgemacht,, dass wir um ca. 14 Uhr bei ihm auftauchen. Dann wollen wir zusammen in die nächste Stadt, nach Grafenau, den dortigen Christkindlmarkt besuchen und dann bei Domani Kaffee trinken und von deren hervorragenden Torten versuchen.

Danach fahren mich Mam und Martin zurück zum Ponyhof. Dort werde ich mich dann noch etwas umsehen und in Martins Fremdenzimmer übernachten.

Nicht in einem Fremdenzimmer des Ponyhofes, sondern in Martins Privatwohnung.

Nach diesem Gespräch ziehen Mam und ich uns zurück.

Jetzt kann ich mich meinen Magazinen widmen!

*

Es wird eine harte, lange, sehr feuchte Nacht für mich!

So gegen vier Uhr morgens kann ich aber nicht mehr. Ich bin richtig Fix und Foxi, total ausgepowert!

Bis fast gegen Mittag schlafe ich dann tief und fest.

Mam hat ja mitbekommen, dass ich mir noch Lesestoff mitgebracht habe, deshalb lässt sie mich auch liegen.

Das Handtuch, das ich die Nacht über benutzt habe, mit Tempos fange ich da erst gar nicht an, ist immer noch ganz feucht! Während ich jetzt dusche, weiche ich es im Waschbecken ein!

Als ich dann zum Mittagessen schlurfe, trifft mich Mams belustigter Blick! Und ihrem Haifischgrinsen nach, kommt da auch noch etwas hinterher!

Ich soll mich nicht täuschen!

„Ach mein armer großer Junge! Deinem Gang nach musst du ja eine ziemlich harte Nacht verbracht haben! Soll ich Martin für heute Nachmittag nicht doch lieber absagen? Das lange Laufen auf dem Weihnachtsmarkt und dann das Sitzen beim Kaffeetrinken!“

Ich muss mich räuspern!

„Och weißt du Mam, das Sitzen bereitet mir keine Probleme!“

Jetzt beginnt Mam schallend zu lachen! Ja klar, Schadenfreude ist die schönste Freude. Aber ihr Lachen bestätigt mir, dass sie meinen Spruch verstanden hat!

Meinen Hintern habe ich nachts ja auch nicht verwöhnt! Da tut mir nichts weh!

Aber meine Eier ziehen wie verrückt. Kein Wunder, bei der Anstrengung. Und mein Schwanz ist natürlich um einiges angeschwollen!

Die Beule in meiner Trainingshose ist um einiges größer als gestern. Und da gestern mit dieser Hose ja Modenschau war, ist die heutige um einiges größere Beule Mam natürlich nicht entgangen!

Wie war das noch mit der Schadenfreude…?

Ich packe eine Sporttasche mit Klamotten zusammen, ziehe meine Thermo-Jeans an, dann fahren wir zu Martin!

***

„Hey Martin!“

„Hallo Luka, na alles klar bei dir? Grüß dich Melanie. Du siehst wieder fesch aus. Ich freue mich schon die ganze Zeit, dass ihr kommt. Und wie ihr ausseht, habt ihr auch gute Laune mitgebracht!

Übrigens Luka, die Jeans passt wie für dich gemacht!“

„Grüß dich mein Schatz. Hast du mich auch etwas vermisst?“

„Ja, ich freue mich schon auf heute Abend.

Du hast so einen leidenden Gesichtsausdruck Luka, was ist denn mit dir? Ist dir nicht gut? Tut dir irgendetwas weh?“

Bevor ich überhaupt zu einer Antwort ansetzen kann platzt Mam schon heraus:

„Wir waren gestern in Schönberg. Da hat sich Luka ein paar Hochglanzmagazine mitgebracht. Muss eine ziemlich lange Nacht gewesen sein. Jedenfalls bis Mittag war er noch fast tot. Der arme Junge!“

Danke Mam! Und wie sie den letzten Satz betont!

Martin beginnt dröhnend zu lachen. Und mit seinem Resonanzkörper hört sich das auch entsprechend an.

„Ach Melanie, er ist doch noch jung. In dem Alter braucht man das noch.

Sollen wir lieber dableiben Luka?“

Jetzt fängt der auch noch an!

„Nein! Wir fahren jetzt endlich. Ich freue mich schließlich den ganzen Tag schon auf die Torte. Also kommt endlich, ihr zwei Langweiler!“

Dann fahren wir schließlich los.

*

Die bewundernden, aber auch die neidischen Blicke die mir zugeworfen werden, genieße ich.

An einem Glühweinstand, wo ich mir meinen Früchtepunsch schmecken lasse, kommt es dann zu einem besonderen Erlebnis!

Ein ca. 40 jähriger, der mit seiner Frau auch an einem Glühweinstand steht, wirft mir ständig Blicke zu und starrt dermaßen auf meine Beule, dass ich mich genötigt sehe, den Gaffer jetzt richtig zu provozieren!

Mit meiner Hand fasse ich an meine Beule, knete zuerst ein bisschen und fahre dann, wirklich provokant, mit der ganzen Hand ganz langsam über meinen Schritt. Dazu stelle ich mich sogar extra breitbeinig hin!

Dem seine Frau hat jetzt aber auch etwas bemerkt!

Sie starrt erst ihren Mann und dann mich an. Und dann begreift sie vermutlich!

Denn sie faucht ihr Ehegespons an und gibt ihm einen kräftigen Stoß, dass ihm die Glühweintasse aus der Hand fliegt. Dann scheucht sie ihn mit lauten Worten vom Platz. Der arme Mann! Diese Szene ist offenbar aber nicht unbemerkt geblieben. Denn jetzt glotzen auch andere den beiden nach!

Auch Martin und Mam haben das mitbekommen. Mam fragt mich: „hat das jetzt sein müssen?“

Aber jetzt nimmt mich Martin in Schutz. Dem ist das Starren von dem Kerl nämlich auch nicht entgangen! Er klärt Mam auf, was da wirklich gerade abgelaufen ist.

„Du wirkst auch auf Männer sehr anziehend Luka. Der da war das beste Beispiel. Du könntest wohl jeden bekommen, Männlein wie Weiblein!“

„Der war aber wirklich nicht mein Fall. Der ist doch viel zu alt!“

*

Ups!

Scheiße! Was hab ich nur…

Meine Hand vor den Mund schlagen ist jetzt auch schon zu spät! Es ist längst raus. Mam wirft mir einen erschrockenen Blick zu!

Ja, Leutchen. Martin hatte bis eben noch keine Ahnung, dass ich auf Jungen stehe! Und ihr habt das an meiner Reaktion selbsverfreilich auch gleich bemerkt, dass Martin bis eben in dieser Beziehung noch völlig unbedarft gewesen ist. Logisch.

Auf diese Art und Weise wollte ich es ihm auch nicht sagen. Ein Gespräch in einer ruhigen Minute wäre mir dazu schon lieber gewesen. Aber nun ist es dafür zu spät! Wie kriege ich denn da jetzt bloß die Kurve?

*

„Ja, glaubt ihr zwei denn, ich bin blöd? Ich bin zwar schon über 40, aber noch am Leben, äh, ich meine, noch nicht verkalkt!

Und blind bin ich auch noch nicht, Luka!

Wenn dir ein Mädchen einen Blick zuwirft oder dich anhimmelt, lässt dich das kalt!

Und dir machen viele Mädchen ein Angebot! Aber du lässt sie links liegen, bzw. du bemerkst es nicht einmal, weil dir Mädchen egal sind und du nicht auf sie achtest!

Weißt du Luka, in den 70er und anfangs der 80er Jahre hat es mal Hosen gegeben, die auch fast so einen Schnitt hatten, wie du sie so gerne trägst.

Nur – solche Hosen gibt es heute nicht mehr. Also nehme ich an, du lässt sie dir extra so schneidern oder herrichten!

Luka, so deutlich wie man an deiner heutigen Jeans alles sieht, die muss extra so geschneidert sein, von der Stange gibt es die nämlich nicht. Die ist zu extrem Luka! Das ist schon fast ein Angebot, das du da machst Luka! Tja, und der Kerl vorhin hat auf dieses Angebot reagiert!

Ich bin nicht blind Luka und so, wie du dich benimmst, musst du einfach schwul sein. Ein 19 jähriger Hetero läuft nicht so rum!

Außerdem ist mein Bruder auch schwul Luka. Und ich liebe meinen Bruder. Und auch dich habe ich sehr gerne.

Bist du schwul Luka?“

*

„Ja, bin ich! Und dir macht das wirklich nichts aus Martin? Ich… ich… weißt du, Mam liebt dich und ich hab dich inzwischen auch sehr, sehr gern. Aber wenn du…“

Martin nimmt mich fest in den Arm und drückt mich. Minutenlang hält er mich fest, bis ich mich wieder beruhigt habe.

„Nicht Luka! Ich habe doch gesagt, dass ich dich gern habe. Sehr gern. In kurzer Zeit wirst du für mich wahrscheinlich wie mein eigener Sohn, den ich leider nicht habe, sein.

Ich liebe Melanie. Und dir möchte ich gerne ein Vater sein Luka, wenn du das zusässt!“

Jetzt halten wir uns alle drei fest umschlungen

***

Nach dieser Familienzusammenführung genießen wir den Tag.

Die Torten bei Domani sind super. Sogar Mam verdrückt zwei Stück davon!

Am späten Nachmittag fahren mich die beiden zum Ponyhof.

Dort ziehen sie sich um und machen sich dann auf die Socken.

Ich wünsche ihnen einen schönen Abend und gehe dann zum Parkplatz. Ich will sehen welche Autokennzeichen da sind. Eben, woher die Leute kommen!

Also was haben wir denn da alles:

BGL – Berchtesgadener Land

M – München

F – Frankfurt

B – Berlin

FRG – Freyung-Grafenau

K – Köln

DGF – Dingolfing-Landau

L – Leipzig

Oh ja, doch ganz schön gemischt. Aus ganz Deutschland kommen sie zu Martins Ponyhof. Muss Martin direkt mal fragen, ob er inseriert, oder die durch Mundpropaganda kommen.

Jetzt mach ich mich auf den Weg zum Stall, wo die Ponys untergebracht sind.

Gut, dass hier alles so schön ausgeleuchtet ist.

Klar, um diese Jahreszeit ist es schon stockfinster.

In drei Tagen ist ja schon Heilig Abend! Die Geschenke hab ich ja schon lange. Gottseidank. Die Kette wird sogar gut zu Mams neuem Dirndl passen!

Die Weste für Martin war da schon schwieriger. Aber da hat mir dann Mam geholfen.

Oh, verdammt glatt schon. Jetzt hätts mich beinahe hingehauen.

Aber da kommt ja endlich die Stadeltür. Mal sehen ob das Graue Pony noch da ist.

Das ist sehr zutraulich. Das kommt sogar von selber auf einen zu, um gestreichelt zu werden. Ja, und um ein Stück Zucker zu erbetteln. Hab auch welches einstecken!

Wummmsss!!!

*

Mit einem Ruck geht die Stadeltür auf!

Und knallt mir mit voller Wucht gegen den Kopf!

Dann wird mir in zweierlei Hinsicht schwarz vor Augen!

***

„Mutsch, kommst du? Ich glaube, er wird jetzt wach!“

Langsam öffne ich meine Augen.

Mir ist ja immer noch schwarz vor Augen. Ich zwinkere ein paar Mal. Aber die Schwärze bleibt. Und langsam dämmert es mir!

Ein Schwarzer! Ein Neger! Ein… ja was eigentlich?

Afroamerikaner? Afrikaner? Aboriginel? Oder doch einfach nur ein Schwarzer?

„Da hast du aber auch ganze arbeitet geleistet Kevin. Über 30 Minuten war er bewusstlos. Ich habe mir schon überlegt, ob ich nicht doch einen Arzt hole. Aber nun ist das überflüssig.

Hallo junger Mann. Ich bin Abigail! Die Mutter von diesem Wirbelwind, der dich von den Beinen geweht hat. Wir sind Gäste hier im Ponyhof. Wie geht es dir denn? Hast du Kopfschmerzen? Tut dir sonst etwas weh?“

Die schwarze Frau hält mir ein Glas mit Wasser entgegen.

Gott, nun fehlt nur noch, dass ich auch schaue, ob das Glas schwarz ist, an der Stelle, an der sie es hält.

„Da drin ist eine Aspirin aufgelöst. Bitte trinke das. Zur Sicherheit.“

Automatisch greife ich nach dem Glas und trinke es aus.

Der Schlag gegen meinen Kopf muss wirklich heftig gewesen sein. Ich bin immer noch ganz benommen.

„Wo… wie… wie komme ich… ich denn hierher? Wo bin ich… ich denn über… überhaupt? Und wer… wer seid ihr?

Gleich platzt mir der Kopf. Ist mir schlecht! Ich muss… muss mich übergeben. Das Bad, wo… wo ist das Bad?“

Ich habe die Decke zurückgeschlagen und stehe schon auf meinen Beinen. Sie haben mich bis auf mein T-Shirt und meinen gelben CK Slip ausgezogen!

Aber jetzt reagiert auch dieser Kevin, weil ich zu schwanken anfange. Aber bevor ich umfallen kann, hat er mich in seine Arme genommen und hilft mir zu einer Tür, die Abigail gerade öffnet.

Dahinter befindet sich das Bad. Gerade schaffe ich es noch zum Becken, als es auch schon losgeht.

Die Torte, der Kaffee, es kommt alles hoch, was ich heute gegessen und getrunken habe!

Langsam wird mir besser. Es ist ja auch nichts mehr in mir, was hoch kommen könnte. Völlig zusammenhangslos beginne ich jetzt auch noch zu heulen und kann nicht mehr aufhören! Ich bekomme gar nicht richtig mit, wie mich Kevin hochhebt und wieder ins Zimmer zurückträgt. Dass dann später doch noch ein Arzt kommt, mich untersucht und mir eine Spritze gibt, bekomme ich so gut wie gar nicht mit!

Dass mich Kevin noch einmal zur Toilette bringt und mir dabei hilft, mich zu erleichtern, bekomme ich nicht mal annähernd mit. Ist auch besser so! Was da alles passieren könnte!

***

Ist das schön warm hier und so weich.

Warm und weich?

Wo bin ich denn? Es ist hell im Zimmer.

Also Martins Gästezimmer ist das schon mal nicht.

Und was ist das harte, das ich da in der Hand halte? Langsam werde ich richtig wach!

Warm! Lang! Dick! Was habe ich denn da in meiner Hand?

So schön griffig! Wie mein Schwanz. Der ist auch so schön griffig!

Was ist denn jetzt? In meiner Hand beginnt es zu zucken! Immer stärker! Und meine Hand wird jetzt auch ganz nass!

***

Und plötzlich bin ich hellwach!

Ich reiße meine Augen auf. Mein Gesicht färbt sich jetzt dunkelrot!

Wo kann ich mich denn verkriechen?

Mein Schwanz ist jetzt auch steinhart! Beginnt zu pochen und zu zucken!

Auch mein Slip wird jetzt ganz schön nass!

Ich muss laut aufstöhnen, weil ich noch nie so einen intensiven Orgasmus gehabt habe.

*

Meine Hand ist immer noch in Kevins Shorts. Auch sein Schwanz ist noch immer hart und prall. Während mich mein Orgasmus schüttelt, beginnt auch meine Hand in Kevins Hose wieder zu zucken.

Für Kevin ist das jetzt zuviel. Er beginnt auch zu stöhnen und kommt noch einmal in meiner Hand.

*

Wenigstens haben wir jetzt beide die Farbe einer überreifen Tomate. Nur – bei Kevin sieht man das nicht! Er ist ja schwarz.

„Tut… tut mir leid… ich…“

Gerade will ich mich bei Kevin entschuldigen. Aber ich komme nicht mehr dazu.

Die Tür öffnet sich und Kevins Mutsch, also Abigail, und meine Mam betreten das Zimmer.

Das ist jetzt zuviel für mich!

*

Meine Nerven liegen blank und ich drehe durch!

Die Bettdecke zurückschlagen und aus dem Zimmer flüchten, ist fast eins. Dass man dabei den großen nassen Flecken sieht und ebenso meine immer noch anhaltende Erektion, ist mir im Moment egal. Nur raus hier!

Abigail und Mam, habe ich das Gefühl, sehen mich entsetzt an!

Ich flüchte aus dem Zimmer über den Gästetrakt in das andere Gebäude, in dem Martins Privatwohnung liegt.

Ein Gästepaar sieht mich befremdet an, als ich im nassen Slip an ihnen vorbeistürme! Haben sie zu Hause wenigstens etwas zu erzählen!

Ich bin in Martins Wohnung! Geschafft! Zumindest fast!

Schell noch ins Gästezimmer flüchten! Dann schnell ins Bett und unter die Bettdecke verkriechen! Und jetzt die Welt aussperren!

Was habe ich da nur angestellt?!? Ich bin von mir selber entsetzt!

Jetzt beginnen die Tränen schon wieder zu fließen. Wieder fange ich zu weinen an. Die nächste halbe Stunde lässt mich der Weinkrampf auch nicht mehr los!

***

Irgendwann spüre ich dann ein Streicheln auf dem Kopf, das mich beruhigt!

„Ja weine dich aus Luka! Das hilft dir am besten!“

Jetzt fange ich an mich an Martin, den der ist es, zu schmiegen, wie ich es als kleiner Junge immer bei Mam getan habe, wenn mir etwas wehtat oder ich mich nicht wohlfühlte!

Martins Nähe beruhigt mich wirklich. Langsam lässt mein Weinen nach. Tränen habe ich ja inzwischen eh keine mehr.

Ich muss mit Martin reden! Mein Gott, wie soll es denn jetzt weitergehen?

*

Langsam fange ich an zu erzählen.

„Weißt du Martin, gestern wollte ich noch in den Stadel und mir die Ponys ansehen. Sie ein wenig streicheln. Aber dazu kam ich nicht mehr. Mir wurde plötzlich schwarz vor Augen.

In einem fremden Zimmer wurde ich dann wieder wach. Und da waren dann Kevin und Abigail. Wo kommen die beiden überhaupt her Martin? Weißt du das?“

„Aus dem Sudan! Allerdings sind die beiden bereits seit 18 Jahren hier. Abi ist damals in ihrer Heimat zwangsverheiratet worden. Und wurde von ihrem Mann dann ein paar Mal auf brutale Art und weise vergewaltigt.

Deshalb ist sie geflüchtet. Schwanger mit Kevin.

Sie hat sich hier eine neue Existenz aufgebaut und hat auch hart um Kevin gekämpft! Als es ihr finanziell noch nicht so gut ging, wollte das Jugendamt ihr Kevin wegnehmen und in ein Heim stecken.

Inzwischen gehören Abigail zwei Boutiquen in Grafenau und es geht den beiden finanziell ganz gut. Abi hängt sehr an Kevin Luka! Umgekehrt genauso. Dass solltest du nie vergessen! Und jetzt erzähle mir weiter!“

Martin ist wirklich gut und einfühlsam.

„Dann ist mir schlecht geworden. Ich habe mich übergeben müssen. Mir hat jemand eine Spritze gegeben.

Heute mittag bin ich in einem fremden Zimmer aufgewacht. Mir war so schön warm und ich hab mich so wohl wie noch nie gefühlt! Es war so ein schönes Gefühl Martin!

Und dann hab ich gespürt, dass ich… ja weißt du Martin, ich… du… da hatte ich…“

Flehend und verschämt sehe ich Martin an.

Und der hat ein Einsehen mit mir.

„Du bist mir so ein Held. Aus dem Sex-Shop die schärfsten Magazine heimschleppen, die halbe Nacht wichsen und dann beim Wort Schwanz kapitulieren. Oh Luka, ich bin noch nicht tot. Und Sex habe ich in meinem Alter auch noch. Ich weiß, dass du das einem alten Mann nicht mehr zutraust, aber das ist dennoch so!“

*

„Danke Martin!

Ich hatte meine Hand in Kevins Shorts. Aber ich weiß nicht, wie es dazu gekommen ist. Aber es muss ihm doch auch gefallen haben!

Er ist doch sogar zweimal gekommen. Und das zweitemal, weil ich gekommen bin. Martin. Ich hatte noch nie so einen intensiven Orgasmus! Und ohne, dass ich meine Hand brauchte! Von selber! Ohne dass ich nachgeholfen habe! Und ich hab doch gestern erst mehrmals…

Dann sind Mam und Abigail ins Zimmer gekommen. Mir sind die Sicherungen durchgebrannt. Wie soll ich das denn wieder gut machen?

Ich kann doch Kevin nie wieder unter die Augen treten. Und Abigail. Was soll ich denn bloß tun, Martin?“

„Also Luka, ich würde mich erst mal duschen! Und dann würde ich mich bei Melanie und Abigail entschuldigen! Und dann Luka, ja dann würde ich zu Kevin gehen und mit ihm reden!

Also wie gesagt, das würde ich tun. Vielleicht wäre das aber auch der richtige Weg für dich, was meinst du?

Ich habe dir doch gestern etwas gesagt, nicht Luka? Und ein schwarzer Schwiegersohn! Ja, warum denn nicht? Wenn es sein soll?“

„Ist denn Kevin wirklich auch schwul?“

„Frag ihn und finde es heraus, Luka! Und jetzt marsch ab unter die Dusche!“

Nach einem Blick auf meinen versauten Slip meint er nur: „Ja eine Dusche schadet bestimmt nicht. Und frische Wäsche auch nicht.“

Fröhlich lachend gibt mir Martin noch einen Klaps auf den Hintern und verlässt das Zimmer dann.

Ich ziehe meinen Slip aus und steige unter die Dusche. Da bereite ich mich schon etwas auf des folgende Gespräch vor.

***

Als ich das Wohnzimmer betrete grinst mir Mam schon entgegen.

„Tut mir leid, wie ich mich benommen habe Mam. Ihr kamt aber auch im ungünstigsten Augenblick ins Zimmer!“

„Das haben wir hinterher auch bemerkt, mein Großer. Aber bei Abi solltest du dich entschuldigen. Die wusste bis dahin ja überhaupt nicht, was los ist. Und dann solltest du zu Kevin. Da aber jetzt schon später Nachmittag ist, musst du bis Morgen damit warten. Abi will sich erst mit Kevin aussprechen. Und das tun die beiden heute noch! Und etwas Ruhe tut dir auch noch gut.

Jetzt komm schon endlich zu deiner Mam und lass dich drücken!“

Das machen wir dann auch ausgiebig.

Ich erzähle Mam aber auch, dass ich gar nicht weiß, wie das alles hat passieren können und wie es überhaupt dazu gekommen ist.

Mam meint dann nur, das soll mir Kevin selber erzählen!

Ich gehe noch ein wenig an die frische Luft und esse später eine Kleinigkeit zu Abend. Dann gehe ich ins Bett und schlafe auch durch bis Sonntagmorgen.

Morgen ist heilig Abend. Das kann ja was werden!

*

Das Frühstück schmeckt mir heute nicht besonders. Ich habe Angst vor dem Gespräch mit Abigail. Und vor dem mit Kevin!

Dann mache ich mich aber doch auf den Weg!

*

Ich klopfe an Zimmertür Nr. 6 und warte mit pochendem Herzen dass geöffnet wird. Dann geht die Tür auf. Abigail steht vor mir!

Ich kann aus ihrem Gesicht nicht herauslesen, was mich wohl erwartet. Sie tritt nur einen Schritt zur Seite, so dass ich eintreten kann. Sie sagt aber immer noch nichts!

Ausgerechnet jetzt fällt mir ein, dass ich ja noch immer nicht einmal ihren Nachnamen weiß.

„Das wegen… wegen gestern tut mir leid! Ich… ich wollte… wollte Sie doch nicht… nicht beleidigen. Und… und das mit… mit Kevin…“

Nein, Abigail macht es mir wirklich nicht leicht. Und ich stottere rum wie ein Erstklässler!

„… mit Kevin wollte ich… ich nicht. Ich… ich weiß… weiß gar nicht, wie… wie das hat… hat passieren können! Ent… Entschuldigung bitte!“

Abigail rührt sich immer noch nicht und sieht mich nur an.

Bei mir wollen die Tränen schon wieder zu kullern beginnen, als sie zu lächeln anfängt.

„Du hast Mut Luka! Das hätten jetzt nicht viele fertig gebracht! Ich habe es dir aber auch besonders schwer gemacht. Aber du hast tapfer deinen Mann gestanden! Das nötigt mir Respekt ab Luka.

Wenn du mich lässt, dann möchte ich dich auch gerne in den Arm nehmen!“

Mir fallen mehrere Steine vom Herzen. Gerne, sehr gerne lasse ich mich in den Arm nehmen.

Abigail flüstert mir etwas ins Ohr. Schon fast zu leise.

„Kevin wartet dort im Zimmer auf dich Luka. Aber passe bitte auf ihn auf Luka! Er ist mein größter Schatz und alles, was ich habe! Und jetzt laufe zu ihm!“

Ich bringe noch ein „Danke Abi“ heraus, dann gibt sie mir einen Stoß Richtung Kevins Zimmer!

***

Jetzt klopfe ich an Kevins Tür und ich höre ein leises herein. Vorsichtig gehe ich in das Zimmer. Dann schaue ich mir Kevin erst einmal genau an!

Kurzes, natürlich schwarzes Haar, große braune Augen, wo das weiß besonders hervorsticht, volle rote Lippen, blendend weiße Zähne, nicht einmal der kleinste Flaum. So ca. 180 cm groß, muskulös und kräftig. Er hat mich ja auch aus dem Bad getragen. Mit seinen 18 Jahren sieht er einfach super aus.

Ein zwar nicht unbedingt schönes Gesicht, aber mich zieht es unheimlich an und für mich ist sein Gesicht schön!

Kevin hat einen roten Jogginganzug an. Zu seiner dunklen Haut passt er perfekt. Und erregt mich schon wieder ungemein.

In meiner gelben Trainingshose ist das natürlich deutlich zu sehen!

Kevin scheint das aber zu gefallen. Denn jetzt beginnt auch er zu lächeln.

„Hey Luka! Schön dass du zu mir kommst. Gefällt dir, was du siehst?

Setz dich doch bitte. Ich möchte mit dir reden und mich bei dir entschuldigen!“

„Du dich bei mir? Doch wohl eher umgekehrt. Ich muss mich bei dir entschuldigen. Du hast doch gesehen was gerade passiert ist. Und dabei habe ich dich doch nur angesehen.

Kevin bitte entschuldige, was ich mit dir gemacht habe! Das war nicht…“

Weiter komme ich nicht! Kevin legt mir einen Finger auf die Lippen.

Und das Resultat? Ich steh wieder mit einem Steifen vor ihm.

Kevins Jogginghose beult jetzt allerdings auch ganz gewaltig!

*

„Halt Luka! Ich muss dir erst etwas sagen. Nachdem der Arzt dich untersucht und dir eine Spritze gegeben hat, habe ich dich noch einmal zur Toilette gebracht!

Die Spritze begann schon langsam zu wirken. Du hast dich gerade noch erleichtern können, bevor du eingeschlafen bist!

Und ich musste ja dich, aber auch deinen Schwanz festhalten. Und der ist immer größer geworden. Ja, und du hast dich so schön in meinen Arm geschmiegt und ich fand das eben so schön. Du bist der erste, der das gemacht hat.

Dass dein Schwanz in meiner Hand immer größer geworden ist, war ein unglaublicher Glücksmoment für mich! War ich das? Hast du dich wegen mir versteift?

Ich habe mir eben so meine Gedanken gemacht! Und gehofft!

Dann bist du eingeschlafen. Ich habe dich in mein Zimmer getragen und in das Bett gelegt.

Nach dem fernsehen habe ich mich zu dir gelegt. Da bin ich Stunde um Stunde wach neben dir gelegen und konnte nicht schlafen!

Ich habe öfter Licht gemacht und dich angesehen. Und je öfter ich das tat, desto besser gefielst du mir.

Auf Mittag zu hast du dich zu mir gedreht und den Kopf auf meine Brust gelegt.

Ich habe dann deine Hand genommen, in meine Shorts getan und auf meinen seit Stunden steifen Schwanz gelegt. Irgendwann bist du langsam aufgewacht!

Da du nicht wusstest, was du da in der Hand hieltest, hast du eben begonnen, darauf herumzudrücken. Ich war sowieso schon auf 180.

Natürlich hat es nicht lange gedauert, bis ich gekommen bin.

Dich schien das aber auch selber zu stimulieren. Du bekamst ebenfalls einen Steifen.

Als du deinen Höhepunkt hattest und so laut gestöhnt hast, bin ich auch noch einmal gekommen!

Dann kamen leider Mutsch und Melanie ins Zimmer!

Siehst du Luka! Ich muss mich bei dir entschuldigen! Für das, was ich dir angetan habe!

Aber du hast mich so stark erregt Luka! Ich musste das tun!

Bitte verzeih mir!“

***

Was soll man denn dazu jetzt sagen? Einfach das Zimmer verlassen? Kevin eine schmieren? Ihm die Eier lang ziehen? Ihn niederbrüllen? Oder ihn jetzt links liegen lassen? Oder was?

Es gibt da aber auch noch eine andere Möglichkeit!

Das ist glaube ich, die beste! Zumindest entscheide ich mich dafür!

*

Ich drehe mich Richtung Zimmertür!

Und sehe aus den Augenwinkeln Kevins Enttäuschung, weil ich mich umdrehe und gehe!

Aber das tue ich nicht! Ich drehe mich wieder blitzschnell zu Kevin um, schnappe ihn mir und lasse mich rückwärts auf sein Bett fallen, diesen natürlich fest in den Armen haltend.

Kevin liegt auf mir! Schwanz an Schwanz!

Jetzt nehme ich seinen Kopf in meine Hände und ziehe ihn zu mir. Presse meine Lippen auf seine. Fordere mit meiner Zunge solange Einlass, bis Kevins Mund in mir gewährt!

Und dann verpasse ich ihm den Zungenkuss seines Lebens!!!

*

Ich spüre, wie Kevins dicker Schwengel auf meinem pocht. Meine Hände liegen inzwischen auf seinem Po. Dass ich ihn noch fester gegen mich drücke, ist gar nicht mehr nötig!

Kevins Schwanz beginnt zu pumpen. Und meiner ebenfalls!

Mit dem Zungenkuss fahre ich natürlich fort. Schnell beginnt Kevin ganz massiv zu stöhnen!

Gleich darauf kommt Kevin zum Höhepunkt und reißt mich mit!

Wir sind so mit uns beschäftigt, dass wir gar nicht mitbekommen, wie die Zimmertür geöffnet wird. Freilich auch nicht, wie sie wieder geschlossen wird!

Nachher ist wieder eine Dusche fällig. Aber gerade genieße ich Kevins Geschmack. Und der Junge schmeckt verdammt gut!

Kevin wird wohl meine künftige Medizin werden. Und von dieser Medizin werde ich nie genug bekommen können!

„Du bist der absolute Wahnsinn Kevin! Was machst du nur mit mir?

Gehen wir miteinander duschen? Bitte!“

Und Kevin schmunzelt mich an.

„Hast du da noch was vor?“

Dann nimmt er meine Hand. Bevor wir aber Richtung Dusche verschwinden, greift sich Kevin noch zwei Shorts. Klar, die jetzigen sind ja schon wieder versaut!

Wir wollen schon in die Dusche stürmen, als wir plötzlich ruckartig beide stehen bleiben. Abigail und Mam!

Beide mit einem Haifischgrinsen!

Oh, oh, was haben die beiden denn mitbekommen?

Am besten, den Unschuldigen spielen.

„Hallo Mam! Das… das ist aber eine… eine Überraschung! Dusche… wir müssen…“

„Oh Mutsch! Ja du, ähm… ja also wir… doch glatt… verschüttet… oder so… bis später…“

Den Unschuldigen spielen. Aha. Und so geht das dann. Aha!

So schnell war bestimmt noch keiner in der Dusche als wir!

Begleitet vom Gelächter unserer Mütter!

***

Und nun darf ich Kevin ausziehen! Das mache ich Stückchenweise!

Ihr habt doch jetzt eh was anderes zu tun, liebe Leser!

Zuerst das rote Sweatshirt.

Dann das weiße T-Shirt. Dieser 18 jährige Junge ist Erotik pur!

Ich habe schon wieder eine prall gefüllte Hose!

Mit Genugtuung sehe ich, dass sich Kevins Jogginghose auch wieder ausbeult. Und zwar gewaltig! Was ich vorher im Zimmer gespürt und hier gleich sehen werde. Wow! Wahnsinn!

Ich greife mir Kevins Hosenbund und ziehe sie nach vorne weg. Sonst kann ich die Hose nicht runterziehen, eben, weil sie so beult! Ich ziehe sie ihm aus. Nun steht Kevin nur noch in einer grünen Boxer vor mir.

Die hat vorne einen großen nassen Flecken, und das sieht so unbeschreiblich geil aus, dass es mir schon wieder beinahe kommt. Ich sage ja: Erotik pur!

Dann ziehe ich ihm die Boxer langsam runter!

Pah! Puhh! Waaahh! Wow! Der ist ja riesig! Wie soll ich den jemals vertragen können?

Ich kann nicht widerstehen und hauche Kevin einen Kuss auf die Eichel seines beschnittenen Schwanzes.

Bislang habe ich noch nie einen gesehen (einen beschnittenen Schwanz), na gut, in den Magazinen schon, aber noch nie in Natura. Gut dass Abigail das hat machen lassen! Das finde ich mega geil.

Und das sage ich Kevin auch. Und ihn freut es sichtbar!

*

Kevin hilft mir dann auch beim Ausziehen!

Seinen leuchtenden Augen nach ist er von mir nicht weniger begeistert, als ich von ihm!

Ich muss Mam noch sagen, dass sie mir meinen Traumprinzen morgen nicht backen muss!

Wir seifen uns dann auch gegenseitig ein und helfen uns beim wieder abwaschen.

Fast zwangsweise kommt jeder von uns noch einmal zu Höhepunkt!

Dann aber beenden wir die Duscherei!

Mam und Kevins Mutsch unterhalten sich noch.

Wir verbringen auch den Rest des Tages noch miteinander. Und wir machen auch noch gleich aus, dass wir heilig Abend alle gemeinsam miteinander verbringen, gemeinsam feiern und vielleicht sogar in die Christmette gehen werden.

Aber abends schlafen wir dennoch in unseren eigenen Betten!

Und dann kommt endlich heilig Abend!

***

Und der ist jetzt da!

Ich habe von Kevin geträumt. Deswegen habe ich eine Mola die schon fast wehtut! Aber heute muss ich warten, bis sie von selber wieder verschwindet. Sie denkt aber gar nicht daran!

Aber es gibt da ein probates Mittel dagegen! Und das nehme ich jetzt!

Sogar mit der Nebenwirkung, dass ich schlagartig munter werde!

Eine eiskalte Dusche!

*

Dann gehe ich frühstücken. Martin und Mam sind logischerweise auch schon auf. Martin muss sich ja morgens schon um seine Gäste kümmern!

„Guten Morgen ihr zwei. Du siehst so glücklich aus Mam, was ist denn?“

„Morgen mein Schatz! Och, weißt du, mir geht’s einfach gut.“

„Aha! Darum grinst Martin auch so. Ach Gott ja, Eltern. Freut mich aber jedenfalls für dich. Gilt aber wohl für euch beide, Martins leuchtenden Augen nach!

Brauchst du das Auto dann Mam, oder kann ich es mir ausleihen? Sonst muss ich extra nach Hause, um meinen Flitzer zu holen.

Obwohl, wäre eh nicht verkehrt, mal nach dem rechten zu sehen. Unsere beiden Aufpasser bringt der Züchter doch am Freitag erst zurück oder?“

„Martin und ich waren gestern erst kurz zu Hause. Da passt alles. Doch, ja die Hunde bringen sie am Freitag zurück.

Den Wagen brauche ich aber leider selber. Aber möglicherweise kannst du ja mitfahren, wenn du mir sagst, wo du hinwillst.“

„Ich muss nach Schönberg, zu Dieter. Und dann noch in die kleine Seitengasse.“

„Das geht doch. Da lasse ich dich in Schönberg aussteigen und hole dich später wieder ab. Derweil erledige ich in Grafenau alles. Bist du in einer halben Stunde bereit?“

„Ja bin ich. Danke Mam!“

*

Mam lässt mich direkt vor Dieters Sport-Shop aussteigen.

Gottseidank ist er selber frei. Eine Aushilfe bedient heute die Kunden.

Ich frage Dieter, ob wir nach hinten gehen können. Dort hat er seine kleine Schneiderei. Und vor den anderen Kunden will ich meine Wünsche nicht vorbringen.

„Äh ja, ich habe da jemanden kennengelernt Dieter. Kevin. Einen Schwarzen. Und für ihn brauche ich ein Geschenk. Ich habe da an eine weiße Trainingshose gedacht. Aber was ganz besonderes. So Größe 5-6. Fast so wie bei mir.

Nur Kevins Hintern ist viel schöner als meiner. Und dann hat er einen großen… du weißt schon… jedenfalls größer als meiner.

Du hast doch vor ein paar Monaten mal so einen glänzenden Stoff gehabt. Goldne oder gelb und blau. Wenn du den noch hast und mir da je zwei Shorts daraus machen könntest? Nur für Kevin und mich. So ganz raffiniert! Du weißt schon!

Und kannst du auch an die Trainingshose so Applikationen machen? Die Taschen rot und an der Seite einen durchgehenden roten Reißverschluss? Geht das noch heute Dieter? Bitte! Bitte!“

„Aha, Kevin also. Ein Schwarzer. Mit einem wohlgeformten Hintern. Und einem riesigen Schwanz. Ja, haben Schwarze meist. Habe auch mal einen spüren dürfen! Puhh! So ausgefüllt war ich noch nie!

Oh, du glücklicher kleiner Luka! Hast du deinen Traumprinzen also endlich? Ja, deine Augen verraten dich.

Oh, freue ich mich für dich! Für dich werde ich heute Zaubern Luka! Aber es wird mindestens 16 Uhr. Eher später. Da war heut früh schon ein Kunde da! Der will auch was besonderes! Komm um 17 Uhr. Wie trägt denn dein Kevin Luka? Links oder rechts?“

„Oh ich glaube rechts. Äh, ja… weißt du… so genau…“

Dieter beginnt jetzt zu glucksen.

„Oh Luka! Du bist mir so ein Herzchen! Warst also so scharf auf ihn, dass du darauf gar nicht geachtet hast. Aber wenn rechts, dann hat er allerdings wirklich einen Riesen!

Ich werde zaubern für dich Luka! Versprochen! Um 17 Uhr! Jetzt werde ich mich aber an die Arbeit machen. Ich werde doch meinen Lieblingskunden nicht enttäuschen! Tschüß Luka!“

Ich verabschiede mich auch von Dieter und mache mich auf den Weg zum Sex-Shop!

*

Dort habe ich letztes Mal noch eine Yin und Yang Kette gesehen.

Gut und Böse. Glück und Unzufriedenheit. Schwarz und weiß! Kevin und Luka!

Ja, und wenn Yin das weiche symbolisiert und Yang das harte, passt es auch wieder!

Yin = das weiche = Lukas, also mein Hintern!

Yang = das harte = Kevins Schwanz!

Und beide zusammengebracht, ergeben auch wieder ein Ganzes!

Unendlich, was dieses Symbol darstellt oder bedeutet oder symbolisiert!

Für mich soll es das Symbol unserer Liebe zueinander werden!

*

Gut dass ich unterwegs noch der Konditorei vorbeikomme. Die haben immer so super Pralinen. Da lasse ich mir eine Packung für Abigail zusammenstellen! Bei der Qualität dieser Köstlichkeiten kann man auch gar nichts falsch, bzw. verkehrt machen!

*

Ich habe Glück! Die Kette ist noch da. Eigentlich sind es ja zwei Ketten. Man kann das Symbol teilen. Eben in ein schwarzes und ein weißes Teil. Eben Kevin und Luka!

Und nur beide zusammen werden wieder eins!

Zusätzlich nehme ich noch etwas sehr wichtiges für heute abend mit!

*

Dann mache ich mich wieder auf den Weg zu Dieters Sport-Shop.

Den habe ich noch nicht einmal ganz erreicht, als auch schon Mam aus Richtung Grafenau angebraust kommt.

Ein besseres Timing kann man doch gar nicht hinbekommen.

Auf dem Weg zurück fällt mir dann aber doch noch etwas ein.

„M-a-a-m! Hast du mit dem Prinzenbacken schon begonnen? Nicht oder?“

Mam schüttelt den Kopf und ich beginne zu grinsen.

„Das brauchst du auch nicht mehr Mam! Ich habe meinen Traumprinzen gefunden. Ich meine, wenn er mich denn will! Und ich glaube, er will mich!

Um 17 Uhr muss ich noch mal zu Dieter. Da hat er dann alles fertig!

Und bei der Feier heute abends bleibt es? Mit Abigail und Kevin?“

„Ja, zumindest haben wir es doch so ausgemacht!“

***

Nach dem Mittagessen machen Kevin und ich einen langen Waldspaziergang.

Die verschneite Winterlandschaft ist einfach grandios!

Über den Zeller Berg, ein zusammenhängendes Waldgebiet, das insgesamt ca. 100 m höher als das Dorf Innernzell liegt, marschieren wir in einer langgezogenen Linkskurve durch den Wald.

Da die Bauern, sprich Landwirte, des Bayerischen Waldes im Winter das Brenn- bzw. Feuerholz, aber auch das Langholz* aufarbeiten und für den Abtransport im Frühjahr herrichten sind die Wege natürlich mustergültig geräumt. Klar, die Bauern müssen ja mit ihren Traktoren und Schleppern zu ihrem jeweiligen Waldabschnitt fahren.

*

Das Brenn- bzw. Feuerholz wird gleich in ein Meter lange Stücke geschnitten. Und 1×1 Meter ergibt dann auch einen Ster Holz.

Das Langholz, wird z. B. für Dachstühle als ganzer Stamm, dann allerdings gehobelt und gesägt, gebraucht; oder es wird zur Möbelherstellung verwendet. Vor allem das Langholz braucht dann auch den entsprechenden Lagerplatz.

Nach ca. zwei Kilometern kommen wir an den Scheitelpunkt der Anhöhe. Der Wald ist hier zu Ende. Wir können jetzt dafür auch auf das Dorf hinabsehen.

Und noch etwas sieht man von hier aus.

Die Berge des Bayerischen Waldes!

Die Bergkette mit ihren weißen Kuppen ist ein wunderschöner Anblick.

Ich kläre Kevin auf, was er da zu sehen bekommt:

Als erster Berg kommt der Arber. Bekannt durch die Kapelle und den See!

Als zweiter der Rachel. Bekannt durch das Rachelschutzhaus!

Als dritter der Lusen.

Als vierter der Dreisessel.

Vor allem der Dreisessel mit seinen drei fast gleichhohen Höckern ist faszinierend anzusehen und nach dem Arber eines der beliebtesten Ausflugsziele vom nahe gelegenen Freyung aus.

*

Während des Rückwegs zum Ponyhof kommen wir auch an Mams und meinem Zuhause vorbei. Zumindest ist das bis jetzt noch.

Wenn Mam und Martin heiraten, werden wir wohl ins Dorf zu Martin ziehen. Was dann aus dem Pfarrhof wird, keine Ahnung. Aber noch ist es ja nicht soweit!

Da Kevin und ich sowieso am Pfarrhof vorbeimarschieren, mache ich ihn auf diesen aufmerksam, auch will ich ja heute abends noch mit ihm hierher.

Außerdem nutze ich die Gelegenheit, um Mams und Martins Weihnachtsgeschenke zu holen und mit ins Dorf zu nehmen.

*

Am Ponyhof angekommen, trennen sich unsere Wege wieder. Jeder von uns hat noch etwas vorzubereiten bzw. abzuholen. Auch lege ich mich noch etwas hin und schlafe ein wenig vor. Abends will ich ja für Kevin fit sein!

Mam weckt mich dann um kurz vor Fünf. Sie fährt mich dann zu Dieter, ist mir auch lieber so, denn dann brauche ich nicht selber fahren. In der Dunkelheit tue ich das sehr ungern.

Meine Geschenke sind fertig und sogar schon fertig eingepackt.

So kann ich sie selber nicht einmal sehen, bis Kevin sie auspackt und vielleicht gleich anprobiert.

Au ja, bitte!

Mit den besten Wünschen für heute Abend verabschieden Dieter und ich uns dann herzlich voneinander.

Dann ist endlich Bescherung!

*

Abi, Kevin, Mam, Martin und ich treffen uns alle in Martins rustikal eingerichtetem Wohnzimmer.

Dort steht schon große Weißtanne. Die ist schon auf altdeutsch mit Strohsternen und Figuren aus rotem Wachs geschmückt!

Aber anstatt der echten Wachskerzen hat Martin doch lieber eine elektrische Lichterkette mit mindestens 300 Birnchen genommen.

Im Hintergrund läuft eine CD mit Weihnachtsmusik.

An fünf Plätzen im Raum hat Martin, dem wir alle die Geschenke vorher gegeben haben und der sie auf die jeweiligen Plätze verteilt hat, je einen großen Namenszettel auf die verschiedenen Pakete gelegt. So weiß jeder von uns, welches sein Platz und ist und welche Pakete zu ihm oder ihr gehören.

Abwechselnd macht dann immer ein anderer eines seiner Geschenke auf.

Für Kevin und mich gibt es mehrmals rote Köpfe!

Das erstemal, als wir Abis Geschenke öffnen!

Sie sind wunderschön verpackt. Aber mit einem brisanten Inhalt!

Sowohl Kevin als auch ich bekommen von Abi:

je einen weißen (Kevin) und einen schwarzen (für mich) Lackslip!

und je eine große Flasche Gleitgel mit 500 ml Inhalt!

Abis einziger Kommentar ist, sie sei ja nicht blind, außerdem seien wir noch jung und vor allem: junge Männer wie wir ständen ja auf so was!

Was soll man dazu noch sagen!

Das zweitemal, als Kevin und ich unsere gegenseitigen Geschenke auspacken!

Für Kevin eine rote Hose aus Satin!

Mit blauen aufgesetzten Taschen hinten. Und einem blauen durchgehenden Reißverschluss an beiden Seiten.

Am faszinierendsten jedoch ist der ebenfalls blau abgesetzte Bereich im Schritt!

Da, wo unweigerlich Schwanz und Sack zu liegen kommen, hat Dieter eine mit 8 Knöpfen gehaltene Klappe aufgenäht!

Und wie ich feststellen kann, ist hinter der Klappe kein störender Stoff!

Kevin in der Hose zu sehen wird ein Erlebnis besonderer Art! Darauf freue ich mich jetzt schon!

Seltsamerweise bekomme ich aber die gleiche, ebenso gearbeitete Hose. Jetzt hingegen in Blau!

Mit rotem Reißverschluss, roten Taschen und roter Klappe!

Beide Hosen in der Farbe genau aufeinander abgestimmt!

Aber wie… woher wusste Dieter, dass…

Mams Haifischgrinsen beantwortet meine stumme Frage.

Natürlich! Dieter hat doch gesagt, er muss für einen anderen Kunden auch noch etwas anfertigen. Der andere Kunde war Kevin!

Aber wir bekommen ja noch ein gegenseitiges Geschenk!

Dieter hat mir nicht zuviel versprochen! Er hat wirklich gezaubert! Schon beim Auspacken bleibt Kevin und mir fast der Atem weg.

Die glänzenden Shorts sind der absolute Wahnsinn!

*

Derart raffiniert geschnitten! Unmöglich in Worte zu fassen!

Als Martin den Stoff aus Gold, Blau und Grün sieht, muss er durch die Zähne pfeifen. Das sagt uns über die Qualität von Dieters Arbeit eh schon alles!

Ich freue mich schon, Kevin darin zuerst bewundern und ich dann auspacken zu dürfen!

Die Geschenke sind alle verteilt, Abi trägt bereits ihre neue Goldkette um den Arm und es lassen sich alle den Glühwein bzw. Früchtepunsch schmecken.

Deshalb nutze ich jetzt die friedvolle Stimmung und bitte um Aufmerksamkeit!

***

Ich will Kevin heute einen Quasi-Heiratsantrag machen!

Nach den paar Tagen, die wir uns erst kennen, möglicherweise etwas früh.

Nur – ich habe das Gefühl, dass ich das Richtige tue!

*

Inzwischen habe ich auch die Aufmerksamkeit aller und vier Augenpaare ruhen auf mir!

Ich halte Yin bereits in Händen!

„Kevin Jeremiah Grey

nimm diese Kette als Zeichen meiner Verbundenheit zu dir!

Ich, Luka Gerbert, werde dich Lieben und Halten, solange du mich das lässt!

Zu jeder Zeit werde ich zu dir stehen, in guten, aber auch in schlechten Tagen!

Auch werde ich dich immer Ehren und dein Bild in meinem Herzen tragen. Ewig, wenn ich das darf!“

Jetzt lege ich Kevin die Kette um den Hals und gib ihm einen zärtlichen Kuss.

Dann ziehe ich Yang aus meiner Tasche und halte sie Kevin entgegen.

„Willst du, Kevin Jeremiah Grey das gleiche bei mir, lege mir bitte das Gegenstück um meinen Hals!“

*

Kevin nimmt mir Yang aus der Hand.

„Luka Gerbert, gerne lege ich dir diese Kette um deinen Hals. Nimm sie als Zeichen meiner Liebe zu dir. Und gerade heute, an diesem besonderen Tag wird diese, unsere Liebe ewig halten! Luka Gerbert auch dein Bild ist bereits in mein Herz gebrannt. Sobald ich die Augen schließe, sehe ich jedes Detail von dir. Dieses Bild wird auch erst mit meinem Tod ausgelöscht werden. Auch ich werde dich Lieben und Halten auf ewig! Und diese Liebe zu dir werde ich jetzt mit einem Kuss besiegeln!“

Kevin legt mir die Kette um den Hals! Sieht mir in die Augen!

Und gibt mir einen liebevollen, nie enden wollenden Kuss!

Kurz vor dem Ersticken müssen wir den Kuss aber lösen!

Und hören das Schluchzen ringsum!

***

Dass Kevin und ich die Nacht im ehemaligen Pfarrhof verbringen, machten wir schon während des Abendessens klar. Na ja, Abendessen ist ein bisschen übertrieben. Heilig Abend gibt es traditionsgemäß bei uns immer Sauerkraut, verschiedene Würste und Brot oder Semmeln (Brötchen).

Auch, dass wir erst zum Mittagessen morgen wieder hier im Ponyhof sein müssen, setzen wir durch.

*

Da auch ich heute im Sex-Shop Gleitgel gekauft hatte, sind Kevin und ich nun auf Wochen hin, reichlich damit versorgt.

Dass wir heute das erste Mal welches brauchen werden, habe ich mir fest vorgenommen.

So packen wir eine Tasche zusammen, auch unsere Geschenke vergessen wir natürlich nicht, verabschieden uns von den anderen, die ja heute sowieso noch zur Mitternachtsmette gehen werden, und machen uns auf den Weg nach Hause.

*

Bei unserem kurzen Abstecher heute Nachmittag habe ich die Heizung etwas hochgedreht. So ist es in meinem Zimmer nun wohlig warm. Denn dahin verziehen Kevin und ich uns nun!

***

Die folgende Nacht ist ein Traum!

***

Zum Mittagessen werden Kevin und ich hingegen fahren! Großartig in der Gegend rumlaufen kann ich einfach nicht! Ich bin froh, überhaupt einigermaßen vernünftig gehen zu können! Nach so einer herrlichen Nacht ist das doch wirklich mehr als verständlich.

Die Gefühle, die ich für Kevin empfinde, reichen für ein langes gemeinsames Leben!

Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Ich habe meinen Traumprinzen gefunden!

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Information Krähenvolk
Posted by: Frenuyum - 12-06-2025, 10:20 AM - No Replies

Als ich meine Augen öffnete war das erste was ich sah eine Wand um mich herum. Eine Wand aus Ästchen und getrocknetem Moos und kleinen, weichen Federn.

Und ich war nicht alleine. Neben mir lag noch jemand. Federchen trug es, wie ich sie hatte und der kleine Kopf lag auf dem Boden, die Augen geschlossen. Es roch merkwürdig hier. Sehr merkwürdig. Ich ob meinen Kopf und sah viele grüne Blätter über mir, dazwischen ein Stück blauen Himmels.

Plötzlich tauchte ein großer, schwarzer Schatten auf und setzte sich, beleitet von einem heftigen Wind, auf den Rand der Ästchen. Majestätisch thronte er auf dem Nestrand und stieß ein lautes „krah“ aus.

Mama. Sie warf irgendetwas in das Nest und ließ sich wieder vom Nestrand in die Tiefe fallen. Neugierig nahm ich das Etwas in Augenschein. War wohl eine Maus gewesen, was sie uns brachte. Gierig schnappte ich nach dem Knäuel und da wurde auch mein kleiner Bruder wach. Kräftig zerrten wir an der kaputten Maus und irgendwie fand ich den Geschmack nicht mal widerlich.

So vergingen die ersten Tage und Wochen. Manchmal war es schon unangenehm wenn es regnete, mein Bruder und ich nass wurden wie die Katzen. Aber meistens kam Mama dann rechtzeitig und setzte sich auf uns. Was war es schön wenn man den Regen prasseln hörte und gleichzeitig die Wärme Mamas auf einem spüren konnte. Auch Papa beteiligte sich am füttern, aber eher seltener. Papa ist übrigens irgendwann nicht mehr zurückgekommen, wir wussten nicht warum.

Eines Tages setzte sich Mama auf den Nestrand und brachte nichts zu essen mit. Sie krähte zum ersten Mal so unheimlich, flatterte auf einen Ast unweit von unserem Nest und sah nur zu meinem Bruder und mir herüber. Wir hatten tierischen Hunger und konnten gar nicht verstehen warum wir plötzlich nichts mehr bekamen. Ich rappelte mich auf, krabbelte zum Nestrand und schrie meine Mama an.
»Krah, krah, krah.«
Aber sie reagierte überhaupt nicht. Ich breitete meine Flügel aus und flatterte vor Wut. Sie saß aber nur da drüben, hüpfte dann auf einen Ast, der noch weiter weg war. Voller Zorn, weil ich Hunger hatte, versuchte ich zu ihr zu gelangen. Mit einem Satz stürzte ich aus dem Nest – und unter mir war nichts.

Nur etliche Meter zum Boden. Ich begann heftig und ungeschickt mit den Flügeln zu schlagen und landete mitten im Blättergewirr des Baumes. Völlig entsetzt rappelte ich mich auf und sah zu Mama hoch. Warum durfte ich nicht zu ihr, warum gab sie uns nichts zu essen?

Mein Bruder saß noch immer auf dem Nestrand und krähte was das Zeug hielt. Mit einem Mal begann er zu flattern und er schaffte es ohne Absturz auf den nächsten Ast. Mama flog noch ein Stück weiter und er hinterher. So ging das also. Wir sollten fliegen lernen. Ungeschickt hüpfte ich auf den nächsten Ast mehr als ich flog, aber es wurde mit jedem Versuch besser. Ich traute mich dann sogar, den nächsten Baum anzupeilen, auf dem Mama mittlerweile saß. Und schwupp, war ich drüben.

Nach einiger Zeit kehrte Mama ins Nest zurück und wir folgten ihr. Wenig später bekamen wir dann auch was zu essen und so vergingen die nächsten beiden Tage.

Dann flog Mama plötzlich fort. Wir sahen, dass sie nach drüben zu dem Feld flog, das gerade abgeerntet worden war. Da sehen wir sie oft hin und herlaufen. Also musste sie unser Essen von dort haben.

Mutig flatterte ich los und plötzlich war es ganz einfach. Nur mit den Flügeln schlagen, sonst musste man nichts tun. Na ja, doch schon, die Schwanzfedern zum steuern, aber das mussten wir erst noch lernen. Die Landung an dem Feld war natürlich alles andere glücklich, Bauchlandung könnte man sagen.
So pickten wir unser erstes Essen direkt selbst, und es gab da auch mal ne Heuschrecke oder einen Käfer zu fassen.

Aber immer wenn wir unterwegs waren, achteten wir auf Mama. Stieß sie einen kurzen Ton aus und hob ab, setzten wir sofort hinterher. Dann waren Menschen oder Hunde in der Nähe und instinktiv wussten wir, dass denen nicht zu trauen ist, selbst wenn sie noch weiter weg waren.

Immer schön Abstand zu ihnen halten war die Devise. Das mit dem Fliegen wurde immer besser und eines Tages war mein Bruder verschwunden. Auch mich zog es plötzlich weg von hier. Etwas anderes sehen, vor allem von oben.

Ich sah Mama neben mir fliegen, dann rief sie mir ein letztes Mal „krah“ zu, bog ab und ich war alleine.

Ich war traurig, aber auch neugierig auf die neue Welt. Was war das fliegen herrlich. Sich manchmal von Aufwinden tragen lassen, ganz hoch, bis unter die Wolken. Ich lernte auch Genossen aus der Luft zu erkennen. Wo sie zahlreich waren, gab’s immer was zu futtern.
Langsam wurden die Tage kürzer, die Nächte kühler. Ausmachen tat mir das nichts, die Federn schützten ausgezeichnet vor Kälte und Wind.

Dann fiel mir auf, dass immer mehr Genossen in Wald und Flur unterwegs waren, auch welche, die anders aussahen als ich. Große, klobige Schnäbel, die meist auch fast weiß waren. Aber es gab keinen Streit unter uns, Futter war genug da für jeden.

Ich lernte mich den riesigen Schwärmen anzuschließen. Immer gab es welche, die nicht auf dem Boden nach Nahrung suchten.

Ein paar hockten in den Bäumen ringsum und beobachteten die Gegend. Unsere Alarmposten. Alle paar Stunde wurde abgewechselt und es waren die älteren unter uns, die Erfahrung hatten in Sachen Gefahr.

War schon imposant wenn sie Alarm schlugen und wir zu Hunderten aufflogen, meist mit Getöse. Dann zogen wir ein paar Kilometer weiter, und das Spiel begann von Neuem.

Tja, und dann kam der Tag wo auch ich zum Alarmposten eingeteilt wurde. Eine ältere Krähe kam auf mich zu, schubste mich mit dem Schnabel und scheuchte mich auf den nächsten Baum. Dort saß schon ein „Kollege“ und betrachtete mich.
»Na, alles klar?«, fragte er plötzlich.
Ich erschrak, denn bisher hatte ich mich noch nie mit jemand hier unterhalten, sogar mit Mama nicht. Man verstand einfach auch so.
»Ja, schon,« gab ich verdutzt zur Antwort.
Wir redeten nicht wirklich miteinander, es war so eine Art Kommunikation ohne Worte. Man spürte Wort für Wort, was der andere dachte.
»Wie bist du hierher gekommen?«, fragte er weiter.
»Halt so. Mitgeflogen.«
Er kicherte.
»Das meinte ich nicht.«

»Was denn sonst?«

»Du bist doch keine Krähe geworden nur weil es so bestimmt war.«

Plötzlich wusste ich, was er meinte. Natürlich. Auf einmal fiel mir alles wieder ein. Wie ein langer Film liefen die Geschehnisse ab. Ungläubig sah ich meinen Nachbarn an.

»Du hast recht.«
„Sag ich doch.«
»Und du, was ist mit dir?«
»Bin auch freiwillig hier.«
Immer deutlicher wurden die Bilder der Vergangenheit. Und nun atmete ich tief durch, sah mich um von dem hohen Baum aus. Die Wolken über uns, unsre Gesellschaft da unten, den Fluss am Horizont in der Sonne glitzern. Ja, genau das hatte ich haben wollen. Damals..
»Willst du es mir erzählen?«, fragte mein Nachbar.
»Augenblick, mir fehlen noch ein paar Einzelheiten..«
Ich dachte angestrengt nach und nach einer Weile standen die Erinnerungen Lückenlos in meinem Kopf.
»Jetzt, ja.«
Wir blickten uns um, es war nichts Verdächtiges zu sehen und so begann ich ihm, meine Geschichte zu erzählen. Ich hatte sie verdrängt, was sicher auch Sinnig war. Aber nun wurde mir klar warum ich hier und plötzlich auch glücklich war.
»Ich war ein Junge und bin bei ziemlich reichen Leuten aufgewachsen. Gut behütet kann man sagen. Würde behaupten, auch nicht doof gewesen zu sein, denn die Schule machte mir keine Probleme. Die kamen von ganz anderer Seite.«
Ich überlegte ob ich es sagen sollte, aber so wie die Dinge jetzt lagen konnte nie mehr etwas passieren.

»Und von welcher?«, wollte mein Nachbar wissen.
»Ich bemerkte so mit 15, dass ich.. naja.. eher hübschen Jungs nachsah und Mädchen mich echt kalt ließen.«
»Du warst also schwul..«
»Genau. Die Erkenntnis war für mich nichts Besonderes. Ich hab mich nach ner Weile damit angefunden und für mich war es ok. Aber da waren diese paar Jungs an der Schule, die mich nervös machten sobald ich sie sah.«
Ich meinte, ein vergnügliches Kichern gehört zu haben…
»Jedenfalls kam es dann halt eines Tages zu einem ersten Erlebnis. Daniel, einer aus der Parallelklasse, kam zu mir nach Hause. Er wollte sich eine neue CD anhören die ich mir gekauft hatte. Wir saßen auf meinem Bett und horchten der Musik.. Und auf einmal begann er mich zu streicheln. Das war so was von wunderschön.. Ich tat nichts, lag nur da und genoss. Dann gab er mir sogar einen Kuss, den ersten meines Lebens.«
Ich traute mich, meinen Nachbarn anzusehen, und der hatte plötzlich einen richtig verklärten Blick.

»Daniel? Weiter..«, sagte er knapp.
Plötzlich Flügelflattern und Geschrei.
»Ihr Penner, seht ihr das nicht!!?«
Erschrocken fuhren wir herum und sahen die Menschengruppe, die über die Wiesen stolperte und geradewegs auf unsere Genossen zusteuerte.
Drei Alarmrufe reichten, um den Schwarm abheben zu lassen.
»Seid ihr noch zu retten?«
Scheinbar die Oberkrähe, die älteste unter dem Haufen.
»Ihr werdet vorerst keinen Posten mehr beziehen. Abmarsch.«
Zerknirscht über unsere Unachtsamkeit folgten wir der Meute, die nun den Fluss ansteuerte um am Ufer nach verwesten Fischen, Schnecken und Muscheln zu suchen.
Wir ließen uns am Ufer nieder und hielten etwas Abstand, beäugt von misstrauischen Blicken einiger Genossen.

»Müssen wir denn eigentlich mit ihnen ziehen?«, fragte ich meinen Begleiter.
»Eigentlich nicht, aber es sicherer. Man kann nie wissen ob sie uns nicht eines Tages doch wieder bejagen dürfen, die lieben Menschen. Und wenn du dann allein herumziehst – patsch – liegste im Feld und son räudiger Jägersköter apportiert dich.«
Ich schüttelte mein Gefieder. Er hatte natürlich Recht.
»Aber man kann der Meute doch in gebührendem Abstand folgen. Sieh mal, wie sie da stochern und graben. Immer dicht an dicht.«
»Krähen sind nun mal gesellige Vögel, das weißt du ja.«
»Ja, klar.«
»Komm, lass uns da drüben in die Bäume setzen, ich will deine Geschichte weiter hören.«

Wir flogen auf eine der Pappeln am Ufer und ließen die Septembersonne auf unser Gefieder scheinen.

»Wie war das also? Dein erster Kuss?«
»Ja, der war so schön. Und gut geschmeckt hat er auch.«
»He, du warst also wirklich richtig schwul.«
»Sagte ich schon. Daniel wurde mein Freund, zwei Jahre lang.«
»Und dann?«
»Dann zog er fort. Nicht freiwillig, er musste mit seinen Eltern wegziehen.«
»Oh.«

»Ja, es war eine Katastrophe, für uns beide. Wir haben jeden Tag telefoniert, E-Mails geschrieben, SMS geschickt. Aber wie das so ist, im Lauf der Zeit ließ das nach.«

»Und dann?«

Mein Begleiter war auffallend neugierig.
»Hab ich erst Mal nur Frust gehabt. Wollte keinen anderen haben, mein Herz hing immer noch an Daniel, auch wenn unser Kontakt langsam zusammenbrach.«
Ein Windstoß rauschte durch den Baum und wir mussten uns festhalten.
»Scheint nicht mehr weit bis zum ersten Herbststurm«, sagte mein Begleiter.
Ängstlich sah ich mich um. Bisher war es ja angenehm gewesen, aber nun stand der Herbst und der Winter vor der Tür. Hatte ich das bedacht?
»Und dann, ja, dann machte ich meine Lehre als Automechaniker. Da gab’s auf der Berufsschule einer, der verwirrte mir mal wieder den Kopf.«
»Was draus geworden?«
»Ja, das wurde es. Aber da begann das Unheil. Er hatte schon einen Freund und der war ziemlich eifersüchtig. Sandro wollte sich trennen von ihm, aber Timo wollte nicht.«
»Sandro? Timo?«
Mein Begleiter starrte mich an.
»Ja, so hieß er.«
»Hast du ihn kennen gelernt?«
»Timo? Nicht wirklich.«
»Und weiter?«
»Na ja, es war halt nicht einfach. Timo machte richtigen Terror. Rief Sandro an, schickte ihm SMS und E-Mails. Eines Tages hab ich Sandro gesagt, er müsse sich entscheiden.«

»Und was tat er?«
»Er hat sich entschieden, wollte bei mir bleiben. Aber Timo ließ einfach nicht locker. Es war die Hölle. Timo lauerte manchmal vor meiner Haustüre und er ging sicher, dass wir ihn auch sahen. Von der Schule ganz zu schweigen. Da saß er eine Reihe hinter uns, jede Sekunde spürte ich seinen Blick in meinem Rücken. In den Pausen stand er so, dass er jede unserer Bewegungen beobachten konnte. Es war wirklich der reinste Terror.«
»Und du hast niemals mit Timo gesprochen?«
»Doch, einmal, im Sport, da hab ich ihn mit einem Foul niedergestreckt und mich auf ihn fallen lassen. Er soll sofort mit dem Scheiß aufhören. Sandro will nichts mehr von dir, hab ich ihm gesagt.«
»Und er?«
„Das geht dich nichts an. Sandro gehört zu mir.“
»Mehr nicht?«
Nein, mehr nicht. Er hat dann auch nicht aufgehört uns nachzuspionieren.«
Mittlerweile wurde es dunkel. Zeit, die Schlafbäume am anderen Ufer des Flusses aufzusuchen. Unter Tage hätte mir das Alleinsein nichts ausgemacht, aber nachts war ich froh wenn alle eng zusammen in den Bäumen schliefen.

Ich verkroch mich gerne in Mitten der Genossen, denn ab und zu holte sich eine Eule einen von uns und das war dann immer am Rand draußen. Zwar hatten wir auch über Nacht unsere Wächter, aber Eulen waren lautlos, schnell und Zielsicher. Vor ihnen zu warnen war fast nicht möglich. Dafür gab’s dann aber Tagsüber Senge, wenn einer von uns eine Eule in ihrem Schlafbaum entdeckte.

Das geschah aber auch mit Bussarden und Falken. Die wurden gejagt bis sie freiwillig abzogen.

Wir flogen hinüber und der Wind war bereits unangenehm kühl. Nicht mehr lange, und der erste Nachtfrost würde kommen.

Ich hopste, zusammen mit meinem Begleiter, in das Innere des Blättergewirrs. Außen schliefen hauptsächlich die Alten. Es war schon erstaunlich, wie das soziale System hier funktionierte. Sie beschützten die Jungen durch ihr eigenes Leben.

Eines Tages musste ich wohl auch da draußen sitzen, warten, ob ein Raubvogel kommt und mich holt, nur damit den Jungen nichts passiert. Aber ich wusste auch, dass wir über 60 Jahre alt werden konnten. Fast so lang wie ein Menschenleben.

Wir drehten unsere Körper in Windrichtung und plusterten die Federn auf. Wie wohlig warm das doch war, von frieren keine Spur. Unterhalten wollte ich mich nicht mehr, schloss langsam die Augen. Ein Greifmechanismus in den Füßen verhinderte, dass man im Schlaf vom Baum fallen konnte. Nur wenn Sturm ging, da musste man aufpassen.
So döste ich in die späte Dämmerung. Gelegentlich zankten sich ein paar Genossen mit Gekrächze, ansonsten war es ruhig in der Kolonie.
»Sag mal«, fragte mein Nachbar dann noch.
»Ja?«

»Warst du gerne schwul?«
Ich räkelte mich wohlig im Federkleid.
»Oh ja. Ganz bestimmt.«
»Nacht«, hörte ich
»Gute Nacht.«
Am anderen Morgen regnete es. Ich hatte früher schon Regen gehasst. Zwar hielt mein Gefieder das Wasser ab, aber trotzdem war es alles andere als angenehm. Ich wachte früh auf, die meisten saßen noch da und dösten. Auch sie waren nicht begeistert von dem Wetter und nur einige flogen auf, wohl weil sie Hunger hatten.

Mein Begleiter blinzelte missmutig.
»Scheiß Wetter.«
Ich nickte nur. Aber dann kam auch bei mir der Hunger auf. Große Lust auf Suche zu gehen hatte ich nicht.
»Wollen wir rüber zum Kontor? «
Mein Begleiter sah mich an.
»Zum Kontor?«
»Ja, die Futterfabrik. Beim Verladen in die Waggons fällt doch immer genug ab.«
»Da fliegen wir ja eine halbe Stunde.«
»Na und? Dafür ist der Tisch gedeckt.«
Er nickte müde, und wir hoben ab, flogen in geringer Höhe nach Norden.
So früh am Morgen, im Regen und diesiger Sicht bestand keine Gefahr. Plötzlich sah ich einen Milan. Er strich tief unter uns über die Felder. Auch diese Gesellen stellten uns nach, besonders den Jungvögeln im Nest.
»Krah!«, rief ich.
Mein Begleiter folgte meinem Blick und sah den Greifvogel ebenfalls.
»Los, den schnappen wir uns!«, rief ich.
Ein kurzes Nicken und wir klappten die Flügel an den Körper. Mann, was ein Gefühl. Der Wind begann zu pfeifen wir wurden immer schneller und schon stürzten wir uns auf den Milan. Der hatte uns freilich kommen sehen und wich geschickt aus.

Aber unsere Taktik bestand in der Ausdauer. Immer wieder attackierten wir ihn, stießen auf ihn hinab. Manchmal drohte er uns mit seinen Krallen, aber das störte nicht. Gegen zwei konnte er nichts machen, damit war er zu abgelenkt.

Nach etlichen Minuten Luftkampf ruderte er zornig weiter, aber wir ließen nicht locker. Immer wieder hackten wir auf ihn ein, zumindest versuchten wir es. Geschickt drehte er sich in Bodennähe zu uns und stellte die Krallen.

Aber in dem Augenblick wo er sich wieder in Flugrichtung umdrehte, überquerte er die Bahnlinie. Wir sahen nur noch Federn stieben und seinen Körper ins Feld fliegen, als er an die Scheibe der Lokomotive prallte.
»Hey, das war n richtig guter Abgang«, rief mir mein Begleiter zu. ´
Ich nickte und wir drehten ab.
Fast außer Atem kam wir anschließend am Kontor an und schlugen uns den Bauch voll.
Der Regen hatte aufgehört und satt saßen wir oben auf dem Silo des Kontors. Ein paar Genossen waren inzwischen eingetroffen und wir beobachteten sie von oben.
»Nun, wie war das mit Timo?«
Ich schüttelte mein Gefieder auf und blinzelte in die Sonne, die langsam zwischen den Wolken hervor kam und unser Gefieder zu trocknen begann.
»Dann kam der Tag, an dem Timo plötzlich vor der Tür stand.«
»Bei dir zu Hause?«
»Ja. Sandro war nicht da und Timo wollte ihn sprechen. Ich sagte ihm dass er gehen soll, aber nicht, dass Sandor nicht bei mir war. Daraufhin holte er aus und schlug mir mitten ins Gesicht.«

»Was?«

»Ja, ich denke heute, der war total verzweifelt. Ich bin zu Boden gegangen und war ne Zeitlang weggetreten. Ich bekam nur noch mit, wie Timo aus dem Haus rannte. Er hatte wohl Daniel gesucht..«
»Und wo war Sandro?«
»Einkaufen wollte er, mit ein paar Freunden. Das ist nicht mein Fall und deswegen war ich zu Hause geblieben und wartete auf ihn. Als er kam, mich auf dem Bett liegen sah und ich ihm dann erklären musste woher meine geschwollene Backe kam rastete er aus. „Den bring ich jetzt um“, rief er und stürzte aus dem Haus.«
»Was wollte er? Timo umbringen?«
»Ja, das war sein Wortlaut. Natürlich sagt man das so daher. Aber ich bekam trotzdem Angst dass er eine Dummheit machen würde. Also stand ich kurz danach auf und rannte aus dem Haus. Aber ich wusste nicht wo Timo wohnt und Sandro war eh längst verschwunden.«

»Mann, hast wohl einiges mitgemacht.«
Ich blickte meinen Begleiter an.
»Sag mal, ich breite hier mein Leben vor dir aus und von dir weiß ich gar nichts.«
Er schien zu grinsen.
„Meinst du?«
»Wie soll ich das verstehen?«
»Erzähl erst deine Geschichte fertig.«
Neugierig was er mir zu sagen hatte ließ ich mich auf die Art erpressen.
»Ich bin dann wieder ins Haus, hab mich auf mein Bett gelegt und was zum Lesen gesucht. Ich wollte nichts Anstrengendes, einfach nur ablenken. Und da lag ne Zeitschrift auf meinem Nachttisch. Irgendwas mit Naturkram. Ich nahm es und da war ein Bericht drin über das Leben der Krähen. Wie sie lebten. Und ich dachte mir, wenn ich wieder auf die Welt kommen würde, dann als Krähe. Ich konnte keine Nachteile finden.«
Mein Begleiter schien wieder zu lächeln.
»Und was passierte dann?«
»Das eigentlich unfassbare. An einem Nachmittag kam ich aus der Schule heim. Sandro wollte noch mal in die Stadt was einkaufen und zu mir kommen. Aber vor meiner Tür stand Timo. Ich kannte ihn ja soweit, aber den Blick der mich da traf – unheimlich. Zornig, böse.«
„Was willst du denn noch?“, fauchte ich ihn an.
„Dass du Sandro in Ruhe lässt.“
„Sorry, das geht nicht. Wir lieben uns und das weißt du. Versteh doch endlich: Es ist vorbei, er mag mit dir nichts mehr zu tun haben.“
„Nein, das ist deine Meinung. Du hast ihn beeinflusst, ihn mir weggenommen. Er will nichts von dir, du hast ihn überredet.“
„Verstehst du den Quatsch eigentlich selbst, den du da erzählst?“
Seine Augen funkelten.
„Das ist kein Quatsch. Willst du mit mir darüber reden?“
»Ich dachte mir, schaden kann es nicht, auch wenn ich keine Lust dazu hatte.«
»Und dann?«
»Sind wir losgelaufen. Ein paar Minuten weg von unserem Haus gab einen kleinen Park. Wir setzten uns auf eine Bank und auf einmal fing Timo an zu reden. Über seine Gefühle, sein Leben, einfach über alles. Ich verstand ihn ja, aber dass er Sandro nicht loslassen wollte fand ich einfach zum kotzen. Plötzlich sah mich Timo an, stand auf und stellte sich vor mich.
„Du wirst Sandro nie mehr wiedersehen!“ schrie er.

Und hatte eine Pistole in der Hand. Ich war wie gelähmt, dachte an einen Scherz. Einfach, um mich einzuschüchtern. Aber mir war sehr schnell klar, dass das, was er in der Hand hatte, kein Spielzeug war.«
Mein Begleiter sah mich an.

»Und dann?«
»Ich hörte wohl nur den Schuss, mehr war nicht mehr.«
»Timo…«

».. hat auf mich geschossen, ja. Es dauerte eine Weile bis ich wieder zu mir kam. Ich hatte keine Ahnung wo ich war. Es gab keine Empfindung. Keine Kälte, Wärme, Hitze.. nichts. Ein merkwürdiger Zustand. Und dann sah ich noch einmal die letzten Sekunden. Dieser kleine Feuerblitz aus der Pistole, das Rauchwölkchen danach. Ich spürte die Kugel auf meine Brust auftreffen, wie sie eine Rippe brach und das Eindringen in mein Herz. Der kurze Schmerz, als sie meinen Rücken durchschlug und wohl irgendwo ins Freie flog. Wie ich zusammensackte und dann war es vorbei.«
Mein Begleiter atmete schwer, so als bekäme er keine Luft.

»Und dann warst du hier.«
»Ja, in dem Nest. Ich hatte mir gewünscht nach meinem Tod eine Krähe zu werden, und das ist in Erfüllung gegangen.«
Ich machte eine Pause.

»Nun allerdings fehlt mir deine Geschichte.«
Wir kamen nicht dazu, Leute liefen über das Gelände des Kontors und waren ziemlich laut.
Wir flogen ab, Richtung Mülldeponie. Da gab’s immer was zu futtern und Gesellschaft hatten wir auch. Jede Menge Möwen mischten da mit und manchmal konnte ich mir den Vergleich mit Hitchcock’s „Die Vögel“ nicht verkneifen.
Mein Begleiter und ich landeten in einem Bereich, wo gerade keine Schaufelbagger zugange waren und zudem roch es da ziemlich lecker nach Futter. Wir stocherten in den Abfällen und einige Zeit später flogen wir an den Ortsrand. Ein kleiner Bahnhof und die Leute dort schmissen regelmäßig Reste von wer weiß was ich an die Gleise hin.

Nachdem wir uns gesättigt hatten – vor allem an einem Kaninchen, das wohl totgefahren worden war – flogen wir auf einen Strommast in der Nähe.
»Nun, was war mit dir?«, fragte ich meinen Begleiter.
»Ähnlich wie bei dir. Hatte mich auch verliebt. In einen hübschen Jungen.«

Ich starrte ihn an.
»Du warst auch schwul?«
Er krähte.
»Ja, was dachtest du denn? Ich hätte mir das alles sonst ja gar nicht angehört.«
»Und?«

»Ja, ja, der Junge war wie gesagt sehr hübsch. Und er war meine ganz große Liebe. Er erwiderte sie auch. Aber eines Tages, da kam ein anderer zwischen uns. Und ich wollte von ihm weg.«
In diesem Augenblick dämmerte es mir.
»Wie hast du geheißen, in deinem menschlichen Leben?«, wollte ich dann von ihm wissen.

»Sandro. Und du?«
»Damian.«

Ich wusste nicht was ich noch sagen sollte. Zufall? Niemals. Ich sah ihn an, und er mich.

»Du bist nicht Sandro.«
»Oh doch. Das bin ich. So sicher wie du Damian bist.«
Mein Schnabel stand offen.
»Aber.. wie kommst du hierher?«
»Ich wünschte mir schon als Kind so frei und ungezwungen wie ein Vogel zu sein. Und weil Krähen so alt werden.. Da hab ich mir gewünscht, eines Tages eine zu werden.«
»Ja, aber wie kam es dazu.. ich meine, dass du hier bist?«
»Timo kam eines Abends zu mir, völlig aufgelöst. Er erzählte mir dass er eine Dummheit gemacht hätte und dass es ihm leid tun würde und lauter wirres Zeug. Ich hab gar nicht verstanden was er wirklich wollte.«
»Und weiter?«
»Er zeigte mir plötzlich die Pistole, sagte dass er Damian, also dich, erschossen hätte. Ich sagte ihm noch dass er keinen Scheiß erzählen soll, und wollte ihm die Waffe abnehmen. Wir haben gerangelt und dann hörte ich nur noch einen Schuss. Aber ich war nicht gleicht tot. Ich bin wohl umgefallen, aber ich sah noch wie sich Timo die Waffe an den Kopf setzte und hörte den Knall.«
»Damit… lebt Timo wohl auch nicht mehr. Hat er je einmal gesagt, was er in einem nächsten Leben werden wollte?«
Sandro überlegte, dann sah er mich erschrocken an.

»Ein Raubvogel.«
Ich stutzte.
»Ein Raub.. Ein Milan vielleicht?«
»Möglich.«

Wir schwiegen eine Weile.
»Und damit bist du hier. Ich glaube es nicht.. Sandro..«
»Das Schicksal hat es wohl so gewollt.«
Ich schmiegte mich an ihn, während ein Zug unter uns hindurchsauste und mit dem Fahrtwind unsere Federn durchwirbelte. Sanft rieb Sandro seinen Schnabel an meinem.

»Wir werden nie so zusammenkommen wie im Leben als Mensch. Aber wir können sehr lange zusammen bleiben«, sagte er leise.
»Hey, wir wollten doch immer mal in den Süden fliegen«, sagte ich.
»Ja, das wollten wir.«
»Was hält uns davon ab?«
»Eigentlich nichts.«
Mit lautem Geschrei hoben wir ab, stiegen in den Himmel und drehten nach Süden. Neben meinem Schnuckel herzufliegen war einfach herrlich. Er sah nicht mehr aus wie mein Sandro, aber das war mir egal.
Immer höher stiegen wir in den abendlichen Himmel. Ließen die Schlafbäume, in denen schon unsere Genossen saßen, unter uns, und nahmen Abschied von der Gegend.

Mit leichten Flügelschlägen ruderten wir der Wärme und dem Sommer entgegen

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